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E_1935_Zeitung_Nr.081

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE 1935 - N°81 Am Abend kommt der Briefträger, tun nach ihr zu sehen. Freudestrahlend eilt sie ihm entgegen: «Ah, das Glück, das Glück. Der Fritz ist jetzt auf der Verwaltung und müss nicht mehr einfahren. Und keine Zeit hat er zum Schreiben gehabt, da hat er halt im Geschäft geschrieben >, sprudelt sie zwischen Lachen und Weinen hervor. >—. Andern Tages fährt sie wieder mit den Zeitungen durch die Strassen — eilt treppauftreppab und hat für alle Leute ein freundliches Lächeln. Ihr Fritz braucht den Kramladen jetzt nicht mehr, doch daran hat sie in ihrer Freude noch nicht gedacht bimmel sämtlicher Glocken, mindestens sechzig Schläge an der Zahl. Man reibt sich die Augen, schaut zur Uhr und gewahrt erstaunt, dass es •weder halb 6 Uhr nocH 6 Uhr ist, sondern irgend etwas Dazwischenliegendes, sagen wir getrost 5.19 Uhr. Erbost ob solcher, geradezu strafbar anmutenden Nachtruhestörung legt man sich aufs andere Ohr, um alsbald durch die gleiche Prozedur erneut aufgeweckt zu werden, worauf man die ungastliche Schlafstätte fluchtartig verlässt. Das Rathaus von Leuk (Wallis). geworden für die Mutter Steinmüller und für den Briefträger. Der Fritz ist ihr Sohn, der Jüngste und Einzige, der ihr von drei Söhnen blieb. Er arbeitet in einem Kohlenbergwerk. Dort haben auch die beiden andern Söhne gearbeitet, bis sie dem schwarzen Moloch zum Opfer fielen. Jetzt bangt die Mutter um das Leben ihres Jüngsten. Für ihn lebt und arbeitet sie. Er soll es einmal besser haben. Heraus soll er aus den Gruben. Sie hat auch schon lange einen Plan. An der Ecke den Kramladen soll der Fritz bekommen. Der. Krämer ist schon alt, aber er hat ihr versprochen, dass er sein Lädelchen an niemand anders abgibt. Dann wird sie keine Zeitungen mehr austragen; sie wird in der Hinterstube sitzen und zusehen, wie der Fritz die Kunden bedient. Nur ein Jahr noch, aber ein Jahr ist lang, wenn man jeden Tag bangen rnuss. Und heute ist wieder ein Montag. Schon seit einer Stunde sitzt Mutter Steinmüller am Fenster und wartet. Aber der Briefträger kommt nicht. Vielleicht hat er sich verspätet, denkt sie, doch sie glaubt selbst nicht daran. Sie vergisst das Essen und trippelt immer unruhiger hin und her. Der Mittag vergeht; Mutter Steinmüllers Verzweiflung steigt immer mehr. Am Abend geht sie dem Briefträger entgegen ; * Nichts für mich ? » fragt sie, doch er schüttelt nur den Kopf. Da macht sie kehrt und geht langsam nach i Hause. Am andern Morgen warten die Kinder vergeblich auf ihre Freundin. Eine fremde Frau kommt und trägt die Zeitungen von Haus zu Haus. Die Alte aber sitzt zu Hause und wartet immer noch, bis eine Nachricht kommt; — nicht mehr von ihrem Fritz. Draussen stapft der Briefträger die Treppe herauf. Die Frau geht ihm nicht entgegen, sie weiss ja, was er bringt -,— zweimal schon hat sie es erlebt. Der Briefträger kennt das auch, ganz still tritt er ein. « Ein Brief, Mutter Steinmüller !» sagt er. Die Frau streckt nicht wie sonst die Hand danach aus, sie schaut den Mann nur an mit einem Blick, in dem alles Leid ihrer sechzig Jahre dunkelt. Da senkt auch der Mann den Kopf: « Ja, Mutter Steinmüller, von der Verwaltung.» Eine Zeitlang stehen sie sich still gegenüber. Dann rafft ,der Briefträger sich auf: « Ach, es muss ja nicht gleich