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E_1935_Zeitung_Nr.069

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18 AUTOMOBIL-REVUE

18 AUTOMOBIL-REVUE 1935 — 69 £ied Von Heinrich Lämmhn. Kleine, fromme Weise klinge lief und rein bette sanft und leise dich auf deiner Reise in die Herzen ein. Leihe deine Schwingen jedem Leid und Glück; lasse froh dich singen, kehr dann im Verklingen still zu mir zurück. Gehe durch die müde Seele als Gebet; reife sie zur Güte bis — was leidvoll glühte - still in dir verweht. Die Gefangenschaft hatte ihn* dick und phlegmatisch gemacht. Rasch ging ihm der Atem aus. Da trottete er gemütlich weiter. Vor einem Käfig mit Fasanen machte er halt. Die bunten Vögel erregten seine Neugierde. Auf die Hände gestützt, sah er ihnen eine Weile zu. Dann schlenderte er weiter, bis er zum Löwenkäfig kam. In massloser Wut rüttelte er an den Gitterstäben. Die gelbe Katze lag zum Sprunge geduckt in der hintersten Ecke. Gesichter schneidend, gab es Lu endlich auf, in den Käfig einzudringen, und trottete fort. Jetzt war es ein kleines Haus, das seine Aufmerksamkeit erregte. Lu öffnete die Tür und trat ein. Viele Dinge sah er da, die er schon lange kannte, und noch mehr, die er nicht kannte. Voll Neugierde schaute er sich um, zerbrach hier Tassen und Teller, dort warf er die Stühle um, benahm sich im übrigen ganz so, als ob er hier zu Hause wäre. Plötzlich stutzte er. Aus einem grossen Kasten kam ein leises Wimmern. Vorsichtig trat er näher heran. Er war misstrauisch und wagte es erst nicht, den Kasten zu berühren, schnupperte an der Decke, die darüber lag, und zog sie dann vorsichtig zur Seite. Darunter lag ein kleiner Mensch. • Lu staunte. Einige Zeit gebrauchte er, um sich von seinem Erstaunen zu erholen, dann stiess er zum zweitenmal einen lauten Freudenschrei aus. Der kleine Weltbürger im- Bett streckte ihm die Hände entgegen und lachte ihn freudig an. In einem Winkel von Lus Herzen er* wachte die Mutterliebe. Bis zum Halse herauf hörte er es pochen. Da griff er zu und barg das Kleine zart wie eine Amme an seiner Brust. Kleine Hände krallten sich in sein rotbraunes Fell und jagten ihm Freudenschauer über den Leib. Lu beschloss, das Kind für sich zu behalten, und schaute sich nach einem Versteck um. Nirgends war es ihm sicher genug. Da trottete er zu seinem Käfig zurück. Grunzende Laute ausstossend setzte er sich in eine Ecke... Die Zeit verstrich. Lautes Reden auf der Promenade Hess Lu aufhorchen. Eine ganze Schar Wärter kam auf den Käfig zu. Da knurrte er böse. Nur der Wärter, der Lu bis jetzt gepflegt hatte, trat bei ihm ein. t Lu > — sagte er in den weichsten Tönen — und noch einmal < Lu > ! » — Der Ton griff dem Affen an das Herz, und er knurrte nicht mehr. Wieder sprach der Mann, und seine Stimme klang noch weicher als zuvor. Immer näher kam er, während er auf Lu einsprach, Ueber die Leistungen von Ohr und Auge lesen wir in der «Umschau»: Von allen Naturerscheinungen haben Licht und Schall für unser Erleben der Aussenwelt die weitaus stärkste Bedeutung; Auge und Ohr stellen daher unsere Hauptsinneswerkzeuge dar, die sich vor den anderen durch ihre Empfindlichkeit und die Vielseitigkeit ihrer Funktionen auszeichnen. Licht wie Schall beruhen auf Schwingungen, die sich von