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E_1935_Zeitung_Nr.058

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einstellen, wie dies

einstellen, wie dies beim Fahrer der Fall ist. Es ist für den Fahrer ärgerlich und beeinträchtigt das gemeinsame Geniessen der Fahrschönheiten, wenn sich der Mitfahrer kaum darum kümmert, wohin die Fahrt geht. Qewiss wird es meist der Fahrer selbst sein, der die Fahrt projektiert und die letzte Entscheidung über das Ziel fällt. Dann aber setzt erst recht die Mitarbeit der Fahrtteilnehmer ein. Der Fahrer wird infolge der sonstigen Fahrtvorbereitungen meist keine Zeit finden, sich ausreichend mit der Literatur zu befassen. Wie zweckmässig ist es daher, wenn sich der Mitfahrer inzwischen an Hand von Automobilführern und Karten über die zu befahrende Strecke genau unterrichtet! Man hat von jeder Tourenfahrt viel mehr, wenn wenigstens einer der Fahrtteilnehmer in der Lage ist, während der Fahrt auf besondere Sehenswürdigkeiten aufmerksam zu machen und sonstige Aufklärungen kultur- und kunst* geschichtlicher, historischer oder geographischer Hinsicht zu geben. Derartige Hinweise an Ort. und Stelle verbinden sich mit den gewonnenen Eindrücken von der Landschaft, ergeben daher ein plastischeres Bild und bleiben im Gedächtnis besser haften. Es ist zweckmässig, wenn der Fahrer einen seiner Fahrtgenossen für diese Studien bestimmt oder allenfalls die zu befahrenden Strecken in dieser Hinsicht auf die Fahrtteilnehmer aufteilt. Weiter werden sich die Fahrtteilnehmer an den Reisevorbereitungen entsprechend zu beteiligen haben. Ein guter Mitfahrer wird dies freudig und aus eigenem Antrieb machen. Gewiss, die technischen Arbeiten wird meist der Fahrer allein machen müssen, denn er darf sich, was die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Wagens anbelangt, auf niemanden verlassen als auf sich selbst oder auf eine zuverlässige Werkstätte. Aber es gibt noch so viel anderes! Das ist der Reiseproviant zu besorgen, das Gepäck möglichst geschickt zu verpacken und im Wagen zu verstauen, die Reiseapotheke — die in keinem Wagen fehlen sollte! — zusammenzustellen, es sind die Reisedokumente zu beschaffen, die Karten und Führer griffbereit zurechtzulegen usw. Aber auch bei den technischen Arbeiten kann der Fahrer von seinen Mitfahrern unterstützt werden. Es ist leicht zu erlernen, den Reifendruck zu prüfen, den Kühler nachzufüllen, die Windschutzscheibe zu reinigen — bitte nicht lachen, auch das muss gelernt sein, sonst beschädigt man den Scheibenwischer! — oder andere Hilfsarbeiten zu verrichten. Und sehen Sie, lieber Mitfahrer, es handelt sich nicht allein um diese Arbeiten an und für sich und um den Zeitgewinn, den sie dem Fahrer durch ihre Mithilfe verschaffen: die Tatsache, dass Sie dem Fahrer helfen, dass Sie ihm bei seinen Arbeiten kameradschaftlich Gesellschaft leisten, schafft allein schon die Atmosphäre freundschaftlichen, freudigen Zusammenwirkens, die für den harmonischen Verlauf einer gemeinsamen Fahrt so ausserordentlich wichtig ist! Die Mitfahrer während der Fahrt. Auch während der Fahrt kommen den Mitfahrern, besonders dem neben dem Fahrer sitzenden, gewisse Obliegenheiten zu. In erster Linie müssen die Karten stets zur Hand sein. Der Mitfahrer neben dem Fahrer muss die Fahrt auf der Karte ständig genau verfolgen. Aber damit nicht genug. Ein gut geschulter Mitfahrer wird dem Fahrer schon im voraus über alles, was kommt, Auskunft geben. Dadurch wird die Fahrt viel kurzweiliger. Wie verdriesslich ist es, wenn man «Freunde?!» Zuwider war ihm dieser triebhafte, verwöhnte und willensschwache Mensch von Anfang an gewesen. Dieser unmännliche, niemals ausgereifte Mann — und