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E_1935_Zeitung_Nr.051

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kommt bös über die

kommt bös über die Pfandegg herauf. Ich meine, wir sollten die Läden aufziehen.» Eva sieht erschrocken auf. «Ja — ist es schon so weit ? » « Geht, seht selber ! » Ohne auf den Befehl zu warten, stapff der Knecht draussen eilfertig die Stiegen hinauf, um droben nach dem Rechten zu sehen. Und bereits fällt dumpfes Grollen in die schwüle Stille herein. Die Frau ist kaum vor das Haus getreten, so schlägt sie die Hände über dem Kopf zusammen. « Hilf Gott — was will das werden ? > Von Westen rückt eine schwarzgelbe Wand heran, von grellen Blitzstrahlen durchzuckt. Die ersten Tropfen fallen, mit groben Hagelkörnern vermischt Das Taglicht wird stumpf und tot, ein plötzliches Einnachten meldet sich. Hinein in die Stube ! Die Läden herauf! Schon hämmert und klirrt es, ein paar nussgrosse Schlössen liegen auf dem gehöhnten Fussboden... Sturm wacht auf, Sturm ! Haltet zusammen, ihr Wände und Bohlen ! Hagel trommelt an die Läden : Aufmachen ! Der jüngste Tag! Wollt ihr in eurem Binsenhaus der heiligen Gewalt spotten, Wir legen um! Widerstand ist uns Hohn ! Die fünf Menschen sitzen zusammengekauert auf der Ofenbank. Die Kinder schluchzen und weinen. Der Knecht Felix sagt zu ihnen : «Fürchtet euch nicht, es hat auch schon so getan.» Eine halbe Stunde — eine Stunde — — gibt es kein Helfen mehr ?... Der Hagelschlag hat nun zwar nachgelassen; aber ein Wassertosen ist ums Haus, wie wenn ein Fluss seine Schleusen durchbrochen hätte. Eva geht in den Hausgang, um durch den Türspalt einen Blick hinauszutun. Sie sieht nur an eine graue Mauer hin. Es ist kein Regen, es ist eine lebendige Wasserwand. Und jetzt kommt es gelb und schlammig auf dem Boden daher, ein Strom von flüssigem Lehm mit. Holz und Steinen vermischt. Sie vermag die Türe nicht mehr ins Schloss zu schlagen, die dicke Flut wälzt sich in den Hausgang herein, die Frau kann mit knapper Not in die Stube entrinnen. Man hört, wie sich das Ungeheuer draussen in die Küche hineinfrisst und durch die zerbrochene Gadentüre tosend wieder hinausstürzt. Es kann nicht anders sein, der Berggeist sitzt auf dem hohen Kamm des Wetterstuhles. Die Zornrute in der Faust, ruft er allen bösen Dämonen schauerlichen Befehl zu: « Brecht hervor, brecht immer wieder hervor ! Der Tag ist euer! Rennt die Felsen an ! Giesst Wasser in die Spalten des Erdreiches! Schafft, dass der feste Boden birst! Habt eure Lust am grässlichen Werk ! Das Haus erzittert vor dem Wasserschwall, der es durchströmt. Die Menschen in der Stube sind ganz still geworden; nur der kleine Knabe wimmert leise und Iässt immer wieder seinen tiefsten Herzenswunsch laut werden : « Wenn nur der Vater da wäre ! » Frau Eva hält ihn fest in die Arme gepresst und spricht ihm tröstend zu: «Bis nur still, es wird jetzt bald aufhören.» Ja, es Iässt nach. Das schwere Unwetter hat sich an seiner eigenen Wut erschöpft, fast von einer Minute auf die andere hört der Guss auf. Aber als Felix jetzt einen Laden herunterlässt, bietet sich den Aufatmenden ein trauriger Anblick dar. Auf der Wiesenmulde unter der von Erdschlipfen arg verwüsteten Brockenweide dehnt sich ein gelber See,"und immer noch stürzen tosende Bäche über die Steilhalde herab. Plötzlich schreit Bethli kreischend auf: < Die Stube läuft, die Stube läuft! » Sie hat sich nicht geirrt: das Haus zur Quell gleitet mit Grund