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E_1935_Zeitung_Nr.091

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Luftfahrt Neue

Luftfahrt Neue schweizerische Militärflugzeuge. Vor einiger Zeit wurden von unsern Militärbehörden in England einige Militärflugzeuge modernster Konstruktion in Auftrag gegeben. Es handelt sich dabei um je zwei Versuchsflugzeuge (Prototypen) der bekannten englischen Flugzeugfabriken Hawker Engineering Co. Ltd. in Kingston-on-Thames (Surrey) und Fairey Aviation Co. Ltd. in Hayes (Middlesex). Das erste Flugzeug ist eine neue Type « Demon » mit 860-PS-Hispanomotor mit Kompressor und Untersetzungsgetriebe, das andere ein sog. Mehrzweckflugzeug (wie auch ersteres), d.h. es findet Verwendung als leichtes Bomben-, Aufklärungs-, wie auch als Jagdflugzeug. Diese Fairey-« Fox» wird gegenwärtig in Thun und Dübendorf von unserer Fliegertruppe erprobt. Auch dieses Flugzeug hat den bewährten Hispano Ybrs mit untersetztem Getriebe und Kompressor als Kraftquelle. Die Leistungsdaten des Flugzeugs sind folgende: Höchstgeschwindigkeit mit Vollast in 4000 m Höhe über 320 km/St. Anlaufstrecke beim Start ca. 175 m, Auslaufstrecke beim Landen 200—220 m, was für unsere schweizerischen Verhältnisse als gut bewertet werden darf. Mit Vollast (Pilot, Beobachter, Funkgeräten, leichten Bomben, MG und Munition nebst Betriebsstoffen benötigt dieses Kriegsflugzeug für die Höhe von 6000 m eine Steigzeit von nur etwa 12 Min. Die Bewaffnung besteht aus 2, durch den Propellerdrehkreis feuernden Maschinengewehren. Die Waffe des Beobachters besteht in einem doppelläufigen Maschinengewehr, System Furrer, der eidg. Waffenfabrik Bern. Piloten- und Beobachtersitz können durch einen verschiebbaren Cellon-Kabinenaufsatz vor starkem Fahrtwind vollkommen geschützt werden. Beistehende Aufnahme zeigt den neuen Fairey-Militärdoppeldecker im Fluge. Hekatomben der Rekordfliegerei. Kingsford Smith auf einem England-Austra- Henflug verschwunden. Ueber dem bengalischen Meerbusen suchen 37 Flugzeuge der Royal Air Force des äussersten Ostens fieberhaft nach dem seit Freitag, den 8. November früh vermissten berühmten, australischen Langstrecken-Piloten Sir Charles Kingsford Smith. Dieser hat am 6. November um 7.27 Uhr MEZ. England mit dem Hilfspiloten Pethybridge verlassen, um den aus dem London-Melbourne-Rennen 1934 stammenden Rekord für diese Strecke von 2 Tagen 4 Stunden 33 Minuten zu verbessern. Um 17.47 Uhr machte die Lockheed-Altair-Maschine Zwischenhalt in Athen. Donnerstag berührte die Equipe bereits Bagdad, und um 12.55 Uhr MEZ. ging die cLady Southern Cross» in Allahabad nieder, um eine Stunde später das Rennen in Richtung Singapore fortzusetzen. Seither hat man von ihr nichts mehr vernommen. Wenn diese Zeilen erscheinen, ist Kingsford Smith bereits 4mal 24 Stunden in Singapore überfällig, und man muss schon reichlich optimistisch eingestellt sein, um zu glauben, dass man ihn und seinen Gefährten noch heil antreffen werde. Der Australier Melrose, der ebenfalls nach Australien unterwegs •war, um den Rekord Das «Fairey-Foxj-Kampfflugzeug, das neben einem «Hawiker Demon» im Hinblick auf eine eventuelle kommende Neuausrüstung unserer Fliegertruppe gegenwärtig von den Militärbehörden in Thun und, Dübendorf ausprobiert wird. (Photo «Flieht».) Grosste Auswahl in Klein-Occasions-Wagen zu gunstigen Konditionen. ZÜRICH Badenerstrasse 527 . Tel. 70.777 wegen Nfchtgebrauch aus Herrschaftshaus zu verkaufen BUICK MASTER, 6 Zyl. 4/5-Plätzer-Limousine, 1930, 6fach bereift, mit ScintiJIa-Beleuchtung und Vertex-Zündung, ausserordentlich sorgfältig gefahren und gepflegt. ~~ Anfragen unter Chiffre 15072 an die Automobil-Revue, Bern. ALFA ROMEO Grd. 