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E_1935_Zeitung_Nr.075

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE 1935 - N°75 werden. Es ist eine unendliche Schuld, die nur durch die Ewigkeit abgetragen werden kann. Unbequem mag es manchmal sein, das glaub' ich wohl, und das ist eben recht Sind wir nicht auch mit dem Gewissen verheiratet, das wir oft gerne los sein möchten, weil es unbequemer ist, als uns je ein Mann oder eine Frau werden könnte? » Immer wieder stösst man bei der Durchsicht von Büchern und Zeitungen auf dasmeist in Vorschlägen zu neuen Gesetzen her- meinen Freunden, dessen gute Laune sich Thema der Ehereform. Während die eine vortat, behauptete, eine jede Ehe sollte nur. auf Seite aus Weltanschauungsgründen sich für fünf Jahre geschlossen werden. Es sei, sagte die Unlösbarkeit der eingegangenen ehelichen Bindungen einsetzt, weiss die andere ein solcher Zeitraum eben hinreichend, um er, dies eine schöne ungrade heilige Zahl und Seite genau die selben Gründe für eine Reform der betreffenden Gesetze anzuführen. bringen, sich zu entzweien und, was das sich kennenzulernen, einige Kinder heranzu- Indessen ist dieses Thema absolut nicht neu, schönste sei, sich wieder zu versöhnen. Gewöhnlich rief er aus: wie glücklich würde die sondern hat zu allen Zeiten die Gemüter erregt. So finden wir in dem Roman von den erste Zeit verstreichen! Zwei, drei Jahre wenigstens gingen vergnüglich hin. Dann würde « Wahlverwandtschaften » Stellen, die zeigen, wie man zu Goethes Zeit über diesen Punkt doch wohl dem einen Teil daran gelegen sein, gedacht hat und die uns auch Goethes eigene das Verhältnis länger dauern zu sehen, die Denkweise enthüllt. Es erscheint dies um so Gefälligkeit würde wachsen, je mehr man interessanter, als Goethe selbst zu jener Zeit sich dem Termin der Aufkündigung näherte. (1809) bereits mit Christiane Vulpius verheiratet war, ein Bündnis, dessen anfänglich rein Teil würde durch ein solches Betragen be- Der gleichgültige, ja selbst der unzufriedene sinnliche Beziehungen (von 1788) im Jahre gütigt und eingenommen. Man vergässe, wie 1806) seine kirchliche Bestätigung gefunden man in guter Gesellschaft die Stunden vergisst, dass die Zeit verfliesse, und fände sich hat Die bewusste Stelle in den « Wahlverwandtschaften » lautet: verlaufenem Termin erst bemerkte, dass er aufs angenehmste überrascht, wenn man nach «...Es ist unerfreulich, sagte Charlotte, schon stillschweigend verlängert sei... wenn man seine abwesenden Freunde irgend ... Jener Freund, so fuhr er fort, tat noch einmal geborgen, eine Freundin, die man liebt, einen andern Gesetzvorschlag. Eine Ehe sollte versorgt glaubt; eh' man sich's versieht, muss nur alsdann für unauflöslich gehalten werden, man wieder hören, dass ihr Schicksal im Schwanken ist und dass sie erst wieder neue und vielleicht abermals unsichre Pfade des Lebens betreten soll. Eigentlich, meine Beste, versetzte der Graf, sind wir selbst schuld, wenn wir auf solche Weise überrascht werden. Wir mögen uns die irdischen Dinge und besonders auch die ehelichen Verbindungen gern so recht dauerhaft vorstellen, und was den letzten Punkt betrifft, so verführen uns die Lustspiele, die wir immer Wiederholen sehen, zu solchen Einbildungen, die mit dem Gange der Welt nicht zusammentreffen. In der Komödie sehen wir eine Heirat als das letzte Ziel eines durch die Hindernisse mehrerer Akte verschobenen Wunsches, und im Augenblick, da es erreicht ist, fällt der Vorhang, und die momentane Befriedigung klingt bei uns nach. In der Welt ist es anders; da wird hinten immerfort