und Boden langsam niederwärts. « Kommt! > ruft Frau Eva, « kommt! » Sie fliegt mit dem Knaben in den fusstief mit Schlamm bedeckten Gang hinaus aber vor der Haustüre klafft ein Erdriss, der jetzt langsam breiter wird und das gelbe Wasser des Sees gierig schlingt. Gleiten, langsames Gleiten. Die Mutter betet laut, und die Kinder klammern sich schreiend an sie. Ein Glas mit Blumen fällt vom Tisch, weil dieser nicht mehr auf ebener Fläche steht. Eveli geht hin und hebt das Glas auf. «Es hat ihm nichts gemacht», sagt es unter Tränen lächelnd. Als hätte das Unheil allein auf dieses Kinderlächeln gewartet, kommt nun der Erdschlipf mit einigem Schüttern und Krachen zum Stillstand. Die alten Tannen und Buchen auf der Höhe der Bärwand haben seine Wucht aufgehalten. Durch die seitliche Gadentüre findet sich ein Weg ins Freie und auf den festen Boden hinüber. Gerettet!... Das Haus zur Quell steht da, wie von Gott selber gerichtet. Es ist, als müsste es plötzlich einen grässlichen Schrei ausstossen. Keinen Hilferuf, eine gellende Anklage. Nein, es bleibt stumm. Nur ein Aechzen geht hin und wieder durch das gequälte Gebälk, das nun auch die Last des mit ihm gleichsam verwachsenen Ahornbaumes nebenan tragen muss. Er hat sich schwer auf das Dach hingesenkt Freigelegtes Wurzelwerk starrt fragend in den leeren Raum. Auch in seiner bittern Not tut das Haus dem Baume den Gefallen gern. Das ist der Dank dafür, dass er. es hundert Jahre hindurch geschützt hat Die diel Visionen des Tttautfate* Verärgert und müde sassen wir im Halbdunkel der Jagdhütte und trockneten unsere Kleider am prasselnden Feuer. Draussen 5 ' brauste der Sturm über die Alm, dichter £ Regen trommelte gegen die Läden. Drei anstrengende Tage in Nässe und 1 Kälte, ohne Wild auch nur gesehen zu haben, das war für leidenschaftliche Weidgesellen Grund genug, in grämlichster Stimmung zu sein. Nur langsam tropften die Gespräche dahin, bis sie unversehens von der Erde fort ins Metaphysische gerieten. «Ich will euch eine Geschichte erzählen», begann der sonst so schweigsame Dr. Mauthner, «die hierher gehört, in diese stürmische Nacht, in diese ächzende Hütte, in diese un- AUTOMOBIL-REVUE 1935 - N» 51 heimliche Atmosphäre Ich will keinen überzeugen, aber ich habe es selbst erlebt, nüchtern, einwandfrei! Ich erzähle nur Tatsachen — kombinieren müsst ihr selbst!» «Im Herbst vor drei Jahren geschah es das erste Mal!», so begann er. «Ich war damals zur Hochwildjagd meines Freundes Hohner eingeladen und wohnte in einem Nebengebäude des Gutshauses. Jeden Morgen, vor Sonnenaufgang, weckte mich der Wildhüter, indem er mit seinem Stock an die Fensterläden klopfte. Wieder einmal zerriss sein Klopfen meinen bleiernen Schlaf. Jäh sprang ich aus dem Bett und öffnete die Läden! Es war stockdunkel draussen. Feuchter Nebel umzog das Haus, der nahe Wald rauschte und stöhnte. Gerade wollte ich die • Fenster wieder schliessen, weil ich glaubte, geträumt zu haben — da war mir's, als hörte ich vom Zaun her das Stampfen eines Pferdes. Ich strengte meine Augen an. Nichts. Plötzlich trieb der Wind die Wolken für einen Augenblick auseinander und bleiches Mondlicht fiel auf den Weg. Jetzt sah ich es genau : Ein dunkler, schlanker Herr hielt ein Pferd am Zügel und kam ziemlich nahe auf mich zu. Dann stand er unbeweglich vor mir und pfiff ein Lied vor sich hin. Sein Gesicht war milchig-weiss, die Hände knochig-lang. Er nickte mir zu und grinste mich an. Ein Schauer durchfuhr