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E_1935_Zeitung_Nr.077

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1935 - N° 77 massig fassbaren Leistungen konnte der Wagen nur gefallen. Verblüffend ist vor allem die Güte der Federung. Obschon sie eher weich gewählt ist, lässt sich der Wagen selbst auf schlechtesten Strassen kaum aus der Ruhe bringen. Die Bewegungen der Räder bleiben immer geräuschlos, und die Fahrgeschwindigkeit scheint auf die Strassenhaltung überhaupt keinen Einfluss zu haben. Die Lenkung ist eher hoch übersetzt, der volle Lenkeinschlag nach einer Seite hin erfordert eindreiviertel Lenkradumdrehungen. Da sie aber trotzdem den Kurvendruck deutlich fühlbar werden lässt und, losgelassen, nach der Kurve sofort in die Geradeausstellung zurückgeht, hat man den Wagen dennoch sicher in der Hand. Der Durchmesser des Wendekreises beträgt rund 10 Meter. Da noch hinzukommt, dass sich das Getriebe sehr leicht schalten lässt und dass der erste Gang bis 35 km/St., der zweite Gang bis etwa 65 km/St, und der dritte Gang bis etwa 85 km/St, hinaufreicht, lassen sich mit dem Wagen Durchschnitte erzielen, die mit manchem zwei- bis dreimal grösseren Motor in unserem Gelände nicht zu schaffen sind. Selbst der Komfort lässt dabei nicht zu wünschen übrig. Die stark geneigte grosse Windschutzscheibe wie auch die stark nach vorn abfallende Motorhaube gestatten eine ausgezeichnete Sicht, der niedrige Wagenboden und die grossen Türöffnungen (ein Mittelpfeiler fehlt) ermöglichen leichtes Ein- und Aussteigen, der Führersitz ist verstellbar und die Hintersitze sind praktisch ebenso gut abgefedert wie die Vordersitze. Pvakt :sc§B4& W^nke Motorhaube mit der Zeit durchgerieben werden und einreissen. -th- «I» '«&«!• Frage 9533. Bremsweg. Wie gross darf oder soll der Bremsweg sein bei einem Lastauto: Gewicht inkl. Belastung 6250 kg. Fuss- und Handbremse wirken auf die Hinterräder. Gefälle ca. 10%. Geschwindigkeit des Wagens 20 km/St. Strasse asphaltiert und trocken? V. B. in M. Antwort: Zur genaueren Beantwortung Ihrer Frage müsste man bei nur Hinterradbremsen folgende Angaben besitzen: Radstand, Höhe des Schwerpunktes, Gewicht der belasteten Hinterachse. Denn der Bremsweg bei nur Hinterradbremsung verlängert sich um so mehr, als der Radstand kürzer ist, der Schwerpunkt höher ist, die Hinterachse leichter ist; insbesondere bei älteren Wagen und bei grösserer Geschwindigkeit findet man zeigte auch das neue Oel die ähnlichen Folgeerscheinungen. Selbstverständlich blieb ich den Rest der Bremswege, die fast dreimal so lang sind als bei Vierradbremsen, währenddem die angenäherten Faktura schuldig. Am 29. März liess ich das Oel Formeln nur etwa 65—70% längere Bremswege dem Lieferanten zur Verfügung stellen. Mit telepho- Cayolle ergeben. Bei 6250 kg Totalgewicht kann die Hinterachse etwa 4400 bis 4900 kg wiegen. Bei Vierradbremse und 10% Gefälle, bei guter Strasse und 20 km/St, würde der kürzeste Bremsweg 2,25 m betragen. Bei nur Hinterradbremsung würde sich der Bremsweg um mindestens 65% verlängern, also 3,72 m betragen. Mit Berücksichtigung von Schwerpunktlage, Radstand und genauer Gewichtsverlegung könnte dieser Betrag auf etwa 4,5 m anwachsen, guter Zustand der Bremsen vorausgesetzt (Bremsung bis fast zum Blockieren der Räder), -at- Frage 9534. Kühlerreinigung. Seit einigen Monaten bemerke ich, dass mein amerikanischer 12 PS, 6-Zylinder-Wagen, der 57,000 Fahrkilometer aufweist, sich viel schneller erwärmt als früher. In der Annahme, dass der Motor verrust und vielleicht Kesselsteinansatz im Kühlsystem sei, entschloss ich mich, zuerst den Motor zu reinigen und gleichzeitig die Ventile einzuschleifen. Eine grosse Besserung wurde wohl im Anzugsmoment des Motors bemerkt, nicht aber für die Erwärmung, die immer anormal blieb. Der Kühler wurde dann mit einem chemischen Präparat gereinigt und ausgespült. Da immer noch keine Besserung eintrat, und eine relativ kleine Temperatur-Differenz zwischen dem oberen und unteren Teil des Kühlers mit der Hand bemerkbar wurde, entschloss ich mich, den Kühler von einem Spezialisten reinigen zu lassen. Ein gewisses Resultat ist vorhanden. Die Temperaturdifferenz am Kühler ist grösser. Nichtsdestoweniger bleibt die