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E_1935_Zeitung_Nr.063

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16 AUTOMOBIL-REVÜE

16 AUTOMOBIL-REVÜE N°63 Die Versuchung des Joos Utenhoven. (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.) Herr Schwieger lächelte beschwichtigend. Die grossflächigen weissen Hände, die aussahen, als wären sie mit einer weichen Masse aufgepumpt, drehte er geheimnisvoll sachte wiegend hin und her. «Geständnis,» wiederholte er, «nun ja — also auf halbem Wege zur Wahrheit, so wie wir sie sehen, ist der Herr. Immerhin hat er uns so nach und nach schon eine ganze Menge anvertraut. Nur mit dem dicken Ende hält er noch zurück — der Schuss — da scheut er noch — na, kann man ihm ja auch nicht übelnehmen. Dass er Morphinist ist, haben Sie gewusst?» Joos Utenhoven nickte nur. In ihm drängte ein einziges Fragen gierig und jeden anderen Gedanken überflutend hoch: Was — was hat er gestanden? — was über die Beziehung zu ihr hat er zugegeben? — In seinen Schläfen fühlte er das heiss hämmernde Pulsen — kein unauffälliges und ruhiges Wort hätte er jetzt aus der geengten Kehle pressen können. Sass wartend, quälte sich mit allem Willen, den Aufruhr seines Blutes zu verbergen, zu ersticken. Herrn Schwiegers blaue Kinderaugen sahen freundlich in den aufsteigenden Rauch: «— da hat er eben erst mal bisschen bitten und auspacken und beichten müssen, ehe er so 'ne kleine Spritze von unserem Doktor bekommen hat.» Das rosig überhauchte wohlgenährte Angesicht strahlte in Wohlwollen und Behagen: «Nun — ist ja vielleicht wirklich kein Vergnügen — und unsereiner kann's ja, Gott sei Dank, nicht nachempfinden — aber so Morphiumfritzen hat man auf die Art immer am besten in der Hand —» Herr Köpke, der inzwischen wieder sein dickes, fettiges Notizbuch aus der Brusttasche gelangt und darin geblättert hatte, hob jetzt das breite Kinn: «Wie ich schon gleich gesagt habe — Sie werden sich erinnern — auf eine beinahe härmlose Nötigung — Erpressung ist schon zuviel dafür! — spielt er die Sache hinaus. Nicht ungeschickt — bis dahin. Aber dann wird's eben mulmig: den Tod stellt er als Selbstmord dar — die sehr empfindsame Frau sei wahrscheinlich durch seine wiederholten und dringenden Bitten und Forderungen in eine Notlage getrieben worden, in der sie die Verzweiflungstat vollführt hat. Er bleibt also bei dem, was er uns schon bei der ersten Vernehmung hier erzählt hat: er hätte an dem Morgen, als er in die Wohnung kam, um noch ein letztes Mal einen Betrag abzuholen, den sie inzwischen besorgen wollte, die Frau schon tot in ihrem Zimmer auf dem Teppich liegend gefunden —» Joos Utenhoven sah vorbei an dem Kommissar ins Weite. Er schien angestrengt nachzudenken. Seine Lider schlugen, als er zögernd und mühsam fragte: «— und halten Sie denn diesen Vorgang nicht für möglich?» Schweigen — und als sein Blick dann aus der Ferne kam, ein dünnes, nachsichtiges Lächeln auf den wohlwollenden Zügen des Herrn Schwieger. Da strich sich Utenhoven über seine Stirne, sagte: «Sie haben recht — man denkt nicht immer gleich an alles: sie war ja doch, als ich am Morgen fortging, heiter, unverändert so wie sonst — und dann, da ist ja auch noch die Pistole, die ihm gehört —» Herr Köpke nickte kurz: «Du lieber Gott — da ist noch viel —» Und der Herr Schwieger sagte sanft: «— na — die Pistole — da hat er ja auch seine Erklärung — bisschen romatisch, aber immerhin — und ungeschickt ist der Mann nicht. Er sagt: die hätte sie ihm am vorhergegangenen Tage, als er sich wegen seiner desparaten Lage und weil sie ihm erklärte, dass sie ihm jetzt nichts mehr geben könne, selbst erschiessen wollte, fortgenommen und behalten. Und hätte sie dann zu dem Selbstmord benutzt —» Herr Köpke setzte noch hinzu: «— und zu dem Selbstmord wäre sie gekommen, vielleicht weil sie das Geld, das sie ihm tags vorher schliesslich noch versprochen hatte, dann doch nicht aufbringen konnte, und wusste, dass er kommen werde —» Joos Utenhoven, der noch von den Worten des Herrn Schwieger gehalten und in sie versponnen war, schüttelte