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E_1935_Zeitung_Nr.059

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BERN, Dienstag, 23. Juli 1935 Nummer 20 Rp. 31.Jahrgang - N° 59 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG ZentraJblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Ausgabe A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.—, jthrlteh Fr. IC- Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlieh abonniert Ausgabe B (mit gew. Unlallversich.) vierteljährlich Fr. IM» Ausgabe C (mit Insassenversicherung) Vierteljahr««* Fr. 7JH» Erscheint jeden Dienstag und Freitag Wöchentliche Beilage ..Autler-Felerabend". Monatlich' 1 mal „Gelbe Liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III 414 - Telegramm-Adresse: Autorevüe, Bern Geschäftsstelle Zürich: Löwenstrasse 51, Telephon 39.743 INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp. Grössere Inserate nach Spezialtarif. Inseratcnsehlnss 4 Tage ror Erscheinen der Nummern Aus der Mappe des Technikers Fahrgeschwindigkeit und Benzinverbrauch. Ueber den Einfluss der Geschwindigkeit auf den Benzinverbrauch gibt es die verschiedensten Meinungen. Nicht selten stösst man z. B. auf die Ansicht, dass der Brennstoffverbrauch um so niedriger sei, je schneller man fahre. Denn — so kalkulieren ganz Pfiffige — wenn ich sehr schnell von A nach B fahre, läuft der Motor nur kurze Zeit und kann deshalb nur wenig verbrauchen. Andere glauben wieder, durch abwechslungsweises Beschleunigen und Ausrollenlassen Brennstoff sparen zu können, in der Annahme, dass der Motor dann nur beim Anziehen von dem teuren Nass schluckt. Beides ist falsch. Der Schnellfahrer vergisst, dass der Motor über die Distanz zwischen A und B genau gleichviel Umdrehungen macht, ob man nun rast oder bummelt. Im ganzen hängt aber der Benzinverbrauch hier von den Gasladungen ab, die bei der Gesamtumdrehungszahl des Motors durch die Zylinder geflossen sind. Das Gas strömt dem Motor nicht gleichmässig, etwa unter der Wirkung eines Gefälles, zu, sondern es wird von den Kolben bei jeder Umdrehung der Kurbelwelle angesogen. Die Methode des zweiten' Brennstoffhungerkünstlers jedoch wird hauptsächlich von der Leerlaufvorrichtung durchkreuzt, wie wir noch sehen werden. Wenn wir von der Grundtatsache ausgehen, dass es der Brennstoff ist, der die zur Bewegung des Wagens nötige Energie liefert, gelangen wir mit einem Schritt zur Erkenntnis, dass die Brennstoffverbrauchsmenge auch mit dem Aufwand an Energie zusammenhängen muss. Wann ist nun zur Fortbewegung des Fahrzeugs der geringste Energieaufwand nötig? Zweifellos dann, wenn sich das Fahrzeug mit kleiner Geschwindigkeit gleichmässig auf der Ebene fortbewegt. Jede Beschleunigung und jede Steigung würden einen Mehraufwand an Energie verlangen. Von der Geschwindigkeit ist der Energieaufwand deshalb abhängig, weil mit ihrer Zunahme der Luftwiderstand stark ansteigt. (Die Zunahme des reinen Rollwiderstandes ist daneben so klein, dass sie praktisch nicht Die Versuchung des Joos Utenhoven. VOM Karl Rosner. (11. Fortsetzung.) Leerer war der Saal geworden — —und unruhiger ihre schlanken, schmälen Hände, auf deren Spiel er so gerne niedersah, die er aufnehmen und in seinen Händen halten und küssen mögen — und blasser, gespannter das feine Gesichtlein, das sich nicht hatte merken lassen wollen, was es durchkämpfte und durchlitt. Wortlos — den Kopf geneigt, um ihren Niederbruch in einer letzten Scham vor ihm zu bergen — hatte sie nach dem Tüchlein getastet — und dann doch ihren lang verteidigten