Temperatur des Wassers viel höher als vorher. Die Erwärmung des Wassers geschieht so rasch, dass schon nach 3—4 km die Temperatur normal ist. Bei einer Geschwindigkeit von 50—60 km pro Stunde in der Ebene kann die Temperatur des Wassers in der zulässigen Grenze erhalten werden; dabei spielt die Lufttemperatur sozusagen keine Rolle. Eine Steigerung der Geschwindigkeit macht sich aber sofort bemerkbar. Eine Steigung von 200—300 m in massigem Tempo, im 2. Gang, 18 bis 25 km pro Stunde, bringt das Wasser schon zum Kochen. Die Abkühlung nach einer Steigung erfolgt etwas langsamer als früher. Nach einer Fahrt von 40—50 km ist ein leichter Oeldruckabfall bei geringerer Tourenzahl des Motors zu konstatieren. Wenn die Motorhaube zu zwitschern be- ginnt wie ein Kanarienvogel, sobald der Wagen beim Ueberfahren unebener Strassen etwas erschüttert wird, so ist daran gewöhnlich das Eintrocknen der Auflagepolster der Motorhaube schuld. Bei geöffneter Motorhaube wird man auch leicht erkennen, dass einzelne Stellen der Bänder, die den direkten Kontakt der Motorhaubenränder mit der Metallunterlage verhindern sollen, blank und trocken gescheuert sind. Durch Aufbringen von einigen Tropfen Oel, oder besser noch von etwas Konsistenzfett oder Vaseline, kann man der unliebsamen Musik meist sofort abhelfen. Zeigt die Motorhaube Tendenz, auf ihrer Unterlage zu gleiten, so ist eine Schmierung der Reibstellen schon deshalb angezeigt, weil sonst die Ränder der leb, brauche nicht zu erwähnen, dass keine Bremse schleift, dass der Riemen des Ventilators stets nachgezogen wurde, dass die Wasserpumpe sich in gutem Zustand befindet, und dass der Benzinverbrauch normal ist. Da der Gang des Motors stets ruhig ist, glaube ich, annehmen zu dürfen, dass der beobachtete Oeldruckabfall einzig auf eine zu grosse Erwärmung des Oeles zurückzuführen ist, und dass diese anormale Erwärmung von einer ungenügenden Wirkung des Kühlsystems herrührt. Um die Untersuchung weiterzuführen, wäre ich Ihnen dankbar, mir mitzuteilen, ob die richtige Wirkung des Kühlers durch die Temperaturdifferenz im oberen und unteren Teil kontrolliert werden kann, und wie gross dieser Unterschied sein soll, ob eine manuelle Reinigung der äusseren Zylinderwandungen in der Wassertasche des Motors zu empfehlen ist, oder ob es vorteilhafter ist, eine Reinigung des Kühlsystems im Motorblock durch chemische Mittel, welche in sämtliche Kanäle eindringen, vorzunehmen, ob die wiederholte Anwendung von chemischen Kesselstein- Lösemitteln in hartnäckigen Fällen unschädlich ist; ob schnell oder langsam wirkende Mittel angewendet werden müssen, und welche Vorsichtsmassnahmen dabei zu berücksichtigen sind? C. M. in B. Antwort: Ist ' der Temperaturunterschied oben und unten im Kühler wirklich anormal klein, wovon Sie sich am besten durch Vergleiche mit einem andern Wagen Ihrer Type Aufschluss verschaffen können, so ist die Ursache der Ueberhitzung fast sicher in der Verschmutzung des Kühlernetzes zu suchen. Häufig lässt sich eben eine solche Verschmutzung nicht durch eine einmalige Reinigung oder auch nicht durch ein einziges Mittel beseitigen. Eine Verschmutzung durch Fett zum Beispiel, wie sie durch die Schmierung der Wasserpumpe mit einem ungeeigneten Schmiermittel zustande kommt, kann man durch manche Kesselstein-Lösungsmittel nicht beheben, während anderseits zum Beispiel wieder eine Sodalösung das Fett gut auflöst, den Kesselstein aber nur wenig und langsam angreift. Ist der Kühler verstopft, so neigt das Wasser gewöhnlich bei abgenommenem Einfüllstutzen zum Ueberlaufen, wenn man den Motor auf hohe Tourenzahl bringt. Haben Sie im übrigen untersucht, ob nicht vielleicht eine teilweise innere Auflösung und Zerfaserung der Verbindungsschläuche zwischen dem Kühler und dem Zylinderblock die Ueberhitzung indirekt verursacht? Nicht selten lösen sich in diesen Schläuchen ganze Lappen los, die dann den Wasserdurchfluss stark hemmen können. Weiter möchten wir Sie auf die Wichtigkeit einer richtigen Zündungseinstellung aufmerksam machen. Ein Fahren mit zu viel Nachzündung erhitzt den Motor manchmal sehr stark. Der Temperaturunterschied im oberen und unteren Kühlerteil braucht nicht mehr als 30 Grad zu betragen, um trotzdem eine sichere