gespielt, und wenn der Vorhang wieder aufgeht, mag man gern nichts weiter davon sehen noch hören. Es muss doch so schlimm nicht sein, sagte Charlotte lächelnd, da man sieht, dass auch Personen, die von diesem Theater abgetreten sind, wohl gern darauf wieder eine Rolle spielen mögen. Dagegen ist nichts einzuwenden, sagte der Graf. Eine neue Rolle mag man gern wieder übernehmen, und wenn man die Welt kennt, so sieht man wohl, auch bei dem Ehestande ist es nur diese entschiedene ewige Dauer zwischen so viel Beweglichem in der Welt, die etwas Ungeschicktes an sich trägt Einer von Hotel de Nyon y Neuer Besitzer: Kupfer-Freymond. W B£. A. U« Qoethe, i&ex Uwiefornwi wenn entweder beide Teile, oder wenigstens der eine Teil, zum dritten Mal verheiratet wäre. Denn was eine solche Person betreffe, so bekenne sie unwidersprechlich, dass sie die Ehe für etwas Unentbehrliches halte. Nun sei auch schon bekannt geworden, wie sie sich in ihren früheren Verbindungen betragen, ob sie Eigenheiten habe, die oft mehr zur Trennung Anlass geben als üble Eigenschaften. Man habe sich also wechselseitig zu erkundigen; man habe ebensogut auf Verheiratete wie auf Unverheiratete acht zu geben, weil man nieht wisse, wie die Fälle kommen können.» if' Man gehtwphl kaum fehl, wenn njan 'annimmt, dass die vorstehenden Sätze", nicht Goethes Auffassung ausdrucken. Diese, dürfte vielmehr in den Worten des « Mittlers »li_ einer Hauptfigur des Romans — ihren.Niedetschlag gefunden haben: « Wer mir den Ehestand angreift, wer mir durch Wort, ja durch Tat diesen Grund aller sittlichen Gesellschaft untergräbt, der hat es mit mir zu tun; oder wenn ich sein nicht Herr werden kann, habe ich nichts mit' ihm zu tun. Die Ehe ist der Anfang und der Gipfel aller Kultur. Sie macht den Rohen mild, und der Gebildetste hat keine bessre Gelegenheit, seine Milde zu beweisen. Unauflöslich muss sie sein: denn sie bringt so vieles Glück, dass alles einzelne Unglück dagegen gar nicht zu rechnen ist. Und was will man von Unglück reden? Ungeduld ist es, die den Menschen von Zeit zu Zeit anfällt, und dann beliebt er, sich unglücklich zu finden. Lasse man den Augenblick vorübergehen, und man wird sich glücklich preisen, dass ein so lange Bestandenes noch besteht. Sich zu trennen, gibt's gar keinen hinlänglichen Grund. Der menschliche Zustand ist so hoch in Leiden und Freuden gesetzt, dass gar nicht berechnet werden kann, was ein paar Gatten einander schuldig 2)ie di&t&sUtuxde spricht Dieses Jahr setzt der September wenigstens sein richtiges sonnenloses Gesicht zum Saisonbeginn auf. Wer denkt da nicht gleich an moIJige Wollgewebe, an Filzhüte, wie an Pelze, wenn es trübe, manchmal sogar frisch ist und der Wind an den leichten Regenmänteln reisst. Die Mode freut sich über diese günstige Konstellation und lenkt mit Ausstellungen von Neuheiten, wie mit Modeschauen die Aufmerksamkeit der Frauen auf sich. Wenn wir von der Mode ein Gesamtbild geben sollen, so müssen wir sagen, dass sich, wie schon längere Zeit, die beiden Hauptrichtungen auch jetzt deutlich ausdrücken: auf der einen Seite das knappe, schlichte sportliche Tenue, jedoch nicht ohne weichen, weiblichen Einschlag, und daneben die betont weibliche, fast etwas antiquarisch anmutende sierten Gewändern äussern. Damit zusammenhangend, jugendliche Modelle mit plissiertem Rücken bis zum Gürtel und rückwärtig fallenden, faltigen Stoffbahnen. Doch wird gelegentlich diese stoffreiche Bahn Torne eingesetzt Unbestreitbar bleibt das griechische Element das Dankbarste und Reinste in der Form und wirkt ewig jung und ansprechend. Wichtig zu allen Tageszeiten sind Gürtel; auch da wurden Anregungen aus allen Windrichtungen aufgenommen. Die gerollten Stoffstreifen kommen beispielsweise aus dem Orient. =sa. Peter Bratschi: Fahrt, Gedichte. 