meinen Körper. Ich stand wie gebannt. Als er mir winkte, hielt es mich nicht länger, ich stürzte hinaus. Das eingerostete Schloss gab nicht gleich nach, und das war mein Glück. Denn als ich endlich ins Freie trat, sauste um Zentimeterbreite eine donnernde Last an mir vorbei zur Erde. Der Luftdruck riss mich mit zu Boden, aber ich wurde nicht verletzt Und nun sah ich, was geschehen war: Eine uralte morsche Eiche war in sich zusammengebrochen und hätte mich fast erschlagen. Der Reiter stand noch immer am Zaun. Als ich ihm etwas zurufen wollte, lösten sich seine Konturen in Schatten auf. Dunkel und still war wieder die Nacht. Später legte ich mich ins Bett und schlief lange nicht ein. Als ich am Morgen erwachte, es war ein Regentag, an dem nicht geweckt wurde, glaubte ich zu nächst, das Ganze geträumt zu haben. Als ich aber dann den zerschmetterten Baum liegen sah, gab's keinen Zweifel mehr: Der Spuk war Wirklichkeit! — Eine unbegreifliche Geschichte, gewiss, und ich zergrübelte mir lange darüber den Kopf.» " Mauthner nahm einen tiefen Schluck aus seinem Glas, schloss für einen Moment beide Augen, dann begann er aufs neue: «Ein Jahr später war's, genau auf den Tag ein Jahr! Ich war geschäftlich in London und wohnte im «Continental». Da ich meine Arbeit zu einem guten Abschlüss geführt hatte, kehrte ich in glänzender Laune ins Hotel. zurück, um mich fürs Theater umzuziehen. In der Halle war reges Leben. Musik kam aus der Bar, hundert Lichter brannten. Eine Situation also, die weder spukhaft noch unheimlich war. Da ich im vierten Stock wohnte, wartete ich auf den Lift. Es dauerte ein Weilchen. Als er endlich kam, hatten sich eine Menge Leute angesammelt und im Nun war der Fahrstuhl besetzt Schon wollte ich mich noch hineindrängen, da — da sah ich ein milchig-weisses Gesicht. Ein dunkler, schlanker Herr stand in der ersten Reihe der Gäste. Er verbeugte sich spöttisch, seine knochigen Hände machten dabei eine einladende Geste. Mit übermenschlicher Kraft versuchte ich, den Bann, der mich gefangen hielt, zu brechen, die Glieder wurden mir dabei schwer wie Blei, alles versank in dichte Schleier um mich herum — aber in letzter Minute gelang mir doch noch das Unmögliche: ich machte kurz kehrt und eilte die Stufen der Treppe hinauf. Die Beine zitterten mir dabei. Der Fahrstuhl glitt leise an mir vorbei, in seinem gläsernen Käfig aufwärts. In der zweiten Etage hörte ich ihn einen Moment halten, dann fuhr er weiter. Da plötzlich ertönte über mir ein unheimliches Knacken, ein knirrschendes Dehnen und Zerren, dann kam ein langhinkrachendes Zerreissen — in der gleichen Sekunde sauste der menschengefüllte Kasten an mir vorbei in die Tiefe. Das ganze Haus erzitterte beim Aufschlagen. Die grässlichen Schreie, die der eisigen Stille folgten, Hessen mich ohnmächtig zusammensinken Nach zwei Stunden war alles wieder vorbei. Der Hotelverkehr wickelte sich in gewohnheitsmässiger Ruhe ab. Ich sass in der Halle, und alle gratulierten mir. Und mit einem Zynismus, der heute noch an meinem Herzen frisst, sagte ich halblaut vor mich hin: «Entwischt, alter Junge — gerade noch entwischt —!» Der dunkle, schlanke Herr war übrigens nicht unter den Opfern. Wie ich erfuhr, war er bereits in der zweiten Etage ausgestiegen.» Das Feuer war am Verlöschen. Der Erzähler sass aufrecht da. Er lächelte ein kleines Lächeln. Später, als er schon auf dem Heu lag, drehte er sich nochmals herum und sagte: «Vergesst den dreizehnten des kommenden