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E_1935_Zeitung_Nr.092

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Auffassung klar zu

Auffassung klar zu machen, dass manche Bürger sich mit einer solchen Politik nicht einverstanden erklären können. Gehen wir den Ursachen des schrumpfenden Autotourismus nach, so liegt es auf der Hand, obwohl man es offiziell gar nicht zugeben will, wie dämpfend der schlechte Zustand unserer Alpenstrassen auf den Automobilverkehr wirkt. Schon heute lässt sich feststellen, dass, im krassen Gegensatz zur rückläufigen Entwicklung in der Schweiz, der Autotourismus in unseren Nachbarstaaten im Aufstieg begriffen ist. Wie bereits in frühern Untersuchungen darauf hingewiesen wurde, ' verzeichnen viele unserer. Kurorte speziell einen Rückgang der englischen, holländischen und auch der französischen Gäste, während umgekehrt, beispielsweise besonders Oesterreich, eine erhebliche Zunahme dieser Klientel aufzuweisen hat, und zwar bis zu über 60 % im Vergleich zum Vorjahr. Nachdem schon im Monat September 4029 Motorfahrzeuge weniger in unser Land eingefahren sind als im Vorjahr, so hat sich die Entwicklung im Oktober, wie aus nachstehender Zusammenstellung hervorgeht, weiterhin beträchtlich verschlechtert Okt. Okt. Okt. Okt. 1932 1933 1934 1935 Prov. Eintrittskarten. 7 967 9 628 10 629 7 860 Freipass 707 866 939 1111 Triptyk und Grenzpassierschein 4 309 5 200 4 753 3 764 Kontrollschein — — ~ §5 12 983 15 694 16 321 12 773 Der automobilistische Oktober - Grenzverkehr gliedert sich in den eigentlichen Touristikverkehr mit 12181 (33 527 im Vormonat) Fahrzeugen, und zwar 638 (1880) Motorräder, 58 (352) Autocars und 11285 (31295) Personenwagen, in den eigentlichen Grenzverkehr mit 600 (927) Motorräder und Personenwagen und weiterhin in den 192 (191) Lastwagen umfassenden Grenzverkehr. Was die Herkunft der während des Monats Oktober in unser Land eingefahrenen Motorfahrzeuge anbetrifft, so hat sich in den letzten 3 Monaten folgende Entwicklung vollzogen. August Sept. Oktober Frankreich 38 755 19 560 6 282 Deutschhland 12 427 7 102 3309 Italien 4 875 3 901 1908 Grossbritannien 1766 1061 251 Oesterreieh ' 1010 674 332 Niederlande 1660 641 168 Belgien 1038 547 .114 Nord- und Südamerika 420 228 89 Ungarn, Jugoslawien, Tschechoslowakei, Polen 478. 244 83 Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Albanien 70 45 11 Dänemark, Schweden, Norwegen 108 82 45 Spanien, Portugal 320 165 76 Litauen. Lettland, Estland, Finnland, U. d. S. S. R. 26 26 11 Afrika 491 345 73 Asien 28 23 16 Australien 7 1 5 Total 63 479 34 645 12 773 Für die einzelnen Monate ergibt sich im Vergleich zu denjenigen des Vorjahres folgende Entwicklung des internationalen Autotourismus. 1934 1935 Januar 5 551 6 627 Februar 6 606 6142 März 9 873 7 891 April 17 686 16 999 Mai 23 883 14 981 Juni 22 010 26 969 Juli 40 794 39124 August 66 998 63 479 September 38 674 34 645 Oktober 16 321 12 773 Total 248 066 229 630 Zweifellos geht aus den bisherigen Ergebnissen mit aller Deutlichkeit hervor, dass die Merkwürdiges Schweigen folgt den Worten. Die Männer stossen sich gegenseitig an, und die Mädchen ducken sich scheu. Urubu schreit grell: «Diego? Der fuhr den Strom hinab nach Santa Euphemia. Die Annehmlichkeiten, die ich ihm bot, genügten ihm nicht, und er wollte sein Geld dort ausgeben. Der Dummkopf! » < Ja ! » wirft Benito ein. « Ja, Diego war sechs Monate im Sertao und brachte ungeheuer viel Kautschuk mit. Coronel Numez gab ihm sechshundert Milreis für die Curiarialadungen!» Benito macht eine Pause, spricht dann jedes weitere Wort dramatisch langsam aus. « Wie kommt es, dass mir, der ich vor sieben Wochen in Santa Euphemia anlegte, niemand etwas über Diego erzählen konnte ? > Die Gesichter der Seringueiros sind drohend geworden, und noch mehr ducken sich die Mädchen zusammen. Urubu