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E_1935_Zeitung_Nr.090

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10 AUTOMOBIL-REVUE BERN,

10 AUTOMOBIL-REVUE BERN, den 8. November 1935 — N° 90 F E U I L L E T O N Blumenhölle am Jacinto. Ein Trost blüht mir! Der Anfall währt eine Stunde, nachher bin ich eine Zeitlang unsäglich müde. Und wenn die Sonne wieder gierig aus dem Strome hervorbleckt, beisst man die Zähne zusammen und vergisst, dass man eine Seele hat. die manchmal so weich sein kann. Hei, ist es nicht schön, das Leben in diesem Lande, um das Engel und Teufel sich streiten ? Malaria springt mich an, beutelt und schüttelt mich, giesst Eis in meine Adern. Violette und grünliche Dünste schweben vom Wasser herbei, hängen über mir, und mit einmal sind's stinkende Mäuler,; aus denen Schlangen zucken. Grosse, fette Purpurspinnen mit wimmelnden Beinen. Orchideen! Und nun werden grause, fahle Gesichter daraus, die riesenhaft aus leeren Augenhöhlen über mir hin und her nicken. Gewaltige Fledermäuse mit behaarten Körpern, spitzen Mausköpfen und häutigen Schwingen. Vampire! «Henderson, o Henderson, verjag sie doch. Ich weiss ja, es ist nichts, es sind die mich äffenden Nebelphantasien, aber, bitte, verjag sie. Gib mir die Pistole, dass ich in ihre Fratzen knallen kann. Gib mir Wasser !» Er hört nicht. Das Feuer knistert, und die Luft duftet nach Verwesung. Schau, da kommt der Mond ! Er steigt rasch hoch, und dort auf den vorschnellenden Ast setzt er sich hin, wippt auf und nieder, und nun ist's ein höhnisch grinsendes Gesicht. Das Antlitz der Malaria, die mich umklammert und schüttelt, immerfort schüttelt. Ganz langsam verblassen die grausen Gestalten, zögernd verebbt der Frost in mir, und seufzend strecke ich mich aus, versuche, mit den zitternden Händen die Decke ans Kinn zu ziehen. Wie das mit einmal prickelt und angenehm sticht! Das habe ich doch sonst noch nie gespürt ? Und sind das nicht winzige Körperchen, die aus dem Laubdach über mir herabregnen, blitzschnell auf mir weiterlaufen, Gesicht und Körper bedecken? Erkenntnis dämmert in mir auf, meine ganze Kraft zusammennehmend, stosse ich einen gellenden Schrei aus. Im Nu ist Henderson bei mir, und schon schreit er auch voll Ekel in der Stimme: Spezi«-Werkzeug ond Maschinen für Reparaturen Zylinder ausschleifen Fortsetzung von Seite 2. Original-Ersatzteile - Grösstes Lager W. MERZ & Co., Offiz. Fordson-Vertretung Gelegenheits-Kauf! Eine Partie der bestbewahrten Feuerlöscher FLAMOR sind per Stück zu Fr. 9.— abzugeben. 8552 Anfragen bei W. Sayer, Freidorf (Thg.). Tel. 123. GRAND GARAGE PLACE ED. CLAPAREDE S.A. Genf, placs Clapartde 1 Charles NIGG, Administr. Tel. 41.244 Garage mi t Pl atz f 0 r 200 Wagen .Boxen. Vertretungen: Hupmobile, Morris Ersatzteillager verkaufs-Schlager für die Wintersaison 1935/36 Elektr. heizbarer Scheibenwischer, an jedem beliebigen Wischersystem montierbar (Schweizer Fabrikat). Grosse Verdienstmöglichkeit. — Vertreter gesucht. Offerten unter Chiffre 15163 an die 12016 Automobil-Revue. Bern. Bollschweiler & Co. 