doppelt ärgerlich, weil diese Abneigung sich unter Rücksichten hatte verbergen müssen, weil sie von inneren Hemmungen gefesselt worden war. Ja — wenn Fred Rave ein vollwertiger Gegner gewesen wäre, mit dem man hätte offen kämpfen können! Aber was war er denn gewesen? Ein Minderwertiger, der deutlich merken imusste, worum es hier ging — und das nicht sehen wollte, weil er aus diesem Zustand heimlich seine kleinen erbärmlichen Vorteile zog! Joos Utenhoven musste schlucken. Ein Geschmack von Schalheit lag ihm in dem trockenen Munde: schäbig war er sich damals selber vorgekommen auf all den Wegen und mit all den Mitteln, mit denen er den anderen verlockt hatte, sich immer noch erbärmlicher zu machen. Mit hundert lächelnd hingegebenen Gefälligkeiten hatte seine verdeckte Feindschaft den Schwächling überhäuft, hatte, ihn, wenn die Scham sich drüben rühren wollte, abtuend beschwichtigt — und hatte sich daran gesättigt, ihn klein zu sehen. Nur sie — Elke-Maria — hatte davon nichts bemerken dürfen. Sie würde dieses böse Spiel nicht Rave und nicht- ihm verziehen haben. Sogar zu einer Art von Duzfreundsdiaft zwischen ihm und Fred Rave war es damals in einer dieser wirren Nächte gekommen. Wo war das nur gewesen —? bei einer Wegkreuzung stehen bleiben muss, um erst auf der Karte zu suchen, wo man eigentlich ist und nach welcher Seite man fahren muss. Das ist immer ein Zeichen für einen ungeschulten, eiferlosen, ungeschickten oder desinteressierten Mitfahrer. Ein guter Mitfahrer macht es so: er studie schon zu Hause .die Karte genau, um sich leicht zurechzufinden. Während der Fahrt hält er stets die betreffende Seite der Karte aufgeschlagen. Er verfolgt genau das Weiterkommen des Fahrzeuges auf der Karte. Und er sagt.schon immer rechtzeitig: in 3 km sind wir in Adorf, dort müssen wir rechts halten; auf den Strassenschildern wird Bdorf oder Cdorf stehen; wir fahren aber nicht bis Bdorf, sondern zweigen nach 4 km nach Dstadt ab. — Oder er wird ankündigen: in 5 km sind wird auf dem Pass, bei der Grenze oder dgl. Der Mitfahrer muss aber auch noch andere Aufschlüsse aus eigener Initiative nach der Karte geben müssen: wenn ein Berg auftaucht, sagt er seinen Namen und seine Höhe, er benennt die Seen, die im Gesichtsfeld auftauchen, er rechnet aus, wieviel Kilometer es bis zur Etappenstation noch sind. Auch die Führung des Fahrtenbuches ist natürlich Sache des Mitfahres neben dem Lenker. Einem der Mitfahrer wird des weiteren die Gepäckversorgung übertragen. Dieser «Gepäcksminister» sorgt dafür, dass in keiner Station etwas zurückbleibt, er verstaut alles möglichst zweckmässig im Wagen, er sorgt dafür, dass weder Gepäck noch Wagen beschädigt werden. Von ihm wird alles verlangt, was man benötigt, an ihn alles abgelierfert, was wieder zu verstauen ist. Das ist ein wichtiges Ressort; er erheischt bedeutende Erfahrung und vor allem ein gewisses Talent für das zweckmässigste Einschachteln des Gepäcks. Bei grösseren Fahrten wird man auch einen «Finanzminister» bestellen. Er führt die Kasse. Er zahlt. Er verrechnet den Mitfahrern am Ende der Fahrt. Er hat für das Umwechseln des Geldes beim Ueberschreiten der Grenze, für die beste Ausnützung der Kursdifferenzen zu sorgen, er löst die Reisechecks ein (soweit sie nicht, wie bei Registermarkehecks von jedem Teilnehmer selbst eingelöst werden müssen). Es ist auf grösseren Fahrten sehr zeitraubend und lästig, wenn jeder einzelne Fahrtteilnehmer eigens bezahlt; die Aufenthalte werden dadurch grösser, die Valutenumrechnungen komplizierter. Da bei mehreren Währungen ohnedies meist gegenseitige Anleihen gemacht werden müssen, ist ; es einfacher, ein Fahrtteilnehmer führt für alle die Kasse und verrechnet