Aufrufe
vor 6 Monaten

E_1935_Zeitung_Nr.056

E_1935_Zeitung_Nr.056

12 AirroMOBir-REVUE 1995

12 AirroMOBir-REVUE 1995 — 1^*56 Ankauf von alten und verunfallten Personen- und Lastautos. Verweriunö von Bestandteilen Grosse Ersatzteil lager von über 200 verschied Marken. Kompl. Motoren, Cardane, Getriebe, etc, Grosses Laßer in guten Occasions- Personen- und Lastautos Wegen Aufgabe des Automobilsportes ist p. sofort zu verkaufen 1 Hupmobile Limousine, 17 PS, Modell 1929/30, 6 Zyl., m. 6 total neu bereiften Rädern, neu gespritzt, dunkelblau, maschinell sowie Kaross. in wie neuem Zustande, erst 39 600 km gefahren, z. Preise von Fr. 2600.—. Offerten unter Chiffre 68507 II an die Automobil-Revue, Bern. Zu verkaufen 1 Automobil 32 PS, Limousine, 6/7pl., mit Separation, 66 000 km gefahren, in sehr gutem Zustand. Ebendaselbst ein Modell 1929, 6/7 PL, mit Separation, in einwandfreiem Zustande. Bestens geeignet für Mietwagen oder Postwagen. — Anfragen sind zu richten an Müller & Co., Automobile. Luzern. Tel. 22.244. IANCIA OCCASIONEN 6 PS., BERLINE, 4 Plätze, Dach zum öffnen, wenig gefahren . . . . . . Fr. 4500.- 10 PS., BERLINE, 6 Plätze, hinten mit Koffer. Tadelloser Zustand . . . . Fr. 5500.- 10 PS., CABRIOLET FAR1NA, 4/5 Plätze. Zustand wie neu . . Fr. 6800.- Cabriolet D1LAMBDA, Karosserie Farina, 4/5 Plätze, hinten mit Koffer, Mechanik und Karosserie in tadellosem Zustand Fr. 9000.- DILAMBDA,7 Plätze, 20,000 km gefahren Fr. 9000.- W. RAMSEIER, GENF American-Garage 12—14, Rue Jean Jaquei 4, Rue de l'Ancien Port 68577 Hispano-Suiza Lincoln Zu verkaufen FIAT 501 Torpedo, Sport, 8 HP, Spezial-Karosserie, 4-Radbremse und alle modernen Neurungen, tadelloser Zustand. Photo steht zur Verfügung. Vertrauenssache, Offerten unter Chiffre 68541 an die Automobil-Revue, Bern. Ford-Lastwagen VA Tonnen Modell 1980, 17 PS, grosse Ladebrücke, 2,70 m lang, Scintilla-Beleuchtung, in gutem Zustande. 11379 E. Borrer, Sihlstr. 69, Zürich 1. Telep'h. 73.292. Unsere neue Automobilkarte der Schweiz in 8 Farben im Maßstab 1 : 300000 hat die Aufnahme gefunden, die eine solche Karte verdient. Die Leinen-Ausführung ist bereits 3 Wochen nach Erscheinen vergriffen. Buchhandlungen, die ihren automobilfahrenden Kunden unsere neue Karte zeigten, haben an einem Tag 30—40 Exemplare abgegeben, der sprechendste Beweis dafür, dass die 8-farbige Hallwagkarte der Schweiz 1:300000 den Bedürfnissen des Automobilisten am besten entspricht. Abgesehen von der prächtigen Ausführung u. der Aktualität des Inhalts ist es vor allem der überaus billige Preis dieses schönen Blattes, der jeden Käufer angenehm überrascht. Eine Karte im Format 85 x HS cm in acht Farben für 3 Franken und 50 Rappen! Bestallen Sie jetzt sofort bei Ihrem Buchhändler oder bei un» Ihr Exemplar, wenn Sie noch nicht im Besitze der neuen Schweizerkarte 1 i 300 000 in 8 Farben sind. Sie werden begeistert sein. VERLAG HALLWAG - BERN BÜCHERZETTEL (als Drucksache B Rp. Porto) — Der Unterzeichnete bestellt Ex der neuen Hallwag-Schweizerkarte 1: 300 000 in 8 Farben, zum Preis von Fr. 3.50. * Betrag wird oleichseitig auf Poatoheck-Komo IQ 414 einbezahlt. - * Betrag «oll gegen Nachnahme erhoben werden. Adresse: EVENTUELL TAUSCH General-Vertretung für die