92 Seiten. Preis kari Fr. 3.—. Verlag Oprecht & Helbling, Zürich. Mit dem Bändchen Fahrt legt Peter Bratschi eine neue kleine Gedichtsammlung vor, aus der uns wieder, wie aus den meisten seiner Werke, der Rhythmus der Arbeit, der lebendige Pulsschlag der Zeit entgegenklingt, packt und in seinen Bann schlägt. Weit entfernt aller modernen Künstelei und dem phrasenhaften Aesthetentum, das hinter seinen gewagten Wortspielen und gläsernen, seelenlosen Versen sein Unvermögen, zum Leben selbst Stellung zu nehmen, zu verbergen sucht, stellt jedes einzelne dieser kleinen, einfachen Gedicht« Linie, die sich in vielen Nachmittagskleidern und Hüten, in Abendtoiletten und dazugehörigen Mänteln ausdrückt. Dazwischen gibt es eine Menge Uebergangsformen, worunter sich viele kleidsame Beispiele finden lassen. Es herrscht jetzt noch ein wenig Wirrwar, wie öfters zu Saisonbeginn. Und vieles bleibt als Versuch in den Anläufen stecken. Wesentlich ist der Anteil der Jugend an der Mode, die gerne ihren Typus betont Bieht, die eine praktische, sorgfältig, ausgewählte Toilette dem Frou- Frou der damenhaften Modelle vorzieht. So oftein kleines Kunstwerk dar, hinter dem man den klingt die Mode an Vorbilder der achtziger und lebendigen Menschen, den für die Bedürfnisse der neunziger Jahre — wir dürfen ruhig sagen leider — Zeit aufgeschlossenen Dichter ahnt. Männliche an. Aber Derartiges tragen die Frauen mittleren Kraft in Form und Rhythmus, kluge und warme Alters und.darüber, sofern nicht auch sie schon Gedanken, das Wissen um menschliches Glück und. fortschrittliche Menschen sind, die einen Fühler für Leid und jenes tiefe Sehnen über den Tag hinaas das Antiquierte dieser Vorschläge besitzen. nach Vollendung, das das Kennzeichen des echten Dichters ist, bringen uns diese Verse besonders Was nun die allgemeinen Linien anbetrifft, so nahe. Man spürt, hier wirkt ein Mensch, dem e« bleibt die Schlankheit der Hüften, die Taillenlinie nicht um den kargen Taglohn zu tun ist, sondern jedoch wird allgemein und mit viel Grazie der Ausführung höher gerückt. Der Rock bleibt schlank, Zeit ^ntgegenstrebt: der im Vertrauen auf die Menschheit, einer neuen namentlich für die Strasse. Nachmittags kommen Es surren die Räder, es klingt der Stahl, Drapierungen auf, wie die durch doppelt genommene Und fiebernde Männer durcheilen den Saal Stoffbahnen erzielten Beuteleffekte; es gibt sogar Jn stummer Hast Drapierungen, die vom Saum an eine lose Stoffbahn hinten heraufziehen und sie auf der Schulter Verketten sich Tausende schwielige Hände, Und ohne Rast befestigen. Das grosse Wort haben die Aermel, neben klassischen, bescheiden gehaltenen Fassonen, Gigantischem Werden der sieghafte Geist Dass einig sich jede dem Ganzen verpfände. die der sportlichen Linie eigen sind, fängt daneben Aufsteigend aus Tiefen die Bahnen weist. ihre Herrschaft, zwar gemässigt, schon morgens im In Glut und Russ Troteurtenue an, um sich nachmittags wie abends Eint sich der Guss, auszubreiten. Die ganze Phantasie der Mode scheint Eint sich ein Wille zu Schöpfergewalten: sich darauf zu konzentrieren. Wirklich kleidsame Der Menschheit lichtstrahlenden Bau zn Beispiele stehen neben recht bizarren, alt machenden Wirkungen.. Auch darin muss es eine Frau ver- Aber auch da, wo er mehr persönliche Töne gestalten. stehen, Mass zu halten; Drapierungen der oberen anklingen lässt, sind seine Verse lebensecht