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E_1935_Zeitung_Nr.079

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16 AUTOMOBIL-REVUE

16 AUTOMOBIL-REVUE 1935 - -Die. Versuchung, des Joes lUenfuwen (Fortsetzung aus dem Hauptblatt) Ueber die von kaltem Schweisse nasse Stirn tastete seine Hand: «Bin ich verrückt? — bin ich verrückt geworden — ?» Und dabei klangen ihm im Ohre ihre Worte — hörte er wieder ihre Stimme — hörte sie so: gütig, voll Wärme und Verstehen, wie er sie immer wieder gerufen und erfleht hatte in dieser grauenvollen letzten Zeit, in der sie über alles das, was ihn zerriss, zermürbte und zerfrass, geschwiegen hatte — Ob das nicht doch nur Einbildung und Wirkung seiner überspannten Nerven, eines Fiebers war ? Er war doch krank — ganz richtig krank —. Das mit dem Bild des Qreco gestern abend, das war doch krankhaft — war doch nicht normal gewesen — Er schluckte, würgte —: ja j— und derlei gab es doch — so Fieberphantasien — das kam vor — Immer noch rann das leise Schleifen, Surren von dem Apparat. Die Hände streckte Utenhoven nach dem Hörer vor — sie flatterten und zögerten zu greifen — Er dachte wirr: — es ist doch Unsinn! — ist doch alles gar nicht wahr! — und trug dabei im Ohr den Hall der weichen, guten Stimme: «— ich liebe dich — dich ganz allein —» Er sah um sich, seine Gedanken suchten taumelnd Halt und Gleichgewicht an dieser Umwelt: — das war sein Arbeitszimmer — hier die Bücher — der Tisch — das Bärenfell, der Ledersessel, in dem der Schwieger das Geld gefunden hatte — das Postament mit dem Bartolommeo Colleoni —. Das alles war doch da, war doch kein Traum — war so wie immer —: Alltag und Kram, den er kaum noch ertragen konnte —. — und Tote — Tote redeten nicht mehr —! Gewünscht hatte er das, was seine Wirrnis ihm da vorgegaukelt, als eine Wirklichkeit hatte erscheinen lassen — gewünscht, und dieses heisse Wünschen hatte sich zum Trugbilde der Erfüllung vor ihm geballt — und ihn genarrt — Fort damit — fort — Nur nach den Hörern brauchte er zu greifen, brauchte sie ans Ohr zu nehmen, die Zürcher Unterhaltungsstätten Rolle neuzuschalteH — und nichts von all dem Spuk würde mehr vorhanden sein — nichts würde bleiben, als das Wissen, dass Fieberbilder in ihm aufgestiegen und dann zerplatzt waren, wie Seifenblasen platzen — Gewiss, so war es — und ganz ruhig wollte er das prüfen, sich davon überzeugen — Den Sessel rückte er und Hess sich nieder. Und er griff zögernd nach den Hörern — griff danach so, als müssten sie ihm schon in Augenblicken sachlich Klarheit über einen Irrtum, ein Gebilde seines Fiebers geben — und wusste doch dabei, dass er sich selbst belog mit seinen Einwürfen und Widerständen, die nicht glauben wollten. Die Hände gehorchten ihm kaum und tasteten in unsicherem Suchen, wie er die kleinen schwarzen Schalen wieder an die Ohren legte — als etwas Fremdes, das ihn kalt und zitternd streifte, fühlte er die Berührung setner Finger an den Schläfen — Er schaltete zurück —: Nur wieder Surren erst — das leise Reiben, als wischte einer sacht mit einer Feder über etwas Weiches, Glattes hin — Und dann die Stimme —! Ja —! Ja —! Ihre Stimme —! Dürstend, dass ihm auch nicht der kleinste Laut davon entgehe, sein offener Mund, die weiten Augen — und vorgreifend, als ob sie das erfassen, halten und nie wieder von sich lassen wollten", seine Hände —> Wieder wie vorher: Wort — für Wort —! «Du Dummer — liebster Dummer du! Was quälst du dich und mich ? Kennst du mich nicht ? Ich liebe dich — dich ganz allein — und schäme mich ein wenig, weil ich vor diesem armen, kranken Menschen immer wieder schwach werde urfd ihm helfe — weil ich selbst weiss, dass es ganz unvernünftig ist — dass es im Grund ja auch dein Geld ist, was ich ihm da gebe — und doch nicht anders kann! Bist du mir böse, Joos! Und glaubst du jetzt wieder an mich? — Ich küsse dich —!» Still jetzt — zu Ende. Nur das leise Schleifen der Wachsrolle, die sich da weiterdrehte — die ablief und nichts mehr zu