dieses Suchen jetzt von sich. Jäh und entschieden stand er auf und sagte: «Bitte — kommen Sie —» Und während er mit raschen Schritten den beiden Männern voraus über den Flur hinüber in sein Schlafzimmer schritt, dort die. Schublade seines Nachttisches aufzog und auf ein braunes Lederfutteral wies, sagte er: «Hier — überzeugen Sie sich selbst — hier liegt von jeher mein geladener Browning. Vorsicht aus jener Zeit, als Einbrüche hier im Tiergartenviertel besondere Mode waren. Das wusste meine arme Frau natürlich. Und wenn sie je den unglückseligen Gedanken gehabt hätte — ! BELALP sie hätte wirklich nicht Herrn Rave seinen Mauser dazu fortnehmen müssen.» Herr Köpke griff vor in die Lade und Hess die Waffe aus der Lederhülse gleiten. «— ist ja doch auch viel grösseres Kaliber —», sagte er sachverständig. Und Utenhoven: «— noch aus dem Kriege — Erinnerung an einen französischen Flieger, den ich abgeschossen habe —» Da nickte Herr Schwieger respektvoll, und dann, mit den Gedanken wieder zu Fred Rave gleitend, lächelte er verstehend und entschuldigend: «— na — sind eben so .Märchen aus der Wanzenzelle', wie wir sagen. Irgendwie muss er sich ja schliesslich herauszureden suchen —» Herrn Köpkes Blick, der durch das Zimmer hingegangen war, haftete jetzt an der geschlossenen Tür: «Da nebenan ist das Schlafzimmer Ihrer Frau gewesen?» «Ja.» «Da wir schon hier sind — und das ist ja doch der Grund: können Sie mit uns feststellen, was sie dem Rave an Geld gegeben hat?» Joos Utenhoven sagte langsam: «Sie haben schon einmal gefragt, ob etwas fehlt. Ich habe es bisher nicht über mich gebracht — ich habe nichts berührt in ihren Schränken, ihrem Schreibtisch —» «Nun ja — kann ich verstehen — wo sie doch noch nicht unter der Erde ist. Aber am Ende —» Joos Utenhoven starrte schweigend auf den Teppich nieder. Er dachte an die beiden Briefzettel, die er noch in der qualzerfressenen Nacht vor ihrem Ende an sich genommen hatte, und die jetzt Rauch und Asche waren. Wie gut, dass diese beiden hier nicht ihre derben Hände auch in diese tiefste Wunde legen konnten —! Da stiess ein neues Fragen in die Stille: «Hat Ihre Frau über grössere Beträge verfügt?» Er hob den Kopf: da standen der Herr Köpke — der Herr Schwieger — «Sie meinen, ob sie ein Bankbuch hatte? — Ja.» «Also, da möchten wir doch bitten —.» Er nickte nur, er schritt voraus und öffnete die Tür. Durch ihr Schlafzimmer, das weiss und wie erschreckt über die Schritte fremder Männer lag, gingen sie, standen dann in dem kleinen hellen Raum, den sie so sehr geliebt hatte und in dem sie tot aufgefunden worden war. Auf einen zierlichen Schreibtisch aus Rosenholz mit Einlagen aus vielfarbigen Furnieren wies Utenhoven. «Ich will sehen, ob ich den Schlüssel finde —», sagte er. Und während er zurücktrat in ihr Schlafzimmer, das kleine Täschchen wieder hielt, den zarten Hauch ihres Parfüms zu sich aufsteigen fühlte und zwischen Puderdöslein, Kämmchen und Kalender den kleinen Schlüssel fand, sah er da nebenan, gleich einer traumhaften Unwirklichkeit, die beiden Männer wartend vor ihrem Schreibtisch stehen — den stämmig Untersetzten mit dem siegreichen Feldwebelgesicht, den grossen Schwammigen mit Hängeschultern, Fettfalten im Genick, dem kleinen runden Kopf, den breitflächigen weissen Händen — Machtloser Zorn war in ihm, da er ahnte, dass diese dort — der unfehlbare, von kaltem Zigarrenrauch gebeizte Spiesser mit den kurzen Stummelfingern und dem von feistem Fleisch umwachsenen Ehering — der andere, der aussah wie ein weichlich aufgepumpter Teufel aus der Phantasie des Th. Th. Heine — mit ihren Blicken, ihren Händen in den geheimsten Dingen seiner Toten stöbern sollten. Er hielt den Schlüssel schon, als er noch dachte: Und wenn ich es verweigere? Sie haben doch schon ihre Theorie, haben den Täter, habe sein Geständnis, dass er 'Geld erhielt? Was wollen sie denn noch?! — und stand dann doch bei ihnen, Hess den Schlüssel in die Führung des kleinen Bronzeschlosses gleiten, die Schreibplatte in den Scharnieren niedersinken. Zwei Reihen kleiner Laden, die sich um ein