erwidert gleichgültig : « So ist er eben vorbeigefahren, der launische Windhund ! » Bastiano fordert: « Und Estrella ? » Der Geier spreizt die Klauenhände, lächelt: « Sie war krank, das Täubchen. Fieber ! Und der galante Coronel Numez Hess eigens das Dampfboot heizen, um "sie nach den Ansiedlungen zu bringen. Fragt ihn ! » «Hm ! » brummt einer der Männer. « Du weisst genau, dass er mit uns nicht spricht und sogar drohte, auf uns zu schiessen, wenn I bundesrätliche Benzinzollpolitik, was die Entlastung der Ausländer anbetrifft, bei weitem nicht die gewünschten Erfolge zeitigte, ungeachtet der Tatsache, dass die die Grenze der Tragbarkeit überschreitende Inlandsbelastung der Bundeskasse sicherlich die erwarteten 16 Millionen Franken nicht bringen dürfte. Weiterhin drücken auch die andern Faktoren, welche die Schweiz im Vergleich zu ausländischen Reisegebieten allzu stark ins Hintertreffen setzen, derart auf den internationalen Autotourismus, dass ein längeres Verharren der schweizerischen Strassenverkehrspolitik in ihrer heutigen, labilen Stellungnahme zu dringenden Problemen, namentlich hinsichtlich des Ausbaus unserer Alpenstrassen, der ganzen Volkswirtschaft enorme Verluste bringen muss. In das gleiche Kapitel gehört die ewige Verschleppung der Bundesbahnsanierung; aber was berühren uns alle diese Probleme, wenn es uns dabei noch so gut geht, wie in keinem andern Land! Wahrscheinlich wird diese Auffassung sich bald als das entpuppen, was sie ist, als fatale Fata Morgana. -my- ALTERSERSCHEINUNGEN AM AUTOMOBIL Fortsetzung von Seite 1. Als weitere Begleiterscheinung tritt an der Lenkung der sog. tote Gang auf, der eine gewisse Grenze nicht überschreiten darf, um die Zuverlässigkeit des Fahrzeuges nicht zu gefährden. Eine sachgemässe Pflege hat auf die Organe der Lenkung einen ausserordentlichen Einfluss. Gut und regelmässig geschmierte Gelenke werden sich auch nach längerer Zeit noch in brauchbarem Zustande befinden, dagegen werden gar nicht oder ungenügend'ge- pflegte Gelenke schon nach verhältnismässig kurzer Betriebsdauer viel Spiel aufweisen. Dasselbe gilt für den Zustand der Federbolzen und den der Federn. Bei einem mit langer Betriebszeit laufenden Wagen sind diese vielfach sehr stark abgenutzt und zum Teil' sogar beschädigt, was oft allerdings sehr schwer festzustellen ist. Da der ganze Wagen auf den Federn lagert, ist deren guter, einwandfreier Zustand von grosser Bedeutung. Eine schlechte Federung ist nicht nur eine Gefahr für den Wagen, sondern vor allem auch für den Motor. Eine Kontrolle der Federn ist nur durch vorsichtiges Anheben des Rahmens und genauer Beobachtung der Federbolzen möglich. In den meisten Fällen, schätzungsweise nach 120 000—150 000 Fahrkilometern, ist der Wagen in dem Stadium, wo die Reparaturkosten seinen Wert wesentlich übersteigen; er ist dann reif für den Autofriedhof. Es ergaben nämlich die Versuche einer amerikanischen Universität, dass ein Fahrzeug bei einem ent- Sanierung des schweizerischen Verkehrswesens. Der ständige Ausschuss für Verkehrsfragen der freisinnig-demokratischen Partei vertritt die Auffassung, der Bundes- sprechenden Alter viel unrentabler ist, alsrat müsse ersucht werden, das Problem der Sanierung des schweizerischen Verkehrswesens in seiner Gesamtheit sofort an die Hand zu nehmen. Zur Vorbereitung der hiezu erforderlichen weitschichtigen Arbeit sei sobald wie möglich eine Kommission von Fachleuten und Volkswirtschaftern zu be- wir seinen Cabanas zu nahe kämen. Uebrigens lügt er so gut wie du. Bueno, ich wünschte, der Jacare asu, der unter diesem Hause lebt, könnte sprechen ! » Gewichtig wiederholt der Breitschultrige: «Ich bin Bastiano Reyes, der Sertaohändler, und. man kennt mich selbst im fernen Rio de Janeiro, wo mein Geld auf der Bank liegt und meine Familie auf mich wartet. Und ich war hier, als Urubu noch nicht