sagen hatte. Joos Utenhoven sass noch immer vorgebeugt und horchte. Horchte in diese Leere, dieses Nichts hinein hinter den Worten her, die nicht mehr waren. Grau, in Entsetzen und in uferlosem Schmerz zerklüftet und zerfallen jetzt das. Gesicht, in dem die Lippen sich zu einem Bogen zerrten, bäumten, der ein im Aufquellen zerrissener, versteinter Schrei war — über das aus den weiten starren Augen zwei Tränenrinnen niederschnitten — Und dann, da die Erkenntnis diese starre Qual durchbrach, da seine Hände aufzuckten und nach den Hörern tasteten, sie griffen, ein hartes Aufklappern der dunklen Schalen — und, wie er sich 4a losriss, polternd, stürzend ein Hinschlagen des kleinen Tischchens mit dem Apparat, von dem die dunkle Wachsrolle in Bruch und Scherben über den Teppich sprang. Joos Utenhoven sah, begriff das alles kaum. Die Arme vorgeworfen und den Kopf dareingewühlt, lag er in heissem, lautem Schluchzen über seinen Schreibtisch hingeschlagen — hörte im Niederbruch seiner Verzweiflung wie von fern her immer wieder nur die gleiche gute — gute Stimme, die nie mehr — nie mehr zu ihm sprechen würde : « kennst du mich nicht — ? Und glaubst du jetzt wieder an mich? — Ich küsse dich !» Als ob da vor ihm graue Schleier fortgerissen wären, und als ob sich aus diesen wenigen Worten, aus dieser Stimme Licht über Dunkelheiten gösse und alles, was von ihrer Nacht verhüllt gewesen war, in neuen Formen zeigte — Gefällt, zerbrochen lag er so : Wahn — alles Wahn, was er um sich zu sehen glaubte, was ihn ergriffen und umsponnen hatte" — Und plötzlich, krampfend, als ein aus Verzweiflung aufbrechender Schrei, die heiss, in wildem Vorwurfe flehende Frage: Warum — warum, Elke-Maria — hast du das damals, als ich dich noch einmal in den Armen hielt, nicht s o zu mir gesprochen ? ! Warum hast du geschwiegen — und allein so bittersüss gelächelt — und mich nicht erlöst ? Und in der Stille — wie sein Aufflammen zusammensank — vor seinen festgeschlossenen Augen die Vision ihres blassen Gesichtleins, das da in Schmerz und Güte auf ihn niedersah: Dich ganz allein hab ich geliebt —weisst du es nicht, was es für mich gewesen ist, dass du an mir gezweifelt hast —? Hat mir dein Misstrauen nicht meinen Mund verschlossen ? Er wurde stiller — suchte sich zurechtzufinden in dem Trümmerwerk seines zerschlagenen Lebens. (Fortsetzung folgt.) « Was sollte ich tun? Er hat uns im Busch überfallen und beide Pferde gefressen! » Verschnappt: Er. — « Kind, du verbrauchst ein Vermögen für deine kosmetischen Mittel. Die nützen ja doch nichts.» Sie. — « Oho, da solltest du mich einmal ohne sie sehen.» Meyers kamen unter einen Wolkenbruch und wurden nass bis auf die Knochen. Frau Meyer kleidet sich um. Sie sieht entsetzt, dass ihre beiden Strumpfbänder abgefärbt haben. Um jedes Bein läuft ein bunter Streifen, Alles Abwaschen nützt nichts; der Streifen bleibt. Sagt Herr Meyer: «Lass doch das sein. Da hast du einen Bleistift, schreibe daran: Hochwasserstand vom 10. September. > 10er Packung Fr. 4.50, 4er Packung Fr. 2... Gratis-Pro- •prkt diikret durch EROVAQ A.-Q., Zürich 25, Bachtobelitr. 59. Lesen Sie die Broschüre „Angst vor Empfängnis?" von Dr. R. Engler, zn beziehen gegen Einsendung von Fr. 1.20 in Briefmarken oder auf Postscheck Vin/1819 Erova* A..G. Sta DO. Fr. Sa. abend 5. Okt. Welturaufführung: Drei Walzer, Operette in 3 Teilen. Musik v. J Strauss (Vater), J. Strauss (Sohn), Oskar Strauss. So. nachm. 6. Okt. Simone Boccanegra. So. abend 6. Okt. Drei Walzer. tag nachm. 3H Uhr. Di. abend 1. Okt. Gastspiel The English Players (Dir. Stirling): Mrs. Werrens Profession, by Bernard Shaw. Mi ütienri 2. Dkt Lady Windermeres Fächer, Komödie von Oscar Wilde. DO. abend 3. Okt. Premiere: Juristen (Gounselloret-Law), Schauspiel in 3 Akten von Eimer Rice. Fr. abend 4. Okt. Sa. abend 5, Okt. So. dtthG3tCr All ends 8 Uhr, Sonntag nachmittags 3 Uhr. . Okt. Di. abend 1 Mi. Schausplelhaus ^^ ^iip 0 *?