das Schlimmste sein ! * Doch die Frau schüttelt nur den Kopf ; « Ich weiss, was es ist! » Da legt er den Brief auf den Tisch und geht wieder still davon. Lange sitzt die Frau irt ihrem Gram versunken, dann greift sie doch nach dem Brief und öffnet ihn. Aber was ist das, sind das nicht die Schriftzüge ihres Fritz? Sie kann nicht lesen, die hervorbrechenden Tränen machen sie blind. Ach Gott, was ist das nur, was ist das nur ? Endlich kann sie lesen. Lange Zeit sitzt sie dann noch und weint auf das Blatt, bis die Schriftzüge verschwimmen, aber jetzt sind es Freudentränen, die sie weint. Das feine Sitzmöbel, das heSvagHche Bett eine Wohnungszier von bleibendem Wert Berberich, Zarlch8, Dufourstr.45,b.stadttheater Der Niesen hat die gold'ne Krone des Abendlichtes aufgesetzt, als ob ein Nachtgott ihn bewohne. Schon ist der Zag vorbeigehetzt. Die Räder schlagen übermütig im steten Takt der Schienen Stahl. Die letzten Sonnengrüsse sinken, auf schmalem Purpurstreif ins Tal. SowUg&t Süden Um steile Zacken, zäh bezwungen, legt sich das weiche Tuch der Nacht. Doch in den Augen, bei den Jungen, ist neues Feuer angefacht. Den Rucksack leer, doch voll das Herze von Sonnenglanz und Wanderglück, begleitet sie der Duft der Berge in herber Kraft zur Stadt zurück. Es ist immer etwas Eigenartiges um. eine Reise nach dem Süden. Ungeduldiges Hin und Her von Menschen, die, mit Gepäck beladen, trotz manchem freien Sitz nirgends Platz finden, weil bekanntlich ein jeder gleich ein ganzes Coupö beanspruchen möchte. In ihrem Antlitz aber liest man eitel Freude und (scheinbare) Losgelöstheit von den mannigfaltigen Sorgen des Alltags. Die Grossartigkeit der Gotthardbahnanlage, das Malerische der Gegenden, die durcheilt werden und im Unterbewusstsein bereits jene Ahnung von frohen Ferientagen und Erlebnissen lassen jegliches Miesmachen um Krise und Politik, das ja heute durchs Band weg dominiert, für absehbare Zeit ins Unbekannte versenken. So wie der Himmel immer blauer sich färbt, je mehr wir uns dem Ziele nähern, so spürt man in zunehmendem Masse irgendwie die Gemeinschaft, die unbedingte Schick-" salsverbundenheit zwischen den Mitreisenden aller Klassen und Länder und unwillkürlich drängt sich die Frage auf, ob tatsächlich diese Menschen ein Interesse an Krieg und gegenseitiger Vernichtung haben, die sich heute wieder obenauf' schwingen wollen. Da ist doch lautere Freude am Dasein, an der Natur... Lugano! Nach wenigen Stunden genussreicher Fahrt ist es erreicht. Plötzlich liegt es da, einem zu Füssen, wie hingeworfen, bis kurz vor der Einfahrt, in den Bahnhof den Blicken vorenthalten. Und wieder einmal hat es sich als richtig erwiesen: Bei bedecktem Himmel hat man in Airoio den Gotthard-Tunnel verlassen — die Wolken haben sich immer mehr verzogen und Lugano endlich verdient das Prädikat eines uneingeschränkten Bellissimo. Ein Heer von Portiers erwartet die Gäste, die Koffern werden ausgeladen und Hotelomnibusse, Tram, Taxi und Funiculare führen die Ankömmlinge ihren Quartieren entgegen. Beim ersten Pranzo in^ der Pension werden die Angereisten eifrig gemustert, was bei diesen eine mehr oder weniger grosse Nervosität auslöst. Durch verständnisvolles Herumblättern im mitgebrachten Abends 8 Uhr, Sonntag nachmittags 3 Uhr. Dl. abend 8. Okt. De Vikari, Dialektlustspiel in 5 Akten von M. Usteri, gespielt von der Freien Bühne, Zürich. Mi. abend 9. Okt. Drei Walzer, B-Ab. 3. Do. abend 10. Okt. Zum letztenmal: Simone Boccanegra. Fr. Sa. So. So. Fr. Sa. abend 11. Okt. Drei Walzer, B-Ab. 3. 