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Kurz, Smith ist verschwunden, und wie immer in solchen Fällen werden bereits die verschiedensten Hypothesen laut über die Möglichkeiten und Voraussetzungen, unter denen er noch lebend aufgefunden werden könnte. Kingsford Smith ist ein bedeutender Flieger, ein bald viel umschwärmter Glückspilz und bald vom Unheil verfolgter Pechvogel. Wir werden uns keiner Uebertreibung schuldig machen, wenn wir ihn einen siegreichen Bezwinger der Distanzen nennen. Er hat den Stillen Ozean in beiden Richtungen als Erster überquert — er schlug Rekorde auf der Lieblingsroute der Langstreckenflieger England-Australien und umgekehrt — er schwirrte auch über den nordamerikanischen Kontinent und kann, was nach wie vor als prächtige Leigstung taxiert werden muss, auch eine Ost-West-Traversierung des Nordatlantiks von Irland via Harbour Grace N. F. nach New York in seinem reichhaltigen Logbuch nachweisen. Nebenbei gewissermassen hat er gelegentlich mal einen Flug von Australien nach Neuseeland und zurück absolviert. Als erfahrungsreiches «As» hat er im Herbst 1934 auch seine Meldung für das London-Melbourne-Air Race abgegeben. Leider war es ihm dann nicht vergönnt, zu starten, indem seine Maschine auf der Ueberführung von Australien nach Mildenhall etliche Male Motorschaden erlitt, der ihn den Ausgangspunkt zum grössten fliegerischen Ereignis der vergangenen Jahre nicht rechtzeitig erreichen liess. Er hätte in jenem Rennen als grosser Favorit gegolten. Der Gedanke, der von Campbell Black und C. W. A. Scott damals aufgestellten Bestleistung die Spitze zu brechen, musste ihn als verwegenen und draufgängerischen Aviatiker mächtig locken. Ein erster Versuch wurde am 23. Oktober unternommen miserable atmosphärische Verhältnisse zwangen in über Griechenland zur Umkehr. So ist er vergangenen Mittwoch zum zweiten... und vielleicht letztenmal gestartet Sein aviatisches Leben -war von beinahe unvergleichlicher Intensität Hier seine grössten, wichtigsten Leistungen: Im Juni 1928 hat er,sich der Welt als brillanter Pilot vorgestellt, als er mit drei Kollegen auf dem dreimotorigen Fokkerflugzeug « Kreuz des Südens » den Stillen Ozean von Kalifornien nach Brisbane via Honolulu und Suva traversierte. Der Flug nahm 9 Tage in Anspruch, wovon 83 Stunden 29 Minuten effektive Flugzeit. — Drei Monate darauf hat er ebenfalls als Erstling die südaustralische Stadt Sidney mit Christ Church auf Neuseeland verbunden. Für den Frühling 1929 war ein Rekordflug von Australien nach England beabsichtigt. Schon während der ersten Ueberlandetappe von Sidney nach Wyndham' (Nordaustralien) ging ihm der Betriebsstoff aus. Resultat: Notlandung auf einer Schlammbank und zwölf Tage absolute Verschollenheit —• worauf er und seine Kameraden in bester Verfassung aufgefunden wurden. Anfang Juli schuf er es dennoch: er erreichte England nach 12 Tagen 21 Stunden und 18 Minuten. • 1930- 25.-27. Juni. Flug Dublin-Neufundland- New York, immer auf seiner < Southern Cross », die ihn um die ganze Erde trug. — 9.—19. Oktober Rekordflug London-Australien in 9 Tagen 22 Stunde». Zu Beginn des Jahres 1933 flog er mit Passagieren nach Neuseeland, und der Oktober sah ihn wieder auf einem Raid London-Australien begriffen, welche Strecke er diesmal in 7 Tagen i Stunden 47 Minuten hinter sich brachte. Seine letzte stupende Tat reicht in den Herbst 1934 zurück, als er den Pazifischen Ozean von Westen nach Osten, von Brisbane via Fidschi- und Hawai-Inseln nach San Franzisko, überflog. Es handelte sich nicht um einen Rekordflug. Kingsford Smith wollte vielmehr die Start- und