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E_1935_Zeitung_Nr.052

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1935 - N° 52 densiert, welche sich durch die Bewegung des Kolbens mit dem Oel, das in Form einer dünnen Schicht an der Zylinderwand haftet, mischen. Da diese Oelschicht ständig durch Oel aus dem Kurbelgehäuse erneuert wird, gelangt dieses Wasser mit dem Oel in das Kurbelgehäuse, wo sich unter dem Einfluss des unvermeidlichen Schmutzes mit der Zeit ein dicker, dunkler Schlamm bildet. Diese Schlammbildung wird bei Spritzschmierung durch die peitschende Wirkung der in das Oel eintauchenden Pleuelstangenköpfe noch gefördert. Der Schlamm kann, besonders bei kleinem Oelinhalt des Kurbelgehäuses und einem feinmaschigen Oelsieb, ernste Motorstörungen hervorrufen. Ein solches Sieb wird sehr leicht durch Schlamm verlegt werden; ist die Oelpumpe nicht sehr wirksam, so wird dadurch die Oelzufuhr zu den Schmierstellen unterbrochen. Anfressen der Zylinderwände, Festbrennen der Kolben und Lagerheissläufe werden die Folge sein. Wenn Schlammbildung auftritt, soll die Oelfüllung abgelassen und das Unterteil des Kurbelgehäuses sowie alle erreichbaren inneren Teile des Motors sorgfältig mit einem ,,reinen, faserfreien Tuch gereinigt werden; Putzwolle darf zu dieser Reinigung auf keinen Fall verwendet werden. Eine möglichst hohe Arbeitstemperatur des Motors ist das beste Mittel zur Vermeidung von Schlammbildung. Wenn der Motor genügend warm ist, werden sich alle Metallteile rasch erhitzen, so dass der bei der Verbrennung gebildete Wasserdampf nicht kondensiert wird, sondern mit den Auspuffgasen entweicht. Das im Kurbelgehäuse befindliche Oel wird kein Wasser zurückhalten und überdies den in das Kurbelgehäuse gelangten Brennstoff durch Verdampfung ausscheiden. Es ist also stets und ganz besonders in der kalten Jahreszeit dafür Sorge zu tragen, dass die Arbeitstemperatur des Motors ein gewisses Mass nicht unterschreitet. Von besonderer Wichtigkeit bei der Vermeidung von Störungen durch Oelschlammbildung ist die Verwendung eines den Arbeitsbedingungen des in Frage stehenden Fahrzeugmotors angepassten Schmieröles von hochwertiger Beschaffenheit. Beim Bohren eines Splintloches in einen Bolzen soll die Richtung des Bohrloches auf der Stirnseite des Bolzens wenn möglich immer durch einen mit dem Meissel eingeschlagenen Strich angedeutet werden, damit man beim Anziehen der Mutter nicht lange die Stellung suchen muss, in welcher sich der Splint einführen lässt. "" -ät-*"*" Tedin

N° 52 - 1935 AUTOMOBIL-REVUE 11 Amerikas Erdölindustrie im Umbau. Die jüngsten Vorgänge in den Vereinigten Staaten, wo unlängst der Oberste Gerichtshof einstimmig die NRA-Gesetzgebung Roosevelts als verfassungswidrig bezeichnet hatte, haben nicht nur in der ganzen Welt, sondern besonders innerhalb der Erdölindustrie starke Beachtung gefunden. Der Gerichtsentscheid berührt bekanntlich auch die auf der NRA-Gesetzgebung fussenden Industrie- Codes, wodurch für einzelne grosse Industriekonzerne eine ganz neue Situation geschaffen wird, die mit der gesamten amerikanischen Wirtschaft auch die Petroleumindustrie vor neue, ungewöhnlich schwierige Probleme stellt. Heute lassen sich die von Roosevelt in Aussicht genommenen Gegenmassnahmen noch nicht genau übersehen, so dass bereits die Linie der genauen Weiterentwicklung verfolgt werden könnte. Die vom amerikanischen Staatschef unlängst erlassenen Massnahmen auf dem Gebiete der Einkommens-, Erbschafts- und Schenkungssteuern deuten aber doch darauf hin, dass er auf eine Vereinfachung der Struktur der grossen Wirtschaftskonzerne hin tendiert, was vorallem durch Ausschluss überflüssiger Holdinggesellschaften erzielt werden sollte. Fest steht auch, dass durch das Urteil des Bundesgerichtes jedenfalls der Erlass irgendwelcher Gesetze, die dazu bestimmt wären, an die Stelle der Recovery Acts und der Codes zu treten, höchst unwahrscheinlich ist. Aller Wahrscheinlichkeit nach darf nicht nur der Petroleumcode als endgültig erledigt betrachtet werden, sondern es wird auch