Kühlung zu gewährleisten. Da ein Motor seinen besten Wirkungsgrad bei 75—85 Grad Celsius hat, ist eine allzu starke Kühlung sogar unerwünscht. Dort, wo sie möglich ist, kann eine manuelle Reinigung der vom Wasser umspülten Zylinderwände sehr vorteilhaft sein. Sie enthebt aber natürlich nicht von der Notwendigkeit der Anwendung chemischer Reinigungsmittel, die einzig in Frage kommen können, um das Kühlernetz zu säubern. Im Handel ist eine ganze Anzahl speziell für diesen Zweck geeigneter Präparate erhältlich, die meist -auch bei mehrmaliger Anwendung keinerlei Schaden verursachen können. Dagegen ist es riskiert und deshalb nicht ratsam, Salzsäure oder andere ätzende Chemikalien mehrfach zur Anwendung zu bringen. -at- s» Anfrage 543. Rücktritt vom Kaufvertrag. Am 1. August 1934 bestellte ich ein grösseres Quantum Autoöl, mit der Bemerkung: garantiert für prima 100% Pensilv. Oel. Zahlungsbedingungen: 30, 60 und Rest 90 Tage., Anfangs Oktober bezahlte ich die erste und anfangs November die 2. Rate, obwohl ich erst ein Fass verbraucht hatte. Das Oel eignete sich absolut nicht für Junkers Dieselmotoren. Ich habe öfters beim Lieferanten vorgesprochen. Man verständigte sich soweit, dass ich bereits am 15. November 1934 das Oel umtauschte, doch nischem Einverständnis versprach der Verkäufer, mir das Guthaben zurückzuzahlen. Nun weigert der Lieferant die Auszahlung, mit der Begründung, ich hätte den Kaufvertrag und die Zahlungsfrist nicht eingehalten. Wie müss ich nun gegen den Lieferanten vorgehen? E. J. in L. Antwort: Rechtlich stellt sich dieser Fall so dar: Der Verkäufer hat nicht vertragsgemäss geliefert. Der Käufer hat innert nützlicher Frist den Mangel der Kaufsache festgestellt und die Mängelrüge geltend gemacht. Die gekaufte Sache wurde also nicht genehmigt. Der Käufer hat die Wahl, entweder mit der Wandelungsklage den Kauf rückgängig zu machen oder mit der Minderungsklage Ersatz des Minderwerts der Sache zu fordern. Es ist hier bereits Rückgabe der beanstandeten Kaufsache erfolgt, und so eröffnet sich nur der Weg der Wandelungsklage. Der Käufer hat die Sache zurückgegeben, der Verkäufer hat den gezahlten Kaufpreis samt den Zinsen zu erstatten, ferner allfällige Prozesskosten, Verwendungen und event. weitern Schaden, der dem Käufer durch die Lieferung der fehlerhaften Sache entstanden ist. Infolgedessen bleibt dem Fragesteller nichts anderes übrig, als Zivilklage einreichen zu lassen am Gerichtsort des Beklagten. Tatsächlich hat unseres Erachtens der Verkäufer durch die Einwilligung zur Rückerstattung der fehlerhaften Sache bereits zugegeben, dass eine fehlerhafte Lieferung vorlag, und er hat deshalb keine grossen Aussichten, wenn er den Prozessweg beschreiten lässt. Die erhobenen Einreden betreffend die Nichtinnehaltung vereinbarter Zahlungsfristen fallen natürlich vollständig ausser Betracht, wenn es sich um einen noch nicht genehmigten Kauf handelt, der in der Folge gar nicht genehmigt wird. Ob sich das Oel eignete oder nicht, das heisst, rechtlich betrachtet, ob die Mängelrüge berechtigt war oder nicht, müsste im Streitfalle wohl durch eine Sachverständigen-Untersuchung abgeklärt werden. Eine solche Expertise sollte nicht schwierig sein, da es sich um eine technisch relativ einfache Sache handelt. — Wie bemerkt, sollte der Käufer den Zivilrechtsstreit wagen, denn er wird für seine Umtriebe entschädigt werden, wenn er obsiegt. Sehr wahrscheinlich wird der Lieferant auch rascher bereit sein, die Sache durch einen annehmbaren Vergleich aus der Welt zu schaffen, wenn er sieht, dass der Käufer sich nicht von seinem guten Recht abbringen lässt. B. Grimsel . . . . Gr. St. Bernhard Jaun • . • . . Oberalp . . . . Ofen Pillon St. Bernardin St. Gottard . . Simplon . . . . Name Achen - Aflenzer Seeberg . . Aribcrg Brenner Ellmauer Flexen Fern Gailberg Grossglocknerstrasse. Gscbütt Hohentauern . . . . Iselsberg Kärntner Kreuzberg. Kärntner Seeberg . . Katsehberg. • . • . Laussa Lolbl Neumarkter . • • . NIederalpl Norbert Obdacher . • . • . Oberioch Fackstrasse Perchauer Flocken Putschen Preblchl Preinef Gscheld. . . Pyhrn Reschen-Scheidecb . Scharflinger . . . . Sehober Seefelder (Zirlerberg) Semmering Strub und Stein . . Stubalpen Tauern Thurn Turracher Würzen AIIos Aravis Baccus Bayard Bleyne Blufly Braus Brianeon-Fort du Gondran Brouis Cabre Carabes Castillon Chätillon Coraiches Conx . Crete de f.hfitillon. . . Croix de Fer Croix Haute Fau Faye Festre Name Albula Bernina . • . . Brünig. . . . . Flüela Forclaz . . . . Furka . . . . , Julier Klausen . . . . Lukmanier . • . Maloia. • . . . Morgins . . . . Mosses Splügen . . . . Umbrail . . . . Name Die Pässe und Hochstrassen der Alpen. Legende: sehr gut =± sgut; mittelgut = mgut; schlecht = schl. Foret de Lente . . . . Frene Gallbier Garclnets Mont Ventoux . . . . Nlee Noyer Ornon I Palluel Parpalllon . 