Schweiz: * Nichtgewünichte» streichen. Neue Zeiten — neue Wege. Petrol und Wirtschaft in der Zukunft. Nach dem Jahresbericht der Royal Dutch (Niedefländ. Petroleumgesellschaft) betrug die Gesamtförderung an Petroleum der Erde im Jahr 1934 = 203,547 Millionen Tonnen gegen 197,696 Millionen Tonnen im Jahr 1933. Sie blieb mit dieser Ziffer nur um 2,5 Millionen Tonnen oder 1,2% unter der Rekordförderung von 1929. Der Anteil der R. D. selbst stellte sich wie folgt: 1933 21,958 Millionen Tonnen 1934 24,078 » » 1929 25,18 » » «Der Weltverbrauch an i?affinerieprodukten — führt der Bericht weiter aus — konnte mit der Weltförderung ungefähr gleichen Schritt halten und stellte sich 1934 auf rund 195 Millionen Tonnen gegen 186 Millionen Tonnen im Jahr 1933. Diese Ziffern tun dar, wie gross der Bedarf selbst einer verarmten Menschheit an Petroleum ist». Die breite Oeffentlichkeit nimmt von dieser Bewegung im allgemeinen wenig Notiz. Was haben Petrolausbeute und -Umsatz für sie für Interesse? — Unmittelbar vielleicht keines, mittelbar dagegen sehr viel, wie ein paar Vergleichsziffern aus der Zollstatistik dartun. In den zwei letzten Jahren betrug die Einfuhr an Petrol und Petrolderivaten nach Deutschland Frankreich Belgien Tsch'slowakei Oesterreich Schweiz Italien 1934 1933 115,312 Mill. RM. 112,652 Mill. RM. 1,435,345 » Fr. 1,747,339 » Fr. 311,84 » Fr. 452,638 » Fr. 185,792 > Kr. 146,733 » Kr. 21,619 » S. 27,934 » S. 11,065 » Fr. 11,916 » Fr. 377,075 > L. 400,706 » L. im Durchschnitt 1932/34. (Werte in der Währung der betr. Länder) Dabei hatte Deutschland eine 'Eigenproduktion von 314,852 Tonnen im Jahr 1934, Frankreich eine solche von 78,985 Tonnen. Diese Liste könnte leicht weiter auf alle nicht selbst Erdöl erzeugenden Länder ausgedehnt werden. Die wenigen Beispiele zeigen jedoch zur Genüge, welch ungeheure Summen diese Staaten für ein einziges Importgut ihrem Wirtschaftskörper entziehen und an das Ausland abführen müssen, allen voran Frankreich mit jährlich 1500 bis 1800 Millionen Francs. Deshalb ist ohne weiteres verständlich, dass manche Länder grosse Anstrengungen machen, um durch Herstellung von Ersatzprodukten dieser Substanzabführung aus ihrer Eigenwirtschaft zu steuern. Es ist ebenfalls sehr bezeichnend, dass die Royal Dutch selber in ihrem Jahresbericht sich eingehend mit der Gefahr befasst, welche die Erzeugung von Petrolersatz- (insbesondere Motorentreib-) Stoffe — denn um solche handelt es sich in erster Linie — für die Petrolproduzenten durch Konkurrenzierung ihrer Handelsprodukte bedeutet. «Diese Versuche — sagt der Bericht wörtlich — kosten doch die schon schwer genug belasteten Bürger enorme Summen, abgesehen davon, dass der Nichteingang von Einfuhrzoll auf natürliches Petroleum auch Ausgaben darstellt.» Diese Einstellung eines Organs des Weltpetroleumtrusts ist durchaus verständlich. Sie steht aber im Widerspruch zu der herrschenden Wirtschaftseinrichtung, welche, zumal in grossen Staaten, auf höchstmögliche Selbstversorgung in allen lebenswichtigen Erzeugnissen eingestellt ist. In dieser Erscheinung kommt natürlich in erster Linie die Ungewissheit der Zeit zum Ausdruck. Jeder will und muss sich vorsehen, eingedeckt, gerüstet sein. Noch dürfte die