12. Okt. ^um erstenmal: Die Boheme, Oper von G. Puccini. 13. Okt. Das Drelmäderlhaus, Operette nach Fr. Schubert, von Berte, abend 13. Okt. Drei Walzer. Schauspielhaus Abends 8 .H m». sonn. r tag nachm. 3*4 Uhr Di. abend 8. Okt. 8 Uhr: Kabale und Liebe. Mi. abend 9. Okt. Juristen (Counsellor-At-Law), Schauspiel von Eimer Rice. DO. abend 10. Okt. Auf vielseitiges Verlangen: Menschen in Weiss (Menschen und Aerzte). abend 11. Okt. Juristen. abend 12. Okt. Juristen. nachm. 13. Okt.3K Uhr: Menschen in (Menschen und Aerzte). SO. abend 13. Okt. Juristen. 9teUt4atvd Von Leo Kipfer Wie heisser Träume kühles Bette dehnt sich ins Dunkelnde der See. Aufblüh'n die Lichter alter Städte und sagen noch zum Schluss Ade. Die Räume nicken traumbefangen, Gespräch' und Scherze sind versiegt. Schon hat den braungebrannten Nachbar der stete Rhythmus eingewiegt. Giornale oder in längst vergilbten Briefen — die in solchen Fällen stets zur Hand sind —- wird der einem geschenkten Aufmierksamkeit ausgewichen. Dass bei jeder leisesten Bewegung der Tisch hinund herwackelt, das Messer relativ verschwindend wenig haut (oder ist denn das Huhn so zähe?) und der Meringue mitunter beim ersten Anhieb auf das Tischtuch hinauskugelt statt in den Teller hinein — das tut ja schliesslich nichts zur Sache und ist offenbar ebenso unvermeidlich wie das Radio im Räume nebenan, das gerade das hohe G eines schmetternden Tenors aus der berühmten Boheme- Arie «Che gelida manina. ..» zum Besten gibt. Anschliessend ein Bummel dem Quai entlang — inmitten einer mondial aussehenden, auf- und abflanierenden Menge ist ebenso interessant wie verdauungsfördernd. Munter» plätschert das Wasser an der Hafenmauer. Herrlich kühl streicht der Wind über den See dahin — voll und klar bricht das Mondlich zwischen den feinen Abendwölkchen hindurch. Ein prachtvoller Tag neigt sich zu Ende. Auf nach Cavallino und Caprino! Auf zum Ballo Ticinese! Ein in allen Farben verteilter Prospekt kündigt für diesen Abend daselbst «Distribuzione di Baci» an tind die geschäftstüchtigen Marinaii spielen sich die auf- und abwogende Welt mit allen Methoden der Redekunst in die Hände. «Und Sie' da! Was schauen Sie mich an statt den Mond? Oh Signorinal? Fahren Sie mit nach Cavallino zum Tanz!» — Das sanfte Gleiten «in gondoliera« über den stimmungsvollen See, in dem sich Luna silbern wiederspiegelt, lässt einen für Momente alles um sich her vergessen. Von dieser einzig schönen, milden Sternennacht ist man hingerissen und alles Geschaute und Erlebte mutet an wie ein Traum. Die nächtliche Gondelfahrt und das Auf und Nieder am Strande schafft jene umfassende Müdigkeit, die uns nach Rückkehr in die gastlichen Gefilde mit Wonne ins weiche Bett sinken lässt. Wer da aber glaubt, bis um acht Uhr früh ungestört schlafen zu können, sieht sich arg enttäuscht. Bald nach der fünften Morgenstunde ertönt aus durchaus undurchsichtigen Gründen von der nahen Kirche ein das ganze Haus durchdringendes Ge- Zürcher Unterhaltungsstätten So. Cecll-Cabaret Attraktionen. Stampfenbachplatz Weiss Hotel Sternen - Zürich-Oerlikon Franklinstrasse 1 Schöne Zimmer mit fliess. Wasser. Gutgef. Küche. Bescheid. Preise. Garage. Tel. 68.065. Bes. P. WOger. Cinema APOIIO Stauffacherstrasse 41. a Les