2645 12 schtn schl. Peira-Cava 1450 13 gut Höhe Max. Breite Znstand Peret . . . 980 7 3—4 gut in m Steig. % in m Perty 1304 8 3T—4 mgut Perus 658 6 4—5 gut 2315 10 3—t gut Petit St-Bernard . 2189 8 - 4—5 gut 2330 4—5 gut Peyruergue. . . . 820 3—i mgut 1011 6 sgut Pilon . . . . . . 786 gut 2392 4,2. gut Plainpalals . . . . 1172 mgut 1523 3—4 mgut Porte 1325 gut 2431 4—6 gut Prayet 1297 3—l gut 2176 5 gut Premol 1235 mgut 2472 4 gut Pres 1142 3—4 mgut 1511 in 4 gut 1411 mgut 2287 4—5 gut Bousset 1004 4—5 gut 1952 4,8 sgut Robines 1200 3—4 mgut 1919 4,8-6 gut Sagnes St-Alexis 1232 2,5-3 mgut 1817 4—5 gut 644 1375 St'Jean (A.-M.). . 7 4—5 sgut 3—1 mgut 1324 1448 St-Jean gut 4—5 gut St-Mlchel . . . . 1433 2048 4—5 gut 10 4—5 gut 875 2155 8 3—4 gut 3,6-4 gut St-Raphagl . . . 990 1550 13 gut 3,5-5 mgut St-Roch 985 2063 Sarraou 6 gut 9 4—6 gut 810 2112 Sauce 6 gut in 6 gut 2001 Sauice 872 6 mgut 7,2-8 sgut 2118 Saxel 944 9 mgut 6 gut 3—1 2499 Serraval 845 6 mgut 4,2 gut Sestrleres. . . . . 2021 7 gut Sine 1125 6 mgut Tarnte 1 908 10 gut Höbe Max. Breite Zustand Tenda 1462 9 sgut in m Steig. % in m Terramont . . . . 1093 8 3-3,5 gut Tourettes . . . . 1135 7 mgut 950 21 gut Tournlol 1145 6 gut 1254 20 mgut Tontes Aures . . . 1124 8 gut 1802 15 sgut Toutes Aures (Is.) 633 6 3—4 gut 1370 5—6 sgut Valouse . • • • . 830 mgut 800 4—5 mgut Vars 2115 mgut 1784 3—4 mgut Vasson . . . . . 1648 gut 1210 8 4—5 gut Vence 765 gut 970 8 sgut Vlste 1600 mgut 2500 sgut 2084 1078756 5—6 sgut 1461 4 gut 1854 4 gut 1912 3—l gut 410 5 sgut 1654 3—t gut 971 3—4 mgut 1265 sgut 4. In Italien. 1204 gut Name Höhe Max. Breite 10 1090 schl. In m Steig.% in m 18 Zustand 1216 12 mgut 1641 29 4—5 gut Andalo 1042 3—4 gut 947 18 3—4 gut A p r l c a . . . . . . . 1181 9 4—5 gut 1366 25 4—5 gut Aurine 1299 15 3—4 gut 908 15 mgut Saldo 2079 12 gut 1220 24 schl. Borcola 1206 17 3—1 mgut 1408 15 gut 3—4 Broccon 1617 78 gut 945 10 gut 4—5 Cadlne 498 4—5 S gut 1167 7 gut Campogrosso . • • • 1456 13 3—4 mgut 1166 8 sgut 4—5 Campolungo . • • • 1875 12 3—t gut 1005 10 sgut 5—6 Carbonare 1081 gut 1360 16 i.Umb 3—6 Carlomagno . . . • 1675 gut 982 sgut Cavrarl . . • • • • 1054 5 sgut 1227 mgut 1378 15 3—* gut 1070 gut Cereda 8- 1528 3—i sgut Cibiana 129 3—i sgut 946 1292 gut gut Clma Sappada . . . 1508 1341 gut Croce dl Sommo . . 10 3—i gut 608 23 1895 gut Crocedomini . . . . 3—t mgut 850 1605 10 5—6 Duran gut 3—4 mgut 1185 25 4—5 Fadalto . . . . . . 489 r sgut 5—6 sgut 980 6" 8-10 2117 sgut Falzarego . . . . . 4—5 sgut 677 12 2291 gut mgut Foscanno. . • • . • 10 1551 22- 3—4 sgut Franche . . . . . . 992 3—4 mgut 1738 20_ 4—5 sgut Gnvia 2621 18 3—4 mgut 1273 4—5 mgut Gemark . . . . . . 1547 66 5—6 6 gut 1763 29 3—4 schl. Gobbera . . . . . . 989 4—5 sgut 1073 3—i Grddnerjoch . . . . 2121 10 sgut Jaulen. . . • • • 2129 15 gut Karer . . . . . . . . 1753 15 «chl. Frankreich. Kreuzberg . . . . 1636 12 gut Höhe Max. Breite Zustan Lavardet 1542 12 3—4 mgut in m Steig. in m Lavazze . . . . . . 1805 10 3—5 mgut 2250 8 4 gut 1299 10 5—6 sgut 1498 9 4 gut Mauria 1360 10 4—5 sgut 978 6 4 gut Mendel Molstroca 1611 18 schl. 1246 9 5 gut 1057 14 3—4 mgut 1464 9 3 mgut Piano del Cansiglio . 1157 12 4—5 sgut 634 5 4—5 sgut Piano delle Fugazze 2242 8 4—5 sgut 995 7 4—45 sgut Pordoljoch • . . . • 1156 Predil 10 4—5 gut 1984 4—5 gut 2464 2—3 mgut Rolle 1101 San Lugano ... . . 4—5 sgut 881 4—5 gut San Oswaldo . . . . 827 3—4 mgut 1180 5 - mgut Sant Angelo . . . . 1761 4—5 sgut 1264 4 mgut San Ubaldo . . . . 706 8 4—5 sgut 707 4 gut Scalve 1286 4—5 gut 2326 4 gut Sellaioeh 2214 gut 2191 3—4 mgut Serrada • 1248 4—5 gut 624 10 4—5 sgut 1095 12 3—4 gut 740 Sieben Gemeinden . 