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E_1935_Zeitung_Nr.060

E_1935_Zeitung_Nr.060

BERN, Freitag, 26. Juli 1935 Nummer 20 Rp. 31.Jahrgang - N° 60 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen • ABONNEMENTS-PREISE: Ausgabe A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.-, jährlich' Fr. IC- Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.5» Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.SO Erscheint jeden Dienstag und Freitag Wöchentliche Beilage „Autler-Feierabend". Monatlich. 1 mal „Gelb« List«" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III414 - Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Geschäftsstelle Zürich: Lowenstrasse 51, Telephon 39.743 INS ERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp. GrBssere Inserate nach Spezialtarif. Inseratensehlnss 4 Tage vor Erseheinen der Nummern Der schweizerische Motorfahrzeugbestand Der Stand am 30. September 1934. Mit der Einführung des Automobilgesetzes fst bekanntlich auch die schweizerische Motorfahrzeug-Statistik einer grundlegenden Reorganisation unterzogen worden, die im Gesetze verankert ist und die Aufgabe dem eidgenössischen statistischen Amt überträgt. Es war zu erwarten, dass die Neugestaltung dieser statistischen Erhebungen dem eidg. Amte eine wahre Sisyphus-Arbeit aufbürden würde, insbesondere als es galt, von den Kantonen fortlaufend über die Mutationen im Fahrzeugbestand orientiert zu werden. Weil diese Unterlagen nur sehr langsam eingingen, war es nicht möglich, die Statistik für das Jahr 1932 zu erstellen. Die Schwierigkeiten scheinen noch nicht ganz behoben zu sein, nachdem das eidg. statistische Amt erst jetzt in der Lage ist, die Angaben über den Stand am Ende des dritten Quartals 1934 zu machen. Es ist im Interesse einer vollwertigen Statistik und deren rechtzeitigen Auswertung durch die am Automobilwesen interessierten Kreise dringend zu wünschen, dass nun das Meldewesen von Seiten der Kantone vervollständigt wird, um dem eidg. Amt eine promptere Verarbeitung zu gestatten. Als Stichtag ist^der 30. September gewählt, worden. Da. in 'den meisten Kantonen die quartalsweise Verrechnung der Motorfahrzeugsteuern eingeführt ist, so machen die Fahrzeughalter vorab in den Gebirgsgegenden in vermehrtem Masse von der Möglichkeit Gebrauch, den Fahrbetrieb mit Ende des dritten Quartals einzustellen. Würde nun, wie bisher, als Stichtag der 31. Dezember beibehalten, so könnten die im letzten Quartal vorübergehend aus dem Verkehr gezogenen Fahrzeuge nicht berücksichtigt werden und der Totalbestand ergäbe eine wesentlich geringere Zahl als den Jahresdurchschnitt oder den Höchststand im Sommer. Um ein solches stark verzerrtes Bild zu vermeiden, wurde der 30. September als Zähltag gewählt. Der dannzumalige Bestand wird gewiss den normalerweise vorliegenden Verhältnissen eher gerecht, als es bei Ermittlungen auf Jahresende der Fall wäre. Immerhin sollten die Behörden, die etwa ihr Gewissen wegen der übertriebenen fiskalischen Belastung des Motorfahrzeuges mit den Bestandeszahlen auf 30. September (da sie beträchtlich höher sein werden als am Jahresende) beruhigen wollen, daran denken, dass Hunderte, ja