Monats nicht, dann ist's genau das dritte Jahr » Und doch hatten wir den Abend in der Jagdhütte längst vergessen. Die Dinge des täglichen Lebens hatten die Spukgeschichte ausgelöscht und verweht Vielleicht hatten wir wir auch nicht recht daran geglaubt Da passierte die Sache mit der «Reliance»: Auf dem Luxusdampfer der Nord-Linie brach auf unerklärliche Weise Feuer aus. • Unter den Opfern war auch unser Freund Mauthner. Die Flammen hatten ihn im Schlaf überrascht und fast zur Unkenntlichkeit verbrannt. Alle Zeitungen brachten spaltenlange Berichte. Wir kauften jedes erreichbare Exemplar. In einem Bericht fanden wir die kleine Notiz: — kurz vor der Abfahrt in Southampton war ein dunkler, schlanker Herr an Bord gekommen, der auf den Namen Morus telegraphisch eine Kabine bestellt hatte. Es war die Kabine neben der unseres Freundes, wie wir feststellen konnten. H. K. 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IN» 51 — 1935 /"ÜTÖMOBTL-ffEVUE 15 Vo* neuem JCampf Von Hans Stuck. Noch sind Tripolis und Avusrennen nicht vergessen und bilden nach wie vor Gesprächsstoff für Beteiligte und auch Unbeteiligte. Wir aber rüsten schon wieder zu neuem Kampf. Sie werden verstehen können, , dass gerade ich ganz besonders darauf •* brenne, mich meinen Gegnern erneut zu stellen, denn ich hatte ja in diesem Jahre fürs erste reichlich Pech. Mein Auto Union-Rennwagen war glänzend im Schuss, die Maschine so schnell, wie ich sie haben wollte, der Motor und alles, was dazu gehört, tadellos. Ich fühlte mich meinen Gegnern überlegen — und doch brachten mich in Tripolis, wie auch auf der Avus unvorhergesehene Zwischenfälle um den erhofften Sieg. Aber ich bin deshalb bei Gott nicht entmutigt Im Gegenteil: mit um so grösserer Zuversicht sehe ich den neuen Kämpfen entgegen — schliesslich sind wir ja erst am Anfang der Saison, die bedeutendsten Rennen stehen noch bevor. Ich denke jetzt nur an den Grossen Preis von Deutschland, den Grossen Preis von Belgien, den Grossen Preis der Schweiz, den Grossen Preis von Italien, den Grossen Preis von Spanien, Coppa Acerbo, — abgesehen von den Bergrennen, die ich ja ganz besonders liebe. Ich wurde natürlich in der letzten Zeit von allen Seiten mit der Reifenfrage bestürmt, ein Thema, das plötzlich wieder ganz im Vordergrund des Interesses s'teht. Ich überlasse es aber lieber den eigentlichen Fachleuten, sich darüber zu äussern, denn schon diese sind um eine völlig befriedigende Antwort verlegen. Eines steht aber fest: die deutschen Rennwagen erreichten, was Zuverlässigkeit und Schnelligkeit betrifft, — selbstverständlich auch unter Verwertung der neuesten aerodynamischen Erkenntnisse — einen ungeheuren Vorsprung, dem sich die Reifenindustrie erst wieder auf Grund der gesammelten praktischen Erfahrungen anpassen muss. Dass daran fieberhaft gearbeitet und dies auch erreicht wird, ist meine feste Üeberzeugung. Theorien gibt es m. E. im Rennsport weniger denn je. Auch Vergleiche hinken. Das sah man gerade am besten auf der Avus. Mir wurde allenthalben zum Vorwurf gemacht, dass ich auf der Avus zu schnell gefahren wäre und dadurch meinen Sieg verschenkt hätte. Dem muss ich wiedersprechen. Ich habe mich im Vortraining überzeugt, dass die Reifen eine sehr hohe Geschwindigkeit aushalten und vertraute dieser Erkenntnis. Ich hatte dann beim Vorlauf im Rennen selbst Gelegenheit, nochmals die Probe aufs Exempel zu machen und habe ohne irgendwelche Schwierigkeiten die schnellste Runde des