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E_1935_Zeitung_Nr.051

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20 AUTOMOBIL-REVUE

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Schweiss trat ihm feucht und glänzend auf die weisse Stirn — ein Irrlichtern lag in den dunklen Augen. Die Rechte Selbstmord handelt, erklären? Hat sie Ab-grifsichten dieser Art jemals geäussert?» Tasche seines Rockes, und dabei wiederholte jetzt verstohlen niedergleitend ta die Joos Utenhoven sah noch immer hart, verschlossen vor sich him Er sagte: «Nein, sie er: «— ja — ich stand erst im Flur —» Gespannt, bereit zum Ansprang sass der war wie immer, war auch nicht im geringsten Kommissar. Er dachte: Waffe—? Will er sich anders als an Jedem Tage.» — oder will er —? Und meinte ruhig, ohne «Wissen Sie, ob das Mädchen noch in der dass die Stimme aus ihrem feststellenden Wohnung war,, als Sie fortgingen?» Frageton glitt: «— und da haben Sie dann Der andere zögerte, die Stimme war bedeckt, als er dann redete: «Ich weiss es nicht, die Tür, die Sie offen vorgefunden hatten, offen gelassen? — oder zugedrückt —?» das Mädchen benutzt ja auch stets den zweiten Aufgang —. Aber jetzt, wie ich mich besinne, fällt mir ein, dass meine Frau gestern, Immer noch Bewegten sich seine Finger «Ich. habe sie zugedrückt —.> wie das Mädchen den Abendtisch abnahm, seltsam tastend, suchend unter dem Tücke irgend etwas von einem Wege, einer Besorgung sagte, die sie heute früh gleich machen «Sehen Sie an —», sagte der Kommissat. der Tasche. sollte —. So wird sie wohl schon fort gewesen sein —» «Nur dass ich so allein war —.» Merkwür- «Und fiel Ihnen da etwas auf?» dig, wie die Stimme wieder zitterte. Sein Herr Köpke sann, die dicke Unterlippe vorgeschoben. Dann kamen seine Worte, lang- Taschentuch hatte Fred Rave jetzt hervorgezogen, hielt es geknüllt, geballt in seiner sam, tropfend, gleichsam als setze er da tastend Schritt vor Schritt: «Und als Sie gingen, haben Sie die Tflr hinter sich abgeschlossen?» «Ich —•? Nein. Aber meine Frau hat mich wie jeden Tag bis an die Tflr gebracht und hinter mir geschlossen.» «Das ist sicher?» «Ganz sicher — ja—» Mein Gott, mein Gott, dachte das kleine Fräulein Lissy Erler, während eine dunkel aufsteigende Angst sie überfiel: jetzt macht er ein Gesicht, als ob er irgend etwas ausgefunden hätte, jetzt setzt er an zu seinem Schlag — Herr Köpke sagte, wieder Wort um Wort mit Vorsicht reihend: Dann muss sie also nach Ihrem Weggehen noch jemand eingelassen haben, oder es hatte jemand anderer einen Schlüssel, mit dem er selbst geöffnet hat —?!» Und plötzlich überfiel sein Blick Fred Rave — sein Stuhl rückte herum — er fragte laut und Jäh: «Wie sind denn Sie hereingekommen —? He?!» , Aus seinen zitternden, gehöhlten Händen war der Kopf, das Gesicht gleichwie aus einer Rechten. Gift? dachte Herr Köpke, will er damft zum Munde? — Und sein Gewicht lag federnd auf dem angespannten Bein, dass er nur loszuspringen brauchte. Er fragte: «— und was haben Sie denn dann —?» Ueber die Stirne strich Fred Rave sich mit einem Tuche hin, Hess es dann wieder in die Tasche gleiten — aber da war — da war doch irgend etwas in der Hand zurückgeblieben — «Meine Sachen habe ich hingelegt —*» sagte die Stimme, in der immer noch diese verhaltene Erregung bebte, «und an die Tür zum Salon habe ich geklopft —» Herr Köpke hob den Kopf, schien nach der Richtung des Salons zu sehen: «— hier nach dem Zimmer nebenan —? — oder ist das der nächste Raum —?» Aber im gleichen Augenblick war er auch schon aufgesprungen — hielt diesen Arm — die Hand, die eben verstohlen in die Falten zwischen dem Polsterwerk des Ledersessels hatte gleiten wollen — Und während sich Fred Rave bleich und Schale hochschreckend aufgetaucht. So sahwortlos stöhnend unter den derben Griffen er aus entsetzten, starren Augen auf dendieser kurzen zupackenden Finger, unter der Kommissar. Die bleichen Lippen formten tonlos Worte, bebten. wand, sagte Herr Köpke, der nun selbst ein Last des vorgeworfenen untersetzten Körpers wenig ausser Atem war, hart: «— hereingekommen —?» «Wer hat Ihnen denn geöffnet?» «— nein — geben Sie mir nur den Schlüssel — Sie sparen uns da reichlich Zeit und Da rührte Fred Rave nur verständnislos den Kopf, die Augen flatterten taumelnd einher, als suchten sie ein Ziel, trafen auf Uten- Er Hess den Abgekämpften und Erschöpf- Mühe, wenn Sie ihn nicht erst verstecken —!» hoven — sanken nieder: Die Hände zuckten, ten und trat zu Joos Utenhoven, der wie erstarrt in Angespanntheit und gebundener Er- wollten jäh nach etwas Unsichtigem greifen — regung mit vorgestrecktem Halse den Kampf Er stiess hervor: «Die Tür — die Tür war mitangesehen hatte: offen, war nur angelehnt —» «Hier — sehen Sie — ist das Ihr Wohnungsschlüssel?» Aber die Stimme, die das von sich warf, Joos Utenhoven hörte kaum. Immer noch war ohne Kraft und ohne Glauben an die eigenen Worte. «Jetzt lügen Sie», sagte der Kommissar. Der andere klammerte sich fest an den Gedanken, der ihm einen Ausweg aufzutun schien. Die Worte jagten: «— wenn ich es schon sage, es muss jemand vergessen haben, sie zu schliessen — oder —» Herr Köpke winkte ab; er sagte ruhig, mit einem scheinbaren Verlassen seines Stand- seinen Blick auf dem Zusammengebrochenen, zog er den Bund aus seiner Tasche. Die Schlüssel klirrten aneinander, wie er mit flatternden Fingern den rechten aus der Zahl der anderen sonderte. Er hielt ihn hin: es war der gleiche Schlüssel. Herr Köpke nickte, er schien mit einem Male gut gelaunt. Den Schnurrbart strich er sich empor, warf dann den Fund seinem Kol- punktes:. «Schön, also nehmen wir das an. legen Schwieger zu: «Gleich Etikett anheften Man soll kein Dickkopf sein: möglich ist alles und gut verwahren.» — nicht?» Er sah um sich, schien Zustimmung Dann stand er wieder neben Rave, sah nieder auf diesen in sich zerbrochenen Mann, zu suchen. Aber in seiner Sachlichkeit und Ruhe blieb, wie er sich jetzt wieder an Fred der dumpf und wie versunken in ein wirres Rave wandte, doch ein Hinterhalt: Suchen auf das Bärenfell hinunter starrte. «Die Tür war also nur angelehnt, warum Der Stämmige dachte in einem Anfluge von soll nicht der Irrtum bei Herrn Utenhoven mitleidiger Ueberlegenheit: Könnte einem im liegen oder bei irgend jemand, der dann später noch nach ihm die Tür benützte. Es liegt Mit vorgestreckten Fingern rührte er ihn Grunde leid tun, so ein dummes Luder — doch, wenn ich recht taxiere, zwischen Herrn