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E_1935_Zeitung_Nr.083

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Kameradschaft, die man

Kameradschaft, die man anderswo vergeblich sucht Aber die Hauptsache ist doch : es gibt Leben, das jeden Tag neu geschaffen und geformt wird. Auf der Landstrasse, die vom Süden Deutschlands nach dem Norden führt, begleiten wir einen andern aus der grossen Armee derjenigen, die von aussen, im Vorübergehen, in die erleuchteten Fensterscheiben aufgeräumter Wohnungen sehen. Abenteuer eines Wanderers erzählt Manfred Hausmann in dem Roman «Salut gen Himmel». Wir fangen an zu lesen: «Meinethalben könnte ich die ganze Nacht so stehen bleiben, so über die Brückenmauer gelehnt, über die Sandsteine, die noch warm sind von all der Sonne dieses Nachmittags. Ich habe vorhin einen Teller mit Pellkartoffeln und gebratenem Speck zu essen gekriegt, in meiner Rocktasche bewahre ich eine angebrochene Zigarette auf, wo ich heute schlafen werde, weiss ich auch schon, die Transportarbeiter haben nämlich vergessen, einen Möbelwagen zuzuschliessen : Ein guter Abend alles in allem, eine freundliche Nacht. Du verstehst mich doch ?» O ia, wir verstehen ihn. Wir stehen ja schon neben ihm auf dieser Brücke in Heidelberg, denken seine Gedanken mit und leben seine Abenteuer, die so phantastisch und wirklich zugleich sind, dass nur das Leben selbst sie erfunden haben kann. Hausmann schildert nicht, sondern zeigt immer in haarscharf gesehenen Ausschnitten. Und er ist ein Landstreicher mit einer klaren Konsequenz der Anschauung. Wie er da einmal Abrechnung hält mit einem Hauspascha, der ihn hinauswirft und dabei die zwei Möglichkeiten des Lebens entwickelt, das darf man sich nicht entgehen lassen. «Die einen», sagt er. « die einen treiben sich erst einmal in der Welt umher mit Abenteuer und Liebe und Faulheit und Glück und Bettelei und allem Möglichen, sie verprassen ihr Leben, so lange sie noch jung sind und es noch verprassen können. Der Satan soll die Arbeit holen ! Mit sechzig, siebzig Jahren, wenn man zu nichts anderem mehr taugt, kann man es ja schliesslich auch einmal mit der Arbeit versuchen. Eher nicht. Das sind die einen. Und die andern setzen sich mit sechs Jahren auf die Hosen und lernen und brummen und schuften, und mit 14 Jahren schuften sie immer noch, und mit fünfundzwanzig immer noch, und mit fünfunddreissig immer noch, und mit fünfundvierzig immer noch, und wenn sie fünfundfünfzig alt sind, sagen sie vielleicht: So, nun wollen wir einmal anfangen, unser Leben zu geniessen. Aber dann können sie's nicht mehr, erstens weil sie zu vertrocknet sind und zweitens weil ihr Leben schon vorbei ist Das Leben findet hauptsächlich in der Jugend statt. > So sagt er und geht fort. Das ist die Philosophie des Wanderers und Landstreichers, der aus überschüssiger Jugend hinausgegangen ist in die Welt und auf die Landstrasse. Heute, wo es Millionen Menschen gibt, die froh wären, wenn sie Arbeit finden könnten, wirkt sie etwas deplaziert. Aber ein Landstreicherroman ist schliesslich kein soziologisches Seminar. Schauen wir noch in einen Roman des Dichters, von dem Thomas Mann geschrieben hat, dass er « der grösste Lebende > sei, Knut Hamsuns. Es ist sein Roman «Landstreicher », der vor uns liegt. Hamsuns Gestalten sind nicht in den grossen Städten zu Haus, aus denen sonst die Landstreicher kommen, ein kleines, armseliges Dorf ist ihre Heimat und sie lösen sich