an diesen Ort dachte, und ich habe den Seringueiros des Numez, sowie jenen, die frei in den Wäldern nach Kautschuk suchten, Proviant, Kleider, Cachassa und Munition verkauft. Urubu, du hast, als du mit deinen Mädchen kamst, meinen Handel verdorben. Noch verkaufe ich zwar Munition, Proviant und Kleider. Aber keine Cachassa mehr. Und selten kommen die Männer in mein Haus, um zu spielen, obwohl die Karten bei mir ehrlich sind und meine Würfel keine Bleiplatten haben. Diese beiden Gringo-Senhores brachten heute den Stein ins Rollen. Und ich, Bastiano Reyes, der Sertaohändler, frage dich, den man Urubu nennt: Ist es wahr, dass du auch bald Proviant und Munition an die Seringueiros verkaufen willst ? » Die Blicke der beiden Männer bohren sich ineinander. Henderson entzündet die Pfeife. Urubu faucht: « Und wenn ? > AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 15. NOVEMBER 1935 — N° 92 man gemeinhin annimmt. Ferner wurde dabei festgestellt, dass die grössten Verluste an diesen Teilen im Mechanismus auftreten, wo man sie am wenigsten erwartet. Die Versuche wurden an solchen Fahrzeugen getätigt, welche zum Teil 100 000 bis 225 000 Kilometer gelaufen waren. Die Wagen wurden mit den Hinterrädern auf Rollen gestellt, die mit einer umfangreichen Dynamometeranlage verbunden waren. Die Anlage gestattete dabei eine genaue Messung der an den Hinterrädern verfügbaren Leistung unter fast den gleichen Bedingungen, wie wenn sich das Fahrzeug auf der Strasse bewegt hätte. Ferner war es möglich, die Leistung des Motors direkt zu bestimmen; sogar verschiedene Belastungen der Wagen wurden berücksichtigt, so dass also alle Unterlagen zur Berechnung der Uebertragungsverluste zur Verfügung standen. Der Unterschied in den Maximalleistungen stellen. Einerseits kommt diese Aufforderung leider viel zu spät und anderseits glauben wir kaum, dass sie auf dem eidg. Post- und Eisenbahndepartement den notwendigen Eindruck hinterlassen werde, ist doch seit der Verwerfung des Verkehrsteilungsgesetzes manch kostbare Stunde verflossen, ohne dass an die Sanierung der S.B.B., als des schon längst der dringendsten Lösung harrenden Verkehrsproblems, Hand angelegt worden wäre. Hart schlägt Bastianos Faust auf denladens. Tisch. «Weil dann ich und diese Männer mit mir! weil ich dann deinen Jacare asu etwas fragen werden. Nach Diego und Estrella ! » Murmeln bricht aus. Der Geier lacht verlegen. Henderson schüttelt den Kopf. « Komische Gesellschaft, schätze ich. Der Bastiano scheint ja ein ehrlicher Bursche zu sein, aber was, beim Donner, meint er nur mit dem Krokodil ? Kann denn so ein unvernünftiges Vieh sprechen ? Ist mir unbegreiflich, die Geschichte hier, schätze ich ! » Der Brasilianer lässt Urubu brüsk stehen, macht uns eine Verbeugung. «Wenn die Senhores mir nun folgen wollen ? » Wir gehen hinaus, und die Männer holen ihre Fahrzeuge an die Treppe. Es ist heiss. Die Sterne flimmern ganz matt. Wieder schüttelt mich ein Frostanfall. Sieben Curiarias und unser Palmettokanu mit den drei Indianern paddeln langsam um das Grand Hotel Dom Pedro. Die Tür ist offen, schimmert als gelbes Rechteck. Eine weibliche Gestalt steht darin und winkt. Benito, der neben uns in des Urwaldhändlers Curiaria hockt, antwortet mit der Hand, « Juanita ! > flüstert er, und gutmütig lacht Bastiano Reyes. • Nun sind wir angelangt. Hundert Meter vom Hotel entfernt, erhebt sich aus dem Wasser der schiefe Pfahlbau des Sertao- Beschleunlgte Fertigstellung der Strasse Kairo-Alexandrieil. Die ägyptische Strassenverwaltung beschloss, den Aasbau der Strasse von Kairo nach Alexandrien, die von den Pyramiden aus quer durch die Wüste führt, zu beschleunigen. Es handelt sich in der Hauptsache um Asphaltierungsarbeiten. Auf der Strecke Pyramiden- Amrieh soll ein neues Gemisch aus Teer, Kteselsteinen und Sand Anwendung finden, wodurch sich die