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E_1935_Zeitung_Nr.051

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12 AUTOMOBIL-REVUE

12 AUTOMOBIL-REVUE 1935 — N° 50 ELECTRO-P1STOL „Potz, wie das glitzert, potz, wie das glänzt I Schon wiederetn neuer Wagen. Herr Kollega?" «Bewahre, er ist ganz einfach mit Standard- Super-PolvsM W poliert" m eilen Garagen erhältlich. Nicht Oel verlangen, sondern ausdrücklich „BP" Motor Oil uDerpousn So wie die Spiralbohrer an der Bohrmaschine sind de •IT der Drehbank die einzig wirtschaftlichen, stets gebrauchsfertigen Drehstähle, und daher ebenso unentbehrlich. Ed. Jfanger, Werkzeugfabrik, Uster ^ZÜRICH- ZURICHSEE Hotchkiss Studebaker Binelli & Ehrääm Ä.Q., Stampfenbachplatz 48-66, ZUR Tag und Naoht geöffnet HINWIL Neugummierung mit Sommer- u. Winter-Profi! GARAGE MÜHLEHALDE Spezialist für Chevrolet, Essex und Oldsmobile Ummattalstr. 153 H.Brunsohwiler Tel.67.044 ZÜRICH 4 LEEMANN & CIE. ZÜRICH . Vertretung und Service: Grotsgarag« und Auto-Werkstatt« Löwen Gross-Garage Zürich 8 B. Frick & Co. PNEUMATIK-HAUS Dofourstr. - Ecke Krenzstr. Telephon 21.333 FERODO ICH VU LKAN IS • ERANSTALT PNEUSERVICE PROFILRILLEN Telephon 981.275 — E. MUQOLER, Mitglied T.C.S. ZÜRICH-HÖNGG Löwenstr. 11/17 G.VELTIN Tel. 53.929 Brems- & Kupplungsbeläge •rhöhtn di« Sicbarhtit Ihres Wag«ns Autogarage u. Reparaturwerkstätte Verkauf von Autos und Zubehör Rasche, fachmännische Be- Werdstr.108 und dienung Birmensdorfersir.55, ZumFlorhof, Tel 51.473 i r KALTE- UND WÄRMERISSE können nach dem patent. „Kaltschweiss"- Verfahren ! in einer Stunde ! repariert werden ZÜRICH Tel. 62.315 Werke für Metallisierung «Die Druckerschwärze hat ihre Pflicht getan», so schrefbf uns einer unserer Leser, der seinen Wagen in der Automobil-Revue zum Verkauf ausgeschrie« ben hatte; «der Wagen ist verkauft, das Inserat soll nicht weiter auf genommen werden.» Es bewahrheitet sich immer und immer wieder: Cine'Kleine flnseigein der "fluloniobil-Rewue" lohnt sich Geschäftsstellen der Automobil-Revue: Bern, Breitenrainstr. 97. Tel. 28.222. Zürich, Löwenstr. 51. Tel. 39.743/44 Inserate auch telephonisch. m bannt die Scblenderoelabri Auskunft, Prospekte, Gleitschutz-Service-Stellen-Nachweis durch M Ü L L E R & C o . , Haldenstrasse 23, LUZERN, Telephon 22.244 ORIGINAL-FABRIK-RADER ALLE AMERIKANER Sofort lieferbar ab Lager Zürich Drahtspeichen-. Holz-, Scheiben- und Stahlräder - Telephon 39.764 URANIA-ACCESSOIRES, ZÜRICH Filiale Neuchätel, Telephon 43.67 Solothurn. Telephon 20.42 Versand postwendend Druck, Gliche« und Vorkg: HALLWAG A^G, Baucnofa« Buchdrucker« und Wacnerscbe Verlagsanstah, Bern.