ihrer Quelle in ähnlicher Weise ausbreiten wie Wasserwellen von dem Ort der Oberfläche eines ruhenden Teiches, in wejchen ein Stein geworfen wird. Der Stoff, der uns den Schall überträgt, ist. die mechanisch bewegte Luft. Die Frage nach dem Träger des Lichtes ist auch heute keineswegs gelöst; vielleicht ist es ein feiner, alle Materie durchdringender Stoff, der sog. « Lichtäther ». Ziemlich durchsichtig sind die Vorgänge der akustischen Strahlung, deren Träger — die Luft — uns in seinen physikalischen Beschaffenheiten sehr genau bekannt ist. Je rascher die Druckschwankungen eines Schalls aufeinander folgen, desto höher ist der von uns wahrgenommene Ton. Die Geschwindigkeit der Aufeinanderfolge der einzelnen' Druckimpulse oder die «Frequenz» ist die und Lu sass ganz still, das Kind an die Brust gedrückt. Jetzt griff der Wärter danach. Sofort knurrte Lu wieder, und der Mann zog seine Hand zurück. So ging das Spiel eine Weile hin und her. Endlich hatte der Vater sein Kind wieder im Arm, und Lu gestattete ihm, damit den Käfig zu verlassen. Traurig in seiner Ecke kauernd blieb Lu zurück... An andern Tag brachte ihm der Wärter das Kind wieder, zeigte es ihm und Hess es ihn eine Weile halten. Lu war glücklich. Seit diesem Tag freut sich Lu nur auf die Stunde, bis der Wärter mit dem Kinde kommt, dann spielt er mit seiner kleinen Freundin, und wenn sie geht, schaut er ihr traurig nach. £)te £eistuaqeit von Ofvt und Auge für die Beschaffenheit unseres sinnlichen Eindruckes massgehendste Grosse": die Stärke des Reizes hängt dabei von der sekundlich auf das Trommelfell auftretenden Schallenergie oder Tonintensität ab. — Frequenz und Intensität sind zwei charakteristische Grossen, welche nicht nur mit dem Schall, sondern ganz allgemein mit jeder Form von Energiestrahlung verknüpft sind. In der Optik bestimmt die Frequenz der Strahlung die Farbe, ihre Intensität die Helligkeit. Es entsteht nun zunächst die grundlegende Frage, auf. welchem Gebiete der mechanischen und der elektromagnetischen Strahlung unsere Sinnesorgane überhaupt ansprechen. Die tiefste Frequenz, welche das Ohr wahrnimmt, beträgt etwa 16 Schwingungen in der Sekunde, die höchste an 16,000 Perioden; die oberste hörbare Schwingungszahl ist also etwa tausendmal so gross als die unterste. Dass dies ein sehr grosser Bereich ist, sehen wir, wenn wir einen Vergleich mit der sichtbaren Strahlung anstellen. Zwar sind hier die Schwingungszahlen unvergleichlich viel grösser, nämlich einige hunderttausend Milliarden, doch ist die höchste der mit dem Auge erkennbaren Frequenzen nur etwa doppelt so gross wie die kleinste, auf die unser Gesichtssinn reagiert. Drücken wir diese Verhältnisse in der dem Musiker geläufigen Weise in Oktaven aus, so haben wir festzustellen, dass das Ohr etwa zehn Oktaven umfasst, während das Auge nur eine einzige wahrnimmt. Vergleicht man die gesamten Spektren mit den Teilen, für welche unsere Sinnesorgane aufnahmefähig sind, so zeigt sich in dieser Hinsicht eine grosse Ueberlegenheit des Ohres gegenüber dem Auge." Das gesamte mechanisch-akustische Spektrum umfasst annähernd 25 Oktaven; davon ist — wie wir sahen—- das Ohr für 10. Oktaven aufnahmefähig. Das gesamte elektro - magnetische Spektrum umfasst dagegen über 60 Oktaven, von denen