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E_1935_Zeitung_Nr.089

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LUFTFAH Moderne

LUFTFAH Moderne Funktechnik in der Luftfahrt. In den letzten 20 Jahren hat die Funktechnik einen ungeheuren Aufschwung genommen: Möglichkeiten, die früher als Phantasien erschienen wären, sind Wirklichkeit geworden, so dass es nicht wundernimmt, wenn die Maßstäbe für das, was diesseits und jenseits der Grenzen des Möglichen bleibt, verlorengegangen sind. Diese Grenzen abzustecken, soll der Gegenstand der folgenden Betrachtungen sein. Die drahtlose Nachrichtentechnik bediente sich zunächst immer längerer Wellen bis zu 20 Kilometer, da diese die geringsten Bodenverluste ergeben und daher zur Ueberbrükkung atlantischer Entfernungen besonders geeignet schienen. Als man die kurzen Wellen unterhalb 100 Meter entdeckte, die von der Ionosphäre verlustfrei auf alle terrestrischen Entfernungen um den Erdball herumgeführt werden, glaubte man das Problem der Nachrichtentechnik allgemein gelöst zu haben. Das gilt aber nur bedingt. Telegraphiezeichen und Telephonie befördern die kurzen Wellen einwandfrei: feinere Strukturen, beispielsweise von Fernsehsendungen, werden aber verwischt durch die nicht gleichmässige Laufzeit der Wellen vom Sender über die Ionosphäre zum Empfänger. Bei der Benutzung ultrakurzer Wellen und der darunterliegenden Wellenbänder, die frei sind von Einwirkungen der Ionosphäre, ist die Uebertragung auf eine direkte Reichweite beschränkt, die innerhalb der Tausendkilometergrenze liegt; grössere Reichweiten lassen sich nur durch Empfang und erneute Aussendung erzielen. Für Fernsehzwecke auf grosse Entfernungen wird daher möglicherweise das Kabel die drahtlose Welle überholen. Das ist nicht einmal die einzige Grenze der drahtlosen Möglichkeiten. Die in der gleichen Reichweite einsetzbare Senderzahl ist durch die Bandbreite der Sender begrenzt, ebenso die Selektivität der Empfänger; die Empfangsempfindlichkeit der Empfänger ist begrenzt durch die Wärmeenergie der Eingangsschaltung. Alle diese Grenzen sind bereits erreicht, so dass Fortschritte nur noch möglich erscheinen in der apparativen Durchbildung. Selbsttätiger Anruf, Fernschreibmaschinen und dergleichen kennzeichnen die noch denkbaren Fortschritte der drahtlosen Nachrichtentechnik. Dagegen eröffnet sich für die Funktechnik ein Arbeitsgebiet von wachsender Bedeutung in der drahtlosen Ortsbestimmung, zunächst in der Form der Winkelmessung ankommender Funkstrahlen, der Peilung. Die Genauigkeit ist hier begrenzt durch die nicht völlige Geradlinigkeit der Ausbreitung und durch die Messgenauigkeit der Geräte. Immerhin wird man auf grosse Entfernungen die Genauigkeit von einigen Winkelgraden, auf kleinere beliebige Genauigkeit erreichen können. Neben diesem Ortungsverfahren entwickelt sich aber ein zweites Gebiet der Ortungstechnik,, die Leiststrahltechnik : Hier wird dem georteten Fahrzeug" nicht sein Standort mitgeteilt, sondern seine Abweichung von einer festgelegten Fahrstrasse, so dass es die empfangenen Zeichen unmittelbar als Steuerkommandos für die Einhaltung des richtigen Kurses benutzen kann. Hier eröffnet sich ein weiteres Feld für die ultrakurzen und noch kürzeren Wellen, deren Bündelungsfähigkeit vielfache Anwendungen ermöglicht. Die Blindlande-Anlagen für Flugzeuge sind ein erstes Beispiel dieser Möglichkeiten. Neben der Modulierbarkeit, die ihre Verwendung als Nachrichtenträger ermöglicht, und der geradlinigen Ausbreitung, mit der sie Ortungsaufgaben löst, besitzt aber die drahtlose Welle die bisher wenig beachtete Eigenschaft der Reflexion an festen Körpern. In Verbindung mit einer konstanten Laufzeit ermöglicht sie die Messung des Zeitabstandes zwischen einer Sendung und ihrem Echo. Für die erforderlichen, sehr feinen Zeitmessungen sind