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Jetzt noch ein langer Trunk, und ich fühle mich wohlig behaglich, schaue zu, wie mein Leib von der grimmigen Pest der Caraputos befreit wird. Die Hängematte wird an anderer Stelle aufgehängt, sie legen mich wieder hinein, nachdem sie mir frische Wäsche anzogen. Frische Wäsche ? Bueno, jeder von uns hat drei an den Knien abgeschnittene Khakihosen und drei Khakihemden. Jeden Tag wechseln wir. Seife zum Waschen haben wir nicht mehr, und deshalb sind unsere Sachen schmutzund schweißstarrende Futterale, die man hinstellen kann. Manchmal schwenken die Indianer sie im Wasser herum, und das nennen wir frische Wäsche. Kaum ist alles wieder im Geleise und Henderson in seine schwankende Schlafstätte zurückgeklettert, als er mit ihr krachend auf dem Boden landet. Laut flucht er: «Bestialische Saubas, schätze ich. Nur gut, dass es nicht die Tocandeiros von neulich sind! » Ameisen von der Gattung, die der Sertaomann Saubas nennt, und die in rasender Gefrässigkeit alles zerstören, Schuhe, Riemen, Holz und Papier, haben Hendersons Hängemattenseile angefressen. Und was sind Tocandeiros ? Schauer jagen mir nachträglich den Leib hinab, wenn ich daran denke, wie sie uns neulich in der Hütte des Käfersammlers unter der majestätischen Seidenpappel überfielen. Der Amerikaner sagt: «Höre, ich kalkuliere, es ist ein gut Ding, wenn wir uns Hangemattenseile aus Frauenhaar besorgen. Wollen ein Indianerdorf aufsuchen und dort welche kaufen. Habe hübsche Geschenke in der einen Kiste, die den roten Gentlemen gefallen werden !» Er steigt brummend in Günstige Gelegenheit! U*"* Zu verkaufen "^PC komplette Einrichtung einer Auto- Reparatur- Werkstätte mit Maschinen, Werkzeugen u. Transmissionen, in gut. Zustand. — Offerten unt. Chiffre 15018 an die Automobil-Revue, Bern. 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Ja, denn das ist das einzige Material, das die Saubas nicht angreifen. Es gibt viele Indianer im Sertao, die ihren Frauen deswegen erbarmungslos die Flechten ausreissen. Frauen! Pepita, La Ballenha, Mio-San... Nein, nein, das sind keine Frauen, die gibt es nur in stillen, friedlichen Ländern. Grosse, schlanke, kluge und gütige Geschöpfe ! Der San Jacinto murmelt, und wie goldene Musik streichelt er mein Ohr, denn meine Seele ist weit, weit weg. Grand Hotel Dom Pedro. «Siehst du, wie schwer die Jagd nach Blumen ist ? Nun sind wir lange Wochen unterwegs, und was fanden wir ? Glorreich wenig, schätze ich ! » sagt Henderson und dreht mir sein rotes, schweissübergossenes Gesicht zu. Er hockt auf einer Kiste, in der, in Watte eingehüllt, vier Orchideenstöcke ruhen. Einer ist darunter, dessen Blumen einem Bündel Schlangen glichen, als sie Henderson vom Baume herabholte. Zwei, deren stolze violette, gelb gesäumte Schönheit ich in schwindelnder Höhe, über lauernden Piranhas schwebend, entdeckte. Und dann fand Henderson noch eine, die wie eine fette Purpurspinne aus hohlem Baumstrunk hervorkroch. Mit Fieber, Hitzedelirium, Zecken, Blutegelplage und dem Leben eines Freundes haben wir ihren Wert aufgewogen. Und nun irrten wir tagelang in den Sumpfseen des Jacinto umher, drängten unser tolles Kanu durch Schilfmassen, deren jede Rispe schwertscharf schneidet. Wir haben die Brühe, auf der wir dahinschwimmen, getrunken ! Wir haben in einem Anfall von Galgenhumor unsere letzte Flasche Whisky vertilgt und uns daraufhin prompt wie wilde Bestien gegenseitig angefallen, geprügelt und geboxt, bis einer nicht mehr konnte. Die Indianer schauten voll tierischem Staunen zu, das Fahrzeug rüttelte und kippte. Nachher schüttelten wir« uns die Hände und hockten uns über die offene Kiste, um die Orchideen zu betrachten. Sonderbar! Ist es ein Bazillus, der von diesen Zwitterblumen ausgeht ? Denn ich in sehr leichter und neuer Konstruktion:WBr ' ' | 1,5 t Nutzlast mit einf. Luftbereifung-^KaaMwJ^ 2 t »mit einf. Luftbereifung"""TJHHOHI 3 t > mit dopp. Luftbereifung > 4 ^85^$?/ 4 t > mit dopp. Luftbereifung. Die Brücke in normaler Ausführung und Grosse« ^ Für 1936 erstklassige Vertretung abzugeben allgemein beliebten / europäischen Marke, mittlerer Preisklasse. Wesentliche konstruMve Neuerungen, \<