Mittelfach stellten, das einem überwölbten offenen Tabernakel glich, hatte der spielerische Ebenist, der dieses Möbelchen einst schuf, hier eingebaut. Auf dieses leere Fach sah Utenhoven nieder, war einen Herzschlag lang durch ein aufsteigendes Erinnern mit seinem Blick daran gebunden: damals, in dieser letzten Nacht vor ihrem Tode, hatte er auch in dem kleinen Zimmer hier und vor dem offenen Schreibtischchen gestanden. Damals — und dann nicht mehr — bis jetzt — Ein trockenes Räuspern des Herrn Köpke — Er schreckte auf: Was wollten sie doch nur? Ja — die Papiere — (Fortsetzung; folgt.) Sstaad Der beliebte Ferienort Golf, Tennis u. Schwimmbad 16.—18. Aug. gr. Sommerfest Freiluftgymnastik - Gesell. Leben -14 Hotels - Pensionspreis von Fr- 8.- an. Sommersportproeramm und Prospekte durch das Verkehrsbüro Wallis (2180 m) Über dem grossen Aletsohgletscher. Hochalp. Kurort nnd Exkursionszentrum mit überwältigender Aussicht und Läse. Wald, See, Tennis. Autopost bis Blatten. Garage. Nur 2 Std. Pussweg mehr. Weekend- Abk. Ermässigte Preise. Prospekte. A. Klingele & Cie. Für Fahrten zur WELTAUSSTELLUNG m BRÜSSEL empfehlen wir unsere kürzlich in neuer Auflage erschienene BELGIEN HOLLAND -Automobilkarte. Sie umfasst nicht nur die beiden Länder, sondern das ganze Zufahrtsgebiet, so im Süden bis nach Strassburg und Freudenstadt, im Westen reicht sie bis nach Paris und im Osten bis über den Rhein hinaus. Ob Sie auf dem direktesten Weg nach Brüssel fahren oder Ihre Reise zur Weltausstellung mit einem Besuch Hollands, der Schlachtfelder Verduns und Flanderns, mit einem Abstecher nach Paris oder einer Fahrt dem Rhein entlang verbinden wollen, diese einzige Karte genügt Ihnen. Sie heisst Landerkarte Belgien-Holland und kostet ohne Textteil Fr. 2.80 mit 28-seitigem Textteil ,, 4.— In allen grösseren Buchhandlungen erhältlich, sonst beim VERLAG HALLWAG BERN Hotel de l'ECU ruhige Lage am See, im Zentrum der Stadt. Aller moderner Komfort. Zimmer ab Fr. 5.-, mit Badzimmer Fr. 8-, Pension ab Fr. 13.-. P. HaaKe. Besitzer. Gd. ST-BERNARD Hotel du Grand St-Bernard 2472 m über Meer Gegenüber d. Hospiz. Restaurant n. Tea-Boom. Garage, Oel, Benzin. Tel. 29.3. Lonfat & Qentinetta, Bes. Cliches Hallwag sind erstklassig 10er Packung Fr. 4.50, 4er Packung Fr. 2.-. Erhältlich in allen Apotheken. Prospektversand gratis und diskret durch die Generalvertretung für die Schweiz: EROVAQ A.-G., Zürich, Bachtobelstr. 59, Tel. 72.527 Gesellschaftsfahrten der Automobil-Revue Unsere erste Gesellschaftsreise in die Dolomiten, die letzten Sonntag, den 4. August zu Ende ging, war infolge vorzüglicher Organisation und gutem Wetter ein voller Erfolg. Da das Interesse für unsere Reisen sehr gross ist, haben wir vorgesehen noch zwei weitere durchzuführen. 1. Nach Oesterreich: Grossglocknerstrasse, Salzkammergut, Tirol. 10.-18. August. Die neue Grossglocknerstrasse, eine Luxusstrasse für das Automobil, ist ebenso des Besuches wert wie das Salzkammergut. Auch hier werden Sie sehen, was nicht jeder Oesterreich-Reisende sieht. 2. Zur Weitausteilung nach Brüssel. Mitte September. Von Basel durch die Vogesen und über Verdun (Besichtigung der Forts). Zurück über Köln, Koblenz, durch das Bheintal über Bingen nach Frankfurt, auf der neuen Reichsautobahn nach Heidelberg, dann durch das Neckartal und den Schwarzwald. Jeder Teilnehmer fährt im eigenen Wagen. Wir besorgen einen erfahrenen Autotouristen als Reisebegleiter, Unterkunft und Verpflegung (Frühstück, Mittag und Abend) in guten Hotels, Führung m Städten usw., alles einschliesslich Bedienung und Taxen. Wer sich für diese Fahrten interessiert, wende sich an das Touristikbüro der «Automobil- Revue», Bern. — Dauer jeder Fahrt: 7 Tage, bei der Fahrt nach Brüssel ca. 12 Tage.