die kürzesten Wellen besonders geeignet. Die reine Messung der Bodenhöhe vom Flugzeug aus ist noch eine primitive Anwendungsmöglichkeit, vergleichbar dem auf See benutzten Echolot zur Ermittlung der Meerestiefe; in Verbindung mit der Bündelungsmöglichkeit entstehen neue Anwendungsformen, etwa den Erdboden mit einem Richtstrahl abzutasten. Bodenerhebungen und Oberflächenbeschaffenheit auch bei Nebel und Dunkelheit wahrnehmbar zu machen — dies sind neue Anwendungsbereiche, die für die Luftfahrt von allergrösster Bedeutung sein werden. Auch für die Ortung ergibt sich die Möglichkeit, aus Richtung und Abstand ohne Kreuzpeilung eine vollständige Ortsbestimmung zu gewinnen. " Beim Uebergang zu den Wellen unter zehn Zentimeter sind neue Eigenschaften nicht mehr zu erwarten. Das Verhalten dieser Wellen nähert sich dem des Lichtes, auch darin, dass die Durchdringungsfähigkeit trüber Atmosphäre abnimmt. Aber auch schon bei den oberhalb dieser Grenze Hegenden Wellenbändern liegt, hauptsächlich für die Ortung und die Reflexionstechnik, noch mehr Neuland vor uns, als die ersten Pioniere der drahtlosen Technik zu glauben gewagt hätten. Der künftige Zeppelin-Landeplatz. Der erste europäische Flughafen, bei dem hinsichtlich der Befeuerung alle bisher im Nachtluftverkehr gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse verwandt werden können, wird der Flughafen Rhein-Main sein, der am 1. April 1936 den Dienst aufnehmen soll. Eingebettet in den grossen Frankfurter Stadtwäld, wird er zugleich auch europäischer Sammelplatz für den Verkehr mit Zeppelinluftschiffen nach Uebersee sein, also eine Zweiteilung erfahren, die auch in der Befeuerung berücksichtigt werden muss. Das ganze Rollfeld wird an seinen Aussenrändern durch ein System von Neonlichtern gekennzeichnet, die sich in Abständen von etwa hundert Metern folgen. Nicht nur die Farbe dieser Beleuchtung, sondern auch ihre Form wird eine Eigenart aufweisen. Sie wird in Winkeln von 140 Grad gebildet, wobei jeder Winkel mit seiner Spitze auf den Mittelpunkt der Flugfeldes hinweisen und eine Schenkellänge von zwei Meter haben wird. Diese sogenannten Umrandungsfeuer, die um das eigentliche Rollfeld gezogen sind, werden an drei Stellen normal über dem Boden aufgestellt, im Süden dagegen, wo sich der Zeppelinhafen befindet, wegen dessen Nähe im Boden versenkt, so dass die Flugzeuge über sie fortrollen können. Während so das innere Quadrat des Flughafens mit Neonlampen von hoher Leuchtkraft gekennzeichnet sein wird, umzieht den Platz in seiner ganzen Ausdehnung eine Kette von Hindernislichtern, die mit ihrem roten Schein an 22 Meter hohen Masten aufmontiert sind. Auch diese Hindernisfeuer lassen den Platz nach Süden hin offen, ragen aber an den übrigen Seiten über die Bäume des umgebenden Waldes hinaus. Hindernislampen dieser Art erhalten auch die beiden Gebäude des Flughafens, die Zeppelinhalle und das Verwaltungsgebäude im 'Norden. Einen wesentlichen Teil der Befeue- rungseinrichtungen machen die vier Landebahnscheinwerfer aus, von denen zwei auf erhöhten Gerüsten aufgebaut, die beiden andern aber wieder aus Rücksicht auf den Zeppelinverkehr in den Untergrund versenkt sind. Mit Hilfe dieser Landebahnscheinwerfer von je 6000 Watt Leistung kann das Rollfeld in bestimmten Richtungen überstrahlt und taghell belichtet werden. Die Bedienung erfolgt, wie auch die Ingangsetzung aller übrigen Befeuerungsanlagen, durch Druckknopfsteuerung vom Verwaltungsgebäude aus. Endlich gehört zu dieser Befeuerung noch ein Drehfeuer, das auf der Zeppelinhalle aufgebaut ist und mit seinen zwei Millionen Kerzen schon aus weiter Fern© den Weg zur Landestelle andeutet Nicht zur eigentlichen Befeuerungsanlage zählt ein sogenannter Wolkenscheinwerfer zur Ermittlung der jeweiligen Wolkenhöhe durch Visierung von einer Peilstelle aus. Um allen