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E_1935_Zeitung_Nr.063

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12 AUTOMOBIL-REVUE

12 AUTOMOBIL-REVUE 1935 — N° 63 Vexqiss Es setzt der Sonne letztes Licht Den Horizont in Brand: Dann fällt dem Tag das Stundenglas Aus seiner müden Hand. Doch rastlos weiter rinnt die Zeit, Rinnt immer, immer zu; Die Glocke mahnt mit lautem Schlag: Nun, Mensch, nun geh zur Ruh. Was dir der Tag an Müh und Leid Und bittrer Not gebracht, Vergiss es jetzt — es geht vorbei — Rinnt hin wie Tag und Nacht. meistens auch bei gutem Wetter, weil er schnell ist, ohne seiner Maschine zuviel zuzumuten. Viele Situationen: Glatteis, regennasser Asphalt, Schnee, verlangen einfach diese Fahrtechnik. Aber auch jede gewöhnliche Kuryei jeder Berg und jeder Hügel sind leichter, ohne unnötige und kostspielige Schinderei für den Wagen zu nehmen, wenn man sich angewöhnt hat: weich schalten und kußpeln, sanft bremsen! lOcwun üt&rfäuft uns mit Qäasehaut? Mitv?der Gänsehaut des Menschen ist das eine eigene Sache: der Mensch kann niemals eine Gänsehaut... aber das ist ja schliesslich unwichtig. Wir alle wissen, was damit gemeint ist. Wissen dass unsere Haut manchmal mit der Haut einer gerupften Gans eine peinliche Aehnlichkeit hat. Peinlich, weil wir selbst diese naturgewollte Erscheinung niemals mit besonderer Freude begrüssen. Selbst dann nicht, wenn ihre Ursache einmal angenehmer Natur ist. Auch das kommt vor. Aber nur selten. Das Erscheinen der Gänsehaut hängt mit der Tatsache zusammen, dass unser Haar glanzlos, hart und brüchig wäre, wenn es nicht ständig pomadisiert würde. Das gilt für alle Haare unseres Körpers. Nicht nur für das' Kopfhaar, bei dem der Mensch zuweilen etwas nachhilft. Im übrigen besorgt das unsere Haut selbst- Sie hat sich zu diesem Zweck neben jedem einzelnen Haar eine kleine Pomadentube entwickelt. Und wie wir von Zeit zu Zeit auf die Tube mit der Zahnpaste drücken, wenn wir etwas von ihrem Inhalt entleeren, genau so macht es auch unsere Haut. Zu diesem Zweck braucht sie natürlich eine besondere Vorrichtung: winzige Muskeln, die sich vom unteren Ende der. Haarwurzeln schräg zur Oberfläche der Haut emporziehen. Spannt sich ein solcher Muskel, so presst er die neben dem Haarschaft liegende Talgdrüse zusammen, und etwas von ihrem Inhalt steigt an die Hautoberfläche empor. Erfolgt das Zusammenpressen der Haarbalgdrüsen mit besonderer Heftigkeit, so treten die einzelnen Drüsen als kleine Erhöhung empor: unsere Haut scheint wie mit tausend winzigen Bukkeln übersät. Der Eindruck der Gänsehaut ist erzielt. Gleichzeitig aber richten sich auch alle Haare unseres Körpers auf. Normalerweise wachsen sie schräg aus der Haut empor. Deshalb haben sie stets eine bestimmte Strich-Richtung. Beim Zusammenziehen der Haarbalg-Muskeln werden aber auch die einzeihen Haare aus ihrer normalen Lage in eine senkrechte «Schreck-Stellung» gezogen. Bei einem Tier würde man sagen: es sträubt sich sein Fell. Diese Erscheinung ist reichlich bekannt. Ueber ihren Zweck braucht wohl.kaum viel gesagt zu werden. Ein Tier mit gesträubtem Haar oder mit gesträubten Federn erscheint grösser und., gefährlicher. Sind die Haare harte Borsten oder Stacheln, so bilden sie bei der Schreckstellung eine vorzügliche Schutzwaffe. Ausserdem wird bei dieser Stellung der Haare im Haarkleid selbst eine grössere Menge von Luftbläschen festgehalten. Eingeschlossene Luft aber ist ein guter Wärme- Isolator. Ebenfalls das Fett, das aus den