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E_1935_Zeitung_Nr.057

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8 AUTOMOBTL-REVUE

8 AUTOMOBTL-REVUE 1935 — J\5 57 Sport 3kusl«and Ein Interview mit Nuvolari. Es ist keine Kleinigkeit, Nuvolari zu interviewen; denn dieser kleine und fast schüchterne Mann lässt sich nur selten sehen und liebt es nicht, über dies und jenes befragt zu werden. Vor kurzem ist es jedoch einem Journalisten gelungen, den berühmten Rennfahrer zu stellen, und wir möchten das Gespräch, das sich zwischen den beiden entwickelte, unsern Lesern nicht vorenthalten. Der Pressemann entbot dem Mantuaner seine Glückwünsche für dessen kürzlich auf der Autostrasse von Lucca gelungenen' Rekordfahrten, worauf Nuvolari erklärte: «Es freut mich ausserordentlich, dass, nachdem die Scüderia Fefrari soviel Arbeit und Mühe für den Bimotor aufgewendet hatte, meine Rekordversuche so erfolgreich abschlössen. Die Zeit wurde nur minim verbessert, aber daran war nicht die Maschine schuld, sondern der heftige Wind, der den Wagen in seiner vollen Leistungsfähigkeit behinderte. » « Hatten Sie irgendwelche Schwierigkeiten mit den Reifen? » «Die Reifen verhielten sich zufriedenstellend. Wohl ist die Entwicklung der Pneus gegenüber derjenigen der Rennwagen zurückgeblieben, doch sind in letzter Zelt in der Reifenfabrikation so gewaltige Fortschritte gemacht worden, dass man der Zukunft mit Zuversicht entgegensehen darf. » «Werden Sie Ihren eigenen Rekord noch zu verbessern versuchen? » «Ja, doch dies erst später; augenblicklich bin ich zu sehr beschäftigt. Uebrigens suchen wir nach einer andern Piste. Die Autostrasse von Lucca ist ja sehr gut, aber doch nicht das, was ich für die zu erhoffende Geschwindigkeit benötige.» « Und wie steht es- eigentlich mit den neuen Alfa Romeo-Grand-Prix-Modellen? Vor jedem grossen Rennen spricht man von deren Erscheinen. » « Die Vorbereitungen dieser neuen Maschinen gehen rasch vorwärts, aber niemand weiss genau, wann sie zum erstenmal starten werden. Vielleicht im Accerbo-Pokal im August, Mittlerweile versuchen wir unser Glück mit den glorreichen Monoposti. » « Sind Sie auch der Ansicht, dass die Rennen durch die stets gesteigerten Geschwindigkeiten gefährlicher werden? » «In der Tat: moderne Rennwagen sind überaus schnell und benötigen eine geübte Hand, um sie zu meistern. Persönlich sehe ich den Zweck dieser forcierten Spitzengeschwindigkeiten nicht ein. Es wird so weit kommen, dass man nur noch einige wenige Fahrer in den Rennen sehen wird; denn nicht viele sind imstande, eine Maschine mit 300 und noch mehr km/St, mit einiger Sicherheit über die Piste zu jagen.» «Wird die neue Grand-Prix-Formel für 1937/39 diese Geschwindigkeiten massigen? » « Gewiss, aber trotzdem ist sie nicht befriedigend ausgefallen. Persönlich hatte ich immer eine Formel gewünscht, die den Zylinderinhalt auf 1,5 Liter beschränken würde. So hätten auch die Konstrukteure eine feste Basis gehabt. Eine Maschine nach einem bestimmten Gewicht zu bauen benötigt immer viel Experimente und verursacht daher hohe Kosten. Bei einer 1,5-Liter-Formel wären ferner auch noch andere Fabriken in der Lage, Grand- Prix-Rennen zu bestreiten. Hauptsächlich wäre mit einer regen Beteiligung von Seiten Englands zu rechnen, das sich auf die$e Grössenklasse spezialisiert hat. In diesem 19. Juli eine Sternfahrt dorthin statt, wo- die konkurrierenden Wagen noch eini- Falle würde weit mehr Interesse für denbei Rennsport geweckt werden. Unerklärlich ist gen Spezialprüfungen unterworfen werden es mir, dass man bei der Bestimmung der (Start-, Beschleunigung-, Brems- und Regelmässigkeitsprüfungen). neuen Formel nicht die Rennfahrer selbst konsultiert hat. Da aber die Rennbestimmungen noch im Oktober dieses Jahres bestätigt wenden müssen, hoffe ich, dass da noch eine Verbesserung eintreten wird.» Die Nennungen für das Rundrennen von Dieppe, das in zwei Klassen (1500 ccm und über 1500 Ccm) zur Austragung gelangt, haben ihren Abschluss gefunden. Bei den « Kleinen », die am Samstag den 20. Juli gestartet werden, stehen sich 15 Fahrer gegenüber, worunter auch unser Schweizerfahrer Hans Ruesch (Maserati) mit von der Partie sein wird. Er wird hier unter andern auf Maillard-Brune (M.G.), die Engländer Seaman (E.R.A.), Cook (E.R.A.), Mays (E.R.A.) und Lord Howe (Delage) treffen, alles nicht leicht zu nehmende Fahrer, denen aber Ruesch, wie er uns kürzlich auf dem Nürburgring bewies, ebenbürtig ist. Das Rennen der «Grossen» findet am Sonntag statt und bringt teilweise wieder die selben Fahrer zusammen. Auch Ruesch wird sich abermals auf einem Maserati beteiligen; ferner Mays auf dem neuen 2-Liter- E.R.A., auf dessen Leistungen man gespännt sein darf. Bekanntlich soll diese Maschine später auch für Qrand-Prix-Rennen verwendet