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E_1935_Zeitung_Nr.054

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1935 - N° 54 Tech »•» Frage 9453. Erfahrungen mit Wagenheizung und Radio. Kann mir ein Leser Ihrer geschätzten Zeitung angeben, was besser ist: Warmwasserheizung oder Frischluft-Heizung unter Nutzbarmachung der Auspuffleitung? Wie steht es mit dem Geruch im Wagen bei der letzteren? In letzter Zeit sind neue Radios in den Handel gekommen, die man ausser im Auto auch in der Wohnung gebrauchen kann. Welche Erfahrungen hat man -damit bisher gemacht? V. A. in Z. II. Antwort 9431. Bewährung von «Dual-Ratios- Achse. Zuschrift weitergeleitet. Red. Antwort 9454. Anhänger zur Gepäckbeförderung. Zuschrift weitergeleitet. Red. Frage 9460. Abfallen des Oeldrucks. Das Oeldruckmancmeter am Instrumentenbrett meines Wagens zeigt in den letzten Wochen immer niedrigere Werte an. Während der Zeiger sonst bei mittlerer Geschwindigkeit immer mindestens auf der Zahl 15 stehen blieb, selbst wenn der Motor sehr heiss war, fällt er jetzt häufig auf längeren Fahrten bis auf die Zahl 8 hinunter. Durch Einfüllen von dickerem oder neuem Oel geht der Zeiger nur vorübergehend auf die ursprüngliche Höhe hinauf. Hat der Druckabfall etwas zu bedeuten? In was für Werten ist die Skala des Manometers geeicht? W. W. in K. 'tt.KJMl Antwort: Zeigt das Manometer bei gleicher Fahrgeschwindigkeit, gleicher Motortemperatur und gleichem Oel nicht mehr gleich viel Druck an wie früher, so ist anzunehmen, dass sich in den verschiedenen, durch Druck geschmierten Lagerstellen des Motors Spiel eingestellt hat. Dieses Spiel bewirkt dann, dass das Oel leichter aus den Lagerstellen entweicht und deshalb den Druck im Leitungssystem nicht mehr zur ursprünglichen Hone anwachsen lässt. Unter Umständen kann auch mir ein einzelnes, defektes oder besonders stark abgenütztes Lager den Druckabfall verursachen. Nicht ausgeschlossen ist ferner, dass der Druckabfall von einem verstopften Oelfilter herrührt. Manchen Besitzern und Fahrern von mit Oelfiltern ausgerüsteten Wagen ist es noch ganz unbekannt, dass diese Filter von Zeit zu Zeit, je nach System, gereinigt oder ausgewechselt werden müssen, wenn man nicht ein plötzliches Versagen der Schmierung riskieren will. Schliesslich bestände auch noch die Möglichkeit, dass das Leitungssystem selbst undicht geworden^ist. Grosse Wahrscheinlichkeit dafür liegt aber 'nicht vor.' Auf alle Fälle raten wir Ihnen, der Erscheinung volle Aufmerksamkeit zuzuwenden. Mit Schmierungsstörungen ist nicht zu spassen. Ein nur wenige Minuten andauerndes Versagen der Schmierung kann genügen, um den Motor Hunderte von Franken Schaden zuzufügen. Konsultieren Sie das Instruktionsbuch Ihres Wagens oder einen sachkundigen Vertreter, um in Erfahrung zu bringen, welchen Druck das Schmiersystem mindestens aufweisen muss. Die Zahlen auf der Skala des Manometers bedeuten wohl «Meter Wassersäule». 10 Meter Wassersäule entsprechen ungefähr einer Atmosphäre, -at- derräder in keiner Weise beeinflusst wird, da ja Frage 9461. Dubonnet-Abfederung. Was ver-dasteht man unter der sogenannten Dubonnet-Ahfede- Lenkgestänge im Gegensatz zu den Verhältnisrung, die beispielsweise bei den Opel-, Vauxhallund Chevrolet-Wagen angewandt wird? W.B.inB. Antwort: Der prinzipielle Aufbau dieses Federungssystems geht aus den beistehenden Skizzen hervor. Der Achszapfen des Vorderrades wird durch den in der Fahrtrichtung liegenden Kurbelarm B geführt, der mitsamt dem Gehäuse, das die Schraubenfeder umschliesst und das ihm als Lagerung dient, zum Lenken des Rades um den Lenkbolzen herumgeschwenkt werden kann. Durch einen zweiten Arm 0 (Abbildung unten) ist dafür gesorgt, dass sich die Bremsträgerplatte beim Betätigen der Bremsen nicht verdrehen kann. Dieser Arm ist einerseits an der Bremsträgerplatte, anderseits am gleichen Gehäuse gelagert wie der Führungsarm des Radzapfens. Wird das Rad beim Ueberfahren einer Bodenunebenheit angehoben, so drückt ein kurzer Hebelarm J, der die Verlängerung des Kurbelarmes B bildet, die Schraubenfeder K zusammen. Gleichzeitig sorgt ein Kolben L, der in einem konzentrisch in der Richtung des Zylinders liegenden Zylinder gleitet, durch Zusammenpressen der Oelfüllung des Federgehäuses A für die nötige Dämpfung. Der Hauptvorteil dieses Systems besteht darin, dass die Lenkung durch das DurcbJedern der Vor- sen bei den meisten anderen Federungssystemen