Haarbalgdrüsen hervortritt und die ganze Haut überzieht. Sie sehen also die Bedeutung der Gänsehaut bei plötzlicher Abkühlung.. Die Gänsehaut überläuft uns und alle Tiere in Augenblicken höchster Angst, in Augenblicken der Wut, bei Ekel, bei einem starken Erschrecken und wenn uns friert. Die Gänsehaut ist ein Mittel und Ausdruck der Abwehr. Ihren tieferen Sinn hat sie beim Menschen infolge der Zivilisation längst verloren. Aber irgendein Ueberwachungs-Zen* trum unseres Gehirns gibt «nach altem Brauch» seinen Befehl, ohne uns vorher um Erlaubnis zu bitten. Es gibt ihn sogar dann, wenn er nicht nur überflüssig, sondern sogar völlig sinnlos ist. Beispielsweise, wenn uns ein Konzert oder ein Theaterstück besonders ergreift. Das Gehirn befiehlt — unä es läuft uns buchstäblich über den Rücken. Weshalb heisst nun die Gänsehaut Gänsehaut? In der Gänsehaut sitzen die Haarbalgdrüsen am Grunde der Federn. Sie sind infolgedessen sehr gross und ständig sichtbar. So ist die Bezeichnung übernommen worden. Schön ist sie nicht: aber anschaulich. $unte QJhvwilk Geschlechtsbestimmung durch Chemikalien. Man hat schon seit geraumer Zeit Hinweise entdeckt, dass die Bestimmung des Geschlechts der Tiere mit Einflüssen chemischer Natur zusammenhängen muss. So benötigt der meerbewohnende Sternwurm Bonellia (nach den Forschungen von C. Herbst) Kalium zur Entwicklung seiner Larven. Bei kleinsten Mengen, die eben noch zu einer Entwicklung ausreichen, entstehen vorwiegend Weibchen. Steigt die Kaliummenge, so tritt ein Verhältnis von 1 Weibchen zu 35 Männchen auf, während normalerweise etwa 10 Weibchen auf 1 Männchen kommen. Die Ursache. In einer württembergischen Sommerfrische wurden die sanft träumenden Kurgäste früh um 7 Uhr durch ein Donnergeräusch, das an Gebirgsgewitter, Lawinentosen und Plattenschüsse erinnerte, aus den Betten geschreckt. Die Fenster klirrten, die Türen zitterten. Man vermutete ein neues Erdbeben... hielt erschrocken Umschau. Passiert war gottlob nichts. Bloss droben von einem Turm erklang aus einem gigantischen Lautverstärker Schuberts «Du bist die Ruh'». Ein kaiserlicher Dichter. In Japan ist Kaiser Mutsuhito (gest. 1912) unter dem Namen seiner Regierungszeit, nämlich Meji, in die Geschichte eingegangen. Er war einer der bedeutendsten Herrscher, die Japan jemals gehabt hat und unter seiner Leitung vollzog sich die Umwandlung dieses grossen Reiches zu einem modernen Kulturstaat. Kaiser Mutsuhito war aber nicht nur ein grosser Staatsmann, sondern auch ein wirklich begabter Dichter, der im Laufe seines Lebens mehr als. 100,000 Gedichte verr fasst hat. Um dieses dichterische Werk eines Kaisers, von dem bisher nur wenige wussten, der Oeffentlichkeit zugänglich zu machen, wurde vor einiger Zeit eine eigene Gesellschaft ins Leben gerufen, der zahlreiche führende japanische Staatsleute angehören. Aus der Fülle der kaiserlichen Dichtungen hat nun die Gesellschaft 300 Gedichte ausgewählt und deren Uebersetzung und Veröffentlichung angeordnet. Arme Farmer finden Gold. In Alaska wurden in den letzten Tagen wieder grosse Goldfunde gemacht. Diesmal waren die Nutzniesser aber nicht zünftige Goldgräber, sondern die aus den von Staubstürmen verwüsteten Gebieten des Mittelwestens in das Matanuskatal in Alaska umgesiedelten Farmer. AMVIERWAIDSTÄTTERSEE Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O. R. Wagners CH Touring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. KÜSSNACHT ptxrx Die berühmte klassische Stätte der Urschweiz Ruder- und Angelsport, Strandbad, Bergtouren Schöne Spazierwege und Ausflüge bevorzugter Aufenthalt für Erholungsbedürftige STOP RIGrl Hotel 1 Kiissnachterhof Hotel du Lac (Seehof) Kurhaus Eichholtern im Ferienhotel WALD STÄTTE R H 0 F m. grosser Gartenterrasse (Restauration) direkt am Seeufer u. prima Verpflegung. Frühst. 