N» 63 — 1935 AUTOMOBIL-REVUE 17 Ilnsexe OeseMschaftsteise zwt Qwssg>Cockaei= Am Sonntag, den 28. Juli hat eine Kolonne von Automobilisten den Versammlungsort Zernez verlassen, um unter der von unserem Touristikbüro gestellten fachkundigen Leitung die Dolomiten prächtige Salzkammergut, in dem sich Seen und Berge zu einer herrlichen Einheit vermählen. Altausseersee, Grundlsee, Hallstättersee, Traunsee, Attersee, Mondsee, Wolfgangsee und Fuschlesee werden besucht, die Pötschenhöhe überwunden, das bekannte Bad Ischl durchquert. Nächstes Ziel dieser Fahrt, ist die bekannte Festspielstadt Salzburg. Die Rückfahrt ist durch die bayerischen Alpen gelegt, um auch dieses landschaftlich ausgezeichnete Gebiet kennen zu lernen. Vor allem wird der inmitten hochragender Felsberge liegende Königssee besucht. Hinsichtlich der Weiterfahrt kann nach Wunsch der Fahrtteilnehmer auch München berührt werden, in welchem Falle die herrliche einen Fahrtleiter, für die Strassenmauten auf der Grossglocknerstrasse und den Aussichtsstrassen, für die Fahrt mit der Schwebebahn auf die Schmittenhöhe und für den Eintritt in das Schloss Neu- kreuz und quer zu befahren und Venedig zu besuchen. Ueber den Verlauf dieser Fahrt werden für die Versorgung ihres Fährzeuges mit Betriebsschwanstein. Die Reiseteilnehmer sorgen ihrerseits stoff und für alle ihre privaten Ausgaben wie Getränke usw. Anmeldungen und Anfragen wir später berichten. Für die Zeit vom 10. bis 18. August ist eine Gesellschaftsfahrt durch Oesterreich vorgesehen. Die am 4. August erfolgende Eröffnung der Grossglockner-Hochalpenstrasse bietet den unmittelbaren Anlass zu dieser Fahrt, die auf Grund mehrfacher Anregungen aus dem Kreise der Leser der Automobil-Revue von unserem Touristikbüro veranstaltet wird. Die Grossglocknerstrasse wird nach ihrer Fertigstellung unbestritten die landschaftlich eindrucksvollste sowie die automabilistisch schönste Strasse der gesamten Alpen, ja vielleicht unserer Erde überhaupt sein. Die Strasse ist ihrer ganzen Anlage nach vollkommen auf die Interessen des .Autotouristen zugeschnitten: sie ist 6 bis 8 m breit, so dass überall drei Wagen leicht nebeneinanderfahren können, die Steigung beträgt bei 10%. die Kehren sind übersichtlich und weit ausgebaut, für den Viehtrieb sind eigene Brükkendurchlässe gebaut, an den schönen Stellen sind Parkplätze mit direkter Zu- und Abfahrt für über 1000 Wagen angelegt, die Trassierung erfolgte nicht nach reinen Verkehrsgesichtspunkten, sondern da< nach, dass dere Benutzer der Strasse möglichst wechselnde Landschaftsbilder sieht. So liegen beim Nordaufstieg neun Gletscher vor dem Beschauer! Ausserdem wurden von der Durchgangsstrasse eigene Aussichtsstrassen gebaut, die in eine unberührte Hochgebirgsgegend führen, so die Strasse auf die Franz-Josephs—Höhe unmittelbar gegenüber dem 10 km langen Pasterzengletscher, und jene auf die Edelweißspitze, die mit 2571 m einer der schönsten Aussichtsberge dieses Gebietes ist. Der Wunsch, dieses wirklich grosszügige, ja gigantische Strassenbauwerk, das unter der persönlichen Leitung seines Initianten Ing. Wallack erbaut wurde, zu besuchen, ist daher bei allen Autotouristen begreiflich. Diese neue Strasse stellt das Hauptziel unserer Gesellschaftsfahrt dar und es ist genügend Zeit vorgesehen, um sie in Ruhe befahren und an allen schönen Punkten verweilen zu können. Unsere Route schliesst aber auch noch zahlreiche andere landschaftliche Sehenswürdigkeiten fn sich, um die Zu- und Rückfahrt möglichst kurzweilig und interessant zu gestalten. Man kann sagen, dass die Reise durch unser östliches Nachbarland einen gründlichen Ueberblick über das stets gastliche Oesterreich bieten wird. Auf die Vielgestaltigkeit der österreichischen Landschaft ist hiebei besonders Rücksicht genommen. Vor allem, geht .es in das schöne Arlberggebiet und über den Flexenpass mit seiner hochinteressanten Strassenanlage. Ueber den Fernpass, der bis zur Erbauung der Grossglocknerstrasse als die schönste Alpenstrasse Österreichs gegolten hat, geht es in das Inntal und nach Innsbruck. Von der Landeshauptstadt Tirols werden die Fahrtteilnehmer über Kitzbühel, das bekannte Wintersportzentrum und über den lieblichen Pass Thurn nach Zeil am See fahren, von wo aus mit der Schwebebahn die Schmittenhöhe erreicht wird. Dann geht es über die Glocknerstrasse nach Kärnten, woselbst an einem der schönen Seen Rast gemacht