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E_1935_Zeitung_Nr.065

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ewusst, dass der Kanton

ewusst, dass der Kanton allein für ein solches Bauwerk finanziell zu schwach ist und dass da nur die Alpenstrasseninitiative ausreichend helfen kann. Mit jedem Tag Verzögerung werden die Verhältnisse ungünstiger und wenn man sich beim diesjährigen Aufenthalt in St. Moritz des Eindruckes nicht erwehren kann, dass der Automobilreiseverkehr diesen Sommer weniger' intensiv ist als letztes Jahr, so spielt hiebei vielleicht der gegenwärtige Zustand etlicher bündnericher Alpenstrassen eine massgebende Rolle. Denn es spricht sich bei den Autoreisenden nichts so schnell herum, wie schlechte Hotels und Wirtshäuser und — schlechte Strassen, wobei von der leidigen. Staubplage gar nicht gesprochen sei. ' •'; V Der Wirrwarr In der Signalordnung. Mit der neuen, eidgenössischen Signalordnung ist die grundsätzliche Vereinheitlichung für das Strassensignalwesen geschaffen und die Kantone sind auch ersucht worden, die nötige Anpassung der Signale innert den gestellten Fristen vorzunehmen, wobei alle der neuen Signalordnung nicht mehr entsprechende Signale zu beseitigen sind. Leider ist es aber auch hier vielfach beim Befehlen geblieben, während die Ausführung stecken blieb. Noch heute kann jnan auf den grossen, Durchgangsstrassen die vielgestaltigsten resp. nicht mehr zulässigen Signale antreffen. Die alten Ortstafeln finden sich neben den neuen, oft stehen beide in 50 m Distanz nebeneinander, wie z.B. an der Seestrasse in Küsnacht (Zürich). Das Signal «Achtung Ausfahrt», das in der Signalordnung überhaupt nicht vorgesehen ist, findet sich, noch an sehr vielen Orten und in der mannigfachsten Ausführung. Dass Stationierungsverbotstafeln vorhanden sind, die nicht einmal der Signalform nach den Vorschriften entsprechen, kann man auch in der Bündner Fremdenmetropole St. Moritz konstatieren. Was wohl allerdings darauf zurückzuführen ist, dass diese Signale nicht von den Gemeindebörden, sondern von Privaten angeordnet und installiert worden sind. Auch die Aktion für die Beseitigung der Reklametafeln längs der Landstrassen ist wieder völlig eingeschlafen. Nicht nur werden die alten Reklametafeln nicht beseitigt, sondern es mehren sich diese Reklamewände täglich, verschandeln nicht nur das Landschaftsbild, sondern gefährden auch den Straßenverkehr, besonders was die reflektierenden und gleichzeitig, blendenden Tafeln c anbetrifft. • V Aus «l«*n Gegen die Benzinzollerhöhung. Das Waadtländer Beispiel der Einsetzung eines Aktionskomitees zur Bekämpfung der BejnzinzoUerhöhung dürfte nun auch auf Zürcher Boden Schule machen. Der kantonalen Strassenverkehrsliga wurde angeregt, mit den -kantonalen Behörden in der Benzinzollfrage. Rücksprache zu nehmen und sie um ; Vornahme einer Demarche im Bundeshaus zu ersuchen., Denn es steht ausser Zweifel, dass sich die nun bedeutend stärker geltend machende, partielle Stillegung der -vielen Motorfahrzeuge im Sinne eines Rückganges der Steuererträgnisse nachteilig für- den kantonalen Fiskus auswirken wird. - Ferner dürfte auch die Bildung eines kantonalen Aktionskomitees für die Alpenstrasseninitiative bevorstehen^ um so ; derselben auf Zürcher Boden eine grosse Zahl annehmender Stimmen zu sichern. Der Automobilist, ist sich heute darüber klar, dass ihm mit dieser Volksinitiative das beste Mittel in die Hand gegeben wird, der unzulässigen- Benzinzollpolitik des Bundes Halt zu gebieten V Joos Utenhoven ruckte auf. Ueber die Schläfe strich die Hand, an der der alte Ring mit dem geschnittenen Karneol rot glühte: «Wie meinen Sie das, Doktor —?» «Sie kommen aus einer Geschlechterreihe, die eine Kette von selbstherrlich freien Herren war: Seefahrer, Würdenträger und Soldaten, die im Licht gestanden haben — vor mir geht endlos eine Reihe von Gepeinigten, Bedrückten, und Beladenen. Und sind wir denn nicht alle Erben des Erlebens unserer Ahnen, das in uns weiterwirkt? In Ihnen wie in mir— in jedem? Ein Nicken nur als Antwort: — ja — das waren, solche jSp.intisierereien —> Aber yielin Grossmut und Gewähren kleiden sollte, suchte er, goss sich aufs neue ein und hob l sein Glas gegen Marane, trank. \ " Kaum nippend gab ihm der Bescheid. «Sie trinken gar nicht,-Doktor ?» :«Nie — Sie wissen es