N 90 BERN, den 8. November 1935 AUTOMOBIL-REVUE 11 D£xl«uxstf«»ns4e«l«e lieber das Projekt der Prageistrasse herrscht im grossen und ganzen Einmütigkeit. Volk und Behörden sind von den Vorzügen dieses verkehrstechnisch und militärisch geradezu notwendigen Strassenbaues durch eines der zentral gelegensten schweizerischen Alpentäler längst überzeugt. Gewiss braucht ea noch Entschlossenheit und gründliche TJeberlegung im einzelnen, bis der in jeder Hinsicht ideale Plan zur Verwirklichung gelangt Sachliche Kritik an diesem oder jenem technischen Vorschlag wird immer dankbar entgegengenommen, wenn nur wenigstens der gute Wille der Initiaanten in einer Sache, deren allgemeines Interesse so stark im Vordergrund steht, vor ungerechten Verdächtigungen geschützt bleibt. Jene Männer, welche mit voller Kraft für das allgemeine Wohl einstehen, verdienen es, dass ihre Taten zumindest vom objektiven Standpunkt aus beurteilt werden. Man könnte eine Ausnahme von dieser selbstverständlichen Regel ruhig übersehen, henützte sie als Sprachrohr nicht ein so angesehenes Blatt, wie es die «Automobil-Revue» ist. In Nr. 86 dieser Zeitung versucht ein a-Einsender unter dem Titel: «Sonderbare Auffassungen» den Gönnern der Prageistrasse die Freude zu vergällen. Mangels zusammenhängender Beweisgründe glaubt der Angreifer am besten auf dem politischen Sichelwagen in die Reihen seiner Gegner hineinzufahren. Was soll aber die Wehrvorlag e-Abstimmung vom 24. Februar 1935 mit der Prageistrasse zu tun haben? Wenn die Muotataler damals, genau so wie alle anderen Eidgenossen, von ihrem Stimmrecht Gebrauch machten, so fügten sie sich nachher, ohne Widerrede, dem demokratischen Mehrheitsbeschluss. Wer di e Muotataler kennt, der weiss, dass diese urchigen Nachkommen der Marchgenossen im alten Lande Schwyz treu und unverzagt an den Satzungen ihrer Ahnen, den Gründern der Eidgenossenschaft, festhalten. Und darum ist auch die Darstellung gefälscht, dass «die im Lande Stauffachers herrschende Mentalität» einem egoistischen Standpunkt entspringe. Weshalb verschweigt man dann andere Abstimmungsresultate der letzten Zeit, z. B. über die sozialistische Kriseninitiative, die im Muotatal mit 426 Nein gegen 59 Ja verworfen wurde, oder •vom kantonalen Erwerbssteuergesetz 1931, das mit überwältigendem Mehr fast einzig in jener Talgeineinde angenommen wurde? Im Rahmen von Gesetz und Verordnungen wird auch die Oberallmeind ihr gutes Recht für die Genossenschaftsmitglieder beanspruchen dürfen, selbst wenn es sich um Subventionen handelt. Der hohe Bundesrat stellte doch seinerzeit die nämliche Subvention wie für die Klausenstrasse, auch für den Pragel in Aussicht. Doch halt! Wer jetzt daran denkt, ist nur ein Egoist! Mit noch einem anderen Seitenhieb versucht der a-Einsender ins Schwarze zu treffen, indem er den Schwyzern vorwirft, dass sie ja vor kaum Jahresfrist die kantonale Strassenbau-Initiative abgelehnt hätten, während sie jetzt gebieterisch die Prageistrasse verlangten. Für ein sinnloses Schuldenmachen waren die Schwyzer eben nicht zu haben, und dies um so weniger wenn es sich dabei, wie in diesem Fall, hauptsächlich um Ausgaben zugunsten zweit- und drittklassiger Strassen- handelte. Allein,••wie"s©br sie lür-den-Strassenbau sind, dürfte die Tatsache beweisen, dass seit dem, kantonalen Gesetz für den Ausbau der Durchgangsstrassen rund sechs Millionen Franken verausgabt, wurden, also bei 60,000 Einwohnern 1000 Fr. auf den Kopf... dieser Egoisten. Oberallmeind .und Gemeinde Muotathal müssen an den Bau dieser im gesamtschweizerischen Interesse liegenden Prageistrasse wahrlich bis zur Grenze des Erträglichen beisteuern. Soviel für heute zur Richtigstellung. " -T- Pro Memona. Zu obiger Replik schreibt uns unser a-Mitarbeiter: Was soll die Wehrvorlage mit der Pra-Füchse i/ar allzu schlau und musste dies bitter regelrecht auf den Leim zu führen. Nur einer der gelstrasse zu tun haben? fragt Herr y. Die Ant-büssenwort ist doch im zweiten Satz seiner eigenen Ent- er aus dem Dreck gezogen werden, zur grössten : mit' eifler vierbeinigen Pferdekraft musste gegnung eindeutig enthalten! Da pocht man im Freude, der Verfolger. Das Wiggertal war für viele Lande Stauffachers auf einen militärisch geradezu Fahrer zu wenig bekannt, deshalb ist der Erfolg notwendigen Strassenbau und verneint im gleichen für die Preisträger um so erfreulicher. Weniger Atemsfug die rüstungsmässige Anpassung der die Prageistrasse benützenden Armee. Die Wehrvorlage sah bekanntlich auch »gewisse Ausgaben für den im militärischen Getriebe Immer weiter um sich greifenden Motorzug vor. Diese für unsere Armee unbedingt notwendige Anpassung betrachtete man im Kanton Schwyz. und ganz besonders im Muotatal, als zwecklos, dagegen aber den Pragel als militärisch geradezu notwendige Strasse. Die Dringlichkeit des Baues einer Westostverbindung Schwyz-Glarus ist von uns nie bestritten worden — trotz obigem Vernebelungsversuch erlauben wir uns aber, auf das nur im Schwyzerlande mögliche Kunststück aufmerksam zu machen, nämlich, den Pragel «den umi ihre Freiheit zitternden Eidgenossen» als militärisch wichtigen Spezialfäll immer wieder in Erinnerung zu rufen, dagegen aber die Mittel zur Verteidigung der militärischen und politischen Unabhängigkeit dieser selben Eidgenossenschaft zu verweigern. Dem Verteidiger der schwyzerischen Pragelstrassenpolitik dürfen wir im weitern vielleicht in Erinnerung rufen, dass der Stand Schwyz sich erst in dem Momente mit voller Ueberzeugung für den Bau dieser Verbindungsstrecke einsetzte, als die Möglichkeit sich bot, die Baute im eidgenössischen Arbeitsbeschaffungsprogramm unterzubringen, d. h. an die Ausführung heranzutreten, sofern die übrigen Miteidgenossen ein recht ansehnliches Scherflein beisteuern. Um nur im laufenden Dezennium zu bleiben, sei angeführt, dass noch im Jahre 1930 im Anschluss an die am 30; -März des gleichen Jahres stattgefundene Aussprache im Rathaus zu Schwyz betr. Weiterführung, resp. Bau einer Güterstrasse oder Erstellung der grossen Pragelstrasse folgendes Resultat bekannt gegeben wurde: «Eine grosse Prageistrasse ist noch auf eine Reihe von Jahren ein Ding der Unmöglich-: keit, zum mindesten, bis der Kanton Schwyz ein; besseres Steuergesetz aufgestellt und seine Tal- : strassen ausgebaut hat. der wenn der Bund hier-; für eine ausserordentlich hohe Subvention bewilligen würde.» Kurze Zeit sppter musste ein Befürworter dieser wichtigen Westostverbindung im «Bote der Urschweiz» mitteilen, dass im Katitonshauptort Schwyz kein Verständnis für die Anliegen des Muotatals zu finden sei, namentlich nicht für das Begehren, diesem Tal zu einer wichtigen Durchgangsstrasse zu -verhelfen. Als es sich im Jahre 1932 um die Erstellung eines Gütersträsschens handelte, musste der glarnerische Regierungsrat Jenny die Schwyzer darauf aufmerksam machen, dass sein Kanton nur dann ein Interesse am Bau dieser Verbindungsstrasse habe, wenn die Anlage so erstellt werde, dass sie sich auch für den Verkehr mit Personenund leichten Lastwagen eigne. Das schwyzerische Projekt könne