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E_1935_Zeitung_Nr.069

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m Die Zufahrtsstrassen

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Ebenso freigiebig wie mit Geldgeschenken war sie auch mit den Beweisen ihrer guten Laune, die sie nach ihrer Behauptung an der Cöte d'Azur wiedergefunden hatte. In der Hall ging es noch an. Sie lachte viel und schallend, schlug sich mit dem Fächer oder mit einer Zeitung auf die Knie und blies Passanten den Rauch ihrer Zigaretten ins Gesicht. Schlimmer schon war es im Restaurant des Hotels. Wein, der ihr nicht schmeckte, pflegte sie unter lauten Kommentaren auf den Teppich zu giessen, ihre vier Hunde mussten mit ihr am Tisch sitzen und von denselben Tellern essen wie sie selbst, vom Besteck zog sie den Suppenlöffel vor, mit dessen Hilfe sie fast alle Speisen schlürfend zu sich nahm. Zwischendurch wandte sie sich immer wieder an ihre Nachbarn und rief ihnen muntere Fragen zu. Der Hotelier war schon sehr nervös, als am fünften Tage ihres Aufenthaltes Madame G. nach Genuss einer Flasche Champagner in so übermütige Stimmnug geriet, dass sie einem vorbeieilenden Kellner den Teppich unter den Füssen fortzog und der Mann, beladen mit vollen Schüsseln, zu Boden stürzte. Als ein anderer Kellner herbeilief, um seinem Kollegen zu Der Ausbruch des Krakatau vor 52 Jahren. Sumatra und Java waren schon immer durch Vulkane stark bedroht, zählt doch Java allein 114 Stück. Jetzt lenkt der neue Ausbruch des Krakatau, des weitaus gefährlichsten, die Aufmerksamkeit wieder auf diese Inselwelt. Bei dem Ausbruch vor 52 Jahren büssten über 40,000 Menschen das Leben ein. So bleibt nur die Hoffnung, dass es diesmal den Menschen gelingt, sich vor dem vollständigen Ausbruch in Sicherheit zu bringen. Ueber den damaligen Ausbruch wird berichtet: Es war am 20. Mai 1883, als die deutsche Korvette «Elisabeth» die kleine Insel Krakatau in der Sundastrasse passierte. Der Besatzung bot sich ein ungewöhnlicher Anblick. Seit länger als 200 Jahren galt der Vulkan als erloschen. Aber jetzt erhob sich plötzlich eine ungeheure Dampfsäule wie eine riesenhafte Pinie aus dem Krater. Fast zwölf Kilometer im Umkreis war der Himmel verdunkelt. Blitze durchzuckten das Gewölk, und ein ungeheures Getöse erfüllte die Luft. An einer Bergseite schoss Lava in glühendem Strom aus einem neugeöffneten Krater hervor. Zur gleichen Zeit ging ein Aschenregen nieder, der Wälder und Felder mit einer meterhohen Aschenschicht überzog. Das war das Vorspiel des grossen Ausbruchs. Es zog sich monatelang hin. Amhelfen, schleuderte ihm die gutgelaunte Dame Abend des 26. August 1883 nahm die Pinienwolke über dem Krater eine noch riesen- dass der Mann die Orientierung verlor, aus- einen Löffel feinster Eiscreme ins Gesicht, so haftere Gestalt an. Sie soll den Gipfel des glitt und neben den ersten Kellner zu liegen Berges schätzungsweise um 20 Kilometer kam. Die übrigen Gäste halfen den mit Speisen bedeckten Kellnern hoch und verlangten überragt haben. Die Luft war unerträglich heiss und schien wie mit Elektrizität geladen. die sofortige Entfernung der Urheberin dieses An den Masten und Rahen der vorüberfahrenden Schiffe glühten St. Elms - Feuer auf, Tag wieder den Speisesal betrat, wurde sie zweifelhaften Scherzes. Als sie am nächsten und die Mannschaften erhielten elektrische mit lauten Pfuirufen empfangen und schliesslich von einem Herrn energisch gebeten, in Schläge, wenn sie Metallteile berührten. Menschen, die diese Nacht hier erlebten, erzählten, einem andern Lokal zu speisen. Gleichzeitig sie sei