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E_1935_Zeitung_Nr.061

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18 einmal anders

18 einmal anders angepackt werden, und derbei hinauftrug, auf dem jetzt nur noch die Lehrer Gottfried Frischknecht hatte es gelben Stoppeln standen. Mit dem Hubelbauern war der Lehrer schon vor vierzehn verstanden, auch hier eine neue Wendung herbeizuführen, was angesichts der bisherigen Tagen beim Jassen einig geworden, das man Gewohnheit immerhin etwas heissen wollte, dort das weithin leuchtende Häsliger Augustfeuer wollte aufflackern lassen. Freilich, ein zumal in einer Gemeinde, die über keinen besondern Holzvorrat verfügte. Aber eben: bisschen windig war es auf der Feldanhöhe, wer die Jugend für sich hat, der hat die Begeisterung für sich, und von nun an sollte henden Wäldchen emporragte, und als die wie ein Glatzkopf aus dem darunterste- es anders werden. Fritzli Blaser seine Bürde schönen Buchenholzes aus dem Henkelkorb auf den Holz- Lehrer Frischknecht hatte also bei seinen Kindern zuerst die Begeisterung für diehaufen schüttete, meinte er: «Am Ende Gründung des alten Bundes der Eidgenossen geweckt und für die Schweizerfreiheit, die jenem entsprang. «Ja, das war etwas Rechtes, was da unsere Vorfahren geschaffen haben. Soll das auch recht gefeiert werden bei uns? Ja oder nein?» Ein jubelndes «Ja»! hate die Schulstube erfüllt und war zu den offenen Fenstern hinausgeklungen, so da»s drüben im Pfarrhaus der alte Dorfpfarrer beim Memorieren seiner Sonntagspredigt aufhorchte, gelinde den Kopf schüttelte und sich fragte: «Was stellt er wohl wieder an, der Lehrer, der junge Unruhgeist?» Nach dem Jubelbeschluss war dann abgemacht worden, dass die Kinder diesmal im Dorfe herum, aber vor allem bei sich zu Hause, Holz sammeln sollten, nicht bloss dürres Reisig, sondern, wo es nur irgend erhältlich war, gute Klötze, die lange brennen würden. Und wie es freudig beschlossen worden, - so ward es durchgeführt. Den ganzen Nachmittag des ersten August verwendeten die Kinder zum Sammeln, mit einem wahren Feuereifer, wie es eben nur aus der feurigen Erwartung von etwas Besonderem entspringen kann. Vom grössten Buben, dem Hansli Krähenbühl, bis zum kleinsten Mädchen, dem Liseli Jost, waren sie alle nun auf einmal geschickte Geschäftsleute geworden, die — Einigkeit, der Gemeinsamkeit und der Brüderlichkeit vorbrachte und dabei auf den einem Handelsreisenden zum Trotz — denhohen Holzhaufen hinweisen konnte, der ohne Schnabel wohl zu gebrauchen wussten. «gegenseitige Unterstützung, ohne Solidaritätsgefühl, ohne das Bewusstsein, dass wir «Wer ein guter Eidgenosse ist, der gibt, was er nur kann!» Mit diesem dem Lehrer ein einig Volk von Brüdern sind, niemals in abgelauschten Spruch trat selbst das Liseli solcher Fülle und mit dem besten Holz hätte Jost vor seinen Vater hin und nickte dabei aufgeschichtet werden können, wie dies in so lebhaft mit dem Kopfe, dass die beiden herzerfreulicher Weise geschehen konnte. flaohshaarigen Zöpfchen ihm nur so auf dem Und jetzt entzündet das festliche Feuer, das könnte uns am Abend der Wind das Feuer ausblasen.» Da erwiderte ihm aber Hansli Krähenbühl: «Du Löli! Weisst nicht, dass das Feuer erst recht lodert und brennt, wenn der Wind drein bläst! Haha! Wirst dann sehen...!» Und da er sich auf das schöne Schauspiel des im Winde wild emporlodernden Feuers freute, Hess er seiner Erläuterung einen lauten Jauchzer folgen. Selten hatte man in den Gauen des lieben Schweizerlandes einem festlichen Feuer zu Ehren der Gründung der Eidgenossenschaft mit freudigerer Erwartung entgegengesehen als an diesem