Aufrufe
vor 8 Monaten

E_1935_Zeitung_Nr.048

E_1935_Zeitung_Nr.048

AUTOMOBIL-REVUE Die

AUTOMOBIL-REVUE Die schweizerische Automobilwirtschaft im Bilde N° 48 Bohr-, Schleif- und Fräsabteilung mit Rundschleifmaschine (links), den gewaltigen Radiälbohrwerken (Mitte) und den grossen Fräsmaschinen (hinten). Drehereiabteilung. Auf der vordersten Drehbank mit Einzelantrieb befindet sich ein Traktorhinterrad in Bearbeitung, während im Hintergrunde weitere Drehbänke und Automaten sichtbar sind. Montagehalle, in welcher die Traktoren serienweise zusammengestellt und auf richtigen-Gang-einreguliert werden. . "-' .t . ;;S ... -\,t- :;id Hürllmann-Traktoren. Um unserer Schweiz. Landwirtschaft einen kleineren Traktorentyp als derjenige amerikanischer Herkunft zur Verfügung zu stellen, entschloss sich anfangs 1929 Hans Hürlimann, - einen entsprechenden Versuch zu unternehmen. Bereits im August des gleichen Jahres konnten die ersten nach seinen Ideen konstruierten Maschinen in Betrieb genommen werden. Die Initiative Hürlimanns, die sich auf die praktischen Bedürfnisse unserer Land- und Waldwirtschaft stützte, hatte einen derartigen Erfolg ausgelöst, dass bereits im folgenden Jahr zur Gründung des heutigen Wiler-Unterhetamens geschritten werden konnte. Nicht weniger als 165 10-PS-Kleintraktoren wurden allein in diesem Jahr hergestellt. Die weitere Entwicklungispba.se bewegte sich um die Fabrikation stärkerer Modelle, um den damals noch zahlreich' importierten ausländischen Traktoren* ein ebenbürtiges Schweizerprödukt von 13 :PS gegenüberzustellen. Auch dieser* Typ begegnete in landwirtschaftlichen Kreisen grossem Interesse, konnten doch im Sommer 1931 bereits 75 Stück abgesetzt werden. 1934 wurde der Bau von Industrietraktoren aufgenommen, wodurch sieh in vorteilhafter Weise Fabrikationslücken in der landwirtschaftlichen Trptorenabteilung, die sich naturgemäss aus den Saisonschwankungen ergaben, ausfüllen Hessen. Wie notwendig die Gründung einer eigenen eelb- Dreispindliges Fräswerk bei der Bearbeitung des Oberteiles eines Getriebeblockes für den Hürlimann- Traktor, ständigen Traktorenindustne für unser Land war, das sonst im Maschinenbau eine Spitzenstellung unter den Konkurrenten einnimmt, geht am deutlichsten daraus hervor, dass das Wiler Unternehmen bis heute über 1000 für die Landwirtschaft und mehr als 60 für die Industrie bestimmte Traktoren absetzen konnte. Das initiative Vorgehen Hürlimanns hat zudem noch beachtenswerte Verdienstmöglichkeiten jescharfen, indem im Jahresdurchschnitt volle 115 Arbeiter in der schweizer. Traktorenindustrie und ihren Hilfsbetrieben ihr Auskommen finden. Das Rundrennen von Biella Der Start zum Schlusslauf. In der vordersten Reihe rangieren von links nach recht«: Ftriaa,. Nuvol&ri und Graf Trossi. Auf* der Verfolgung. Farina (im -Vordergrund) wird hier von Chiron und Graf Trossi dicht bedrängt. Er musste die beiden nach zähem Kampf an sich vorbeiziehen lassen, denn mit der schwächeren Maschine konnte er den ungleichen Austrag keinesfalls zu seinen Gunsten entscheiden. Der Spitzenreiter. Nuvolari entschied nach dem ersten Vorlauf a.uch das Ausscheidung_srennen für sich. In vorzüglicher Form führte er das Feld an und vermochte immer wieder auch die hartnäckigsten Attacken abzuschlagen. Unmittelbar hinter ihm Graf Trossi, einer der Hauptanimatoren des Rennens. Bugatti, Typ 57, karossiert durch die Karosserie Worblaufen, F. Ramseier &. Cie., an der Schönheitskonkurrenz in Montreux mit dem Grossen Ehrenpreis ausgezeichnet.