ungeheure Kohlennot zu Beginn des Krieges in unser aller Erinnerung sein. Aber darüber hinaus stehen hinter diesen spezifisch kontemporären Phänomen starke wirtschaftspo itische Interessen, die sehr eindrucksvoll in der Zahlungsbilanz der Länder zum Ausdruck kommen. Wenn es den Staaten ohne eigene Erdölreserven gelingt, (was heute nur noch eine Frage von kurzer Zeit sein wird), einen ansehnlichen Teil dieser Importe durch im Inland hergestellte Ersatzprodukte zu ersetzen, so verbessern sie ihre Zahlungsbilanz im gleichen Verhältnis, d. h. verringern ihr «Soll» an das Ausland, schaffen sich freie Mittel zur Lösung innenwirtschaftlicher Aufgaben und neue Verdienstmöglichkeiten für die werktätige Bevölkerung. Das bedeutet anderseits eine weitere willkommene Entlastung der öffentlichen Arbeitslosenfürsorge, Gegenüber diesen «Habenpösten»' der Staatsbilanz fällt eine allfälllge Minderung der Zolleingänge aus Petrolimport nicht in Betracht, abgesehen davon, dass es jeder Staat in der Hand hat, dieselbe durch eine entsprechende Belastung der Ersatzprodukte auszugleichen. Für den Staat als solchen ist schliesslich die Rücksicht auf die Wirtschaft als Ganzes massgebend. Unter den Ländern, welche bereits und mit Erfolg Anläufe nach dieser Richtung gemacht haben, Steht ausser Deutschland, vor allem talien. Für beide, und ganz besonders für das letztere, das weder Erdöl noch Kohlen besitzt, bedeutet die Lösung des Problems nicht nur Verkehrs- und wirtschaftspolitisch, sondern zugleich auch für die Landesverteidigung eine Kernfrage der Zukunft. in der gleichen Lage befinden sich übrigens die Grosszahl sämtlicher Länder. Denn den rund 20 petrolerzeugenden stehen über 40 andere ohne eigene Erdölreserven gegenüber. Die aufgeworfene Frage wird deshalb von selbst zu einer Universal frage von grösster Tragweite, zumal für Industriestaaten wie die Schweiz. Verweilen wir deshalb einen Augenblick länger bei dem durch den Bericht der Royal Dutch zur Diskussion gestellten «Petroleum- Ersatz-Problem» und denken wir die Kette der sich ergebenden Möglichkeiten unvoreingenommen etwas weiter. Die synthetische Erzeugung z. B. auch nur eines Teils der Motorentreibstoffe wirkt sich automatisch in der Befruchtung einer ganzen Reihe anderer Wirtschaftszweige aus: Die Verwendung von Alkohol beispielsweise in der Förderung der Landwirtschaft (Zuckerrübenbau u. a.) oder der Erzeugung von Karbid- und Holzspiritus. Diese letztere bedingt ihrerseits eine intensivere Ausnützung der Wasserkräfte, Erstellung von Kraftwerken, Verbrauch einheimischer Baumaterialien (Zement u. a.), Maschinenanlagen, etc. - Kurzum: Schafft Beschäftigungsmöglichkeiten für ganze Komplexe von Industrien und vielseitige Arbeitsgelegenheit. Das alles sind heute durchaus keine Utopien mehr, sondern Tatsachen, die sich bei der fieberhaften Entwicklung und Vervollkommnung unserer Technik sozusagen über Nacht Bahn brechen werden, wenn deren Tragweite einmal zum Bewusstsein der massgebenden Stellen vorgedrungen ist. — Wir können unser zaghaftes Verständnis für eine solche Revolution der Wirtschaft in der Zukunft erleichtern, wenn wir bedenken, dass vor nur 30 Jahren Ford noch nicht bestand und das Flugwesen kaum das erste Vierteljahrhundert