ersten August in Häsligen. Die ganze Ortschaft war auf den Beinen. Nun. stimmten auch die Glocken von Häsligen in den ehernen Chor ein, und je nachdem der Wind blies, wurde der Schall bald stärker, bald etwas schwächer zum Krähenhubel hinaufgetragen. Dort stand jetzt der Lehrer, von seinen Schulkindern umgeben, in nächster Nähe des prächtigen Holzstosses, stolz auf seinen Erfolg, und hielt noch, ehe er das Zeichen zum Anzünden gab, eine kurze patriotische Ansprache. Dabei wurde ihm warm zumute, als ob der Holzstoss schon in hellen Lohen stünde, zumal als er zum Schluss eine wahre Verherrlichung der Flammenfanal und erneuert bei solchem Lodern den Schwur der Schweizer: einer für alle, alle für einen!» Schon zuckten in manchen Kinderhänden die kleinen Feuer der Streichhölzchen auf* als die wuchtige Stimme des Gemeindepräsidenten ein donnerndes «Halt» erschallen llllllllllllllllllll AUTOMOBIL-REVUE 1935 — N° 61 Halse auf und ab hüpften. Ja, wenn die begeisterte Jugend im Namen der alten Eidgenossen, der Bundesgründer, herzlich bettelt — wer könnte da widerstehen? Wie Ameisengekrabbel wäre es von ferne anzusehen gewesen, als die Dorf Jugend gegen Abend ihre Holzbürden zum Krähenhuliess. «Verehrte Anwesende», fuhr er dann, den Schweiss von der perlenden Stirne wischend und nach Atem ringend, fort — denn er war in grosser Eile eben erst angekommen, und der Aufstieg auf den Hubel hatte seiner Korpulenz ordentlich Mühe bereitet — «alle, die ihr hier seid, höret! Ich muss euch die betrübliche Botschaft machen, dass das Feuer wegen dem Wind nicht entzündet werden darf. Der. Wald ist zu nah, die Gefahr ist zu gross. So hat unser Gemeinderat vor einer halben Stunde beschlossen. Es bleibt dabei!» Der Lehrer, die Kinder und die meisten übrigen Anwesenden sahen drein, als ob plötzlich ein regelrechter Wolkenbruch sich über ihnen entladen und die ganze Freude mit strömenden Wassern ausgelöscht hätte. Eine halbe Minute lang wurde kein Wort gesprochen. Dann wollte sich der Lehrer aufs Verhandeln verlegen mit dem Vorschlag, den Holzstoss weiter nach hinten zu stellen, näher ans Haus des Hubelbauern. «Ja, das gäbe ein Augustfeuer, wenn das Bauernhaus abbrennen würde!» höhnte der Gemeindepräsident, «nichts davon!» Und der Bauer stimmte gestikulierend bei. Noch ging die teilweise murrende, teilweise schweigende Verdrossenheit um, und über manches Kindergesicht rollten schon die bittern Tränen der grossen Enttäuschung — da sah man, wie auf einmal der Pfarrer aus der Reihe der Leute hervortrat, mit sichern Schritten auf den Holzstoss zuging und dabei ein Streichholz entzündete, das er mit ausgestrecktem Arm vor sich hin hielt, als wollte er das Feuer entfachen und dem Beschluss des hohen Gemeinderates freventlich trotzen. Doch der Wind blies ihm rasch das Hölzchen aus, indessen er sich emporreckte und in schlichter, aber doch von innerer Wärme erfüllter Weise zu sprechen begann: «Ihr lieben Leute alle, lasst mich einige Worte zu euch sagen. Ob der Wald da unten gefährdet sein könnte, loh weiss es nicht und kann es mir schier nicht denken. Aber der Gemeinderat hat beschlossen, und uns geziemt, seinen Beschluss zu achten. Trösten wir uns angesichts der ewigen Sterne, die ob uns leuchten, und im Verhältnis zu deren ewigen Strahlen selbst ein tagelang dauerndes Feuer nichts anderes wäre als das Aufleuchten eines Streichhölzchens, so flüchtig, wie ihr es eben in meiner Hand gesehen habt. Ich weiss euch ein Feuer, das länger brennt, und das ist der Dank eines guten Herzens. Und so kann es heute, auch ohne dass unser Holzstoss brennt, bei dem schö- JMe grosse Nenheit der ISadesaison A.