Bern, Dienstag, 25. Juni 1935 HL Blatt der „Automobil-Revue" N*>&1 lUngang, mt Tlleascheft...» Ein Streich des Freiherrn Adolf von Knigge. Weimar, im Jahre 1785. Im .grossherzoglichen Schloss ist eine glänzende Gesellschaft' versammelt An den langen silberbeladenen Tafeln sitzen die Vertreter der Kunst, der Wissenschaft, der Regierung und der holden Weiblichkeit beim Souper. Freiherr Adolf von Knigge flirtete, wie immer über beide Ohren verliebt, mit der entzückenden jungen Hofdame ihm gegenüber^ Aber die Unterhaltung verläuft ziemlich einseitig. Das vornehme eitle Fräulein verspürt nicht die geringste Zuneigung für den als Luftikus bekannten Habenichts und Bücherschreiber und erwidert seine Annäherungsversuche mit kühlem Hochmut. Und so gibt der Freiherr schliesslich sein hoffnungsloses Bemühen in plötzlich aufsteigendem Aerger über das geziert tuende Ding auf. Aber da bemerkt er etwas Seltsames: Das Hoffräulein macht sich heimlich etwas unter dem Tisch zu schaffen... Knigge späht vorsichtig unter das Tischtuch und sieht, wie die Dame einen ihrer zierlichen Stöckelschuhe vom Füss abstreift. Er drückt offenbar, weil er zu eng ist. Kurz entschlossen streckt Knigge seine Beine aus und schiebt das Schühlein langsam zu sich heran, lässt dann seine Serviette fallen, bückt sich nach ihr und steckt dabei das winzige Ding in seine Rocktasche. Das Souper ist beendet, alle stehen auf, im grossen Saal erklingen schon die ersten Tanzweisen. Nur das Hoffräulein sitzt vereinsamt auf ihrem Stuhl im Speisesaal, hat ein puterrotes Gesicht und sucht verzweifelt nach dem verlorenen Schuh. Die Gesellschaft wird allmählich aufmerksam auf die seltsame Dame an der langen, leeren Tafel. Und schliesslich tritt ein Kavalier zu ihr und fordert sie zum Menuettwalzer auf. j, Die Hofdame wird noch röter, stammelt etwas von Müdigkeit und fährt wild mit einem bestrumpften Füsschen unter der Tafel herum. Aber der Ausreisser bleibt verschwunden. Doch in diesem Augenblick erscheint ein goldbetresster Lakai. Auf hocherhobenem, silbernem Tablett trägt er einen merkwürdigen Gegenstand in den Saal: einen zierlichen Stöckelschuh. ..* Die Versuchung des Joos Utenhoven. (Fortsetzung au3 dem Hauptblatt.) «Wenn ich recht verstehe: Sie sind verfeindet?» «Verfeindet —? Nein — das ist wohl nicht das rechte Wort —» Herr Köpke nahm es für ein Zugeständnis. Er fragte: «Und wie war das mit der Frau? — Hat Ihre Frau Ihnen etwas davon gesagt oder angedeutet, dass sie Besuch erwarte, eben den Herrn Rave —?» «Nein —.» «— und Ihre Frau hat auch gewusst, dass Sie -?» «Sie hat gewusst, dass Herr Rave in unserem Hause nichts zu suchen hatte.» «Hm —.» Herr Köpke schwieg und strich sich mit. dem Daumen und dem Zeigefinger seiner kurzen offenen Hand zwei-, dreimal eilig aufwärts bürstend seinen Schnurrbart hoch. Mit einer kurzen Wendung kehrte • er sich dann Fred Rave wieder zu. Die Stimme hatte plötzlich einen andern Klang: «Warum sind Sie heute hierher gekommen?» Der Angerufene, der mit gesenktem Blick vor sich hin gestarrt'hatte, fuhr auf. Er war verwirrt und. aufgestöbert, stiess hervor: Einzug des Sommers in unseren Alpen. my Idyllischer Weg bei Adelboden; im Hintergrunde d der Grosslohner. (Photo Gyger.) Vor dem Hause zur QueCäuf Heiletsboden stehen zwei kleine Bergwagen, * schon teilweise mit Hausrät beladen. Immer noch trägt man allerlei Sachen aus den.scheinbar unerschöpflichen Stuben und Kammern heraus, Spiegel, Wandbilder, Küchengeräte, gefüllte Schubladen, die in die bereits