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E_1935_Zeitung_Nr.090

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Ein schweizerischer

Ein schweizerischer Personenwagen-Dieselmotor. Zu den interessantesten Neuschöpiungen der Firma Saurer gehört zweifellos der kleine 6-Zylinder-DieseImotor, der sich auch zum Einbau an Personenwagen eignet. Nachdem die intensive Arbeit auf dem Gebiete der Entwicklung von Fahrzeugdieselmotoren schliesslich immer höhere Motordrehzahlen ermöglichte, lag es nahe, auch den letzten entscheidenden Schritt noch zu wagen und damit beim Personenwagen-Dieselmotor anzulangen. Die verbrennungstechnischen und konstruktiven Schwierigkeiten waren sehr zahlreich und mussten Schritt für Schritt überwunden werden. Denn einerseits ist bei diesen kleinen Schnelläufern das Zylindervolumen so gering, dass die genaue Dosierung der einzuspritzenden Brennstoffmengen ein schwieriges Problem darstellt. Daneben wird trotz der hohen Drehzahl eine vollständige und rauchlose Verbrennung auch beim Anfahren verlangt. Ein weicher und ruhiger Gang sind weitere Bedingungen. Traten die meisten dieser Probleme schon beim kleinen Lastwagen-Dieselmotor in Erscheinung, so wurden sie im Falle des Personenwagen^Dieselmotors geradezu zur «conditio sine qua non». Selbstverständlich kann nur ein weich und ruhig laufender Motor mit dem modernen Benzinmotor in erfolreichen Wettbewerb treten. Nun ist es der Firma Ad. Saurer A.G. in Arbon tatsächlich gelungen, all diesen Schwierigkeiten in weitgehendem Masse Herr zu werden. Eingebaut in einen bei Saurer montierten Plymouth-Wagen wurde der neue Motor nach allen Richtungen ausprobiert. Seine günstigen Eigenschaften für den praktischen Betrieb auf der Strasse wurden kürzlich von einer Experten-Kommission sorgfältig geprüft und festgehalten. Bevor wir die gewonnenen Ergebnisse hier auszugsweise wiedergeben, möge noch eine kurze Beschreibung des Motors erfolgen. Beim PD-Motor der Firma Saurer handelt es sich um einen 6-Zylinder-Motor von 3,62 Liter Hubraum mit Zylinderabmessungen von AUTOMOBIL-REVUE BERN ; den 8. November 1935 — N° 90 Der Motor eingebaut, Ansicht von der Brennstoffpumpenseite. Der Saurer-Personenwagen-Dieselmotor von der Einspritzpumpenseite gesehen. Der Motor von der Auspuffseite gesehen. Aktiengesellschaft ADOLPH SAURER Basel Morges Zürich Selbst bei 30 Grad unter Mull ist der Kühler und der Motor eines Automobils nicht mehr in Gefahr. Eine Füllung von Moebius-Frostschutz genügt für den ganzen Winter. Moebius- Frostschutz greift die Metalle nicht an. Erhältlich in Originalkannen ä 6 kg in jeder Garage. AUTOL AG., Basel CARROSSEßlE GEBRÜDER TUSCHES- & CJ1HARBIUSM3I&.3QL TEL 36547

jJO 90 — BERN, den 8. November 1935 AUTOMOBIL-REVUE 80X120 mm, der bei 3000 Touren gegen 80 PS leistet. Man gab einem 6-Zylinder-Motor wegen des ruhigeren Ganges den Vorzug, obwohl dadurch der Inhalt pro Zylinder noch kleiner "wird als bei einem 4-Zylinder-Motor gleicher Leistung, und sich damit die erwähnten Dosierungsschwierigkeiten in verstärktem Masse geltend machen mussten. Die sechs Zylinderlaufbüchsen aus Spezial-Grauguss mit besonders verschleissfester Lauffläche werden direkt vom Kühlwasser umspült. Sie sind lose in den Zylinderblock eingesetzt und werden durch einen ungeteilten Zylinderkopf aus Spezial-Grauguss mit einer Anzahl Ankerschrauben auf ihre Sitze gespannt. Kurbelgehäuseoberteil und Motorblpck bilden ein gemeinsames Gusstück aus Silumin-Gamma mit einer Festigkeit von 27—30 kg/mm 2 bei geringster Dehnung. Ebenso bestehen