nur eine einzige vom Auge erfasst wird! Die elektro-magnetischen Aussengebiete besitzen also eine ganz ungeheure Ausdehnung! Sie umfassen die weiten Be- Ein schöner alter Turm am Ausgang des Städtchens Laufen. reiche der Radiumstrahlen (Gammastrahlen), des Röntgenspektrums und der Rundfunkwellen, um nur die für uns wichtigsten Beispiele zu nennen. Alle diese Strahlen sind in des Wortes strenger Bedeutung « übersinnlich », wenngleich ihre Realität ausser allem Zweifel steht. Bedenken wir allein die Vielheit der Rundfunkwellen, die jeden kleinsten Raumteil unserer Atmosphäre beständig durchflutet, ohne dass unsere Sinnesorgane auch nur die geringste unmittelbare Wirkung verspüren ! Wesentlich geringere Bedeutung als den elektro-magnetischen Aussengebieten kommt den ausserhalb der Hörfrequenzen liegenden akustischen Bereichen zu. Das Ohr ist tatsächlich in der Lage, die praktisch wichtigsten akustischen Vorgänge zu belauschen, während dem Auge verhältnismässig sehr enge Grenzen gezogen sind. Wenn wir von Grenzen der sinnlichen Wahrnehmung sprechen, kann der Eindrück entstehen, als handelte es sich dabei um plötzliche Uebergänge. Das ist keineswegs der Fall. Hörbarkeit und Sichtbarkeit nehmen, je näher die dargeboten Frequenz an eines der Aussengebiete heranrückt, stetig ab bis zum allmählichen Erlöschen. Die Empfindlichkeit des aufnehmenden Organes schwindet mehr und mehr, bis wir nicht mehi in der Lage sind, zubeurteilen, ob wir hören bzw. sehen. Auch im eigentlichen Hör- und Sichtbereich ist die Empfindlichkeit der Wahrnehmung sehr verschieden. Der akustische Energiestrom, der in unser Ohr eintreten muss, damit wir eben noch hören, ist bei den ganz tiefen und den ganz hohen Tönen viel grösser als in den mittleren Lagen, ßauiwtößk Hinter dem Konkurrenzkampf einzelner Firmen und Länder geht ein noch ernsterer Kampf vor sich, der sich von Zeit zu Zeit in Streiks, Anschlägen und sogar in Kriegen Luft macht. Das reich illustrierte Buch, das Anton Zischka unter dem obigen Titel geschrieben hat, beleuchtet lichtartig diesen Kampf an der „unsichtbaren Front", erklärt mancherlei Zusammenhänge, die dem Fernerstehenden sonst verborgen bleiben und verschafft einen tiefen Einblick in die Rolle, welche die Baumwollfaser im politischen und wirtschaftlichen Geschehen unserer Zeit spielt Preis: Geb. 6.90, kart. 4.7S. - In allen Buchhandlungen u. 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N° 69 — 1935 «UTOMÖBlC-tfEVUE M der afrikanischen Mittelmeerküste nach Karachi zu reisen. Alsdann werde der Bau eines Tunnels unter der Meerenge von Gibraltar zur Bewältigung des Verkehrs, der über die Meerenge gehen wird, notwendig sein. Bereits seit Jahren steht die technische Möglichkeit der Errichtung eines Tunnels zwischen der Südspitze Spaniens und der Ganz ähnlich ist der optische Energiestrom, der in unser Auge eintreten muss, damit wir eben noch sehen, im Rot und im Violett erheblich grösser als etwa im Grün oder im Gelb. Die sogenannten < Reizschwellenenergien» sind in den Gebieten höchster Empfindlichkeit geradezu phantastisch klein. Die Arbeit, die wir aufbringen, um ein Milligramm einen Zentimeter hoch zu heben, nennt man ein Erg; denken wir uns diesen kleinen Betrag einem Schallwellenzug von 1 Quadratzentimeter