am Schluss. Eine gute Buchhaltung ist dabei nötig, um als Finanzminister nicht zu Schaden zu kommen! Der Start. Man soll die Startzeit nicht so ansetzen, dass man sie nur mit grösster Hetzjagd einhalten kann. Lieber von vorneherein den Start für eine spätere Zeit vorsehen! Das Hasten vor der Abreise macht müde, schafft Verdriesslichkeiten und beeinträchtigt sehr die Freude an der Fahrt. Auch ist es nachteilig, wenn man schon am Beginn der Fahrt aus dem zeitlichen Programm geworfen wird. Trotzdem lassen sich gelegentlich Verzögerungen nicht vermeiden. Es ist daher richtig, im «Fahrplan» für die ersten 50 oder 80 km nur einen sehr kleinen Durchschnitt vorzusehen, damit man kleine Verspätungen leicht wieder aufholen kann. Es schafft dann immer eine freudige Stimmung, wenn man Ja —! In irgendeinem inzwischen längst geplatzten Filmklub, in dem Rave ihn erst um eine dicke Summe erleichtert, und in dem er — der jüngere, der dutzendfache Schuldner! — in seiner Befreitheit aus dem Druck, in taktloser Dankbarkeit und Berauschtheit über die Hilfe, ihm das Du dann angeboten hatte. Er hatte es mit ironischem Dank angenommen: nur immer zu — wirf deine letzte Würde unter meine Füsse!. «Freunde?!» Hass - Hass war alles das gewesen — Hass gegen einen, um den die geliebte Frau sich zitternd quälte, um den sie tausend niemals stille Sorgen in ihren Augen trug — den er nie ganz aus ihr verdrängen konnte — '— auch nicht, wenn er allein war neben ihr — Und er war oft mit ihr allein gewesen. Joos Utenhoven sann ins Weite. Die Härte seiner Züge löste sich — er war bei ihr — Die Tage damals, wenn Fred Rave mit seiner kleinen Truppe oder allein in Konzerten auswärts spielte oder zu spielen vorgab. Das war für ihn dann und für sie, ohne dass sie viel davon gesprochen hätten, das beste Glück in jener Zeit gewesen. Ja — auch für sie. Ihr schmales helles Gesichtlein, so wie es damals gewesen war, sah er vor sich, sah, wie es ruhiger und sorglosfröhlicher erblühte, sich ihm vertrauensvoll zuwendete und aufschloss —. Bis dann, wenn er schon glaubte, sie jetzt endlich für sich al- I lein zu haben — ein Wort, ein Gedanke den AUTOMOBIL-REVUE 1935 — No 58 wieder die verlorene Zeit «hereingebracht» hat und wenn es mit dem ursprünglichen Programm wieder klappt. Das sind so kleine psychologische Konzessionen, die man sich selbst machen soll! Schliesslich liegt ja der Sinn in einer Wochenend- oder Ferienfahrt darin, Freude zu haben und einen Ausgleich zu den Arbeiten und Sorgen des Alltags zu schaffen. K. M. Aerztliche Kontrolle der Autolenker? Eine in jüngster Zeit wiederholt in der Oeffentflichkeit erörterte Frage, nämlich die einer Verschärfung der'Bedingungen für die Gewährung beziehungsweise Erneuerung des Führerscheines für Autolenker, ist durch das Strassenverkehrskomitee des Völkerbundes im Laufe seiner jüngsten, Ende Juni abgeschlossenen Genfer Tagung geprüft worden. Es geschah dies vor allem unter dem Gesichtspunkt, ob es wünschenswert erscheine, die Ausfolgung beziehungsweise Beibehaltung des Führerscheines von einer ärztlichen Untersuchung des Gesundheitszustandes des Fahrers abhängig zu machen. Im besonderen stand in diesem Zusammenhang die Anregung zur Debatte, den Berufsfahrern eine periodische ärztliche Untersuchung zur Pflicht zu machen. Im Laufe der Diskussion kamen Auffassungen zum Ausdruck, die, da sie von kompetenten Fachmännern herrühren, auch bei uns alles Interesse verdienen. So legte der Vertreter des Strassendepartements des englischen Verkehrsministeriums, Franklin, dar, dass nach dem im Britischen Reich gehandhabten System jeder Kandidat eine jährlich zu erneuernde Erklärung über ganz bestimmte Fragen seines physischen Zustandes