doch—> Aargauische Verkehrsprobleme. Seit Jahren bewegt die Surbtälbahn-Angelegenheit nicht nur die direkt beteiligten Kreise, sondern den ganzen am untern Aarelauf gelegenen Kantonsteil. In einer unlängst in Zurzach stattgefundenen Versammlung der Gemeinderäte und Gemeindeschreiber dieses Bezirkes haben die Vertreter der Surbtaler Gemeinden der Mißstimmung ihrer Bevölkerung über die Entwicklung der Surbtälbahn-Angelegenheit Ausdruck verliehen. Es wurde hervorgehoben, dass sich die ganze Talschaft mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die Aufhebung des Bundesgesetzes betreffend den Bau der Surbtalbahn zur Wehr setzen werde, und zwar so lange, als seitens des Bundes keine bestimmten Zusicherungen gemacht werden betreffend Bundesbeätrag an die Korrektion der Surbtalstrasse und bestimmte Taxgarantien für den Postautoverkehr. Im weitern soll bei der aargauischen Regierung wiederum wegen den Verkehrsfragen im Surbtal ein Vorstoss unternommen werden, in welchem Sinne an die Regierung folgende Resolution gutgeheissen wurde: « Die Versammlung sämtlicher Gemeinderäte des Bezirkes Zurzach stellt an den Regierungsrat des Kantons Aargau das dringende Begehren, man solle in Verbindung mit den Surbtalbehörden mit aller Energie beim Bundesrat vorstellig werden, um die im Jahre 1930 in Aussicht gestellte vertragliche Regelung der Verkehrsordnung sofort zum versprochenen Abschluss zu bringeiK » Opposition gegen die hohen Motorfahrzeug- Belastungen. In einer unlängst abgehaltenen Delegierten-Vensammlung der Thurgauischen Strassenverkebrs-Liga, in der die am Strassenverkehr interessierten Verbände und einige Gemeinden zu gemeinsamen Aktionen zusammengefasst sind, ist zu den aktuellen Verkehrsfragen Stellung genommen worden. Die Erhöhung des' Benzinzolls wurde mehrheitlich als kurzsichtige Steuerpolitik qualifiziert und das Vorgehen unserer obersten Landesbehörde in dieser Sache nicht gutgeheissen. Besonders befremdet und empört hat die Angabe von falschen Zahlen durch den Bundesrat in seiner Begründung der Zollerlasse. Speziell wurde hervorgehoben, dass die Belastung der schweizerischen Motorfahrzeugbesitzer durch Einfuhrzölle auf den Motorfahrzeugen und auf dem Benzin zusammen mit den kantonalen Gebühren höher ist, als in irgendeinem Land der Erde. Im besondem wurde auch auf die voraussichtliche Schädigung der Kantone! aus dieser Steuerpolitik aufmerksam gemacht, indem anzunehmen sei, dass viele Fahrzeuge vom Neujahr an nicht mehr in Betrieb genommen werden, wodurch den Kantonen vielleicht mehr an Steuern entgeht, als diese am Benzinzollviertel mehr einnehmen. Recht eingehend sind, alsdann die kantonalen Motorfahrzeugsteuern einer nähern Behandlung unterzogen worden; gerade im Hinblick auf den erhöhten Benzinzoll wird dringend gewünscht, dass die Steuern feiner gestaffelt werden, um die Sfeüerleistung für den einzelnen Steuerpflichtigen nach Möglichkeit. zu erleichtern, ohne dass dem Staat deswegen weniger Einnahmen zufliessen sollen. Dabei denkt man an die vierteljährliche Bezahlung der Steuern, an Erleichterung für alte Wagen und Steuerbefreiung für das zweite Automobil, das mit der gleichen Nummer benützt werden soll, sofern gleichzeitig nur ein Fahrzeug in Betrieb äteht. Die Versammlung behandelte weiterhin das ;den motorisierten Strassenverkehr besonders interessierende Traktandum: Alpenstrasseninitiative», wo-' bei mehrheitlich beschlossen wurde, diesem Volksbegehren zuzustimmen und ein Aktionskomitee zu bilden. Von Radfahrerkreisen wurde beschleunigter Bau von Radfahrwegen gewünscht, was jedoch erst unter dem neuen thurgauischen Strassengesetz möglich sein wird. n V«»k«h» Beleuchtungsnormen im Kampfe gegen Verkehrsunfälle. Die Zeitschrift dndustrial Standardisation», das Organ des amerikanischen Normenausschusses, berichtet von einer dreijährigen Untersuchung, angestellt vom Nationalen Bureau der amerikanischen Unfallversicherungen, die, einen engen Zusammenhang zwischen Verkehrsunfällen und Strassenbeleuchtung ergeben habe. Städte mit dem niedrigsten Kostensatz für Beleuchtung (im Verhältnis zur Einwohnerzahl) hätten danach die höchsten Unfallzahlen. Ein Drittel aller tödlichen Unfälle soll nach einwandfreien Feststellungen auf treten war, um die Neuerwerbungen zu sehen. Sah, wie der noble alte Herr, der ein Kenner und Förderer war wie kein anderer, da ein wenig steifbeinig von Bild zu Bild geschritten war, hier und dort beifällig genickt und seine Meinung abgegeben hatte. Und' wie er dann auf den Krückstock gestützt stillgestanden «Ihr Juden kennt dieses'Versinken nicht» «Ist das so schlimm ?»