nicht befriedigen, insbesondere weil viel zu grosse Steigungen vorgesehen seien. Als der glarnerische Landrat beschloss, der Landsgemeinde zu beantragen, derzeit von weitern Schritten in Sachen Pragelstrassenbau abzusehen, setzte man im Lande Stauffachers die Miene des gekränkten Miteidgenossen auf. musste sich aber gleichzeitig von den Glarnern sagen lassen: «Glarus ist ja jederzeit für den Bau der Strasse' zu haben, sobald Schwyz sich bereit erklärt, auch seinerseits an die Aufgabe heranzutreten; erst dann, aber auch nur dann, würden auch in Bern 'alle Hebel angesetzt.» Die Glarner machten die Schwyzer auch darauf aufmerksam, es sei eben viel leichter, vor einer begeisterten Versammlung weittragende. Beschlüsse zu fassen, als diese dann in die Tat umzusetzen. Am 18. Juni 1932 schrieb zudem das eidg. Departement des Innern, «dass weder das Post- und Eisenbahn- noch das Militärdepartement dem Bau der Prageistrasse einen Wert beimessen, der eine hoh e Bundessubvention rechtfertigen würde. Heute gehören eben Subventionen, wie sie vom Bund für den Klausen gewährt wurden, ins Reich der Utopien». Nachdem nun der Regierungsrat des Kantona Glarus auf den Bau einer Prageistrasse, als zur Zeit nicht opportun, verzichtete, im Prinzip sich aber mit dem Bau einer zukünftigen dtrasse einverstanden erklärte, beeilte sich der Regierungsrat des Kantons Schwyz festzustellen, dass auch er den Bau dieser Verbindung, in einer Breite von 6—7 Metern, heute für unmöglich (!) halte. Im Jahre 1934 allerdings tönte es dann anders aus der echwyzerischen Kantonshauptstadt. Da wurden der Bezirksrat von Schwyz und der Gemeinderat von Muotathal bei der schwyzerischen Regierung vorstellig, mit dem Begehren, es seien bei den zuständigen eidgenössischen Behörden die notwendigen Schritte zu unternehmen, damit die Pragelstrasse in das eidg. Arbeitsbeschaffungsprogramm aufgenommen werde! Dieser kurze «,historische» Spaziergang lässt die wandelfähige Haltung der Schwyzer zur Pragelstrasse wohl in der richtigen Beleuchtung erscheinen. Und wenn heute die Oberallmeind-Genossenschaft ihren 5600 Genossenschaftern Verwerfung der Alpenstrasseninitiative empfiehlt, so steht dieser Entsehluss mit der bisherigen schwyzerischen Pragelstrassenpolitik restlos im Einklang. Der Passus der Initiative: «Aushau der Zufahrtswege» ist wohl der Genossenschaft unbequem und man glaubt, es sei im ureigensten Interesse, wenn, was die Schwyzer eo ipso besorgen werden, das Volksbegehren bachab geschickt wird. Wir treten auch heute noch mit aller Entschiedenheit, und zwar aus verkehrstechnischen, volkswirtschaftlichen und militärischen Ueberlegungen und nicht zuletzt im Sinne aktiver Bergbauernhilfe, für den Pragel ein. Dagegen bekämpfen wir eine die Belange sowohl der übrigen Kantone als des ganzen Landes unberücksichtigt lassende, nur unter lokalen Gesichtspunkten geführte Agitation gegen die Alpenstrasseninitiative. o T. C. S. Autosektion Aargau Mit der Schnitzeljagd vom 3. November abhin bat die diesjährige Sportsaison einen überaus würdigen- und flotten AbscblUss gefunden. 