6 4 sgut Staulanza . . . • • 1773 541 4—8 sgut 10 2756 8 12 4—5 sgut 1006 3—4 gut Stllfserjoeb 746 12 8 4—5 sgut 1704 3—4 mgut Tiarno 1883 sgut 2087 10 4 mgut Tonale 1808 gut 1179 89 5 sgut Tre Crocl Tremalzo . . • • • 1694 3—4 schl. 1140 4 gut 959 10 3—4 gut 1003 4 sgut Valealda 2023 3—4 mgut 755 776 Valles 4 mgut 1402 5—4 mgut 892- 5 sgut vezzena . . . . . . 1870 gut 980 4 gut Vlvione 1056 14 3—4 mgut 1441 Xomo . . . . . . . 4 mgut 671 69 4—5 gut 1076 4 mgut Xon Zovo 1492 sgut 1117 3,5 gut 2176 12 4 sgut 1157 14 3—4 mgut 1301 89 Ausland 3—4 gut 951 4 gut 2645 4 mgut 1185 3 mgut Der Verkehr auf der Reichsautobahn. Seit 1172 breit sgut 1951 4 mgut 1164 7 4 gut 2400 12 4 gut 1318 8 4 gut 2769 im Bau 2358 12 4 gut 1027 8 3—1 gut 1244 10 4 mgut 1400 6679 2,5 mgut 1996 4—5 gut 2075 4 mgut 1118 5 gut 898 4—5 gut 870 4 gut 1054 4 gut 960 10 3—4 gut genverkehr ziemlich einseitig die Richtung 1349 766 4 gut München-Holzkirchen bevorzugte, während 1101 5 sgut 1466 3—4 mgut 1318 3—1 mgut 820 mjut 1. In der Schweiz. 2. In Oesterreich. 3. In C h a m p s • • • • • • • Chat Cucheron . . . . • • Epine Esserieux . . . . . . Ferrier. • • • . . . . Feu . . . Finestre Forclaz . . . . . . . Gets Glandon . . . . . . . Granler Granon Grimone Iseran . . . . . . . . I z o a r d . . . . . . . . Jambaz L a b o u r e t . . . . . . . Lachau • • • • • • • Lärche . Läuteret . . . . . . . Leques . . . . . . . Leschaux . . . . . . Lescon Luens . . . . . . . . Marocaz . . . . . . . Maure . • • • • • * • Menove Menee . . Mont Cents Montets . . . . . . . Montgenevre . . . . . dem 3. August, dem Eröffnungstag der Teilstrecke München—Holzkirchen, haben insgesamt 93 721 Fahrzeuge diese Strasse benutzt. In der ersten Woche wurden 18 818, in der zweiten 21675, in der dritten 18 862 und in der vierten Woche 18 021 Fahrzeuge gezählt, während in der letztgezählten Woche nur noch 16345 Automobile diese Strecke berühren. Der starke Rückgang ist ausschliesslich auf Personenwagen zurückzuführen, während der Lastwagenverkehr ziemlich stabil geblieben ist. Bei den Zählungen ergab sich die interessante Tatsache, dass der Personenwa^ sich der Lastwagenverkehr gleichmässig auf beide Richtungen verteilte. Aus diesen unterschiedlichen Frequenzziffern glaubt man schliessen zu können, dass der Lastwagenverkehr die Reichsautobahn als tatsächliche Nutzstrasse wertet, während der Besitzer eines Personenwagens die Autostrasse in erster Linie als Sehenswürdigkeit betrachtet

BERN, DIENSTAG, 24. SEPTEMBER 1935 III. BLATT DER „AUTOMOBIL-REVUE" No77 £in fanges Itlädch&n und dxei a&te 3tna&en Eine Erzählung von Heinrich Lämmlin Im Armenhaus waren drei Männer, alle schon über fünfundsechzig Jahre alt, der Florian, der Sepp und der Huggel. Sie hatten sich ihr Leben lang den Wind kräftig um die Nase wehen lassen und hätten sich nun ruhig zu Tod pflegen können, nachdem es sie hier hereingetrieben hatte, wenn sie nicht trotz ihrem Alter noch so rüstig gewesen wären. So aber wurde den alten Knaben dieses Leben ohne Zukunft bald zur Qual, und sie machten es sich gegenseitig noch schwerer, als es für sie schon war. Der Verwalter hatte da oft schwere Stunden, denn es war nicht immer leicht, ihre Streitigkeiten zu schlichten. Nicht selten kam es vor, dass sich die Alten bei seinen Schlichtungsversuchen einigten und dann vereint auf ihn einschimpften. Kam zu solchen Stunden der Stadtpräsident, so rüffelte er meist noch den Verwalter, und dieser schwur den alten Knaben bittere Rache. Doch es gab auch Tage, an denen die Armenhäusler friedlich beisammen sassen und alte Erinnerungen auffrischten; doch wurden diese Tage immer seltener. Der vornehmste unter ihnen war der Florian. Er entstammte einem alten Bürgergeschlecht der Stadt und war als junger Mann mit dem väterlichen Erbe in der Tasche in die Welt gezogen. Vierzig Jahre lang hatte er sich in allen Weltteilen herumgetrieben und war dann vollständig verarmt in seine Vaterstadt zurückgekehrt. Um Unterstützung bittend, wandte er sich hier an den Stadtpräsidenten. Doch trotz seiner schlechten Lage hatte er weder seinen Stolz noch seinen Humor verloren. Hocherhobenen Hauptes war er einst fortgezogen, und stolz begann