und Taillenpartien sind ebenso beliebt wie gekreuzte, schräg schliessende Modelle. Bei den Verschlüssen sehen wir neben Knöpfen viel Passementerien, die wuchtig sein können, sich sogar auf die Aermel legen. Es ist dies eine Reminiszenz an nordische Vorbilder, wo gewisse bunte Wollstickereien auf Boleros, selbständig oder mit dem Kleid verbunden, getragen werden. i Nachmittags breitet' sich viel sorglose Eleganz "über die Damenkleidung aus. Diese liegt schon an Bieh in den wirklich verführerisch schönen Stoffen, seien es weichste reine Wolle, oder mit Metall wie Zellophan vermischte Neuheiten. Reine Seide führt wieder ein gewichtiges Wort. Die Kultur der schönen Linie lebt nachmittags reichlich auf. Trotz gewisser, nur von wenig Frauen überhaupt tragbaren Extravaganzen Hier, am Nachmittag, feiern die Drapierungen wahre Feste. Sie leben in den Aermeln, wo alle Abstufungen des Keulenarmes, des glatt wie gereiht oder grossfaltig eingesetzten Aerinels auftreten und sich den Platz vom sehr beliebten Raglan nur teilweise streitig machen lassen, obschon diese Form wieder an schönsten Modellen auftaucht und sich mehr und mehr allen Fassonen anpasst. Halblange Aermel, pagodenartige und mit Bündchen ballonförmig geformte, gehören ebenfalls dazu wie plissierte, gezogene Fassonen. Drapierungen, jabotartige Schleifen, ja sogar Blusen, ganz plissiert und mit Soutache in Form gehalten, vorn viereckige Ausschnitte, Drapierungen bis zum Halsansatz hinauf, selbst Stehkragen und immer wieder gebundene Schleifen gehören zu dieser Ein feinen Kleinigkeiten des Dekors reichen Mode. Abends entfaltet sich eine grosse Pracht in Stoffen und im ganzen grossartigen Stil von Kleidern und Mänteln. Einflüsse der grossen italienischen Ausstellung in Paris mit ihrer Ueppigkeit der Renaissancetoiletten fliessen hinein, neben unbestritten orientalisch anmutenden Elementen. Daneben tauchen immer wieder griechische Vorbilder auf, die sich in schönem Fall von Tuniken und ganz plis- JSiicAextisdi tief empfunden und erinnern in ihrer warmen Menschlichkeit an alte Volkslieder. Und jetzt, da ich dich ferne weis«, Da klingen alle Lieder leis Aus einer fernen Nacht. So gibt man sich dem Zauber dieser melodischen und doch so starken, männlichen Lyrik mit stiller Freude hin und wünscht nur, dass Peter Bratschi endlich die Anerkennung zuteil wird, die er schon lange verdient hat h. L Walfher Aderhand: Russland aus der Miftt. Reportage eines Unbefangenen. Verlag Julius Kittls Nachf., Mähr.-Ostrau. Ins Riesenhafte wächst anfangs die Zahl der Bücher, die über Russland auf den Markt geworfen wurden. Was der eine Autor lobt, das verdammt der andere, so dass die Masse der Leser bald nicht mehr weiss, was sie glauben soll und jede Neuerscheinung, die diesen umstrittenen Stoff behandelt, mit Misstrauen betrachtet Dieses Misstrauen erhöht sich noch, wenn man unter dem Titel das Wort «unbefangen» liest; denn wo ist der Mensch, der heute noch unbefangen zu urteilen vermag? Das waren die Gedanken, mit denen ich das Russlandbuch Walther Allerhands zur Hand nahm. Doch diesesmal fühlte ich mich bald in sehr angenehmer Weise enttäuscht; denn « Russland aus der Nähe» ist nioht das Werk eines sensationshungerigen, rasenden Reporters, sondern weit mehr das eines Lyrikers, — eines Menschen, der nicht an der Oberfläche kleben bleibt, sondern hinter der äussern Erscheinung die Seele des Volkes selbst sucht und immer wieder findet. Ueberall umherreisend und Umschau haltend, erklärt er ans der Vergangenheit die Gegenwart, aus der Geschichte das Russland von heute. Nur so wird das