die Federbewegungen des Rades nicht mitmachen muss. Auf die Genauigkeit der Lenkung wirkt sich weiter vorteilhaft aus, dass die Neigung des Lenkzapfens immer genau gleich bleibt, da auch der Lenkzapfen D von den Radbewegungen ganz unabhängig ist. Die Befürchtungen, dass dafür die Führungsarme der Achszapfen bald in ihren Lagern ausgeleiert seien, ist praktisch wohl kaum stichhaltig, da die Lagerung der Arme meist sehr sorgfältig in Nadellagern geschieht und da diese Nadellager durch das im Federgehäuse befindliche Oel ständig gut geschmiert werden. In unserer Skizze bedeutet E die fest mit dem Ghassisrahmen verbundene Vorderachse, G die Lenkverbindungsstange (Spurstange) und H die Drehachse des Kurbelarmes. N ist ein Ventil, das dafür sorgt, dass das im Dämpfungszylinder befindliche Oel nur durch einen gewissen Widerstand entweichen kann, anderseits den Zylinder aber sofort auffüllt, -wenn der Dämpfungskolben in seine Ausgangslage zurückgekehrt ist. —at— Anfrage 528. Kündigungsfristen bei Garagemieten. Nach Artikel 267, Ziff. 1, O.R., sind Garagen mangels anderweitiger Abrede «nur auf das nächste ortsübliche Ziel oder in Ermangelung eines bestimmten Ortsgebrauchs, je auf Ende einer halbjährlichen Mietsdauer, in beiden Fällen mit einer vorausgehenden dreimonatlichen Kündigungsfrist» kündbar. Wir sind uns über die Tragweite dieser Bestimmung nicht klar. Der Verkehr rechnet bei Garagemieten in den wenigsten Fällen mit halbjährlichen Mietsdauern, am wenigsten in gewerbsmässig betriebenen Garagen. Wohl die meisten Automobilisten sind sich darüber einig, dass eine auf unbestimmte Dauer abgeschlossene Garagemiete, auch wenn ein monatlicher Mietzins vereinbart wurde und die Miete bereits einige Monate gedauert hat, auf Ende eines jeden Monats (event. mit 14tägiger Kündigungsfrist, oder dann auf Ende des nächstfolgenden Monats) kündbar ist. Jedenfalls ergibt sich für den Automobilisten oft die Notwendigkeit, seine Garage plötzlich zu wechseln. Wenn bei Wohnungen, Geschäftslokalen, Magazinen usw. die Kündigungsfristen der erwähnten Gesetzesbestimmung angebracht erscheinen, so dürften sie doch bei Garagenmieten eine unerwünschte Erschwerung des Verkehrs bedeuten. Es würde uns nun interessieren, wie sich die Gerichtspraxis zu diesen Fragen stellt Kann ein weitverbreiteter, von der genannten Bestimmung abweichender Ortsgebrauch bzw. eine solche Uebung als bestehend angenommen werden? Macht es einen Unterschied aus, ob eine bestimmte Boxe oder Einzelgarage bei einem privaten Hausbesitzer gemietet wird, oder ob ein Wagen in einer gewerbsmässig betriebenen Garage längere Zeit ohne Zuweisung eines bestimmten Platzes eingestellt wird? Hätte im letztern Falle ein am 15. auf Ende des Monats, oder gar eine von einem Tag auf den andern erfolgende Kündigung seitens des Mieters oder des Vermieters Aussicht auf gerichtlichen Schutz? St. M. in Z. Antwort: Die Frage, welche Kündigungsfristen für Garagen gelten, ist ausserordentlich umstritten. Aus verschiedenen Anfragen, die uns zugekommen sind, konnten wir auch feststellen, dass nirgends diesbezüglich ein fester Ortsgebrauch besteht Es ist uns auch nicht bekannt, dass irgend ein Gericht einmal in diesen Fragen einen endgültigen Entscheid gefällt hat. Der Schreibende wurde selbst auch schon durch Gerichte angefragt, ob und welcher Ortsgebrauch besteht, musste aber stetf aus seinen praktischen Erfahrungen einen negativen Bescheid geben. Bei Mieten in Grossgaragen dürfte allerdings im allgemeinen davon ausgegangen werden, dass es sich um Monatsmieten handelt, sobald aber Boxen gemietet sind, werden die Verhältnisse schon wieder komplizierter. In sehr vielen Fällen behauptet der Garageinhaber, es komme die gesetzliche dreimonatige Kündigungsfrist gemäss Art. 267, Ziff. 1, 0. R., zur Anwendung. Garagen, die ihre Räume nicht voll ausgenutzt haben und die keinen grossen Wert auf angenehmen Verkehr mit ihren Kunden legen, nehmen stets diesen Standpunkt ein, während uns andererseits viele Fälle bekannt sind, wo in guten Garagen ohne weiteres die monatliche Kündigungsfrist auch für Boxen anerkannt wurde. Wir glauben auch, dass 6ich mit der Zeit doch ein Ortsgebrauch dahin ausbilden wird, dass in ausgesprochenen Garagen die Kündigungsfristen gemäss Art 267, Ziffer 2, 0. R., Anwendung zu finden haben. Es entspricht dies tatsächlich auch dem heutigen Bedürfnissen. Rein auf den Wortlaut des Gesetzes