er bei seiner Rückkehr seine Rede vor den Stadtvätern mit den Worten: «Ich bin der Letzte meines Stammes! » Dann nach beendetem Bericht, der in der Bitte um Unterstützung gipfelte, schloss er: «Ich habe mein Leben genossen! » — und zeigte dabei auf seinen kahlen Kopf. Um das Stirnrunzeln der Stadtväter kümmerte er sich nicht, mit solchen Dingen konnte man ihm, dem Weltgereisten, nicht imponieren. Im Armenhaus traf er den Huggel. Auch der Huggel war in seiner Art ein Original, hatte wie der Florian einen Teil der Welt gesehen, um zuletzt, von der Missgunst der Verhältnisse getrieben, im Armenhaus zu landen. Nur war er immer schlicht zu Fuss gewandert. Er war Landstreicher aus innerem Drang und von Beruf und nur darum im Armenhaus, weil ihm ein neidischer Landjäger seine Freiheit missgönnt hatte. So behauptete er wenigstens selbst. Wollte er den Florian ärgern, dann sagte er mit einem Stossseufzer: «Ach ja, alle Wege führen in das Armenhaus! » Der Sepp war der letzte, der einrückte. Als kleiner Schlossermeister hatte er ein Menschenalter lang gewirkt und gelebt und dem Staat wie der Stadt pünktlich seine Abgaben bezahlt. Doch als er sich nach dem Tode seiner besseren Ehehälfte allzuviel mit Weinproben beschäftigte, ging sein Vermögen den Weg alles Irdischen, und auch ihn steckten die Stadtväter kurzerhand in das Armenhaus. So hatte jeder der drei Alten auf seine Art sein Leben genossen, und jeder hätte nun zufrieden sein können, wenn die Langeweile nicht gewesen wäre. Nur zu rasch lernten sie diese Göttin fürchten und opferten ihr alle nur zu oft ihre gute Laune. Am besten ging es dem Huggel, der es in seinem wechselvollen Leben gelernt hatte, jedem Ding die besten Seiten abzugewinnen. Doch eines Tages gab es grossen Alarm. Wie eine Maus eine Frauenversammlung, so versetzte die zweiundzwanzigjährige Nichte des Verwalters das Armenhaus in Aufregung. Es war ein klarer, heller Sommermorgen. wohnt, lachte: «Aufstehen, alter Saufaus! » — Nun erwachte auch der Florian, setzte sich auf, zog höflich seine Schlafmütze und sagte: «Guten Morgen, meine Herren! Wünsche wohl geruht zu haben! » — Doch da wäre schon beinahe am frühen Morgen der Tanz losgegangen. Der Sepp war ärgerlich, weil er schon aufstehen musste; der Florian, weil keiner seinen Gruss in der gebührenden Weise erwiderte, und nur der Huggel lachte. Lachte aber der Huggel, dann setzte es meist einen Krach, denn er lachte nur nur, um die Die Sonne schickte. ihre Strahlen zwischen den Fensterrahmen und den Vorhängen durch und Hess sie den Alten über die Gesichter tanzen, bis sie erwachten. Der Huggel setzte sich zuerst im Bette auf und gähnte so laut und anhaltend, dass der verschlafene Sepp darüber erwachte und ihm ärgerlich zurief: «Was brüllst denn, alter Pennbruder! » — Aber der Huggel. an diesen Morgengruss genur wollte. Er verstand es auch, ein Lächeln auf Frauenlippen zu zaubern. Auch das Mädchen lachte und sagte, auf den Ton Huggels eingehend: «Ich finde, es hat in diesem Arsenal der Zwecklosigkeit recht lebensfrohe alte Knaben. Mich trieb ein Sturm verwandtschaftlicher Empörung hier herein. Denken Sie an ein paar alte Tanten, die vergessen haben, dass auch sie einmal jung waren — dann können Sie sich das Weitere selbst zusammenreimen. » — Mit einer leichten Verbeugung fügte andern zu ärgern. Da geschah das Unfass- sie bei: «Mein Name ist Marie Fegger, doch bare, das hier allen Unverständliche... wenn Sie mich Marie nennen, so genügt das « Noch ist die auch. Aber Jetzt blühende, goldene Zeit...» sang hin und essen.» setzen Sie sich auf dem Gange «Hm», brummte der Huggel, ein Mädchen. Wie auf Kom- « Sie gefallen mando schwiegen die drei und sassen lauschend in ihren Betten. Wer konnte das nur sein ? Ein Mädchen hier im Armenhaus ? Alle drei Gesellen zerbrachen sich die Köpfe. Wie kam die am frühen Morgen schon da herein? « Wahrhaftig ein Mädchen »* verlieh der Florian seinem Erstaunen Ausdruck, und der Sepp brüllte ihn prompt an: « Halt dein Maul! » Dann lauschten sie wieder der Stimme, die sich in der Richtung des Speisesaals entfernte. Der Huggel sagte sprang aber flinker, als einer im V>äqeÜ Von Albin Fringeli Mi Wägeli ma singe Ne ruehig Wanderlied; Es treit mi dur mi Heimet, Es isch