auch nicht auf einmal los, sondern es ist ein allmählicher Prozess. Sie gehen fort und kommen wieder, sie gehen das zweite Mal und kehren noch etwas fremder zurück. Inzwischen leben wir nicht nur ihr Leben, sondern das Leben des ganzen Dorfes mit Und kaum in der Bucht geborgen, um Weihnachten herum, dem Fest, das alle Landstreicher fürchten, treibt es den einen wieder fort. Lassen wir ihn über seine Gedanken Rechenschaft geben: « Edevart wunderte sich selber darüber, dass der Wunsch, von der Bucht fortzukommen, in ihm aufgestanden war; was ging denn in ihm vor ? Sollte er bereits zu viel herumgestreunt sein und den Grund zu einem Landstreicher in sich gelegt haben ? Ihm war nun schon ein Ort ebenso gut und ebenso schlecht wie der andere, das Heimatgefühl verwischte sich nach und nach, seine Wurzeln in der Erde hatten Schaden gelitten. Was machte er sich noch aus den bekannten Stellen in der Umgebung, aus den Hängen, den Wegen, den Bergen draussen, dem Meer, der Bucht, was machte er sich sogar aus seinen Bekannten von seinen Jugendjahren her ? » In diesen wenigen Sätzen hat Knut Ham- Frage, deren Beantwortung eigentlich jeder pädagogischen Tätigkeit vorausgehen müsste: inwiesun, dieser tiefe Kenner und meisterliche weit ist überhaupt Erziehung eines Menschen durch Schilderer der menschlichen Seele und ihrer andere Menschen möglich? Er setzt sich mit der Konflikte das Wichtigste und Entscheidende pädagogischen Situation an sich auseinander. Die zur Psychologie des Landstreichers gesagt. Absteckung der Möglichkeit und Grenzen der Erziehung hat nicht nur theoretischen Wert. Sie er- Ja, ihre Wurzeln in der Erde haben Schaden gelitten und dieser Schaden lässt sich nie möglicht es auch, das Ziel der Erziehung festzulegen und die pädagogische Haltung des Erziehers, wieder gut machen. Das ist der Preis, den die notwendig ist, um dieses Ziel zu erreichen. Ein sie für das bezahlen, was sie ihre Freiheit wertvolles Hilfsmittel für Lehrer, Pfarrer, aber nennen. auch für Eltern. W., Das stumme Deutschland redet: Gespräche mit Deutschen. 220 Seiten. Verlag «Die Liga» Zürich 1935. Kart. Fr. 3.80. Absolute Objektivität im Bunde mit einer geradem meisterhaften Sprachbeherrschung zeichnen diese Gespräche mit Deutschen aus und heben sie hoch über alle die übliche Emigrantenliteratur hinaus. Schon bei ihrem erstmaligen Erscheinen im «Bund» bildeten sie das Tagesgespräch in der ganzen Schweiz; denn jeder fühlte: Diese Gespräche sind wahr bis ins letzte Wort und die kleinste Gebärde. Hier spricht nicht nur ein scharfer Beobachter, sondern auch ein überaus guter Psychologe, der jede Gebärde in ihrem tieferen Sinne zu erfassen, zu deuten versteht. Heute, wo diese Gespräche in einem Bande vereinigt vorliegen, haben sich schon eine ganze Reihe der. Voraussagen des geheimnisvollen W. erfüllt. Beim Durchlesen des Buches staunt man mit jeder neuen Seite mehr über die Art, in der es der Verfasser verstanden hat, in alle Schichten des Volkes vorzustossen und die einzelnen Gespräche — alle diese Blitzlichtaufnahmen aus dem dritten Reiche — zu einer klaren Gesamtdarstellung zu formen, die tiefe Einblicke in das Wirtschaftsleben, die Aussen- und Innenpolitik,

