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E_1935_Zeitung_Nr.078

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6 AUTOMOBIL-REVUE

6 AUTOMOBIL-REVUE 1935 — N° 78 De» Giosie -VOM Spanien !*>„-

78 II. Blatt BERN, 27. Sept. 1935 Automobil-Revue N* 78 II. Blatt BERN, 27. Sept. 1935 Tedin. Rundschau Das Humphrey-Getriebe. Man kennt heute schon zahlreiche Systeme, die alle ein leichtes Schalten der Uebersetzungen gestatten. Trotzdem besteht immer noch Bedarf nach noch besseren Systemen. Dass immer noch grosse Entwicklungsmöglichkeiten offenstehen, zeigt das nachfolgend beschriebene englische Humphrey-Getriebe, das bereits praktisch ausgeführt wurde und sich schon sehr gut bewährt hat. Wie bei anderen bekannten Vorwähler- Getrieben, lässt sich der einzurückende Gang '«Vorbereiten», indem man einen kleinen, unter dem Lenkrad angeordneten Hebel unter die entsprechende Kerbe eines Quadranten bringt. Zur Wirkung kommt der Gang aber erst, nachdem das Kupplungspedal durchgetreten und wieder losgelassen worden ist. Will man beispielsweise anfahren, so bringt man den Vorwählerhebel in die Stellung des ersten Ganges, kuppelt ein und lässt das Kupplungspedal langsam wieder los. Nachdem sich der Wagen in Bewegung gesetzt hat, kann man ohne weiteres mit dem Vorwählerhebel in den zweiten, dritten oder vierten Gang übergehen. Zum Eingriff gelangen diese Gänge erst, nachdem das Pedal wieder durchgetreten und wieder losgelassen worden ist. Von den schon bekannten Vorwählergetrieben unterscheidet sich jedoch das Humphrey-Getriebe dadurch, dass es vollkommen narrensicher ist. Bringt man z.B. im QO-km/St.-Tempo den Vorwählerhebel in den ersten Gang zurück, so springt dieser Gang auch dann nicht ein, wenn man das Kupplungspedal, wie oben angeführt, betätigt. Es ist sogar ohne weiteres möglich, den Vorwählerhebel bei rascher Vorwärtsfahrt auf Rückwärtsgang zu stellen, um das erwähnte Kupplungsmanöver vorzunehmen. Auch hier springt dann der Gang erst ein, wenn eine Gefahr für das Getriebe ausgeschlossen ist, wenn also der Wagen schon stillsteht. Die Sicherung vor Schäden wurde auf sinnreiche Art unter Anwendung von Freiläufen erzielt. Schliesslich unterscheidet sich das Humphrey-Getriebe von dem meist angewandten Wilson-Vorwählergetriebe noch dadurch, dass die eigentlichen Schaltungen bloss durch Verschieben von Klauenmuffen zustande kommen und dass die Arbeitsübertragung immer über höchstens zwei Zahnradpaare geht. In seiner Grundform ist das Humphrey-Getriebe nichts anderes als ein gewöhnliches Vorgelegegetriebe mif in konstantem Eingriff bleibenden Zahnrädern. Die Vorwählerwirkung wird mit Hilfe eines besonderen Mechanismus erreicht, der, wenn nötig, auch einem gewöhnlichen Getriebe angebaut werden könnte. Seitlich des Getriebekastens befinden sich im Fall eines Getriebes mit vier Vorwärtsgängen und einem Rückwärtsgang fünf Schaltstangen. Das Vorschieben jeder dieser Schaltstangen hat zur Folge, dass der betreffende Gang eingerückt wird. Auf einmal lässt sich jedoch immer nur eine der Stangen vorschieben. Die übrigen Stangen sind dann durch die Kulisse R verriegelt. Die Verschiebung der Stangen geschieht durch Hebel, die In dem seitlich am Getriebekasten anmontierten Gehäuse gelagert sind. In Abb. 2, unten, ist Abb. 1 (links): Das Huttphrey-Getriebe mit abgenommenem Vör- •wäftleVinechänismus, Abb. 2 (rechts): Schnitt durch das Humphrey-Getriebe und Grundrisse des Vörwählermeehanismus. dieses Gehäuse mit seinem Mechanismus dargestellt. Die Hebelstellung wird durch die Stellung einer Nockenwelle bestimmt, die ihrerseits wieder durch den Vorwählerhebe} unter dem Lenkrad in verschiedene; Stellungen gebracht werden kann. In der Schnitt- Skizze befindet sich der Schiebehebel noch in. der Ruhestellung. Denkt man sich jedoch dieNocke, gegen die er sich anlehnt, weitergedreht, so tritt der Fall ein, in welchem der Schiebehebel durch die Feder des ihm gegenüberliegenden Hebels nach links herübergezogen wird. Befindet sich noch ein Gang im Eingriff, erlaubt also die oben erwähnte Verriegelung die Verschiebung einer zweiten Schaltstange nicht, so bleibt vorläufig die Feder nur angespannt. Sobald jedoch der Fahrer das Kupplungspedal niedertritt, wird durch einen besonderen, in der Zeichnung nicht sichtbaren Hebel der erste Gang ausgerückt. Die Verriegelung des vorgewählten Ganges wird dadurch aufgehoben und der neue Gang springt ein. Damit* bei in Bewegung befindlichen Wagen die Schaltungen stossfrei und geräuschlos vor sich gehen, ist das Kupplungspedal noch mit der Sperre eines hinten am Getriebe angebauten Freilaufes sowie mit einer Bremsscheibe am Eingang des Getriebes verbunden. Drückt man das Pedal nieder, so wird die Freilaufsperre ausgerückt, der Freilauf tritt in Tätigkeit. Da nun die Kardanwelle das Getriebe nicht mehr antreibt, anderseits aber, durch das Auskuppeln, auch auf der* Motorseite der Antrieb ausbleibt und zudem die Bremsscheibe am Eingang des Getriebes die vielleicht noch; im Schwung befindlichen Getriebewellen rasch abbremst, gehen die Schaltungen bei nahezu oder ganz stillstehenden Getriebe-Zahnrädern vor sich. Rückt man, nachdem der neue Gang' eingesprungen ist, die Kupplung wieder ein und gibt Gas, so lässt sich die Getriebe-Sekundärwelle solange beschleunigen, bis ihre Tourenzahl mit derjenigen der Kardanwelle übereinstimmt. Das Ueberschreiten dieser Tourenzahl wird durch den nun eingreifenden Freilauf verhindert, und da nun die beiden Wellen synchronisiert sind, fällt auch die vorgespannte Freilaufsperre wieder ein, die Kraftübertragung ist in beiden Richtungen sichergestellt. Auf Wunsch kann man den Wagen aber auch ohne weiteres im Freilauf fahren. Man braucht dazu nur das- Gas wegzunehmen und kurz vorübergehend das Kupplungspedal auszutreten. Anderseits genügt beim, Fahren im Freilauf ein kurzes Gasgeben, um die starre Uebertragung wiederherzustellen. Wenn das. Verständnis seiner Wirkungsweise auch einige Aufmerksamkeit erfordert, so soll das Getriebe doch in der Herstellung sehr einfach und billig sein. Nach den vorliegenden Meldungen will man in nächster Zeit darangehen, es in. grösseren Serien zu fabrizieferi.' ' '"'" '"' '-'s. M> "* ahnh off a ara Nähe Hauptbahnhof Modernste Maschinen Tag- und Nacht-Service Geheizte Einstellhalle MEIN PRINZIP: Einwandfreie, prompte und zuve Massige Bedienung der Kundschaft zu jeder Zeit