23 Fahrer stellten sich dem tätigen Sportpräsid&nten zur Jagd auf die drei Füchse, welche wirklich fuchsmässig schlau ihres Amtes walteten und es treffend verstanden, eine grosse Zahl von Verfolgern erfreulich war die Tatsache, dass aus dem Wiggertal selber nur vier Mann zur Teilnahme sich einfanden, obschon das Gebiet hiezu direkt hätte animieren sollen. Alles in. allem, es war ein gemütlicher Nachmittag, und selbst alle Jene, welche leer ausgehen mussten, fanden sich zur Preisverteilung im « Raben» ein. Herr Präsident Lehner wusste mit humorvollen Worten die Preisverteilung einzuleiten und zu trösten und fand- hiefür regen Beifall. Die Preisträger nahmen mit sichtlich grosser Freude die schönen Preise in Empfang. Die drei ersten Preise bestanden aus schönen Fuchspelzen, wie auch die weitem Gaben sehr ansprechend waren. Die drei ersten Preise fielen auf die Herren: Baumann August, Oberentfelden; Merz Emil, Beinwil am See; König Fritz, Zofingen. Die zweiten Preise erhielten die Herren: Pelzer H-, Aarau; Michel* Ad., Walde; Leupi Js., Aarburg. Dritte Preise eroberten die* Herren: Weber H., Garage, Suhr; Hilfiker Hs., Wildegg. Vierte Preise entfielen auf die Herren: Loppacher A., Kreising., Aarau; Spörri. Architekt', Suhr. Gar bald lichteten sich die Reihen und mit einem herzhaften: «Auf Wiedersehen das nächste Mal!» schied man voneinander. Die Sektion Aargau, welche sonst im Januar regelmässig einen Familienabend durchführt, wird denselben im Januar 1936 ausfallen lassen. VerT schiedene wichtige Gründe geben hiezu Veranlassung. Deshalb dürfte es sehr viele Mitglieder der Kantonalsektion freuen zu hören, dass gleichwohl hierauf nich^ ganz verzichtet werden" nrüss. indem die Untersektion Wiggertal am 16. November in der « Krone» in Aarburg einep Familienabend durchfuhrt, "mit" einem Programm, welches absolut schmissig ist und viel Unterhaltung bietet. Der Eintritt beträgt nur Fr. 1.— Eine gross an Celeste, gut dotierte Tombola wird auch nicht fehlen. Für bewachten Parknlatz, taxfrei, ist ebenfalls bestens gesorgt. Beginn 20.30 Uhr. Die Mitglieder der Sektion Aargau werden- freundlichst ermuntert; diesen Abend zu besuchen, sie werden bestimmt befriedigt sein und sich stets gerne an diese Unterhaltung erinnern. Reservieren Sie daher den 16. November für diese gemütliche TCSler-Unterhaltung. Li. UNTERSEKTION WIGGERTAL. Samstag, den 16. Nov., 20.30 Uhr, findet im Hotel Krone, Aarburg, der bereits angekündigte Familienabend statt. Die Sektion beehrt sich, die Mitglieder zu diesem Anlass herzlich einzuladen. TW Vorstand hat keine Mühen gescheut, ein r» 1 " Programm mitkurzen, schmissigön Nir- ' : 0 sammenaustellen, STRASSENAUSKUNFTSDIENST DES TOURING-CLUB DER SCHWEIZ Weitere Auskünfte durch T.C.S. Offices Genf Tel. 43344 Zürich Tel. 32 646 damit für einige Stunden die Alltagssorgen vergessen werden können. Die Veranstaltung steht unter dem Motto: In der «Krone» wird nicht gehupt, dafür aber herzlich gelacht!» Im Anschluss an den Clubball findet am 17. November ein Katerbummel statt mit Treffpunkt im «Kreuz» in Sursee, und zwar ca. 15 Uhr. Autosektion St. Gallen-Appenzell Die Vorbereitungen für die Jahresfeier, welche auch dieses Jahr wieder ein genussreicher Abend für 'unsere Mitglieder mit ihren Angehörigen sein wird, sind in vollem Gange. Das Programm wird für diejenigen, welche nicht tanzen, am laufenden Band Unterhaltung bringen. Für die Anhänger Terpsichores sind zwei Kapellen (für alte und moderne Tänze) verpflichtet. Der Vorverkauf hat bereits eingesetzt. Wer sich noch keine Plätze reserviert hat. besorge dies sofort im Vorverkauf bei Herrn H. Bürk, Cigares, Unionplatz, St. Gallen (Tel. 1605). Es sind heute noch schöne Plätze im grossen Saal frei; beeilen Sie sich, also und holen Sie Ihre Eintrittskarten — Sie werden es nicht bereuen! Jedes Mitglied hat Anrecht auf eine Freikarte und zwei Vorzugskarten zu reduziertem Preis von Fr. 3.—, weitere Karten Fr. 4.