Phantastische im neuen Russland verständlich, das immer wieder aus den Zeilen spricht, nur so können irir den Aufbau verstehen und das Fieber, in dem dieses Riesenvolk lebt, ist es doch immer noch das Walchwil T.O.8. A.C.S. an der neuen Auto-Strasse Hotel Kurhaus zui Ist und isst man ausgezeichnet Pension von Fr. 7.50 an. Ruhig, sonnig und behaglich. Strandbad. See-Terrasse. Telefon 44.110. Ernst Infanger. exotischer Reiseträume, aber auch Erholung, kräftigende Meerbäder und Heilquellen - da» alles vereint - bietet JUGOSLAWEN, das schöne, billigeReiselandI Seine Schiffeführen Sie an die Randgebiete des Miltelmearea, an die erhabenen Stätten alter Kultur. (2.-18. Okt. ab Fr. 220.-) Alle Auskünfte bereitwillig« Bleicherweg S - Tel. 32.2S6 Die Zufahrtsatrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O. R. Wagners CH Touring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. Langenthai Hotel Bären A.c. 8. 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N° 75 - 1935 AUTOMOB1L-PCVUH 15 gleiche Volk, das uns Tolstoi, Dostojewski und Gogol nahe gebracht haben. Sicher ist dieses Buch eines der besten Werke fflber Russland; eine bei aller Klarheit äusserst spannende und künstlerisch sehr hoch stehende Reportage. h. 1. Melusine, ein Roman von Jakob Wassermann. 229 Seiten. Querido-Verlag, Amsterdam. Um es vorweg zu. sagen: Es handelt sich bei diesem Buche um kein überwältigendes Werk, sondern um des bekannten Schriftstellers Erstling, der ursprünglich im Albert Längen-Verlag, in München, verlegt wurde. Ein junger Student lernt in einer Pension in München ein junges Mädchen kennen, das auf den romantischen Namen Melusine hört, fühlt sich von ihr angezogen und abgestossen. Eine melancholische, etwas sentimentale Ijebesgeschichte, die man sich für jede gute Zeitschrift passend denken kann. Das Beste daran ist die Wiedergabe des Milieus, diese muffige Atmosphäre der Jahre um die Jahrhundertwende, die aus jeder Seite des Buches atmet. Auch die Insassen der Pension und ihre ganze Spiessbürgerlichkeit sind gut getroffen. Ein liebsnstrürdjges Buch, eine beachtliche Leistung, die aber doch in keiner Weise an die spätem Werke Wassermanns heranreicht und — wohl stellenweise — einen scharfen Beobachter, aber noch nicht die spätere Bedeutung des Dichters ahnen lässt; ein Werk, das man hinnimmt als Zeichen der Treue des Dichters zu seinen Werken. h. 1. Kurzsichtigkeit bei Kindern. Orianminderwertigkeiten sind nicht nur ein medizinisches, sondern auch ein seelisch und damit ein pädagogisches Problem. Die August-Ausgabe der « Eltern-Zeitschrift • beleuchtet dieses Thema eingehend an Hand eines interessanten Beispiels. Einen weiteren, erzieherisch wertvollen Artikel widmet die Zeitschrift dem bemerkenswerten Thema c Schwierige Kinder». Heute, wo die Zukunft für unsere Jugend in beruflicher Hinsicht so trübe erscheint, sind solche Kinder eine doppelte Sorge für das Elternhaus. In •weiten Kreisen wird man daher diesen Ausführungen viel Aufmerksamkeit schenken. Wer diese hübsch illustrierte Zeitschrift noch nicht kennt, lasse sich vom Art. Institut Orell Füssli in Zürich kostenlos ein Probeheft vorlegen. (Preis ohne Versicherung jährlich Fr. 7.—, halbjährlich Fr. 3.70. Privat-Strandbad am Bodensee, Wfsekend Ferien Telefon: Steckborn NS-M Hotel de TECU ruhige Lage am See, im Zentrum der Stadt. Aller moderner Komiort. Zimmer ab Fr. 5.-, mit Badzimmer Fr. 8.-, Pension ab Fr. 13.