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E_1935_Zeitung_Nr.092

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Verkehr Internationale

Verkehr Internationale Beratungen über die Leuchtsignale bei Strassenkreuzungen. Die Frage der Kennzeichnung von Strassenkreuzungen und deren Verkehrsregelung durch Leuchtsignale ist im Schosse des ständigen Strassenkomitees des Völkerbundes, sowie anderer Ausschüsse der Transitorganisation in wiederholten Tagungen beraten worden, um endlich in einer Novembersession von der «Commission consultative et technique des Communications et du transit» (sozusagen dem Initiativorgan der Verkehrssektion des Völkerbundes) durch die Annahme einer Reihe fester Empfehlungen gelöst zu werden. Als das Problem von der internationalen Vereinigung der anerkannten Automobilclubs aufgeworfen wurde, hatte das ständige Strassenkomitee noch nicht über genügendes Dokumentierungsmaterial verfügt. Man stand in verschiedenen Ländern erst im Begriffe, die Vereinheitlichung der einzelnen Leuchtsignalsysteme durchzuführen, während man in andern Staaten über den Wert der betreffenden Methoden noch ganz im Unklaren war. Im besondern schwankte man zwischen dem dreifarbigen und dem einfarbigen System. In Frankreich z.B. erfreute sich das Prinzip der einfarbigen Beleuchtung erst der Gunst der Pariser Stadtverwaltung, die sich später aber doch der dreifarbigen Signalisierung zuwandte. Die Belgier, die, wie sie im Komitee zum Ausdruck brachten, das einfarbige System zwar als ungenügend erachteten, waren dafür der Ansicht, dass das zweifarbige grosse Vorteile biete und volle Befriedigung gebe. Das Uebergangssignal zwischen der roten Farbe, die « Halt» anzeigt, ind der grünen, die «Freie Bahn » bedeutet, wird in Belgien durch das gleichzeitige Erscheinen der beiden genannten Farben gebildet. Die Völkerbundsausschüsse waren aber der Ansicht, dass das Dreifarbensystem im Interesse der Sicherheit und der Geschmeidigkeit des Verkehrs, und zwar sowohl für Fahrzeuge als auch für Fussgänger, vorzuziehen sei. Da für die reibungslose Abwicklung und die Regelmässigkeit des nationalen wnd internationalen Verkehrs die Einheitlichkeit der Signalisierung von entscheidender Bedeutung ist, hielt man es letzten Endes für zweckmässig, von den wenigen Ländern, die noch eine andere Signalisierung eingeführt haben, abzusehen und sich dem in der Mehrzahl der Fälle angewandten System der Dreifarbigkeit anzuschliessen. Zu dieser Empfehlung ist man gelangt, nachdem eine vom Völkerbundssekretariat im Auftrage des ständigen Strassenkomitees veranstaltete Umfrage bei den Regierungen der europäischen Staaten die notwendigen Unterlagen über die bisherige Regelung dieser Frage erbracht hatte. Das nun angenommene System besteht darin, dass da, wo der Verkehr an Strassenkreuzungen durch Leuchtsignale geregelt ist, das Dreifarbensystem gelten soll, und zwar in Gestalt von roten, grünen und gelben Lichtern. Dies bedeutet eine Anwendung des auf dem Gebiete der Strassensignalisierung allgemein befolgten Prinzips, wonach Rot als Zeichen der Gefahr bzw. des Anhaltens, Grünais solches der freien Durchfahrt und Gelb als Achtungssignal zu betrachten ist. Die letztgenannte Farbe hat die besondere Bedeutung eines Zwisehensignals «wischen den beiden anderen Farben. Die Anordnung der drei Farben hat in vertikaler