1.80, M.-Essen 4.50, A.-Essen 5.—, Z. ab 5.—, Pens, ab 12.—. Verlangen Sie Prospekt u. Broschüre. Tel. 76. Gr. Terrasse. Pracht' volle Rundsicht. Vorz. Küche' Spez. Güggeli und Forellen' Pension ab Fr. 7.-. Prospekte 1 W. Mathys, Küchenchef. Tel. 12. 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Nachdem schon viele Familien in die Heimat zurücktransportiert worden waren, machten einige der Farmer, .die auf das nächste Schiff zum Abtransport warteten, einige wertvolle Qoldfunde. Vom Goldrausch gepackt, verzichteten sie einstweilen auf die Heimreise. Ein neuer Dalai-Lama wird gesucht. Aus dem immer noch schwer zugänglichen Tibet berichten Reisende von den umständlichen Vorbereitungen, die dort getroffen werden, um den Nachfolger des vor kurzem verstorbenen Dalai-Lama zu finden. Der « Times > — « Neue Freie Presse-Dienst» meldet aus Simla, dass fast täglich neue Zeremonien abgehalten werden, die immer nur demselben Zweck dienen: die Reinkarnation des Dalai-Lama zu finden, des religiösen und zivilen Oberhauptes des Landes. Nach tibetanischem Glauben reinkarniert sich die unsterbliche Seele wieder in einem andern Körper und eben diese Seele, die Seele des grossen Dalai-Lama, muss wieder gefunden werden, da sein Leib gestorben ist. Die Hauptzeremonie findet in diesen Tagen statt. Sie besteht darin, dass die religiösen und zivilen Behörden ihre hervorragendsten Vertreter an einen See delegieren, der in unmittelbarer Nähe eines berühmten tibetanischen Kloster gelegen ist. Dort werden verschiedene religiöse Uebungen abgehalten, da man mit ihrer Hilfe im Wasser des Sees das Bild des Ortes zu erblicken hofft, in dem sich der Körper jenes Menschen derzeit aufhält, in den die unsterbliche Seele des Dalai-Lama gefahren ist. Das gewaltige Grabmal des bisherigen Dalai-Lama ist inzwischen fertiggestellt worden, da die Arbeiter Tag und Nacht arbeiten mussten. Inzwischen ist den Taschi-Lama aus seinem chinesischen Exil" nach Tibet zurückgekehrt und mit grossem Pomp empfangen worden. Er hat das tibetanische Gebiet durch die nordöstlichen Provinzen von Kokunur am Blauen See betreten. * Massenhochzeit indischer Kinder. Wie englische Blätter melden, fand vor kurzem in Bombay wieder eine Massenhochzeit von Kindern statt, bei der nicht weniger als 374 Brautpaare verheiratet wurden. Viele der kindlichen Bräute und ihre «Verlobten> mussten von ihren Eltern noch auf dem Arm getragen werden. Die Eltern sprachen für sie die verpflichtende Hochzeitsformel aus, während die Kinder friedlich schlummerten und keine Ahnung hatten, was mit ihnen geschah. Andern Kindern wieder machte die Sache ersichtlich grossen Spass und sie stimmten mit Lachen und Jubelgeschrei in das Knallen der Böllerschüsse mit ein, ohne zu ahnen, dass in diesem Moment, dem Wunsche ihrer Eltern entsprechend, ihr künftiges Lebensschicksal bereits erfüllt wurde. Bei der Massenhochzeit in Bombay handelt es sich um die grösste derartiger Veranstaltungen .der letzten Jahre, die nunmehr den Behörden neuerlich Anlass bieten wird, mit noch grösserer Energie gegen den Unfug der Kinderhochzeiten in Indien vorzugehen, die, wie bekannt, verboten sind, da die englische Regierung bereits vor