• '• - •-• und den schmalen, vornehmen Kopf gehoben Joos Utenhoven schüttelte den Kopf: «Wie hatte : «Ich habe etwas für Sie.» — «Ein wir verschieden sind —» Bild, Exzellenz ? » — «Nein — besser — «— und gehen doch so viele Jahre jetzt einen Menschen. Ich schicke ihn zu Ihnen, schon miteinander — » vielleicht, dass Sie sich mit ihm verständigen. Er hat bei mir gearbeitet: Doktor Marane — Simon Marane hob die schweren 1 Lider, seltsames Exemplar — aber das Beste, was Hess seinen Blick in dem des andern ruhen. seit Jahren bei mir durchgekommen ist-» — Beinahe wie ein wissendes und fernes Lächeln sah das aus. Ja — so war das damals geworden — und was die Exzellenz von der Kennerschaft und Und eine Stimme, die den Bann zerbrechen dem Qualitätsgefühl des Doktors gesagt wollte, fragte: « Ist es nicht so ? » hatte, das stimmte — und keine bessere Ergänzung und Kontrolle des eigenen Urteils «Es ist so — und ist anders auch —» Dann war es wieder still —und Utenhoven hätte er finden können. sann dem Worte nach, das beinah körperlich Joos Utenhoven sah aus schmaler Lidspalte hinüber zu Marane. Prüfend und for- vor ihm im Raum zu schwingen [schien: «— und anders auch». ' schend war sein Blick und blieb doch vor An diesen ersten Tag musste. er jetzt denken, sah vor sich wieder den nun auch schon Was wusste er von ihm ? Von dem, was verschlossenen Türen. abgeschiedenen alten Geheimrat Bode, der jetzt hinter der schmalen, gelben Stirn, in damals, so wie öfter schon vorher, bei ihm dieser armseligen vorgewölbten Brust sich in den erst seit kurzem, eingerichteten Aus- regte? — Von ungezählten Dingen hatte man stellungsraum in der .Bellevuestrasse einge-1 in,, all der langen Zeit gesprochen — ein AUTOMOBIL-REVUE 1935 — N° 65 ungenügende Beleuchtung zurückzuführen sein. Städte, die ihren Beleuchtungshaushalt um 11% aufbesserten, verzeichneten- einfr Senkung der nächtlichen Verkehrsunfälle um 25%; andere, die eine Kürzung der entsprechenden Ausgaben um 14% vornahmen, erlitten eine Unfallsteigerung um ,6%. 0 Um den Technikern und städtischen Verwaltungen zuverlässige Richtlinien für die Planung zweckentsprechender StraSsenbeleuchtungsanlagen zu geben, hat die Gesellschaft der Beleuchtungsingenieure soeben ihre Normen für Strassenbeleuchtung veröffentlicht. Darin sind die 'Mindestansprüche für die Beleuchtung angeführt, und zwar getrennt für sechs verschiedene Klassen von Stadtstrassen. Dadurch soll auch eine Einschränkung des Gebrauches übermässig starker und weitreichender Motorfahrzeuglampen erreicht werden, weil letztere nicht nur die Sicherheit gefährden, sondern auch das Strassenbild beeinträchtigen. Aehnliohe Absichten bestehen übrigens auch in England. Ein vom Verkehrsminister einberufener Ausschuss soll dort untersuchen, welche Schritte zu untememen sind, um zu einer wirksameren und gleichmässigeren Strassenbeleuchtung zu kommen, wobei auf die Bedürfnisse des Verkehrs besonders Gewicht gelegt werden soll. Nach einem Aufsatz in der Zeitschrift «World Power» sind die verwaltungsmässigen Schwierigkeiten, die der Einführung einer nach einheitlichen Gesichtspunkten geregelten Strassenbeleuchtung entgegenstehen, sehr gross, sind doch z. B. in London 35 verschiedene Stellen für diese Fragen zuständig. Für Tausende von Strassen- und Wegmeilen liegt es so, dass, falls überhaupt Beleuchtung vorhanden ist, diese nur für den Pferdefuhrwerkverkehr ausreicht. Abgesehen davon wirkt namentlich der häufige Wechsel der Beleuchtungsarten auf die Wagenlenker ermüdend. In Fachkreisen herrchst längst Einigkeit darüber, dass eine Einteilung sämtlicher Strassen und Wege nach ihren Beleuchtungsbedürfnissen ebenso notwendig ist wie die Anwendung von Normen für die Beleuchtungsstärke und -ari Wirksame Sicherheitsmassnahmen im Kampf gegen die Verkehrsunfälle glaubt man erst nach verbindlicher Einführung dieser Normen für das ganze Land erwarten zu können. Stvassen Neue Verkehrsordnung auf der Frutigen-Adelbodenstrasse. Laut Regierungsratsbeschluss vom 11. Juli 1935 wird auf der Frutigen-Adelbodenstrasse auf Zusehen hin und ohne Präjudiz für spätere Jahre,, der. Verkehr für Motorfahrzeuge bis zu 3,5 t Gesamtgewicht und für Gesellschaftswagen bis zu 11 t Gesamtgewicht und einer Höchstbreite von 2,2 m geöffnet unter folgenden Bedingungen: Die Fahrzeiten für Gesellschaftswagen werden wie folgt festgesetzt: Abfahrt in Frutigen: Ankunft in Adelboden spätestens: 04.30—05.30 06.20 11.45—13.15 14.05 19.30—20.30 21.20 Abfahrt in Adelboden: Ankunft in Frutigen spätestens 06.30—07.30 08.20 , 14.10—14.50 . 