an der Schulter und fragte gutmütig: Utenhovens Gehen und Ihrem Kommen ein «Wollen Sie jetzt nicht reden, Herr —? Es Zeitraum von mindestens einer halben wäre doch ganz gut, wenn wir erführen, Stunde —?» wieso Sie einen Schlüssel zu der Tür hatten Fred Rave schwieg. Irgendein Vorhaben — die Sie offen fanden? — Oder kommt jetzt stieg da in ihm empor, ergriff ihn und erfüllte ihn. Der Kommissar stach einen kurzen Blick nach ihm und fragte weiter: «— und Sie, Sie traten also ein —?» Sende*- voitt d*r Automobilistta • Grosser Parkplatz rWephoa 7X453 H Söms. KUmxbtl. JuCS, TC& die Geschichte von dem Grossen Unbekannten, der vielleicht schon vor Ihnen in der Wohnung war, die Frau ermordet hat und dann die Türe offen Hess?» (Fortsetzung folgt)

No 51 - 1985 2)te UUexesscutte £c£e %cwd Als die «Mauretania» am 20. November 1907 vor dem schwarzen Wolkenkratzergebirge von Manhattan auftauchte und langsam durch den Hafen von New York fuhr, standen Hunderttausende von Menschen am Ufer, aus allen Fenstern winkte man, die Sirenen der Schiffe heulten: die «Mauretania» hatte in der unerhörten Rekordzeit von kaum fünf Tagen die Ueberfahrt gemacht, mit einer Geschwindigkeit von 28 Seemeilen, was bisher niemand für möglich gehalten hätte. In den Strassen Londons aber spielten sich zur glei- Band > für die « Europa », Band » ist alles! Jetzt tritt das neue Italien auf den Plan. < Rex», schon durch den Namen sum Träger der höchsten Auszeichnung prädestiniert, soll das «Blaue Band» erringen. Mussolini hat es befohlen. Zweimal täglich muss der Kommandant von der Rekordfahrt nach Rom telegraphieren. Und er macht es! Mit vier Stunden schlägt « Rex » die « Europa », wobei al lerdings dieser Rekord nicht allgemeine An erkennung findet. Denn «Rex» ist von dei üblichen Nordstrecke abgewichen, fährt vo Gibraltar nach New York. Und während noc 1 der Streit der Meinungen über , den Ozea geht, macht ein vergessenes, einst berühmte: Schiff seine letzte Ueberfahrt: die «Maure chen Zeit Szenen ab, die in der späteren Zeit nur noch beim Waffenstillstand und den Feiern des « Silberjubiläums » überboten wurden; die Leute sangen, sammelten sich unter tania », die unmodern und unrentabel geworden ist, kommt nach Rosyth, auf den grossen Hoch-Rufen vor dem Gebäude der Cunardschottischen Schiffsfriedhof. Dort wird sie jn Schiffskompagnie, und in der Jubelstimmung Stücke geschnitten und tonnenweise als Alt hörte man ämtner wieder zwei Worte: «Blue metall verkauft. Ein trauriges Ende für eini Ribbon » — das « Blaue Band! » Königin! Da hat es die «Lusitania» besser ge habt, sie ist auf dem Felde der Ehre unter Das Blaue Band des Ozeans! Für alle seefahrenden Nationen bedeutet es seit jeher den gegangen. höchsten Triumph, die wertvollste Auszeichnung ihrer seemännischen Tüchtigkeit. Ein Jetzt ist die « Normandie » über den Ozösu gefahren, das grösste und schönste Schiff Stück Romantik hängt daran, wie an allen das die Menschen bisher erbaut haben. Mi grossen Errungenschaften. Sie spiegelt sich einer Geschwindigkeit von fast 30 Knoten, schon in dem Namen; «Blaues Band», erinnert das nicht an die Blaue Blume der uner- über 52 Stundenkilometer, hat sie die klassi-, sehe Rennstrecke zurückgelegt und damit den