die furchtbarste ihres Lebens gewesen. verlangte dieser Gast, Herzog de A., dass der Die ganze Sundastrasse zwischen Java und Hotelier der Dame sein Hotel verbiete, da Sumatra sei wie ein Glutofen gewesen. Dazu sonst die anderen Gäste ausziehen würden. das fortwährende unterirdische Rollen. So erhielt Madame G. nach kurzer Zeit einen Am Morgen des 27. August schien es zuerst, höflichen Brief, in dem sie gebeten wurde, als hätte der Krakatau sich beruhigt. Die binnen wenigen Stunden auszuziehen und das ersten Sonnenstrahlen drangen durch die Hotel nie wieder zu beehren, da man ihr den schwarzen Rauchwolken, und es wurde etwas Zutritt verweigern würde. Das vorausbezahlte heller. Aber auch das war nur eine Täuschung, denn gegen 7 Uhr steigerte sich mit Geld erhielt sie zurück. Sie hat nun gegen den Hotelier geklagt, sie will wieder in sein den schwärzer werdenden Wolken auch das Hotel zurück. Sie ist bereit, für jeden Schaden aufzukommen. Sie bezahlt den durch unterirdische Rollen. Es klang wie ein furchtbarer Wirbel, bis eine Explosion erfolgte, wie sie die Menschheit noch nie erlebt hat. Der Himmel hatte sich wieder vollständig verdunkelt, Blitze und Glutfahnen zeigten sich über dem Berg, und als das Getöse endlich ganz verstummt war, schien die Dunkelheit noch zuzunehmen. Rauch und Staub Hessen keinen Lichtstrahl hindurch, und Batavia blieb dreissig Stunden in Dunkelheit gehüllt. Was wirklich geschehen war, stellte sich erst viel später heraus. Die Insel Krakatau war durch die Gewalt der Eruption in zwei Teile gespalten. Ein Drittel ragte noch aus dem Wasser, zwei Drittel hatte das Meer verschlungen. Die ungeheure Flutwelle, die sich dabei bildete, war über vierzig Meter hoch und ergoss sich über die Küste von Java und Sumatra. Mehr als 40,000 Menschen samt dem Land, auf dem sie sich befanden, hatte das Meer verschlungen. Schwefelgesättigte Aschenreste erfüllten noch wochenlang die Luft und färbten den Himmel eigentümlich blau-violett. Fast in der ganzen Welt hatte man die Auswirkungen der gewaltigen Kraterexplosion gespürt. Die Flutwelle erstreckte sich nicht nur über die nächsten Küsten, sie durchzog den ganzen Indischen und Pazifischen Ozean bis zur südamerikanischen Küste und richtete überall grossen Schaden an. Die Explosion selbst war in einem Umkreis von 3500 Kilometer hörbar gewesen. Aber die atmosphärischen Erschütterungen drangen sogar nach Europa. Gewaltige Staubmengen und Gaswolken hatten sich in der Atmosphäre gesammelt, schwebten dort in einer Höhenzone von 10—14 Kilometer und zogen jahrelang um den Erdball. Im November 1883 erreichten diese Wolken Europa. In der Dämmerung glühten sie, von der scheidenden Sonne getroffen, bläulich bis purpurn auf. Im Laufe der Jahrzehnte hatte sich aus dem übrig gebliebenen Inselstück neues Leben gebildet. Auf der Aschenschicht wuchs in verhältnismässig kurzer Zeit ein neuer dichter Urwald, und selbst die Gipfel des Kraters waren mit Bäumen und Sträuchern bedeckt. Die holländische Regierung hat seit einigen Jahren einen Ueberwachungsdienst eingerichtet, der von etwa 200 Beamten ausgeübt wird. Der lustige Gast im Rivierahotel. Ganz Frankreich lacht über den Prozess, den eine Dame aus südfranzösischen Gutsbesitzerkreisen gegen den Eigentümer eines bekannten Rivierahotels angestrengt hat. Madame G. hatte im April in diesem Hotel ein Appartement bezogen und es, wie sie vor Gericht mehreremal betonte, für einen Monat im voraus .bezahlt Es lässt sich denken, dass verschütteten Wein beschädigten Teppich, das von den Hunden benützte Tafelgeschirr, ein nobles Schmerzengeld für die gestürzten