15.40 •. 16.45—18.20 -, : 19.10 ; Fahrten von schweren Motorfahrzeugen für Anwohner, wie sie schon letztes^ Jahr, bei speziellen besuchen bewilligt worden siitd,' dann ebenso andere schwere Motorfahrzeuge die für Transporte die nicht anders auszuführen sind, die Bewilligung hatten, sowie die nicht kursmässigen Fahrten der Automobil-Genossenschaft Frutigen-Adelboden, haben während den obengenannten Zeiten und in der für Gesellschaftswagen festgelegten Fahrrichtung stattzufinden. Während der obgenannten Fahrzeiten dürfen nur leichte, Motorfahrzeuge mit einer Höchstbreite von 1,9 m in entgegengesetzter Richtung verkehren. Das Ueberholen fahrender Motorfahrzeuge ist verboten. Die Oeffnung der Frutigen-Adelbodenstrasse für Gesellschaftswagen ist bis 5. Oktober 1935 vorgesehen. Zu dieser neusten Verordnung ist zu bemerken, dass es ausserordentlich erfreulich ist, dass die .Strasse nach Adelboden auch für die grossen Gesellschaftswagen frei gegeben worden ist. Frutigen und Adelboden werden diesen neuen zusätzlichen Verkehr in sehr angenehmer Auswirkung zu spüren bekommen. Die Strasse Visp-St. Nikiaus. Bis jetzt war nuT die Strasse von Visp bis nach Stalden für Automobile fahrbar. Von hier aus gab es dann kein weiteres Fortkommen mehr mit dem Wagen. Man musste, um nach Zermatt zu gelangen, die Bahn benützen. Heute nun ist die Strasse von Stalden bis auf 3 km von St. Nikiaus entfernt ebenfalls vollständig ausgebaut. Am Endpunkt der Strasse befindet sich Tausch von Worten, weiter nichts —. War aufeinander angewiesen — hatte gleiche Interessen — und blieb doch stets einander fremd, getrennt durch unsichtige Fernen. Was es nur war? Die unbewusste Scheu vor seiner Missgestalt —? Nein — sicher nicht —r an dieses Aussehen hatte er sich doch längst gewöhnt — hätte sich ihn gar nicht mehr anders denken können. Er suchte — tastete — er fand es nicht — Und in die Stille sagte leis Simon Marane, sprach so, als wären die Gedanken des anderen seinem Ohr offenes Gespräch gewesen: «— vielleicht, dass es nur dass Erlebnisfremde ist —» 1 s f i s c h e r Kanadas Automobilverkäufe. Im Monat Mai wurden in Kanada 13,832 Personenwagen und 2694 Lastwagen verkauft, wodurch der Absatz in den ersten 5 Monaten auf 47,127 Personenwagen ansteigt, was gegenüber dem Vorjahre einer Zunahme um 32% entspricht bei einem Gesamtabsatz von 56,100 Einheiten. Damit wird die Absatzziffer des ganzen Jahres 1933 bereits um 10,768 Einheiten überschritten. Beleuchtete Fussgängerstreifen in Paris. Statt der Stahl- oder Aluminiumknöpfe, die den Fussgängerübergang kennzeichnen, ist man in den grossen Boulevards dazu übergegangen, in den Strasseribelag farbige Gläser einzubauen. Diese leuchten je nach «Frei» oder « Halt» in den betreffenden Farben auf und sind sowohl für den Fussgänger wie für den Automobilisten gut erkennbar. Derartige Vorrichtungen zur Verkehrsregelung sind allerdings nur in jenen Städten anwendbar, die ein mildes Winterkima zu verzeichnen haben. Amerikas Automobilproduktion. Nach den neuesten Ausweisen sind von den Mitgliedern der Automobilhandelskammer im Juni 1935 276,218 Motorfahrzeuge erzeugt worden, ohne die Fordproduktion von schätzungsweise 76,000 Wagen, so dass das Monatstotal auf ungefähr 352,218 Einheiten ansteigt, gegenüber 320J83 im Juni 1934 und 385,486 Wagen im Mai des laufenden Jahres. Damit steigt die Halbjahresproduktion auf 2,348,606 Einheiten gegenüber 1J96J47 Stück im ersten Semester des Vorjahres, was einer. Zunahme um 31% gleichkommt. Energische Bekämpfung des Verkehrslärmes. Der Polizeipräsident von Königsberg hat die Bekämpfung des überflüssigen Verkehrslärmes mit aller Energie an Hand genommen. Um den Fehlbaren das Handwerk rascher zu legen, wurde verfügt, dass wer drei Mal bei unnötigem Hupen ertappt worden sei, mit der Entziehung des Führerscheines auf gewisse Zeit bestraft werde. Nun wird