Kosten auf 75,000 LE. beschränken sollen. Die Strasse wird lediglich dem Schnell-Autoverkehr dienen. Jedes Jahr ein neuer Wagen ? Ford soll ein neues Verkaufssystem durch- 1 führen, das nach der Neuyorker Automobilausstellung in Kraft treten würde. Der Käufer zahlt beim Kauf des Wagens 100 Dollar bar der Motoren war verhältnismässig gering. So betrug z. B. die Leistung in dem einen Fall 13 PS, im anderen 16 PS bei Vollgas und den gleichen Drehzahlen. Beide Motoren wiesen jedoch schon grössere Erneuerungsreparaturen auf. Wesentlich grösser waren die Verluste, welche in der Uebertragung festgestellt wurden. Bei einer Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometer wurden beim jüngsten Fahrzeug 5,2 PS, und beim ältesten 7,6 PS gemessen, bei einer Stundengeschwindigkeit von 50 km sogar 8,8 bezw. 12,4 PS, woraus sich ergab, dass das älteste Fahrzeug fast seine ganze Motorleistung für die Ueberwindung der Reibungen in der Uebertragung verwenden musste; hierbei ist nun noch zu berücksichtigen, dass das Fahrzeug auf der Strasse niemals eine Geschwindigkeit von 50 km/St, hätte erreichen können, da hier hoch mit dem Luftwiderstand gerechnet werden muss. Der Unterschied im Brennstoffverbrauch betrug auf 100 kmund den Rest in monatlichen Raten von 20 Dollars. Solange die monatlichen Zahlungen pünktlich geleistet werden, garantiert Ford dem Käufer jedes Jahr den Umtausch des alten Wagens gegen einen neuen. Was mit den anfallenden Altwagen geschehen soll, ist noch nicht bekannt. etwa 50 %. Die Gasverluste wurden durch einen Gasometer festgestellt, mit dem die austretenden Gase neben dem Kolben und am Entlüfter des Kurbelgehäuses gemessen wurden. Beim jüngsten Motor war der Gasverlust 0,04 cbm pro Stunde, und beim ältesten betrug er 0,95 cbm. Beim Beschleunigungsvermögen betrug der Unterschied 27 %. Gerade so hoch war auch die Differenz in der Geschwindigkeit der beiden Fahrzeuge bei einem bestimmten Moment nach gemeinsamem Start. Einen besonderen Umstand aber, der den Gebrauch eines alten Wagens erst recht unrationell macht, hat man bei diesen Experimenten ausser acht gelassen: Durch die Leistungsverluste ist nämlich der Fahrer gezwungen, sobald sich die kleinste Steigung zeigt, in kleinen Gängen zu fahren, wobei sich wieder der Brennstoffverbrauch wesentlich erhöht und noch neue Reibungen hinzukommen, welche die Rentabilität noch mehr herabsetzen. Wenn das Fahrzeug in das Stadium kommt, in dem sich obenbeschriebene Mängel einstellen, wird es in den meisten Fälien das Gegebene sein, den Wagen auf eine für den Besitzer günstigste Art und Weise in den Ruhestand zu versetzen. H. E. V. Verkehv 'stischer Die Absatzaussichten für die amerikanische Autoindustrie. In den massgebenden Kreisen der amerikanischen Autoindustrie wird für das Jahr 1936 ein Absatz von fünf Millionen neuen Fahrzeugen vorausgesagt. Vom jetzigen Automobilbestand sind über fünf Millionen Fahrzeuge sieben und mehr Jahre alt, nach amerikanischen Begriffen alsp stark überaltert, und zehn Millionen Fahrzeuge stehen schon vier und fünf Jahre im Betrieb. Es wird daher mit dem Abgang und Ersatz von wenigstens vier Millionen gebrauchter Automobile gerechnet, wozu eine Million an erstmaligen Autokäufen kommen soll. Hoffentlich klappt die Rechnung! * Ueber 400 Gummibestandteile im neuen Ply« mouth. Der im nächsten Jahr herauskommende Plymouth-Wagen wird laut «Automotive- Industries » über 400 Gummibestandteile aufweisen, die zusammen ohne die Bereifung, nahezu 20 kg wiegen. Zum erstenmal werden auch geräusch- und vibrationsisolierende Gummipolster zwischen der Karosserie und dem Chassisrahmen angewandt. Keine F.N.