Kellner und das verschüttete Menü. Sie ist bereit, in diesem Hotel doppelte Preise für alles zu zahlen, aber sie will wieder dort wohnen. Auch verspricht sie, sich tadellos zu benehmen. Sie habe im Pensionat nur die feinsten Tafelsitten gelernt und werde sie jetzt der Mitwelt vorführen. Ein Vergleich* sehr zum materiellen Vorteil des Hoteliers* kam zustande, und er nahm das Hausverbot für die Klägerin zurück. Pflanzenblätter scheiden Asche aus. Die Blätter der Pflanze sind nicht nur Organe, in denen unter der Einwirkung des Lichtes Stärke erzeugt wird und die ausserdem für Atmung und Verdunstung wichtig sind. Nach neueren Untersuchungen scheiden sie bei Regen auch Aschebestandteile, also feste Rückstände des Stoffwechsels, aus, die vom Regenwasser ausgelaugt werden und in. den Boden gelangen. So ist die Pflanze, z. B. ein Baum, Ballast losgeworden. Obendrein hat sie aber auch noch den Boden gedüngt, was wieder andern Gewächsen zugute kommt. Warum ging das Reich der Mayas unter ? Nach den Untersuchungen des amerikanischen Geologen Dr. C. W. Cooke verschwand das im Gebiet des heutigen Guatemala gelegene Reich der Mayas aus folgenden Gründen: Die Beölkerung rodete den Urwald ihrer seenreichen Heimat. Dadurch wurde der Boden dem tropischen Regen ausgeliefert und in die Seen geschwemmt. Diese verschlammten und wurden zu Seuchenherden, welche die Einwohner durch Malaria und Gelbfieber entweder vernichteten oder zur Räumung ihrer Heimat zwangen. Der Wärmeverlust der Menschen. Bisher hatte man angenommen, dass die Verdunstungsvorgänge für den Wärmehaushalt des Menschen entscheidend sind. Neuere Versuche haben ergeben, dass — bei Temperaturen zwischen 25 und 27 Grad — nur 25 % der vom Körper abgegebenen Wärme durch Verdunstung frei wird. 60 % werden durch Ausstrahlung, die restlichen 15 % durch Wärmeleitung an die Umgebung abgegeben. Die Ausstrahlung und nicht die Verdunstung bildet also den wesentlichsten Faktor. Diese Untersuchungen sind für Forschungen über die Entstehung des Fiebers von Bedeutung.

N° 69 - 1935 AUTOMOBIL-REVUE 23 F E U I L L E T O N Die Versuchung des Joos Utenhoven. (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.) «Hm —», meinte Utenhoven und versuchte den Ausdruck von Verständnis für diese Ausführungen aufzubringen. Die matte, eintönig klagende Stimme rann darüber hin: «Aber was wollen Sie? — man hat nun einmal das gelernt und das ein Leben lang getrieben, und das Gehirn läuft in den Bahnen weiter, solange man hier in den Sielen steht. Man hat aus der Einseitigkeit der Pflicht sich einen Denksport aufgebaut und dreht nun jeden Fall nach allen Seiten: haben die braven Herren da auch wirklich alles yorgeholt? — oder wo blitzt es auf —?» Er hob den Kopf, er sprang von seinem Thema ab: «Haben Sie übrigens die Aufnahmen schon gesehen? Das heisst, ich könnte Ihnen im Augenblick nur die' Platten zeigen, die Abzüge sind noch in der daktyloskopischen Abteilung.» Wieder griff er mit müder Geste vor und holte sich ein kleines Holzgestell heran, auf dem ein halbes Dutzend Glasplatten standen. «Oder greift es Sie zu sehr an — ? Ich könnte es verstehen^ «Nein — zeigen Sie — Herr Doktor», sagte Joos Utenhoven und seine Stimme klang ihm dabei übersteigert fest und laut und seltsam fremd im Ohr. Platte um Platte reichte Herr Adriani ihm unbeholfen zu, wies ihm, wie er sie hochgehoben gegen das Licht halten musste, um auf den Negativen die Einzelheiten zu unterscheiden. Die gleichwie toten, schleiergrauen Augen lachten dabei, ohne zu weichen, auf Utenhoven, schienen aus seinen Zügen lesen zu wollen, ob er auch alles richtig sehen