einer schon kaum mehr fassbaren Entwicklung hinter sich hat. Um nicht missverstanden zu werden: Wir halten uns bei diesen Andeutungen grundsätzlich innerhalb akademischer, d. h. allgemeiner Gesichtspunkte. Wir lassen auch das Pro und Contra einer Autarkiewirtschaft, die mit dem Problem an sich nichts zu tun hat, völlig dahingestellt. Ebensowenig reden wir einer überstürzten Wirtschaftsumstellung das Wort. Denn wir betrachten die Wirtschaft als einen Prozess, den man nicht willkürlich umkrempeln oder in naturfremde Bahnen zwängen, aber auch nicht in seiner Entwicklung aufhalten kann. Angesichts jedoch, dass sich die Krise,noch immer verschärft, alle bisher zu einer Neuankurbelung der "Wirtschaft angewandten Mittel versagen und diese von Monat zu Monat mehr schrumpft — man beachte als untrüglichstes Barometer nur die ständig rückläufige Bewegung der Eisenbahnen, Banken und Exportindustrien — das Heer der Arbeitslosen dagegen wächst etc. etc., werden wir schliesslich nolens volens darauf bedacht sein müssen, welche Importgüter (wir selbst zu erzeugen und dadurch unsere Zahlungsbilanz — unser «Soll» an das Ausland — zU entlasten vermögen. Wir setzen dadurch der Substanzabführuni aus unserem Wirtschaftskörper, (die schliesslich einmal von selber aufhören müsste), einen Damm entgegen und verwandeln damit unser «Soll» an das Ausland in Substanzäufnung unserer eigenen produktiven Wirtschaftszweige, das ist keineswegs gleichbedeutend mit Importdrosselung sondern Aufbau unserer Wirtschaft aus uns selbst heraus. Und so stellt sich nämlich das Problem ganz von selber. — Die grossen Errungenschaften der Menschheit — auch die Revolutionen auf dem Gebiet der Technik (man denke an die Entwicklung der Eisenbahnen, des Automobilismus, des Flugwesens) — haben sich alle zwangsläufig Bahn gebrochen. Prof. C. F. St «*»!»«• Rechtsufrige eontra linksufrlge Wallenseestrasst. Bekanntlich hat sowohl der alarnerisohe Regierungsrat wie der Landrat die Fraue der linksufrigen Wallenseetalstrasse der nächstjährigen Landsgerncinde zur Lösung anheimzestellt. Neben dem Kanton St. Gallen bekunden für den Bau einer Talverbindung vor allem die Kantone Zürich und Graubünden ein erhebliche« Interesse. Der btindnerische Verkehrsverein, der vor kurzem im Prittigau seine ordentliche Deleglertenversammlung ibhielt, hat einstimmig betr. der Wallen«eestraBS9 eine Resolution gefasst, in welcher zu Händen d»i interkantonalen Wallenseeatraesen-Komitees das drlnjends Ersuchen Bestellt wird, mit aller, Entschiedenheit für den raschen Ausbau einer Wallen* seetalstrasse einzustehen und zu diesem Zweck in* Verbindung mit dem Kanton St Gallen und dea übrigen Interessenten die Frans einer rechtsufrigen strassenführung Wällenstadt-Quinten-WeeEen neuerdings in Erwägung *u ziehen und die hierzu notwendigen Arbeiten ohne Verzug durchzuführen. Zudem wurde in der Delesierten-Versammlung dea bündnerischen Verkehrsvereins die Erwartung ftus* gedrückt, dass entsprechend den gegebenen Zusicherungen der Bau dieser für dea ostschweiEeri* sehen Durchgang«- und Zufahrtsverkehr sehr wichtigen Verbindung als erste Etappg im kommenden Ausbau der schweizerischen Alpenstrassen und de' ien Zufahrten zur Ausführung gelangen möge.