Stolz hinsinken lassen und verloren gegeben — nein: nie — nie hätte sie gedacht, dass es so werden könnte — denn das war keine Ehe mehr — und war für sie nur Unglück, 'Qual und Sorge. Schlecht? — nein, schlecht war er sicher nicht — aber: was wusste sie denn nooh von ihm! Jetzt dieses hier — nicht von der Kränkung und Rücksichtslosigkeit gegen sie wollte sie sprechen. Aber wer waren diese beiden peinlichen Menschen gewesen? Geschäftlich müsse er verhandeln, hatte er gesagt. Was konnte sie ihm denn noch glauben? Er log doch — log — fand nichts dabei — log wie ein verdorbenes Kind — man wusste nie, woran man war. in Betracht kommt.) Durch wissenschaftliche Versuche weiss man, dass der Luftwiderstand nicht nur einfach proportional, sondern quadratisch mit der Geschwindigkeit zunimmt. Bei doppelter Geschwindigkeit z. B. ist der Widerstand viermal so gross, bei dreifacher Geschwindigkeit neunmal usw. Bei hohen Fahrgeschwindigkeiten erfordert die Ueberwindung des Luftwiderstandes schliesslich den Aufwand der ganzen Motorleistung. In der Hauptsache ist es also die Luft, die die Maximalgeschwindigkeit eines Automobils begrenzt. Von ihrem hemmenden Einfluss erhält man dabei den besten Eindruck, wenn man weiss, dass bei den Rennwagen Segraves und Campbells nahezu 1000 PS als Gegendruck notwendig waren. Danach könnte man annehmen, dass zur Verminderung der Luftreibung, der dagegen aufzuwendenden Energie und letzten Endes des Brennstoffverbrauches eine möglichst niedrige Fahrgeschwindigkeit, beispielsweise 15 km/St., am günstigsten wäre. Praktisch verlangt aber noch ein anderer Faktor Berücksichtigung, nämlich der Wirkungsgrad des Motors. Dieser zeigt nun aber umgekehrt ansteigende Tendenz, wenigstens bis zu einer gewissen mittleren Tourenzahl hinauf. Dazu kommt noch, dass man bei sehr langsamer Fahrweise gezwungen wäre, ba'd mehr, bald weniger Gas zu.geben,, um kleine Unebenheiten -des Terrains' auszugleichen. Aus diesen Gründen kann nur einKompTO-' miss das günstigste Resultat ergeben, Praktisch hat man festgestellt, dass die /hinsichtlich des Brennstoffverbrauches vorteilhafteste Geschwindigkeit etwa bei 35 Stundenkilometern liegt. Im übrigen kann man als Faustregel annehmen, dass der Brennstoffverbrauch immer ziemlich genau der jeweiligen Stellung der Drosselklappe entspricht. Wer also mit halb geöffneter Drosselklappe fährt, indem er das Gaspedal nur halb niederdrückt, braucht ungefähr nur halb soviel Brennstoff als ein anderer, der mit dem gleichen Motor mit Vollgas fährt. Die Motortourenzahl spielt dabei unerwarteterweise fast keine Rolle. Praktisch bedeutet das, dass es rationeller ist, in einem kleineren Gang mit wenig Gas eine Steigung zu überwinden, als sie in der Direkten mit Vollgas zu bezwingen. Die Regel der Proportionalität der Dros- Vielleicht dass er jetzt irgendwo an einem Spieltisch sass und wieder Unsummen vertat — die nicht mehr da waren — oder dass sie ihm wieder Kokain oder Morphium verkauften. Immer noch, während ihre Qual sich so ergossen hatte, war die Musik gedämpft an sie herangekommen. Die schmale heiss geliebte Hand hatte er ergriffen und gehalten — hatte leise und tröstend wie zu einem hilflosen Kind zu ihr geredet. Befreiung war dabei in ihm gewesen: da hatte jetzt das Glück sich vor ihm aufgetan, dass er nur seine Hände danach auszustrecken brauchte, um es zu halten! Und sie, versponnen in ihre Verzweiflung und ganz nur bei dem anderen: — gut? — nein — nichts konnte werden, denn alles war zerstört und war zerfallen — alles. Nicht nur Vertrauen und