fest- «Warum? warum ich —? Nun — ich kam vorüber, und ich dachte —» «Was dachten Säe? Vielleicht dass um halb zehn Uhr vormittags die richtige Zeit sei, um Besuche abzustatten —? Ihr Kommen muss doch einen bestimmten Zweck gehabt haben?» Fred Rave schluckte, seine Hände flatterten in einem hilflosen Erklären hoch, er blickte scheu hinüber zu Joos Utenhoven: «Wir haben uns doch einmal nah gestanden —» Aber der drüben rührte nur hart abweisend den Kopf,, das hiess klar, unumstösslich: nein — und es gibt keinen Weg und keine Brücke zwischen ihm und mir. Und Herr Köpke, der die Bewegung mit 1 . den wachsam umflitzenden Augen fing, fuhr mit der kurzen Hand quer schneidend durch die Luft und sagte: «— hält nur auf! — Aber soll ich Ihnen sagen, was Sie gedacht; haben, Herr Rave? Sie. dachten, dass Sie jetzt, halb zehn Uhr vormittags, Herrn Utenhoven, dessen Gewohnheiten Sie kennen, todsicher nicht mehr zu Hause finden wür-> den.» Fred Rave schüttelte den Kopf — so heftig warf er ihn herum, dass die Strähnen' seiner Haare wippten. Er stiess empört her-- vor: «Wie kommen Sie dazu —!» Die helle... Stimme überschlug sich — brach ihm ab. \ Aber das alles wirkte trotz der augenfällig echten inneren Erregung doch nicht ganz. Die Gäste sind aufs höchste verwundert. Der Diener aber geht mit undurchdringlicher Miene durch ihre Reihen in den Speisesaal. Der Hofdame bleibt schier das Herz stehen, als sie ihren Schuh auf dem Tablett erblickt. Der Lakai aber tritt auf sie zu, überreicht ihr den Schuh und spricht mit einem tiefen Bückling: «Dieser Schuh wurde soeben von einem Boten für Mademoiselle abgegeben. Die gnädige Demoiselle hätte ihn zu Hause vergessen...» Das eitle Fräulein ergriff, bebend vor Scham und Zorn, ihren Schuh, streifte ihn flugs über den Fuss und enteilte, während sich alle Gesichter im Saal zu lachender Schadenfreude verzogen. Jeder aber wusste, wem das Dämchen diese peinliche Blamage zu verdanken hatte... foe. ^vtqhdmat in Hot ...... Von Alfred Hüggenberger. Sicher, trug in sich irgendwo etwas Verhülltes, einen Bruch. Der Kommissar sah ruhig auf den aufgewühlten Mann.- ; Nach einer Weile meinte er schliesslich : .«Sehen Sie mal, Herr Rave — ich muss hier doch meine- Pflicht erfüllen. Dabei können Sie mir vielleicht helfen — und das kann doch auch in Ihrem Interesse sein — is' so?» 1 Ein wenig ruhiger wurde der andere. Man sah, wie er da bleich: und unruhvoll im Seitenlicht des Fensters stand, an seinem Rocke rückte, mit, den Fingern über seine Schläfe glitt: er suchte sich zu sammeln. Am Ende nickte er-:'«Nun — bitte — ja —: Was wollen Sie —» Und Herr Köpke schob breit sein Kinn vor, sagte: «Also. Wie ist nach Ihrer Meinung die Frau Utenhoven umgekommen?» Da wurde das Gesicht dieses umstellten Mannes- wieder - zur gequälten zuckenden Larve* Aber noch einmal riss er sich zusammen : «Nachrmeiner-Meinung?-Ich — nun ja — das; Leben hat sie sich, genommen!» : «Sie* glauben: also auch an Selbstmord?» «Ja, "was denn sonst?! ! » Und : plötzlich, überwältigt von seiner Erschütterung, wandte er. sich und warf sich in den Ledersessel, in dem er erst gesessen hatte, und barg laut aufschluchzend sein Gesich in die Hände. nä Pension. Ühtfer Kommoder eingeschoben werden. Es ist eine gewisse; Eilfertigkeit im Hinund Widergehen der Menschen. Die Luft ist schwül, es kann am Nachmittag ein Gewitter geben. Abschiedsstimmung, es fällt kein Scherzwort. Der Auszug steht unter Zwang, denn der B e r g droht, weil ein übelgesinnter Nachbar den