-. P, Haake, Besitzer. Die Versuchung des Joos Utenhoven. (Fortcetzunr au« dem Hauptblatt,) Wusste der das? Was wusste dieser brüchig alte Mann von solcher Liebe?! Nichts — nichts! Keiner als er — keiner konnte das wissen — Und dazu reden ? — was war da zu sagen — ? Hinüber zu den Mappen mit Bildern, Expertisen, Briefen, die auf der Schreibtischplatte vor Joos Utenhoven lagen, hob Herr von Adriani seinen schweren Blick: «Sie waren bei der Arbeit — und am Ende halte ich Sie auf — ?» Da taumelte der andere aus seinem Suchen auf: .Arbeit?' —- ein Kopf schütteln, das abtuende Rühren einer Hand. — Und dann nach einem lange hinrinnenden Schweigen, durch das er sich hintastete in die Zusammenhänge, mühsam um jeden Ausdruck ringend, seine Stimme: «Sie haben vorhin, als wir vor dem Marmor draussen standen, gesagt: Ich habe meine Frau geliebt —. Sie ist nicht mehr. Wie aufgelöst ist seitdem alles, was mich mit diesen Dingen hier verbunden hat —. Beruf? — Wozu bin ich berufen hier, seit sie, für die ich alles das errichtet und geschaffen habe — nicht mehr in meinem Leben ist — ? Können Sie das verstehen, dass man arbeitet und sucht — weil irgendwann zwei Augen staunen oder glücklich lächeln werden —, weil man »in Finder und vielleicht auch bewunderter Kenner und Könner sein will vor diesen beiden Augen?» Die Photos und die Expertisen schob er mit einer abtuenden Geste seiner Unken fort. Kaum, dass die Fingerkuppen die Papiere streiften: «— was bleibt mir da ? Noch ein paar Bilder und Skulpturen aufzustöbern, zu kaufen — und nach einer Weile wie ein Trödler zu einem höheren Preise wieder zu verkaufen ? Habe ich noch den Glauben an den Sinn in meinem tun ? Denn irgendwie muss doch ein anderer Sinn hinter den Dingen stehen — sie müssen Zeugnis sein für eine Liebe, eine Zugehörigkeit zu einem anderen — oder zu einem Ziel, einer Idee, der man mit Hingäbe und Willen dient —. Das alles ist fort —- was bleibt mir da ?» Er sah gequält geradeaus, vorbei an seinem Gast, und sagte noch: «Ich wejss nicht, ob ich das so sage, wie ich es empfinde — vielleicht auch liegt es Ihnen ferne —» Der Herr ron Adriani nickte still. «Doch — ja — das kenne ich —», sagte er leise. Sein Blick lag lastend, schwer und trübe prüfend auf Joos Utenhoven — glitt dann von diesen wie in Einsamkeit und Härte erstarrten Zügen ab, ruhte gesenkt auf seinen Händen. Und seltsam eindringlich rann — sikkerte dabei die Rede seiner matt greinenden Stimme: «Wir, haben einmal schon etwas der Art gesprochen — und mir ist es — eine Entlastung — ja, halten wir doch dieses Wort: eine Entlastung, dass sich da diese Möglichkeit ergibt, mit Ihnen abseits von allen Einengungen oder Pflichten meines Amtes mich näher noch darüber — und vielleicht auch noch über manches andere — auszusprechen. Rein menschlich — rein privat —, wie ich da als Gast vor Ihnen sitze — ja —. Verstehen Sie?» Joos Utenhoven nickte — gab nicht Antwort. Er dachte wieder, aufgerührt bis in die letzte Tiefe: Was weiss er? — er soll reden —! Und wozu tragen wir noch Masken jetzt •— der dort und ich ? Wozu noch spielen wir denn dieses bittere Spiel? Warum werfe ich nicht das alles hin — da es mir doch zum Uebördruss, zum Ekel und zur Last geworden ist —?! Warum schreie ich es ihm nicht in sein Gesicht: So war es — so,' — — und wusste, während ihm ein Würgen seine Kehle engte: — weil, wenn mein Tun, mein Leben keinen Sinn mehr in der Hingabe und Liebe finden kann, für eine Weile noch sein einziger Sinn in meinem Hass geblieben ist, — der sich erfüllen muss —! Härter noch wurde seine Stirn, gleich wie verklammert lagen ihm die Zähne aufeinander. Worte kamen an ihn heran — kaum dass er anfangs ihrem Sinne folgte. Der drüben redete. Farblos und grämlich klagte seine matte