56 - 1935 AUTOMOBIL-REVUE 13 *U m % »•> Notizen Was lehrt uns die Zürcher Verkehrserziehungswoche ? Die Presseorientierung, die nach Ablauf der Versuchswoche durch Herrn Polizei-Inspektor Dr. Wiesendanger erfolgte, zeigte nicht nur ein erfreuliches Resultat, sondern sie bestätigte auf der ganzen Linie jene Auffassung, die den Verkehr als ein lebendiges und nicht durch ein Schema einschränkbares Problem bezeichnet. Das Resultat erhärtet die Tatsache, dass sowohl der Gesetzestext, die Gerichtspraxis und der Rechenschieber versagen, wenn nicht von der Aufsichtsbehörde zum Strassenbenützer eine Brücke der gegenseitigen Verständigung und des guten Willens gefunden werden kann. Solange nur kraft eines Paragraphen oder kraft einer Uniform diktiert wird, muss jedes Bestreben als aussichtslos bezeichnet werden. Darum darf füglich das erfreulichste Resultat darin gefunden werden, dass die Polizei intern eine andere Methodik zur Anwendung brachte. Takt und Disziplin lautete die Parole, unter der die Mannschaft ausrückte. Im Grunde genommen war es aber der Wille, mit Vernunft und Verständnis, abweichend vom Bisherigen, den Uebeln zu Leibe zu lückon. Pessimisten prophezeiten einen glatten Misserfolg. Nicht mit Unrecht, wenn es nach der alten Taktik gegangen wäre, die vor allen den Automobilisten nur zu gut bekannt ist. Die manchmal lebensfremden Kritiken aus obersten und untersten Behörden, haben das Vertrauen erschüttert. Dies wieder zu schaffen, war die nicht leichte Aufgabe der Stadtpolizei. # Der Innerortsverkehr wird langsamer aber nicht durch die Geschwindigkeitsbegrenzung. Eine nie erwartete Disziplin aller Strassenbenützer stellte die Polizei vor eine ganz neue Aufgabe. Sie musste nicht strafend, sondern ordnend und mahnend eingreifen. Das bewirkte anfänglich gewisse Stockungen, da die Fuasgängerstreifen zu stark betont wurden. Doch schon am zweiten Tag hatten sich die Beamten zurechtgefunden. Damit gestaltete sich der Verkehr derart fliessend, dass die Hupensignale verschwinden konnten. Man erwartete und gab keine Signale, Unfallziffern: 24. Juni • 1. Juli 1. Juli -8. Juli Personen verletzt: 1. schwer 12 6 " 2. leicht 27 22 Sachschaden von 1 Fr. an 63 36 Total 38 25 Total Unfälle: Personen- u. Sachschaden 101 61 Schadensummen 14.800 Fr. 9998 Fr. Wenn auch den Zahlen keine absolute Beweiskraft zukommen kann, da verschiedene Faktoren unberücksichtigt bleiben, so sind sie doch ein Hinweis auf die Methode, die den Erfolg herbeiführt. Denn die Resultate übertreffen die Erwartungen der Polizei ganz erheblich und es sind Resultate, die mit keinem Verbot .erreicht werden können. Eines beweisen die Zahlen ganz einwandfrei, dass der gute Wille immer von Erfolg gekrönt ist. Dieser Wille war auf allen Seiten vorhanden. Dabei muss den Motorfahrzeuglenkern das beste Zeugnis ausgestellt werden. Abgesehen von einigen Versehen und Unterlassungssünden hat diese Kategorie die beste Disziplin gezeigt. Ein Beweis dafür, dass die systematische Erziehung durch die Vorschriften nicht ohne Wirkung bleibt, dass sie aber auf alle Strassenbenützer ausgedehnt werden muss. Wider Erwarten gut haben die Radfahrer abgeschnitten, die sonst immer als Siindenböcke gegolten haben. Natürlich gab und gibt es