—. Die Preise der Getränke und Speisen sind, der jetzigen Zeit entsprechend, niedrig gehalten. Also am 16. November in die Tonhalle St. Gallen! , ' Fz. A. c. s. SEKTION AARGAU. Steuererleichterungen. Unsere Sektion hat dieser Tage dem Regierungsrat des Kantons Aargau ein ausführliches Exposä über die gegenwärtige Situation im Automobilgewerbe und die finanzielle Belastung der Motorfahrzeughalter überreicht, worin namentlich auf die allzuhohe Motorfahrzeugbesteuerung hingewiesen wird, die eine Verkehrsschrumpfung und einen für den Staat ganz bedeutenden Einnahmenausfall für die Zukunft bringt. In verschiedenen darin enthaltenen Begehren und Vorschlägen in Form von Steuererleichterungen, soll eine Wiederbelebung des Verkehrs angestrebt werden. Es wird dabei erneut auch die Umwandlung von Verkehrssteuer in Benzinsteuer, als einzig gerechte Besteuerung des Motorfahrzeuges erwähnt, ein Problem, das sich natürlich nur auf eidgenössischem Boden lösen lässt. Wir verweisen auf die im Textteil ausführlicher behandelte Eingabe, die im übrigen auch den andern kant. Verkehrsverbänden (TCS, Aspa, Motorfahrerclub, Autogewerbeschutzverband) im Doppel zur Kenntnisnahme zugestellt worden ist. ni. Martini-Ball. Wie alle Jahre, wird auch dieses Mal wieder unser Clubball den Abschluss des Vereinsjahres bilden. Der Martini-Ball braucht, gestützt auf die grossen Erfolge der letzten Jahre, keine besondere Empfehlung mehr, ist er doch zu der wohl grössten gesellschaftlichen Veranstaltung im Kanton geworden. Die Einladung für den 16. November ist den Mitgliedern dieser Tage zugestellt worden. Auf 20 Uhr ist das gemeinsame Nachtessen angesetzt, das gleich von Anfang an die Stimmung bringt und dann überleitet zu einem fröhlichen, ungezwungenen Ballbetrieb. Die Tanzfreudigen werden voll und ganz auf ihre Rechnung kommen, sind doch wiederum zwei ganz erstklassige Orchester Verpflichtet worden. Die behebte Ländlerkapelle wird im kleinen Saal, das grosse Orchester im Hauptsaal aufspielen. An Gediegenheit und Fröhlichkeit wird sicher auch der diesjährige Martini-Ball nicht zurückstehen. Anmeldungen nimmt unser Sekretariat in Aarau (Tel. 20.60) bis spätestens Donnerstag, den 14. November entgegen. Um jegliche Platzschwierigkeiten zu vermeiden, werden sämtliche Plätze numeriert. " SEKTION BERN. Fuchsjagd. Samstag, den 16. November 1935. Die angekündigte Neuerung bei der. diesjährigen Fuchsjagd besteht in einer kleineren Orientierungsfahrt, die möglicherweise als Zwischenaufgabe, günstige Witterung vorausgesetzt, von der Sportkommission zusätzlich beschlossen werden kann. Eine Orientierüngsfahrt ist kein Hexenstück, selbst wer nur über elementare Kenntnisse im Kartenlesen verfügt, wird damit fertig werden. Ohne Zweifel wird die geographische Einlage viel zur Bereicherung des schönen herbstlichen Anlasses beitragen und die Gewinnchancen noch offener als bisher gestalten. ' Das ausführliche Reglement kann jetzt, schon beim Sektionssekretariat bezogen oder abgerufen werden. Erstmals sind im Reglement einige Zweifelsfälle in der Legung der Fährte eindeutig klargestellt. Die Anmeldungen für diesen letzten sportlichen Anlass des Jahres 1935 sind bis Freitag, den 15. November, 12 Uhr. an das Sektionssekretariaf. erbeten; Nachmeldungen bezahlen fünf Frauken 'Einsatz, •'•"' •• > > :•; > LEGENDE: Geschlossene Strassen Nur mit Ketten befahrbar Elsenbahnverlade-Statlon KattHn.nisnat TCS. Veranstaltungen. lirano Schneeräumer-Wettbewerb des französischen Touringclubs. Zum 5. Mal führt der T. C. de France zwischen dem 15. Februar und 10. März an einem Ort, der noch bestimmt wird, seinen Schneeräumer- Wettbewerb durch. Das Reglement sieht drei Kategorien von Schneeräumern vor: 1. Apparate, die in Steigungen oder Gefällen bis 10% Schneehöhen bis 80 cm bewältigen können sollen; 2. Apparate, die auf denselben Gefällen oder Steigungen bis 1 m 50 Schneehöhe bewältigen, und 3. Apparate, die unter gleichen Umständen bis 3 m Schneehöhe wegzuräumen imstande sind. An Prämien werden 135,000 fr. Fr. ausgerichtet. Die Anmeldefrist läuft bis 15. Januar. -th- Die Olympia-Schau für Personenautomobile in London wurde in den zehn Tagen, da sie dem Publikum geöffnet war, von 232,570 Personen besucht. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahre einen Mehrbesuch von gegen 1000 Personen. Immerhin ist damit der Rekordbesuch des Jahres 1933 mit 234,250 Personen noch nicht ganz erreicht. Dagegen war dieses. Mal mit 42,100 Besuchern die höchste je erreichte Tagesfrequenz zu verzeichnen. Äulomobilwirfschaff NeugrOndung: Automobilagentur AG., Basel. Unter dieser Firma hat sich eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 5000 Fr. gegründet. Zweck der Unternehmung ist der Handel von neuen und Occasionswagen, sowie mit Autozubehör und Triebstoffen. Einziges Mitglied des Verwaltungsrates ist Gertrud Steiner-Stirnemann in Basel. Sie führt Einzelunterschrift. Domizil: In den Ziegelhöfen. Garage Bei Air-Metropol S.A., Lausanne. Unter dieser Firma wurde eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 10.000 Fr. gegründet. Zweck der Unternehmung ist der Betrieb einer Garage sowie der Handel in Automobilen und Zubehör. Dem Verwaltungsrat gehören an: A. Rebstein, Industrieller, als Präsident; C. Rebstein, Industrieller und E. Cottier, Garagist, alle in Lausanne. Domizil: Rue des Terreaux. Geschäftserweiterung: Arnold Büchler, Vulkanlsieransialf und Pneuhandel, Basel. Die Firma, welche bisher eine Vulkanisieranstalt betrieb, erweitert ihr Geschäft durch Handel in Pneu und Automobilzubehör. Das Domizil wurde verlegt an die Nauenstrasse. Personelles: Julius Marx, Handel in Autozubehör, Zürich. Die Prokura von F. Mack ist erloschen. Neu wurde Einzelprokura an K. Ernst, deutscher Reichsangehöriger in Zürich erteilt. Ernst Schenkel. Handel in Autoersatzteilen, Winterthur. Inhaber der Firma ist H. E. Schenkel in Winterthur. Handel in Autoersatzteilen, Zubehör und Garagewerkzeugen. Domizil: Obere Kirch- Eintragung ins Handelsregister: W. Lipp, Autosattlerei. Zürich. Domizil: Gasometerstrasse. Auflage des Kollokationsplanes: G. Aeschbacher, Garage, Ramisberg/Lützelflüh.i Anfechtungsfrist vom 4.—14. November. Widerruf der NachlaQstundung: F. Zulauf, Autogarage, Brugg. Die am 25. Oktober erteilte Nachlaßstundung ist wegen Nichtzustandekommens des angestrebten Nachlassvertrages widerrufen. Konkurseröffnung: V. Antille, Garage, Reconvlller. Konkurseröffnung vom 21. Oktober. Gläubigerversammlung: 7. November. Eingabefrist bis 6. Dezember. F. Melonl, Automechaniker, Flums. Konkurseröffnung vom 12. Oktober, summarisches Verfahren, Eingabefrist bis 22. November. Einstellung des Konkursverfahrens: Cataphote & Signalisation S. A.. Verkehrssignale, Genf, Das am 1. Oktober eröffnete Konkursverfahren ist mangels Aktiven am 25. Oktober eingestellt worden. Firmenlöschung: Robert Michel, Pneuhandel, Genf. Die' Firma wird infolge Konkurses von Amtes wegen gelöscht. Albert Sutz, Pneuschutzeinlagen, Zürich. Die Firma ist infolge Aufgabe qs Geschäftes erloschen. Karosseriewerke AG., Wauwil. Die Aktiengesellschaft wird infolge Konkurses von Amtes wegen ger löscht. Verantwortliche Redaktion: Dr. A. BQchl, Chefredaktion. W. Mathys. — Dr. E. Waldmeyer. Telephon der Redaktion: 28 222 (Hallwag) Ausserhalb der Geschäftszeit: 23.295. ;