wird. Die Weiterfahrt führt über den Katschberg und die Tauernhöhe nach Radstadt, dann in das Reichsautobahn von München nach Holzkirchen sowie die ausgezeichnete Anschlußstrecke zum Tegernsee befahren würden. Im weiteren Programm befinden sich Gartnisch- Partenkirchen mit einem Besuch des am Fusse der Zugspitze gelegenen Eibsees und einer Fahrt nach Oberammergau, ferner Füssen mit den Königsschlö'ssern Neuschwanstein und Hohenschwangau. In Friedrichshafen findet die Fahrt ihr Ende; hier kann zum Abschluss noch die- Zeppelinwerft besichtigt werden. Die Fähre von Friedrichshafen nach Romanshorn bringt die Fahrtteilnehmer sodann wieder in die Schweiz zurück. Aus dieser Aufzählung ergibt sich, dass die Teilnehmer an dieser achttägigen Fahrt ausserordentlich viel sehen werden. Trotzdem ist die Einteilung so getroffen, dass die Tagesetappen sehr leicht bewältigt werden können und dass genügend Zeit zu bequemen Rasten und Aufenthalten an Seen oder auf Bergeshöhen zur Verfügung steht. Dies geht schon daraus hervor, dass die Tagesetappen folgende Ausmasse haben: 262 km, 158 km, 163 km, 206 km, 127 km, 255 km, 245 km. Solche Strecken lassen sich auf den zur Verfügung stehenden guten und teilweise sehr guten Strassen ohne Schwierigkeit zurücklegen. Als Fahrtleiter konnte unser Touristikbüro einen bekannten österreichischen Autotouristen verpflichten, der das Land genau kennt und in der Lage ist, den Reiseteilnehmern eine kurzweilige und reibungslose Fahrt zu gewährleisten. Die Kosten der Fahrt. Gegen einen Pauschalbetrag von 150 Franken sorgen wir für Unterkunft und Verpflegung in guten Hotels, für di« Garagierung der iWagen, für für diese hochinteressante Gesellschaftsfahrt, welcher durch eine besondere Organisation Reiseteilnehmern weitgehende Freizügigkeit sichert wird, sind zu richten an das Touristikbüro der «Automobil-Revue», Bern. bei den ge- Voller Erfolg der « A.-R. »-Gesellschaftsreise in die Dolomiten. Von den Teilnehmern gingen uns eine Reihe von Kartengrüssen zu, die sich begeistert über die Fahrt äusserten, und welche an dieser Stelle noch bestens verdankt seien. Aus Venedig schreibt uns ein Fahrer: «Nach glänzender Fahrt bei denkbar schönem Wetter sind wir glatt in Venedig gelandet. Alles in Butter ! » Die Red. Mit dem Auto durch Oesterreich. Ich will in meinen Ferien folgende Fahrt mit den angegebenen Etappen machen: Wallisellen - Innsbruck; Innsbruck - Klagenfurt; Klagenfurt - Graz; Graz - Linz, event. in zwei Tagen, falls für einen Tag zu lang; Linz - Salzburg; Salzburg - Innsbruck; Innsbruck- Zürich. Welche Strecke empfehlen Sie mir? Wien will ich nicht berühren. Hauptsächlich will ich über Bergstrassen fahren. Wieviel Schillinge darf man mitnehmen? K. L. in W. Antwort: Sie fahren am besten folgende Strecke: 1. Tag: Wallisellen, Zürich, Rapperswil, Kerenzerberg, Sargans, Feldkirch, Arlberg, Landeck, Verlangen Sie kostenlos das REGLEMENT durch c&s Touristik-Bureau der Automobil-Revue, Strandbad Lido Luzern, ein Office des A. C. S. oder T. C. S.T oder ein—Verkehrs- und Reise - Bureau. 2. Tag: Meraii - Bozen, 30 km - Karerpass (Passo di Costalunga) - Vigo di Fassa - Canazei, 82 kru- Pordoijoch - Andraz - Fälzaregopass - Cortina d'Ämpezzo, 140 km - Tre-Croci-Pass - Misurinasee, 152 km - Auronizo - Pieve di Cadore, 194 km - Longarone - Ponte nelle Alpi, 230 km - Belluno, 238 km - Trichiana, 248 km - Passo di San Ubaldo - Tovena - Cison - Follina, 267 km - Pieve di Soligo - Treviso, 307 km - Mestre, 328 km - Venedig, 338 km. 3. Tag: Venedig - Padua - Vicenza. 