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E_1935_Zeitung_Nr.081

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BERN, Dienstag, 8. Oktober 1935 Nummer 20 Rp. 31, Jahrgang - N° 81 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Aasgabe A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.-, jährlich Fr. 10— Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gew. Unfallrersich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.50 Die Dampfmaschine im Automobil- und Flugzeugbau Auch heute sieht man auf den Strassen Englands noch vereinzelt Lastautomobile, die durch Dampikraft betrieben werden. Ausländer wutldern' sich über diese grotesken Fahrzeuge, die nur zu deutlich ihre Verwandtschaft mit der Lokomotive zeigen; vorne befindet sich ein grosser, qualmender Rauchfang und nicht selten öffnet der Fahrer die Feuerungstüre, um «nachzulegen», es sei denn, dass e*r seine ganze Aufmerksamkeit auf den Verkehr lenken muss. Wärmewirtschaftlich betrachtet ist so ein englischer Dampfwagen ganz unmöglich: die kostbaren Wärmeeinheiten entweichen in Form von Qualm, Dampf und Glut lustig dem Schornstein, Sicherheitsventil und dem Feuerloch, 'was für die Volkswirtsehaftler mancher Länder ein nutzloses Entweichen von Kapital bedeutet. Es wird dem Konservativismus der Engländer zugeschrieben, dass solche Vehikel noch bestehen. Es kann nun wohl behauptet werden, dass das oben charakterisierte Fahrzeug auch bald in England ins Museum wandern wird. Das darf aber nicht als der endgültige Verzicht der Dampfmaschine auf ihre Stellung als Antriebskraft" im Strassenverkehr ausgelegt werden- Gerade in der letzten Zeit hört man, meist aus Amerika, immer öfter von Versuchen, manchmal aber auch schon von fertiggestellter!' Konstruktionen moderner Dampfmaschinen und -kessel, die geeignet sein sollen, die monopolartige Stellung der Verbrennungsmotoren nicht nur bei Strassenverkehrsmitteln, sondern auch im Flugzeugbau zu erschüttern. Die sprünghafte Entwicklung des Benzinmotors, und besonders der Dieselmaschine, bewirkte, dass die Dampfmaschine auf den Gebieten, wo diese neuen Kraftquellen als Antriebsmittel eingesetzt wurden, meist vollständig verdrängt und daher nicht weiterentwickelt wurde. Als man sich der Dampfmaschine wieder erinnerte, waren nicht nur ihre Vorteile, sondern auch die bedeutenden Nachteile der Verbrennungsmotoren massgebend. Die Ueberlegenheit der Dampfmaschine beruht auf ihrer Elastizität und der damit zusammenhängenden nahezu unbegrenzten Ueberlastbarkeit. Der Verbrennungsmotor arbeitet nur innerhalb'eines bestimmten Drehzahlbereiches günstig; bei Unterschreitung dieses sinkt die Leistung unverhältnismässig stark. Um deshalb die jeweils gewünschte Geschwindigkeit, resp. Zugkraft zu erreichen, war der Einbau von Getriebe und daher auch Die Versuchung des Joos Utenhoven. Ton Karl Rosner. (33. Fortsetzung.) Das hatte er hinweggeschoben. — und jetzt, darunter — geöffnet, ohne Umschlag war der Brief gelegen — der Brief, den er schon an dem gleichen Morgen gelesen — und dann wieder geschlossen — und heimlich draussen vor der Tür in den Briefkasten geworfen hatte — Seine Finger hatten ihn aufgegriffen. Und hier hatte auch der andere — der erste — gelegen und neben ihm ein Päckchen grosser Geldscheine — und in der Tiefe dieses Faches, wie aus Scheu versteckt, zurückgeschoben, eine Pistole — Ueber die Scheine hin war das Lichtlein der kleinen Lampe geflitzt: Geld —? Wozu brauchte sie das viele Geld ? Ob sie mit ihm fort — reisen wollte —? heimlich fort —? Und die Pistole — ? Die Waffe hatte er aufgegriffen: Mauser — sieben, fünfundsechzig — und geladen — ganz voll das Magazin —. Und in die Griffschale Erscheint, jeden Diensten and Freitag • Wöchentliche Beilage .Antler-Felerdbend". Monatlich 1 mal ..Gelbe Liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III414 - Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Geschäftsstelle Zürichs. Löwenstrasse 51, Telephon 39.743 Kupplung Erfordernis. Bei der Dampfmaschine hingegen kann das Drehmoment und damit die am Radumfang verfügbare Antriebskraft auch bei fallender Drehzahl in bestimmten Grenzen gesteigert werden; es lassen sich hier annähernd ebensogrosse Zügkräfte erreichen wie beim Getriebemötor. Kupplung und Getriebe fallen weg, was die Kraftübertragung vereinfacht, die Produktionskosten verbilligt und äusserdem grosse Vorteile im Fahrbetrieb mit sich bringt, wie hohe Beschleunigungsvermögen durch Fortfall der Schaltpausen, bessere Anpassung an bergiges Gelände und wechselnde Verkehrsbedingungen, leichte Bedienung und ruhigeren Gang. Die Dampfmaschine wird weiter im belasteten Zustand angelassen; der beim Verbrennungsmotor notwendige Starter (Ankurbeln), der als äussere Zusatzkraft der Kurbelwelle des unbelasteten Motors die ersten Umdrehungen ermöglichen muss, fällt weg. Weitere Vorteile bestehen in der geringeren Beanspruchung der Maschine in-, folge der niedrigeren Drehzahl, die nur etwa ein Drittel der eines Benzinmotors beträgt und infolge der besseren Ausnützuni der Schmierung, da kein"ÖelmitverbraOTtf