-Personenwagen mehr. Wie aus dem Geschäftsbericht der Fabrique Nationale d'Armes de Guerre hervorgeht, ist beabsichtigt, in Kürze die Serienherstellung von Personenwagen aufzugeben. Die Herstellung schwerer Lastwagen und Spezialwagen für industrielle Zwecke soll jedoch fortgesetzt werden. Die letzte unfallfreie Stadt Bermuda war bisher frei von Strassenverkehrsunfällen, an denen Motorfahrzeuge be* teiligt waren, weil in dieser Stadt der Automobilverkehr für Private immer noch verboten ist. Einzig einige wenige Spezialfahrzeuge der Stadtverwaltung tauchen ab und zu in den Strossen auf. Der Gefängniswagen hat nun jüngst den ersten Unfall verursacht, indem eine taube Velofahrerin leider mit diesem Wagen kollidierte und dabei tödlich verletzt wurde. Damit hat nun sogar Bermuda ihren Ruf als unfallfreie Stadt verloren. Alle Mann klettern wir hoch, und Bastiano zündet die Petroleumlampe an, die ihren milden Schein bis in die entferntesten Winkel wirft. Auf einem Brettertisch steht die Waage. Ueberall Kisten und volle Säcke, Kleider, Zwiebelschnüre, Revolver, Hüte und Messer in buntem Wirrwarr. Längs der Wände baumeln Hängematten. Auf einem Flechtwerkschemel sitzt ein alter Wickelschwanzaffe mit angegrautem Kotelettenbart, reibt sich die blinzelnden Augen und weist mürrisch die Zähne. « Ruhig, Chango !» lacht Bastiano, und Chango, der Affe, kauert sich zusammen, schläft weiter. Der Urwaldhändler öffnet einige Konservenbüchsen, setzt uns Corned beef und amerikanisches Crackerbrot vor. Während wir heisshungrig essen, unterhalten sich die Seringueiros leise. Mit einem « All right! > zieht Henderson den Beutel, aber der Brasilianer fällt ihm in den Arm. « Ich hoffe, Sie wollen mich nicht beleidigen, Senhor ? Sie haben jetzt nichts zu bezahlen. Morgen können Sie Ihren Bedarf bei mir eindecken. Und für die beiden Häuser, zu denen Benito Sie nachher hinrudern wird, werden Sie mir ein Milreis entrichten. Ein Milreis pro Nacht oder pro Jahr. Das ist mein Preis. Ich bin Bastiano Reyes, der Händler des Sertao, ein ehrlicher Mann ! » (Fortsetzung SeiU 5.)

N° 92 — FREIHAG, 15. NOVEMBER 1935 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten Einiges über Rekorde. In der Auslegung der verschiedenen Arten von Rekorden entstehen oft Unklarheiten und Verwechslungen; dies besonders, weil im Automobil- und Motorradsport ganz verschiedene Regeln über die Bezeichnung der Rekorde bestehen. Im Automobilsport wird nur die absolut beste Leistung über eine gewisse Strecke öder Zeit als Weltrekord, anerkannt, während im Motorradsport jeder Klassenrekord zugleich auch eine Weltbestleistung darstellt. Man hat schon oft versucht, in dieser Beziehung eine Einigung zwischen der A. I. A. C.R. und der F.I. C. M. zu erzielen, doch ist dieses Bestreben immer wieder gescheitert. Im Motorradsport existieren also nach wie vor gegen die 400 Weltrekorde. Die internationalen Sportreglemente der Ä. I. A.C. R. sehen folgende Arten von Rekorden vor: a) Lokale Rekorde? b) Nationale Rekorde? c) Internationale Rekorde; d) Weltrekorde, wobei diese im Anhang zum internationalen Sportkodex wie untenstehend definiert werden: a) Lokale Rekorde: Hier handelt es sich um eine Bestleistung, die entweder auf einer permanenten oder nur für kürzere Zeit bestehenden Piste erzielt wurde, wobei die Nationalität des betreffenden Fahrers keine Rolle spielt. Die Genehmigung der lokalen Rekorde wird vom entsprechenden nationalen Automobil-Club vorgenommen. . Beispiel: Runden und Streckenrekord auf der Piste vom Bremgartenwald sind lokale Rekorde. Ferner auch eine Bestleistung über eine gewisse Bergstrecke. b) Nationale Rekorde sind Bestleistungen über eine gewisse Strecke oder Zeit innerhalb den Grenzen eines Landes; sie werden eben- / falls vom betreffenden nationalen Automobil- Club homologiert und sind unaöhängig von der Nationalität des Fahrers. Beispiel: Die Bestleistung Caracciolas auf Mercedes-Benz im letzten Herbst in Gyon über den Kilometer ist, nachdem Nuvolari (Alfa Romeo) die Spitzengeschwindigkeit des Deutschen noch überboten