miserables», nach dem Roman von Victor Hugo. Apollotheater Cafe-Rest. Stauffacherstrasse 41. Das Cafe'haus mit den bescheidenen Preisen, Rendez-vous vor und nach dem Kino. Waldhaus Slhlbrugg (Station) Das bekannte Haus für gute Küche. — Parkplatz. Telephon 924.136. Wolf Ummaiqual 132. b. Central F. Winisdörfer Erstklassige Menüs 1.70. Kuchenspezialitäten. Orchester Schorbert u. seine Solisten Diätrestaurant A. Gleich, vegetarisch-alkoholfrei, Holbeinstrasse 25- Ecke Seefeldstrasse 19. — Telephon 23.185. am Paradeplatz Eine Sehenswürdigkeit. Küche und Keller berühmt. Familie Biedermann-Sutter, Besitzer des Hotel Engel in Baden, b. Turm. Was für Bern der GuTten und für St. Gallen der Freudenberg bedeutet, das findet in Lutano ein Gleiches in Morcote und Gandria. Ein Aufenthalt in Lugano ohne Besuch dieser beiden berühmtesten Flecken am Lago Ceresio ist schlechthin undenkbar. Bei strahlendem Wetter ist denn auch jeder Dampfer vollgepfropft. Das gewürfelte, allüberall kartenschreibende, nostranotrinkende und allesphotographierende Publikum scheidet sich heuer in zwei Kategorien — in «Hopla»-Gäste und gewöhnliche Sterbliche. Die ersteren sind dadurch gekennzeichnet, dass sie alles überschwemmen und besetzen und die Aussicht hinreichend versperren, während sich die letztern nur mit Mühe Platz verschaffen können. In Morcote geht der Grossteil an Land und zwischen den Rebbergen hinauf zur Kirche und dem Friedhof, die Weltberühmtheit erlangt haben. Da konzentriert sich das Hauptinteresse auf die Gräber des «Tiefland»- Komponisten Eugen d'Albert und des genialen Gastalters Alexander Moissi. Es gibt Leute, die das Grabmal Moissi's, das in selher Einfachheit überaus wohltuend wirkt, mit überragender Ausdauer aus allen möglichen Stellungen auf die Platte bannen. Auch Autofahrten haben ihren Reiz. Für unglaublich billiges Geld wird dazu eingeladen, -wobei sich die Reisebüros gegenseitig zu übertrumpfen suchen. Doch geht auch hier nicht immer alles programmässig zu und her. Ist der Car zur abremachten Zeit nicht besetzt — so -wird ruhig zurewartet — vielleicht kommen noch Nachzügler. Dann gehts auf die Reise. Ein Führer gibt von Zeit ru Zeit in allen Sprachen «Erklärungen« ab. Da steht im Programm auch etwas von einer Tour um den Salvatore zu lesen mit anschliessender Besichtigung deT KircUe von Morcote. Die Wirklichkeit aber sieht gelegentlich anders aus. Da kann es beispielsweise vorkommen, dass man unterwegs wertvolle Zeit verbummelt und es zu einem Stop in Morecote nicht mehr Teicht. Was berichtet nun der gerissene Führer seiner von ihm betreuten Reiseschar? «Meine Herrschaften: Dies hier ist Morcote! Sehen Sie? Dort oben sind die Kirche und der Friedhof! Sehr interessant und prachtvolle Aussicht! Aber leider fehlt uns die Zeit, hinaufzugehen. Vielleicht fahren Sie mal mit dem Schiff her!» Und so folgt ein Ta.g dem andern. Jeder bringt neue und unauslöschliche Eindrücke. Die einen suchen sie auf dem Bre, dem Salvatore und dem Generoso — etliche ziehen eine Seefahrt nach Porlezza oder Ponte Tresa vor und endlich birgt auch ein Ausflug in die Vororte Tesserete, Dino oder Cademario eine Fülle von unaussprechlichen Schönheiten in sich. Sie alle verschlingt das tierige Ferienpublikum. Jeden Tag ist es erneut unterwegs, rastlos und unermüdlich. Gelegentlich wird ein Ruhetag eingeschaltet und zum Sonnenbad auf dem Lido benützt oder zum Lustwandeln