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E_1935_Zeitung_Nr.087

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LUFTFAH Moderner Komfort

LUFTFAH Moderner Komfort für den Fluggast Als vor nun mehr als 15 Jahren die ersten Versuche unternommen wurden, das Flugzeug dem Verkehr dienstbar zu machen und so den Reisenden ein Verkehrsmittel zur Verfügung zu stellen, das sie schnell und sicher an jedes gewünschte Reiseziel bringt, begnügte man sich zunächst da und dort damit, alte ausgediente Militärflugzeuge 2U verwenden, die zwar fliegerisch für damalige Verhältnisse noch durchaus brauchbar waren, dem Fluggast aber nicht im entferntesten den Komfort bieten konnten, der nun einmal auf allen Reisen schlechthin verlangt wird. Man überdeckte meist den Passagiersitz (mehrere Passagiersitze standen bei diesen Maschinen meist nicht zur Verfügung) mit einem haubenartigen Gebilde aus Cellon und damit war das Kabinenflugzeug geschaffen. Annehmlichkeiten bot es dem Flugreisenden allerdings keine, im Gegenteil, der Raum war ausserordentlich eng, eine geeignete Ventilation fehlte, zu öffnende Fenster waren meist nicht oder nur in höchst primitivem Zustand vorhanden und das Ein- und Aussteigen erforderte mitunter ebenfalls wahre Kletterkunst- 8tücke. Sehen wir uns dagegen heute die Fluggastkabinen moderner Verkehrsflugzeuge an, so kann man sehr bald die Wahrnehmung machen, dass sie in keiner Weise des Komforts entbehren, der nun einmal nötig ist, eine Reise zu einer Annehmlichkeit zu gestalten. Man hat sehr bald eingesehen, dass primitive Kabinenaufbauten völlig ungeeignet und unzulänglich sind. Man ist deshalb nach und nach dazu übergegangen, die Kabine zu einem organischen Bestandteil des Flugzeugrumpfes zu machen. Nun darf man nicht glauben, dass diese »Lösung zunächst auch nicht Schwierigkeiten technischer Natur bildete. Im Rumpf selbst treten alle möglichen Kräfteeinwirkungen auf, die bei der Ausbildung der Kabinenräume überbrückt werden mussten. Hinzu kommt, dass der Mensch raummässig aiemlich anspruchsvoll ist, dass beispielsweise das gleiche zu befördernde Gewicht an lebenden Personen einen viel grösseren Raum beansprucht als etwa das gleiche Gewicht an Frachtstücken. Sieht man sich die Kabinenausstattung eines modernen Verkehrsflugzeugs genauer an, so wird man finden, dass es eine ganze Menge von Dingen sind, die zu dieser Ausrüstung und Ausstattung gehören. Man weiss ja auch, dass im Flugzeugbau mit dem Gewicht nicht verschwenderisch umgegangen werden darf, dass jedes Totgewicht die Nutzlast beeinträchtigt. Diese wiederum muss aber aus wirtschaftlichen Gründen ziemlich hoch gehalten werden. Es kam also bei der Ausbildung der ganzen Kabinenausstattung in hohem Masse darauf an, alle Einbauteile so leicht wie nur denkbar möglich zu gestalten. Die Sitze müssen ausserordentlich bequem sein, müssen' verstellt wer- Der bekannte amerikanische Rennflieger Rosooe Turner, der schon zahlreiche Höchstleistungen aufgestellt hat, beabsichtigt mit seinem Renneindecker, der rund 500 km/St, erreicht, erneut dem transkontinentalen Rekord Los Angeles-New York zu Leibe zu rücken. den können, um sich den verschiedenen Grossen der Passagiere anpassen zu können; bei langen Flugreisen besteht durchaus das Bedürfnis, auch zwischendurch