.— 1935 AUTOMOBIL-REVUE 11 Sp»«> ehest Die Entwicklung der «Grand-Prix»-Formel. Die Formel für die Austragung der sogenannten «Grossen Preise» hat seit ihrem Bestehen schon gewaltige Veränderungen durchgemacht und dürfte auch in den kommenden . Jahren noch in dieser oder jener Richtung modifiziert werden. Die heutigen Rennmaschinen sind zu schnell und zu gefährlich, wird von verschiedenen Seiten her behauptet, und einige Fahrer und Konstrukteure fordern entweder Einschränkung des Wagengewichtes oder des Zylinderinhaltes. Aber schon vor" mehr wie zwanzig Jahren hiess es dasselbe: die Rennwagen sind zu schnell! Und das Hubvolumen wurde- sukzessive auf 3, dann auf 2 und zuletzt auf 1,5 Liter heruntergesetzt. Die Automobilkonstruktion machte jedoch damals schon so gewaltige Fortschritte, dass die Verkleinerung der »Motoren auf die Spitzengeschwindigkeiten keinen grossen Einfluss auszuüben vermochten, im Gegenteil, die Rennmaschinen wurden trotz allem schneller; der Verlust an Hubvolumen wurde durch die Anwendung des Kompressors wieder mehr wie Wettgemacht. Der erste «Grand Prix» reicht ins Jahr 11906 zurück und wurde in Frankreich auf der Sarthe-Rundstrecke ausgetragen. Das Rennen, das unter der Organisation des Automobilclubs von Frankreich stand, ging über eine Distanz .von.'-1228 km und stellte an die Wagen die Bedingung, die 1000-kg-Grenze nicht zu überschreiten. Die Formel war somit sehr einfach und gestattete sogar den Einbau von 12- und 13-litrigen Motoren. Das Jahr 1907 brachte bereits eine Umwälzung. Das Gewicht des Fahrzeuges wurde freigegeben, dagegen durfte dessen Brennstoffverbrauch auf 100 km nicht mehr wie 30 Liter betragen, also eine Forderung, wie sie heute noch ähnlich für das 500-Meilen- Rennen von Indianapolis besteht. 1908 wurde "•dann ein Minimalgewicht von 1100 kg bei SEKTION ZÜRICH. Die Damenveranstaltung vom 10. Oktober war von gutem Wetter begünstigt. Nach schöner Fahrt dem rechten Ufer des Zürichsees entläng, fand man sich auf der schönen Aussichtswarte von Buch ob Herrliberg zu einem vergnügten Herbstzabig. Als letzte Sportveranstaltung dieses Jahres findet Samstag, den 26. Oktober eine Schnitzeljagd statt. Eine geschickt auserwählte Fuchsfährte wird für einen abwechslungsreichen Nachmittag sorgen, wobei man sich gegen Abend zu einem vergnügten Herbstschmaus finden wird. Die Teilnehmer an der diesjährigen Sektionsmeisterschaft seien ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass diese Schnitzeljagd als letzte Konkurrenz für die Meisterschaft zählt. Für die Ski- und Turnkurse, welche am 22. Oktober beginnen, liegen bereits über 100 Anmeldungen vor. Für den 3. November steht eine äusserst interessante Filmmatinee bevor, indem Herr Forstmästare Wesslen aus Stockholm seinen einzigartigen Grossfilm «Ardnas, der König der nordischen Wälder» vorführen wird. Es handelt sich hiebei um einen Jagd- und Waldfilm von grösster Spannung, der seinesgleichen sucht. Der Versand der Verkehrswandbilder des A.C.S. an alle Primär- und Sekundarschulhäuser des Kantons Zürich, im gesamten 3000 Bilder mit 1800 zugehörigen Leitfäden, ist nun beinahe beendigt. Diese Verkehrswandbilder haben bei der gesamten Lehrerschaft des Kantons eine vorzügliche Aufnahme gefunden und dürften ein Vieles mit dazu beitragen, den Verkehrsunfällen vorzubeugen. Die Einführung der Verkehrswandbilder erfolgte durch spezielle Referate an den Herbstversammlungen der Schulkapitel der einzelnen Bezirke, wobei es Herr Primarlehrer Pfpnnineer, Bülach, in zuvorkom-. mender Weise übernommen hatte, einen Lichtbildervortrag über «Schuljugend und die Gefahren der Strasse» zu halten« Autosektion Waldstätte Die Herren Kuffer und Rieehenbach in Ginfins