72 km —t Verona, 124 km - Brescia, 193 km - Autostrada nach Mailand, 298 km - Autostrada nach Sesto Galende, 353 km - Stresa - Gravellona, 391 km - Domodossola, 425 km - Simplon - Brig, 488 km. (Diese Etappe ist, wenngleich zum Grossteil geradlinige Strassen, ebenfalls sehr scharf. Ausserdem ist es bedauerlich, dass nicht um den Gardasee gefahren wird. Besser wäre folgende Einteilung: einen halben Tag in Venedig; mittags weg: Venedig - Padua- Vicenza - Schio - Rovereto - Riva, 168 km. Am nächsten Tag: Riva - Salö - Brescia - Mailand - Simplon - Brig, 367 km.) 4. Tag: Brig - Gletsch, 49 km - Meiringen, 94 km - Luzern, 143 km - Zug - Zürich, 193 km - Winterthur - Schaffhausen, 243 km. (Da diese Etappe verhältnismässig kurz und leicht ist, würde es sich empfehlen, den Simplon in diese Etappe einzubeziehen und am Vortag schon vor dem Simplon, beispielsweise in Stresa oder einem anderen Ort am Lago Maggiore, zu übernachten.) Wir erlauben uns, besonders darauf zu verweisen, dass seitens der «Automobil-Revue> unter kundiger Leitung demnächst eine Gesellschaftsreise in die Dolomiten und nach Venedig veranstaltet werden wird, an der jeder im eigenen Wagen teilnimmt. Da diese Fahrt ausserordentlich interessant werden wird, empfehlen wir Ihnen, Ihre Mitglieder auf diese Möglichkeit, das Dolomitengebiet von einer ganz neuen Seite kennen zu lernen, aufmerksam zu machen. Es werden einige hochinteressante Kriegsstrassen befahren, so die Strasse zum österreichischen Panzerwerk Serrada am Dosso Sommo und die «Strada Cadorna» auf den Monte Grappa. Falls Sie uns mitteilen, ob Sie sich für diese Gesellschaftsreise interessieren, übermitteln wir Ihnen nähere Unterlagen. Innsbruck; lsbruck; ca. 290 km. 2. Tag: Innsbruck, Brenner, Sterzing (Vipiteno), Franzensfeste (Foftezza), Bruneck (Bfunico), Toblach (Dobbiaco), Lienz, Villach, Klagenfurt, , ca. 440 km. Sie fahren hiebei ein Stück durch Italien. Wenn Sie nur in Oesterreich fahren wollen, müssen Sie den grossen Umweg über die Tauernhöhe und den Katschberg machen. Die Grossglockner Hochalpenstrasse, Zeil am See, Heiligenblut, Lienz wird erst am 4. August eröffnet. Sie ist eine der schönsten Strassen der Alpen. Wollen Sie nicht vielleicht Ihre Ferien verschieben und dann diese Strecke fahren? Es wäre sehr lohnend! 3. Tag: Klagenfurt, Völkermarkt; St. Andrä, hervorrief. Ebenso hat die Hauskapelle ihr Mög- Wolfberg, Packsattel, Köflach, Graz; ca. 160 km. lichstes getan, um den Abend recht' abwechslungs- 4. Tag: Graz, Brück, Leoben, Prebichl,! Hieflaü,' reich-,und; stimmungsvoll zu gestalten. In später Altenmarkt, Steyr, Enns, Lins, ca. 23S-knrr Sie -Abendstunde überraschte uns einJünger Stander mit können diese Etappe demnach bequem in einem _"'sfelneüT gezahlten Fähnenschwingen. Stürmisch es Dir aufs Wort,'was für ein himmlisches Gefühl' Tag g zurücklegen.. zurucKiegen.. Schöner .scnoner wäre folgende ioig Strecket "wurde diese' Produktion noch einmal" verlangt. Zwi--B -Btr hattest, -wenn Du- in VateTs Hotel mit dem Fahr-f Graz, Brück, Leoben, Prebichl, Hieflau, die neue sehen 9 und halb 10 Uhr loderten am Waldrand ob stuhl Rekordfahrten unternahmst oder auf der elektrischen Zentrale spieltest, bis die Birnen wackel-j Strasse durch das «Gesäuse», Admont, Liezen, i.dem Hotel die 22 Höhenfeuer auf, als Symbol der Phyrnpass, Windisch-Garsten, Wels, Linz, ca. >22 Kantone. Der Festtag klang im üblichen Ball ten. Und wir sind ebenso überzeugt davon, dass für 290 km. aus. Dich 256 «Sachen» — sagen wir es ruhig — eigentlich von lächerlicher Bescheidenheit sind. Immer-' 5. Tag: Lienz, Wels, Gmunden, Ebensee, Bad hin «ganz schönes Tempo», wie Du so nebenbei Ischl, St. Gilgen am Wolfgangsee, Fuschlsee, Salzburg, ca. 160 km. Sehr lohnend auf den Gaisberg ^Büdiextisch doch eine ganz grosse Sache. Du herichtest dar- erklärst. Ueberhaupt, mit diesen «Sachen» ist's bei Salzburg zu fahren! über so viel Interessantes, unmittelbar selbst Er- ! 6. Tag: Salzburg, Berchtesgaden, Königseee, Iebtes, dass Deine Darstellung bei allen Sportfreunden Furore machen wird. Der Erfolg wird Dir Berchtesgaden, Reichenhall, Lofer, St. Johann i. T., Kitzbühel, Wörgl, Innsbruck, ca. 210 km. auch mit diesem Buch sicher sein.» Fy. 7. Tag: Innsbruck, Landeck, Pfunds, Hochfinstermünz, Nauders, Norbertshöhe, Martinsbruck (nicht direkt von Pfunds nach Martinsbruck fahren, obige Strecke viel schöner!), St. Moritz, Julierpass, Tiefenkastei, Lenzerheide, Chur, Wallenstadt, Zürich, ca. 420 km. Die beste Unterlage für diese Fahrt ist unser «Automobilführer durch die Alpen», der genaue Karten, Beschreibungen der gesamten