NO 48 II. Blatt BERN, 14. Juni 1935 N" 48 II. Blatt BERN, 14. Juni 1935 eis des WSKNMW^ Unrund laufende Räder. Fährt man hinter einem anderen Wagen her, so kann man nicht selten beobachten, dass die Hinterräder oder auch nur ein Hinterrad seltsam torkelnde Bewegungen vollr führen. Die Räder laufen unrund, • sie «schlagen». Manche Fahrer sind sich nicht bewusst, dass auch das eine oder andere Rad am eigenen Wagen unrund läuft. Selbst wenn sie es wüssten, würden sie diesem Uebel vielleicht nur die Bedeutung eines Schönheitsfehlers beimessen. In Wirklichkeit ist aber die Erscheinung meist gar nicht so harmlos. Auch in dem günstigen Fall, dass nur eine verkrümmte Radscheibe oder Felge oder eine Verspannung bei Drahtspeichenrädern den unrunden Lauf des Reifens verursacht, muss mindestens mit einem stark erhöhten Reifenverschleiss gerechnet werden. Nicht selten deutet jedoch das «Schlagen» auf schwerere Schäden. Verschmutzte und vereiste Strassen sind auch dem geübtesten Fahrer schon zum Verhängnis geworden. Mancher, der triumphierend meinte, ein Rutscher sei noch einmal gut abgelaufen, ahnt nicht, dass sein Wagen ernstlich verletzt worden ist. Da ist man vielleicht auf glitschiger Strasse trotz vorsichtigen Fahrens plötzlich ins Schleudern gekommen, wobei eine nicht gerade sanfte Berührung zwischen dem einen Hinterrad und einem stattlichen Wehrstein oder dergleichen stattfand. Aber Kotflügel lassen sich ja ausbeulen und darauf war dem Wagen nichts mehr anzusehen. Dass auch der eine Diffej rential-Wellenstumpf etwas verbogen worden war, wurde übersehen. Dabei sind Berührungen dieser Art noch nicht einmal so häufig die Ursachen von Knickungen der Hinterradwelle. Beim Anprall an einen Wehrstein oder Baum wird ja der Hauptstoss vom Kotflügel aufgenommen. Dieser wird zwar mehr oder weniger stark beschädigt, verhindert aber noch oft ein Anknicken des Wellenstumpfes. Viel gefährlicher für die Differential wellen ist es, wenn der Wagen schleudert und dabei mit einem der -Räder gegen die Bordkante des, Trottoirs geworfen wird. Die Folge ist. meist ein verbogener Wellenstumpf oder aber zu- mindest ein in sich verbogenes Rad. Besonders unangenehm sind diese Beschädigungen deshalb, weil der Fahrer oft gar nichts davon merkt. s Der leicht verbogene Stumpf bewirkt zunächst einmal, dass das sich drehende Rad in jedem Augenblick seine Richtung ändert und dass die Spurbreite in jedem Augenblick eine andere ist. Das Rad rollt nicht auf eiiier geraden Linie, sondern auf einer Zickzacklinie ab., Der Gummireifen erfährt; hierbei eine zusätzliche Beanspruchung, er radiert auf der Fahrbahn und zeigt dadurch grossen Verschleiss. Das ist jedoch nicht die einzige nachteilige Auswirkung. Auch das den Wellenstumpf tragende Kugellager erfährt eine stark wechselnde Beanspruchung, es treten Kantenpressungen und «lamit spezifisch hohe Lagerdrücke auf, und die durch die torkelnde Bewegung auf das Kugellager ausgeübte zermahlende Wirkung wird bald zur vorzeitigen Zerstörung des Kugellagers führen. Ein nicht mehr einwandfrei laufendes Lager hat aber zur Folge, dass die Hinterradwelle noch mehr schlägt, als schon infolge der Verbiegung, und dadurch das Gesamtdifferential erst recht in Mitleidenschaft gezogen wird. Man sieht hieraus, wie ausserordentlich nachteilig sich geringfügig scheinende Beschädigungen auf empfindliche und teure Wagenteile auswirken können. Auch die Bremsen an solchen Rädern erleiden ausserordentlich nachteilige Beanspruchungen. Die sogenannte Bremsstützscheibe,, die sowohl die Bremsbacken, als auch die Betätigungsorgane der Bremse, wie Bremsnocken, Bremszylinder usw. trägt, ist- bekanntlich starr mit dem Achsgehäuse verbunden. Durch das Einknicken des Wellenstumpfes, wird die Bremsstützscheibe in ihrer, Lage zum Achsgehäuse in den meisten Fällen keine Aenderung-erfahren. Die Bremstrommel .dagegen wird,'da sie ja fest mit dem Rade verbunden ist,; die schlingernde Bewegung des Rades mitmachen, d. h. sie torkelt um ; die in ihrer ursprünglichen Stellung verbleibenden Backen herunv;Die