Tages mit 259 St./km gedreht, wobei die Reifen die 5 vorgesehenen Runden tadellos hielten. Ich bin dann im Hauptlauf bedeutend verhaltener gefahren — ca. 244/245 km Stunden-Geschwindigkeit, mit dem Ergebnis, dass sich schon in der dritten Runde der Protektor löste. Das gleiche Missgeschick ist mir dann noch zweimal zugestossen, wodurch ich natürlich soviel Zeit verlor, dass an einen Sieg nicht mehr zu denken war. Meinem Stallgefährten Varzi ging es.nicht viel anders. Er hatte schon im Vorlauf nach der vierten Runde Defekt. Seine Reifen hielten zwar dann im Hauptlauf fünf Runden bis zum vorgesehenen Wechsel, wobei die Reifen sich noch im tadellosen Zustand befanden. Die neu aufgelegten Reifen jedoch waren dann bei gleichem Tempo nach drei Runden hinüber, obwohl das Tempo von Varzi und Fagioli so ziemlich das gleiche war. Warum also die einen Reifen hielten und die anderen nicht, wird mir immer ein Rätsel bleiben. Wenn man eben Pech hat, ist nichts zu machen, und wer Glück hat, der kann lachen. Mit dieser Erkenntnis muss man sich als Rennfahrer ein für allemal abfinden. Schon in Tripolis verfolgte uns das Pech. Varzi sah gegen Schluss des Rennens schon als der totsichere Sieger aus. Bei der 35. Runde hatte er nach dem offiziellen Zeitprotokoll über zwei Minuten Vorsprung vor dem Zweiten (Caracciola) — entgegengesetzt viel verbreiteter irrtümlicher Darstellungen — als ihm der Protektor in hohem Bogen absprang und er nur mit Mühe und Not das in der Mitte der Strecke errichtete Reifen-Reserve-Depot erreichte und wechseln musste. Er erhielt dort einen Reifen mit zu starkem Profil, der der notwendigen Geschwindigkeit nicht gewachsen war und hatte nicht nur seinen grossen Zeitvorsprung eingebüsst sondern wurde erneut zu verhaltener Fahrt gezwungen. So konnte er nur als Zweiter das Ziel erreichen. Das war natürlich auch ausgesprochenes Missgeschick, gegen das eben nichts zu machen ist. Mit diesen Feststellungen will ich keinesfalls die Siege der anderen irgendwie schmälern. Ich will damit nur darlegen, dass zu jedem Rennen auch mit der besten und schnellsten Maschine eine Portion Glück gehört Mick in die Weit Moderne Stadt im Dschungel. Kürzlich ist die neue Hauptstadt von Britisch-Rhodesien, Lusaka, feierlich eingeweiht worden. Die Stadt ist mitten im Dschungel Afrikas buchstäblich aus dem Nichts entstanden. Vor vier Jahren strichen noch die "wilden Tiere auf ihrem Gebiet herum, bis die Regierung den Beschluss fasste, eine neue Hauptstadt Rhodesiens zu schaffen. Die bisherige Hauptstadt Livingstone lag nämlich viel zu weit im Süden der Kolonie und die Verwaltung wurde dadurch stark kompliziert. Im Jahre 1931 wurde der Grundstein der neuen Stadt gelegt. Seither arbeitete man Tag und Nacht, bis das Wunder inmitten des Urwaldes zur Wirklichkeit wurde. Es entstand eine ganz moderne Siedlung, die schon jetzt mehr als zwanzig Kilometer breiter und schön bepflanzter Strassen aufweist. Sogar eine aufgerauhte Asphaltdecke ist auf jeder Strasse vorhanden, um allen Erfordernissen des Automobilverkehrs zu genügen. Die Kanalisationsanlagen sind durchweg erstklassig; ausserdem sind ungefähr fünfzig Kilometer unterirdischer Kabelleitungen vorhanden. Die Erbauer Lusakas sind überzeugt, dass diese komfortable europäische Stadt inmitten des Dschungels schon in wenigen Jahren berufen sein wird, in der Entwicklung des schwarzen Erdteils eine grosse Rolle zu spielen. Zahme Schmetterlinge. Bisher konnte man glauben, dass