Motorenkurs. Nachdem letztes Jahr der Motorenkurs ausgefallen ist, hat der Vorstand be- Sie erhielt einen vollständig von ihnen revidierten haben ihre «Pou» schon fast ganz fertiggestellt. schlossen, denselben diesen Herbst wieder zur Douglas-Motor, der «Feuer speit» und herrlich Durchführung zu bringen. Der Kurs soll wie früher in Garagen und Werkstätten an Hand von nügend viel leistet und dass man ihn bald ata dreht und dröhnt. Wir hoffen gerne, dass er ge- Bestandteilen, Modellen und Chassis durchgeführt Waadtländer Himmel hören wird. werden. Es werden die wichtigsten Teile und ihre Funktionen eines Automobils gezeigt und die häufigsten Störungen besprochen werden. Im weiteren ahmer von Mignet im Kanton Waadt gesehen wor- Man schreibt uns, dass Anhänger und Nach- werden die Teilnehmer auch in die technischen den sind, die unbekümmert zur Prüfung ihrer Neuheiten der Modelle 1935 eingeführt. Es wird uns auch dieses Jahr wieder ein zum Teil aufgeschnittenes und auf elektrischem Wege in Bewegung gebrachtes Chassis zur Verfügung stehen. Preisverteilung vom Ballonwettfliegen der T.C.S.- Kinder. Im Anschluss an das Aelplerfest und das Kinderballon-Wettfliegen in Michaelskreuz fand am Samstagnachmittag, den 12. Oktober im Hotel «Heremitage» bei Ludern die Preisverteilung statt. Der Vorstand hat einen reichen Gabentempel mit begehrten Kindergeschenken gestiftet, der vom Brennstoffverbrauch, oder dann Verbot des Kompressors, wobei natürlich auch Kombi- verschiedenster Art möglich sind. einer maximalen Zylinderbohrung von 155nationen mm für den Vierzylindermotor verlangt. Dass der Kompressor im Rennwagenbau verschwindet, ist nicht anzunehmen, denn heute Wenn auch eine wichtige Dimension des Motors nicht überschritten werden durfte,.so feiert er ja bereits seinen Einzug beim Tourenwagen. Vielmehr wird eine Festlegung des blieb dem Konstrukteur bei dieser Formel immerhin noch genügend Freiheit im Bau Hubvolumens zu erwarten sein, über die ja seiner Maschine. heute schon ausgiebig und eingehend gesprochen wird. Eine reine Gewichtsreduzie- Die damaligen Maschinen waren relativ sphojft. äusserst leistungsfähig und erreichten rung wäre vom-Standpunkt des Konstrukteur fitechscMnfe"vcin"ül)ef 100 ¥m/St., ein Tempo* das die Reifen seinerzeit noch nicht ver- die Erzielung des Optimums zahlreiche und aus "bedeutend ungünstiger und verlangte für" tnigen. So musste der Sieger des dritten kostspielige Versuche, während die 1,5-Literoder irgendeine andere Hubvolumenformel Grossen Preises von Frankreich, Lautenschlager auf Mercedes, nicht weniger wie dem Erbauer eines Rennwagens doch eine zehnmal die Reifen wechseln. feste Handhabe bieten würde, nach der er - Nach 1908 trat eine dreijährige Pause ein, sich richten könnte. in der die bestehende Formel reichlich und Vielerorts versucht man, den hohen Spitzengeschwindigkeiten, die die grundlich kritisiert und verurteilt wurde; modernen doch niemand konnte mit einem besseren Vorschlag aufrücken, so dass 1912 der Grosse iPreis,von Frankreich (bisher immer noch der einzige im internationalen Sportkalender) frei ausgetragen wurde, d. h. es existierten überhaupt keine Vorschriften. Die Beteiligung war aber äusserst gering, und ein Jahr später (wurde wieder die Betriebsstoffwertung eingeführt: 20 Liter Brennstoff auf 100 km bei einem Wagengewicht zwischen 800 und ;llpq kg. JDie erste Hubvolumenformel entstand erst irrt Jahre 1914: 4,5 Liter bei 1100 kg