Lagerung zu erfolgen, und zwar von oben nach unten in der Reihenfolge: Rot, Gelb, Grün. Doch kann in Ländern, wo die umgekehrte Anordnung besteht, diese beibehalten werden. Die Höhe der Leuchtvorrichtung vom Boden aus muss derart sein, dass die Lichter für den Fahrzeuglenker und den Fussgänger leicht sichtbar sind. Um auch den Wagen mit niedriger Karosserie Rechnung zu tragen, soll aber neben den in gewisser Höhe angebrachten Lichtern in tieferer Lage noch eine zweite Gruppe mit den gleichen Zeichen in Funktion gesetzt werden. Das hätte nach der Meinung des Komitees noch den besonderen Vorteil der leichten Sichtbarkeit für die Fussgänger. Grundsätzlich soll es sich bei den Lichtern des Dreifarbensystems um Dauerlicht handeln. Wenn sie aber in gewissen Stunden nicht funktionieren, kann trotzdem ein Interesse bestehen, das Vorhandensein einer Strassenkreuzung durch Lichtsignale kenntlich zu machen. Für solche Fälle empfiehlt das Komitee eine Signalisierung durch ein ununterbrochen im Gange befindliches gelbes Blinklicht. Dieses Prinzip soll überdies auch an solchen Stellen Anwendung finden, wo die zuständigen Behörden die Aufstellung eines Dreilichtsignals oder eines Verkehrspolizisten an Strassenkreuzungen. nicht als unbedingt nötig erachten. Äusserdem ist das fixe gelbe Lichtsignal als das Zeichen für die Umfahrung eines Hindernisses (z. B. Verkehrsinsel) anerkannt worden. AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 15. NOVEMBER 1935 N«92 dass die neuen Bestimmungen in einem Zusatz zu der internationalen Konvention über die Vereinheitlichung der Strassensignalisierung vom März 1931 beigefügt werden sollen. Be. WÄ g»f*Btfdh«s« Amerikanische Automobilproduktionsziffern. In den ersten 9 Monaten des laufenden Jahres wurden 1,523,381 (1,319,139) Personenwagen der Preisklasse unter 500 Dollars hergestellt, was einer Zunahme um 15,8 % entspricht Diese niedrigste Preiskategorie ist an der gesamten amerikanischen Personenwagenproduktion in den ersten 3 Quartalen des laufenden Jahres mit 61 % gegenüber 65,28 % in der entsprechenden Vorjahrsperiode beteiligt. Auf die nächsthöhere Preisklasse von 501 bis 750 Dollars pro Wagen entfallen 876,175 gegenüber 605,979 Automobile oder 44,6 % mehr als im Vorjahr. An der Gesamtproduktion verzeichnet diese Klasse eine Steigerung von 29,99 auf 35,08%. Auch die nächstfolgende Kategorie von 751 bis 1000 Dollars hat eine Zunahme von 57,251 auf 69,561 Einheiten zu verzeichnen oder +23,5 %. Im Vergleich zu den ersten 9 Monaten des Vorjahres hat aber diese Wagenklasse einen prozentualen Rückgang an der Gesamterzeugung aufzuweisen und zwar von 2,83 auf 2,78 %. In aufsteigender Linie bewegt sich ebenfalls die Klasse der teuersten Wagen von 3001 und mehr Dollars und zwar von 1789 auf 1958 Einheiten, was einer Zunahme von 9,3 % entsprächt. Immerhin weist auch diese Kategorie im Verhältnis zur Gesamtproduktion einen kleinen Rückgang von 0,09 auf 0,08 % auf. Alle übrigen Preisklassen haben sowohl absolut wie auch prozentual in den ersten 9 Monaten 1935 gegenüber der vorjährigen Parallelperiode einen Rückschlag zu verzeichnen, der bei den Wagen von 1001 bis 1500 Dollars —31,6% beträgt, was absolut einem Rückgang von 24,140 auf 16,455 Fahrzeuge entspricht, resp. von 1,19 auf 0,66 % der gesamten Personenwagenproduktion. Die Kategorie der Wagen im Preise von 1501 bis 