im herrlichen Parco Civico. Und im Nu heisst es wieder: Zurück zur Arbeit — vorbei ist das süsse Nichtstun. Man ist frisch gestärkt und den kommenden Stürmen um so eher gewachsen, denn das ganze Jahr werden die von Lugano empfangenen Eindrücke nachklingen — sie sind ja so reich! A. FT. tBüdivtlisch Der ewige Kreis. Deutscher Verlag für Jugend und Volk, Wien. Im vorgenannten Verlag ist vor kurzem eine Anthologie österreichischer Lyriker erschienen mit einem Vorwort von Prof. J. Nadler und einem Anhang biographischer Notizen, die über jeden einzelnen der hier zu Wort kommenden vierzig Dichter Aufschluss geben. Erstaunlich ist die Gesamtleistung des hier Gebotenen. Man fühlt, dass hier eine Generation am Werke ist, die durch eine harte Schule gehen musste, um- reif zu werden für dieses Werk. Das sind andere Töne als sie die vergangene Generation noch gefunden hat. Gewiss klingt nicht alles neu, aber man fühlt das Erlebnis dahinter, es sind keine Schreibtischkonstruktionen, kein «wollen», sondern ein «muss». Nicht die mit letzter Meisterschaft beherrschte, mit müden Gedanken angefüllte Form, sondern ein neues Welterlebnis, eine neue, tiefe Gläubigkeit. Es wäre ungerecht, wollten wir hier das eine oder andere Gedicht herausheben; unmöglich aber ist es uns, alle vierzig Dichter zu zitieren, um jedem nach Verdienst gerecht zu werden. So verschiedenen sozialen Schichten sie angehören, so verschieden sind ihre Werke, die innerhalb der Anthologie ein Ganzes bilden, dessen Eindruck man sich gerne unterwirft. So kann man dieses Buch jedem, der Freude hat an Lyrik, nur aufs beste empfehlen, und sicher wird jeder etwas darin finden, das noch lange in ihm nachklingt. h. L macht aft und beschwert das Leben. Also rechtzei. tig beseitigen, und zwar für Immer. 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N° 81 — 1935 AUTOMOBIL-REVUE SMuuJMtag. Jeder Tag hat seinen besonderen Charakter, aber nicht jeder Tag hat Stil, wenn wir darunter einen wertvollen und zur Form gestalteten kulturellen Inhalt verstehen. Träger des Stilwillens in der Kunst ist bis heute vorherrschend der Mann, Träger des Stilwollens im Leben war immer und ist auch heute die Frau. Sie hat den Willen zu Form und Gestaltung in all den tausend kleinen und doch so wichtigen Dingen des Alltags, und wie dieser Wille sich durchsetzt oder ob er sich durchsetzt, das gehört zu den entscheidenden Dingen, die einer Zeit das Gepräge geben. Der Stilwille der Frau ist unbewusst, das heisst, sie gibt sich keine Rechenschaft darüber ab, aus welchen Motiven er entspringt und welche Zwecke er verfolgt. Das ist gut so, denn aus dem Halbdunkel kommen die besten Schöpfungen. Man hat einmal gesagt: Das Genie der Frau besteht in ihren Söhnen. Als ihr Talent kann man die Befähigung zur Bewältigung und Gestaltung all der Dinge bezeichnen, die das Leben über die Stufe der nomadischen Horde erheben. Im Mann steckt der Nomade auch noch, •wenn er mit Kragen und Frack durch die moderne Großstadt seinen Wagen steuert — ja, man kann sagen, dass die Entwicklung der modernen Verkehrsmittel und vor allem des Autos eine neue Periode modernen Nomadendaseins heraufgeführt hat. Daran hat die Frau ihren weitgehenden Anteil, aber ihr Wesentliches geht doch nicht darin auf. Der Mann fährt, um in Bewegung zu sein, die Frau fährt, um zur Ruhe zu kommen. Hat der Mann die Zeit erfunden, so ist die Frau die Schöpferin des Raumes. BASEL Hotel Baslerhof Aeschenvorstadt 55. - Behagliches Familienhotel. Moderner Komfort. Appartements mit Bad und Staatstelephon. - Zimmer von Fr. 4.