Verwechslungen in Form und Farbe auszuweichen, erhält auch die Zufahrtsstrasse zum Zeppelinhafen, die von der Reichsautobahn Frankfurt-Heidelberg abzweigt, eine von der üblichen Form abweichende Beleuchtung. Wahrscheinlich wird man hier Quecksilber- oder Natriumdampflampen verwenden, die natürlich nach oben abgeblendet sein werden. Auch die Oelverdunstung des Rauchofens im Mittelpunkt des Rollfeldes wird auf elektrischem Weg betrieben. Zur dauernden Ermittlung der Windrichtung werden aber daneben noch zwei einem Flugzeug ähnliche Windrichtungsanzeiger aufgestellt, deren Ergebnisse im Kommandoraum der Flughafenleitung sichtbar sein werden. 1935 - NO 89 immer Die gesamten Befeuerungsanlagen des Flughafengeländes werden von drei ümspannungswerken gespeist, deren elektrische Energie vom Frankfurter Elektrizitätswerk bis zur Uebergabestation im Verwaltungsgebäude des Flughafens mit einer Spannung von 5000 Volt angeliefert wird. Noch mehr Komfort im Reiseflug. Vre American Air Lines, eine der grössten amerikanischen Luftverkehrsgesellschaften, hat soeben 15 neue Douglas DC 3 Schnellverkehrsmaschinen bestellt, welche auf den nordamerikanischen transkontinentalen Nachtfluglinien eingesetzt werden sollen. Diese Flugzeuge sind für 16 Ruhebetten oder 32 Passagiersitze eingerichtet und sind hauptsächlich als Schlafflugzeuge vorgesehen. Die DouglasJTabrik ist gegenwärtig mit Aufträgen der amerikanischen Luftverkehrslinien überhäuft. vfp. Auto kühler Decken m auf Wunsch mih § Motorhauben-Decken. AUTO - SATTLEREI MIJLLER&MARTI Eigerplatz 13 B E R N Tel. 28.29» Bei Anfragen bitten wir um Angabe derWagenfype OrV$ ES Frostschutzscheiben Nirona die Modelle mit den besten Gummisaugern Nr. 10401 m. 2 Saugern, für kleine Wagen Fr. 18.- Nr. 10402 m. 4 Saugern, einstellbar . . . Fr.20.- Nr. 10404 m. 4Saugern, einstellbaru.Licht Fr.24.- Nr. 10403 m. 4 Saugern, für Lastwagen . Fr. 33.- Bakelitrahmen, also kein Stromverlust. E.STEINER, Autozubehör, BERN Zu verkaufen 1 Roosevelt 8 Zyl., in gutem, fahrbereitem Zustand. An Zahlung werden für den ganzen Betrag Lastwagen-Pneus genommen. — Offerten unter Chiffre 69773 an die Automobil-Revue, Bern CHEVROLET-Camion 2'A Tonnen Der Wagen wurde 1933 in Betrieb gesetzt, ist sehr wenig gefahren worden und kann mit jeder Garantie abgegeben werden. Preis Fr. 4700.—. 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- 1935 AUTOMOBIL-REVUE Blumenhölle am Jacinto. Urwalderlebnis. Fortsetzung von Seife 2 Hinter mir sitzen die andern und ruhen. Es ist geradeso wie in einer Kohlengrube, dieses Urwaldpfadhauen. Einer bricht Bahn, schlägt mit dem Messer zu, bis er wilde Flüche von den Lippen sprudeln lässt, mit den Augen wie ein Berserker rollt und gerne jemand totschlagen möchte. Nur die Kraft dazu fehlt! Schlaff sinken die Arme herab, taumelnd fällt man lang hin, kümmert sich den Teufel darum, ob man gerade mit dem Gesicht auf einen greulichen, fettig-schleimigen Wurm fällt oder mit krampfhaft zuckenden Fingern einen zerdrückt. Der Nachfolger drängt sich vor, spuckt in die Hände, packt den Machete und horcht, wie das Eisen durch üppigen Pflanzenwuchs pfeift Die Ameisen haben anscheinend eine andere Richtung eingeschlagen, und das äst gut, denn sonst hätten sie uns schon längst erreicht Uno schwingt den Machete mit seinen dünnen Armen. Zwei und Drei, Dos und Tres, hocken auf einem Haufen wilder Weinreben und verzehren massige, glänzende Engerlinge, die sie aus einem faulenden Baumstrunk herausbohrten. Henderson sitzt mit gekreuzten Beinen vor einer der verzinkten Blechkisten und streichelt seine Orchidee. Wie kann man jene Pflanzenbestie — einen andern Namen finde ich nicht! — nur so verliebt behandeln? Er ist richtig eifersüchtig, dieser Amerikaner, und gestattet nur zögernd, dass ich die Blume betaste. Ausgeburt einer Danteschen Hölle! Dem