Maximalgewicht lauteten die Bedingungen. Das Rönnen fand wenige Wochen vor dem Kriegsäusbruch statt, und zwar schon nach der Ermordung des österreichischen Thronfolgers in!; Sarajewo. Mercedes- siegte damals mit einem überwältigenden Erfolg, indem diese Marke die drei ersten.Plätze zu belegen vermochte. Der Krieg setzte in der Folge den automobilsportlichen Veranstaltungen ein jähes Ende, und erst im Jahre 1921 feierte der Grosse Preis von Frankreich seine Wiederauferstehung. Die Formel lautete nun auf 3 Liter Hubvolumen, doch die Fahrgestelle aus jener Zeit waren den damals schon hochentwickelten Motoren nicht recht gewachsen, und so :wurde für 1922 bis 1924 der Zyliriderinhalt auf 2 Liter heruntergesetzt, bei einem minimalen Wagengewicht von 800 kg. 'Zu dieser Zeit wurde die Alleinherrschaft des Grossen Preises von Frankreich gebrochen, denn nun hatten auch der italienische Und englische Automobil-Club den Entschluss gefasst, Grosse- Preise zu organisieren. Bald wurde jedem dieser Länder die Veranstaltung eines Grand Prix zugebilligt, doch mit der Bedingung, dass diese' jeweils nach derselben Formel wie derjenige von Frankreich ausgefahren werden. Auch der Zweilitertyp .erwies sich bald als zu schnell und zu gefährlich, denn zu jener Zeit fand der Kompressor durch Mercedes- Benz erstmals Verwendung und gestattete Leistungssteigerungen von zirka 40 %. Die Rennmaschinen kamen dadurch auf Spitzengeschwindigkeiten von zirka 220 km/St. Unglücksfälle auf Unglücksfälle folgten. Graf Masetti, Bordino, Ascari und noch viele andere tapfere Sportsmänner mussten ihr Leben lassen. Man fühlte sich veranlasst, den Zylinderinhalt abermals zu verringern und ging auf 1,5 Liter hinunter, aber auch die nach dieser Grundlage gebauten Maschinen erreichten immer noch Geschwindigkeiten von 200 km/St. Das Interesse für die « Grossen Preise» sank gewaltig, da diejenigen Firmen, die sonst nur grossvolumige Motoren bauten, sich nicht mit dem Studium von 1,5- Liter-Maschinen beschäftigen wollten. So brachte das Jahr 1928 eine weitere Aenderung, indem eine freie Formel festgesetzt wurde bei einem Wagengewicht zwischen 550 und 750 kg. Das Interesse blieb abermals gering, und so ging man für 1929 auf ein maximales Wagengewicht von 900 kg herauf, bei einem Verbrauch von 14 kg • Brennstoff (Oel und Benzin) pro 100 km. Später wurde dann dem Konstrukteur in jeder Beziehung absolut freie Hand gelassen. hubigen und leichten kleinhubigen Maschinen, bis dann am 14. Oktober 1932 die heute noch bestehende Formel ins Leben gerufen wurde. Sie kam 1934 erstmals zur Anwendung und forderte bekanntlich ein Höchstgewicht von 750 kg (ohne Wasser, Reifen und Oel), bei einer Renndistanz von mindestens 500 km. Diese Vorschriften für die Austragung von « Grossen Preisen» waren ursprünglich für die Jahre 1934/35/36 vorgesehen, sind aber nun noch bis Ende 1937 ausgedehnt worden, trotzdem sie immer und immer wieder heftigen Angriffen unterworfen sind. Was die Jahre nach 1937 bringen werden, ist schwer vorauszusehen. Immerhin ist anzunehmen, dass die Leistungssteigerung der «Grand-Prix»-Wagen in den kommenden zwei Jahren noch so enorm sein wird, dass doch irgendwie den hohen Geschwindigkeiten entgegengesteuert werden muss. Und da bestehen vier Möglichkeiten: Einschränkung des Zylinderinhaltes, Heruntersetzung des maximalen Wagengewichtes, Vorschrift über Konkurrenten, denen man die erwartungsvolle Spannung aus den grossen, strahlenden Augen lesen konnte. Der Siegerbällon hat die ganz respektable Distanz von 520 km Luftlinie zurückgelegt, und. alle übrigen sind s'einem Kurse gefolgt und in der Reihenfolge der nachstehenden auszugsweisen Rangliste, die nach Distanz geordnet ist, aufgefunden worden. 