- abend 6. Okt. 8 Uhr: Tanzabend Palucca, Deutschlands grösste Tänzerin. abend 2. Okt. Kleider machen Leute, A-Ab. 3, Oper von Alex. Zemlinsky. abend 3. Okt. Simone Boccanegra, Volksvorst. abend 4. Okt. Kleider machen Leute, A-Ab. 3. Lady Windermeres Juristen. So. nachm. 6. Okt. 3K Uhr: Kind im Kampf. Lady Windermeres Hundert Jahre Schweizer Fächer. Fächer. «Der ideale Gatte». — Im nächsten Programm: «Les miserables», nach dem Roman von Victor Hugo. Apollotheater Cafe-Rest Stauffacherstrasse 41. Das Cafehaus mit den bescheidenen Preisen. Rendez-vous vor und nach dem Kino. Waldhaus Sihlbrugg (Station) Das bekannte Haus für gute Küche. — Parkplatz. Telephon 924.136. Cecll-Cabaret Attraktionen. Wolf Limmatquai 132, b. Central F. Wimsdörfer Erstklassige Menüs 1.70. Kuchenspezialitäten. Orchester Schorbert u. seine Solisten Diätrestaurant A. 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N° 79 - 1935 AUTOMOBIL-REVUE ffl SEKTION AARGAU. Ballon-Fuchsjagd. Für •Hie Samstag, den 5. Oktober zur Durchführung gelangende Ballon-Fuchsjagd sind den Mitgliedern die Einladung und das Reglement bereits zugestellt worden. Vormittags 9 Uhr besammeln sich sämtliche Teilnehmer beim Gaswerk in Wohlen. Auf 10 Uhr ist der Start des Ballons «Basel» angesetzt, zu gleicher Zeit werden auch die Automobile zur Verfolgung losgelassen. 3 Stunden nach dem Start Set #cr letzte Landungstermin des Ballons, der in einem Umkreis von 70 km landen muss und die Landesgrenze nicht überfliegen darf. Um 19.30 Uhr vereinigen sich sämtliche Teilnehmer zur Preisverteilung, verbunden mit einem einfachen Nachtessen und anschliessendem Tanz im Hotel Glokkenhof in Aarau, wozu auch alle übrigen A.CS Mitglieder mit ihren Angehörigen freundlich eingeladen sind. Eine solche Ballonfuchsjagd ist äusaerst abwechslungsreich und spannend und macht allen Mitfahrern viel Freude. Eine Wette über den jnutmasslichen Landungsort und das Auffinden ivon durch den Ballon abgeworfenen Meldekarten bringen weitere Unterhaltung. Jede weitere Auskunft erteilt das Sekretariat in Aarau (Tel. 20.60). Es bietet sich sodann noch die Möglichkeit, die ganze Jagd aus dem Ballon zu verfolgen. Es sind noch «in ige Plätze frei. Ein Ballonflug an einem Herbsttag ist das schönste, was die Fliegerei einem bescheren kann. Interessenten belieben sich sofort mit unserem Sekretariate in Verbindung zu setzen. SEKTION BERN. Arthur von Bonsteiten f. Am 21. September 1935 starb in Colombier in seinem 72. Lebensjahr Arthur von Bonstetten, Gründungsmitglied des A. C. S. und Gründer der Sektion Bern, die der Verstorbene in den ersten fünfzehn Jahren ihres Daseins als Präsident leitete. Herr von Bonstetten hat sich um die Entwicklung des schweizerischen Automobilwesens sowie der Sektion Bern unvergängliche Verdienste erworben. Frühzeitig erkannte er die Bedeutung des Automobils und hat als Vorkämpfer einer damals arg verschrienen Gesinnung wahrhaft Grpsses geleistet. So ist es den unentwegten Bemühungen des Verewigten zuzuschreiben, dass die Brünigstrasse im Jahre 1906 endgültig und durchgehend dem Automobilverkehr geöffnet wurde. Auch die Oeffnung des Grimseipasses im Jahre 1918 und die schrankenlose. Befahrung der beiden Thunerseestrassen ist zu einem Grossteil sein Werk. Als Pionier war er seinerzeit Mitbegründer der schweizerischen Motorlastwagen-Industrie und einer der Initianten des Motorwagen- Dienstes. Die Sektion Born des A. C. S. verlieh ihm bei Anlass ihres 25jährigen Jubiläums die Ehrenmitgliedschaft. Bei der Abdankung nahm namens des A. C. S. und seiner Sektion Bern Herr Dr. G. Perlet in erhebenden Worten Abschied. Seine Sektion, die er im Jahre 1905 mit 30 Mitgliedern gründete, wird ihm. ein ehrendes Andenken bewahren. &. c. s„ s SEKTION ZÜRICH. Während bei den Gymkhanas der letzten Jahre meist an alten Aufgaben gezehrt wurd«, werden die Konkürrenten an der Geschicklichkeitsprüfung vom 6. Okiober zu 80% neue Probleme zu bewältigen bekommen, wobei die Konkurrenten neben, ihrer, Fahrfertigkeit auch das rasche Handeln bei verschiedenartigen Verkehrssituationen brillieren lassen müssen. Es sind etwa zehn Aufgaben gestellt. Bewertet wird einmal die Zeit, dazu kommen eventuelle Strafpunkte bei einzelnen Aufgaben, während bei andern «Hindernissen» vom Fahrer verlangt wird, dass die Aufgabe vollständig bewältigt wird. Es soll so einem allzu raschen, nur auf Zeitgewinn gerichteten Absolvieren v des Wettbewerbes vorgebeugt werden. Nennungsschluss 4. Oktober, 18 Uhr, Nenngeld Fr. 7.