abgestellt würde allerdings die andere Frist von Art. 267, Ziffer 1, Anwendung finden müssen, da eine Garage gewissermassen einer Stallung entspricht. Es ist deshalb jedem Automobilhalter zu empfehlen, um Unannehmlichkeiten dieser Art zu vermeiden, die Kündigungsfristen genau schriftlich zu fixieren.» * Rückporto nicht vergessen! Bekanntlich stehen unsere verschiedenen Sprechsaal-Abteilungen den Abonnenten kostenlos zur Verfügung. Jedoch bitten wir die Fragsteller, welche mit einer direkten und brieflichen Beantwortung rechnen, der Anfrage das Porto für die Rückantwort beilegen zu wollen. Wesentlich vereinfacht wird der sanze Sprechsaaldienst durch die Beilage von bereits adressierten und frankierten Briefumschlägen. Also bitte : Rückporto nicht vergessen' Der englische Bremsbelag der nicht pfeift und rassig in der Bremswirkung ist A. WUST-REBSAMEN R ü T I-Zürich TELEPHON 54 CRADED BRAKE LININC Sehr günstig zu verkaufen: DODGE SEN., 6 Zyl., Fr. 2000.— NASH, 6 Zyl., Mod. 1930, Fr. 2500.— ADLER-Limousine, Mod. 1934, Fr. 4000.— ADLER JUN., Mod. 1935, Fr. 4000.— FORD-Limousine, 8 Zyl., Mod. 1934, Fr. 3900.— MARTINI Fr. 1000.— Diverse Wagen von Fr. 300.— an. Offerten unter Chiffre 14947 an die 12035 Automobil-Revue, Bern. Ankauf von alten und verunfallten Personen- und Lastautos. 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Wir arbeiten auf Grund unserer grossen touristischen Erfahrungen interessante Routen aus, die nicht jeder kennt, nnd steilen für einen massigen Pauschalpreis einen erfahrenen Autotouristen als Reiseleiter, Unterkunft und Verpflegung (Frühstück, Mittag und Abend) in guten Hotels, Führung in Städten usw. alles einschliesslich Bedienung und Taxen. Folgende Fahrten sind für die nächsten Monate vorgesehen: 1. Dolomiten, Kampfplätze des Alpenkrieges, Venedig, Gardasee. Neben den berühmten Pässen werden auch einige ganz unbekannte, landschaftlich hervorragende Nebenstrassen befahren, einige berühmte Stätten aus dem Weltkrieg (Panzerforts etc.) unter kundiger Leitung besucht. 2. Oesterreich: Grossglocknerstrasse, Salzkammergut, Tirol: Die neue Grossglocknerstrasse, eine Luxusstrasse für das Automobil, ist ebenso des Besuches wert wie das Salzkammergut. Auch hier werden Sie sehen, was nicht jeder Oesterreichw Reisende sieht. 3. Zur Weltausstellung nach Brüssel. Von Basel durch die Vogesen und über Verdun (Besichtigung der Forts). Zurück über Köln, Koblenz, durch das RheintaJ über Bingen nach Frankfurt, auf der neuen Reichsautobahn nach Heidelberg, dann durch das Neckartal und den Schwarzwald. Wer sich für diese Fahrten interessiert, wende sich an das Touristikbüro der ,,Automobil-Revue", Bern. Der genaue Zeitpunkt wird im EünVArnnhmnn mit. rinn IntAPASsnntnn fßst.nesfit.zt.. Daunr* iednr Fahrt: 7 Tane. bei der Fahrt nach Brüssel ca. 12 Taae. Nur Originalersatzteile geben Ihnen volle Sicherheit. - Wir führen komplette Lager für die Marken: PLYMOUTH - CHRYSLER DE SOTO - OPEL FARGO - BLITZ Billigste Preise, prompter Versand nach auswärts. RITZI& WAGNER, AMRISWIL Centralgarage Telefon 500 verunmöglicht die „LIMOUSINEN- KRANKHEIT", verwertet unverbrannte Gase und Oeldämpfe. Verlangen Sie den neuen ausführlichen Prospekt mit den wissenschaftlichen Angaben bei Ing.J.KUPP.Konstr. Basiersdorf-Zch. Gelegenheit! 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N» 54 - 1935 AUTOMOBIL-REVUE 11 Tourismus Unsere Gesellschaftsreisen. Wir haben in unseren letzten Ausgaben die genauen Programme unserer Gesellschaftsfahrten durch die Dolomiten nach Venedig sowie durch Oesterreich wiedergegeben. Heute veröffentlichen wir das Rahmenprogramm für die Fahrt nach Brüssel mit detaillierten Angaben über die vorgesehene Route. Zur Teilnahme an dieser Fahrt laden wir die Leser unseres Blattes bestens ein. Interessenten bitten wir, sich an das «Touristikbüro der Automobil-Revue», Bern, Breitenrainstr. 