-Cr. 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Das Marianni hat in seinen guten Tagen fast für uns alle etwa Flickarbeiten gemacht, jetzt wollen wir ihm auch einmal etwas zuliebe tun, und so mag es denn in diesem Falle einmal heissen: .Eine für alle, alle für eine!' Vorwärts! Mir nach! Und Gott mit euch!» Das Flick-Marianni war schon lange in tiefem Schlaf, als vor der baufälligen Hütte, in der es wohnte, mit fleissigen Händen, unter kindlichem Gekicher und Gelächter, das Holz vom Augustfeuer, das nicht gebrannt hatte, aufgeschichtet wurde. Doch war ihm im Traum, es höre von vielen Leuten ein Lied singen, das klang wie das «Rufst du mein Vaterland», das es selber noch in der Schule gesungen hatte. Als das Flick-Marianni am Morgen des 2. August vor seinem Fenster das vom Himmd ihm geschickte, oder, wie es sagte, das «himmlische Holz», erblickte, erschrak es fast. Aber bald kam der Pfarrer und berichtete ihm, wie alles mit ganz rechten Dingen zu- und hergegangen sei. Von «himmlischem Holz» dürfe es freilich wohl reden, denn wenn der Himmel am ersten August Regen gesandt hätte, so wäre das Holz nicht gesammelt worden — trotz dem schönen Gedanken des, Schulmeisters — und wenn der Himmel nicht am Abend einen tüchtigen Wind gesandt hätte, so wäre es im Augustfeuer aufgelodert. Und ganz himmlisch habe es ihn, den Pfarrer, selber berührt, als alle jung und alt, so rasch bereit gewesen, seinem Vorschlag zu folgen und den Spruch wahr zu machen: einer für alle, alle für einen. Dem alten Flick-Marianni rollten bei die« sen Erklärungen zwei Tränen über die welken Wangen, so silbern hell wie seine Haare, und indem es die Hände des Pfarrers ergriff, sagte es: «Ja, ja... 's ist halt «himmlisches Holz», für das mein Dank fast nicht ausreicht.» Ferien zur See auf den bekannten Dampfern der cJreoeh cCtrte Gie Gle Transatiantique OSTSEE vom 8. bis 30. August „COLOMBIE" 13.700 Tonnen Norwegen, Schweden, Russland, Finnland, Polen, Dänemark. 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W 61 — 1935 ATJTOMOBIC-REVUB " ,,/Jft ö Lan'd 'der Berge, Land der grünen 'Auen, wüdwasserblauen, stillen Seen, wo hoch und hehr die Wolkenkuppel schirmet und höher noch der Fels die Zinnen türmet auf Fundamenten, die bestehn, Erblüht dein Reich im Glanz der Sommerfreude, fahr hin, o Fremde, Prunk und Zier, der Riesenstädte schimmerndes Gepränge, der Meere klippenstürmendes Geklänge, wie klein ist alles neben dir! Mit Genehmigung des Auslandschweizer-Sekretariates entnehmen wir das nachstehende Kapitel dem neuen Buch der N. H. G. « Unsere Schweizer- Heimat », das wir an anderer Stelle dieses Blattes besprochen haben. Die Redaktion. Durchblättert man die der schweizerischen Frauenwelt gewidmeten drei Bände der c Schweizer Frauen der Tat », so ist man erstaunt über die Fülle von Individualitäten, die sich lehrend, helfend und "führend um Land und Volk verdient machten. Nach ihrem äussern Wirken könnte man drei Hauptgruppen, die nicht streng voneinander getrennt sind, unterscheiden: die Künstlerin, die Wissenschaftlerin und die Organisatorin, Fürsorgerin, Pflegerin und Lehrerin. Innerlich sind all die tätigen oder beruflich arbeitenden Frauen durch dasselbe Ziel und Streben verbunden: zu dienen, zu wecken und zu helfen. Dar Tatendrang entspringt dem weiblichen Gemüt, einem hellen, gesunden Verstand, der Hingabe an das Schöne und Gute und dem Wunsch, ihre warme Mütterlichkeit in den Dienst der Gesamtheit zu stellen. Weder sprachliche Grenzen noch konfessionelle Fragen üben einen hemmenden Einfluss auf das Werk der Frauen aus, die, oft ihr eigenes schweres Los tapfer überwindend, das Schicksal der Mitmenschen freundlicher zu gestalten sich bestrebten. Schon die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts bringt drei Gestalten von interessantester Prägung Hill! Aus dem scftweizeüscheit BemVaterfand Von Johannes Jegerlebner. 