—; Preisverteilung am 6. Oktober, 19 Uhr, im Hotel Waldhaus Dolder, mit gemeinsamem Nachtessen. Als nächste Damenveranstaltung findet am -10. Oktober ein Herbstausflug nach der Wirtschaft Buch ob Herrliberg statt. Besammlung um 15 Uhr beim Stadttheater in Zürich. Das Damen-Martinitnahl findet am 14. November in Zürich statt. Am gleichen Tag hält die Sektion ihre Winter- Generalversammlung im Waldhaus Dolder ab. Sie wird sich vor allem mit dem Budget und der Festsetzung des Jahresbeitrages und Eintrittsgeldes pro 1936 zu befassen haben. An den geschäftlichen Teil schliesst sich das traditionelle Martinimahl als Herrenabend an. Dasselbe umfasst nebst einer fröhlichen Schnitzelbank, einer A. C. S.-Post und Gesangsdarbietungen eine vielversprechende, witzige Revue, wozu Zürcher Poeten zu Gevatter stehen und die einen sehr lustigen Abend verspricht, s. T. C. S. Autosektion St. Gillen-Äppenzell Bericht über die Gesamtvorstandssitzungen vom 20. und 25. September 1935 in St. Gallen. Die den Vorstandsmitgliedern zugestellten Protokolle werden genehmigt. Der Mitgliederbestand betrug am 12. September 1712 Mitglieder, gegenüber 1700 Mitglieder Ende 1934. Das Haupttraktandum bildeten an beiden Sitzungen die Benzinzollerhöhung und die Nationalratswahlen. Nicht nur bei der Benzinzollerhöhung, sondern auch schon in andern Fragen bat sich ganz deutlich gezeigt, dass die Mitglieder der Bundesversammlung sehr wenig Interesse für h. Verkehrsfragen übrig haben. Aus diesem Grunde beschliesst man nach eingehenden Diskussionen, unter allen Umständen zu den bevorstehenden Nationalratswahlen Stellung zu nehmen. In welcher Form dies geschehen sol\ wird den Mitgliedern zu gegebener Zeit bekanntgegeben. Mit den übrigen Verkehrsverbänden im Ki St. Gallen und Appenzell wurde schon seit einiger Zeit zwecks gemeinsamen Vorgehens Fühlung genommen. ' Der Sport- und Vergnügungspräsident kann sich in seinem Bericht über die Sommerausfahrten kurz fassen, da sowohl die ausgeschriebene Sektionsfahrt ins Tessin, wie auch die Fahrt ins Berner Oberland- Jungfrau, weil sich nur einzelne Teilnehmer gemeldet hatten, nicht zur Ausführung gelangen konnten. Die Ortsgruppe St. Gallen-Stadt hat am 8. September gemeinsam mit dem Aero-Club « Säntis» eine Ballonverfolgung durchgeführt. Die Veranstaltung hat mit einem kleinen Defizit abgeschlossen. Zur Tilgung desselben beschliesst man, aus der Sektionskasse eine kleine Subvention zu gewähren. Der Vorstand nimmt Kenntnis von dem der letzten T. C. S.-Revue beigelegenen Aufruf an die Sektionen und Mitglieder des T. C. S., worin um Zuweisung von Beiträgen zur Aeufnung des Kampffonds zur Alpenstrassen-Initiative ersucht wird. Mit Rücksicht darauf, dass unfeer Zentralverband bereits eine ansehnliche Summe beigesteuert bat und unsere Sektion vor der Abstimmung "für eine umfangreiche Kampagne in unserem Sektionsgebiet ebenfalls Kosten haben wird, kann sich der Vorstand nicht entschliessen, eine grössere Unterstützung zu gewähren. Immerhin beschliesst man, dem Alpenstrassen-Initiativkomitee eine Zuweisung von 200 Fr. zu machen. Ueber die verschiedenen Neugründungen und Neugrüppierungen eigener Automobil-Haftpflichtversicherungen wird referiert und eingehend diskutiert. Der T. C. S. wie auch andere Verbände haben in der Fachpresse die Mitglieder vor diesen neuen Unternehmungen gewarnt. Auch wir empfehlen' unsern Sektionsmitgliedern, gegenüber diesen verschiedenen Neugründungen, deren verlockende Prospekte* den Automobilisten zugegangen sind, grösste Vorsicht