Schmetterlinge sich nicht in der Weise beeinflussen lassen, dass man von einer Zähmung sprechen kann. Diese Auffassung wird aber von der Praxis mehr und mehr widerlegt Wenn man natürlich auch nicht von der Zähmung in weitgehendem Sinne oder gar von einer Dressur zu sprechen vermag, so steht doch fest, dass man gewisse Falterarten allmählich in einem grossen Grade zutraulich machen kann. Dabei greift man zu dem Mittel, die Falter durch Verabreichung von Süssigkeiten zu zähmen. Ein anderer Fortschritt auf dem Gebiete der Schmetterlingskunde kann darin gesehen werden, dass man Stinktiere unter diesen Geschöpfen festgestellt hat Es war schon immer bekannt, dass manche Schmetterlinge angenehme Wohlgerüche von sich geben. Bei den Düften, die der menschlichen Nase angenehm sind, wie man sie bei heimischen Arten an Weisslingen wahrnehmen kann, handelt es sich um die Anlockung des andern Geschlechts. Die « Stinktiere » dagegen 1 verwenden den unangenehmen Geruch als Waffe im Kampf ums Dasein, verschiedene tropische Arten verbinden den unangenehmen Geruch noch mit einem unangenehmen Geschmack, der die Vögel von dem Fressen dieser Schmetterlinge abhält. Schwachsinniges Mädchen wird — Gedächtnisphänomen. Ein seltsames medizinisches Phänomen wurde in der letzten Zeit an einer Londoner Klinik beobachtet. Vor einem Jahr wurde ein junges Mädchen, das seit seiner Geburt schwachsinnig war und an hysterischen Angstanfällen litt, in die Klinik eingeliefert. Man unterwarf sie einer besonders gründlichen Klar, und die Patientin begann langsam zu genesen. Die Angstanfälle wurden immer seltener und hörten schliesslich vollkommen auf. Gleichzeitig aber wurde eine erstaunliche Steigerung ihrer geistigen Fähigkeiten festgestellt. Nachdem sie vor kurzem als geheilt entlassen wurde, nahm man mit ihr eine Intelligenzprüfung vor. Die Ergebnisse waren verblüffend. Das früher schwachsinnige Mädchen, löste mathematische Aufgaben von solcher Schwierigkeit, dass es unter anderen Umständen jahrelangen Studiums bedurft hätte, um sie 'bewältigen zu können. Auch ihr Gedächtnis hat in erstaunlichem Masse zugenommen. Die Patientin ist imstande, von einem Buch, das sie nur einmal gelesen, nachträglich ganze Seiten aus dem Gedächtnis zu wiederholen. Die Aenzte halten sie für ein besonderes Gedäohtnisphänomen, und das Institut hat beschlossen, das Mädchen auf eigene Kosten ausbilden zu lassen. Reise um die Welt in 21 Tagen. Wie die Panamerican Airways berechnet, wird eine normale Reise um die Welt nach der Einrichtung eines fahrplanmässigen Flugverkehrs zwischen dem asiatischen Manila und dem amerikanischen San Francisco im Herbst dieses Jahres genau 21 Tage dauern. Wenn jemand von New York rund um die Welt reisen will, braucht er 4% Tage nach London, 12 Tage von London über Singapore nach Manila, 3 Tage von Manila bis San Francisco, und 18 Stunden von San Francisco bis New York. Es handelt sich aber dabei nicht um gewagte Kunststücke, sondern um eine behäbige Reise für jedermann. Sobald die Europäer ihre schwimmenden Häfen gebaut und England seine regelmässige Kolonialroute gelegt haben wird, wird die fahrplanmässige Zeit auf 8 Tage zusammenschrumpfen. [AütterAusflugsziele aus derMiiielschweiz, Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O; R. Wagners CH Touring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S: Besuchen Sie KURHAUS Laufenburg Schönste Lage am Rhein. 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