97, zu wenden. Wenn möglich, wolle gleichzeitig die Zeit angegeben werden, zu welcher die Fahrt nach Brüssel am gelegensten wäre, ferner wieviel Zeit für die Fahrt zur Verfügung steht. Es besteht die Absicht, die Fahrtdurchführung weitgehendst den Wünschen der Teilnehmer anzupassen. Besonders machen wir darauf aufmerksam, dass es zwischen den einzelnen Etappenorten den Fahrtteilnehmern freigestellt ist, sich entweder dem Leitungsfahrzeug anzuscMiessen oder vollkommen freizügig zu fahren. Dadurch werden die Nachteile von Qesellschaftsfahrten unbedingt vermieden. Programm für die Fahrt nach Brüssel, durch Holland und durch das Rheinland. Dauer der Fahrt: Dieselbe wird im Einvernehmen mit den Interessenten festgesetzt werden; sie ist in erster Linie von der Dauer des Aufenthaltes in Brüssel abhängig. Falls die Mehrzahl der Interessenten dies -wünscht, kann auch die Fahrt durch Holland ausfallen und von Brüssel direkt nach Köln gefahren werden; hierdurch werden zwei Tage eingespart. — Der Zeitpunkt der Fahrt wird im Einvernehmen mit den Interessenten festgesetzt. — Die nachstehende Aufstellung dient als Rahmenprogramm. Samstag: Zusammenkunft der Reiseteilnehmer gegen Abend in Basel. Sonntag: Basel - Beifort - Elsässer Belchen (Ballon d'Alsace, 1178 m) - Epinal - Nancy - St. Benoit - Verdun, 320 km. , „ , • . * Montag: Vormittags: Besichtigung der Schlachtfelder und Forts in der Umgebung von Verdun; nachmittags: Verdun - Sedan - Charleville - Charleroi - Waterloo - Brüssel. 238 km. Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag in Brüssel zur Besichtigung der Weltausstellung. An " einem dieser Tage Fahrt nach Ostende und zurück, 240 km. Samstag: Brüssel - Malines - Breda - Dordrecht - Rotterdam - Delft - Den Haag - Scheveningen, 172 km. Sonntag: Scheveningen - Leiden - Haarlem - Amsterdam - Hoorn - Medemblick - Den Oever - über den 30 km langen Trockenlegungsdamm - Leeuwarden - Meppel - Zwolle, 297 km. Montag: Zwolle - Deventer - Zutphen. - Emmerich- Wesel - Duisburg - Düsseldorf - Köln, 235 km. Dienstag: Köln - Bonn - Koblenz - St. Goar- Bingen - Rüdesheim - Niederwalddenkmal - Rüdesheim - Wiesbaden - Frankfurt. 227 km. Mittwoch: Frankfurt - auf der Reichsautobahn nach Darmstadt - durch den Odenwald nach Heidelberg - Karlsruhe - Baden-Baden, 175 km. Donnerstag: Baden-Baden - Schwarzwaldhochstrasse - Freudenstadt - Schramberg - Villingen- Donaueschingen - SchaHhausen, 186 km. Auflösung der Reisegesellschaft in Schaffhausen. Die Tagesetarppen sind unter Berücksichtigung des Strassenzustandes und des erzielbaren Durchschnittes derart eingeteilt, dass folgende Slädte besichtigt werden können: Verdun, Gent, Brügge, Ostende, Rotterdam, Den Haag, Amsterdam, Düsseldorf, Köln, Koblenz, Frankfurt am Main, Heidelberg. Badeaufenthalt in Ostende und in Scheveningen. Kosten: Gegen ein Pauschale von ca. Fr. 20.— pro Tag und Person sorgen wir für Unterkunft, Frühstück, Mittag- und Abendessen in guten Hotels, für Garagierung der Wagen, ferner stellen wir einen erfahrenen Reiseleiter bei, der sämtliche Gebiete dieser Fahrt genau kennt T. C. S. Autosektion Air o au UNTERSEKTION WIGGERTAL. Die Ausfahrt mit den Insassen des Altersheims Reiden war für alle Beteiligten ein Ereignis. Die Fahrer, welche 6ich zur Verfügung gestellt hatten, konnten an den Gesichtern die grosse Freude ablesen ob dieser Autotour. Bei prachtvollstem Wetter führte der Kolonnenleiter die Schar via Willisau nach Luzern- Horw, wo das neuerbaute Blindenheim besichtigt und allen Teilnehmern ein Imbiss verabfolgt wurde. Nur allzu rasch verflog die Zeit und selbst die Autofahrer hätten es noch länger ausgehalten, und so war man um 19 Uhr wieder im Altersheim angelangt. Wir glaubten, durch die Fahrt allen Beteiligten eine grosse Freude bereitet zu haben, sind dann aber anderseits für den gespendeten Imbiss und Nachtessen selber zu Dank verpflichtet worden. Die Langenthaler Ausfahrt der Kantonal-Sektion vom 1. Juli 1935 vermochte aus dem Wiggertal ebenfalls Teilnehmer zu mobilisieren, war doch die Besichtigung der Porzellanfabrik ein besonderes Ereignis. Ein schöner Teil der Mitglieder ' fand sich zu einem Schlusshock in unsertn Clublokal zur Krone in Aarburg ein, wo es dann wirklich urgemütli&h wurde und man wieder einmal so recht familiär beisammen war. -i- Autosektion Waldstätte Der nächste Stammtisch befindet sich am Freitag, den 5. Juli 1935, zirka 20 Uhr 15, im Hotel Küsnachterhof, Küsnacht, wozu wir alle freundlich, einladen. Das Sekretariat. AUTO-SEKTION ZÜRICH. Touringhilfe. Die Sektion Zürich hat in ihrer letzten Vorstands- 4sitzung einen wichtigen Beschluss im Interesse des Automobil-Tourismus gefasst. Sie organisiert ne- ,ben dem bekannten TCS-Strassenhilfsdienst eine Touringhilfe, welche die Aufgabe haben wird, jedem Führer eines Personenautomobils, ob Mitglied des TGS oder nicht, zur Tages- und Nachtzeit bei Pannen und Störungen am Wagen Beistand zu leisten, um ihm die Weiterfahrt zu ermöglichen. Mit Ausnahme der Materialaufwendungen ist diese Hilfe für alle Automobilisten kostenlos. Die Organisation wird vorerst versuchsweise auf einem begrenzten Gebiete des Kantons Zürich durchgeführt, um als Muster für eine allgemeine Organisation zu dienen. Diese Touringhilfe wird sich auch in den Dienst der Verkehrssanierung stellen, indem durch die zu führenden Statistiken wertvolles Erziehungsmaterial in die Hände des TGS gebracht wird. *. c. s. SEKTION BERN. IM. Auto-Slalom in Interlaken. Am kommenden Wochenend steht die Oberländer Metropole wieder einmal im Zeichen des Automobilismus, der dort immer mehr und mehr an Boden gewinnt. Wer die «A.