und erkennen könne. Platte um Platte nahm er ihm dann wieder aus den Händen, liess sie vorsichtig zurück in das Gefächer des Gestelles gleiten. All diese Trübnis des versunkenen Geschehens zog, so im Bilde noch einmal vor Utenhoven hin. Mit festen Händen, die nicht zittern sollten — was ging es dieses graue Männchen an, wie ihm zumute war! —, hob er ein Negativ ums andere vor sich hoch. Und sah da grau in grau noch einmal die Tote, wie sie neben dem Ruhebette auf dem Teppich lag — den kleinen Einschuss über ihrem Herzen — Mit seiner Linken schob der Herr von Adriani das Gestell und sagte dann nach einer Pause und in einem Ton, als ob er sich entschuldigen müsste: «— ja — nun sind wir doch wieder abgekommen —» Ueber den Akt, der immer noch vor ihm lag, strich er bedächtig hin, ein Zug von Gram und Peinlichkeit lag um die beiden scharfen Falten, die sich um seinen Mund hingezogen und in dem dünnen Gefranse seiner missfarbenen Bartzotteln verloren. Auf seine Fingernägel sah er dann und hob endlich die ausgeblichenen, erstorbenen Augen zu Utenhoven auf. Er sagte, und die Stimme klang, als hätte er da etwas Peinlich - Aergerliches auszusprechen und müsse dessentwegen eigentlich um Nachsicht bitten: «— im übrigen — ich halte diesen Herrn Fred Rave für unschuldig —» Joos Utenhoven starrte, ohne gleich den Sinn ganz zu erfassen, in dieses graue, jetzt beinahe unbeteiligt vor ihm stehende Gesicht. «— für unschuldig —?!» Die Stimme stockte ihm in der Kehle — die Hand griff vor, legte sich klammernd um den Plattenrand des alten gelben Tisches. Der Herr von Adriani sah nieder auf diese sehnige und männlich-ausdrucksvolle Hand — sah auf den Ring mit dem geschnittenen antiken Stein und nickte sacht. «Schön —» sagte er — «wohl römisch?» Und dann, während die müden bleifarbigen Augen sich wieder hoben, fortfahrend und mit greinendem Bedauern: «— ja — ja — für völlig unschuldig an diesem Mord. Gott — eine Meinung so wie jede andere —» Joos Utenhoven öffnete die Lippen — und schloss sie wieder —. Er fühlte seinen Herzschlag, wollte ruhiger werden, dem Manne nicht das Schauspiel seiner aufblutenden Erregung geben. Der andere hüstelte. «— ich darf dazu noch bemerken: wir haben bisher kein Geständnis des Herrn Rave — ich glaube auch nicht, dass wir eines erhalten werden —» Joos Utenhoven hatte das Empfinden, dass er jetzt doch etwas sagen müsse. So meinte er - und er tat sich dabei Gewalt an, nicht zu zu schnell zu sprechen und möglichst sachlich zu erscheinen: «Aber er hat doch bei den Vernehmungen selbst zugegeben — wenigstens soweit ich den Kommissar Köpke verstanden habe —» Der alte Herr bewegte leise den Kopf: das war nun leider doch nicht völlig so —. Er sagte müde und gequält dozierend: «Nein — nach dem, was ich in den Akten finde, hat Rave nur erklärt, dass er sich für die Ursache des Todes Ihrer Gattin und in diesem Sinne für schuldig halte —. Man muss da also unterscheiden: für den Verursacher — nicht für den Täter. Er will — und daran scheint er zu glauben, darauf ruht auch seine Ihnen ja bekannte Darstellung der Vorkommnisse, durch sein Verhalten zu Ihrer Gattin eine Lage geschaffen haben, die zur Ursache eines Selbstmordes werden konnte —» «Sie halten also, im Gegensatz zu der bisherigen Auffassung, die Möglichkeit eines Selbstmordes für gegeben —?» Der alte Herr schien sich beengt zu fühlen. Sein müder Blick glitt durch den kahlen Raum, über die schiefen Aktenständer, den eisernen Waschtisch und den. Kleiderständer hin. «— die Möglichkeit? — Man darf auf unserem Arbeitsfelde keine Möglichkeit für ganz ausgeschlossen halten — ehe ihre