einmal ein kleines «Nickerchen» machen zu können, deshalb sind vielfach die Sitze derart verstellbar, dass sie auch zu Liegegelegenheiten verwendet werden können. Auch das »Schlaf-Flugzeug» ist bereits Wirklichkeit geworden, und diese Flugzeuge entsprechen allen Bedürfnissen seihst verwöhntester Reisender. Eine Flugreise ist immer ein Erlebnis. Selbst derjenige, für den das Flugzeug bereits das selbstverständliche Verkehrsmittel geworden ist, wird auf jeder Reise wieder neue Eindrücke sammeln können, Eindrücke, die überhaupt nur das Flugzeug zu geben vermag, denn erst hier oben kann man die Schönheiten der Natur vollends in sich aufnehmen. Es mussten also grosse Fenster angebracht werden, um eine unbehinderte Sicht zu gewährleisten. Ein- und Ausstieg musste denkbar bequem gestaltet werden, « Kletterpartien» mussten vermieden werden. Menschlichen Bedürfnissen musste ebenfalls Rechnung getragen werden und so gehört es heute zu der standardmässigen Einrichtung eines Verkehrsflugzeuges, dass es mit Toilette und Waschraum ausgestattet ist. Elektrische Innenbeleuchtung ist natürlich auch selbstverständlich. Grosse Schwierigkeiten machte anfänglich die Anbringung einer guten und wirkungsvollen Vehr tilation. Ein Flugzeug, das für seine Motoren ziemliche Mengen an Brennstoff und Oel mitführen muss, die während des Fluges « verarbeitet» AUTOMOBTL-REVUE 1935 - N° 87 werden, neigt begreiflicherweise dazu, dass sich besonders in den Kabinenräumen die Benzin- und Oeldämpfe festsetzen, was von den Fluggästen zumeist höchst unangenehm empfunden wurde, und das ist auch der Hauptgrund dafür, weshalb früher auf solchen Flügen vielfach die in jeder Kabine befindlichen «Tüten» lebhaftem Gebrauch unterlagen. Aber auch das ist inzwischen längst anders geworden. Die- modernen Kabinenventilationen sind heute so vollkommen, dass die Kabinen ständig über ausreichende Frischluft verfügen, ohne dass die Fluggäste etwa durch Zugluft belästigt werden. Ja, man kann sagen, dass hier das Problem einwandfreier und zugfreier Belüftung und Entlüftung weit besser gelöst ist als in Automobil-Limousinen und Bahnen. Dasselbe gilt auch für die Heizung. Durch Anbringung von Gepäcknetzen, Kleiderhaken usw. werden die Passagiere nicht in ihrem Raum beeinträchtigt. Die Sitze sind bequem und ein breiter Mittelgang bietet ohne weiteres Gelegenheit zu freier Bewegung. Das neuzeitliche Verkehrsflugzeug liegt heute selbst bei weniger günstigen Witterungsverhält- .nissen ruhig in der Luft, so dass man auf einem Flug durchaus mit aller Ruhe lesen und schreiben kann, was beispielsweise im teuersten Automobil nicht der Fall ist. Auf langen Flugreisen bekommt man auch Appetit; man ist heute nicht mehr genötigt, sich vor Antritt einer Flugreise mit Proviantpaketen zu versorgen. Eine ganze Anzahl moderner Verkehrsflugzeuge führt eine elektrische Küche oder zum mindesten eine «Bar» an Bord mit. Gewiss ist diese Küche nicht für opulente Mahlzeiten eingerichtet, sie wird aber in allen Fäl" len den Fluggast zufriedenstellen können. Eine Stewardess oder ein nicht minder liebenswürdiger Kellner sorgen unentwegt für die Gäste. Und vielfach haben die Verkehrsflugzeuge auch ein Raucherabteil, so dass man sich nicht auf die kalte Menthol-Pseudo-Zigarette zu beschränken braucht. In den