Tausende von Fahrzeughaltern gezwungenermassen den Betrieb über drei oder sechs Monate im Winterhalbjahr einstellen, nur um auf diese Weise den übersetzten Abgaben teilweise zu entgehen und dass dabei der Staat das schlechteste Geschäft macht. Mit Statistik scheint man sich in diesen Kreisen zwar auf alle Fälle nicht zu belasten, sonst wäre den Herren der Stillstand im Motorfahrzeugbestand, der sogar einem bedenklichen Rückgang bei den Motorrädern Platz gemacht hat, 'schon längst ein Fingerzeig für die kritische Lage der schweizerischen Motorfahrzeugwirtschaft gewesen. Aber dies nur so nebenbei. Lassen wir nun-, mehr dem eidg. statistischen Amt das Wort, dem wir die nachstehenden Angaben und textlichen Erläuterungen verdanken und das auch alle Anerkennung für die verständnisvolle Behandlung der Materie verdient: Der schweizerische Motorfahrzeugbestand wurde während Jahren flurch jeweilige Zählungen an einem bestimmten Tage festgestellt. Eine andere Erhebungsweise ist nun mit dem Bundesgesetz vom 15. März 1932 über den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr eingeführt worden, das die Kantone verpflichtet, dem Eidgenössischen Statistischen Amt sämtliche Zugänge und Abgänge von Motorfahrzeugen zu melden. Auf Grund dieser Angaben kann, von den Ergebnissen der Bestandesaufnahme am Jahresbeginn 1934 ausgehend, die Grosse 'des schweizerischen Motorfahrzeugparkes für jeden beliebigen Zeitpunkt errechnet werden. Allerdings ergab diese Neuerung in der Praxis anfänglich manohe Schwierigkeiten, namentlich weil etliche Kantone die Mutationskarten verspätet oder unvollständig ausgefüllt einsandten. So erklärt es sich, dass erst jetzt die Uebersicht für Ende September 1934 erscheinen kann. Das dritte Quartalsende ist insofern bemerkenswert, als in diesem Zeitunkt die Zahl der stillgelegten und deshalb statistisch nioht erfassten Vehikel auf jeden Fall kleiner ist als am Jahresschluss. Trotzdem dürfen die Septemberendzahlen 1934 mit den Jahresendzahlen 1933 verglichen werden, was in untenstehender Tabelle erfolgt. Motorfahrzeugbestand 1933/1934. Ende 'Ende Zunähme Fahrzeugarten Dez. Sept. abso- % 1933 1934 lut Personenwagen ... 66 394 69 744 3 350 6,0 Autobusse 1304 1487 183 14,0 Lastwagen J ) . . . . 18 366 18 828 462 2,5 Automobile total . . 86 064 90 059 3 995 4,6 Gewerbl. Traktoren. . 620 676 56 9,0 Motorräder 31235 34 514 3 279 10,5 Motorfahrzeuge total 117 919 125 249 7 330 6,2 J ) Inbegriffen Lieferungs-, Spezialwagen. Am 30. September 1934 waren in der Schweiz gegen 70,000 Personenauto und Motorfahrzeugbestand in den Kantonen, Ende September 1934 Einwohner pro Gewerbl. Motorfahr« Motor- Kantone Personen- Auto- last- Trak- y" Total Motor- Motor- zeuge Motor- fahrwagen busse wagen 1 toren Total 31.Dez.33. räder räder 1933 Total wagen zeug Zürich 12497 177 4138 183 16995 15605 5481 3744 22476 38 29 Bern 11097 246 2245 114 13702 13391 6342 5718 20044 51 35 Luzern 2575 102 874 35 3586 3468 1329 1255 4915 55 40 Uri 135 13 58 4 210 198 101 88 311 111 75 Sohwyz .... 491 18 184 8 701 713 328 436 1029 90 62 Obwalden ... 142 7 55 1 211 178 107 104 318 95 63 Nidwaiden ... 116 4 20 — 140 131 52 52 192 110 80 Glarus 377 8 103 7 495 490 193 219 688 71 51 Zug .... 