fahlrosa Kelche entspringen in tollem Gewimmel sechs mit hässlichem Purpur gefleckte Blütenblätter. Jedes armlang, schlangendünn. Und meine fiebernde Phantasie spiegelt mir vor, dass es keine Orchidee ist, sondern ein Knäuel zorniger, giftiger Vipern. In der Nacht duftete die Blüte seltsam betörend, betäubend schwer. Jetzt liegt sie im Sterben, ist schon matt, und ihr Geruch gleicht widerlichem Aas. Und siehe! Blaue und grüne, langbehaarte Schmeissfliegen umschwirren den Amerikaner. Seufzend packt er die Blume in die Zinkkiste, wo sie zwischen Watte säuberlich trocknen wird, bis wir nach langen Monaten wieder die Zivilisation erreichen. Dann fährt er mit unserer gesamten Ausbeute nach England, chartert eine Luxuskabine, in der die eingetrockneten Zwiebeln und Samen in ihren Behältern wohltemperiert stehen werden. Nur in einer Kabine erster Klasse auf den mittelgrossen Dampfern kann man am besten die Temperatur immer in gleicher Höhe erhalten, wenn auch das Schiff inzwischen alle Breiten durcheilt' Und drüben in Europa wartet ein Experte, der die Orchideenzwiebeln wie zerbrechliche Königskinder behandelt und versucht, sie zum Grünen und Blü-' hen zu bringen. Gelingt es? Ich sehe im Geiste vor mir eine kleine Auktionshalle. Männer und Frauen darin, aber meist sind's Männer. Industriekönige, schwerreiche Bankiers und Magnaten, die tagtäglich kaltlächelnd die Seelen Tausender ihrer Mitmenschen niedertreten. Und nun sind sie ganz ausgewechselt, ihr wahres Gesicht tritt zutage, wie sie, die Seidenzylinder schief im Genick, das Monokel grotesk mit den Augenbrauenwülsten festkneifend, gleich erregten Schuljungen die Orchideenbeute umringen. Eintönig ruft die Stimme des Auktionators: «Lord Beaver bietet auf diese Blume, von der es nur ein einziges bisher bekanntes Exemplar gibt, dreitausend Pfund Sterling! Ist es recht, Mylord? — Zum ersten, zum zweiten und zum dritten!» Der Hammer kracht nieder. Glückstrahlend fährt Lord Beaver mit seinem Kauf nach Hause und betrachtet dort die Blume mit den zärtlichgierigen Blicken des Geizhalses. Im Auktionsraum umdrängen Männer, deren Gesichter die harten Kanten verlieren, gleich einer Herde entzückter Backfische die Blumenwunder. Aber wir, wir, die wir fieberschauernd durch den Urwald kriechen, und deren Seelen sich in unstillbarer Sehnsucht verzehren nach Dingen, die wir nie erreichen können, weil es sie gar nicht gibt! Wir, die wir im Kampfe mit. Natur, Mensch, Tier und mit uns selber stehen, denkt an uns jemand? « Lord Beaver bietet dreitausend Pfund für dieses einzige Exemplar! » Haha, wie lachhaft und paradox! Urwald um uns. Sausende Messerhiebe. «Henderson, he, Henderson, hör doch! » Er steht auf, betrachtet mich mit Augen, in denen die Malaria gelbschillernde Flecke erzeugte. Und ich brülle, heule in die verfluchte, feuchtheisse Luft hinaus, die noch nicht einmal ein ehrliches Echo zurückwirft «Schmeiss die Blume fort, weg mit dem verdammten Gezücht Oh, ich will nichts von Orchideen wissen.. Wäre ich Gummijäger geblieben, wäre ich doch Matrose geblieben! Mutter, Mutter, lebst du noch? » Im Fieberschauer des Tropenkollers reisse ich den Revolver aus dem Halfter, drücke : ab und sehe erstaunt, wie mit dem Krach der breitrandige Filz dem Amerikaner vom Kopfe schnellt. Er bückt sich blitzschnell, und ehe ich wieder abdrücken kann, schleudert er mir die Zinkkiste ins Gesicht, fällt dann mit seinem ganzen Gewicht über mich her, und prasselnd stürzen wir in die abgehauenen Lianenarme. «Hund! > kreischt er, «verrückter, übergeschnappter Hund! » Seine Fäuste trommeln auf meine Wangen, und ich liege still, rühre mich nicht. Endlich hört er auf, stützt sich auf die Ellenbogen und betrachtet mich lange. Plötzlich schwimmen seine Pupillen in weichen Lichtern, und die Stimme ist gar nicht mehr die harte, raspelnde Hendersons, die