walten zu lassen. Ueber die Verhandlungen und Beschlüsse der Präsidentenkonferenz der deutschschweizerischen Sektionen rapportiert der Vorsitzende, Herr Gerichtspräsident Lutz, und entnehmen wir seinen Ausführungen, dass auch in dieser Konferenz als Haupttraktandum die Neugründung der Auto-Haftpflichtversicherungs-Genossenschaft in Luzern besprochen und ebenfalls beschlossen wurde, die Mitglieder vor diesem Unternehmen zu warnen. In bezug auf die Benzinzollerhöhung hat die Präsidentenkonferenz die damals durch die Presse gegangene Resolution gefasst. Eine Eingabe der Ortsgruppe St. Galler Oberland bet*. Strassenzustand Buchs-Sevelen wird geprüft •rtd sodann mit den massgebenden Behörden in Verbindung getreten. * Das vorliegende neue Abzeichen des T. C. S. befriedigt uns nicht. Mehrheitlich hat man die Auffassung, dass wenn keine vorteilhaftere Lösung gefunden werden kann, das alte Abzeichen Beibehalten werden sollte. Ueber den während dem letzten Winter in verschiedenen Sektionsgebieten durchgeführten Schneekettendienst liegen genaue Berichte vor. Wir kommen zur Auffassung, dass für unser Sektionsgebiet die Einführung des Schneekettendienstes kein Bedürfnis ist. Auf Veranlassung unserer Ortsgruppe Toggenburg hat Herr Polizeihauptmann Grüninger nun auch in einigen Ortschaften des Toggenburgs mit Verkehrsunterricht in den Schulen begonnen. Fz. AUTOSEKTION BERN. UNTERSEKTION OBER- LAND. Geschicklichkeitsfahren in Thun. Die Subsektion Oberland des T. G. S. hat im letzten Herbst im Rahmen einer Clubkonkurrenz ein Geschicklichkeitsfahren durchgeführt. Die damals gemachten Erfahrungen haben den Vorstand bewogen, die Veranstaltung dieses Jahr zu wiederholen und auf breiterer Basis'durchzuführen. Die Konkurrenz ist angesetzt auf den 6. Oktober. Die Veranstaltung ist für alle Automobilisten offen und findet auf der kleinen Allmend in Thun statt. Der bescheidene Einsatz von Fr. 5.— pro Konkurrenten und ein reicher Gabentisch werden der Veranstaltung sicher eine grössere Konkürrentenzahl bringen. Reglemente können bezogen werden bei Herrn Gh. Jeangros, Lindenhofstrasse 4, in Thun, wohin auch Anmeldungen bis zum 3. Oktober zu richten sind. Wünsche für die Einteilung in die Vormittagsoder'Nachmittagsgruppe können anlässlich der Anmeldung noch angebracht werden. Diese Geschicklichkeitsprüfungen, bei^ denen an die Geistesgegenwafir unf FahrK&nstder Fahrer äieverschiedensteh Anforderungen' 1 gestellt " werden,, dürften heute, bei dem gesteigerten Verkehr auf der Strasse und dem Ruf nach Sicherheit, auch ein weiteres Publikum (als Konkurrent oder Zuschauer) interessieren. S. O. A. C SEKTION BERN. Tätigkeitsprogramm für den Monat Oktober 1935: 3. Oktober 1935: Besuch der Porzellanfabrik Langen thal mit den Sektionen Basel, St. Gallen, Appenzell. 11. Oktober: Zusammenkunft im Clublokal. 19. Oktober: Familienabend im Hotel Schweizerhof. 26. Oktober: 'Zusammenkunft im Clublokal. i. November: Clublokal (Ueberraschungen). Bericht der Grimselfahrt vom 13. September 1935. Was der 6. September an schlechtem Wetter nur geben konnte, machte der 13. September restlos gut.. Durch das- strahlende Herbstwetter fuhren die S. D. A. C.ler der Sektion Bern zur Grimsel. Ohne Anhalt ging's bis zur Handeck, deren gleichnamiger Fall uns in Anbetracht des vielen Wassers äusserst imposant und schön e'rschien. Fröhlich ging's nach kurzem Aufenthalt hinauf zum neuen Grimsel- Hospiz zur Mittagsrast. Eine Motorbootfahrt auf dem Grimselsee, anschliessend eine Weiterfahrt zur Grimselpasshöhe, der, Anblick gegen Gletsch-Furka in diesem selten klaren Herbstwetter wird uns allen unvergesslich sein. Als- Abschlüss des Tages stand im Programm als Ueberraschung Nachtessen beim Vollmondschein auf dem Niesen-Kulm. Leider traf gegen Abend Föhnstimmung ein, was unsere Pläne durchkreuzte. *ux den Vetbänden CHAUFFEUR-VEREIN ZÜRICH Die Oktober-Monatsversammlung findet morgen Mittwoch, den 2.: Oktober 1935, 20.15 Uhr, statt (Vereinslokal Du Pont, 