Schutzwald ob deim alten Heimwesen geschlagen hat. Wohl scheint die Gefahr noch nicht unmittelbar bevorzustehen, aber sie schwebt über dem Hause wie das Schwert am Faden. Es haben» sich hoch am Steilhang Risse gezeigt. Hannes Fryner hat Wunn und Weide an eine Sömmerungsgemeinschaft verkauft und eirinkleines Gut auf der Sonnseite des Berges erworben. Endlich ist der grösste Teil'der Habseligkeiten verstaut und geborgen. Hannes 1 geht noch einmal nachprüfend um beide' Wägen herum und zieht da und dort einen ; Bindestrick fester an. Inzwischen haben- die zwei neuen Nachbarn, die sich freundlich" zum Hilfsdienst angeboten, die Gespanne aus dem Stall geholt. Der Bauer steht jetzt neben seiner Frau unter der Haustüre. « Also, lasst euch Zeit, es hat ja keine Eile. Ich bin um 4 Uhr mit einem Wagen zurück, und dann wollen wir in Gottes Namen vom Heiletsboden Abschied nehmen. •* Er geht nach dem Brunnen hinüber, um einen Schluck Wasser zu trinken. Die grauen Bergochsen haben bereits angezogen, die Fuhrwerke bewegen sich auf dem dürftigen Strässchen gemach der neuen Heimat entgegen. Fryner schreitet gesenkten Hauptes hinterher, er sieht sich nie um. Ihm ist, als beobachte der Berg sein Tun heimlich mit finstern Blicken. Beth und Eveli sitzen auf dem Hausbänk- Iein; die Mutter steht, an die Holzwand gelehnt, neben ihnen, den Jüngsten an der Hand. « Gelt, Mutter, es ist auf der andern Seite vom Berg^ auch schön ?» fragt und tröstet Hansli treuherzig. Sie kann ihm nicht antworten, sie drückt ihm nur leise die Hand. — Im ausgeräumten Hause wird nun wacker geschrubbt und gebohnt, das Heim zur Quell soll in Ehren verlassen werden. Auch Bethli rührt sich schon fleissig. Der Knecht Felix - trägt Wasser zu. Nachdem er am frühen Nachmittag wieder einmal nachdrücklich nach dem Wetter ausgeschaut ha^, macht er sich rasch in die Stube hinein, wo.'Ffau Eva eben damit beschäftigt ist, weissen Sand auf die blanken Dielen des Fussbodens zu streuen. « Wenn sie nur drüben noch alles unter Dach bringen », sagt er besorgt. « Es Still war es jetzt — still, bis auf dieses Schluchzen, das den Raum durchzitterte. Das Fräulein Lilly Erler drückte beide Hände mit dem zu einem kleinen runzeligen Ball zerdrückten Tüchlein an ihre Brust: entsetzlich aufregend war das doch —. Und warum sie den Armen jetzt nicht in Ruhe Hessen, wenn er doch ohnehin schon alles sagte, was er wusste —! Herr Schwieger aber vor dem Schreibtisch drehte wieder langsam den Kopf, dass sich die feisten Falten seines Nackens zu neuen Ueberschneidungen gruppierten. Die Füllfeder hielt er, bereit, den Fortgang aufzuzeichnen, zwischen seinen Fingern. Die Bäckchen blühten. Ein Blick seines behaglich selbstzufriedenen Gesichtes traf in die Augen des Kollegen und traf da auf ein zustimmendes Nicken : Es war schon richtig so, und man war auf dem rechten Wege — Herr Köpke trommelte den Hohenfriedberger auf dem Buchara. Nur jetzt nicht drängen, dachte er — vielleicht ist jetzt schon Schluss. Und er sah ungerührt über die müden, mitleidschweren Judenaugen des alten Herrchens hin, der da in der Ecke neben dem Marmorsockel mit dem Reiterstandbild stand, und dessen Finger ruhlos an der dünnen Uhrkette spielten. Er wartete, ob da aus diesem stiller werdenden Schluchzen sich nicht doch noch eine Erklärung, ein Geständnis lösen werde. (Fortsetzung Seite 20.) Keine Kurtaxe TELEFON: STECKBORN N211 fH inT\ I I PERS.LEJTUNG:PETER WIELAND VJl I I w W n kA r*c ^ Ä zwischen Steckborn tCl oCv und Mammern Keine Kurtaxe