kaum mehr möglich sein, ähnliche gesetzliche Bestimmungen an Stelle der Codes treten zu lassen. Die amerikanische Petroleumindustrie, und besonders ihr konzernmässiger Aufbau hat es seit jeher verstanden, alle auf ihren Bestand gerichteten Angriffe recht schmiegsam abzulenken, so dass auch die Wirkungen dieses plötzlichen Umschwunges auf diesen Industriezweig keineswegs so ernster Natur sein werden, wie dies im ersten Augenblick den Anschein hatte. Wie die seinerzeitige Einführung der Antitrustgesetzgebung der Petroleumindustrie zu einem ungeahnten Aufschwung verholfen hat, so ist es wohl möglich, dass die heutige Lage für die Erdölindustrie ebenfalls günstigere Folgen zeitigen könnte, kommt es doch lediglich darauf an, ob und in welchem Masse die von der Industrie selbst befürworteten Gesetzesmassnahmen von der höchstinstanzlichen Entscheidung berührt werden. Uebrigens kann der Erdölindustrie die Verminderung der Gefahr einer verstärkten Bundeskontrolle, wie sie nun zweifellos durch den Gerichtsentscheid eingetreten ist, nur willkommen sein. Die hauptsächlichste Unterstützung, die der Industrie von Seiten der Bundesregierung zuteil kommen wird, liegt im Eriass des Connaly-Gesetzes, das eine Beschränkung des Importes und eine Kontrolle der Oelgewinnung vorsieht. Die Entscheidung des Gerichts lässt zu mindest die beiden erstgenannten Massnahmen unberührt, sind doch weder Connaly-Bill noch das Gesetz zur Beschränkung der Einfuhr auf Grund der NRA-Gesetzgebung erlassen worden. Was aber die staatliche Kontrolle der Rohölproduktion anbetrifft, so wird man zugeben müssen, dass sie bis heute trotz allen Massnahmen keine ernsthafte Bedeutung erlangt hat, denn den Outsidern war es stets möglich gewesen, über ihre Quote hinausgehende Produktionsmengen auf den Markt zu werfen. Die Kontrollmisserfolge beruhen zum grossen Teil auf der Uebertragung der Kontrollrechte auf die einzelnen Bundesstaaten. In einzelnen Staaten haben allerdings die Kontrollen gut funktioniert wie in Texas, Oklahoma, Kansas und New-Mexiko, die auch eigene Gesetze zur Regelung der Produktion erlassen haben und welche auch weiterhin in Kraft bleiben werden. Eine Ausnahme macht in dieser Beziehung hingegen Kalifornien, wo keine, die Erdölproduktion regelnde Gesetzgebung besteht und in welchem Gliedstaat alle Massnahmen, die bisher zur Regelung der Rohölausbeute erlassen wurden, auf freien Vereinbarungen fussen. Durch das Ende des Codes ist auch das für Kalifornien getroffene Marktabkommen hinfällig geworden, so dass dieses Gebiet in Zukunft jeglicher Kontrolle entbehrt. Einzelne kleine Produzenten haben denn auch schon begonnen, im Rahmen der Kapazität ihrer Felder die Förderung zu steigern, so dass in der nächsten Zeit mit niedrigen Rohöl- und Benzinpreisen an der Pazifikküste zu rechnen sein wird. Um einem neuen Preiskampf vorzubeugen, der sicherlich von den kalifornischen Erdölfeldern her droht, sind Versuche im Gang, auf freier Grundlage ein Uebereinkommen zustande zu bringen, das ein rasches Wiederansteigen der Produktion verhindern soll. Wenn es gelingt, ein derartiges Gesetz durchzudrücken, so soll auch das kalifornische Marktabkommen erneuert werden. -my- Vom englischen Automobilmarkt. Im Gegensatz zu den kontinentalen Motorfahrzeugmärkten pflegt der britische bekanntlich im Monat März den Höhepunkt zu erreichen. Die bereits im Februar beobachtete Absatzbelebung hat sich auch im März leicht fortgesetzt. Mit 42,517 neu in den Verkehr gebrachten Wagen wird die entsprechende Zulassungszahl des Vormonats um -rund 70 Prozent übertroffen. Im Vergleich zur vorjährigen Parallelperiode verzeichnen speziell die Personenwagen einen bemerkenswerten Zuwachs von etwa 4500 Einheiten. Demgegenüber hat das Lastwagengeschäft nur unwesentlich angezogen. Immerhin schliesst das diesjährige Ergebnis mit einer Zunahme von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahre ab. Im Durchschnitt aller Wagengattungen beträgt die Steigerung der Zulassungen im März 19 Prozent und stellt sich somit auf die Höhe der Vorjahresquote. Im