1. Stock, Limmatseite). In Anbetracht wichtiger Beschlüsse zur Jubiläumsfeier am 30. November 1935 in den Kaufleuten, ersuchen wir alle unsere verehrten Ehren-, Frei-, Aktiv- und Passivmitglieder, an dieser Monatsversammlung vollzählig und pünktlich teilzunehmen, damit die Vorschläge und Beschlüsse von der Gesamtheit begutachtet werden. An Traktanden sind vorgesehen: Mitglieder-Auszeichnungen für langjährige- Mitgliedschaft, Versammlungs 7 und Stammbesuch. Bearbeitung des Programms, Eintritt, Tombola etc. Wir wären unsern Mitgliedern dankbar, wenn wir zur Oktober-Versammlung mit einem Massenbesuch rechnen könnten, gilt es doch, ein Familienfest, dessen Erfolg allen zugute kommen wird, vorzubereiten. Die Vereinsleitung. 2ku« L« Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion. Vom Autofahrlehrer. Kürzlich stürzte bei Chur ein Autofahrlehrer mit dem Fahrschüler am Steuer tödlich in,einen Abgrund,ab.. Gelegentlich, der Un-, tersuchung dieses Falles zeigte sich u. a. auch, dass dem neuen, Eidgenössischen Autoiaobilgesetz, das am 1. Januar 1933 in Kraft erklärt wurde,' im Kanton Graubünden nicht allseitig mit dem sich gehörenden Elan Respekt verschafft wurde. Der « Fahrlehrer » war nicht im Besitze des staatlichen Prüfungsattestes Graubündens im Sinne von Artikel 32 des Bundesgesetzes. Dieser Attest hätte dem Verunglückten auf Grund einer technischen und pädagogischen Prüfung von der Kantonspolizei (Autokontrolle) in Chur ausgestellt werden sollen. In Zürich und Bern dauert eine solche Prüfung mindestens zwei Stunden und trifft oft Fahrlehrerkandidaten, die bereits nahezu ein Menschenalter am Autosteuer ihren Beruf ausüben. Damit soll nun aber nicht unbedingt behauptet werden, dass das Unglück verhütet worden wäre, wenn dieser Fahrinstruktor die Fahrlehrerbewilligung des Staates besessen hätte, gewiss nicht, aber die Verantwortungsfrage hätte auf alle Fälle eine klarere Deutung gefunden. Der erwähnte Artikel 32 des Bundesgesetzes lautet: «Zur Ausübung des Fahrlehrerberufs ist eine besondere Bewilligung notwendig, die durch die kantonale Behörde auf Grund einer besonderen Prüfung zu erteilen ist. Voraussetzung zur Erlangung der Bewilligung ist,' dass der Bewerber das 22. Altersjahr zurückgelegt hat, die gesetzlichen Vorschriften kennt, über die nötigen technischen Kenntnisse verfügt und während mindestens zwei Jahren ein Motorfahrzeug klaglos geführt hat. Er muss gut beleumdet sein; auch müssen seine übrigen persönlichen Verhältnisse Gewähr für einwandfreie Ausübung seines Berufes bieten. Der Bewerber muss über seine körperliche Eignung das Zeugnis eines durch die Behörde zu bezeichnenden Arztes beibringen. Die Bewilligung ist jährlich zu erneuern. » Es wäre bestimmt möglich gewesen, dass ein halbes Jahr nach Inkraftsetzung des neuen Automobilgesetzes, also Mitte 1933, mit den Autofahrlehrerprüfungen in jedem Kanton hätte begonnen werden können. Die bisherigen Nachforschungen ergeben, dass die Kantone Zürich, Bern, Basel, Aargau, Genf und Freiburg es am ehesten verstanden haben,, die Verordnungen in die Praxis überzuführen. Dass es aber heute noch Autofahrlehrer gibt, die oft von ihrem Vehikel und unter Umständen vom fachtüchtigen Fahren bedeutend weniger als ihre intelligenteren Schüler verstehen, ist nicht nur bedauerlich, sondern mahnt, ernstlich Anstalten für entsprechende Abhilfe zu treffen. Leider erlaubt beispielsweise das neue Gesetz noch jedermann, der eine einfache Bewilligung zur Führung eines Motorfahrzeuges besitzt, unentgeltlichen (nicht gewerbsmässigen) Fahrunterricht zu erteilen. Diese Lehrbefähigung messen sich nicht selten Leute zu, denen man noch recht gerne selbst eine schöne Anzahl Unterrichtsstunden gönnen möchte, ganz abgesehen von dem Unfug, der oft mit der Bezeichnung «unentgeltlich» getrieben wird. Gegen diese versteckte (unkonzessionierte) Gewerbsmässigkeit ist z: B. die Zürcher Polizei in letzter Zeit mit gutem Erfolg, energisch eingeschritten. In allen Kantonen haben