jetzt sagt: «Armer Kerl, armer Kerl! Bist auch einer von denen, die nicht wissen, was sie wollen, weil irgend etwas in ihrem Leben fehlt. Auf! » Nun stehen wir uns gegenüber, und Angst glitzert mit einmal aus seinem Blick. «Fieber, schätze ich. Höre, ich kriege es auch oft Jeder weisse Mann in diesem satanischen Paradiese kriegt's zeitweilig. Und dann musst du dasselbe tun wie ich dir. Schlag mich zu Boden. Nachher ist alles wieder in Ordnung! » Unsere Hände finden sich, und vielleicht sind seine Gedanken die gleichen wie meine, die jetzt bei Willis in der Hütte des Käfersammlers am San Jacinto weilen. Uno wird von Dos abgelöst. Der Machete schwirrt und saust. Da sinkt Dos' Arm herab, er dreht sich um und grunzt etwas. «Rio! » glaube ich, sagt er. Er deutet durch die Lücke. Der mit faulendem Laub bedeckte Boden fällt dort steil ein paar Meter ab. Unten ragen Bäume. Viele Palmen und merkwürdige Gewächse, die lange, weisse, schlangenähnliche Aeste, aber weder Blätter noch Blumen besitzen. Wasser umgibt sie von allen Seiten. Hinter einer Reihe lianenumschlungener Strünke glänzt der San Jacinto! Henderson murmelt: «Siehst du die Lianenstaffage dort vor dem Strom? Schätze, dass wir darin herumklettern müssen, 's sind sicher Orchideen dort. Seltenes, wertvolles Blut He, Muchachos, sucht einen Palmetto. Palmetto. Dumpf klingen und dröhnen die blitzenden Aexte, wie sie sich in den weichen Stamm : des Palmetto hineinbeissen. Zwei Männer können ihn kaum umspannen. Hoffnungslos sah die Sache aus. Aber hei! es ist ja der herrliche Palmetto, den milde, den Menschen wohlgesinnte Waldgeister in der dornigen Blumenhölle des Sertao wachsen lassen. Dos und Tres schwingen ihre Aexte. Uno verspeist Engerlinge und schaut dabei mit kritischen Blicken in die Höhe. Kaum hundert Axtschläge, knapp eine halbe Stunde braucht es, und ein Knacken geht durch den mächtigen Baum, dessen weisses Mark nach allen Seiten spritzt. Während wir jäh zurückhasten, schlägt der Koloss stöhnend und rauschend durch die zerfetzenden Lianen. Kracht in das kodil den Rücken zerbricht Das riesige, schlammgraue Tier schnellt den Kopf hoch, öffnet weit den Rachen und Sumpfwasser, wo er einem versteckten Krorudert ohnmächtig mit den Vorderfüssen in der schwarzschillernden Brühe umher. Es brüllt in dumpfer Agonie minutenlang, bis es im Tode erstarrt. Wir konnten seine Qual nicht durch einen Augenschuss verkürzen. Denn schleichen nicht schemenhaft die-Caripunhaleute mit ihren Blasrohren irgendwo durch das hitzeflimmernde, dampfende Sertao? Kleine Männer sind's, mit melancholisch hässliohen Gesichtern, dürren Gliedern und vorstehenden Trommelbäuchen. Und wenn sie die langen polierten Rohre an den Mund setzen, dann flattert es auf einmal im GaukeHlug durch die Luft wie bunte Schmetterlinge. Todesfalter! Das Krokodil ist verendet, und wir machen uns, bis an die Hüften im Wasserbrei einsinkend, über den Palmetto her. In fünf Minuten ist ein zwei Meter dickes, sieben Meter langes Stück abgehauen, und jezt fressen sich die Aexte in zwiefacher Linie in die Längsrichtung weiter. Nur die zähe Rinde setzt einigen Widerstand entgegen. Holz hat der Palmetto nicht, besteht innen nur aus markähnlichen Fasern. Klumpenweise hauen und stechen wir sie heraus, und in staunenswert kurzer Zeit ist ©in backtrogähnliches Kanu fertig. Vorne und hinten Hessen wir je zwei Schichten des Markes stehen. In diese Hohlräume wird dicker, lehmiger Morast gefüllt, und das Fahrzeug ist bereit. Zwar ein zerbrechliches, wunderbar heikles, sich gerne um die eigene Achse drehendes Schiffchen, das auch stark leckt s Aber ein Indianer wie Dos, Tres oder Uno, von denen keiner sehr kräftig ist, kann es in seiner ganzen Länge bequem auf der Schulter tragen. So leicht ist es! (Fortsetzung folgt.) 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