2000 Dollars ist von 6959 auf 6218 Automobile oder um 10,7 % zurückgegangen und diejenige der Wagen im Preise von 2001 bis 3000 Dollars von 5605 auf 3643 Motorfahr- Mill. Dollars exportiert Der Lastwagen-, Autobus- und Chassis-Export betrug 38,3 gegenüber 33,5 Mill. Dollars, während sich die wertmässige Ausfuhr von Personenwagen und Chassis auf 703 resp. 655 Mill. Dollars stellte. a iSg»a»ecI* Tourenfrage 987: Riviera. Ich möchte von Aarau über Genf-Grenoble an die Riviera fahren und über Genua und den Gotthard zurück in die #Schweiz. Zur Verfügung stehen mir sechs Tage; welche Route raten Sie mir einzuschlagen und was für Etappen wähle ich am besten? Wje wäre die Route, wenn ich über Lyon und Marseille an die Riviera fahren würde? Tourenantwort: Wir raten zu folgender Route: 1. Etappe: Aarau - Bern - Gümmenen - Murten- Payerne - Moudon - Lausanne - Morges - Nyon- Genf - St. Julien - Cruseilles - Annecy, 273 km. 2. Etappe: Annecy - Alby - Albens - Aix-les- Bains - Chambery - Le Touvet - Grenoble - Vif- Monestier - Glelles - Col de la Croix Haute - Serres - Laragne - Sisteron, 246 km. 3. Etappe: Sisteron - Chäteau Arnoux - Digne- Ghäteauredon - Barreme - Castellane - St. Vallier - Grasse - Gagnes - Antibes - Nizza, 209 km. 4. Etappe: Nizza - Monte Carlo - Menton - Venfimiglia - San Remo - Imperia - Alassio - Albenga- Noli - Savona - Varazze - Voltri - Genua, 208 km. 5. Etappe: Genua - Pontedecimo - Busalla - Serravalle - Tortona - Voghera - Payia - Binasco - Mailand und auf der Autostrada nach Como - Chiasso- Mendrisio - Lugano, 241 km. 6. Etappe: Lugano - Monte Ceneri - Bellinzona - Biasca - Faido - Airolo - Bahnverlad bei Göschenen - Amsteg - Altdorf - Axenstrasse - Brunnen - Wegais - Küssnacht - Luzern - Sursee - Schottland - Aarau, 258 km. Wenn Sie die Route durchs Rhonetal befahren, so würde das- Itinerar folgendermassen verlaufen: 1. Etappe: Bis Genf wie oben unter Etappe 1, dann Collonges - Bellegarde, bis Nantua, 289 km. 2. Etappe: Nantua - Pont d'Ain - Meximieux- Monluel - Lyon - Vienne - Le Creux de la Tine- St. Vallier - Tain - Valence - Loriol - Montelimar - Pierrelatte - Mondragon - Orange - Avignon, 319 km. 3. Etappe: Avignon - St. Andiol - Senas - Lambesc - Aix-en-Provence - Marseille, 108 km. 4. Etappe: Marseille - Cassis - La Ciotat - Bandol - Sanary - Toulon - Hyeres - La Londe - La Mole - Cogolin - Ste-Maxime - St. Aygulf - Frejus - St. Raphael - Antheor - Cannes - Ajitibes - Nizza, 251 km. Von Nizza an dann wie Etappen 4, 5 und 6 in obenstehendem Itinerar. 28 22 (HaU Autokufifer-Decke «hniBMotorhaut Trotz der Kalt» kann Ich Din stundenlang lieh«» lassen und die Wassertemparahjt Wihrand des Fahrern genau I— •uEeren, dank der MULLER & MARTI * BERN Selbst bei 30 Grad unter Hüll ist der Kühler und der Motor eines Automobils nicht mehr in Gefahr. Eine Füllung von Moebius-Frostschutz genügt für den ganzen Winter. JVIoebius-Frostschutz greift die Metalle nicht an. Erhältlich in Originalkannen ä 6 kg in jeder Garage. AUTOL AG-, Basel BERN-Ostermundigen VERCHROMEN STADELMANN & MANTEL A. Q. Tel. 41.128 . STDCKLI • BERN Verkauf«, und Reparaturen von sämtlichen Autopneus u. -schlauchen, sowie Nagelschutzeinlagen. Benzine und Oele. - Fachmännische und prompte Bedienung. 