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Helvetia, AUmutter deiner Söhne, wie flammt im Spiegelbild der Firne, wenn Banner brausend ziehn durch deine Hallen, landauf, landab die Glockenfluten wallen, von tausend Feuern deine Stirne! hervor, die in einer Zeit, in der die Frauen wenig am geistigen Aufschwung teilnahmen, ihren Weg in die Oeffentlichkeit fanden. Die Baslerin Sibylla Merian, die durch ihr Zeichen- und Maltalent zum Studium der Naturwissenschaften gelangte, erwarb sich durch ihre mustergültigen Sammlungen, Herbarien und ihr gründliches Werk über die «Metamorphose der Insekten », das sie selbst illustrierte, einen Namen in der Gelehrtenwelt. Hortensia Gugelberg von Moos, eine bündnerische Edelfrau, deren Gatte in französischen Kriegsdiensten fiel, machte ihr gastliches Maienfelder-Haus zu einer Stätte der Fürsorge und einem geistigen Mittelpunkt. Religiöse Fragen und, das Studium der Medizin beschäftigten die als erfolgreiche Aerztin bekannte Frau, die mit den Gelehrten ihrer Zeit in regem Briefwechsel stand und durch ihre theologischen Schriften berühmt wurde. Die Miniaturenmalerin Anna Waser, deren beste Arbeiten nach Deutschland, England und Holland verkauft worden sind, machte ihren angesehenen Zürchernamen weit über die Landesgrenzen bekannt und wurde auch in der Heimat als Meisterin des Porträts mit ehrenvollen Aufträgen überhäuft Das Rokokozeitalter gewährt der ausserordentlichen Frau auf allen Gebieten grösseren Spielraum, während die grosse Masse der Bürgerinnen und Bäuerinnen von der geistigen Bildung ausgeschlossen bleibt. Wir finden die « Männin » Barb'araSchuIth e s s , die gleich ihrer Zeitgenossin Magdalena Schweizer-Hess der Zürcher Gesellschaft des 18. Jahrhunderts entstammt, als Freundin Lavaters und Goethes, nicht selbst literarisch produktiv, aber für schöngeistige und religiöse Probleme begeistert. 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Als eine 'der kultiviertesten Frauen des Goethekreises in Rom wandelt die Malerin Angelica Kauffmann, ausgezeichnet durch weiche Empfindsamkeit und seelischen Adel, als Muse der sie umgebenden Künstler, zwischen Antike und Rokoko. Madame de Stael, die Tochter der Waadtländerin Suzanne Curchod und des Finanzministers Necker, eines Genfers, empfing schon im literarischen Milieu der Mutter die ersten Anregungen zu ihrer späteren glänzenden Laufbahn als Schriftstellerin. — Im politisch-literarischen Salon der Mme de Stael dominierte die geistreiche, für jede neue Bewegung entflammte Herrin, die in den Ideen der Aufklärung und französischen Revolution aufgewachsen war und es wagte, sich gegen den militärischen Absolutismus Napoleons I. aufzulehnen. Im Exil von Coppet und auf den Reisen nach Deutschland und Italien reiften jene Werke, die von ihrer scharfen Beobachtungsgabe und liberalen Denkungsart zeugen. Eine eigenartige Erscheinung in der Geschichte der schweizerischen Frauenwelt ist die Soldatenfrau und Amazone im 17. und 18. Jahrhundert. Zürich kann mit zwei markanten weiblichen Haudegen aufwarten. Magdalena Bleuler diente mit 19 Jahren Im Regiment Salis-Soglio in französischen Diensten unter dem Namen Jakob Bleuler und versah ihr Soldatenhandwerk » ehrlich und recht ». Die bekannte Zürcher Amazone Regula Egl! hat an 4er Seite ihres Gatten, des Obersten Engel, die napoleonischen Feldzüge mitgemacht, den Offiziersgrad erworben und zwischen Schlachten und Stürmen 21 Kindern das Leben geschenkt. Urgesundes Frauentuni quillt aus der Vitalität der Luzernerin Katharina Morel, die den russischen Feldzug überlebte und mit der Ehrenmedaille von St. Helena ausgezeichnet wurde. Das 19. Jährhundert stellt den Frauen wieder ganz neue Fragen und Probleme. Pestalozzi wies Schweiz. 