Landungsbedingungen auf dieser Route studieren, auf der er in absehbarer Zeit einen regelmässigen Post- und Passagierverkehr hoffte einrichten zu können. Vor dem Start zu seinem jüngsten Flus hat et die Erklärung abgegeben, dass dies sein letzter Rekordflug sein werde, da er die Leitung der regelmässigen Linip Australien-Neuseeland zu übernehmen gedenke. Wenn nicht in letzter Stunde irgendetwas wie ein Wunder geschieht, dann scheint diese Erklärung auf tragische Weise in Erfüllung gegangen zu sein: Es wäre Kingsford Smith's letzter Flug überhaupt gewesen. Ein blasser Hoffnungsschimmer aber bleibt noch bestehen, dass der Luftfahrt dieser vielseitige, sympathische und interessante Pionier weiterhin erhalten bleibt, die Möglichkeit nämlich, dass er in einer unwirtlichen Gegend Hinterindiens oder auf einer Insel des malayischen Archipels zu einer Notlandung gezwungen wurde. A. FT. Ziehen Sie alles in Rechnung: die wahrscheinliche Lebensdauer und damit die notwendige Amortisation, die Kosten für den Unterhalt, die Betriebsauslagen an Oel, Brennstoff, Fett usw., die Kosten von Reparaturen und diejenigen der Ersatzteile — dann kommen Sie wahrscheinlich zur gleichen Erkenntnis wie schon viele andere Lastwagenbesitzer« Am besten verläs$f man sich doch auf * ^ «^ _ „ fcl_. A_» A MOTORWAGENFABRIK BERNA A.G., ÖLTEN Erstkl. amerik. Limousine 6/7 Plätze, 6 Zylinder, Modell 1930, Motor und Karosserie in neuwertigem Zustande, sehr günstig aus Privathand abzugeben. 12095 Offerten unter Chiffre Z 3575 an die Automobil-Revue. Bureau Zürich. Auto-Verkauf! Plymouth, 1933, Limousine, 4türig, ganz wenig gefahren, Steuer u. Versicherung bis 31. Dez. 1935 bezahlt — Fiat-Limousine, 4-türig, mit allem Zubehör, in fahrbereitem Zustande (aus Privathand). Bei sofortiger Wegnahme spottbillig. An Anfänger Gratis-Fahrunterricht. — Anfragen: Tel. 28.22 od. Postfach K-Sch. 30337, Ölten.

91 — BERN, 12. NOVEMBER I93G AUTOMOBIL-REVUE Blumenhölle am Jacinto. Fortsetzung von Seite 2. Urubu knackt mit den Fingern. « Si, Senhor, Coronel Numez beschäftigt zwanzig Seringueiros auf seiner Kautschukpflanzung. Und manchmal ebenso viele freie Gummisuch ?r, die er ausrüstet und dafür den Ertrag ihrer gefährlichen Kanureisen einsteckt Häufig bringen sie auch Indianer für den Coronel ! » Er bricht ab, sieht mein Staunen und erklärt weiter: «Drei Kilometer stromab liegt der Platz. Und es gibt einen Wasserlauf, der den grössten Teil des Jahres mit dem Madeira in Verbindung steht. Und der Coronel besitzt ein kleines Dampfboot!» Ich schaue ihm tief in die kalten Augen. «Urubu, wie lange lebt eine Senhorita bei Ihnen ? » Er glitzert mit den rotumränderten Pupillen, sein Kropf spannt sich straff, als er entgegnet : «Ah, Senhor, das Klima äst sehr schlimm hier, trotz Chinin. Aeusserst schlimm, den Heiligen sei es geklagt! Nach vier bis fünf Monaten muss ich stets Ersatz schaffen. Manchmal ist der Coronel so gütig und bringt die neuen Damen mit seinem Dampfer. Oft aber auch tun es die braven Seringueiros. Nur ist die Fahrt dann lang und beschwerlich.» * Was geschieht mit den... den Ausrangierten, Urubu ? » Wieder glättet sich die glänzende Haut des Kropfes, über den viele rosa Aederchen laufen, und der Geiermund entgegnet zynisch : Santa Maria! ich tue ja alles, was möglich ist, aber die meisten sterben. Es stirbt sich schnell hier an den Strömen. Jedoch, hihi, Gott sei Dank! gibt es Ersatz. Gefällt Ihnen Sara? Oder Carmelia? Letztere spielt wundervoll Gitarre, Senhor !» Zornig entgegne ich: «Es stirbt sich schnell, ja. Aber nicht leicht, Urubu!» Und ihm ins Auge schauend, sage ich langsam: «Urubu, Sie sind ein Schuft, ein Sauhund, und ich