Jahren ein Gesetz geschaffen hat, durch das das Mindestalter für Heiraten in Indien auf 14 Jahre festgesetzt wird. Mikroskopie bei —120 Grad. Mikroskopische Untersuchungen bei tiefen Temperaturen bereiten erhebliche Schwierigkeiten, da die Oberfläche des Objekts oder des Objektivs durch Tau- und Reifbildung undurchsichtig wird. Ein neuer Apparat vermeidet diese Tau- und Reifbildung durch die Verwendung, von flüssiger Luft. Die flüssige Luft verdampft, und die gefährdeten Teile des Mikroskopes befinden sich in verdampfter flüssiger Luft. Diese ist vollkommen frei von Feuchtigkeit, so dass sich weder Tan noch Reif bilden können. Die neue Vorrichtung ermöglichte mikroskopische Untersuchungen bei Temperaturen von —120*. Die Helden. Als das kleine Montenegro im Jahre 1912 dem türkischen Kaiserreich den Krieg erklärte, befanden sich zwei tapfere Montenegriner zufällig in Bulgarien. Ihr Heldenblut geriet in Wallung, und sofort sandten sie an die montenegrinische Regierung folgendes Telegramm: < Rückdrahtet, ob wir nach Hause kommen oder von der Flanke angreifen sollen ? » Was ein Augenblick hervorbringt, kann oft ein Jahr nicht verschlingen. Sprichwort

N° 63 - 1935 AUTOMOBIL-REVUE 13 Sechs lllädcheit &pie£en JiutQieiuus Es gibt nichts Tröstlicheres, als im hellen Sonnenschein auf einer Terrasse zu sitzen. Alle menschliche Dummheit, Verschrobenheit und Brutalität scheint da ganz unwahrscheinlich. Nur eins ist wirklich. Die sechs jungen Mädchen, die mit heissem Kindereifer vor dem Hause Ringtennis spielen. Manchmal dringt ein lustiges Wort, ein beschwingtes Lachen hinauf. Herrlich sind diese Mädchen und so verschieden, als sechs Mädchen von 1935 irgend sein können. Sie sehen aus, wie die Natur sie in ihrer besten Laune geschaffen hat und ihre Kleidung passt zu ihnen wie die dunkelbraune Haut, die sie sich durch eifriges Sonnen verschafft haben. Die junge Schauspielerin hat sich ihr rot-weiss punktiertes Kleidchen mit ursprünglichem Raffinement an den schlanken Leib genäht. Darin wird sie nur von der entzückenden Schneiderin übertroffen, die eben aus Paris kommt und dort den Leuten die feinsten Nuancen und Akzente abgelauscht hat. Wer die süsse "'.leine Gymnastiklehrerin in ihrem weissen ~einenkleid sieht, hat sofort Lust, bei ihr turnen zu lernen. Die geistreiche Journalistin 'wirkt in ihrem hellblauen Trainingsanzug wie eine Verheissung des Himmels; die Architektin gleicht in dem billigen Indanthrenkleid, das ihr die Mutter angefertigt hat, einer prachtvoll blühenden Wiese. Die Medizinstudentin aber, in einem Kittel so gelb wie ihre Haare, sieht aus wie Frau Hygiea selbst. Die wird ihre künftigen Patienten durch ihren blössen Anblick heilen. Von diesen sechs erlesenen Geschöpfen dringen die Gedanken weiter zu den Altersgenossinnen, den jungen Mädchen, die heute in aller Weit zwanzig Jahre alt sind. Auch da kommen einem nur angenehme Vorstellungen. Diese Mädchen sind bewunderungswürdig. Statt den Erwachsenen Vorwürfe zu machen, dass sie ihnen eine armselige, entgötterte, verfeindete Welt hinterlassen, ha- ^ien sie sich auf ihre, mit jedem Jahr hübcher werdenden Beine gestellt und arbeiten. Viele verdienen ihren Lebensunterhalt; alle sind fest entschlossen, nicht zu altern und bis ans Lebensende unterhaltend zu bleiben. Männer sein oder scheinen, wollen sie nicht. Männer zu bekämpfen, fällt ihnen nicht ein, ebensowenig ihnen zu imponieren oder sie zu umschmeicheln. Bei der gemeinsamen Arbeit gerecht und kameradschaftlich behandelt