Glauben. Was sie von ihren Eltern an Vermögen mitbekommen hatte, war vertan — und zweimal schon hatte ihr Vater die Schulden für Fred zahlen müssen, und Auftritte hatte es da gegeben. Dass sie sich von ihm trennen solle, hatte ihr Vater verlangt — dass sie zurück nach Hause kommen solle — «Und warum hast du dich nicht frei gemacht? — warum bist du bei ihm geblieben — Elke-Maria?» Sie hatte nur den Kopf gerührt — die schmalen Schultern wie im Frost angezogen. «Liebst du ihn denn? Kannst du nicht frei werden von ihm?» Da hatte sie gesagt: «Was wird aus ihm, wenn auch ich ihn verfasse?» selklappenstellung und des Brennstoffverbrauches erklärt aber auch die scheinbare Unstimmigkeit zwischen dem katalogmässigen und dem. praktischen Brennstoffverbrauch. Der vom Fabrikanten angegebene Brennstoffverbrauch entspricht der günstigsten Geschwindigkeit von etwa 35 km'St. und damit einer Drosselöffnung von etwa einem Viertel. Welcher Fahrer kann aber guten Gewissens behaupten, dass er einmal über eine Strecke von 100 km mit nur r A Gas gefahren sei? Wohl keiner. Sonst hätte er eingesehen, dass der Katalogbrennstoffverbrauch doch nicht übertrieben ist, dass er vielfach sogar noch unterschritten werden kann. Dafür aber, dass der Fabrikant eine günstige und nicht z. B. die schlechtestmögliche Verbrauchsziffer angibt, wird man ihm wohl kaum einen Vorwurf machen wollen. Damit bleibt nur zu erklären, weshalb sich durch abwechslungsweises Beschleunigen und Ausrollenlassen des Wagens oder bei abwechslungsweisem Berg- und Talfahren kein Brennstoff sparen lässt. Wie bereits erwähnt, macht hier hauptsächlich die Leerlaufvorrichtung einen Strich durch die Rechnung. Man darf nämlich nicht vergessen, dass der Motor durch die Leerlaufdüse auch dann Brennstoff erhält, wenn die Drosselklappe geschlossen ist. Im gewöhnlichen Leerlauf des Motors bei 3-400 Touren ist die verbrauchte Menge allerdings nur klein. Sie nimmt aber beträchtlich zu,_sobald der Motot, von aussert zwangsläufig auf einer höheren Tourenzahl gehalten wird, wie es beim Ausrollen aus. rascher Gangart oder beim Bergabfahren häufig der Fall ist. Durch die Pumpenwirkung des Motors steigt in diesem Fall der Unterdruck im Ansaugrohr stark an, so dass der Brennstoff mit Gewalt aus der Leerlaufdüse herausgerissen wird. Der spezifische Verbrauch erreicht dabei ganz respektable Höhen und überwiegt unter Umständen sogar den der Fahrt in der Ebene. -at- Einflüsse der Hitze auf den Motor. Als unangenehmste Störung wird das Kochen des Kühlwassers empfunden, von dem bei heissem Wetter und an langen Steigungen noch verhältnismässig viele Wagen betroffen werden. An und für sich besteht keine Gefahr, wenn der Kühler gelegentlich Und über ihn war wieder würgend die Erkenntnis hergefallen: noch immer ist der andere in ihr! Die Musiker hatten schon ihre Instrumente eingepackt, die Kellner waren schon dabei die Vasen mit den Blumen von den Tischen abzunehmen, die Lichter da und dort zu löschen, als auch sie endlich aufgebrochen waren. Gegen zwei Uhr war es geworden — Fred Rave war nicht mehr gekommen. Still, qualvoll dann der Weg — der Mann stand zwischen ihnen. Bis an die Tür ihres Hauses hatte er sie gebracht. Sein letztes Wort zu ihr: «Ich werde morgen mit Fred über alles sprechen —» Es war nicht mehr dazu gekommen. Denn wenige Stunden später — morgens —,. als er sich eben fertig machte, hatte ihn schon das Telephon gerufen: — sie — ihre Stimme. Erregt und drängend — unter Tränen: Fred sei ganz spät gekommen — sei aufgeregt und überreizt gewesen wie noch nie — * habe sich gleich in sein Zimmer eingeschlossen und da herumrumort. Auf all ihr Rufen, Bitten keine Antwort — nur, dass sie ihn in Ruhe lassen solle. Und jetzt, soeben sei er plötzlich mit einem Handkoffer herausgekommen und eilig ohne Frühstück, ohne irgend.mehr zu sagen, als dass er verreisen müsse, fortgegangen. Joos Utenhoven hob den Kopf. Die Hände lagen fest und greifend um die Knäufe der Armlehnen seines Sessels: .. Wir berichten heute üben Gegen die Gefahren der Niveaukreuzungen. Der Grosse Preis von Dieppe. 