füllten romantischen Sehnsucht? Die Romantik wird dadurch gesteigert, dass das Blaue «Ruban bleu» für die Compagnje Generale Transatiantique und für Frankreich erobert. Band in Wirklichkeit gar nicht existiert. Es 160 000 Pferdekräfte waren nötig, um dem ist ein Begriff geworden, der sich von der Riesenleib von 80 000 Tonnen diese Geschwindigkeit zu geben. Frankreich jubelt und Ame- Substanz losgelöst hat. Warum es gerade «Blaues» Band heisst? Darüber herrscht rika kennt heute nur eine Sensation: die keine Klarheit. Mit der ebenso genannten Auszeichnung des Hosenbandordens, des schwe- Immer grosser wird die Ritterschaft vom « Normandie ». dischen Seraphimenordens oder des russischen Andreasordens hat es nichts gemein. kühl rechnenden Finanziers, zehntausenden Blauen Band. Klar denkenden Ingenieuren, Zum ersten Male erhielt es die « Britannia » Arbeitern schwebt es als lockendes Ziel vor. im Jahre 1840. Ein Stück amerikanischer Rekordsucht und neuzeitlicher Sensationslust Epoche wird das Blaue Band vielleicht die Für die künftigen Geschichtsschreiber unserer steckt darin. Zweifellos hätte es auch schon seltsamste Mischung von technischem Können, neuzeitlicher Rekordsucht und Jüngst- in früheren Jahrhunderten so etwas wie das Blaue Band geben sollen. Selbst die Direktoren der heutigen Schiffsgesellschaften werden vergangener Romantik sein. zugeben müssen, dass die Phönizier oder Magalhaes, Vasco da Gama und Columbus grösseren Anspruch darauf gehabt hätten als die modernen Ozeanriesen. Jbvuesa Seit aber ein tüchtiger Reklamefachmann für die schnellste Verbindung zwischen Europa und Nordamerika das magische Blaue Band erfunden hat, spukt es in den Träumen aller Menschen herum, deren Schiffe auf dem Nordatlantik fahren. Das Blaue Band erringen! Es gilt nur für die Strecke EuroparNew York, welche in der modernen Schiffahrt die « Rennstrecke » geworden ist. Für die schnellste Verbindung mit Südamerika und Ostasien Werden zwar auch Auszeichnungen verteilt, aber das sind doch nur Orden zweiter Klasse. Das Blaue Band dagegen bedeutet mehr: Ehre, nationalen Triumph, grosses Interesse (vor allem der Amerikaner) für das schnellste Schiff der Welt, gute Einnahmen. Zweiundzwanzig Jahre hat die «Mauretania » das Blaue Band gehalten, ist sie ungekrönte Königin der. Meere geblieben. Nur einmal, während dieser langen Zeit war ihr Primat bedroht: im April 1912, als das damals schönste, beste und schnellste Schiff Kurs auf New York nahm. Die Rekordfahrt der « Titanic » ist auch ihre Todesfahrt geworden. Wieder regiert die « Mauretania », ihre vier Kamine werden von den Seeleuten aller Meere bewundert, und wenn sie aus dem Hafen von New York fährt, machen ihr die kleinen Die ersten Opern hatten keine Ouvertüren, Entweder wurde gleich mit dem Spiel begonnen oder man leitete die Opern mit einem Tusch ein. Als eine Symphonie von Haydn, bei der der Komponist selbst am Flügel sass, In London erstmalig aufgeführt wurde, stürmte, das vor Begeisterung rasende Publikum nach vorn, um Haydn zu beglückwünschen. Kaum hatte sich die Saalmitte, geleert, als der riesige Kronleuchter herabstürzte. Der Enthusiasmus der Hörer hatte sie vor dem sicheren Tode gerettet. Die siebente Sinfonie von Bruc1