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E_1935_Zeitung_Nr.064

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•>«* ffcumdv^nn^n von ITI«»ni:^neB*c]» AUTOMOBIL-REVUE 1935 - N" 64 Bild oben: Der Sieger der Kleinwagen. Tufanelli belegte bei starker Konkurrenz mit einem 1100- ccm-Maserati in der Klasse der kleinen Rennwagen mit einem Durchschnitt von 80,597 km/St, den ersten Platz. Hier sehen wir ihn bei seiner Ankunft am Ziel. Bild rechts oben: Die Aufnahme vom Start zum Rennen bedarf einer näheren Erläuterung. Die meisten Leser sind gewiss der Ansicht, der Personenwagen im Vordergrunde sei ganz irrtümlich mit auf die Platte gekommen, andere wieder werden sich wundern, was dieser Balilla überhaupt auf der Rennpiste zu tun habe. Die Angelegenheit verhält sich nun folgendermassen: Es wurde erstmals eine neue Startmethode ausprobiert, bei welcher das Feld der Fahrer nicht einfach auf das Startzeichen hin losgelassen wurde, sondern eine gewisse Strecke hinter einem das Feld anführenden Wagen zurückzulegen hatte, worauf erst die Bahn für das eigentliche Rennen freigegeben war. Der tiefere Grund für diesen neuartigen Start, -der aber bei Gampagnereiten im Pferdesport schon länget bekannt ist, war der, dass. unmittelbar auf die Startgerade eine Haarnadelkurve folgte, wie dies aus dem Bild rechts unten ersichtlich ist. Um nun eine gefährliche Häufung von Wagen, die um eine günstige Position kämpfen, an der Kurve zu vermeiden, wurde das Feld erst freigegeben, nachdem sich die Maschinen in der Gegengeraden befanden. Die Sache hat aber Zuschauern und Beteiligten grossen Spass gemacht. Der Massenstart der grossen und kleinen Klasse. Hechts aussen (No 22) ist der Alfa Romeo des späteren Siegers Nuvolari erkennbar. In der Haarnadelkurve. Zuvorderst Soffietti auf Maserati, dann der nachfnalige Kleinwagen-Sieger Juffanelli und zuhinderst Bianco. der sich bei den kleinen Maschinen den zweiten Platz sicherte. ivosse Oben links: Ein zäher Positionskampf. Passage von: Sommer, dem Sieger des Rennens (zuvorderst) und', von Lehoux vor der dicht besetzten Haupttribüne. Lehbux bedrängte während langer Zeit den Spitzen-,: fahrer sehr hart, musste dann aber wegen Defekt; den. Kampf aufgeben und Sommer mit grossein,' Vorsprung den Sieg überlassen. Links nebenstehend: Der glückliche Sieger. Sommer, der zum ersten Male einen Grossen Preis gewann, • nimmt freudestrahlend den Ehrenstrauss in Empfang. Der erfolgreiche Fahrer wird übrigens auch: am Grossen Preis in Bern starten. El N NEUER RENNWAGEN FÜR REKORDE Oben: Draufsicht auf das neue Rennungeheuer. Links: Seitenansicht der Rennmaschine. Dahinter der bekannte englische Rennfahrer und Rekordinhaber G. Eyston (ganz links) mit seinem Stabe technischer Mitarbeiter und Mechaniker, welche am Bau des Wagens beteiligt waren. Die Maschine wurde in aller Heimlichkeit erstellt und ist mit einem Zwölfzylinder-Rolls-Royce-Motor ausgerüstet. Eyston beabsichtigt, den Wagen demnächst nach Amerika einzuschiffen, um sich an die Verbesserung einer Reihe von Rekorden über kürzere und längere Strecken zu machen. Offenbar hat ihn der Erfolg seines Landsmannes Cobb nicht mehr schlafen lassen!