Mittelpunkt des gegenwärtigen Interesses am britischen Automobilmarkt steht die Entwicklung des Automobileinfuhrgeschäftes. Während der Import im Vorjahre durchschnittlich 4 Prozent der Personenwagenzulassungen ausmachte, stieg er im März 1935 auf 5,5 Prozent und dürfte nach den für den Monat April bekannt gewordenen'Zahlen die Höhe von 7 bis 8 Prozent erreichen. Während im Jahre 1930 noch 9751 Personen- und 1527 Lastwagen eingeführt wurden, ging in der Folge der Import sehr stark zurück, so dass dieses Jahr eine scharf umrissene Epoche im englischen Autoeinfuhrgeschäft abschliesst. Hand in Hand mit der Verdrängung der ausländischen Motorfahrzeuge in den folgenden Jahren wuchs das Selbstbewusstsein und die Ueberzeugung, dass das englische Automobil dem ausländischen überlegen sei. Diese Vorstellung wurde in den Jahren 1931 bis 1933 derart den weitesten Kreisen des britischen Volkes eingehämmert, dass auch ausgezeichnete und konkurrenzfähige ausländische Produkte gegen diese Voreingenommenheit nicht mehr aufkommen konnten. — Selbstverständlich musste sich diese Entwicklung in der Einfuhrbewegung von Personen- und Lastwagen widerspiegeln. Im Jahre 1931 stellte sich der Personenwagenimport auf 2118 Einheiten öder um 7633 Wagen weniger als im Vorjahr, während die Lastwageneinfuhr nur in kleinem Umfang auf -1490 Einheiten zurückging. 1932 verzeichnet wieder ein leichtes Anziehen der Personenwagenimporte auf 2762, wogegen die Einfuhr der Lastwagen mit 310 Einheiten ausgewiesen wurde. 1933 hat der Import von Personenwagen auf 3619 Stück zugenommen bei einer gleichzeitigen Zunahme des Lastwageneinfuhrgeschäftes auf 400 Einheiten. Seit 1934 ist dieses psychologische Hemmnis augenscheinlich überwunden, stieg doch in diesem Jahr die Personenwageneinfuhr auf 10,178 Stück an, wogegen allerdings die Lastwagenimporte auf 315 Einheiten zurückgingen. Es hat den Anschein, als ob der englische Automobilist sich in letzter Zeit in stärkerem Masse dem amerikanischen Motorfahrzeug zuwandte, stellen doch amerikanische Produkte das Hauptkontingent der britischen Autoeinfuhr dar. Während in den ersten 4 Monaten des Jahres 1934 nur 2261 Wagen importiert wurden, stieg in der diesjährigen Parallelperiode die Personenwageneinfuhr auf 6262 Stück, so dass man recht gespannt die weitere Entwicklung verfolgen darf. Wird die englische Automobilindustrie diese Symptome richtig werten und zu moderneren und stärkeren Wagen übergehen, wie dies die Regierung in der Neustaffelung der Steuersätze, in richtiger Erkenntnis der Sachlage selbst, befürwortet hat, oder bricht wiederum eine Epoche heran wie diejenige vor 1930, woselbst das ausländische Produkt einen erheblichen Anteil an der Befriedigung des englischen Automarktes hatte? Was das englische Automobilausfuhrgeschäft anbetrifft, so schliessen die ersten vier Monate dieses Jahres mit einem Ausfuhrzuwachs von 15% bei den Personenwagen, resp. von 10% bei den Lastwagen. a Die Insassenversicherung im. Urteil unserer Abonnenten. Herr E. H. in H. schreibt uns: «Ihre Versicherung bedeutet eine wirkliche Wohltat für alle Automobilisten. Mit dieser Institution haben Sie eine schon längst empfundene Lücke ausgefüllt. Es scheint mir Pflicht der Automobilisten zu sein, Ihnen für Ihre diesbezügliche Arbeit den wärmsten Dank auszusprechen, und sich durch möglichst zahlreichen Ansohluss erkenntlich zu zeigen. Ich überlasse es Ihnen, meine Zuschrift zur Aufmunterung für die übrigen Automobilisten in Ihrem Blatt zu veröffentlichen.» •A»& Autoabbruch Bern - Ostermundigen, Hans Zysset liefert Ihnen sofort gebrauchte Bestandteile, wie: Motoren, Getriebe, Achsen, elektrische Apparate für alle Arten und Marken, Standmotoren für Landwirte, fertig mit Gestell und Rädern. 11377 Teleph. Aufruf Nr. 41.172 und Sie werden bedient. an Ihren Autotouren bereitet Ihnen erst das solid konstruierte Rolldach TÜSCHER CIEL-OUVERT. Es schafft das Entweder-Oder zwischen drückender Hitze, öliger Luft und Durchzug, sowie Staub aus der Welt. 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