1. Dubach Walter, Bernstr. 18, Luzern (Milevsko, CS, 520 km). 2. Frey Herta, Sternhalde 14, Luzern (Igen, D., 310 km). 3. Steinauer Hs., Haldenstr. 55, Luzern (Grafenschau, D., 271 km). 4. Huser Ernst, Hergiswil am See (Grafrath, D., 238 km). 5. Reinhardt Erwin, Perlen (Wasach, D., 237 km), 6. Rieder Hugo, Obergrundstr. 26, Luzern (Kaufbeuren, D., 191 km). 7. Hirt Robi, Maihof 69, Luzern {Ruderatshofen, D., 186 km). 8. Ney A., Sempacherstr. 14, Luzern (Seeg bei Füssen, D., 178 km). 9. Lauber Hilda, Kauffmannweg 14, Luzern (BTichenberg, D., 168 km). 10. Stadiin Alfons, Pilatusstr. 53, Luzern (Wiggensbach. D.. 152 km). Während das Programm noch der vollen Ausarbeitung harrt, sind vorderhand die Eintrittsgebühren «Grand-Prix-Wagen» erreichen, mit sog. Schikanen entgegenzutreten; diese Einrichtungen sind aber, auch wenn sie nur aus 2.50 pro Person) und die Tombolapreise a 30 Rp. (inkl. Tanz, Saalzeichen und Billettsteuer mit Fr. Strohballen bestehen, gar nicht so ungefährlich. Sie fordern meist eine schroffe Vermin- im gewohnten Publikationsorgan eine Voranzeige. per Los, festgesetzt worden. Ausser dem Hauptinserat am Abhaltungstage erfolgt acht Tage zuvor derung des Tempos, wobei es leicht zu Blokkierungen der Bremsen kommen kann; man Mitglieder-Anerkennungen für Gründungsmitglie- Im Anschluss an die Jubiläumsfeier sind auch braucht da nur an den Grossen Preis von der wie auch allgemeine Mitgliederprämiierungen für bestbesuchte Vereinsanlässe vorgesehen. Ueber Italien auf der Monza-Bahn zurückzudenken» den am 22. September a. c. veranstalteten Vereins- Die Leistungsfähigkeit der heutigen Renn- Flugtag in Dübendorf, ist von Jakob Saxer Bericht erstattet worden; Genanntem, wie auch speziell un- maschinen auf diese Art und Weise bändigen zu wollen, ist nicht die richtige Lösung. Wenn schon ein Angriff gegen die hohe Geschwindigkeit durchgeführt werden soll, dann muss man sie dort anpacken, wo sie entsteht: am Rennwagen selbst Ä. C. S. T. C. S. CHAUFFEUR-VEREIN ZÜRICH Protokoll-Auszug der Oktober- Versammlung. Unter Mutationen war eine Aktiv-Aufnahme zu verzeichnen. Die am 16. Juli a. c. pro 1. Semester 1935 durchgeführte Kassarevision . ergab, der heutigen Zeit entsprechend; einen befriedigenden Abschluss, D4 der bisherige Revisor Trottmarin Jos. infolge dienstlicher Inanspruchnahme sich der Vereinstätigkeit unmöglich stärker widmen kann, ist für diesen eine Ersatzwahl in der Person von alt Vorstandsmitglied Säxer Jak. getroffen worden. Wie alljährlich, ist auch neuerdings der Vereinstext im Adressbuch der Stadt Zürich pro 1936 genehmigt worden. Zur bevorstehenden Jubiläumsfeier ist seitens der Mitglieder intensive Agitation erwünscht. Diesem Uebel wollen sie abhelfen, indem sie eine 8-Meter-Tragfläche bauen. Jedermann wird die weiteren Erfahrungen mit Interesse verfolgen. «Poux» die Landstrasse benützten, zum grossen Verdruss der «rechtmässigen» Strassenbenützer. Wir laden diese Begeisterten, die wir allerdings nicht kennen, freundlich ein, für ihre Flugversuche denn doch lieber eine Wiese zu wählen. Ihr unvorsichtigen, ungestümen Streber, begreift Ihr nicht, dass Ihr einen Unfall riskiert und dass Ihr auch unserer Sache schadet? Genau wie seine Club-Genossen, musste auch Herr M. Chevalier auswandern, wollte eV seine So entstanden Rennmaschinen von 7 undRennwagen über die Pullmanlimousine bis zum Pou probieren. Der Vogel ist nun also in Viry noch mehr Liter Inhalt. Es kam zu einem erbitterten Kampf zwischen schweren gross- Pferdefuhrwerk alles enthielt, was der Kinder Herz (Hoch-Savoyen) stationiert und mit einem Poinsard von 25 PS versehen. Er flog, trotzdem er irfreuen kann. Im Rahmen einer gemütlichen T.CS.