wir aber heute noch zahlreiche « Autofahrlehrer», die die gesetzlichen Bedingungen nicht erfüllen, also « schwarze > oder «'wilde » Fahrlehrer sind. Es handelt sich bei diesen nicht geprüften Fahrlehrern um Personen, die infolge noch nicht erreichter Altersgrenze oder infolge Unfähigkeit, möglicherweise auch aus andern 'Gründen; die betreffende-iPrüfun? nicht bestanden bilBen und daher gesetzwidrig, ohne die amtliche I&willigung, berufsmässig Fahrunterricht erteilen. D/äs Polizeirichteramt Zürich belegte bereits zahlreiche >« wilde» Fahrlehrer mit Bussen bis zu Fr. 1Ö0. —-" Im allgemeinen k^nn nicht damit gerechnet werden, dass der Unterricht durch einen ungeprüftein (nicht konzessionierten) Fahrlehrer als hinreichend oder gar als gut taxiert werden kann, trotzdem er aus verschiedenen Gründen gewöhnlich nicht billiger ist als der reguläre Unterricht durch einen staatlich geprüften Fahrlehrer. Die Haltung der Polizeiorgane diesem Uebelstand gegenüber ist heute noch nicht einheitlich. • Interessant ist der Umstand, dass es kantonale Motorfahrzeugkontroll-Aemter gibt, bei denen bis heute noch gar keine Fahrlehrerprüfung angemeldet und eine Fahrlehrbewilligung überhaupt noch nicht erteilt wurde. In gewissen Kantonen kommt es vor, dass die zuständigen Organe mit besonderer Leichtigkeit ihre Prüflinge diplomieren. Allerdings wissen wir, dass es auch Kantone gibt, denen entsprechend qualifizierte Experten nicht zur Verfügung stehen. Es läge für solche Kantone die-Prüfung der Frage nähe, ihre wenigen, sich als Fahrlehrerkandidaten meldenden Einwohner auf Grund eines besondern Abkommens einem andern Kanton zur Prüfung zu überweisen. Schwache oder ängstliche Prüfungskandidaten melden sich gelegentlich auch in Kantonen, in denen sie zwar nicht wohnen, die aber als nicht so strenge bekaant sind, zur Expertise. Derartig entstandene Ausweise sind ungültig, da das Gesetz die Behörde des Wohnkantons zur Prüfüngsablegung ausdrücklich vorschreibt; interimistischer Domizilwechsel zum Zwecke eines Hintergehungsmanöyers sollte unter Entzug des erteilten Ausweises mit Geldbusse belegt werden. Die Organe verschiedener Kantone würden gut tun, bei Erteilung des Lernfahrausweises (Art 31) nach der. im Kanton Aargau geübten Praxis zu verfahren, wo der Fahrschüler die Adresse des dipl. Fahrlehrers und die Pohzeinümmer des Lehr- Wagens anzugeben hat. Diese Vermerke werden in den Ausweis eingetragen und schaffen der Polizei ebenfalls gewisse Kontroll-Vorteile. Sie sollen verhindern, dass die Fahrschüler Outsider-Unterricht gemessen. •.••.;. • • •-,-< ;, • • Einerseits führen diese Gesetzesübertretungen leicht- zu- einer erhöhten Gefährdung -von Menschenleben, und die Möglichkeit bedeutender Sachbeschädigungen steigert sich bei diesen Fällen ausserordentlich; anderseits liegt es auf der Hand, dass diese Gesetzesübertretungen eine krasse Ungerechtigkeit darstellen, wenn staatlich ^patentierte Fahrlehrer sich auf diese unfaire Art konkurrenzieren lassen müssen. Um solchen unbedingt als gefährlich anzusprechenden Uebeln ernsthaft und mit Er-' folg begegnen zu können, ist die Zusammenarbeit eine's einheitlich organisierten Fachverbandes mit den Behörden und die 1 Aufklärung des breiten Publikums eine offensichtliche Notwendigkeit. Aehn- Hch wie die Leute über die Gefährlichkeit des Kurpfuschertums aufgeklärt werden, muss die breite Oeffentlichkeit über die Autofahrpfusch'er orientiert werden, dönn jeder Strässenbenützer hat das gute Recht, zu wissen, wie" es • um • diese .'nicht bedeutungslose Frage bestellt ist. - J. S. in Z. Verkehrspolitik. Alle diejenigen«,die passiv (leidend) mit den Bahnen zu tun haben, wundern sich schon, ,lange,- über unsere VerkehrsDolitik.. . Das Volk braucht dringend rationelle, gute und billige" Verkehrsmittel. Dass die Bahnen längst nicht mehr zu diesen gehören, scheinen sogar unsere massgebenden Stellen gemerkt zu haben, sonst würden sie sich nicht krampfhaft bemühen, überall den Autobetrieb