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E_1935_Zeitung_Nr.096

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KABEL-, DRAHT- UND GUMMIWERKE TELEPHON 975.301 AUTOMOBIL-RFVUE FREITAG, 29 NOVEMBER 1935 — N° 96 LUFTFAHR Luftfahrt im Spiel. Es sind nicht immer und hauptsächlich die komplizierten und raffiniert ausgestatteten Gegenstände, die fesseln und sich als dauernd unterhaltend und lehrreich erweisen, sondern diese Eigenschaften kommen vorzugsweise gerade Ueberraschungen zu, die auf ganz einfachen mechanischen Tricks beruhen. Deshalb erfreut sich der das Gesetz des Auftriebs in einfachster Form repräsentierende Kinderballon einer dauernden und über die ganze Welt verbreiteten Beliebtheit, die vielleicht nur vom Hampelmann übertroffen wird, über den sich, nach einem bekannten Volksliede, Vater und Mutter freuen, Onkel und Tante, und den sogar der alte Grosspapa scharmant findet. Ganz ähnlich beliebt sind die bunten, mit Gas gefüllten Kugeln, die, entgegen aller sonstigen Erfahrung, von unten nach oben fallen und nicht nur das Ergötzen der Kinder bilden, sondern als Requisit ausgelassener Lustbarkeit der Erwachsenen geradezu typisch geworden sind. Wenigstens gibt es kaum Filmdarstellungen von Karnevalfesten, Luxusballokalen und dergleichen aus der letzten Zeit, in denen nicht diese Ballons eine Hauptrolle spielen. Eine rührige Industrie hat ihnen allerlei von der Kugel abweichende Gestalten gegeben. Diese neuen Formen waren erst möglich, seit die fortgeschrittene Technik der Gummiverarbeitung genügend dünne, undurchlässige und formbare Häute lieferte, während man bei den früher verwendeten Tierblasen auf die von Natur gegebene Kugelform allein angewiesen war. Leider haben selbst die grössten dieser Spielzeugballons nur etwa zwei Gramm Tragkraft, beträgt doch das Gewicht von einem Liter Luft nur etwa 1,2 Gramm und ist davon noch das Gewicht der Gasfülung und Haut abzuziehen. Deshalb ist es nicht leicht möglich, in diesem kleinen Maßstabe mit Gondeln ausgerüstete Luftschiffe, seien es lenkbare oder unlenkbare,, freischwebend nachzuahmen. Immerhin gelingt es, durch Zusammenfügung einer Reihe von Ballonkörpern oder durch Sonderanfertigung eines langgestreckten, schwebefähige Luftschiffkörper zu bilden, wenn man sehr sorgfältig mit leichtesten Materialien arbeitet. Man kann diese kleinen Zeppeline sogar mit Gummi- Motoren und Propellern ausrüsten, die an einem als Gondel benutzten Holzspane montiert werden.,, Viel leichter als nach dem Prinzip «leichter als die Luft» lassen sich Spielzeuge auf dynamischer Grundlage zum Fliegen bringen. Solche Modellflugzeuge bieten dem Bastler einen derart vielseitigen und anregenden Sport, dass sich schon seit Jahrzehnten weite Kreise damit beschäftigen. Während der Modell-Flugsport früher fast nur in dafür geschaffenen Spezialvereinen gepflegt wurde, hat er in letzter Zeit weitere Verbreitung gefunden, und Sonderteile, die man früher mühselig selbst anfertigen musste, wie die Propeller und Tragdeckrippen aus Holz, die Lager und Endhaken für die Gummi-Motoren aus Metall u. a. bekommt man jetzt überall in reicher Auswahl der Qualität und in allen möglichen Grossen. Leider hat die wissenschaftliche Vertiefung, zu der dieser Sport geradezu herausfordert, bisher nicht mit seiner Ausdehnung in der breiten Oeffentlichkeit Schritt gehalten, und so sind auch die Resultate der bisher auf diesem Gebiete veranstalteten Wettbewerbe nur bescheiden und die Siege mehr vom Zufall als persönlichen Verdienst diktiert gewesen. Bei dem grossen Interesse der Allgemeinheit werden jedoch von berufener Seite die gegebenen Anregungen zum systematischen Ausbau des Modellflugzeugwesens sicher auf fruchtbaren Boden fallen, und dann wird vielleicht sogar die zünftige Wissenschaft Anregung und Nutzen aus ihm ziehen. Natürlich müssen bei der Uebertragung von Resultaten und Anschauungen, die in kleinem Maßstabe gewonnen wurden, die die Aehnlichkeitsgesetze berücksichtigt werden, welche die Wissenschaft für solche ermittelt hat. Vor allem ist zu berücksichtigen, dass die Zähigkeit der Luft sich im Modellversuch lange nicht so stark auswirkt, es sei denn, dass viel grössere Geschwindigkeiten angewandt werden, als sie in der Praxis vorkommen, was sich nur selten verwirklichen lässt. Das gleiche kann man ungefähr auch von demjenigen Teil des Modell-Sportes sagen, der ohne motorischen Antrieb arbeitet und daher als Modell - Gleitflugsport bezeichnet werden muss. Auch diese Abart hat in letzter Zeit kräftige Förderung erfahren. Man wird jedoch bei dieser Art Sport vor allem vor gar zu grosser Primitivität warnen müssen, insbesondere dürfen