Douglas-Flugzeugen der Swissalr ist das Rauchen grundsätzlich gestattet Nicht minder ist der Komfort für die Fluggäste auf den Abgangs- und Ankunftsflughäfen. Moderne Warteräume mit allem erdenklichen « Kundendienst» stehen zur Verfügung, um das I Gepäck braucht man sich überhaupt nicht zu kümmern, dafür sind besondere Boys vorhanden; flinke und bequeme Schnellomnibusse bringen den Fluggast zum Flughafen bzw. in die Stadt, und all diese nicht unwesentlichen Kleinigkeiten sind im Flugpreis inbegriffen, k«ine Extraausgaben sind -da zu leisten, Faktoren, die manchmal bei Beurteilung der Flugpreise übersehen werden, die, setzt man alle Bequemlichkeitsfaktoren, die der Flugverkehr bietet, in Rechnung, gar nicht so «teuer» sind, wie mitunter angenommen wird, sondern sich letzten Endes sogar billiger als bei jedem andern Verkehrsmittel Btellen, bei dem schliesslich die gleiche Reise ein Vielfaches an Zeit der Flugreise erfordert. Die individuelle Behandlung, die dazu jedem Fluggast zuteil wird, dürfte fraglos von den Luftreisenden ebenfalls nur als grosse Annehmlichkeit empfunden werden. vfp. Ftu^not Der AVA-Klelnflugzeugmotor. Ein bekannter französischer 2-Takt-Spezialist, Marcel Violet, hat einen beachtenswerten Kleinflugzeugmotor konstruiert. Der Motor ist ein luftgekühlter Gegenvierling von 1000 ccm Zylinderinhalt und leistet bei 2400 Touren 30 PS. Das Gewicht von 34 kg ergibt Motor eine Höchstleistung bedeutet. Der Flugplatz Bern im September. Die nicht immer günstigen Wetterlagen haben im September unserem Luftverkehr keinen Abbruch tun können. Von 369 Kursen, die der Flugplan vorsah, konnte nur ein einziger wegen starker Einnebelunu nicht geflogen werden. Im weitern kann die erfreuliche Feststellung gemacht werden, dass die Freouenz gegenüber dem Monat August wiederum angestiegen ist. Es wurden nämlich 962 Passasriere befördert (August 857), 163 Personen mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Verkehrsflugzeuge beförderten zudem 6950 Kilogramm Post (August 5500 Kilogramm), 1842 Kilogramm Fracht (August 1760 Kilogramm) und 6454 Kilogramm Gepäck (August 8150 Kilogramm). Die Zunahme des Passaigierverkehrs bei gleichzeitigem Rückgang des transportierten Gepäcks lässt darauf schliessen, dass die Passagiere vorwiegend kürzere Strecken abgeflogen sind, der internationale Flugreiseverkehr also etwas nachgelassen hat. Tatsächlich ist bei den meisten Passagieren Zürich, Basel, Lausanne und Genf Reiseziel gewesen. Die Alpar hat im September 97 Rundflüse mit 343 Passagieren und 37 Oberland- und Alpenflüge mit 131 Passagieren unternommen. Ausserordentlich lebhaft war der Rundflugbetrieb anlässlic 1 " der Schweizerischen Sportflieger-Meisterschaftt ~ vom 28. und 29. September, wobei das neue, zweimotorige Koolhoven-Schnellflugzeug beim Publikum eine gute Aufnahme fand, ganz besonders wegen der völlig ungehinderten Aussicht, die man aus der achtplätzigen Kabine geniesst Die Berner Sportflieger unternahmen im September 822 Flüge, gegen 677 im August, während die Segelflieger in 188 Flügen 30 Stunden Flugdauer erzielten. ap. in Warnungssignal! Die Gefahr ist rechtzeitig erkannt und der Schaden vermieden. Aber Gefahren, die unzureichendes Oel dem Motor bringt, werden nicht signalisiert. Man bemerkt sie erst, wenn es viel zu spät ist. Gefahren, die teuren Motorteilen drohen, können Sie nur verhüten, wenn Sie die drei Grundforderungen für ausreichenden Schutz erfüllen: 1. Nur Marken-Oel von Weltruf benutzenl 2. Regelmäßig (laut Fabrikvorschrift) das Oel wechseln! 