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N" »2 —> FRElHAt?, 15. NOVEMKER 1935 AUTOMOBIL-REVUE Blumenhölle am Jacinto. Fortsetzung von Seite 2. N ITenderson drückt ihm die Hand. Benito drängt nun zum Aufbruch; er meint, es würde einen bösen Sturm geben. Rasch verabschieden wir uns, steigen mit einer brennenden, eben gekauften Schiffslaterne in die Curiaria. Benito paddelt, und hinten folgt der Palmetto mit den lebenden Götzenfiguren der Indianer. Dumpf gurgelnder Strom. Es geht um eine Landzunge herum, und da sehen wir, weit draüssen in hier wohl flachem Wasser, die zwei strohgedeckten Pfahlhäuser stehen. Benito klimmt als erster mit der Laterne nach oben, und auf seinen Ruf bringen die Indianer das Gepäck. Die Hütte bildet nur einen Raum, aus Bambus mit Palmwedeln verflochten. Zwischen den schmalen Ritzen des federnden, bei jeder Bewegung ächzenden Bodens sehe ich den Strom schillern. Pflöcke für die Hängematten sind vorhanden, und rasch werden die Schlafstätten befestigt Benito stellt die Lampe auf die Orchideenkisten, daneben einen gewaltigen Tonkrug mit Cachassa, den ihm Bastiano mitgegeben haben muss. «Ich bringe nun noch die Indios in die Nachbarhütte. Proviant für sie gab mir Reyes. Und morgen sollen Sie eine vernünftige Curiaria erhalten. Gute Nacht, Senhores. Die Heiligen mögen Sie beschützen ! •> Wir sind allein. Dumpfe Ruderschläge, dann Poltern in der Nachbarhütte verraten, dass Uno, Dos und Tres untergebracht wurden. Melodisch flüstert der Strom um das Pfahlwerk unter uns. Henderson hilft mir in die Hängematte, denn nun hat mich die Malaria und schüttelt mir schier die Seele aus dem plötzlich unbeschreiblich frierenden Leibe. Der Amerikaner sitzt nachdenklich auf der Kiste, flösst mir ab und zu einen Schluck Limonensaft zwischen die Zähne, die er gewaltsam öffnet, indem er die nackte Messerklinge dazwischenkommt. Wie ich nach einer Stunde — ich fühle mich zu Tode ermattet — die Umgebung wieder erkenne, sitzt er immer noch da und murmelt ein paarmal: « Seltsame Gegend, das ! » Mir rieselt der Schweiss aus jeder Pore, und obwohl ich fast immerzu trinke, habe ich den rasenden Wunsch, mich in den Strom zu stürzen, um noch mehr schlürfen zu dürfen. -•----. •• --- :> ~ .- ::.! 'PTötzlici springt"Henderson auf. «Hei, nun kommt's ! Bete zu Gott oder zum Teufel, an wen von beiden du mehr glaubst, dass diese alte Hütte heil stehenbleibt! » Stöhnendes, furchtbares Heulen fegt draussen durch die Nacht, und die Laterne flakkert, erlischt plötzlich. * Urumuha. Der elektrisch geladene Sertaosturm ist da! Heulend wie hundert Sirenen, pfeifend wie unzählige Blasebälge, heiss wie Feuersgluten und machtvoll gleich entfesselten Kräften befreiter Riesen, tobt er heran. Das Wasser muss in furchtbarem Aufruhr sein, aber wir sehen es nicht, fühlen nur, dass Schaum ununterbrochen durch die Fussbodenritzen in unsere Gesichter schlägt. Eine Luftwelle, die mich samt Hängematte flach gegen die Wand presst und deren elastisches Flechtwerk dem Bauche eines Segels gleich nach aussen wölbt, nimmt mir den Atem. Ich ringe nach Luft wie ein Fisch, und diese Luft dringt als etwas Hartes, Festes in meine Lungen, dass ich laut schreien könnte, wenn ich noch einen Ton hervorbrächte. Aber vielleicht schreie oder brülle ich dennoch, und meine Rufe ersticken in dem chaotischen Toben des Sturmes, der heiss durch das Sertao braust. Blauer Schein erhellt die Hütte sekundenlang. Ich sehe Henderson gleich einer