Stimme: «Wie sagte ich? —: das alles kenne ich, wie Sie es kennen 1 — Glauben Sie, mir ginge es anders mit meinem Gewerbe? Manchmal kann man auch da das grosse Elend kriegen vor dem Berufe -—. Wissen Sie noch, was Ich Ihnen damals, als wir uns zum ersten O Male sahen, sagte: ich stehe vor der Altersgrenze — zwei, drei von diesen Akten mit dem roten Streifen noch — dann mache auch ich Feierabend —. Vernehmungsrichter! Untersuchungsrichter, wie sie es nennen —. Wie hat man sich denn das einmal als junger Mensch gedacht? .Einer, der auf dem Feld des Rechtes für die Wahrheit kämpfen und sie klären soll!' — und das war die Idee — der Sinn, dem aller Alltag dienen sollte. Dann aber in der Praxis — ja — wie ist es denn da mit dem reinen Kampf zum höheren Ruhm des Rechtes ?» — er lächelte trüb, schattenhaft, enttäuscht — «,ad majorem juris gloriam'? —. Sehen Sie, da sitzt man in seinem kahlen Winkel wie die Spinne in ihrem Netz, hat diesen anderen vor sich, der sich da irgendwie verfangen hat, redet ihm zu und zieht alle Register, um ihn zum Geständnis zu bringen. Mit Schlichen und auf Umwegen macht man sich an ihn heran — ist grundverlogen, wenn das besser zum Ziel zu führen scheint — ist sogar ehrlich, wenn man den Zweck so leichter zu erreichen hofft —. Man überrumpelt ihn, oder man lässt ihn sich im Hinwarten zermürben und ermatten. Und schliesslich, wenn er so weit eingeengt oder im Widerstand gebrochen und vertrauensvoll geworden ist, dann macht man pflichtgemäss bedauernd die Klappe hinter seinem Rücken zu. Abscheulich! — mir ist's vorgekommen, dass ich, im Widerstreite zwischen dem menschlichen Verstehen für den Fall und meiner Pflicht, den mir durch das Gesetz gewiesenen Weg zu gehen, an dem Punkte, um den es ging, am liebsten glatt vorbeigesehen hätte —. Gekniffen — ja —. Und glauben Sie mir nur, ich bin kein Bluthund und kein Menschenjäger, und mir liegt aus der Trübnis meiner Altersjahre auch jeder Ehrgeiz fern — selbst der bescheidene Ehrgeiz, klüger sein zu müssen als die Herren Kommissare —» Er lächelte gequält, verloren — schwieg. Die hageren Finger drehten an dem dünnen Platinkettchen, das über seine Weste lief. Und dann, ohne den toten Blick hereinzunehmen aus der unsichtigen Weite, sagte er tastend, so als prüfte ©in jedes seiner Worte, ehe es von den Lippen rann, den Grund, auf den es fallen mochte: «— denn das ist so: man kann an jeden Fall auf zwei Linien heran: handfeste, sinnlich wahrnehmbare Tatsachen und Hinweise Hinter dem Konkurrenzkampf einzelner Firmen und Länder geht ein noch ernsterer Kampf vor sich, der sich von Zeit zu Zeit in Streiks, Anschlägen und sogar in Kriegen Luft macht. Das reich illustrierte Buch, das Anton Zischka unter dem obigen Titel geschrieben hat, beleuchtet schlaglichtartig diesen Kampf an der «unsichtbaren Front», erklärt mancherlei Zusammenhänge, die dem Fernerstehenden sonst verborgen bleiben und verschafft einen tiefen Einblick in die Rolle, welche die Baumwollfaser im politischen und wirtschaftlichen Geschehen unserer Zeit spielt Preis: Geb. 6.90, kart. 4.7S. - In allen Buchhandlungen u. Kiosken erhält!., wo nicht beim" Wilhelm Goldmann - Verlag, Auslieferungsstelle Bern, Viktoriarain 16 t>ürgt für Qualität Bahnhofstrasse 37 ZÜRICH W TEL.36.083 Peter, Couture, Chapeaux Rückmar & Cio., Fourrures Wiecsner & Cio., Handschuh« Rivoli, Chaussures Locher & Cie., Taschen de Neuville, Coiffeur« laden höflich ein «um The d'Elegance im Cafe Huguenin, 1. Et., Bahnhohtr. 39, Zürich Freitag, 20. Sept,, nachm. 3 Uhr The inkl. 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