— bis 6.—. — Alkoholfreie Restauration — Der Mann stellt seine Zelte auf, um sie wieder abbrechen zu können, die Frau will sich einrichten, will beharren. Sie baut, damit etwas fertig wird und man sich anheimelnd einrichten kann. Anheimelnd, das ist ein Wort, das die Männer erfunden haben, um das auszudrücken, was sie an den Frauen vor allem schätzen. Das war schon in der Zeit so, als sollte die Ausstellung jetzt beim hereinbrechenden Winter wie eine Mahnung wirken und wie eine Wegweisung zur besten die Frauen hinter dem Windschirm das Feuer hüteten, während die Männer auf die Jagd Lösung der Wohnlichkeits- und Behaglichkeitsfragen im Heim. oder in den Krieg zogen. Ein Mann hat das Feuer geraubt, aber die Vestalinnen haben es behütet. Die Frau hat den Ackerbau erfunden, Es war wirklich verblüffend, wie die eigenen Räume der Muralto A.-G. mit ihren der Mann das Rindvieh gezüchtet und Pferde gezähmt. wundervollen Wohnungseinrichtungen bei Der Stil des Alltags ist Sache der Frau, der gewählten Beleuchtungsart in einem und das Leben besteht zu 95 Prozent aus zarten und warmen Timbre erschienen, der Alltag. Schiller war ein schlechter Frauenkenner, sonst hätte er nicht geschrieben: in unvergleichlicher Weise zur Geltung brach- die Schönheit aller Ausstattungsgegenstände « Ehret die Frauen, sie flechten und weben, te, alle Räume in eine warme, harmonische himmlische Rosen ins irdische Leben.» Die Lichtflut getaucht, nirgends die leiseste Frauen flechten und weben weit mehr: das Blendwirkung, aber auch nirgends dunkle irdische Leben selbst. Man kann ihnen deshalb Winkel Bnd unangenehme Schlagschatten. nicht böse sein darüber, dass es nicht nur aus himmlischen Rosen besteht. Jenny. TJlc'ut 3Uim ist meine (Bwiq> Aus guten und wichtigen Gründen verlegt der kultivierte Mensch eine grosse Sorgfalt darauf, dass sein Heim wohnlich, schön und in jeder Beziehung behaglich sei. Wie man aber sein Heim mit erlesenem Geschmack und zugleich möglichst zweckdienlich ausgestaltet,'das ist eine Frage, die der einzelne heute nicht mehr- allein und selbständig lösen kann, denn das sind Probleme, die nur noch der Innenarchitekt in befriedigender Weise zu bewältigen vermag, für den dieselben eine Wissenschaft darstellen, der er sein ganzes Leben widmet. Welehe wundervollen Möglichkeiten der Innenausstattung heute diese Fachleute vor Augen führen, das zeigte wieder in überzeugendster .Weise eine Ausstellung, die die Muralto-Innenarchitektur in ihren vornehmen Räumen an der Pelikanstrasse 10 In Zürich veranstaltete. Die Veranstalterin Hess es sich nicht genug sein, ihre hochqualifizierten und mit erlesenem Geschmack entworfenen Erzeugnisse einer modernen Wohnkultur in der bekannten künstlerischen Welse zur Geltung zu bringen, sondern sie wollte mit dieser Ausstellung zugleich die fundamentale Wichtigkeit der richtigen Beleuchtung im Heim demonstrieren. Letzteres ist ein Problem, das vielerorts nur mangelhaft und in höchst fragwürdiger Weise gelöst ist. Dabei hängt von der richtigen Beleuchtung eines Raumes, in dem wir unsere Abende verbringen, nicht nur unser allgemeines Wohlbefinden in hohem Masse ab, so wenig wir uns davon meistens auch Rechenschaft geben, sondern auch die