-FamilienzusammenkUnft, die vom Präsident nicht ganz zentrisch gebaut ist. Herr Chevalier herzlich begrüsst wurde, besorgte dann Onkel JakoTj korrigiert nun noch seine Landungs-Vorrichtung, Bieri mit ausgesuchter Freundlichkeit die Verteilung die ihn nicht vollständig befriedigt. Auch wird der wertvollen Preise an die begeisterten kleinen er seine ganze vorsichtige und kluge Verbesserun^s-Taktik weiterführen. Verkehrssperrung. Wegen Umbau des Belages in der gedeckten Zaunbrücke (unterhalb Burglauenen) im Zuge der Zweilütschinen-Grindelwald- Strasse muss -diese Brücke ab Dienstag, den 22. Oktober, morgens, bis und mit Freitag, den 25. Oktober für jeden Verkehr gesperrt werden. Fussgänger und leichte Fuhrwerke können den alten Weg von Stegmatt bis Stalden benützen. Der Oberingenieur des I. Kreises. Passwangstrasse. Letzte Woche tagte in Basel die nationalrätliche Kommission, um zu der Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung vom 13. September wegen der Kostenüberschreitung beim Bau der Passwangstrasse Stellung zu nehmen. Bekanntlich ist beim Bau dieses Juraüberganges der Voranschlag um 69% überschritten worden, weshalb die Solothurner Regierung beim Bundesrat ein Nachsubventionsgesuch unterbreitet hatte. Der Bundesrat beantragt, an die Kostenüberschreitung sich mit gleichen Beträgen wie an der Subventionierung, d. h. mit 40% zu beteiligen, was eine weitere Zuweisung von Bundesmitteln in der Höhe von Fr. 377 600.— nötig machen wird. Um der ständerätlichen Kommission nicht vorzugreifen, hat diejenige des Nationalrates in ihrer Basler Sitzung noch keine Beschlüsse gefasst, sondern lediglich die fachtechnischen Gutachten der Vertreter des Oberbauinspektorates an Hand von Plänen und Photographien über die besondern schwierigen Baustellen entgegengenommen. Im Anschluss an die Basler Tagung hat eine Begehung der Baustrecke zusammen mit Vertretern der splothurnischen Regierung stattgefunden, um sich an Ort und Stelle ein klares Bild über die Bauverhältnisse und -Schwierigkeiten machen zu können. Das Tankstellenwesen des deutschen Kraftverkehrs, von Dr.-Ing. Ernst Nielsen, Verlag Konrad Triltsch, Würzburg. 98 Seiten. RM. 3.60. Im Laufe der letzten 10 Jahre sind die Strassen mit einem Netz von Tankstellen besetzt worden, das ganz Deutschland umfasst. Dem schnellen Ausbau dieses Netzes verdankt der Kraftverkehr zu einem nicht unerheblichen Teil seine Entwicklung, der gerade in den kommenden Jahren alle Kräfte, auch das Tankstellenwesen, gewidmet werden müssen. Diesem Zweck will das Buch dienen, das Verständnis für das Tankstellenwesen erwecken, indem es seine Entwicklung, die auf sie einwirkenden Kräfte zeigt und ein Wegweiser zur Verbesserung dieses Netzes zum Nutzen des deutschen Kraftfahrwesens sein soll. Aus dem Inhalt: Die serem Piloten und Kollegen Zweifel, sei' für dieEntwicklung des Tankstellenwesens. Der Aufbau gute und voll befriedigende Veranstaltung der des