Frontfläche und einer Sekunde Dauer, der auf unser Ohr trifft, mitgeteilt, so würden wir eine sehr deutliche Schallempfindung haben. Die gleiche Energie reicht aber hin, um dem Ohr 30 Jahre lang ununterbrochen einen noch durchaus hörbaren Ton zuzuführen! Dies lehrt uns zweierlei: erstens die ausserordentliche Empfindlichkeit unseres Hörorganes, dann aber auch den gewaltigen Umfang unseres akustischen Wahrnehmungsvermögens. Es' sei betont, dass in dem ersten Fall, in welchem die Energie von einem Erg auf die kurze Spanne einer Sekunde zusammengefasst gedacht war, unsere Empfindung keineswegs übermässig gross ist. Damit unser Ohr schmerzt, wäre eine zehntausendmal so grosse Energie aufzubringen. Die gleiche Energie, welche, wenn sie in einer Sekunde an unser Ohr gelangt, uns eben unerträglich wird, würde daher genügen, um nicht weniger als 300,000 Jahre einen für menschliche Ohren hörbaren Ton zu erzeugen. Es muss bei dieser Darstellung freilich erwähnt werden, dass die Verhältnisse nicht für alle Frequenzen so extrem sind. Für sehr hohe und sehr tiefe Töne rücken die obere und die untere Grenze der Hörempfindung näher zusammen und gehen schliesslich sogar ineinander über. Hierfür gibt es ein einfaches praktisches Beispiel: Gehen wir im Sommer über Land, so kann uns das Zirpen der Grillen einen lästigen Kitzel am Trommelfell erzeugen, obwohl uns das Geräusch keineswegs übermässig laut erscheint. Der Ton ist so hoch, dass bereits relativ geringe Intensitäten ausreichen, um hl unserem Ohr eine schmerzhafte Empfindung hervorzurufen. Die Empfindlichkeit des Auges steht hinter der des Ohres nicht zurück. Ideale Sicht vorausgesetzt, vermögen wir eine normale 25- kerzige Glühlampe auf 50 km Entfernung noch eben zu erkennen; die optische Energie, die dann in unser Sehorgan eintritt, ist annähernd die gleiche wie die akustische, welche eben noch in unserem Hörorgan eine Empfindung auslöst. Die gleiche Energie, welche unseren Tisch nur 1 Sekunde gerade angenehm erleuchtet, würde ausreichen, um 80 Jahre lang eine eben wahrnehmbare Strahlung auszusenden. Von Bedeutung für unsere Wahrnehmungen ist der Umstand, dass wir zwei Augen und zwei Ohren besitzen. Das eine Organ dient keineswegs nur zur Unterstützung und «— gegebenenfalls — zum Ersatz des andern, •fcondern es sind bestimmte Beobachtungen an das Zusammenwirken beider Augen bzw. beider Ohren gebunden. — Die optische Wirkung ist das sogenannte «plastische Sehen». Die entsprechende akustische Wirkung ist das Richtungshören. Die Gründe für das plastische Sehen sind So bekannt, dass wir hier darüber weggehen können. Zur Deutung des Richtungshörens könnte man zunächst annehmen, dass das der Schallquelle weniger zugeneigte Ohr eine geringere Lautstärke empfängt als das in günstigerer Lage befindliche zweite Ohr; aus dem Unterschied der Lautstärken würde man dann einen Eindruck von der Richtung des Schalles empfangen. Diese Vermutung ist auch zunächst aufgestellt worden ; es wurde aber bald nachgewiesen, dass sie nicht den Tatsachen entspricht. Das der Schallquelle abgewandte Ohr befindet sich nämlich keineswegs im «Schatten». Es kommen daher an beide Trommelfelle stets annähernd gleiche Schallintensitäten, gleichgültig, wo sich die Schallquelle befindet; Abweichungen