hat, immer noch ein nationaler ungarischer Rekord (also kein deutscher, wie man zunächst vermuten möchte). c) Internationale Rekorde: Der beste aller nationalen Rekorde einer jeden Klasse wird als internationer Rekord gewertet. Die Homologierung geschieht durch die A. I. A. C. R. Beispiel: Die Bestleistung Jenkins über 24 Stunden, der für kurze Zeit die Bedeutung eines Weltrekordes zukam, bleibt, nachdem G. E. T. Eyston über diese Zeit mit seinem 21- Liter-Superrennwagen noch einige Kilometer mehr herauswirtsohaftete, weiter als internationaler Rekord der Klasse 5000 bis 8000 ccm bestehen. d) Weltrekorde sind die absoluten Bestleistungen über eine gewisse Zeit oder Strecke, unabhängig von der Klasse des betreffenden Fahrzeuges. Die Homologierung wird ebenfalls durch die A. I. A. C. R. auf Verlangen eines nationalen Automobil-Clubs vorgenommen. Beispiel: Campbells Rekordfahrt über die Meile oder diejenige Eystons über die 24 Stunden sind Weltrekorde. Was die Rekorde über Strecken anbelangt, so gibt es solche mit stehendem und solche mit fliegendem Start. Von den letztern existieren nur sechs pro Klasse, nämlich über 1 km, 1 Meile, 5 km, 5 Meilen, 10 km und 10 Meilen. Dagegen sind Bestleistungen mit stehendem Start unbeschränkt und umfassen folgende Distanzen: 1 km 1 Meile 1000 km 1000 Meilen 50 » 50 Meilen 2000 » 2000 » 100 » 100 > 3000 » 3000 » 200 > 200 » 4000 » 4000 » 500 > 500 > 5000 » 5000 > Die Fortsetzung dieser Liste springt nun von 5000 zu 5000 km bzw. Meilen bis auf 30,000 Kilometer bzw. Meilen hinauf, um von da aus bis ins Unendliche eine Steigerung von je 10,000 km bzw. Meilen zu erfahren. Rekorddistanzen, die sowohl mit stehendem •wie auch mit fliegendem Start gefahren werden können bzw. Anerkennung finden, gibt es somit nur zwei: es sind dies der Kilometer und die Meile. Ueber eine gewisse Zeit zu fahrende Rekorde dürfen nur stehend gestartet werden und kommen über folgende Perioden zur Homologierung: 1 Std., 3 Std., 6 Std., 12 Std., 24 Std., 48 Std., 3 Tage, 4 Tage, 5 Tage usw. ohne Begrenzung. Selbstverständlich können Zeit- und Strekkenrekorde in ein und derselben Fahrt kombiniert werden. Die Zeit über die kurzen Strecken, also bis 10 Meilen, muss mit einer Genauigkeit von Vico Sek. gestoppt werden, während im übrigen eine solche von V« Sek. verlangt wird. Die Coupe de FArmistlce kam vergangenen Montag, den 11. November, in der Umgebung von Paris zur Austragung. Die 246 km lange Strecke brachte den Fahrern verschiedene Ueberraschungen und stellte teilweise an die Maschinen hohe Anforderungen. Hervorragend vermochte sich die Singereauipe zu halten, die in der Klasse 1100 ccm die beiden ersten Plätze ohne jegliche Strafpunkte belegte. Das Klassement. 750 ccm: 1. Chartern (Austin), 16 Punkte. 1100 ccm: 1. Gaillard (Singer), 0 Punkte; 2. Lapchin (Singer), 0 Punkte; 3. Hup (B.N.G.), 0 Punkte; 4. Savoye (Singer), 3 Punkte. 1500 ccm: 1. Delpech (Amilcar), 0 Punkte; 2. Roussange (X), 2 Funkte, Louis Chlron auf Mercedes-Benz? Wie aus der französischen Fachpresse zu entnehmen ist, soll sich Mercedes-Benz mit Chiron, der bekanntlich bis heute noch von keinem Rennstall verpflichtet wurde, in Verbindung gesetzt haben, zwecks Besprechung eines möglichen Engagements dieses vorzüglichen französischen Fahrers für 1936. Bestimmtes ist bis heute noch nicht zu erfahren, aber man wedss, dass Chiron schon lange ein Auge auf den Rennstall von Untertürkheim geworfen hat; ferner geniesst der Franzose in «Deutschland eine Popularität, wie kaum ein zweiter ausländischer Fahrer. Auch in deutschen Sportkreisen wird bereits von einer Verbindung von Mercedes- Benz mit Chiron gesprochen, so dass doch mit grosser Wahrscheinlichkeit mit einer solchen Kombination gerechnet werden kann, dies um so mehr, da sfeh ja Fagioli vom Untertürkheimer Rennstall zurückziehen soll. Ein * Grosser Preis» in Deauville? Die «Union commerciale» von Deauville und der A.C. de l'Ouest beschäftigen sich zurzeit mit der Möglichkeit, in der kommenden Saison in Deauville ein Rundrennen zur Ausschreibung zu bringen. Ein besonderer Ausschuss hat bereits die Streckenführung einer nähern Prüfung unterzogen und sich sehr befriedigend darüber ausgesprochen. Die städtische Behörde würde scheinbar eine solche Veranstaltung sehr begrüssen. PRAGA 1936 Distanz oder Zeit Start Datum Ort 1 Meil. flieg. 