riesigen Raupe in der Hängematte scheinbar an der gewölbten Wand haften. Unter ihm, neben ihm und neben mir kleben die Kisten und Gepäckstücke wie von unsichtbaren Händen gehalten. Durchdringendes Prasseln, dann scharfer Schwefelgeruch, und nun folgt Schlag auf Schlag, Donner nach Donner und Blitz hinter Blitz. Es ist ein fortwährendes Dröhnen, ein ewiges bläuliches Flammenmeer, und durch die Türöffnung, deren Matte längst davonflog, erblicke ich den Strom zu mächtigen Wogen aufgewühlt. Dahinter die Palmenreihe, die ihre Kronen in krummen Bogen bis auf die Wasserfläche hinabneigt! Fluten warmen Regens stürzen herab, von allen Seiten brausen sie auf mich nieder, füllen meinen Mund, dass ich verzweifelt huste. Steht denn die Hütte noch, oder liege ich mit ihr schon längst draüssen im Strome? Das weiss ich jetzt nicht, kann es mit bestem Willen nicht sagen. In mir lebt nur das Gefühl meiner eignen, winzigen Erbärmlichkeit diesem riesigen Sturm gegenüber, der mit allem Getöse dieser Welt einherfegt. Unerträglich heiss wird es, noch stärker ist der Schwefelgeruch. Und der Himmel scheint einzustürzen, so donnert es. Urumuha schreitet durch das Sertao. Da, ein furchtbar schmetternder Krach, wie ein breites, blaues Flammenband zuckt es durch die Hütte, und nun ist es auf einmal unerträglich still. «Henderson, jetzt ist's aus! » möchte ich kreischen, aber die trockenen Lippen geben keinen Ton von sich. Ein feierliches Rauschen wächst mehr und mehr anschwellend durch das Schweigen. Wie erfrischend kühl und würzig es doch jetzt ist! Horch nur, dieses orgelnde Brausen! Ah, nun weiss ich's. Es ist der Strom, und es ist der Regen, der auf ihn niederfällt. Urumuha ging weiter! Ein knisterndes Flämmchen erhellt die Hütte, auf deren Boden die Kisten liegen. Das Streichholz erlischt, und Hendersons Stimme lacht: «Well, 's ist vorbei, und unser Palacio steht. Wundern soll's mich, wenn das Grand Hotel Dom Pedro noch existiert! » Nach kurzer Pause fährt er fort: «Kalkuliere, dass es doch sonderbar ist. Der Jacare asu, das alte Krokodil drüben, sollte gefragt werden. Gefragt werden! Was denn nur, schätze ich? Diego und Estrella, was ist's mit diesen? Ah! » Regelmässiges Schnarchen löst sein Selbstgespräch ab. Die Luft duftet. Strom und Regen rauschen. Eintönig, eintönig. Orchideen reiten Es ist ein herrlicher Tag, und wir paddeln zu Bastiano Reyes. Urumuha, der elektrizitätsschwangere Wirbelsturm des Sertao, hat einen hochgehenden, kaffeebraunen Strom hinterlassen, der tobend die Urwaldgrenze weit unter Wasser setzt, stellenweise Trichter und schäumende Wirbel bildet und von Treibholz wimmelt. Unsere kurze Fahrt in dem hohlen Palmetto nach der Hütte des Händlers wird zu einem Rennen auf Leben und Tod. Immer wieder gelingt es Henderson mit kraftvollem Paddelschlag, das stumpfe, schon halb in den Schraubenwirbel eines Trichters hineingezwängte Heck des Kanus freizubekommen, und mehr als einmal lenke ieji im letzten Augenblick den Aesten eines uns überholenden Baumriesen aus der Bahn. Uno, Dos und Tres hockten auf der Plattform der Hütte, als wir losfuhren. Sie haben zu essen, zu rauchen und sind nun wunschlos glücklich. ten sie auf der Veranda und rufen uns fröhliche Begrüssungen entgegen. «Ho stop, mein Junge! Kalkuliere, dass dort eine Orchidee segelt, die mir unbekannt vorkommt! » unterbricht Henderson und