64 II. Blatt BERN, 9. Aug. 1935 Automobil-Revue N° 64 II. Blatt BERN, 9. Aug. 1935 Fah Ein paar Hundstage-Erleichterungen. Es soll vorkommen, dass Automobilisten sich bei schönem Sommerwetter den Sonnenstich holen, so seltsam das auch im Hinblick auf den ja reichlich vorhandenen kühlenden Fahrtwind scheint. Tatsache ist, dass Rennfahrer sehr oft schon bei heissem Wetter bis an den Rand der Erschöpfung kamen, obwohl doch sie nicht gerade über zarte Nerven zu klagen haben und obschon für sie die Kühlwirkung eigentlich noch viel grösser sein imüsste, wächst diese doch in der dritten Potenz zur Geschwindigkeitszunahme. Mit der blossen «Ventilation» einzelner Körperteile ist es jedenfalls nicht getan. Auch wer in einem offenen Tourenwagen noch die Windschutzscheibe flach legt, kann sich schliesslich als ein Röstbraten vorkommen, wenn von oben flie Sonne hernieder sengt, von der Spritz- 4 h—i Abb. 1. Asbestschnur-Umwicklung des Auspuffrohrs als Schutz gegen die Erhitzung der Bodenbretter. wand her der Motor seine Qluten ausstrahlt, wenn durch die iPedalschlitze ein Scirocco bläst und die Sitz- und Rückenpolster — bescheiden gesagt, — heissen Kompressen gleichen. In Kalifornien tauchen gegenwärtig Wagen auf, die statt der Blechbadewanne oder Blechkiste, Karosserie benannt, lediglich eine «Ladefläche» haben. Der Lenker und seine Passagiere sitzen auf einer über das Chassis gelegten Plattform und können sich nach Belieben, Lust und Laune- den Fahrtwind-. durch die Hosenrohre hinein und zum Kragen hinaussausen lassen. So weit, unseren Lesern die Abwrackung ihrer Wagen bis auf diesen echt kalifornischen Zustand vorzuschlagen, möchten wir allerdings nicht gehen. Wo brächte man schon nur den behördlich vorgeschriebenen Scheibenwischer, wo die uns lieb und teuer gewordenen Winker an ? Doch auch schon durch bescheidenere Massnahmen lassen sich die Hundstage erträglicher gestalten. So bringt es oft schon Erleichterung, wenn man ein nahe an den Bodenbrettern vorbei- Abb. 2. Abdichtung der Pedalschlitze durch Lederbeläge. Abb. 3. Einsätze von Stoffgaze verbessern die Luftzirkulation bei Lederpolstern. gehendes Auspuffrohr durch Umwicklung mit Asbestschnur gegen Hitzeabstrahlung isoliert. Der Warmluftdurchtritt durch die Pedalschlitze lässt sich unterbinden, indem man die Pedale mit handharmonika-ähnlichen Lederbälgen versieht, wie es Abbildung 2 darstellt, oder indem man unter dem Schlitz eine Bürste festnagelt, deren die Oeffnung bedeckende Borsten eine Art Labyrinth-Dichtung bilden. Damit man sich nicht auf den heissen Pedalen die Hinterpfötchen verbrennt (auch das kommt vor), versieht man die Pedalplatten mit Lederüberzügen oder aufgeschraubten Gummiabsätzen. Lederpolster, die, so schön sie sind, eigentlich im Sommer wie im Winter nur unangenehme Eigenschaften haben, kann man, wenigstens zonenweise, mit weitmaschigen, gazeartigen Stoffen belegen, die eine bessere Luftzirkulation ermöglichen. Noch wirksamer ist es, solche luftdurchlässige Stoffe direkt als Fenster in entsprechende Ausschnitte der Lederpolsterung einzunähen. Im Bestreben, die Luftzirkulation im Wageninnern zu verbessern, werden leicht Fehler gemacht. So ist es gewöhnlich falsch, bei heissem Wetter in