-R.» in den letzten drei Jahren auch nur oberflächlich verfolgte, ist erstaunt, wie .Interlaken bewusst den Anschluss an den Automobilsport sucht und gefunden hat. Dreimal Auto-Slalom, einmal Etappenziel der Internationalen Alpenfahrt, einmal internationales Auto- Camping-Lager und für 1937 bereits als Tagungsort des A. C. S. vorgemerkt, das sind Daten, welche für die grosse Autofreundlichkeit der Interlakener sprechen. Der dritte Auto-Slalom ist wiederum zu einem automobilistischen Wochenend ausgebaut und propagiert worden. Sportliche und gesellschaftliche Anlässe verbinden sich zu einem abgerundeten Gan-, zen, dessen Besuch jedem Automobilisten warm empfohlen werden kann. Das Programm sieht vor: Samstag, 6. Juli 1935: 14.15 Uhr: Verlosung der Startreihenfolge in der Kursaal-Bar. 15.00—18.00 Uhr: Auto-Slalom, I. Serie. 21.00 Uhr: Grosser Auto-Ball im Karsaal. Sonntag, 7. Juli 1935: 9.00—11.00 Uhr: Auto-Slalom, II. Serie. 11.00—12.00 Uhr: Frühschoppen-Konzert. 14.00—16.00 Uhr: Auto-Slalom, III. Serie. 17.00 Uhr: Preisverteilung im Kursaal. Anmeldeformulare und Reglemente können beim Sektionssekretariat in Bern oder beim Verkehrsverein Interlaken bezogen werden. Eine Verpflichtung, an beiden Tagen zugegen oder, für auswärtige Besucher, schon bei der Verlosung anwesend zu sein, besteht nicht. Nachmeldungen können, sofern es die gemeldete Teilnehmerzahl zuläest, noch im Kursaal-Garten absegeben werden. h. SEKTION LUZERN. Fahrt ins Grüne. Ein selten schöner Tag im Jahr war dem Automobilclub beschieden für seine Sommerfahrt vom -letzten Sonntag. Die beiden Füchse, die einer grossen Meute von Automobilen den Weg durch bunte Fetzen und Zeichen vorschrieben, fanden sich zusammen im verträumten Obwaldnerland. Auf der Fahrt gab es einige Kontrollen zu passieren und Aufgaben zu lösen, die automobiltechnisch unbedingt beherrscht werden müssen. Zum allgemeinen Erstaunen lag das gemeinsame «Fuchsloch» im Hotel Bahnhof in Giswil, Dort hatten eich alle Konkurrenten noch auszuweisen über einen letzten Punkt, der zur «Allgemeinen Bildung» gehört: über die Fähigkeit im Kegelschieben. Das Augenmass des tüchtigsten Autolenkers kann versagen im Kegeln und bringt Strafpunkte. — Unnötig ÄU sagen, dass der Ort famos ' passte für eine Zwischenverpflegung. Nun ging es in die herrliche Kühle der Berge hinein, über den Brünig und Meiringen, dem unbestimmten Ziel entgegen, in einer langsamen Zuverlässigkeitsfahrt. Alle dachten: aha Grimsel. Doch das wäre ein zu bekannter Weg. Abseits liegen in den Bergen die Idyllen. Rechts die Reichenbach-Wasserfälle, saftige Alpweiden und die Engelhörner geleiten uns ins Hochtal von Rosenlaui und noch weiter hinauf ins Alpenparadies des Schwarzwaldalp-Kurhauses. Bisher nur dem Wanderer, der über die Grosse Scheidegg nach Grindelwald zieht, bekannt, ist es heute ein Ton Herrn Thöni sehr gut geführtes Alpenkurhaus, von dem aus sogar ein Postauto ins Tal fährt. Die wunderbare Lage am Waldrand muss zum Picknick geradezu verlocken. — In der herrlichen Waldeskühle lagerten sich jung und alt, über hundert Personen. Sie verpflegten sich aus der Feldküche hervorragend gut, verfolgten die Liste der Preisgewinner und Hessen sich vom Vergnügungskomitee in allen ländlichen Spielen unterhalten. Es fehlten nicht ein kunstgerechter Fussballmatch, die Kletterstangen, das Sackgumpen, das Seilziehen, die Luftballons und allerlei Kurzweil. — Aber am schönsten war das stimmungsvolle Lagerleben in der kühlen Alpenwelt zu Füssen des Wetterhorns und seiner Gletscher bei glühenden Alpenrosen, diese Ruhe im Banne der dunkelgrünen Wälder am plätschernden Bergbach, das sprudelnde^ Leben- unter kameradschaftlich verbundenen Clubmitgliedern. — Dem neuen Sportpräsidenten, Ing. Hans Siegwart, ein spezielles