von dieser Regel gibt es erst bei hohen Tönen. — Die Frage des Richtungshörens hat lange die Forscher beschäftigt, ehe sie in befriedigender Weise gelöst werden konnte. Wir wissen heute, dass diese Erscheinung auf der Fähigkeit unserer Ohren zur Wahrnehmung kleinster Zeitunterschiede beruht. Befinden wir uns z. B. auf freiem Felde und fällt in der Nähe ein Schuss, so erreicht der Knall das eine Ohr einen winzigen Bruchteil einer Sekunde früher als das andere Ohr; der Unterschied zwischen den Eintreffzeiten an beiden Trommelfellen genügt aber, um einen deutlichen Richtungseindruck hervorzurufen. Die in Frage stehenden Zeitdiffferenzen bewegen sich, je nach den Umständen, zwischen 1/30O0O und 1/2000 Sekunde. Die Ohren leisten hierbei weit mehr als die besten technischen Zeitmesser. Ueberdenken wir noch einmal die Leistungen unserer Hauptsinnesorgane! So verschieden Auge und Ohr und die Reize, auf die sie reagieren, sind, es lassen sich dennoch eine Menge verwandter Züge feststellen. Im einzelnen mögen die Leistungen des Auges und des Ohres — soweit sie rein physikalisch gewertet werden können — von technischen Apparaten erreicht oder übertroffen werden, in der Anpassungsfähigkeit an die verschiedensten Aufgaben und in der Oekonomie der Anordnung werden sie durch kein menschliches Gerät auch nur annähernd erreicht Neben den periodisch immer wieder auftauchenden Projekten, denen die Unterführung des Aermelkanals zugrunde liegen, macht auch die seit Jahren im Süden Europas geplante Untertunnelung der Gibraltarstrasse stets von sich reden, um Europa direkt mit dem nordwestlichen Afrika zu verbinden. Neben der projektierten direkten Schienenverbindung ist in jüngster Zeit der Gedanke aufgetaucht, gleichzeitig auch einen Autoweg zwischen Europa und dem schwarzen Erdteil zu schaffen. An diesem Plan des Gibraltartunnels hat neben Spanien und Frankreich auch Grossbritannien ein erhebliches Interesse. In neuester Zeit sind es vor allem militärische Belange, die die Verwirklichung der Kanalidee ernstlich vorbereiten. Der Verfasser des • Projektes, Oberst Pedro Jenevois, glaubt, dass es noch vor Ablauf von 20 Jahren möglich sein werde, mit der Eisenbahn von Tanger über die Sahara nach dem Kap der guten Hoffnung und von Tanger längs Nordspitze Afrikas fest. Seitens spanischer und französischer Gesellschaften sind Voruntersuchungen durchgeführt und auch genaue Bauprojekte ausgearbeitet worden. Ursprünglich war beabsichtigt, den Tunnel an der schmälsten Stelle der Meerenge, die nur 13 km beträgt, anzulegen. Da hier jedoch das Meer eine Tiefe von über 1000 m aufweist, musste dieses Projekt aufgegeben werden, da der ungeheure Druck der gewaltigen Wassermengen es unmöglich machte, an dieser Stelle die beiden Kontinente durch einen Tunnel verbinden zu können. Unter verschiedenen Variationen wurde dem Projekt, das den kleinen Ort Tarifa in Spanien mit einem östlich von Tanger gelegenen Punkt an der marokkanischen Küste verbindet, der Vorzug gegeben. Bei einer Gesamtlänge des Tunnels von 32 km und einer durchschnittlichen Meerestiefe von nur 300 m würden etwa 20 km auf den Unterwasserbau entfallen. Die Gesamtkosten des Baus werden mit 300 Millionen Peseten errechnet, bei einer Bauzeit von rund 5 Jahren. Die Projektverfasser