Folgen werden seih, dass bei einer Betätigung, der Bremse die Backen-nicht mehr satt traget!» sondern' üniner nur. an einigen Stellen m AnÜegeii kommen» Der auf die; Backen ausgeübte Druck verteilt sich dand nicjit " • ' . ' ' • • • ; . • • . - • • ; « • " • • ' • • ' • " • • • . • - ' • • ' - * In äen Hudson-Werken ist ein neues, selbstregistrierendes Feinmessgerät, «The Bed Liner» benannt, im Gebrauch, das zur Endkontrölle der Getriebe Zahnräder dient und Bearbeitungsungenauigkeiten bis zu Tausendstelsmillimetern anzeigt. Von den beiden im Bild sichtbaren Zahnrädern ist das linke das zu prüfende Werkstück, während das Zahn rad rechts, auf dem es abgewälzt wird, den Prototyp darstellt. Die Kerbe auf dem Diagramm links wurde vom Apparat registriert, nachdem eine der Zahnflanken absichtlich mit einem Instrument ganz leicht geritzt worden war. mehr auf den ganzen Belag, sondern wird nur von einigen Stellen aufgenommen. Es treten • stellenweise Ueberbeanspruchungen auf, die einen ungleichmässigen Verschleiss bedingen. Es leuchtet ein, dass eine solche Bremse nicht den an sie gestellten Anforderungen genügt, da sie immer schlecht ziehen wird. Ist die Bremswirkung an den Rädern verschieden, dann hat der Wagen das Bestreben, aus der Fahrtrichtung auszubiegen, d. h., er wird sich sehr schwer lenken lassen. Dazu kommt noch, dass eine schlecht ziehende oder mit dem betr. Rad leicht blokkierende Bremse die Verzögerung des Wagens verschlechtert, also den Bremsweg ver* grössert. Die Folgen einer durch das Torkeln eines Rades beeinträchtigten Bremse können so verhängnisvoll sein, dass allein schon aus diesem Grunde jeder Automobilist für schnelle Beseitigung der Gefahrenquelle besorgt sein sollte. Denn wird der Schaden nicht bald behoben, dann werden mit der Zeit die Büchsen der Aufhängebolzen usw. ausgeschlagen, kurzum die gesamte Bremse mehr und mehr beschädigt. Jeder Automobilist sollte deshalb seinen Wagen auf einwandfreies Planlaufen der Räder untersuchen. Schlagende Räder bringen nicht nur wirtschaftliche Nachteile — bedingt durch den hohen Reifenverschleiss — sondern sie verringern durch ihren schädlichen Einfluss auf die Bremse auch die Sicherheit. + DER NEUE HORLIMANN INDUSTRIETRAKTOR :;• ' z .. •• h.-.-: ... : ein hundertprozentiges Schweizerfabrikat, mit ungeahntere Vorteilen gegenüber den bisherigen Konstruktionen, 1. Denkbar beste Adhäsion auf schlechten Strassen und Bauplätzen, da sein Gewicht 4,700 kg beträgt. 2. Geschwindigkeiten von :2,5—40 km, für gebirgiges Gelände spezielle Bergübersetzungen. 3. Mächtig dimensionierte Vierrad-Innenbackenbremsen. 4. Anlasser mit 80 Amp/h 12-V. Batterie. 6. Höchst wirtschaftlicher Petrölmotor. 19,2 Steuer-PS, 40 Brems-PS. 6. Eelegante, zweckmässige Karosserie. 7. Da das Gesamtgewicht nach dem. neuen Automobilgesetz für einen Traktorenzug maximal 14 Tonnen beträgt, bleiben nach Abzug des -Traktor-Gewichtes von 4,700 kg noch'9,300 kg Bruttolast, oder zirka 7,000 kg netto Nutzlast, was nach- den heutigen Einschränkungen der .Maximallast immerhin ein sehr günstiges Verhältnis bedeutet. 8. Im Nahverkehr (Baugewerbe, Möbeltransporte im Stadtrevier, industrielle Transporte vom Bahnhof, Stein-rund Kiesindustrie etc.) bietet der Traktor den enormen Vorteil, dass man mittels zweier Anhänger im Pendelverkehr ununterbrochen fahren kann, indem man nicht warten muss, bis das zu befördernde Material geladen ist, was bei gewissen Ladungen für das Fahrzeug einen ganz erheblichen Zeitverlust darstellt. 9. Da seine moderne Bauart Geschwindigkeiten bis zu 40 km zulässt, ist der neue Hürlimann auch für Transporte auf grösseren Strecken gut geeignet. Verlangen-Sie eine unverbindliche,, für Sie kostenlose Vorföhrung dieser modernen Zugmaschine und Sie werden erstaunt sein über Ihre Leistungen und ihre Verwendungsmöglichkeiten. Ueber 1000 in der Schweiz im Betrieb stehende HQrlimann-Traktoren haben längst bewiesen, wie solid, zuverlässig und zweckentsprechend ihre Bauart ist. Hans Hürlimann - Wil (St. Gallen) Erste schweizerische Traktorenfabrik