Kompliment für das Arrangement der unvergesslich schönen Fahrt. —h. SEKTION*ZÜRICH. Basler Fahrt. Am vergangenen Sonntag, wenige Stunden vor Beginn der lärmlosen Woche in Zürich, nahmen etwa 80 Zürcher Automobilisten in 18 Wagen den Weg unter die Pneus nach dem Rhein, um in Basel gemeinsam mit der Sektion Basel ein paar Stunden freundeidgenössisches Sängerfest zu geniessen, verbunden mit einem Abstecher ins basellandschäftliche Gebiet, wie es anlässlich der Basler Bluestfahrt im Mai dieses Jahres mit feierlichem Handschlag besiegelt worden war. Und so zogen die Zürcher frohgemut an den Rhein, aber auf Umwegen: in Frick schwenkten sie nach links ab, wo eine wenig besuchte stimmungsreiche Landschaft die Zürcher Automobilisten unter ihr grünes Blätterdach nahm. Auf teilweise nicht allzubreiten Strassen. ging es durchs Oedental zum Wittnauersattel hinauf, wo von der Scheitelhöhe aus die Landschaft im Sonnenglanz wie ein üppiger Garten zu schauen war. Schwerbeladene « Chirsibäume > machten einem den Mund wässerig nach den versprochenen Obstspenden, die uns bald, nachher in Liestal Landschäftlerinnen in reizender Tracht in schmucken Körbchen überreichten. Im « Engel» in Liestal fand die erste Begrüssung statt; ein stattliches Grüpplein Basler war zur Grenze ausgerückt, um den Zürchern den Weg in die Feststadt zu weisen und ihnen beim lecker bereiteten Mahle Gesellschaft zu leisten. Die beiden Sektionspräsidenten wechselten freundliche Worte; Direktor Ger st er betonte die gute Freundschaft zwischen den beiden Sektionen. Stadtrat Gassmann stiess freudig ins gleiche Horh, wie der Vorredner, dem Bedauern Ausdruck' gebend, dass der neue Benzinzoll eine böse, schädliche und unüberlegte Ueberraschung der letzten Tage bedeute. Um so mehr Freude machte beiden Sektionen das «Fähnlein der 7 Aufrechten». mit Gottfried Keller an. .der Spitze, das, ..von Angehörigen der Zunft Hottingen gebildet, mit den Zürchern ausgerückt war, in Basel Meister Arnold Böcklin und seine Getreuen zu begrüssen, eine in -Maske und Kostümiörurig ausgezeichnete Gruppe, die auch, in der Fests,tfidt viel Aufsehen erregte und viel Beifall fand. «Freundschaft in der Freiheit!» stand auf ihrem Banner und also t lautete die Losung des schon verlaufenen Tages. Die Sonne versandte glühendsten Brand, als man sich gegen 3 Uhr auf dem Münsterplatz zum Korso sammelte, begrüsst vom singenden Alscherchor. Hier umarmten sich die beiden Helden Keller und Böcklin zum erstenmal aufs herzlichste, worauf beide Gruppen in mit den Kantonstüchern geschmückten alten Breaks- stiegen und der Mustermesse; als Festwiese entgegenrollten, gefolgt von etwa drei Dutzend Automobilen, darunter das des Basler Sportpräsidenten als reichgeschmückter Blumenwagen (blau-weiss zu Ehren der Zürcher!), das Entzücken aller Zuschauer bildete. Ein Grüpplein alter Basler Dragoner führte den Korso durch das Gewirr der reichbeflaggten Feststadt über den Rhein hinüber zur Festhütte; Oberst R o n u s , starken Lärmens wegen (denn schon gingen die Wogen der Sängerbegeisterung hoch)' nur für die ihm zunächst Stehenden verständlich,' begrüsste die Zürcher im Namen des Empfangskomitees des Sängerfestes; Präsident Gassmann antwortete, bemerkend, dass schon das Intonieren des Zürcher Sechseläutenmarsches den Zürchern das Herz habe köher schlagen lassen. Sie haben ein Fähnlein mitgebracht, verewigt durch Gottfried Keller, von dem in diesen Festtagen viele «Weisen hier gesungen werden. Vaterland und Freiheit, Freundschaft und Liebe zur Heimat .sind die Leitgedanken des grossen Festes, an dem sich auch die Zürcher Sänger und neben ihnen in einer bescheidenen Gruppe die Zürcher Automobilisten beteiligten. Nachher hatten die beiden grossen Schweizer das Wort, die aus dem Jenseits gekommen waren, um wieder einmal ein schweizerisches vaterländisches Fest zusammen zu feiern. Vieles ist anders geworden, seit sie von der Erde schieden, vieles neu und'unverständlich, und Meister Gottfried fand scharfe Worte für allerlei « politische Massenware, die. auf keinem schweizerischen Feld gewachsen », aber doch weiss das Volk unter drei Ellen guter Bannerseide noch seinem Vaterland zu huldigen und wie in der guten alten Zeit im Feiertagskleide frohgemut ein Fest zu feiern. Mit stürmischem Beifall wurde das kleine, feine Festspiel von einer grossen Zuhörerschar entgegengenommen und alsdann rückten die Automobilisten auf eigene Faust aus, stürzten