rechnen mit einem Anfangsverkehr von jährlich etwa 700 000 Personen und etwa 800 000 t Güter, Zahlen, die kaum zu hoch gegriffen sind, indem die Ein- und Ausfuhr des 115 Mill. Einwohner zählenden Afrikas einen Wert von mehr als 15 Milliarden Goldpesetas repräsentiert. Wenn man die ganze Bauidee des Gibraltartunnels einer objektiven Prüfung unterzieht, so wird man ohne weiteres zugeben müssen, dass vermutlich noch grössere Schwierigkeiten überwunden werden müssen, bevor an die Realisierung des Projektes überhaupt gedacht werden kann. Wie das Aermelkanalprojekt ein Traum aus Stahl und Beton geblieben ist, wobei vor allem politische Interessen im Spiele standen, um so wieviel mehr dürften derartige staatspolitische Rücksichten beim Bau des Gibraltars im Wege stehen? Vielleicht aber sind die Triebkräfte des modernen Verkehrs in,diesem Falle doch so stark, dass sie auch die grössten Hindernisse überwinden können, wird doch heute der moderne Verkehr über Strassen geleitet, die zum grossen Teil in einer Zeit erstellt wurden, als es noch keine Automobile gab, diese fortschrittlichen, unersetzlichen und wirtschaftlichen Transportmittel der Gegenwart. Zwangsläufig erwuchs eine Einstellung zum Verkehr, die sich wenig verkehrsfördernd auswirken konnte. Wenn gegenwärtig eine ganze Anzahl von Tunnelprojekten in die Oeffentlichkeit gelangt, so ist dies sicherlich ein Zeichen dafür, dass den Verkehrsfragen auch allgemein grössere Bedeutung zugemessen wird als bis anhin. Das Basler St. Johanntor. dass nicht einzusehen ist, warum nicht ähnliche Anlagen dem Kraftverkehr neue Möglichkeiten eröffnen sollen. Der Tun* nelbau durch den Montblanc, der heute im Mittelpunkt des Interesses steht, ist nicht das einzige Projekt, an dessen Durchführung man ernsthaft arbeitet. Wer hätte vor einigen Jahren noch geglaubt, dass Untergrundanlagen in dichtbewohnten Gebieten für den Automobilverkehr erstellt werden müssen, wie dies durch die Anlage des Mersey-Tunnels in Liverpool, durch den Scheide-Tunnel in Antwerpen der Fall war, oder dass überhaupt, wie bei den Eisenbahnanlagen im Gebirge, auch heute Gebirgskämme für den Automobilverkehr unterführt werden, wie z. B. am Gross gloekner, am Galibier, oder in kleinem Maßstabe bei uns am Passwang? Weitere Projekte bestehen bekanntlich auch für die Untertunnelierung des Sundes zwischen Kopenhagen und Malmö, der Meerenge am Bosporus, und neuerdings hat das japanische Parlament beschlossen, einen Tunnel zwischen den japanischen Inseln und Korea zu erstellen, der ähnlich wie das Gibraltarprojekt hauptsächlich nach strategischen Gesichtspunkten errichtet wird. Wy. Sprichwörter. Manchen Mannes Vermögen kann ein Hahn tragen; aber sein Luxus findet nicht auf einer Fuhre Platz. Der grosse Baum fängt viel Wind auf. Angst und Hohn wachsen oft auf einem. Ast Das Feld hat Augen und der Zaun hat Tunnelbauten waren es, die vor Jahrzehnten den Eisenbahnen erst den Weg Ohren. durch die Kontinente geebnet haben, so Böses Wort trifft eignen Herrn. Das feine Sitzmöbel, das behagliche Bett eine Wohnungszier von bleibendem Wert FERIEN AUSFLUGE AUTOTOUREN 1 ABUCHSERBERG 1 Gut geführtes Haus Spezialplättli Garage. Kegelbahn Prospekte Telephon 265 1120 m ü. Meer. 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