werden ist alles, was sie wollen. Kommt dann einer, der sie liebt, so wird er bald merken, wie er dran ist, keinesfalls werden sie es dazu kommen lassen, ihm einen « Korb » zu geben. Wenn sie geliebt werden und wieder lieben, so tun sie es, soweit es auf sie ankommt, nicht weniger dauerhaft als zur Zeit der tiefsten Romantik. Da sie wissen, dass zwanzig Jahre nicht ewig dauern, haben sie keine Lust, mit einer Arbeit, einem Vergnügen, einem Entschluss auf übermorgen zu warten. Sie sind bemüht, aus ihrer Jugend so viel reine Freude wie möglich herauszuschlagen, als ahnten sie, dass nur, wer eine wirkliche Jugend hatte, mit Anstand zu altern versteht. In dem uninteressanten Chaos der gegenwärtigen Moral hat das Mädchen von heute sich eine einfache zurechtgemacht, die nichts anderes ist als Lebenskunst. Um ein gutes Gewissen zu haben, vermeidet sie alles was ein anderes Lebewesen schädigen könnte. Sie braucht Frieden, will Zeit und Nerven sparen, deshalb macht sie keine Schulden, übt keine üble Nachrede und lügt nur, wenn sie muss. Säe schont auch die Nerven der andern, deshalb spricht sie klar, schreibt eine leserliche Handschrift, lässt keinen Menschen warten und hat Geduld am Telephon. Ihr Leben verläuft darum nicht etwa problemlos; die Probleme liegen nur tiefer. Mit Geburt und Tod ist sie genau bekannt. Dieses Wissen nimmt ihr alle Angst. Sie. freut sich auf ihr Kind, will es aber. j$rst dann zur Welt bringen, wenn sie ihm erträgliche Lebensbedingungen bieten kann. Gegen das natürliche Ende des Lebens kämpft sie für sich und die ihren; mit den Mitteln richtiger Ernährung, geistiger Hygiene, es möglichst weit hinauszuschieben, ist ihr Ziel. Auf Betriebsunfälle des Lebens ist sie gefasst. Ihrem Leben vorzeitig ein Ende zu machen, fällt ihr nicht ein. Sie ist erlebnishungrig und weiss, dass das Leben kurz, totsein aber endlos ist. Auf Totenkult verliert sie nicht allzuviel Zeit, da sie den ganzen Tag damit beschäftigt ist, das Glück der Lebenden zu fördern. Ihr Wissen von der Kürze des Lebens und von der Wirklichkeit des Todes beflügelt ihre ohnehin beträchtliche Lebenslust. Diese ist keineswegs beeinträchtigt durch die Erkenntnis, wie unvollkommen Welt und Menschen, sie selbst inbegriffen, sind. Im Gegenteil, es ergibt sich daraus eine neue Art von Weltliebe. Wenn alle Menschen dumm sind, alle fehlerhaft, alle ein bisschen komisch, keiner schuldlos, so entsteht eine neue menschliche Gemeinschaft. Innerhalb dieser ist die Frage : « Was werden die Leute sagen ?» nicht mehr sehr wichtig. Seit das junge Mädchen einen Beruf ausser dem Hause hat, interessiert sie der Haushalt. Sie hat eine neue Stellung zu ihm gewonnen: sie ist nicht mehr seine Sklavin, sondern seine Herrin. Materialschaden nimmt sie leicht. Sie kennt Wert und Preis aller Dinge. Möglichst wenig fremde Hilfe zu brauchen, ist ihr Stolz. Aber sie, die doch gelernt hat in Almhütten, Zelten und Faltbooten zu wohnen, träumt trotzdem ganz altmodisch von ihrem kräftigen Hause. Wenn es auch noch so klein sein wird, sie wird ein Schloss des Behagens daraus machen. In diesem Hause gedenkt sie mit einem zu wohnen, den sie liebt. Sie geht nicht mit viel Illusionen an die Sache. Es ist ihr ganz klar, dass man sein Glück machen muss, weil man es nirgends zu kaufen bekommt. Man kann ihr glauben, dass es ihr gelingen wird, ihre Ehe zum Kunstwerk zu gestalten, wenn man weiss, von welchen drei Grundsätzen sie ausgeht; Liebe ist ein Lebensmittel, das nicht verfälscht werden darf; Eifersucht