Alpenstrassen und der einzelnen Gegenden, ferner Beschreibungen der wichtigeren Orte enthält. Sie können österreichisches Geld in jeder Menge mit auf Ihre P.eise nehmen. Lassen'Sie sich an den Grenzen das mitgeführte Geld bestätigen, damit Sie die unverbrauchten Beträge wieder ausführen können. Eine Fahrt durch Südtirol und Oberitalien. Wir planen eine Fahrt'in die Dolomiten und: nach Venedig. Wir denken an folgende Strecke: Bozen - Cortina - Longarone - Venedig - Verona - Mailand - Simplon. Bitte, erteilen Sie uns allgemeine Ratschläge über die Strecke, sowie genaue Etappenzusammenstellung. F Seh. in Seh. Antwort: Wir teilen Ihnen .mit. .dass die von Ihnen gewählte Route in grossen Zügen sehr gut zusammengestellt ist. Wir geben Ihnen untenstehend die genauen Itinerare an, wozu wir bemerken, dass wir auch einige hochinteressante Nebenstrassen — z. B. den Passo San Ubaldo — einbezogen haben, die wenig bekannt sind und die Sie unbedingt befahren müssen. 1. Tag: Schaffhausen - Winterthur, 26 km - Wil, 54 km - Toggenburg - Sargäns, 133 km - Prätigau - Davos, 190 km - Flüelapass - Süs, 216 km - Zernez - Ofenpass - Santa Maria im Münstertal, 258 km - Wormserjoch (Umbrailpass) - Stilfserjoch - Sponding (Spondigna), 302 km - Meran, 3öl km. (Diese Etappe ist mit Rücksicht auf die zahlreichen Pässe ziemlich anstrengend; es empfiehlt sich früher Aufbruch!) Fahrt durchs Blaue nach dem Lido Luzern Sonntag, den 18. August 19 35 JUeine UoÜzen Furigen. Schon am frühen Morgen des 1. August wölbte sich das Firmament tiefblau über den Vierwaldstättersee. Die Feier begann um 15 Uhr mit einem Kinderfest auf der Wiese und anschliessender Preisverteilung im Terrassen-Saal während des Nachmittags-Konzertes. Die offizielle Bundesfeier-Sammlung ergab einen sehr schönen Betrag, ebenso auch der Verkauf von Karten und Abzeichen. Nach dem vorzüglich servierten Festmahl begab man sich in den einzigartigen, aussichtsreichen Terrassen-Saal, der sehr geschmackvoll dekoriert war. Zirka halb 9 Uhr begann die patriotische Feier. Herr Redaktor Biokel aus Bern sprach in ergreifenden Worten zu der versammelten Festgemeinde. Herr Dr. Rittmann aus Basel leitete den Anlass wiederum mit grossem Erfolg. Auch unter den Gästen fand man gute Hilfskräfte. Unter den vielen Einlagen nennen wir speziell den von Kurgästen arrangierten Kinderreigen, der den Beifall aller Zwei Jahre Arbeit an der Reichsautobahn. Zur Eröffnung der ersten Teilstrecken, herausgegeben von der Gesellschaft « Reichsautobahnen >. Volk« und Reich-Verlag Berlin, 1935. Es ist ein recht instruktives Buch, das ohne Text, nur in Bildern, den Werdegang und den heutigen Stand des deutschen Reichs autobahnnetzes wiedergibt. Sehr reich ist das Kartenmaterial, das alle im Bau befindlichen Strecken zur Darstellung bringt und aus dem der heutige Stand der Arbeit klar ersichtlich ist. Der Hauptteil des Illustrationsmaterials zeigt Ausschnitte aus der Arbeit an den Reichsautobahnen und eine Menge technischer Einzelheiten. Man wird hier neidlos anerkennen müssen, dass in der kurzen Zeit von zwei Jahren Gewaltiges geleistet worden ist. Wenn das bisherige Arbeitstempo andauert, dann wird in überraschend kurzer Zeit Deutschland ein Strassennetz besitzen, wie es kein anderer Staat aufzuweisen hat. Man möchte das Buch in die Hände recht vieler schweizerischer Strässonbau-Behörden legen. Vielleicht würde es doch da und dort etwas aufmunternd wirken. ,. Pflege des Säuglings in den heissen Sommermonaten. Der Säugling muss nicht nur gegen Kälte, sondern auch gegen Ueberhitzung geschützt werden. Um diese zu vermeiden, bringe man ihn während sehr heissen Sommertagen in ein nordwärts gelegenes kühles : Zimmer. — Diese und viele andere gute Ratschläge finden Sie in der «Eltern-Zeitschrift für. Pflege und Erziehung des Kindes», deren neue Nummer uns heute vorliegt, woraus noch folgende Artikel erwähnt seien: «Neuzeitliche Ernährungsformen für unsere Kinder» — «Schön Essen» — «Angstträume bei Kindern». — Der Sprechsaal gibt Auskunft über die «Tageseinteilung für ein Kleinkind» —- Im Handarbeitsteil bringt das Heft eine praktische «Spielhose». Eine Zeitschrift, die allen Eltern warm empfohlen werden kann. Auf Verlangen stellt der Verlag Art. Institut Orell Füssli, Zürich, gerne Probehefte zu. Preis jährlich Fr. 7.