werden. Im übrigen haben noch Lord Howe (Bugatti), Brian Lewis (Bugatti), Raph (Alpha Romeo), Brunet (Maserati), Falchetto (Maserati), Farina (Maserati) und Leith (Bugatti) ihre Meldung abgegeben. Die Organisatoren stehen noch in Unterredung mit Etancelin und Zehender und man hofft auf eine Teilnahme dieser beiden Maseratifahrer. Ferner ist auch die Beteiligung von Mme Stewart auf einem neuen Derby in der Klasse 1500 ccm vorgesehen. Beide Rennen, das der Klasse 1500 ccm, sowie das der Klasse über 1500 ccm kommen auf der 8 km 157 langen Rundstrecke von Dieppe zur Durchführung. Es wird nicht über eine bestimmte Strecke gefahren, sondern nach der Zeit, indem die kleinen Maschinen zwei Stunden und die grossen drei Stunden lang zu rennen haben, -wobei allerdings gewisse Mindestdistanzen vorgeschrieben sind. Anlässlich der Rennen in Dieppe findet am Die ersten Nennungen für den Grossen Preis von Deutschland, der am 28. Juli auf der Nordschleife des Nürburgringes zur Durchführung gelangt, sind bereits eingegangen und stellen heute schon ein spannendes und abwechslungsreiches Rennen in Aussicht. Die Auto-Union wird bis dahin wieder aktiv in die rennsportlichen Veranstaltungen eingreifen und hat vier Maschinen mit Stuck, Varzi, Rosetneyer und Pietsch gemeldet. Noch stärker vertreten ist Mercedes-Benz, die gleich mit fünf Wagen unter der Führung von Caracciola, Fagioli, Brauchitsch, Qeier und Lang aufrücken. Vom Auslande sind die Nennungen von Hartmann (Maserati), Balestrero (Alfa Romeo), des Schweizers Hans Ruesch (Maserati) und Mays (E.R.A.) eingegangen. Letzterer wird eine neue Zweilitermaschine ins Treffen führen; auch Delius wird für dieses englische Erzeugnis starten. Des weitern erwartet man noch die Beteiligung der beiden italienischen Ställe Ferrari und Subälpina mit ihren Vertretern Chiron und Nuvolari, bzw. Etancelin und Zehender. Varzi (Auto-Union) am Stilfserjoch-Rennen. Dieses kommt am 1. September 1935 auf dem gleichnamigen Pass zur Austragung und führt über eine Strecke von 14 Kilometer, die zwischen Trafoi und Gioge liegt. Das Rennen ist offen für Sport- und Rennwagen der Klassen 1100, 1500, 2000 und über 2000 ccm; als Preise stehen 60,000 Lire zur Verfügung. Die Auto-Union hat nun bereits die Teilnahme von Varzi zugesagt, und man darf gespannt sein, ob es dem Italiener gelingen wird, den Rekord von Tadini, der auf 15 Min. 6/10 Sek. steht, zu unterbieten.' Der Parcours ist äusserst schwierig und weist Steigungen bis 11 % und etwa 45 Kurven auf, so dass bis heute die mittlere Geschwindigkeit noch unter 60 km/St, liegt. Whitney Straight heiratet! Der angloamerikanische Sportsmann W. Straight, der letztes Jahr an zahlreichen internationalen Automobilrennen selbst teilnahm oder durch Fährer seines von ihm geleiteten Rennstalles vertreten war, wird sich dieser Tage in England mit der Tochter von Lord Winchilsea verheiraten. Er hat sich bekanntlich dieses Jahr vom Rennsport zurückgezogen und seinen Rennstall liquidiert, weil es ihm nicht möglich war, deutsche Rennwagen oder irgend eine andere Maschine zu kaufen, welche diesen Fabrikaten ebenbürtig gewesen wäre. Vorläufig hat sich Straight der kommerziellen Tätigkeit im Zivilflugwesen zugewandt. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass er später den Autorennsport wieder aufnimmt, es sei denn, dass die Frau Gemahlin andern Sinnes ist 1 Auf alle Fälle entbieten wir dem sympathischen Sportsmann, der dem Schweizer Publikum vom Klausenrennen her bekannt ist, unsere besten Glückwünsche und three cheers ! Die internationale Alpenfahrt gesichert. Trotz den hohen Nenngtldern, die für diese Fahrt gefordert wurden, sind nun doch noch in letzter Stunde so viel Anmeldungen eingegangen, dass die Durchführung der Internationalen Alpenfahrt alt gesichert bezeichnet werden darf. Am stärksten vertreten ist wiederum Deutschland mit 74 Fahrzeugen, dann kommen England mit 8, Frankreich mit 6, Holland mit 8 und Portugal und Ungarn mit je einem Wagen, also total 98 Konkurrenten. In der französischen Presse spricht man sogar von 101 Teilnehmern. Die Internationale Alpenfahrt ist also, nachdem es noch einige Tage vor Meldeschluss sehr bedenklich ausgesehen hat, gerettet, was ausschllesslich Dtutschland zu* verdanken ist, dag 75V« aller beteiligten Fahrzeuge stellt. mmmsrnrnmaik Uto- Kompressoren sind zuverlässiger Konstruktion u. betriebssicher; sie werden in mehreren, für d.verschiedenartigen Verwendungszwecke besonders geeigneten Ausführungen gebaut und bewähren sieh vorzüglich bei allen mit Druckluft ausgeführten Arbeiten. LichtanschlusB. 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N° 57 - 1985 AUTOMOBIL-REVUE Vevkehi Zum Autoverlad in Airolo. (« Ein Missbrauch ist abzustellen. %) Zu den unter obigem Titel in den Nrn. 38 und 42 vom 10. und 24. Mai 1935