bedaure, dass ich kein Brasilianer bin ! > Er zuckt zurück, als ich fortfahre : « Weil es mir dann ein Vergnügen bereiten würde, Ihnen ein Messer in die Kehle zu stossen! > Ich wende mich ab, setze mich zu Henderson und erzähle ihm mein Gespräch. Er nickt und brummt: «Ein zweites Remate de Males. Nur viel langweiliger und zehnfach ungesünder. Schätze aber dennoch, dass wir uns hier einige Tage ausruhen wollen, können dem alten Numez mal einen Besuch abstatten. Vielleicht erfahren wir bei ihm, warum die Caripunhas so aufsässig wurden. Steckt irgend 'ne schmutzige Geschichte dar hinter, vermute ich. Sklavefei oder so! > Nach dieser für ihn langen Rede trinkt er sein Glas leer und spielt weiter Domino mit Sara. Die Mädchen mit den fiebergelben Augen lachen. Jede bemüht sich nach Kräften, die Gummijäger zum Trinken zu veranlassen. Urubu steht vor dem bunten Flaschenregal und schaut bald die eine, bald die andere an, die unter seinem Blick zusammenzuckt. Hart sind die Gesichter der Männer. Hart, verwegen oder tierisch stumpf. Der herkulische Neger, ein Aufseher über die Indianerpeone des Coronel, säuft unheimliche Mengen Cachassa und zeigt prahlend die schwellenden Gebirge seiner Muskeln. Eine Peitsche hängt ihm am breiten Gürtel, mit der er manchmal scherzhaft nach einer gelbgesichtigen Schönen wippt. Gleichgültig oder unter brüllendem Gelächter schauen die Urwaldmänner diesem Spiel zu. Benito hat den Arm um die Taille der hübschen Juanita gelegt, und beide schauen sich an. Für sie ist die Welt in diesem Augenblick winzig klein. Denn sie sind sich selbst Welt und Dasein! Urubu steht wieder vor mir, setzt eine Flasche auf den besudelten Tisch. Die Gläser füllend, verzieht er sein Raubvogelgesicht zu breiten Falten und lockt: « Echter .Black and White', Senhores. Sie tun mir doch die Ehre an? Und nachher machen wir wohl ein kleines Spielchen! » Henderson fährt hoch: «Poker?» «Ja!» nickt der Wirt und betrachtet dann lauernd den Amerikaner, dem das Kartenfieber mit einmal aus den Augen leuchtet. «Ich spiele nicht. Karten verstehe ich nicht! » rufe ich, und der unbegreifliche Henderson knurrt bitterböse: «Langweiliger Teufel! » Der Geier Hess sich nieder, und sein Wink brachte zwei verlegen grinsende Männer an den Tisch. « Ferreira und Angelo! Beide Senhores sind auf amerikanischen Schiffen gefahren und spielen sehr gut Poker! » erklärt Urubu geschmeidig. « Allright, setzt euch! » schmunzelt Henderson, und der eine radebrecht: « Yes, Sir, wir bringen die viel Banana mit Standard Oilship nach Philadelphia. Schöne Land, Amerika, Gottes Land! » Mir ist die ganze Komödie unsäglich widerlich. Wut flammt in mir auf, schauert durch meine Nerven und kämpft mit der Verwunderung, als der sonst so misstrauische Henderson eine wohlgespickte Brieftasche aus dem wasserdichten Zelluloidbrustbeutel zieht «Senhores!» knirsche ich auf einmal, « Senhores, wenn falsch gespielt wird, so hol* euch der Satan! » Merkwürdig, der Tropenkoller muss mich doch wieder befallen haben? Wie würde mein Mund sonst diese heftigen Worte ausstossen und mein Körper so willenlos handeln? Ich habe ja plötzlich den Revolver in der Hand, und die Mündung richtet sich direkt auf Urubus Magen! • Jedoch jetzt bin ich kalt wie Eis und warte. Warte wie eine Maschine auf das Wort, das den Druck meines Fingers auslösen wird. Henderson aber nimmt mir ganz langsam die Waffe fort, steckt sie zurück in die Halfter. Urubu, dessen Gesicht schmutzig grau wurde, presst ein: «Was ist das?» hervor. Die Männer springen auf, sind sichtbar in zwei Parteien geschieden. Der eine Haufe glotzt feindselig herüber; braune Finger ruhen auf Messergriffen, und ein