Oelwanne und Zylinderkopfdeckel aus Leichtmetall. Die Kolben, die auch aus einer Leichtmetall-Legierung hergestellt werden, tragen 4 Ringe nebst einem Oelabstreifring. Die Kurbelwelle ist durch Gegengewichte ausgeglichen und läuft auf sieben überdimensionier- > ten Gleitlagern. Auffallend^4S^;ari^deni neuen Motor unter, anderem die Betätigung der vier auf jeden Schnitt durch den Saurer-Personenwagen-Dieselmotor. I Zylinder entfallenden Ventile. Hier wurde besonderer Wert auf möglichste Verminderung der zu beschleunigenden Massen und gute Zugänglichkeit der Brennstoffdüse gelegt. Die Düsen sind nach eigenen Erfahrungen von der Firma Saurer selbst hergestellt und durch ausreichende Kühlung gegen Verkoken gesichert. Durch »die aus den Bildern ersichtliche hohe Lage der' Brennstoff-Einspritzpumpe und der Nockenwelle ergaben sich kurze und leichte Ventilstosstangen, sowie anderseits kurze Wege für die Brennstoffzufuhr zu den einzelnen Zylindern. Neuartig ist die Befestigung der Düsen und elegant die Anordnung der kurzen Brennstoffleitung mit Kugelende. Aeusserst einfach gestaltet sich das Auswechseln der Düsen durch Lösen des Verschlusszapfens, der gleichzeitig die Leitung mit dem Kugelkopf anpresst. Irgendwelche Brennstoffleitungen über den Ventilgruppen sind nicht vorhanden. Eine Besonderheit an der Brennstoff-Einspritzpumpe zeigt die Ausführung ihrer Nokkenwelle, deren Nocken unter spezieller Berücksichtigung der hohen Drehzahl durchgebildet werden mussten. Eine weitere bedeutende- Neuerung stellt der mit "der Brennstoffpumpe gekuppelte hydraulische Servoregler dar, der durch Oeldruck folgende fünf Funktionen ausübt: 1. Er fördert mittels Zahnradpumpe das Gasöl aus dem Tank an und drückt es unter erheblichem Ueberdruck der Brennstoffpumpe zu. 2. Er regelt die für einen Dieselmotor äusserst präzise Maximalfüllung an der Rauchgrenze in Abhängigkeit von der Drehzahl. 3. Er begrenzt die maximale Drehzahl des Motors und verhindert Ueberschreitung einer gewissen Tourenzahl durch Ueberfüllung oder Terraingefälle. 4. Er regelt die einem einwandfreien Leerlauf angepasste minimale Brennstoffdosierung. 5. Er regelt automatisch die Spritzmomentverstellung, ähnlich wie man beim Vergasermotor schon längst die Zündmomentverstellung automatisiert hat, um dem Fahrer einen weiteren Bedienungshandgriff zu ersparen und den Motor jeweils unter günstigsten Zündverhältnissen arbeiten zu lassen. Nicht nur dieser Regler, sondern der gesamte neue Saurer-Diesel als solcher schafft für den Fahrer eine Bedienungserleichterung, die bereits in dem schnellen Start ohne jede Zusatzbetätigung, lediglich durch Druck auf den Anlasserknopf, überzeugend in Erscheinung tritt. Den Ergebnissen aus den bisher ausgeführten Prüfungsfahrten nach zu schliessen, eröffnen sich der Neukonstruktion sicher bedeutende Perspektiven. Denn neben seiner Rauchfreiheit und seinem ruhigen Gang besitzt der Motor eine bisher unbekannte Elastizität, die sich in sehr seltenem Schalten und gutem Durchziehen in Steigungen angenehm bemerkbar macht. Daneben fällt ein gegenüber dem Vergasermotor bedeutend verringerter Brennstoffverbrauch auf. Bei dem dazukommenden billigen Peise des Dieselöls können somit ganz wesentliche Ersparnisse an Brenntoffkosten erzielt werden. Nachfolgend geben wir einige Daten der Prüfungsfahrt bekannt, die dm Beisein von Experten des A. C. S. ausgeführt wurde. Die Motorleistung des verwendeten PD- Motors beträgt bei 3000 Touren 72 PS. Der verwendete Chrysler Plymouth wurde besetzt mit 4 Personen und wog 2140 kg, während das