helfend anzugliedern. Der Autobetrieb ist schon recht, jawohl, aber ohne Bahn und auf keinen. Falle verstaatlicht; nicht dass man auch hier später einmal den Verein des Herrn Bratschi fragen muss, was zu tun sei. Den gleichen Verein, der 1918 generalgestreikt hat, als unsere Eidgenossenschaft an die Russen auf Abbruch versteigert werden sollte. Es gibt noch Leute, für die die Bahnen das Verkehrsmittel von grösster Wichtigkeit und hohem Kulturwert sind. Diese reisen aber selten und haben nur alle Schaltjahre etwas zu spedieren, man hat ihnen die Weisheit in der Schule eingebläut. Der volkswirtschaftliche Wert der Bahnen beruht heute in der Hauptsache auf den Schnellzugslinien. Warum hat man nicht" schon längst begonnen unpraktische, unrentable Linien abzubauen, wie man das mit der Rösslipost und vielen Tramlinien schon getan hat? Man hat doch vor Jahren schon merken müssen, dass das Auto das Verkehrsmittel der ..Zukunft ist! Das Auto, das direkt von Haus zu Haus verkehrt, ohne Wartezeiten, ohne Umweg über die Bahnhöfe, ohne mehrmaliges Umladen und ohne «schriftliche Arbeiten». Statt dessen haben die Bahnen wie verrückt drauflos gebaut. Man hat feudale Bahnhöfe errichtet wie für die Ewigkeit, wenn möglich mit Katakombenbetrieb zur grösseren Bequemlichkeit der Fahrgäste. Ein baldiger Abbau der Bahnen ist die Forderung des Tages. Wenn weiter so zugefuhrwerkt wird, haben wir (allerdings nicht für die Ewigkeit) zu den wachsenden Bahnschulden einen teuren, unrationellen und unpraktischen Verkehr, hört aber dieses stumpfsinnige Bremsen des Autoverkehrs auf, so haben wir zu den Bahnschulden wenigstens allseitig brauchbare, relativ billige Verkehrsmittel. Es ist hohe Zeit, dass sich jeder Autofahrer und jeder, der an guten und raschen Verkehrsmitteln Interesse hat, unserer offiziellen Verkehrspolitik entgegenstemmt. Und es ist ein Glück für alle, wenn im Herbst Leute ohne Parteischeuleder als Volksvertreter nach Bern ziehen, die für das Wohl des Ganzen eintreten. Es ist nicht unmöglich, dass der neue Benzinzoll ein Nagel zum Sarge der Bahnen wird. Dr. H.-W. Touristik-Bulletin des A.CS. vom 27. September 1935. Zollausschlussgebiet Jestetten-Lottstetten. Das bisherige Zollausschlussgebiet Jestetten-Lottstetten an der internationalen Durchgangsstrasse Zürich- Eglisau-Rafz-Schaffhausen wird ab 30. September abends aufgehoben. Die Zollbehörden Deutschlands haben folgende neue Zollstellen vorgesehen: Lottstetten und Jestetten-Hardt an der Durchgangsstrasse Zürich-Eglisau-Schaffhausen, ferner Jestetten-Frankengraben an der Strasse Neunkirch- Jestetten, Jestetten-Wangental an der Strasse Osterfingen-Jestetten, Nack an der Strasse Rüdlingen-Lottstetten und Altenburg-Rheinbrücke an der Strasse RheinauJestetten resp. Rheinau-Altenburg. Für die Durchfahrt von Motorfahrzeugen ergeben sich hiedurch folgende wesentliche Neuerungen: kf'Zolldokument; Die Abfertigung bei den deutschen Zollämtern kann mit gültigem deutschen Triptyk oder Grenzpassierscheinheft eTfolgen. Automobilisten, welche nicht im Besitze eines Triptyks oder Grenzpassierscheinheftes sind, wird vorläufig' durch die schweizerischen Zollämter Rafz-Grenze oder Durstgraben das schweizerische Formular «Enklaven-Freipass» in vierfacher Ausfertigung ausgestellt. Ein Exemplar bleibt beim schweizerischen Ausfertigungs-Zollamt, das zweite ist für die deutsche Eingangszollstelle, das dritte für die deutsche Ausgangszollstelle und das vierte für das schweizerische Wiedereintrittszollamt bestimmt. Für die Rückfahrt ist gleich zu verfahren. Laut den Vorschriften dürfen mit diesem Formular nur die deutschen Gemeinden Lottstetten, Jestetten und Altenburg befahren werden; die Gültigkeitsdauer beträgt 8 Stunden. Die Ausstellung erfolgt gratis. Für die Abfertigung bei den schweizerischen Zollämtern ist bei Vorhandensein eines deutschen Triptyks oder Grenzpassierseheinheftes ein gültiger schweizerischer Freipass nötig, nicht aber für die Inhaber des vorgenannten «Enklaven-