geschlossenem Wagen nur die Seitenfenster offen zu halten. Im Wageninnern entsteht in diesem Fall ein Unterdruck, der ein Nachströmen von heisser Luft vom Motorraum her zur Folge hat. Auch bei abgedichteten Pedalschlitzen wird heisse Luft immer noch durch die Ritzen der Bodenbretter und die Spalten an der Eintrittsstelle des Schalt- und des Bremshebels eindringen können. Um die Bildung eines Unterdruckes im Wageninnern zu vermeiden, muss mindestens gleichzeitig noch die Windschutzscheibe geöffnet, und müssen, wenn vorhanden, die Klappen im Torpedo-Aufbau aufgemacht werden. In Südfrankreich und Italien sind nicht selten Wagen anzutreffen, deren Besitzer zum Radikalmittel des Aushängens der Abb. 4. Beliebt ist bei manchen Sportfahrern das •v-, teilweise Offenhalten der Türen. Türen gegriffen haben. Kann man sich nicht zu einem solchen Grad der Offenheit entschliessen, so wird man es vielleicht tun wie gewisse Alpenfahrer; die Türen mit einer besonderen Hältevorrichtung versehen, die, wie, in Abb. 4 dargestellt, das Offenlassen eines zentimeterforeiten Türspaltes ermöglicht. Wer noch nicht selbst darauf gekommen ist, sei schliesslich noch belehrt, dass bei brennender Sonne der Aufenthalt im Wagen immer angenehmer ist, wenn man das Wa-. gendach oder Verdeck geschlossen hält. -s. chn. Rundschau Vorderachsführung des Daimler Light Twenty. Wenn heute immer mehr Konstrukteure zur Anwendung unabhängig voneinander gefederter Vorderräder übegehen,, so geschieht es weniger deshalb, weil man Neuartige Abstützung einer Vorderachse gegen Schub und Torsion. dadurch die unabgefederten Massen verringern und ihre Stoss-Rückwirkuhgen auf dem abgefederten Wagenteil verkleinern will, sondern vor allem, um die Lenkung sfossfre'h und präziser zu machen. Tatsächlich lässt bei der traditionellen starren Achse das Zusammenspiel der Federung, der Radführung und der Lenkung meistens viel zu wünschen i übrig. Es ist kaum zu vermeiden, dass bei den; Bewegungen der Vorderräder, wie sie durch: die Strassenunebenheiten entstehen, die Lenkung mitbeeinflusst wird und dass infolgedessen Stösse ins Lenkrad gelangen oder die Räder selbst unerwünschte Bewegungen ;vollführen. Anderseits hat aber auch die starre Achse gegenüber der unabhängigen Federung ihre Offizielle Distributoren für die ganze Schweiz von Ersatzteilen zu General-Motors-Konditionen Grosse Lager in Zürich, Neuchätel und Solothurn Urania-Accessoires - M. Eschler jVie mehr Reifenpannen bei Verwendung von AUTOSAN Akt-Ges. R. & E. HUBER, Pfäffikon (Zeh.) Glänzende Gutachten; auch v. Das Schlauch-Dichtungsmittel, das nie versagt, für Autos^Motorräder u. Velos, der Materialprüfungsanstalt der E.T.H. in Zürich. Greift weder Gummi noch Metall an. PROSPE KTE UND VORFÜHRUNG DURCH DIE ALLEINVERTRETER Für Kanton Zürich N ÄUTOSAN-Vertrieb Bubenbergstr. 2, Zürich3, Tel. 36.960 Thurgau Schaff hausen St. Gallen B. Boehi, Kreuzungen, Tel. 106 Appenzell Aargau Postfach 81, Industrie, Zunch Basel, Solothum und Berner Jura / E. Hungerbühler, Hebelstr. 107, Basel Luzern, Uri, Schwyz^ Unterwaiden > I. Kubli, Postfach Selnau, Zürich Glarus, Zug J Westschweiz RUTOSAN S.A., Avant Poste, Lausanne, Tel. 32.325 n, Es sind noch einige Vertretungen abzugeben.