sich wohl jeder, der auf dauernde Benützung der Fahrbewilligung Wert legt, das Hupen jedes Mal zweimal überlegen! Autoöl aus Oliven. , In den französischen Kolonien sind seit längerer Zeit schon Versuche gemacht worden, um aus Oliven, die dort in einzelnen Regionen in grossem Ueberiluss geerntet werden, ein brauchbares Autoöl herzustellen. Die seither gemachten Versuche haben in jeder Richtung befriedigt und ist nun in Syrien die erste Fabrik eingerichtet worden, um in gröS' serem Umfange die Verarbeitung der Oliven zu Motorenschmieröl aufzunehmen. ;em grosser Parkplatz, wo die Wagen ruhig parkiert werden können, sogar bei Nacht, wie dies in letzter Zeit schon häufig geschehen ist. Sind mehrere Wagen auf dem Platz, so ist es möglich, dass von St Nikiaus aus ein Wächter beim Parkplatz aufgestellt wird. Man setzt sich zu diesem Zweck am besten mit einem der Hotels in St. Nikiaus in Verbindung. Langsam schreitet nun die automobilistische Erschliessung des Zermatter- und des Saastales doch vorwärts. Beinahe schon kann man bis St. Nikiaus fahren, und ins Saastal ist es auch schon möglich, mit dem Wagen bis über Huteggen hinaus zu gelangen. Allzu fern wird also der Zeitpunkt nicht mehr sein, wo Zermatt und Saasfea mit Autos erreicht werden können. leicht, dass in dem allen doch ein Stück Wahrheit lag — , Der kleine Doktor hob den Blick jetzt voll auf Utenhoven: «Erinnern Sie sich noch — damals, als es mich überfiel — an dem Tag in Toledo, wie wir eben aus dem Palais Arzobispal getreten sind und dieser alte Platz vor uns gelegen hat?» «Ob ich mich noch daran erinnere —!> «Nichts habe ich vorher davon gewusst, dass das einstmals der Richtplatz des Inquisitionstribunals gewesen ist. Erst später —> sehr viel später habe ich diesen Zusammenhang für mein Verstehen und Erkennen gefunden — aber das Blut von lang Vergangenen, von denen etwas in mir weiterlebt, hat da plötzlich in Qual und Todesängsten in mir aufgeschrien — um mich geworfen —.» Noch immer hielt der Doktor seine Augen vor sich hin gesenkt. Bleich und wie aus sich selber leuchtend war das schmale, von Dulden und Erfahren gezeichnete Gesicht. «Ich weiss nicht, ob Sie mich verstehen?» fragte er dann zögernd — war wieder ringend still und redete, da keine Antwort kam, dann in dem Wunsche, selbst Wegbahner zu sein über das Trennende hinweg, zu dem dort drüben weiter: I Fortsetzung Seite 16 im Äutler-Feierabend

N° 65 - 1935 AUTOMÖBIL-HEVÜE'" Sportnachrichten Die Targa Äbruzzo. Severf-Cortese (Alfa Romeo) wiederholen ihren letztjährigen Sieg und legen in 24 Std. 2577,25 km zurück. Das einzige 24-Stundenrennen in Italien, das vergangenen Sonntag auf der 25,8 km langen Rundstrecke von Pescara zur Durchführung kam, sah wieder die selbe Mannschaft, Severi-Cortese (Alfa Romeo), wie letztes Jahr als Sieger. Die beiden legten eine Strecke von 2577,252 km zurück, was einem Mittel von 107,385 km/Std. entspricht. Trotz der ungewöhnlichen Startzeit (Sonntag 0.00 Uhr) waren zahlreiche Neugierige eingetroffen, die die ganze Veranstaltung von Anfang an miterleben wollten. 47 Maschinen waren auf einer Front von ca. 300 m aufgestellt, darunter verschiedene geschlossene Wagen, die durchwegs stromlinienförmig karossiert waren. Der Start selbst wurde in gleicher Weise wie in Le Mans durchgeführt: Die Piloten hatten sich in einer Reihe aufzustellen und erst auf ein Zeichen hin ihre Maschinen zu besteigen und die Motoren mit Hilfe des Anlassers in Gang zu setzen. Diese Art der Startweise ging äusserst rasch vor sich und bald stob die ganze Meute im Licht der Scheinwerfer davon. Danese übernimmt sogleich die Spitze. Seine Maschine ist ein 2,3 Liter Alfa Romeo mit Kompressor, der sogleich ein Tempo ansetzt, dem die übrigen nur schwer zu folgen vermögen. An zweiter Stelle liegen aber bereits die nachmaligen Sieger Severi-Cortese mit ihrer Alfa Romeo Berlinette und an dritter Stelle Rosa-Comotti mit dem selben Typ. Mit Rundenmitteln von- zirka 118 km/St, jagen die drei Equipen über die Piste. Für das Qesamtklassement der Maschinen ist eine Handicapformel eingeführt worden, wonach die Klassierung abhängig ist von dem Verhältnis: Gefahrene Kilometer/geforderte Mindestkilometerzahl. Doch es zeigte sich schon nach wenigen Runden, dass die vorgeschriebene Mindestkilometerzahl auf die verschiedenen Klassen nicht einwandfrei verteilt