immer noch solche, doch dürfte gerade bei Ausläufern die gedrängte Arbeitszeit nicht ohne Einfluss eein. Unglücklich wirkte sich lediglich das Vordrängen an den Fussgängerstreifen aus, wenn dieser gesperrt war. Die Menge der Radfahrer sperrte die Fahrtfreigabe oftmals die Wegfahrt der Autos. Am schlechtesten schnitten die Fussgänger und unter diesen die Damen ab. Hier zeigten sich die Auswirkungen der allzugrossen Freiheit deutlich. Abhilfe wird nur möglich sein, wenn auch hier andauernd erzieherisch eingewirkt werden kann. Dabei werden sich auch die Damen eben anpassen müssen, denn ein roter Mund ist noch lange kein Fahrverbot. 1225 Mahnungen sind in der Woche an Fehlbare verschickt worden. Mit Recht erwartet man davon eine bessere Wirkung als von Bussenzetteln. 948 Radfahrer wurden veranlasst,, ein Katzenauge zu montieren, was wir Automobilisten ganz besonders zu schätzen wissen. Unzählige Mitteilungen von Aerzten und Geschäftsleuten stellten mit Genugtuung eine ganz bedeutende Lärmverminderung fest. Darum sagte sich die Polizei mit Recht Fortsetzung der Erziehung auf dem nun begonnenen Wege. Aus der Verkehrserziehüngswoche werde ein ebensolches Jahr. Wenn auch der Aufwand an Mannschaft nicht beibehalten werden könne, so bürge doch die Me- sondern man war vorsichtig und nicht gedankenlos. Der Wille zur Vorsicht reduzierte die Ge-thodeschwindigkeiten in der denkbar vernünftigsten Von Seiten der Polizei werde man nicht zu viel die nun erprobt sei, für den weitern Erfolg. Weise. Mit Recht konnte festgestellt werden, dass erreichen wollen, dann werde man bestimmt etwas man wohl über Land schnell und vorsichtig, in der erreichen. Die noch verbleibenden Lärmquellen Stadt aber nur langsam und vorsichtig fahren wie Bremskreischen, Motorlärm und Strassenbahngsräueche aber niüssten von den Technikern verstopft werden können. könne. Langsam aber bedeutet nicht 10 und nicht 30 km/St., sondern angemessen. Dieser Tatsache kann sich auch der Gesetzgeber nicht verschliessen. Dass Auswirkungen schon in einer Woche sich zeigen können, beweist die Statistik der Zusammenarbeit mit den Verkehrsverbänden und guter Wille des Publikums werden weiterhin die Aufgabe erleichtern. Der Appell an den Anstand wird nicht ungehört verklingen. Hoffen wir. dass dieser neue Geist in allen Polizeiwachen und Ratsstuben Einkehr halte, damit der psychologische Fund der Stadtpolizei Zürich seine Früchte trage. F. _ Die Wiedereinführung von Höchstgeschwindigkeiten vor dem Kantonsrat. In der letzten Sitzung begründete das Ratsmitglied Bantli seine Motion, mit welcher der Regierungsrat eingeladen wurde, zu prüfen, «ob nicht nach Art. 2 und 3 des Bundesgesetzes über den Motorfahrzeuigverkehr für den Motorfahrzeugverkehr im Interesse der öffentlichen Sicherheit wenigstens in den Ortschaften Höchstgeschwindigkeiten festgesetzt werden könnten und ob nicht beim Bundesrat die Einführung von Höchstgeschwindigkeiten in Ortschaften anzuregen sei». Der Vertreter des Regierungsrates erklärte, dass dieser bereit sei, die Motion entgegenzunehmen, in der Meinung, dass eine materielle Behandlung erst dann erfolgen solle, wenn bekannt wird, ob der Bundesrat auf Grund der in ein Postulat umgewandelten Motion Nietlispach neue