abzugeben hat. Bei der Gewissenhaftigkeit, mit der diese Fragebogen beantwortet werden — eine falsche Angabe unterliegt Geldstrafen bis zu 50 Pfund Sterling oder Gefängnis bis zu 6 Monate beziehungsweise beiden Strafarten zusammen — habe man in England die Erfahrung gemacht, dass solche Erklärungen fast den gleichen Wert haben wie eine periodische ärztliche Untersuchung, die natürlich mit entsprechenden hohen Kosten verbunden wäre. Ebenso vertrat der Delegierte der Internationalen Allianz der anerkannten Automobilclubs, Hansez, die Ansicht, dass die englische Methode die Haltung derjenigen Länder rechtfertige, die eine ärztliche Untersuchung, wenn überhaupt, nur für gewisse Kategorien von Automobilfahrern' vorschreiben. Für die nicht berufsmässigen Motorwagenführer dürfe eine solche überhaupt nicht in Betracht gezogen werden. Hinsichtlich der Berufsfahrer wäre eine Unterscheidung zwischen solchen, die im privaten und solchen, die im öffentlichen Dienst stehen, zu machen. Der Redner bemerkte, dass nach seiner Erfahrung alle Länder mit dichtem Automobilverkehr das System der ärztlichen Untersuchung ablehnen, bzw. soweit sie es eingeführt hatten, wieder preisgaben. Der französische Experte im Ausschuss erinnerte daran, dass in seinem Lande die ärztliche Untersuchung nur für Lenker von dem öffentlichen Verkehr dienenden Automobilen oder von Lastwagen mit über 3 Tonnen Nutzlast vorgeschrieben ist. Alle anderen Bewerber um Führerscheine hätten sich einer solchen nur dann zu unterziehen, wenn sich bei der Prüfungsfahrt des Kandidaten Zweifel über seinen Gesundheitszustand ergeben. Der Vizepräsident des Automobilclub von England war anderen streifte, und der Schatten ihrer Aengste wieder aufstieg und all die Hellen Lichter löschte. • Nein — ganz hatte er sie auch damals aus ;dieser Gebundenheit nicht lösen — und ganz hatte er ihn nicht verdrängen können. Elke-Maria — Liebe —? Ihm war damals gewesen, als spürte er vor ihr zum ersten Male den Sinn des Wortes, das er vorher so viel, anderen Frauen immer wieder im Missbrauche als kleine Münze hingegeben hatte. Nein — alles, alles war ganz anders hier, als jemals noch in seinem auf dem Wege über ungezählte spielerische oder aufflammende Abenteuer reif gewordenen Leben. ... Nichts von der.sonst ihm selbstverständlich eigenen sicheren Ueberlegenheit war ihm vor ihr geblieben — nur ein Sichgeben, Sichverschwendenwollen.an eine,Frau, die völlig an-^ ders war als er, die hilflos, weltfremd wie ein Kind durch ihre Bindung an. einen haltlos absinkenden Mann in eine Lebensform getrieben war, in der mit ihm auch sie niederbrechen musste. Klarheit darüber, wie das werden, sich erfüllen konnte? Nur Umrisse und Ziele hatten damals in dem Flammen seiner Liebe vor ihm gestanden. So oft er sich auch vorgenommen hatte, diese Aussprache herbeizuführen und in ihr zu zerschlagen, was schon, wankend und nicht haltbar war, das Neue, das er für sie und für sich schaffen wollte, vor sie hinzustellen — jedesmal war das Vorhaben dann wieder vor s f i s c h e r Oesterreichischer Motorfahrzeugbestand. Ende Mai 1935 wurden in den österreichischen Bundesstaaten 97,334 Automobile und Motorräder als angemeldet verzeichnet gegen 91,842 Einheiten Ende Mai 1934. Im Verlaufe des Monats Mai sind nicht weniger als 9718 Motorfahrzeuge neu in Verkehr gesetzt worden, darunter etwa 7000 fabrikneue Einheiten, wovon 60 % aus einheimischen Automobilunternehmungen stammten. Diese Entwicklung illustriert zur Genüge die fördernde Steuerpolitik der österreichischen Regierung im Vergleich zu den wirtschaftsf ordernden Massnahmen des schweizerischen Bundesrates. Der höchste Parkplatz Europas ? Im Rahmen des Baues der