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Bei der ersten Schweizer Aerztin, der Aargauerin Marie Heim-Vögtlin, wird der klare Verstand aufs glücklichste mit feinfühlender Weiblichkeit verbunden. Sie bewies in überzeugender Weise die Reife der Frau für akademische Studien und ist durch ihre bahnbrechende Eroberung der Universität eine Wegbereiterin jener Frauen geworden, die aus innerstem Drang zu höherem.Studium berufen sind. Die Pflichten der Gattin und Mutter harmonierten in schönster Weise mit der Berufsarbeit der erfolgreichen Doktorin. Marie Heim-Vögtlin und ihre Thurgauer Kollegin Karoline Farner begnügten sich nicht allein mit der Ausübung ihrer Praxis, sondern entfalteten auch eine segensreiche, sie mit allen Klassen des Volkes verbindende soziale Tätigkeit, EU der ihr Beruf wie kein anderer sie täglich hinwies. Frau Dr. Heim gehört auch zu den Gründerinnen der schweizerischen Pflegerinnenschule in Zürich. Im Dienste der Kranken hat sich die geistesstarke erste Generaloberin von Ingenbohl, Maria Theresia Scherrer von Luzern, grösste Verdienste erworben. Ihre ausserordentliche Tätigkeit umfasste alle Werke christlicher Nächstenliebe, und ihrer männlichen Initiative verdankt der Orden der Schwestern vom hl. Kreuz den imposanten Auf-» Schwung und die internationale Bedeutung des aus bescheidenen Anfängen hervorgegangenen Werkes. Die Gründerin des Berner Diakonissenhausea war die Patrizierin Sophie von Wurstem-i bergeif die, durch die Engländerin Elisabeth Fry angeregt, von lebendigem Christentum getrau gen, sich ganz den Armen und Kranken widmete und sich als «regierungsfähige Bernerin» einen, opferwilligen Stab junger Pflegerinnen gross zog. Ebenfalls unter dem Einfluss der Quäkerin Elisabeth Fry, des « Engels der Gefangenen», beschloss die Zürcherin Mathilda Escher, eW nen Verein zur sittlichen Pflege entlassener Sträflinge zu gründen. Marie Anne Calame, von Le Locle, nahm sich der verwahrlosen Kinder in ihrer Anstalt in Billodes an, die sie durch individuelle Erziehung, Unterricht und manuelle Beschäftigung wieder auf rechte Wege brachte. Auch die Dichterschwester Betsy Meyer widmete sich unter Samuel Zellers Leitung der Pfleg© von Gemütskranken in Männedorf. Der Ruf der Zellerschen Anstalt basierte auf der « Heiligen von Männedorf >, Dorothea Trudel, die sich" im Liebesdienst für Kranke erschöpfte und von deren schlichten Erscheinung eine Fülle von Kraft und Zuversicht ausging. Selbst eine Kranke wie Adele Kamm vermag sich durch eigenen, selbstlosen Verzicht zur Helfe- SCHWIMMBAD HEIDEN »14131 Auskünfte erteilen: Alle Schweizer Kristallklares, bakterienfreies Wasser Weite Rasen-Liegeplätze Grosser Sportplatz Neue Tennisplätze Schöne Einzelkabinen Wechselkabinen Terrassen - Restau rant Grosser gedeckter Autopark direkt an der Staatsstrasse das ebenso gastfreundliche wie billigt Land mit seinen landschaftlichen Schönheiten, seiner guten Küche and* seiner liebenswürdigen, gemütlichen, sangesfrohen Bevölkerung LADET SIE EIN! Sie werden sich bei uns zu Hause ; fühlen. Tadellos gepflegte Autostrassen ermöglichen genussreiche, Interessante Pässefahrten. Für Bahnreisende grosse Fahrpreisermässigungen. Reisebureaux and die Bahnhoistr. n Tel. 35.535 Österreichische Verkehrswerbung Zürich