443 3 148 4 598 585 164 182 762. 59 46 Fribourg .... 1488 43 436 11 1978 2019 1104 1208 3082 73 47 Solothurn . . . 2076 78 564 27 2745 2685 1081 1172 3826 54 39 Basel-Stadt . . . 3720 22 1371 68 5181 4994 1332 1147 6513 32 26 Basel-Land . . . 1549 27 592 31 2199 2161 879 984 3078 43 31 Schaffhausen . . 762 24 238 9 1033 1023 478 506 1511 50 34 Appenzell A.-Rh. 532 26 118 1 677 518 331 79 1008 70 47 Appenzell I.Rh. . 38 3 21 2 64 66 39 42 103 220 137 St. Gallen . . . 3441 80 918 43 4482 4216 1954 1781 6436 63 44 Graubünden . . 985 59 139 7 1190 1163 599 645 1789 107 71 Aargau 3463 48 808 31 4350 4336 2509 2760 6859 61 39 Thurgau .... 1965 36 473 29 2503 2468 1377 1421 3880 55 -35 Ticino 2317 113 942 2 3374 3181 1321 1509 4695 48 34 Vaud 7588 167 1752 22 9529 9347 3114 2424 12643 36 27 Valais 860 93 405 1 1359 1351 763 795 2122 101 65 Neuch&tel. . . . 2301 44 671 19 3035 2968 1044 1119 4079 39 29 Genf 8786 46 1555 11 10398 9429 2492 1845 ,12890 17 14 Schweiz 69744 1487 18828 676 90735 86684 34514 31235 125249 46 33 1 Inbegriffen Lieferungs- und Spezialwagen. Wir berichten heute über: Kampf um die Benzinzollerhöhung. Querschnitt. Grosser Preis von Deutschland. Ursachen übermässigen Brennstoffverbrauchs. Zusammenarbeit im Europa- Südamerika-Flugpostdienst. Bilder: Seite 6. 19,000 Lastwagen eingeschrieben, ferner etwa 1500 Autobusse und 34,500 Motorräder. Dass die relativ bedeutende Vermehrung der beiden letzten Vehikel seit 1. Januar 1934 zu einem erheblichen Teil auf Wiederanmeldungen beruht, lässt sich statistisch nachweisen. In den 9 ersten Monaten 1934 wurden nämlich nur 85 Autobusse und 2071 Motorräder neu in den Verkehr gesetzt, also weniger als deren Bestand in diesem Zeitraum zugenommen hat. Dagegen dürfte der Zuwachs an Personenwagen, vornehmlich aber an Lastwagen, in der Hauptsache eine tatsächliche Erweiterung des schweizerischen Automobilparkes bedeuten und nicht der Kontrollkarteien; denn in den drei ersten Quartalen 1934 wurden für 7720 Personenwagen und 1135 Lastauto erstmalige Verkehrsbewilligungen erteilt: Diese Zahlen übertreffen den Nettozugang um mehr als das Doppelte. Die beiden volkreichsten Kantone def Schweiz, Zürich und Bern, sind, mit je über 20,000, auch am reichsten an Motorfahrzeugen. Genf und Waadt beherbergen je rund 13,000, noch, doppelt so viele wie die Kantone, mit den nächstgrössten Zahlen : Aargau, Baselstadt und St. Gallen. Auf diese 7 Kantone entfallen 87,861- Motorfahrzeuge oder 7 Zehntel des Landesbestandes. Verschieden von der Reihenfolge der Kantone nach der absoluten Zahl der motorischen Vehikel ist deren Rangordnung nach der Motorfahrzeugdichte. Während- in > der ganzen Schweiz durchschnittlich ein Fahrzeug auf 33 Einwohner kommt, zählt der Kanton Genf ein solches bereits auf 14 Bewohner. Ueber dem Landesmittel steht ferner die relative Ausstattung an motorischen Verkehrsmitteln beider Basel, der Waadt, der Kantone Neuenburg und Zürich. Den Gegensatz zu diesen industriellen und städtereichen Kantonen bilden die Bergkantone. So fällt in Appenzell F E U I L L E T O N Die Versuchung des Joos Utenhoven. Von Karl Rosner. (12. Fortsetzung.) '