3/9/35 Salt Beda 5 km „ 10 Meil. „ 6/9/35 60 km steh. 8/9/35 50 Meil. „ 8/9/35 100 km „ 8/9/35 „ 100 Meil. „ 8/9/35 200 km „ 15/9/35 200 Meil. „ 6/8/35 500 km „ 6/8/35 500 Meil. „ 16-16/7/35 1000 km „ „ 1.000 Meil. „ „ „ 2000 km „ 16-17/9/35 2000 Meil. „ 16-17/9/35 3000 km „ 16-17/9/35 3000 Meil. „ 16-17/9/35 „ 4000 km „ 16-17/9/35 5000 km „ 16-17/9/35 10000 Meil. „ 22-29/7/35 Montlhery 15000 km 20000 km I Std. „ 15/9/35 Salt Beds 3 Std. „ 15-16/7/35 6 Std. „ „ „ 12 Std. * 16-17/9/35 ZWEI STERNE der tonangebenden, seit 40 Jahren erzeugenden Auto- und Maschinenkonzerne DHaMa^l a##t* Das Kleinwagen-Rennen von Monaco, das bekanntlich in der kommenden Saison erstmals in Verbindung mit dem Grossen Preis von Monaco eur Austragung gelangt, wird voraussichtlieh über vierzig Runden führen, was einer Distanz von 127,2 km entspricht. Stuck bleibt bei der Auto-Union. Wie -wir aus der italienischen Sportpresse entnehmen, hat Stuck seinen Vertrag mit der Auto-Union für 1936 erneuert, so dass sich dieser Rennstall in der kommenden ßaison wiederum aus Stuck, Varzi und Rosemeyer zusammensetzen Wird. 1,5 Liter, 7 PS, 120 km per Stunde 1 Liter, 5 PS, 110 km per Stunde sind die Namen der neuen Modelle PRAGA, die dank ihrem hohen technischen Niveau und der ungewöhnlichen Eleganz Ihre Aufmerksamkeit verdienen. PRAGA-Lady ist mit einem •wirtschaftliehen Vierzylinder-Motor von gewaltiger Leistung versehen, der die grosse Tradition des Piccolo-Wagens 1.45 hat. PRAGA-Baby, Sieger des vorjährigen Autosalons, wurde in dieser Saison mit doppelt gummigelagerter Hinterachse mit Differential ausgerüstet und weiter vervollkommnet. Seine Karosserie wurde breiter, länger und luxuriöser, der grosse kombinierte Geschwindigkeitsmesser im Armaturenbrett erhielt noch eine 8-Tage-TJhr. Langer Radstand (2545 mm), 110 km Stundengeschwindigkeit, Patent-Leichtmetall-Zylinderkopf, synchr. Getriebe, ganz fabelhafte Strassenhaltung infolge der Schwingachsen, gummigelagerter Motor, ganz leichte Lenkung. Sportwagen in höchster Vollendung, Limousinen und Cabriolets. Preise von E"r. 3900 bis Fr. 4700.—. Snbrertretnngen: Bern: Antonio A.-G. Biel: S.Meier, unt. Quai 102. Bellinzona: Grand-Garage A.-G. Chnr: Bosch & Meier. Genl: Carfagni AI., Pl. Navigation. Lnzern: Brünig-Garage Egger. La Chauxde-Fonds: Garage Kuhfuss. Lausanne: Grand-Garage M. Schweizer. Wolhusen: Ch. Hostettler. Fahrer Malcolm Campbell G. E. T. Eyston D. A. Jenkina John Cobb John Cobb n. Rose-Richards G. E. T. Eyston, C. S. Staniland, A. Denly Marchand, Pbrtin, Vaillant, Le Roy* de Presale, Dusanter Zeit oder Distanz 11"955 38"2875 3'35"440 11'45"566 18'42"290 23'08"236 37'35"679 46'50"5353 1 h. 19W537 2 h.03'll"576 3 h.23'10"069 4 h. 17'06"462 6 h. 53'59"366 8 h. 37'02"559 14 h. 00'53"808 12 h. 56'14"142 21 h. 18'51"838 17 h. 29'03"220 22 h. 07'23"339 111 h. 28'11"26 103 h. 38'35"50 141 h. 32'17"58 Staniland, A. Denly 24 Std. „ 16-17/9/33 „ ' 5427 3 Tage * 22-29/7/35 „ Marchand, Portin • 10478 Vaillant, Le Roy de Presale 4 Tage » » „ 13899 5 Tage „ „ 17320 Dusanter, Tomino 6 Tage „ „ „ „ 20355 Brillault 1 Tage „ „ „ 23385 Delaroche Anmerkung: Die oben angeführten Fahrer, bzw. Equipen gende Maschinen: Campbell-Blue Bird, Eyston-Speed of Gobb-Napier-Railton, Marchand-Citroen. Dnan«_Da n\t Die von der A. l> A. C. R. anerkannten Weltrekorde. 