zeigt auf einen grossen Baum, dessen Wurzelwerk unl grüne Laubkrone zeitweilig dreiviertel in den Fluten begraben sind. Wir biegen gerade in das ruhige Wasser der Halbmondbucht ein, an Backbord schneidet der Strom den Kurs. Strömung und Stauwasser bilden hier ein spitzes, gelbschimmerndes Dreieck, und dort schiesst jetzt der treibende Baum wie ein plumper Pfeil vorbei. Allerlei Getier hat sich auf seine in die Luft gestreckten Zweige gerettet. Eine grüne Schlange, zwei Exemplare jenes merkwürdigen Eichhörnchens, das man «fliegender Drache » nennt, und noch eine Menge Vögel. Brausend fegt der Stamm vier Kanubreiten an uns vorbei, ein unter Wasser verborgener Zweig packt das Fahrzeug, und beinah kentern wir. Zu meinem Erstaunen schwenkt Henderson den Palmetto im Stauwässer herum, und nun jagen wir schon wieder auf der wilden Strömung dem Baume nach.' Der Wurzelballen türmt sich bald dicht' über meinem Haupte. Schwankend und schaukelnd kracht er tief unter die Oberfläche, wippt hoch in die Luft. Klatschend fliegt jedesmal eine Schaumhose empor und durchnässt mich mit lehmiger Brühe. Was macht der Amerikaner? Eben taucht der triefende Wurzelknollen, der so gross wie Urubus Grand Hotel ist, aus dem Mahlstrom. Langsam zuerst, dann immer schneller und wuchtiger. Henderson wirft die Paddel gegen meinen Rücken, balanciert auf mich zu, wie ich über die Schulter luge, und jetzt gibt er sich einen Stoss — ein Wunder, dass er den Boden des Kanus nicht durchtritt! — springt glatt über meine kauernde Gestalt auf den hochschnellenden Wurzelballen los. Nur verschwommen sehe ich — ich habe genug zu tun, um den Palmetto vor dem Kentern zu bewahren! —wie er in Lehm und Wurzelfasern bis an die Hüften einsinkt, sich schnell emporarbeitet. Sein Hut fliegt vom Kopfe. Sausend senkt sich die Masse wieder, taucht unter, hoch spritzt der Schaum, aber Henderson ist schon vorher weitergeturnt Wie ich, das Herz in der Kehle, mit wütendem Paddelschlag das Kanu seitwärts drücke, sitzt er bereits rittlings zwischen einer abgebrochenen Astgabel auf dem lianenbekleideten Stamme. Er winkt, und seine Lippen bewegen sich, aber die. wil? den Wasser übertönen jeden andern Laut. (Fortsttzung folgt.) Der Winter steht wieder vor der Tür mit all seinen Unannehmlichkeiten, die besonders den Automobilisten viel Mühe und Arbeit verursachen. Das Schlimmste Von allem ist unstreitig die Kälte, welche das Anspringen des Motors ungemein erschwert. Seien Sie deshalb vorsichtig und warten Sie nicht mehr länger, um Ihren Garagisten zu veranlassen, die Motoren Ihrer Luxuswagen, Lastwagen und Car-Alpins mit einem C?s-invt esss i-n Ä **e*e*i *~*%% • fimmn Denken Sie jetzt an Ihre Schneeketten und denken Sie an das Beste, was es auf diesem Gebiete gibl: tOriginal -Union» mit der Zickzackanordnung, das bewährte Schweizeriabrikal. Vergaser mit Starter - mit oder ohne Regulator - Schon winken uns die Männer von Bastianos Veranda. Das Gebäude steht schief. Der Sturm muss einen der hinteren Pfähle geknickt haben, und nun taucht der Hauseckzipfel in die Flut. Das scheint aber die Insassen wenig zu bekümmern, denn alle warauszur listen. Ausser einer sofort feststellbaren, bedeutenden Brennstoff-Ersparnis können Sie mit Leichtigkeit bei nur V« Drehung der Kurbelwelle bei jeder Witterung anfahren. 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