ne Freud, wie's zieht. Mi Wägeli ma singe : «Chumm lueg di Heimet a, Wei zsäme zu de Stedtler Un denn zum Burema. , / sing dr s'Wanderliedti Dur alli Strossen uss, Trag di als Heimetstolze Am Obe hei vors Hus.» mir. Nur schade, dass Sie kein Mann sind, sonst hätte ich Sie jetzt zu einer Tippelei eingeladen. » — Dann setzte er sich zum Essen nieder und war in diese Arbeit bald so vertieft, dass er für nichts anderes mehr Zeit hatte. Für ihn war es ja jeden Tag aufs neue ein Erlebnis, dass er sein Essen hatte, ohne es zusammenschnorren zu müssen. Bald rückte auch der Florian an, ging zwei Schritte auf das Mädchen zu, verbeugte sich und nannte seinen Namen. Ehe Marie antworten konnte, ging die Tür zum drittenmal auf, und der Sepp stürzte herein. Schnaufend wie ein Walross von der ungewohnten Eile blieb er einen Augenblick stehen und musterte das Mädchen vom Kopf bis zu den Füssen. Dann streckte er ihr gemütlich seine grosse Pranke hin und sagte : « Tag, Fräulein ! > Marie machte erst dem Florian einen Knix und schüttelte dann dem Sepp die Hand. «Was für einer glückhaften Verkettung von Umständen verdanken wir Ihre holde Gegenwart im Asyl für gescheiterte Existenzen? » fragte der Florian. Der Sepp kam Maries Antwort zuvor: «Spricht der Kerl wieder geschwollen. Mensch, wir sind doch nur in einer Trockenkammer für Weinleichen und in keinem Irrenhaus!» — Zu Marie gewandt, fuhr er fort: «Der Kerl da hat ein Riesenvermögen verputzt, sitzt nun hier wie ein Armenhäusler und hat Flöh im Hirn wie ein Lord. So ist die grosse Welt. So etwas und noch eine Pfauenfeder in den Hosenboden, dann passt es auf jede Hühnerfarm; dort gackert ja auch alles.» Der Huggel hatte sich bei Florians Rede verschluckt und würgte jetzt zwischen zwei Bissen einige Worte heraus: «Haha, Asyl für gescheiterte Existenzen », lachte er. « Gut gesagt, meinst du nicht auch, alter Saufaus? » Da setzte sich der Florian beleidigt an seinen Platz, und der Sepp folgte seinem Beispiel, konnte es sich aber doch nicht verkneifen, dem Huggel noch einen alten Pennbruder an den Kopf zu werfen, während Marie lachend davonging. Nach diesem Frühstück war im Armenhaus alles verwandelt Die drei Alten, die vorher missmutig durch die Gänge geschlichen waren, gaben sich jetzt alle Mühe, jung und straff zu erscheinen. Ja, der Sepp versuchte sogar zu pfeifen, und auch der Florian gab sich alle erdenkliche Mühe, dem Mädchen zu gefallen. Nur der Huggel blieb sich gleich, kein Wort, seinen alten Beinen zugetraut hätte, aus dem Bett und an die Tür. Ohne sie zu öffnen machte er kehrt und begann, sich anzukleiden. Irgendwo schläft ja in jedem der alten Tippelbrüder ein letzter Rest Kultur, und dieser bewahrte ihn jetzt davor, sich einem Mädchen im Hemd zu zeigen. Ihm hätte das ja nichts geschadet; er wäre — wenn es einen Narrenstreich auszuführen gegolten hätte — im Hemd durch die ganze Stadt gelaufen. Er wollte aber das Mädchen, das er noch gar nicht kannte, davor bewahren, sich für ihn zu schämen. Ja, er tat heute noch mehr. Beim Waschen planschte er so im Wasser, dass der Florian ihn fragte, ob er sich versaufen wolle» Durch den Spott Hess er sich aber nicht stören, sondern seifte ruhig weiter, bis er krebsrot im Gesicht und so sauber war, wie seit Jahren nicht mehr. Sorgfältiger als gewöhnlich kleidete er sich dann auch an und eilte in den Speisesaal, wo sich das singende Wunder vorstellte. Es war ein Mädchen, jung,, frisch und rotbackig wie ein Apfel. Dem Huggel war es bei ihrem Anblick zumute wie einem Kind, dem der Weihnachtsmann eine besondere Ueberraschung bereitet hat. Wie ein solches Kind brachte auch er kein Wort heraus, sondern sagte nur ganz hingerissen: «Ah!» — Da lachte das Mädchen hell auf und rief: « Guten Morgen, Herr Florian! » Diese Verwechslung gab ihm die Sprache wieder. « Abelabab, Florian », sagte er. «Ich habe mit diesem Kerl nichts gemeinsam als das Schlafzimmer. Der Huggel bin ich, Fräulein! Wenn Sie nicht wissen, wer der Huggel ist, dann fragen Sie einen Landjäger. Zwischen Königsberg und Konstantinopel kann Ihnen jeder Auskunft geben. Aber so ein nettes Gesichtchen, wie Sie eins haben, wurde mir noch nirgends zum Frühstück serviert. Was treibt Sie für ein Wind in dieses Arsenal