21 neue Weltrekorde. Probleme der Gemischbildung. Bilder: Seite 8. etwas Dampf von sich gibt Solange die Zylinder noch von Wasser umgeben sind, können sie sich ja nicht viel mehr als auf 100 Grad, der Höchsttemperatur des unter atmosphärischen Druck stehenden Wassers, erhitzen. Verdampft aber soviel Wasser, dass die Zylinder bereits teilweise oder gar gänzlich trockengelegt werden, was je nach System und Fassungsvermögen des Kühlsystems 3 bis 15 Minuten erfordert, dann besteht die Möglichkeit, dass infolge Versagens der Schmierung schwere Schäden eintreten. Während bei normaler Fahrt in der Ebene der Ventilator fast überflüssig ist, hängt bei Gebirgsfahrten die Temperatur der Kühlanlage fast vollkommen von seiner Wirkung ab. Bei Fahrtgeschwindigkeiten unter 30 km'St. genügt der Fahrtwind nicht mehr allein zum Wegtransport der Wärme aus dem Kühler, besonders dann nicht, wenn der Motor in einem kleineren Gang mit hoher Tourenzahl und unter voller Belastung läuft, wie es an einer starken Steigung der Fall ist. Man hat also allen Anlass, dafür zu sorgen, dass der Antriebsriemen immer unter der richtigen Spannung steht. Bei alten Wagen lässt sich oft eine Neigung zum Kochen einzig durch Verbesserung des Ventilatorantriebs beseitigen. Als solche Verbesserung ist z. B. der Ersatz eines Flachriemenantriebes durch einen Keilriemenantrieb zu betrachten. Ist der Ventilator nicht ganz nahe hinter dem Kühler angeordnet, so bedarf es zur Verbesserung seines Wirkungsgrades einer trichterförmigen Luftführung aus Blech. Häufig kann auch durch bessere Formgestaltung des Das war damals die äussere Form des Abganges Fred Raves aus dem Leben Elke- Marias gewesen — sein Ausscheiden von der Berliner Szene, auf der er Schulden über Schulden hinterlassen hatte — Wechsel und «Ehrenscheine», die er niemals hätte bezahlen können. Am Tage nach seinem Verschwinden waren dann die beiden jämmerlich-feigen, wehleidigen Briefe von ihm gekommen. Der eine an die hilflos zurückgelassene Frau: es wäre ihm nach grossen Spielverlusten in der letzten Nacht kein anderer Weg geblieben — er wolle sehen, ins Ausland zu kommen und sich dort eine Existenz zu schaffen. Er wisse, wie schwer er an ihr gefehlt hätte — sie möge ihm in ihrer Güte verzeihen. Und sie sei jung und würde sich ein neues Leben aufbauen. Der zweite Brief an ihn: er bitte ihn' als seinen Freund, dem er so viel verdanke, er möge alles tun, das Schlimmste — die Verfolgung durch Gerichte — von ihm fernzuhalten. Und er möge sich Elmas annehmen, für die er ja auch Freundschaft — und vielleicht mehr noch empfinde — Joos Utenhoven stiess wieder das dumpf würgende Lachen vor: Feigling und Lump! Ging flüchtig — und gab da noch aus der Ferne seinen Segen! — Feigling und Lump — damals so wie heute —! Den Sessel schnellte er mit einem Ruck zurück, sprang auf, schüttelte sich, als risse er damit dies ganze Netz aus aufgestiegener Erinnerung, das ihn umstrickt gehalten hatte, ra Fetzen, würfe es von sich. ^Fortsetzung im «Aatler-Feierabend».)