gesamte Wirkung und Wohnlichkeit eines Raumes mit allen Gegenständen seiner Innenausstattung. So Das ist das Ideal der Beleuchtung. So lässt sichs behaglich im trauten Heim wohnen. Es sind die Beleuchtungsgrundsätze der Firma Baumann, Kölliker & Co., Zürich, die hier in ihrer idealen Auswirkung in jedem einzelnen Räume gezeigt wurden: Auf den Raum berechnete Lichtstärke, dazu aber eine vorzügliche Lichtverteilung bei maximaler Oekonomie des Stromverbrauchs. Die Schönheit der von der Firma angebrachten Beleuchtungskörper harmonierte auf das feinste mit der klassischen Gediegenheit der Zimmereinrichtungen der Muralto A.-G., welche Appartements in verschiedenen Stilarten zeigte, die sich jetzt einer rapid zunehmenden Beliebtheit erfreuen (insbesondere englische Renaissance, Königin Anna und Barock, umrahmt von dem wertvollen Wandschmuck der Galerie Muralto). Blumen im Stile der Zeit vom Blumenhaus Bleiche, glänzend arrangiert, stilechte Tischservices von Sibler & Co., in einem Milieu, ;^wie es. nur die Muralto zu schaffen weiss, "alles in der wohltuenden, harmonischen Beleuchtung, wie sie Baumann & Kölliker Traulicher Winkel in harmonischer Beleuchtung der Murä-to Innenarchitektur AG., Zürich. schaffen, das gab einen unvergleichlichen Eindruck von der hervorragenden technischen und künstlerischen Leistungsfähigkeit und Zusammenarbeit aller beteiligten Firmen. Bg. Schuh«. Zum Strässenkleid gehört in diesem Herbst unfehlbar 4er Trotteursehuh, «o wie ihn Jelmoli, Zürich, teeigt, mit seinen niedern und mittelhohen Absätzen. Hoch im Schnitt, in Richelieu, Tessie und Monk-Schuh mit seitlicher Schnalle, passt er am hesten zu den neuen modischen Wollgeweben. Auch die herfallende Haferl-Lasche in vielen Fantasie-Variatione,n sehen wir wiederkehren, um den spoTtlichen Einschlag dieser Tiotteur- Schuhe zu verstärken. Leder-Material: Briar-proof, Boxcalf, genarbte Leder, Seehund, und Eidechsleder. Farben: Braun, Beige, Grau, noch viel Blau und Schwarz. Der Nachmittagsschuh richtet sich nach den feinern Geweben der modischen Wollstoffe. Schnürschuhe, Tessies, Decolletes mit aufsteigender Lasche, Spangenschuhe mit breiten Spangen in feiner Ausführung mit mittelhohen L. XV-Absätzen herrschen hier vor. Reich ist die Farbenskala dieBor Schuhe, Braun in allen Schattierungen, Grau, Hellmarine his Dunkehnarine und sehr viel Schwarz. Fein sind die Ledersorten dieser Schuhe, die feinen Chamoisleder herrschen immer noch vor, aber auch Ghevreau steht wieder auf der aufsteigenden Linie. Zur Abendtoilette ist der Gold- und Silberschuh an erste Stelle gerückt, daneben findet man den schwarzen Satin- und Crepe-Schuh, sehr oft mit Gold- und Silberapplikatioaen. Die Absätze variieren — und das ist neu — vom flachen bis zum 9 cm L. XV-Absatz. XoteWace! Darunter verstellt der Teppichfachmann die vornehmen roten Nomaden-Teppiche, wit: Afghans, Bocharas, Beshirs, Tamouths etc. Es wird immer schwieriger, schöne Ware dieser Provenienzen zu finden. Dank meinen vorzüglichen Beziehungen hatte ich auch diesmal beim Einkauf die erste Wahl Meine Afghans und Bocharas sind die Auslese aus mehreren tausend Stücken. Miniqe Preise: A/ghan 180 x 243 cm Fr. 275.- Afghan 202 x 280 cm Fr. 375.- Afghan 211 x 307 cm Fr. 4:50.- Afghan 247 x 353 cm Fr. 590." etc. etc. Sie können billigere Ware finden, jedoch schönere nicht! 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