Totalgewicht des auf einen Teil der Strecke mitfahrenden Benzinwagens desselben Typs 1800 kg betrug. Untersucht wurden der Brennstoffverbrauch, das Beschleunigungsvermögen, das Steigvermögen, sowie die Startzeit, auch Qeruch und Geräuschentwicklung. Als Brennstoff wurde nii Dieselwagen Disoleum, im Benzinwagen handelsübliches Shell- und Standardbenzin verwendet. Folgende drei Versuchsstrecken wurden nacheinander befahren, wobei überall die Hauptstrassen benützt wurden: 1. Rapperswil-Schaffhausen 68 km; 2. Schaffhausen-Arbon 73 km; 3.> Arbon-Zürich 85,4 km. Die ersten beiden Strecken wurden mit Benzin- und Dieselwagen, die letzte nur mit dem Dieselwagen abgefahren. Erreicht wurden Durchschnittsgeschwindigkeiten von 54,3, 52,7 und 46,5 km/St., wobei der Dieselwagen einen spezifischen Verbrauch von 8,2, 7,25 und 7,36 Liter pro 100 km zeigte, während die Vefbrauchsziffern für den Benzinwagen 13,5 und 13,4 Liter pro 100 km betrugen. Als Minimalgeschwindigkeit wurde beim Dieselwagen 7 km, als maximale 96 km/St, ermittelt. Nun zu den Beschleunigungsversuchen : Vom Stillstand wurden in 2,4 Sek. 20 km/St., in 13,8 Sek. 60 km/St., in 31,6 Sek. 90 km/St, erreicht, entsprechend einer durchschnittlichen Beschleunigung von 2,31 m 2 /Sek. im ersten Fall, sowie 1,21 bezw. 0,79 m 2 /Sek. im zweiten und dritten Fall. Zur Feststellung des Durchzugsvermögens dienten einige Beschleunigungsversuche im direkten Gang, wobei von einer Anfangsgeschwindigkeit von 10 km/St, ausgegangen wurde. Eine Beschleunigung von 10 auf 20 km/St, konnte in 4 Sekunden, von 10 auf 40 km/St, in 11,7 Sek., und von 10 auf 60. km/St, in 19,6 Sek. erzielt werden, was durchwegs einer Beschleunigung von ca. 0,69 bis 0,71 m 2 /Sek. entspricht. Auf Steigungen wurden folgende Geschwindigkeiten erzielt: im direkten Gang bei 7,6 % Steigung 38 km/St., im zweiten Gang bei 10,8 % Steigung 42 km/St., und im ersten Gang bei 19 % Steigung 22 km/St. Startversuche mit dem kalten Motor (.Kühlwassertemperatur 10,5 Grad Celsius, Aussenlufttemperatur 10,5 Grad) ergaben eine Startzeit von 11,4 Sekunden, doch sank diese Zeit schon bei einer Kühlwassertemperatur von 17 Grad auf 1,6 Sekunden, während der Motor bei Betriebstemperatur sofort ansprang. Rauchentwicklung wurde bei ebener Fahrt und Geschwindigkeiten zwischen 10—80 Stundenkilometern nicht beobachtet. Bei angenäherter Maximalgeschwindigkeit von 95 Stundenkilometer und in Steigungen zeigte sich eine ganz leichte Rauchfahne. Jedoch konnte auch dann keinerlei Geruchsbildung festgestellt werden. Das Motorengeräusch hält sich in den bei hochtourigen europäischen Motoren üblichen Grenzen. Insbesondere konnte das bei Dieselmotoren oft angetroffene harte Verbrennungsgeräusch nicht festgestellt werden. Diese Z Mehr als 300,000 Automobilisten wissen nun nichts mehr von den Unannehmlichkeiten, welche das Starten bei Kälte mit sich bringt. Sie haben ihren Motor mit einem NAihnOA *v% A tirfinUt «»r rt»-i»"» rlio ITn-nro -fällt I Denken Sie jetzt an Ihre Schneekellen und denken Sie an das Beste, was es auf diesem Gebiete gibt: «Original-Union» mil der Zickzackanordnung, das bewährte Schweizerfabrikal. MIT STAHLQUERKETTEN Union A.-G., Schneekettenfabrik, Biel Generalvertreter:Henri Bachmann, BIEL, Spitalstrasse 12 b, Telephon 48.42 GENF, rue de Fribourg 3, Telephon 26.343 ZÜRICH, Löwenstr. 31, Telephon 58.824 Die ächten UNION-SCHNEEKETTEN sind in allen Garagen und Fachgeschäften erhältlich. Verlangen Sie aber ausdrücklich ORIGINAL • UNION - Schneeketten. 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