sich in das Festgewühl, beneideten die Basler um ihre Mustermesse mit ihren Riesenräumen und freute sich an ,der raschen Einstellung von' Keller und Böcklin in die neue Zeit und ihre Musik; der Basler Maler landete gar bald auf dem Musikpodium und spielte in einer modernen Jazzband die Bassgeige, während der Dichter zu den Cymbalen griff und als Solist fungierte. Den Abschluss der Zusammenkunft bildete das Festspiel des Sängerfestes in der grossen Halle; in klarem Fluss zogen die einzelnen Bilder vorüber, die in einer mustergültigen Regie den Kampf zwischen alter und neuer Zeit, altem und neuem Geist darstellen; in höchster Gefahr siegt die gesunde Schweizerseele .unter den Weisen einschmeichelnder Volkslieder als unversiegbarer Quell schweizerischen. Volkstums, aus dem die wahren Em,g|iBdifingen strömen. Und so mit andachtsvoller Begeisterung erfüllt, fuhr man .unter leuchtendem Monde in stiller Nacht heimwärts. W. B. den V« nden CHAUFFEUR-VEREIN ZÜRICH Aufruf. Die letzten Aufnahmen für unser Vereinstäbleau finden nochmals Sonntags, den 7. Juli 1935, vormittags von 9 bis 12 Uhr, im Rest. Münsterhof, II. Stock, statt. Wir laden diejenigen Mitglieder, die unt WUJtJ "" serer Einladung noch nicht Folge geleistet.haBen, ein und ersuchen dringend, an diesem unwiderruflich letzten Termin zu erscheinen. Der Vorstand. m /• m V Touringhilfe. Wie der Clubchronik zu entnehmen ist, hat die Auto-Sektion Zürich des TGS den Beschluss gefasst, neben dem TCS-Strassenhilfsdienst eine Touringhilfe zu organisieren. Hiezu erhalten wir aus Clubkreisen folgende Ausführungen: i Von der Tatsache ausgehend, dass der TCS seit seinem Bestehen den «Dienst am Automobiltourist» als vornehmste Aufgabe betrachtete, hat seine Sektion Zürich obigem Beschluss Erwägungen zu Grunde gelegt, welche bestimmt in automobilfahrenden Kreisen Anklang finden dürften. Derjenige, welcher sich heute aus beruflichen Gründen einen Wägen halten muss (es" sind 99% aller Automobilfahrer), ist sicher nicht zu beneiden; nach allen Regeln der Kunst wird er unter die Steuerschraube genommen und solange gequetscht, bis ihm das Automobilfahren verleidet. Wenn der Staat dank seiner ausserordentlichen Vollmachten am Automobilist seinen Mut kühlt, so wollen wir ihm auf der Strasse sein Los zu lindern suchen. Touiinghilfe, das, muss ein Begriff werden, der jedem fremden Besucher unseres Landes und jedem einheimischen Automobilist geläufig sein wird. An Hand einiger Bespiele wird am besten veranschaulicht, was man unter Touringhilfe versteht: Zwischen A und X ist mir trotz elektrischem oder pneumatischem Benzinstandanzeiger das Benzin ausgegangen. Weit und breit keine Säule und kein Telephon. Es regnet in Strömen und ist bereits nachts 11 l A Uhr. Ich halte den nächsten Automobilisten oder Radfahrer an und bitte ihn, am nächsten Telephon die Touringhilfe anzurufen. Prompt wird die Organisation spielen und mir Benzin bringen. Kostenpunkt: 5 Liter Benzin ä 42 Rappen — Touringhilfe gratis. Oder ich habe einen Zündungsfehler und trotz allen Bemühungen ist der Wagen nicht mehr vom Fleck zu bringen^ Anruf der Touringhilfe und prompt kommt der Fachmann mit allen nötigen Utensilien und behebt den Schaden. Materialverbrauch keiner — Kosten keine; Schwerer Unfall, in N, Zwei Autos zusammengefahren, zwei verletzte Personen. Anruf der Touringhilfe durch einen Augenzeugen, diese mobilisiert sofort einen- Arzt und die Behörden. Innert kurzer Zeit sind .'Mechaniker und Abschleppwagen auf dem Platz. Die verkehrstörenden W«- gen werden abgeschleppt. Touringhilfe gratis. Andre Citroen, der europäische Automobil, könig t. Nach längerer Krankheit ist in Bayonne der am 5. Februar 1878 in Paris geborene, grösste Automobilindustrielle Frankreichs, gestorben. Trotzdem Citroen in jungen Jahren die Ecole Polytechnique, die vielen Schweizer Artilleristen gut bekannte Artillerieschule besuchte, wählte er nach Beendigung seiner Studien weder die militärische noch die Beamten-Laufbahn, sondern gründete eine Zahnradfabrik. In recht bescheidenem Rahmen fabrizierte der nachherige Automobilkönig, zusammen mit 10 Arbeitern, alle möglichen Arten von Zahnrädern. Schon damals beschritt er eigene Wege auf dem Gebiet der Reklame, indem er seinen Namen dem Volk überall einhämmerte, sei es an Gartenzäunen, an Hausmauern, an Waldrändern oder in der gesamten Presse. Im Jahre 1908 kam Citroen mit der Automobilfabrikation im