Grossglockner- Hochalpenstrasse wurde auf der Edelweissspitze in 2571 Meter Höhe ein Autoparkplatz errichtet. Die Spitze des Berges wurde abgesprengt, um für 60 Fahrzeuge Platz zu schaffen. Der Parkplatz bietet eine herrliche Aussicht auf zahlreiche Dreitausender. Ein französisches Komitee für Holzgas. Gemäss Veröffentlichung im Journal officiel hat der Landwirtschaftsminister die Schaffung eines nationalen Komitees für Holzgas angeordnet,' das alle Fragen zu prüfen hat, welche mit der Förderung der Verwendung von Holzgas als motorischer Triebstoff zusammenhängem Zur Nachahmung empfohlen ! • ' Während'der schweizerische Bundesrat die Einnahmen nach den Ausgaben anzupassen versucht und zu diesem Zweck besonders die Automobilisten aufs Korn nimmt, hat die Regierung Laval den umgekehrten Weg eingeschlagen, sehen doch die jüngsten SanierungsmaSsnahmen Einsparungen im Betrage vw II Milliarden Francs vor. Im Gegensatz zu den unhaltbaren Verhältnissen bei den SBB, deren finanzielle Sanierung noch in weitere Ferne zu schweben scheint, wird bei den französischen Eisenbahnen versucht, 1066 Millionen Francs einzusparen, die sich gestützt auf das kürzlich erlassene Dekret über die Koordination des Bahn- Und Autobetriebes auf 1250 Millionen Francs erhöhen werden. ebenfalls der Meinung, dass die Vorschrift der ärztlichen Untersuchung, da, wo sie bestehe, kaum dazu beigetragen habe, die Zahl der Unfälle zu vermindern. Einen entgegengesetzten Standpunkt vertrat der rumänische Prinz Ghika, der das Komitee aufforderte, sich dafür auszusprechen, dass die ärztliche Untersuchung, selbst wenn sie nicht als absolut notwendig erachtet werde, doch als Garantie für eine zusätzliche Sicherheit zu gelten habe. Aus der über diese Frage veranstalteten Enquete geht nach den Feststellungen des Komiteevorsitzenden hervor, dass von 51 Staaten 31 die Vorschrift einer obligatorischen Untersuchung kennen, die in manchen Ländern jährlich zu erneuern ist, in anderen nur vor der ersten Erteilung des Führerscheines und in 6 Staaten lediglich für bestimmte Füh-- rerkategorien gefordert wird. Das Komitee hat sich nach all diesen Aufschlüssen nicht für eine feste Meinung über die Nützlichkeit der ärztlichen Untersuchung entscheiden können und infolgedessen auch' davon abgesehen, die Verallgemeinerung eines entsprechenden Systems zu empfehlen. einem Angstblick ihrer Augen, vor einef scheuen Geste, einem halben, bittend aufflatternden Wort zerbrochen. -r- bis dann der Tag — der Abend gekommen war, an dem sie selbst ihr Herz vor ihn. hin ausgeschüttet hatte — .Als ob das gestern erst gewesen wäre, so klar stieg vor Joos Utenhoven dieses Erleben wieder auf. Im Theater waren sie "zu dritt gewesen, wollten nachher gemeinsam noch im Edenhotel essen, da plötzlich in der Halle war Rave von zwei schäbig-eleganten Herren gegrüsst worden, war auf sie zugegangen und hatte dann, nach einem kurzen Gespräch zurückkommend, ein wenig unsicher gebeten, ihn zu entschuldigen: er müsse mit den beiden- etwas Geschäftliches besprechen — er sei in einer halben Stunde wieder hier — So waren sie über den kaum verdeckten Sorgenblick "hinweg, mit dem sie ihm gefolgt war, allein geblieben. Dann, während sie gegessen hatten, die Kellner ab und zu gegangen warfen, die Musik der kleinen Kapelle gedämpft bis zu ihnen in die geschützte Ecke ihres Tisches gedrungen war, war die Zeit hingegangen — Rave war nicht zurückgekommen. Auch in der nächsten Stunde nicht, in der ihr Blick immer wieder verstohlen nach der Uhr gegangen war, in der er sich vergebens bemüht hatte, sie von ihren Gedanken abzulenken, über dieses Warten hinwegzubringen. (Fortsetzung folgt)