Unmöglichkeit nicht dreimal erwiesen isj —. Sophisterei —!» Er lächelte verloren — schwieg. Sah dann zu Utenhoven auf: «Wenn Sie mich aber fragen, ob ich an einen Selbstmord Ihrer Gattin glaube —? — ob ich mir die an sich durchaus plausibel klingende Meinung des Raves zu eigen machen könnte —?» — er bewegte zitterig ablehnend den schmalen Kopf: «Nein —.» Joos Utenhoven stiess hervor: «Aber wer ist es denn gewesen?!» Rauh und beleg klang seine Stimme. «Irgendein anderer —» «Ja — wer —?!» Die dürren Hände öffnete der Herr von Adriani und hob die Schultern an: «Nun — man muss sehen —, Geduld muss man in unserem Berufe haben.» Joos Utenhoven biss an seinen Lippen, sah vor sich hin. Und fragte jäh: «— und die Indizien, die gegen ihn — gegen Rave sprechen —?» «Ja, die Indizien —!» Herr von Adriani seufzte, und seine Worte greinten wieder über dieses Missgeschick: «— die sind mir eben beinahe zu schön — und dann — sagen Sie selbst — bleibt nicht am Ende jeder Indizienbeweis eine prekäre Sache? Ein Zwitterding, an dem im Grunde keiner seine rechte Freude haben kann —», er lächelte verbindlich, dünn, verloren —, «der Richter nicht — und auch nicht der, den man dann schliesslich köpft —?» Auf den gepflegten Krallennagel am kleinen Finger seiner Linken sah er nieder: «Was heisst .indizium'? Anzeichen, Merkmal, Hinweis —.» Wiederum hoben seine Hände sich geöffnet ein wenig an, gaben das alles preis: «Hier, wie die Dinge liegen, sehe ich .Indizien', die diesen p. t. Rave — den ich wirklich nicht für ein wertvolles Mitglied unserer Gesellschaft halte — je nachdem man sie ausdeutet, beleuchtet, belasten können — und die, in anderes Licht gestellt, aus sich heraus diese Belastungen wieder entkräften —» Der Herr von Adriani hob unvermittelt seinen schmalen, müden Kopf: «Verzeihen Sie — haben Sie noch ein wenig Zeit?» Joos Utenhoven ruckte auf: «Gewiss — natürlich — bitte, fragen Sie — dazu bin ich ja hier —.» Die Worte quollen ihm im Munde, als müsste er sie kauen. «— fragen?» Ein klein wenig gezogen und verwundert kam das Wort — mit einem überlegen-matten Lächeln schob er es beiseite, tat er es ab. Er sagte: «Sehen Sie, es ist nur dieses: man hat doch selten nur die Freude, derlei mit einem wirklich klugen und einsichtigen Manne zu besprechen. Was haben wir denn sonst in unseren Fällen für Material? Von fünfzig neunundvierzig, die ohne Gesicht und gleichsam nach dem primitiven Schema sind. Die Fälle selbst grobschlächtig angelegt und ohne Feinheit ausgeführt. Und Menschen, die dann einfach stur im Leugnen sich verrennen, bis sie sich irgendwie verheddern, und bis sie dann zusammenklappen —.» Er sah bekümmert über Utenhoven hin: «Mein Gott, was habe ich auf diesem Platze nicht schon für Menschen sitzen sehen —» Dann schwieg er, hing gleichsam gehalten von Erinnerungen mit seinen matten Augen irgendwo im Weiten. Auf Utenhoven aber, der wirr und benommen von all dem sprunghaften, zerfaserten Gerede nach Ruhe und nach Haltung rang, stiess währenddessen immer wieder zäh, unvertreibbar der Gedanke ein: Er glaubt nicht an die Schuld des Rave —. Wer soll denn sonst —?! Was will er nur — ? — Und dann, wie er ihn so grau, tausendjährig und in Sinnen eingesponnen vor sich sah, zwischen diese Erkenntnis eingesprengt die Frage: Woher nur kenne ich den Mann? Ist er mir schon begegnet — habe ich von ihm geträumt —? Wo — wo nur habe ich dieses Gesicht schon gesehen —? (Fortsetzung folgt) Hallwag-Führer u. Hallwag-Karten Diese unentbehrlichen Begleiter auf genussreichen Fahrten sind das willkommenste GESCHENK, das Sie Ihren Freunden u. - sich selbst - machen können 1. Fuhrer. Europa Touring, Automobilführer von Europa, herausgegeben vom Touring-Club der Schweiz. Redaktion O. R. Wagner, Bern. Patronat: Alliance Internationale de Tourisme. Die 12. Ausgabe enthält 62 Hauptkarten, umfassend ganz Europa vom nördlichen Eismeer bis nach Gibraltar und die Grenzen von europäisch Russland, 26 Länderkarten, 90 Stadtpläne, 400 Seiten Gebiets- und Ortsbeschreibungen. Preis Fr. 12.