engsten Sinne in Berührung, indem er die Reorganisation der grossen Automobilfabrik Mors durchzuführen beauftragt war. Der Krieg mit seinen gewaltigen Materialanforderungen brachte dem einstigen Zahnraddreher gewaltige Entwicklungsmöglichkeiten, *• indem ihm ähnlich der Tätigkeit Rathenaus in Deutschland für seine Heimat vornehmlich die Pflicht oblag, die Versorgung des Heeres mit Munition und des Landes mit Lebensmitteln sicherzustellen. Nach dem Völkerringen stellte Citroen seine Munitionsanlage, die er schon damals teilweise nach Ford'schen Prinzipien eingerichtet hatte, auf die Automobilfabrikation um. Seine Bestrebungen tendierten dahin, für Europa einen Kleinwagen zu schaffen, der die ähnlichen Funktionen zu erfüllen hatte, wie das Fordmc-dell in den Vereinigten Staaten. Anfänglich wegen seinen kühnen Projekten nicht nur in Fachkreisen, sondern auch in der breiten Oeffentlichkeit belächelt, rollten bereits im Juli 1919 täglich 300 Wagen aus seiner ehemaligen Munitionsfabrik, 1924 waren es 400 Einheiten und 1930 deren 600, die durch weitere Ausgestaltung des Serienbaus bis auf 1000 Wagen anstiegen. Schon zweimal stand Citroen vor dem vollständigen finanziellen Zusammenbruch. Wegen seiner grossen Leidenschaft als eifriger Kartenspieler musste einmal sogar die Banque de France intervenieren, um den Zusammenbruch der grossen französischen Automobilfabrik zu vermeiden. Trotzdem vermochte Citroen die schweren Schläge, die nicht nur die Weltwirtschaft, sondern auch die rückläufige Konjunktur der Binnen Wirtschaft seinem Unternehmen beibrachte, nicht abzuwehren. Noch in der Generalversammlung vom 19. Dezember 1933 konnte er mit Recht auf die glänzende technische Ausrüstung und die bis ins letzte durchs dachte Organisation seines Weltunternehmens hinweisen. Aber schon im März 1934 sickerten die ersten Nachrichten der Illiquidität des Betriebes durch, die zum grossen .Teil eine Folge von Ueberinvestitionen und einigen Fehlkalkulationen sein dürfte. Citroen darf aber das Verdienst für sich in Anspruch nehmen, Pionierarbeit auf dem Gebiete des Automobilbaus geleistet zu haben und namentr lieh durch den billigen Volkswagen sein Land in die Spitzengruppe der motorisierten Staaten emporgeführt zu haben. n Beispiele Hessen sich noch viele anführen. Grundsätzlich wird die Touringhilfe dann spielen, wenn der Automobilist mit seinem Wagen nicht mehr weiterfahren kann. Pneupannen, bei Vorhandensein von Reserverädern und Winden können zum Beispiel nicht von der Touringhilfe gratis behoben werden. Es ist klar, dass eine solche Organisation nicht von heute auf morgen geschaffen werden kann. Da auch die Erfahrungen der finanziellen Auswirkung fehlen, hat sich die Sektion Zürich des TCS entschlossen, auf einem begrenzten, vielbefahrenen Gebiet des Kantons Zürich einen mehrmonatlichen Versuch durchzuführen. Das gesammelte statistische Material wird uns wertvolle Wegleitung für den Gesamtausbau der Touringhilfe geben. Wb. Die Oltener Konferenz zur Benzinzoll-Erhöhung. Die Oltener Konferenz, welche gestern Donnerstag mittag zusammentrat, lasste einstimmig die nachfolgende Resolution: Die Oltener Konferenz der 21 Touristik-, Verkehrs- und Wirtschaftsverbände verurteilt die kürzliche Benzinzollerhöhung, deren Rückwirkung auf die Volkswirtschaft ausserordentlich schädlich sein wird. Sie stellt fest, dass diese Massnahme in formellem Widerspruch mit wiederholten Zusagen der Vertreter des Bundes steht. Die Konferenz verlangt vom Bundesrat die Zurücknahme seines Beschlusses und hat die nötigen Vorkehren getroffen, damit dieser genau unterrichtet werde über die allgemeine Unzufriedenheit, welche seine Massnahme hervorgerufen hat. Andererseits erwartet sie von der Bundesversammlung, dass diese unter keinen Umständen den Beschluss des Bundesrates genehmige und die Betroffenen nicht dazu zwinge, die Folgerungen gegenüber einer Politik der vollendeten Tatsachen zu ziehen'. Endlich fordert die Konferenz einstimmig, dass die Alpenstrasseninitiative, die den Anteil des Bundes an den Einnahmen aus dem Benzinzoll auf 20 Millionen festlegt, baldmöglichst zur Abstimmung gelange. Dadurch wird die Wiederkehr von Massnahmen verhindert wie jene, die heute — allgemeine tiefe Entrüstung hervorgerufen haben. Verantwortliche Redaktion: Dr. A. Büchi, Chefredaktion. W. Mathys. —Dr. E. Waldmeyer. Telephon der Redaktion: 28222 (Hallwajt) Außerhalb der Geschäftszeit: 23.295.