war; denn Danese hätte z. B. nach dieser Handicapformel über 240 km mehr herausfahren sollen, wie die beiden Berlinette von Severi-Cortese und Rosa-Comotti. Dies war jedoch trotz allen Anstrengungen Daneses eine glatte Unmöglichkeit. In den ersten drei Stunden erledigt Danese eine Strecke von 332,931 km und hat seinen schärfsten Widersachern Severi-Cortese bereits eine laalbe Runde abgenommen. Rosa-Comotti sind inzwischen etwas zurückgefallen und mussten Gabini-Bianco (Alfa Romeo) und Mongin-Michel (Delahaye) an sich vorbeiziehen lassen. Bei den kleinen Wagen führen in der Klasse 2000 ccm Lurani-Strazza (Aston-Martin) vor den Engländern Falkner-Clarke, die dasselbe Fabrikat vertreten. ,J)ie Klasse 1100 ccm ist eine Angelegenheit der , Rat-Balilla; Villoresi-Spotorno halten hier die Spitze und bringen in den ersten drei Stunden 290,005 km hinter sich, also nur 2 km weniger wie die 1500-ccm-Aston-Martin-Maschinen. Schon folgen die ersten Ausfälle: Barbieri-Avanzini erleiden Ventilbruch; auch einige Fiat-Balillas sind dem hohen Tempo bereits zum Opfer gefallen. Die Geschwindigkeit der Spitzenfahrer lässt noch lange nicht nach, im Gegenteil, sie wird sogar gesteigert. Danese führt immer noch und erreicht nach sechs Stunden 686,718 km, aber das vorläufige Gesamtklassement nach der Handicapformel sieht augenblicklich Rossi-Rivola (Fiat) an der Spitze, gefolgt von Strazza-Lurani, Cortese-Severi, Rosa-Comotti und Danese-Filippone. Doch ergibt sich nach der absolut zurückgelegten Strecke nach der sechsten Runde folgendes Klassement: Das Klassement nach 6 Stunden. Mit Kompressor: Klasse über 1500 ccm: 1. Filippone-Danese (Alfa Romeo), 686,71 km. Klasse bis 1500 ccm: 1. Rocco-Amato (Maserati), 601,28 km. Ohne Kompressor: Klasse über 2000 ccm: 1. Lurani-Strazza (Lancia), 606,74 km. Klasse 1100 ccm: 1. Rossi-Rivola (Ballila), 591,995 km. Das Klassement nach 12 Stunden (Rennhälfte). Danese-Filippone behalten die Führung weiter und vergrössern ihren Vorsprung gegenüber Severi- Cortese ständig; sie haben das ganze Feld schon zweimal überrundet, aber um im Gesamtklassement einen bessern Platz zu erhalten, reicht es doch nicht aus. Ueber 240 km sollte Danese im Verlaufe der 24 Stunden gegenüber Severi mehr herauswirtschaften; in neun Stunden hat er 58 km geschafft; auf 24 Stunden umgerechnet ergibt dies 128 km, mehr wie 100 km zu wenig. In der Klasse 2000 ccm ohne Kompressor haben die beiden Spitzenfahrer ihre Plätze vertauscht, während bei den «Kleinen» der zu Beginn führende Villoresi durch Motordefekt stark zurückgefallen ist und die Führung Rossi-Rivola überlassen musste. Letztere scheiden aber noch vor der Hälfte des Rennens aus, und so kommen Zuccarini-Beccaria (Fiat) nach vorn. Mit Kompressor. Klasse über 1500 ccm: 1. Filippone-Danese, 1316,123 km. Klasse bis 1500 ccm: 1. Alfieri-Scesa (Alfa Romeo), 1143,34 km. Ohne Kompressor: Klasse über 2000 ccm: 1. Cortese-Severi, 1292,941 km. Klasse bis 2000 ccm: 1. Falkner-Clark, 1178,07 Kilometer. Klasse bis 1,100 ccm: 1. Zuccarini-Beccaria, 1088243 km. Etwa zwei Stunden später scheiden Danese- Filippone durch Kerzendefekt aus, und somit rücken Severi-Cortese an die Spitze vor, gefolgt von Rosa-Comotti, die gegen, die dreissig Kilometer zurückliegen. Die Temperatur ist äusserst günstig. Die Mittel haben kaum merklich nachgelassen und liegen bei den Spitzenfahrern knapp unter 110 km/St. Nachdem in der Klasse 1100 ccm einige Verschiebungen eingetreten sind, ergibt sich nach der 18. Stunde folgendes Generalklassement: Das Gesamtklassement nach 18 Stunden. 1. Cortese-Severi. 2. Rosa-Comotti. 3. Lurani-Strazza. 4. Cantoni-Ragnoli. 5. Peroni-Pompei. Die Fahrer sind leicht ermüdet und vermeiden womöglich scharfe Auseinandersetzungen mit ihren Rivalen. Einzig in der Klasse 1100 ccm gibt es noch eine Positionsänderung, indem Bianco-Delpino an Peroni-Pombei vorbeigehen und sich damit den Sieg in ihrer Klasse sichern. Bei den «Grossen» hatten Cortesi-Severi ihren Vorsprung gegenüber Rosa-Comotti noch vergrössert. Mit einer Leistung von 2577,252 km fegten sie um Mitternacht übers Ziel und wurden von den anwesenden Sportbegeisterten mit grosser Ovation empfangen. Der Durchschnitt liegt auf 107,385 km/St. und ist zirka vier Kilometer höher wie im vergangenen Jahre. Auch im Gesamtklassement figurieren Severi- Cortese an erster