—, halbjähr- ALLWAGBERN lieh Fr. 3.70. Mit dem Abonnement kann, eine günsitige Kinder-Unfall-Versicherung abgeschlossen werden, die sicher-manchen Eltern willkom-, men-sein dürfte. Neuzeitliches Einkochen. Erprobte Anweisungen für die häusliche Obst- und Gemüseverwertung. Von Käte Birke. Mit vielen Bildern auf Kunstdrucktafeln. Soeben erschien die Neuauflage 6. bis 10. Tausend im Süddeutschen Verlagßhaus, G. m. b. H., Stuttgart-N, Birkenwaldstrasse 44. Preis steif kartoniert RM. 1.80. Schöner Ganzleinenband RM."3.—. Postcheck: Stuttgart Nr. 26492. Schon wieder eine neue Auflage dieses Buches! Ein Beweis dafür, wie sehr es von den aufs Sparen bedachten Hausfrauen geschätzt wird. Die heutige Hausfrau will ohne teure Geräte und Zutaten, mit wenig Aufwand an Zeit und Mühe, ihre Vorräte an Gemüsen, Früchten, Säften, Marmeladen aller Art herstellen. Hierzu ist ihr dieses Buch der unentbehrliche Ratgeber; denn hier ist grösster Wert darauf gelegt, dass alle Konserven lange Zeit haltbar bleiben, dass durch das Einkochen der reine natürliche Geschmack nicht zerstört und am Nährwert nichts eingebüsst wird. Dieses Buch von Käte Birke ist «das» moderne Einkochbuch, das jede Hausfrau besitzen sollte. Alle Anweisungen sind klar und leicht verständlich, jahrelang erprobt und bewährt. Maria H. Rennen — Sieg — Rekorde! Ein Autobuch von Rudolf Caracciola und Oskar Weller. Union Deutsche Verlagsgesellschaft Stuttgart, Berlin, Leipzig. Verehrter Rudi! «Caracciola schreibt hier zum erstenmal selbst von seinem Werdegang, vom Autosport und vom Leben der grossen Rennfahrer» kündet der Reklamestreifen auf Deinem Buche an. Man kann beim Lesen dieses Buches fürwahr konstatieren, dass Du nicht nur ein äusserst gewiegter Rennfahrer bist, mit dem man zu rechnen hat, sondern darüber hinaus ein ebenso charmanter wie witziger Erzähler, der es versteht, mit goldenem Humor und oft auch mit beissender Ironie vom aufreibenden Leben zu berichten, das so ein Rennkämpe von Deinem Format ohne Unterbruch, jede Saison wieder aufs neue durchzukosten hat. Du hast das Schreiben «los» wie das Schalten. Sie sprudeln nur so daher, diese interessanten, gar oft tollen Episoden, über die Du aus Deinem bisherigen «Programm» berichtest. Lebhaft kann man sich vorstellen, dass manch einer, der dies liest, vor lauter Begeisterung für diesen ach so herrlichen Beruf eines Autorennfahrers in Wonne und Ekstase geraten könnte. Doch gemach. Du setzest diesem Enthusiasmus bald den notwendigen Dämpfer auf, denn alle die hervorragenden Eigenschaften, die 60 ein Tausendkerl, wie Du einer bist, in sich vereinigen muss — eiserne Ruhe, schärfste Beobachtungsgabe, äusserst kurze Reaktionszeit — die wollen nicht nur gelernt sein — es ist dazu vor allem eine ansehnliche Dosis Talent, eine Gabe nötig. Also, das Bild, das farbige, das Du entworfen hast vom Treiben auf einer Rennstrecke, sei es aul der Avus, am Nürburgring, am Klausen oder an der Mille Miglia, das lässt sich wohl ziemlich leicht aus der Schreibfeder holen. Bei näherer Ueberlegung aber — man soll bekanntlich nicht einen allzu himmelblauen Optimismus haben — werden auch die allergrössten Enthusiasten sich gestehen müssen, das« Wirklichkeit und Schilderung doch zwei verschiedene Dinge sind — und echliesslicn können ja nicht alle Caracciolas sein! Wer so ein verbissener Rennfahrer 1 ist wie Du, der muss schon in der-Jugend allerlei gedreht haben. Wir glauben, «Du sag ihm jetzt,- dass er eben Vater von Drillingen geworden ist. » Liebling der Kellner, Ein Schotte sitzt ün Cafe. Er fragt den. Oberkellner: «Kann ich hier so lange, sitzen bleiben,, bis ich verzehrt habe, was ich bestelle ?»• «Selbstverständlich, mein Herr.» «Dann bringen Sie mir, bitte, ein Stück Kaugummi!» « Ach, Sie Armer, sind Sie etwa rausgefallen? » «Durchaus nicht! Ich steige immer so aus einem Auto! »