ist eine zu bekämpfende Krankheit wie Besitzwahn. Sollte es ihr nicht gelingen, dann wird sie dem Lebensfreund für tausend gute Stunden Dank und Lebewohl sagen und das Experiment entweder noch einmal beginnen, oder es aufgeben, sich selbst und anderen immer treu. E. Seh. V>eshM uwtd bei QewUte* die Wich saue*? Gewitter macht die Milch sauer; das ist eine uralte Küchenweisheit. Sobald sich ein Gewitter ankündigt, kocht jede Hausfrau die etwa noch vorhandene rohe Milch sofort ab. Denn sie weiss aus Erfahrung, dass die Milch sonst wahrscheinlich sauer würde. Diese Feststellung stimmt. Man, kann sich davon leicht durch einen Versuch überzeugen. Man braucht Milch aus dem gleiehen ^Öpf nur roh und gekocht stehenzulassen. Tatsächlich wird meist die rohe Milch sauer, während die abgekochte einwandfrei bleibt. Es kann auch vorkommen, dass die rohe und die abgekochte Milch einwandfrei bleiben oder dass sie beide sauer werden. Und doch ist das Gewitter unschuldig. Das Gewitter nämlich als Entladung der atmosphärischen Elektrizität unter der Erscheinung von Blitz und Donner. Schuld ist vielmehr sein Begleiter: die höhere Lufttemperatur. Nur sie fördert das Sauerwerden der Milch. Ganz gleichgültig, ob es dabei blitzt und donnert oder nicht. Vor Gewittern ist die Luft meist besonders warm. Das begünstigt in der Milch das Dunkelblauer Wollmantel auf gedrucktem Crepe-Kleid in blau und weiss. Wachsen der Milchsäure-Bakterien, die sich bei Temperaturen zwischen etwa 30 und 40 Grad besonders schnell und stark vermehren. Diese Bakterien zersetzen den in der Milch enthaltenen Milchzucker. Dabei entsteht Milchsäure. Milchsäure aber bringt das in der Milch gelöst enthaltene Kasein zur Abscheidung: die Milch gerinnt, sie läuft zusammen, sie wird dick. Die gleiche Wirkung kann man auch erzielen, wenn man der Milch einen Tropfen Essig oder Alkohol zusetzt. Das ausgeschiedene Kasein ist mit Fett und anderen Milchbestandteilen vermengt und bildet mit ihnen den als Nahrungsmittel mit Recht hochgeschätzten Quark. Die Milchsäure-Bazillen beginnen ihre zersetzende Tätigkeit erst bei einer Temperatur von 20 Grad, am kräftigsten wirken sie bei einer Temperatur von 30 bis 45 Grad. Lagert man Milch in einem Kühlschrank, so können die in der Milch stets vorhandenen Milchsäure-Bazillen ihre Tätigkeit nicht ausüben: die Milch bleibt frisch. Kochen wir die Milch ab, so töten wir die Milchsäure-Bazillen, und das Sauerwerden der Milch ist unterbunden. Da ungekochte Milch stets zahlreiche Milchsäure-Bazillen enthält, wird sie bei erAusflugsziele aus derMitielschweiz PRIVATKOCHSCHULE VON ELISABETH FÜLSCHER PLVTTENSTRASSE 86 Z0RICH7 TELEFON 24.461 KOCH KURS Koch-Buch. IM. Auflage, neu ersch., Fr. 12.— 14. Aug. i» vormitUt- Dauar: 6 Wochen 1. Okt. |e vormittti» Dautr: 6 Wochen Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O. R. Wagners CH Touring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. 1025 Meter über Meer, ob Willisau LAUFEN U Huttwil das lohnendste Ausflugsziel für Automobilisten! kMenznau Veranden, schattige Gärten, Garagen. Küchen-Spezialität. Lebende Forellen, Kegelbahn. Prospekte durch A. Schmidlin, Tel. 101.2. MENZBERG Mitgl. desA.C.S. undT.C.S. njßern HOTEL JURA T.C.S.A.C.S. beim Bahnhof. Bestbekanntes Haus. Zimmer mit fliessend. Wasser von Fr. 3.S0 an. Vorzügl. Küche und Keller. Stets lebende Forellen. Garten-Restaurant. Garage. Tel. 21. Jos. Spaar, Bes. Lenzburg A.C.S. Hotel Krone T.C.S. 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