3. Für jede Jahreszeil die richtige Sorte verwenden ! Welches Oel? Nun, Hunderttausende in aller Well vertrauen ESSOLUBE, weir dieses Oel absoluten Schulz gewährt. Auch Ihr Motor hat Anspruch auf diesen absoluten Schutz, Jetzt richtig sparen! Jetzt muß man mit recht unbeständigem Wetter und mit großenTemperatux» Schwankungen rechnen. Der Motor braucht ein anderes, der Jahreszeit enl» sprechendes Oel, um richtig geschützt zu sein. 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87 - 1935 AUTOMOBIL-REVUE Stvassera nochtannbergstrasse in Vorarlberg. Das Teilstück der neuen Hochtannbergstrasse im Bregenzerwald von Hopfreben nach Schröcken ist am 6. Oktober eröffnet worden. Diese Strasse hat 5,50 m nutzbare Breite, ihre höchste Steigung beträgt 10 %. Die im August 1934 begonnene Tannberg- (bisher Hölltobel-)Brücke. die mit einem eingespannten Eisenbeton-Zwillingsrippenbogen von 70 m Spannweite mit aufgeständerter Fahrbahn die Schlucht des Seebaches in 50 m Höhe übersetzt, ist anfangs September fertig betoniert worden. Unter dem idyllisch gelegenen Schröckener Kirchlein ist ein Autoparkplatz im Entstehen. Für den 'Winterverkehr auf dem neuen Strassenstück sind noch Aufforstungen und Schutzbauten Vorgesehen. Die in Warth beginnende Ortsrampe der Strasse ist in der Länge von einem Kilometer nahezu fertiggestellt. Die nächsten Arbeiten beziehen sich auf die Fortsetzung der Strasse bis Hochkrumbach. «flftl cfaes Unser Motorfahrzeug-Aussenhandei. Während des Monats September wurden 471 (699) Motorfahrzeug - Einheiten dm Gewicht von 514,035 (818,642) kg und im Werte von 1,45 (2,41) Mill. Fr. eingeführt, woraus sich ein Import-Minderwert von 967,320 Fr. ergibt. -Auf der Exportseite verzeichnet der Motorfahrzeug-Aussenhandel eine Steigerung der ausgeführten Einheiten von 18 auf 28 Stück im Gewichte von 293,096 (260,115) kg und im Werte von 1,24 (1,01) Mill. Fr., was einer wertmassigen Export-Steigerung um 227,543 Fr. entspricht. Im Verlaufe des III. Semesters sind 2217 (2651) Einheiten eingeführt worden, die ein Gewicht von 2,4 (3,0) Mill. kg und einen Wert von 6,98 (8,91) Mill. Fr. repräsentierten, d. h. die Mindereinfuhr stellte sich wertmässig auf 1,93 Mill. Fr. Exportiert wurden hingegen in der nämlichen Periode 82 (51) Einheiten, im Werte von 3,82 (3,10) Mill. Fr., was somit einer wertmässigen Exportsteigerung von 711,979 Fr. entspricht. In den ersten 9 Monaten des laufenden Jahres stellte sich der Motorfahrzeug-Import auf 8115 (9023) Einheiten oder wertmässig auf 24,66 (31,67) Mill. Fr., was einem Rückgang der importierten Motorfahrzeugeinheiten OLYMPIA COACH LIMOUSINE um 908 Stück im Werte von 7,01 Mill. Fr. entspricht. Auf der Exportseite resultiert In den ersten 3 Quartalen eine einheitsmässige Zunahme von 143 auf 201 Stück oder wertmässig ©ine solche von 9,61 auf 10,56 Mill. Fr., so dass im gesamten für 946,498 Fr. mehr ausgeführt wurde als in der entsprechenden Periode des Vorjahres. Die detaillierten Aussenhandels- Ergebnisse werden in einer der nächsten Nummern veröffentlicht.