Karabinerschloss knackt. Die andern schauen beinah freundlich drein, schieben sich langsam zwischen uns, und ein vierschrötiger Mann sagt bedächtig: «Bueno, bueno! Es musste so kommen. Wir alle wissen lange, dass Urubu ein Gauner ist, und dieser junge Gringo hier hat's ihm trefflich gegeben. Trefflich! Die Heiligen sind Zeugen! » Vereinzeltes Gelächter, dann wieder drohende Stille. Die sechs Mädchen schieben sich zitternd in den Hintergrund, schauen angstvoll auf mich. Da dröhnt des Negers Stimme: «Was fällt dem Gringo, dem Landfremden ein, hier Zwietracht zu stiften? Reisst ihm das Herz aus dem Leibe, Amigos! » Benito spielt mit seinem säbelähnlichen Messer, lässt es durch die Luft pfeifen, l«Wem? Ernesto? Das ist ein guter Muchacho. Und du, schwarzer Juan, bist ein Sklavenschinder, genau so wie dein Herr, der sich Coronel nennt und für den ich am längsten schuftete! » Urubu spreizt die Hände, murmelt beschwörend: «Senhores, Senhores!» «Und die ganze dramatisch gespannte Atmosphäre, durch die jede Sekunde der Knall des Revolvers und das Schwirren der Machetes rasen kann, zerbricht auf einmal. Zerbricht an den lächerlich phlegmatischen Worten Hendersons, der, die Arme auf den Tisch gestützt, eintönig ausstösst: «Senhores, lasst uns nun mal pokern. Nachher könnt ihr euch umbringen! » Der Neger, dem die Zornesfalten noch in dicken Wülsten auf der niedern Stirn zittern, lacht zuerst Lacht, bis sein Gesicht ein einziger schwarzer Kreis ist, in dem der von blitzenden Zähnen umrandete Mund als dunkelrote Höhlung leuchtet. Lacht, bis er sich mit den gewaltigen Händen auf Hüften und Schenkel klatscht Lacht, bis er stöhnend in den nächsten Sessel sinkt. Und alle lachen wir nun aus Leibeskräften, sekundiert von dem Kichern der Mädchen, die sofort wieder näher hüpfen. Nur einer ist still. Urubu! Sein Blick schweift zwischen Henderson und mir hin und her. Tücke glitzert kalt in diesen Augen, die sich endlich fest auf die Brieftasche des Amerikaners heften. Immer von neuem prustet der Schwarze los, würgt dann heraus: « Ah, diese Gringos, wer könnte je ihren Gedankengang verstehen! Urubu, eine Flasche! Und etwas Besseres als Cachassa. Der junge Gringo bezahlt!» Ich nicke, und Henderson murmelt: «Yes, schätze ich, dass du das den Kerlen schuldest. Ich gebe dir den Mammon. Kalkuliere aber, dass du nichts dagegen hast, wenn dir das am Gehalt abgezogen wird, mein hoffnungsvoller Orchideensammler! » Laut ruft er: «Pokerkarten her. Meiner Mutter Sohn will einen Royal Flush produzieren! » Urubu eilt hinter die Bar, kredenzt Drinks nach allen Seiten. Und ich stosse mit dem Neger Juan an. Er grinst gutmütig, aber in seinen runden Pantheraugen schimmert eine unheilvolle Drohung. Benito lotst mich an den nächsten Tisch, wo man mich freudig lärmend niederzieht. Wir trinken Whisky. Er brennt in der Kehle, breitet rote Schleier vor den Blick, und nur mühsam sehe ich, wie Henderson mit Urubu und den beiden Kerlen, die einst auf einem Bananendampfer fuhren, Karten spielt. Sara schaukelt sich in der buntgewirkten Hängematte und führt mit den in roten Schuhen steckenden Füssen eine ausdrucksvolle Pantomime auf. Wie Francesca in den Bädern von Lucca, als sie von ihrem Abbate erzählte! (Fortsetzung folgt.) Per sofort zu verkaufen eine seit 12 Jahren bestehende, an der Kantons- Btrasse Lausanne—Genf gelegene mit Standard-Tanksäule, mit Material zu Fr. 3500.-. Langer Mietvertrag, niedriger Zins. W" Dringend! Offerten unter Chiffre G. 2018 an die 12192 Automobil-Revue, Genf. Selbst bei 30 Grad unter Null ist derKühlerund der Motor eines Automobils nicht mehr in Gefahr. 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