22-29/7/35 Montlhery PRAGA 1936 Generalvertretung: Gebr. Frey, Zürich 3, Albisriederplatz3 - Tel.39.826 Service und Bestandteillager Nachgeführt bis 15. Juli 1935. Marchand, Fortm, Vaillant, Le Roy de Presale", Dusanter, Tomine G. E. T. Eyston John Cobb John Cobb, Rose-Richards G. E. T. Eyston, C. S. 256 km 371 712 km 717 1396 km 613 benützten zu the Winds, km 540 km 408 km 678 km 984 km/Std. 484.619 470.127 268.921 255.114 258.116 259.322 256.846 256.179 244.171 243.520 237.637 233.365 233.244 232.089 229.661 231.888 226.514 228.778 226.008 144.375 144.727 141.249 256.371 237.572 232.769 226.148 145.533 144.788 144.342 141.357 139.198 Meil./ Std. 301.13 292.12 167.10 158.52 160.39 161.13 159.60 159.18 151.72 151.32 147.66 145.01 144.93 144.21 142.70 144.09 140.75 142.16 140.43 89.71 89.93 87.77 159.30 147.62 144.64 2780 km 489 231.707 143.98 km 399 km 198 140.52 90.43 89.97 89.69 87.83 86.49 ihren Rekordfahrten fol- Jenkinss-Duesemberg, John Tesslner Strasseninitiative. Nächsten Sonntag haben sich unsere Miteidgenossen ennet dem Ootthard über ein Initiaüvbegehren betreffend Bau und Instandhaltung der Strassen auszusprechen. Das von einem überparteilichen Aktionskomitee ausgearbeitete Projekt will dem Staat das Eigentum an allen kantonalen und Kreisstrassen übertragen, wobei diesem gleichzeitig die Pflicht obliegen würde, die Korrektions-, Verbesserungs-, Instandhaltungs- und Schneebrucharbeiten zu besorgen. Im weitern verlangt die Initiative vom Staate die Uebernahme der Verpflichtung, alle bis jetzt vorgesehenen Strassenarbeiten im Verlaufe der nächsten 6 Jahre zu erledigen. Neben diesen Forderungen wird die Schaffung eines von der staatlichen Verwaltung unabhängigen Spezialfonds verlangt, dem alle Einnahmen aus dem Strassenbetrieb restlos zuzuführen wären. Als Verwalter dieses Fonds soll eine von der Regierung unabhängige grossrätliche Kommission bestimmt werden. Bei ungenügenden Einnahmen hätte der Staat den Fehlbetrag zu decken. Dem Projekt ist weiterhin eine Rückwirkungsklausel bis auf den 8. Januar 1929 beigegeben, so dass den Kanton ganz erhebliche Summne an die Gemeinden zurückzuerstatten hätte. Auf Vorschlag der Gesetzgebungskommission hat der Grosse Rat beschlossen, dem Volk die Ablehnung des Projektes zu empfehlen und zwar ohne Gegenüberstellung eines Gegenvorschlages. Stvassen Waadtländisches Strassenbauprogramm. Der Grosse Rat des Kantons Waadt stimmte dem Strassenbauprogramm pro 1936 zu. Gleichzeitig beschloss er, verschiedene Subventionen den Gemeinden für Strassenverbesserungsarbeiten auszurichten und ermächtigte den Staatsrat, dem Spezjalkredit von 10 Mill. Fr. für die Verbesserungen des kantonalen Strassennetzes auf Rechnung des Jahres 1936 einen Betrag von 1,65 Mill. Fr. zu entnehmen. Oeffnuna der Gandria-Sfrasse am 1. Dezember: Letzter Tage ging durch die Presse die Meldung, dass die Gandriastrasse nun auf 1. Dezember eröffnet werden soll. Die Eröffnung dieser Strasse wurde nun schon so oft vorausgesagt und dann immer wieder verschoben, dass wir etwas skeptisch geworden sind. Wir haben uns auch letzte Woche an eine kompetente Stelle in Lusano gewandt, um Auskunft über die wirkliche Oeffnung der durchgehenden Strasse Lugano-Porlezza zu erhalten. Bis jetzt haben wir noch keine Antwort erhalten, weshalb uns auch das Datum der durchgehenden Oeffnung auf 1. Dezember noch etwas fraglich erscheint, besonders da auf italienischer Seite, unmittelbar an der Grenze, noch grössere Tunnelarbeiten im Gang sind. Zudem wurde auch die Meldung verbreitet, dass die Post einen durchgehenden Autobusverkehr einrichten würde. Von zuständiger Stelle wird uns aber mitgeteilt, dass dies auf das Datum des 1. Dezember nicht möglich sei. Es wird uns freuen, wenn die von uns gehegten Zweifel nicht richtig waren, und wir werden auch raschestens über eine definitive Oeffnung der Gandriastrasse in unserem Blatte berichten.