menschlicher Zwecklosigkeit? » Ja, der Huggel konnte sprechen, wenn er lebte um zu leben und freute sich, wenn er den beiden andern einen Possen spielen konnte. Tage vergingen so. Ueberall machte sich eine 1 nervöse Unrast bemerkbar, die selbst auf den alten Verwalter übergriff. Früher wäre er froh gewesen, wenn ihm der eine oder der, andere der alten Gesellen eine Arbeit abgenommen hätte. Jetzt war es umgekehrt Er konnte ihrem Diensteifer kaum noch Zügel anlegen. Der Huggel allerdings drückte sich auch jetzt von der Arbeit, wo er nur konnte. Das war bei ihm auch begreiflich, denn wer so wie er sein ganzes Leben lang der Arbeit aus dem Wege gegangen war, der konnte sich auch im Alter nicht mehr mit ihr anfreunden. Um so ärger trieben es die beiden andern. Der Tollste war der Sepp. Vom Morgen bis zum Abend rumorte er im Hause herum. Alle Fensterriegel und Schlösser sah er nach* klopfte da und dort und schimpfte auf die Lotterwirtschaft im Hause, was das Zeug hielt. Wenn er wusste, dass er Zuhörer hatte, schimpfte er noch gewaltiger, und eines Tages, als Marie mit dem Verwalter kam und ihn teilnehmend nach der Ursache des Zornes fragte, überbot er sich selbst und verschwor sich hoch und teuer, das Haus zu verlassen* Er sei noch nicht so alt, dass ihn die menschliche Gesellschaft schon entbehren könnte? nein, er sei noch sehr rüstig, könne sich noch eine junge Frau nehmen und wie in den früheren Zeiten als ehrsamer Meister zum Wohl seiner Frau und Nutzen der Stadt und der Allgemeinheit leben und wirken. Diese Trokkenkammer sei kein Aufenthalt für einen Mann seines Schlages, das wäre gerade noch gut genug für Leute, wie Florian und der Huggel seien. Er fand grosse Worte und es war ihm ernst damit. Der Verwalter schaute ihn von der Seite an, lachte dann hell auf, stiess seine Nichte in die Seite und sagte: « Na, merkst du etwas? » — und ging dann rasch den Gang entlang davon. Das Mädchen wurde rot, glaubte aber immer noch nicht, dass des Sepps Frühlingsgedanken etwas mit ihr zu tun haben könnten und fragte mit harmloser Teilnahme, was ihm über die Leber gekrochen sei. Diese Frage war dem Sepp Wasser auf die Mühle. « Ja, das ist nun so » — und machte verliebte Augen wie ein Primaner, der sich in Liebesdingen übt — « ja, Fräulein, das ist so: Früher, da war ich ein ganzer Kerl. Sauber, sage ich Ihnen, wie aus dem Ei gepellt! Ich war der gesuchteste Tänzer in der ganzen Gegend und ein Schlosser, nach dem sich alle Meister die Finger leckten. Später — nachdem ich meine Alte kennengelernt hatte — Gott hab' sie selig, sie hat es verdient nm mich — wurde ich selbst Meister. Wer beim Schlosser etwas brauchte, kam zum Sepp; die Weiber, weil ich höflich war, und die Männer, weil ich von Politik etwas verstand und jedem zustimmte. Bei der Rechnung knauserte keines, alle waren zufrieden. Mein Geschäft war bald das beste in "der Stadt Meine selige Alte hätte es in Gelddingen mit der Frau des Stadtpräsidenten aufnehmen können, wenn sie nicht zu bescheiden gewesen wäre. Aber meine Selige, die hatte so ihre Art — auf Kleider zum Beispiel hielt sie' nichts. Wenn ich sie fragte: ,Hör, Alte, möchtest du dir nicht ein neues Kleid machen lassen?' so sagte sie: ,Nein, mein Sepp, mein altes Kleid hält noch gut ein Jahr!' Ja, so war sie und hätte es nicht nötig gehabt Ich habe sie auch nicht gedrängt; denn einer Frau soll man ihren Glauben nicht nehmen. Aber gelebt haben wir wie die Kinder. Der alte Blechnermeister Dorner sagte oft: ,Sepp, du bist ein Gemütsmensch!' — Er war es ja auch auf seine Art, schlug seine Frau zum Frühstück, Mittag- und Nachtessen und meinte, das sei nur Uebungssache. Eine Frau müsse auch wissen, dass ein Mann im Hause sei.» Der Sepp belachte schallend seinen eigenen Witz, reckte sich noch stolzer auf und fuhr fort: « Recht gehabt hat der alte Dorner, soweit es mich anging. Was meine Frau wollte, das wurde gemacht. Ja, Fräuleinchen, so bin ich. Für eine Frau ginge ich durchs Feuer!» «Wie es mich gepackt hat, als meine Alte starb, das weiss nur Gott, der Sternenwirt und ich selbst. Ja, Fräuleinchen, den Sternen- Luzern Alle Zimmer mit (Hess. Wasser o. Bad u.Tel. Zimmer v. Fr. 4.50 an. Pens. Fr. 12.-. Autoboxen. Ed. Leimgrubar. Bes. Schiller Hotel GarniI