N° 58 - 1935 AUTOMOBIL-REVUE 3 £•>«»*# in de» Schwen II. Grosser Preis der Schweiz für Automobile. Das Plakat. Dieser Tage kommt das Plakat zum Aushang, welches die Sportfreunde auf die erste Wiederholung der bedeutendsten automobi- Jistischen Veranstaltung der Schweiz am 25. August aufmerksam machen soll. Um eine .werbekräftige Illustration zu erhalten, wurde unter einer Reihe namhafter schweizerischer Künstler ein Wettbewerb veranstaltet. Aus den rund zwanzig unterbreiteten Entwürfen wurde derjenige des jungen Berner Graphikers Thöni erkoren. Das Plakat, welches im Fünffarbendruck ausgeführt wird, zeigt einen modernen Rennwagen, der mit Vollgas auf einer Geraden der Rundstrecke daherbraust. Der prachtvolle landschaftliche Rahmen, in welchem sich das Rennen abwickelt, ist sehr geschickt angedeutet durch die Darstellung einer Waldpartie und die Kette der Berner Alpen im Hintergrund. Das Bild vermittelt eindrücklich den' Begriff der «.GROSSER »REIS DER SCHWE BERN 25. AUGUST 1935 Schnelligkeit und lässt den besondern sportlichen Reiz, den die zu erwartenden Kämpfe zwischen den besten Fahrern Europas bieten, vorausahnen. Dank der Bereitwilligkeit verschiedener Transportanstalten und Verkehrsorganisationen wird das Plakat eine weitgehende Verbreitung im In- und Ausland finden. Alle Anzeichen sprechen dafür, dass dieses Jahr neuerdings eine Heerschar von Zuschauern seiner Einladung, am 24. und 25. August nach Bern zu kommen, Folge leisten werden. Im yeitern gelangt auch ein geschmackvoll illustrierter Faltprospekt in grosser Auflage zum Versand, der alle wissenswerten Angaben über die Organisation enthält und eine Reihe gelungener Aufnahmen vom letztjährigen Rennen aufweist. Das Plakat wird in kleinem Format auch in den Bahnwagen zum Aushang kommen. Die Bahnen sind nämlich am Grossen Preis mitinteressiert, denn der Massenbesuch aus dem ganzen Lande wird ihnen willkommenen Zusatzverkehr bringen, dem durch die Führung zahlreicher verbilligter Extrazüge besondere Rechnung getragen wird. Der Grosse Preis von Genf für 1935 abgeblasen! Es ist um das Projekt des Genfer Grossen Preises in den letzten Wochen bedenklich ruhig geworden. Wir erfahren nun aus zuverlässiger Quelle, dass die Initianten ihr Projekt für dieses Jahr in aller Stille zurückgezogen haben und auf die Austragung des Rennens für dieses Jahr verzichten. Wie weiter verlautet, geben aber die Befürworter dieser Veranstaltung die Idee keineswegs auf und rechnen mit der bestimmten Durchführung im kommenden Jahre. Es sei beim A.C.S. sogar bereits der Antrag eingegangen, für die Austragung das Datum des 31. Mai, d. h. des Pfingstsonntages, reservieren zu lassen. Bis dahin haben die welschen Sportfreunde die Möglichkeit, als Ersatz den Grossen Preis der Schweiz in Bern zu besuchen ! S •>••# iirn Mailand Das Rundrennen von Dieppe. Auf derselben Stätte, die in den Jahren 1907, 1908 und 1912 der Schauplatz des klassischen Grossen Preises von Frankreich war, wird nächsten Sonntag das Rundrennen von Dieppe stattfinden. Die Piste weist eine Länge von 8,1 km auf und erlaubt keine allzu hohen Durchschnitte. Während im letzten Jahr die Veranstaltung nur für eine Klasse offen war und in zwei Vorläufen und einem Endlauf ausgetragen wurde, hat das Reglement für 1935 einige Abänderungen erfahren. Die Vorläufe sind weggefallen und die Maschinen werden in zwei Klassen bis 1500 ccm und über 1500 ccm unterteilt, wobei jede Klasse ein Rennen für sich bestreiten wird. Es wird nicht über eine bestimmte Distanz, sondern nach Zeit gefahren (Klasse 1500 ccm über zwei Stunden, Klasse über 1500 ccm über drei Stunden). Eine ganz erstklassige Besetzung hat das Rennen der «Grossen» gefunden, wo auch unser Schweizer Hans Ruesch {Maserati) mit v