—. [I Automobil-Atlas von Europa, Format - 25x40 cm, umfassend 53 Hauptkarten und eine Uebersichtskarte, Einreise- und Fahrvorschriften für sämtliche Länder Europas, Ortsregister. Preis Fr. 30.—. CH Touring, Führer für Automobilfahrer, herausgegeben v. Touring-Club der Schweiz. Redaktion O. R.Wagner, Bern. 19. 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Automobilführer von Italien, 10 Karten im Maßstab 1:1,000,000,12 Karten im Maßstab 1:500,000, 170 Seiten Text, der durch hervorragende Sachkenntnis den touristischen, sowie den kulturellen Wünschen des Automobilfahrers entspricht. In knapper Form sind die verschiedenen touristischen Gebiete Italiens behandelt. Preis Fr. 6.—. Automobilführer von Deutschland. Enthaltend 14 Karten im Maßstab 1:1,000,000, 160 Seiten Text, die wichtigsten Landschaften und Städte des Reiches behandelnd, 40 prächtige Kunstdruckbilder. Preis Fr. 6.—. Automobilführer von Spanien und P ortugal. 12 Karten im Maßstab 1:1,000,000, ca. 120 Seiten Text über Spanien und Portugal. Preis Fr. 6.—. Uebersichtskarten. Zentral-Europa (Europa Touring). Maßstab 1:1,500,000. Pap. Fr. 6.—. Lw. Fr. 8.—. Europa (Europa Touring). Maßstab 1:3,000,000. Pap. Fr. 6.—. Lw. Fr. 8.—. 2. Länderkarten. Wir besitzen Automobilkarten sämtlicher Länder Europas. Klarheit, Uebersichtlichkeit, leichte Lesbarkeit, praktisches Format und einfache Falzung sind ihre Vorzüge. 6-Farbendruck. a) Ausgaben mit Text. Deutschland: 1:1,000,000, doppelseitig Fr. 4.— Frankreich: 1:1,000,000, doppelseitig . „ 4.— Italien: 1:1,000,000, doppelseitig . . . „ 4.— Oesterreich-Ungarn-Tschechoslowakei: 1:1,000,000, doppelseitig 4.— Holland-Belgien: 1:650,000 4.— Spanien: 1:1,500,000 „ 4.— Grossbritannien: 1:1,500,000 „ 4.— Nordländer: 1:1,500,000 , 4.— Finnland: 1:1,500,000 4.— Baltische Staaten: 1:1,500,000 , 4.— Polen: 1:1,500,000 ,4.— Rumänien: 1:1,500,000 4.— Balkan: 1:1,750,000 4.— b) Ausgaben ohne Text. Deutschland: 1:1,000,000, doppelseitig Fr. 2.80 Frankreich: 1:1,000,000, doppelseitig „ 2.80 Italien: 1:1,000,000, doppelseitig . . . „ 2.80 Oesterreich-Ungarn-Tschechoslowakei: 1:1,000,000, doppelseitig „ 2.80 Nordafrika: 1:3,000,000, einseitig. . . „ 1.25 3. Spezialkarten. Sehr sorgfältig gezeichnete und auf zähem Papier gedruckte Blätter der bevorzugten Ausflugsgebiete Zentraleuropas. Schweiz: 8-Farbendruck . Schweiz und Grenzgebiete Schweiz-Riviera Bodensee Genfersee Oberitalienische Seen . Schwarzwald Vogesen Rhein und Mosel . . . Oberbayern Dolomiten Burgund 6-Farbendruck, praktische Faltung, grosso Uebersichtlichkeit, vorbildliche Strassenführung. Blatt I : Zentralalpen: München—Grenoble, Venedig—Dijon. Blatt II: Ostalpen: Wien—Dolomiten, Fiume — München. Blatt HI: Meeralpen: Riviera—Grenoble, Rhonetal—Adria. Preis pro Blatt Fr. 4.—. , Die Hallwag-Führer und -Karten sind in allen guten Buchhandlungen des In- u. Auslandes erhältl., sowie beim AVERLAG HALLWAG BERN 1:300,000 Fr. 3.50 1:500,000 „ 4.- 1:500,000 „ 2.80 1:300,000 „ 2.80 300,000 2.80 300,009 2.80 250,000 2.80 250,000 2.80 500,000 2.80 250,000 2.80 250,000 2.80 1:300,000 2.80 Alle diese Blattet in 6-Farbendruck. 4. Alpina-Karten 1:500,000 Abteilung Autotouristik Telephon 28.222 •* ^-> Ä