Stelle vor Rosa-Comotti und Strazza-Lurani. Die Schlussresultate in den einzelnen Klassen. Mit Kompressor: Klasse über 1500 ccm: Keine klassierte Mannschaft. Klasse bis 1500 ccm: 1. Alfieri-Scesa (Alfa Romeo) 2232,899 km (93,037 km/St.); 2. Galosi-Costantini (Alfa Romeo) 1416,339 km. Ohne Kompressor: Klasse über 2000 ccm: 1. Cortese-Severi (Alfa Romeo) mit 2577,252 km (107,385 km/St.); 2. Rosa- Comotti (Alfa Romeo) 2540,161 km. Klasse bis 2000 ccm: 1. Strazza-Lurani (Lancia) 2344,42 km (97,68 km/St.); 2. Cantoni-Ragnolli (Lancia) 2203,028 km. Klasse bis 1100 ccm: 1. Bianco-Delpino (Fiat) 2166,024 km (90,25 km/St.); 2. Peroni-Pompei (Fiat) 2147,397 km. Das absolute Gesatntklassement. 1. Cortese-Severi (Alfa Romeo) 2577,25 km, 1,92 Wertungspunkte. 2. Rosa-Comotti (Alfa Romeo) 2540,161 km, 1,174 Wertungspunkte. haben sich den Weltmarkt erobert. 62°/ 0 aller in Amerika verkauften Zündkerzen sind A-C. - Der Verkauf von A-C Kerzen allein ist somit gr össer als derjenige aller andern Marken zusammen. - Die bekanntesten Automobile, wie Cadillac, Chevrolet, Chrysler, Dodge, Nash, Packard, Plymouth etc. haben als Original- Ausrüstung A-C Zündkerzen. In der Schweiz ist die amerikanische Ausführung der Ä-C Zündkerze im Handel, die sich dank ihrer fünf technischen Vorteile den ersten Platz in der Welt gesichert hat. Es gibt eine passende A-C Kerze für jeden Motor, europäischen oder überseeischen Fabrikates. - Verlangen Sie nur diese Marke bei Ihrem Garagisten. Generalvertretung der A-C Zündkerzen, A-C Oelfilter und A-C Benzinpumpen für die deutsche Schweiz und den Tessin: WEWERKA Spezialhaus für Auto-Ersatzteile ZÜRICH - Seehofstrasse 3 - Telefon 41.62S BASEL - Steinentorstrasse 11 - Telefon 47.977 BERN - Effingerstrasse 33 - Telefon 26.126 3. Strazza-Lurani (Aston-Martin) 2344,424 km, 1,167 Wertungspunkte. 4. Bianco-Delpino (Fiat) 2166,024 km, 1,120 Wertungspunkte. 5. Peroni-Pompei (Fiat) 2147,397 km, 1,116 Wertungspunkte. 6. Cantoni-Ragnoli (Lancia). 7. Prinz Nikolaus v. Rumänien-Tadini (Alfa Romeo). 8. Zoboli-Chieregato (Fiat). 9. Bertossi-Piccioli (Fiat). 10. V. Mussolini-Agosti (Lancia). Schnellste Runde: Renato Danese (Alfa Romeo) mit 120,780 km/St. Schnellste Runde der 1100-ccm-Klasse: Rossi- Rivola (Fiat). 99,655 km/St. Schnellste Runde der Klasse über 2000 ccm ohne Kompressor: Cortese-Severi" (Alfa Romeo) mit 113,695 km/St. Die Coppa Acerbo. Wie wir schon in der letzten Nummer der «A.-R.» bekannt gaben, gelangt kommenden Donnerstag, den 15. August auf der 25,8 km langen Rundstrecke von Pescara die XI. Coppa Acerbo zum Austrag. Sie wird in zwei Klassen ausgefahren: Klasse bis 1100 ccm (4 Runden = 103,2 km) und Klasse über 1100 ccm (20 Runden = 516 km), Es hat sich nun gezeigt, dass für diesen Lauf von den neuen Alfa Romeo weder das 8- noch das 12-Zylinder^Modell fertig gestellt werden kann. Somit handelt es sich bei den sechs von der Scuderia Ferrari ins Treffen gesandten Maschinen durchwegs um die bewährten 3,2-Liter-Typen, wobei diejenigen von Nuvolari, Chiron und Brivio über unabhängige Abfederung des Chassis verfügen, während die übrigen drei den letztj ährigen Typen entsprechen. Dagegen soll nun die Scuderia Subalpina bestimmt Etancelin einen neuen 4,25-Liter- Maserati zur Verfügung stellen. Man hatte dasselbe Modell schon am Grossen Preis der Marne gesehen, wo es aber keinen grossen Eindruck hinterliess. Der Start dieser Neukonstruktion war wohl damals verfrüht erfolgt und man wird am nächsten Donnerstag bereits eine überzeugendere Leistung von ihr erwarten dürfen. Trotz allem wird sich aber voraussichtlich der Hauptkampf zwischen Alfa Romeo und Auto-Union abwickeln, und hier eine Prognose stellen zu wollen, ist nach der Ueberraschung vom Nürburgring im Grossen Preis von Deutschland eine glatte Unmöglichkeit. Die Chancen stehen 1 : 1 und gerade dies gehört zu einem Rennen, soll es abwechslungsreich und .spannend verlaufen. Die Nennungen: Klasse bis 1100 ccm: Steinweg (Bugatti), Thorpe (Frazer-Nash), wastrow (M. G.), Kohlrausch (M. G.), De Gavardie (Amilcar), Dudley Froy (M. G.), Miss Ellison (Bugatti), Bäumer (Austin), Appleton (Appleton), Hertzberger (M. G.), Comak (Alta), Seaman (E. R.A.), X (Maserati), Brooke (Bugatti), Cecchinl (M. G.), Bergamini (Maserati), Bianco (Maserati), Plate (Talbot), Tongue (M. G.), Kenneth (M.G.), Vismara (Talbot), Berrone (Maserati), Tuffanelli (Maserati), Barbieri (Maserati), Castelbarco (Maserati), Carnevali (Busatti). Klasse über 1100 ccm: Varzi (Auto Union) Stuck (Auto önton) Rosemeyer (Auto Union) Nuvolari (Alfa Romeo) Chiron (Alfa Romeo) Brivio (Alfa Romeo) Comotti (Alfa Romeo) Pintacuda (Alfa Romeo) Tadini (Alfa Romeo) Efancelin (Maserati) Zehender (Maserati) X (Maserati). Bache (Bugatti) Rusio (Maserati) Raph (Alfa Romeo) Soffietti (Maserati) Zwei italienische Neukonstruktionen am Grossen Preis von Italien. Es ist schon viel und eingehend von dem neuen 12-Zylinder Alfa Romeo gesprochen und geschrieben worden und man hat ihn bereits vor geraumer Zeit in diesem oder jenem Rennen erwartet. Umsonst. Aber nun soll der Grosse Preis von Italien vom 8. September diese Maschine ganz bestimmt an die Oeffentlichkeit bringen; und auch der von 3,2 auf 4 Liter ausgebohrte Monoposto soll mit dabei sein. Wenn dieses Modell auch ein verstärktes Chassis erhalten hat, so kann man doch nicht von einer absoluten Neukonstruktion sprechen, dagegen ist im Schloss des Grafen Trossi in aller Verschwiegenheit eine Rennmaschine entstanden, die durch ihren originellen Bau geradezu revolutionär wirkt. Es handelt sich, wie dies an anderer Stelle, des Blattes noch berichtet wird, um ein Schwingachsenmodell mit einem Sternmotor vor dem Führersitz mit Vorderradantrieb. Ueber Leistung, Zylinderinhalt und allgemeinen Aufbau ist bis jetzt noch nichts bekannt geworden. Man weiss nur, dass Graf Trossi bereits im vergangenen Jahr mit der Erstellung dieser Maschine beginnen Hess und dass er beabsichtigt, im Grossen Preis von Italien damit zu starten. Man darf wahrlich gespannt sein auf die Erfahrungen, die der bekannte italienische Rennfahrer und Verwaltungsratspräsident der Scuderia Ferrari mit diesem Fahrzeug machen wird. Aber auch die neuen 12 und 8 Zylinder Alfa Romeo-Maschinen werden wieder Leben in den Automobilrennsport bringen; nachdem bereits die alten 3,2 Liter Monopostos zu solch hoher Leistung entwickelt worden sind, ist von jenen allerhand zu erwarten. Die Scuderia Ferrari am Grosseti Preis von Nizza. An dem am 18. August in Nizza zur Durchführung kommenden Grossen Preise wird sich die Scuderia Ferrari voraussichtlich mit Nuvolari, Chiron und, Dreyfus beteiligen. Ferner sind noch die Nennungen von Barbieri (Alfa Romeo), Brunet (Maserati), Chambost (Maserati), Martin (Bugatti) eingegangen. Auch eine Vertretung der Molsheimerfabrik wird erwartet, die entweder Wimille oder Benoist delegieren soll.. Mme Stewart fährt auf der Brooklandsbahn neuen Stundenrekord für Frauen. In einem Zweikampf Mme Petrie-Mme Stewart ist bekanntlich letztere knapp unterlegen, was in Anbetracht der Kräfteverhältnisse gar nicht verwunderlich ist, denn Mme Petrie verfügte über einen 10,5-Liter-Delage, während Mme Stewart den neuen 1,5-Liter- Derby mit Maserati-Motor und Vorderradantrieb steuerte. Nun hat die Derby-Fahrerin im Alleingang die Leistung von Mme Petrie noch zu überbieten versucht, was ihr einwandfrei gelungen ist. Sie kam auf einen Rundendurchschnitt von 218,832 km/St, und schuf damit eine neue Rekordleistung für Frauen. Damit hat Mme Stewart den Ruf, die schnellste Frau der Welt zu sein, erneut bestätigt und den Angriff seitens Mme Petrie abgeschlagen. Deutsche Rennwagen in England? Aus der Londoner Sportpresse ist zu entnehmen, dass in diesem Jahr deutsche Wagen in England starten werden. So sollen am 5. Oktober drei Maschinen der Auto-Union am Donington- Park-Rennen teilnehmen. Auch Mercedes- Benz wird erwartet, wobei ein deutscher Angriff auf die Rekorde der Brooklandsbahn geplant sei. Wir geben diese Meldungen der englischen Fachpresse nur unter Vorbehalt weiter, denn es ist bekannt, dass sich die kontinentalen Equipen bis jetzt nicht an englischen Rennen beteiligten, da diese durchwegs nach einer Handicapformel ausgefahren werden, wobei sich erwiesenermassen die leichteren Masch,inen besser stellen und meistens auch den Sieg davon tragen. Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass man in England von der üblichen Austragsweise von Rennen bei der Beteiligung von deutschen Wagen absieht und ein Rennen nach freier Formel organisiert. In diesem Fall fehlt es aber an einheimischen Fahrzeugen, die die Konkurrenz gegen Auto-Union und Mercedes-Benz wirksam aufnehmen könnten.