Massnahmen auf eidgenössischem Boden zu ergreifen. Die Motion wurde in diesem Sinne erheblich erklärt. Je tone Kostenverteilung bei Strasseninsfandstellungen. In der Sitzung des aargauischen Grossen Rates vom 9. Juli kam die Motion Nietlisbach zur Behandlung, nach der die Strassenbauten und Korrektionen, welche speziell den Interessen des Fernverkehrs dienen, in vermehrtem Masse vom Kanton finanziert werden sollen. Die durch diese Motion veranlasste Vorlage wurde alsdann angenommen, wonach der Gemeindebeitrag innerorts 20—25% der Kosten, ausserorts höchstens für alle interessierten Gemeinden 20% betragen, jrird. Sirassen Km lancfi in St. Gallen? Das vorsorglich hergesetzte Fragezeichen ist ein platonischer Vorbehalt. Die St. Galler, die schon so manches Rennen mit Erfolg organisierten und nicht auf Einflüsterungen von ausserhalb angewiesen sind, brauchen deswegen den Schreiber dieser Zeilen nicht zu desavouieren. Denn er möchte nicht antizipierend von einem km lance-Rennen, selbst nicht als Projekt, sprechen, sondern von der Möglichkeit, die sich aus einer wohl idealen Strecke auf St. Galler Gebiet erschliesst. Diese Möglichkeit ist heute überhaupt noch nicht vorhanden, aber in greifbare Nähe gerückt. Sie hängt nicht in der Luft, sondern liegt in ihren Anfängen wenigstens auf festem Boden und wird in einigen Wochen Wirklichkeitsgestalt angenommen haben. Sie liegt, um es kurz zu sagen, im Zuge der im Bau befindlichen, 12 km langen Betonstrasse Gossau — Grünegg (bei Wil). Früher ging der Verkehr zwischen Gossau und Wil über Niederwil und Oberbüren, eine Strecke von höchst ungünstigem Längenprofil und unübersichtlicher Linienführung. Gegen Ende des letzten Jahrzehnts haben sich die St. Galler zu gründlicher Remedur entschlossen und von 1930 an im Zeichen der Arbeitslosenfürsorge von ausserhalb Gossau bis Grünegg ein 12 km langes, sozusagen vollständig neues Trace angelegt, das nur etwa 500 m weit sich mit der alten Linienführung deckt. 1933 wurden die ersten 7H Im (bis zur Kreuzung mit der Strasse Oberbüren—Niederuzwil) dem Verkehr übergeben, 1934 der Rest. Vorsorglich aber hatten die st. gallischen Strassenbaubehörden im Hinblick auf die zu erwartenden Senkungen nicht einen Dauerbelae angeordnet, sondern die Fahrbahn hauptsächlich durch Teerung und Bitumimerung provisorisch instand gestellt. 1935 nun wurde mit der Aufbringung eines definitiven Dauerbelages begonnen. Gewählt wurde Beton, wohl nicht nur wegen der Hochwertigkeit und Griffigkeit dieses Belages an und für sich, sondern weil bei der Beschaffung der Rohmaterialien und beim Einbau ein Maximum von ungelernten, einheimischen Arbeitern verwendet werden kann. Es bestan'd die Absicht, die Strasse in drei Jahresetappen auszubauen. Wegen der Höhe der Unterhaltungskosten für den provisorischen Belag entschloss man sich aber für einen beschleunigten Ausbau in zwei Jahresetappen. Gegenwärtig wird mit Heinzelmännchenbetriebsamkeit auf dem untern Teil (zwischen dem Bürerwald und Grünegg) gefuhrwerkt, gemischt, geschaufelt, gehämmert, gestampft, und Ende August sollen die ersten 5,5 km, also etwa die Hälfte, fertig daliegen. Die Betonstrasse wird in zwei Hälften, d. h. in halbseitigem Bau, erstellt und erhält durch die na