Tankstellenwesens. Der Umsatz der Tankstellen. Die Konstruktion der Strassentankanlage. herzlichste Dank ausgesprochen. Infolge Abwesenheit (Militärdienst) des Protokollführers seien die Die Lage der Tankstelle zum Verkehr. Technische wichtigsten Bekanntmachungen der September- Grundlagen für Tankstellen. Flughafentankanlagen. See- und Flusshafentankanlagen. Einführung von anderen Treibstoffen. Versammlung nachgetragen. Zur Belebung der in letzter Zeit abgeflauten Mitgliederwerbung wurde, unter einstimmiger Genehmigung der Versammlung, die übliche Werbeprämie von Fr. 1.— auf Fr. 2.— erhöht. NB. Gezeichnete Naturalgaben müssen dem Vizepräsident oder dem 1. "Kassier jeweils am Stammtisch, oder durch sofortige schriftliche oder mündliche Mitteilung bekanntgegeben werden. H. G. Rottschaft der Aero-Amateure der Schweiz Einige Poux irt der Schweiz. Herr Donat Guignard in Ste. Croix ist der Erbauer der ersten Schweizer «Pou», die in Frankreich unter No. 71 anerkannt ist. Dieser tadellos gebaute Apparat hat schon zahlreiche Flüge hinter sich, ausgeführt von Herrn Savary, Militärflieger. Der Erbauer führt momentan eine Verbesserung seiner Landungs-Vorrichtung aus und korrigiert noch andere kleine Punkte. Die Gebrüder Albert und Maurice Perrin in Genf haben schon seit langer Zeit ihre «Pou» fertig gestellt, und in den letzten Monaten Probefahrten ausgeführt. Da die nötigen Bewilligungen aber noch nicht vorliegen, mussten die Erbauer mit ihrem «Vogel» über die Grenze, so dass die Proben in Gex stattfanden. Ein 20-PS-«Aubier-Dunne» zieht den Apparat, bat aber einige Mühe^ das Gestell von der «Bodendtändigkeit» zu befreien. Der Grund dafür dürfte eine fehlerhafte Regelung der Zelle sein. Bei einer etwas stürmischen Landung wurde ein Flügel beschädigt. Die Herren Perrin sagen sich, dass es der Pou an «Gefieder» gebricht. Amtliche Mitteilungen Bficfaeptlscli Briefkasten der Redaktion Auch ein Kompliment für den technischen Sprechsaal! Eine Garage aus der Ostschweiz schreibt uns: «Ihr Blatt kommt so lange für uns nicht als Insertionsorgan in Frage, als Sie Ihren Sprechsaal beibehalten, in welchem Ihre technischer Mitarbeiter jedem Abonnenten mit allen^ möglichen Ratschlägen an die Hand geht!» Unser* Sprechsaal ist gewiss keine Konkurrenz für seriöse Garageunternehmen, denn wir warnen unsere Fragesteller aus Ueberzeugung immer davor, Reparaturen selbst ausführen zu wollen, die nur der Fachmann zur allgemeinen Zufriedenheit an die Hand nehmen kann. Dagegen scheint es uns, v dass wir dem Gäragisten die Arbeit nur - erleichtern, wenn 'wir den Automobilisten auf die Re-, naüen Ursachen irgendeiner von ihm beobachteten Störung aufmerksam machen. Das Verhältnis zwischen Automobilist und Autogewerbler eoll auf ! Vertrauen begründet sein, wenn aber eine Bude nur dann auf ihre Rechnung, zu kommen glaubt, wenn sie im Dunkeln fischen kann, dann gehört % sie auch nicht in unseren Anzeigenteil, weil wir auch dort unsere Leser nur auf wirklich vertrau- ( ensvolle und leistungsfähige Fachgeschäfte aufmerksam machen möchten. Glücklicherweise handelt es sich hier um eine seltene Ausnahme! Die Redaktion. i Itokifiairaoteäl Von einem Interview mit Henry Ford. Am, 20. September dieses Jahres erklärte Henry Ford einem Redaktor des « Detroit Times.», dass seine Produktion seit dem 1. Januar Sich auf 966,104 V-8 Personen- und Lastwagen belief.'" Bei Erscheinen dieser Zeilen dürfte die Million weit überschritten sein. n