Wettbewerbe mit Handstart nicht, wie es tatsächlich vorgekommen ist, in Speerwerfen ausarten, wenn damit Interesse und Verständnis für das Flugwesen gefördert werden soll. Wir können diese Erörterung der fliegenden Spielzeuge nicht schliessen, ohne eines Typs zu gedenken, der zwar- nicht die verkleinerte Abart heute aktueller Luftverkehrsmittel bildet, aber dafür der älteste und verbreitetste Sendbote der Kinder in das Luftmeer ist. Der Papierdrachen ist nicht nur uraltes Kulturgut der Chinesen und bei uns seit Generationen heimisch, sondern auch heute noch ein nicht zu unterschätzender Experimentier- und Anschauungsgegenstand für die heranwachsende Jugend. Ueberhaupt darf das grosse Vergnügen, welches spielerische und sportlich vertiefte Beschäftigung mit fliegenden Modellen aller Art verschafft, nicht darüber täuschen, dass ihr ein ernster Wert innewohnt. Wir wissen aus unmittelbarer Anschauung viel zu wenig, von Wesen und Bedingungen des uns umgebenden Luftmeeres, das der Mensch jahrtausendelang wegen seiner schweren Wahrnehmbarkeit für ein Nichts gehalten hat. Unmittelbar angeschaute Erfahrungen, und mögen sie auch im Spiel gewonnen sein, sind deshalb ungemein wichtig. «Hoher Sinn liegt oft im kind'schen Spiel.» , St. Schweizerische Rundschau Asto-S.B.B.-Lastwagen. Anlässlich der am letzten Mittwoch stattgefundenen Verwaltungsratssitzung der S.B.B, ist u. a. auch die Frage der Angliederung von Bahnergänzungsdiensten mit Lastkraftwagen (Asto) behandelt worden. Bekanntlich läuft seit Einführung der Astodienste die Eisenbahnergewerkschaft unablässig Sturm gegen diese Einrichtung. Der Verwaltungsrat hat nun beschlossen, die bereits auf den Astodienst umgestellten Strecken im einzelnen nochmals eingehend auf die Zweckmässigkeit der neuen Betriebsweise untersuchen zu lassen. Von Fall zu Fall hat dann die Generaldirektion zu entscheiden, ob einzelne Astolinien schon' vor dem endgültigen Beschluss über das Astosystem eingeschränkt oder aufgegeben werden sollen. Ein endgültiger Entscheid über die Astolinien ist- auch deswegen verschoben worden, weil der Bundesrat und die Bundesversammlung demnächst zur gesetzlichen Regelung des Wettbewerbes zwischen Eisenbahn und Lastauto als der Hauptfrage wieder Stellung nehmen müsse. Am 5. Mai wurde das Verkehrsteilungsgesetz mit Zweidrittelmehrheit verworfen. Seither blieb es still um diese für die ganze schweizerische Volkswirtschaft hochwichtige Frage. Von Woche zu Woche aber steigt die S.B.B.-Verschuldung ununterbrochen um rund eine Million Franken an. Caveant Consules tönt es aus dem Volke. Wie lange geht es noch, bis dieser Ruf auch auf dem eidg. Post- und Eisenbahndepartement vernommen wird ? Motorfahrzeug-Aussenhandel. Der schweizerische Motorfahrzeugaussenhandel im Monat Oktober umfasst 657 (718) zollstatistische Einheiten im Werte von 3,36 (3,37) MM. Fr. Eingeführt wurden im Berichtsabschnitt 632 Automobile, Chassis und Zubehörteile, gegenüber 695 im Oktober des Vorjahres, während 25 (23 Motorfahrzeuge ausgeführt wurden, die mit den Zubehörteilen einem Wert von 1,47 (1,04) MM. Fr. entsprachen. Während auf der Einfuhrseite eine wertmässige Verminderung von 443866 Fr. festzustellen ist, hat der Ausfuhrwert eine Zunahme von 432 776 Fr. zu verzeichnen. (Die detaillierten Aussenhandelsergebnisse werden in einer der nächsten Nummern veröffentlicht.) Rauhermachung von Strassen. Letzte Woche wurden in Zürich interessante Arbeiten für die Rauhermachung glitschiger Asphaltbeläge vorgenommen. Am Stadtgraben wurde die alte Asphaltfahrbahndecke durch Zuführung von erhitzter Luft aus einer Maschine neuartiger Schweizorkonstruktion derart erhitzt und weich gemacht, dass die oberste giatte Schicht mit Leichtigkeit weggekratzt werden kann. Die Strasse wurde alsdann mit einem neuen Asphaltbelag versehen, der den grossen Vorteil hat, dass er nicht nur wesentlich heller, sondern auch viel rauher und griffiger ist, wozu noch kommt, dass er auch bei langem und starkem Befahren diese Rauhigkeit nicht verliert. Das Zustandekommen des bekannten glitschigen Stampfasphaltbelages wird dadurch ausgeschaltet, und die Sicht ist für den Fahrer auch bei Regenwetter, d. h. nasser Fahrbahn, eine bessere als bei den dunklen Asphaltstrassen. Nachdem man in Zürich mit den hellen Betonstrassen nicht verwöhnt ist, wird man diese Neuerung dankbar begrüssen. Es wäre ausserordentlich wünschenswert, wenn die zahlreichen glitschigen Strassen der Limmatstadt — es seien hier nur Bahnhofstrasse und Utoquai genannt — in Bälde mit dem neuen Verfahren rau- , her und damit verkehrssicherer gestaltet werden könnten. V

— FREITAG, 29. NOVEMBER 1035. AUTOMOBIL-REVUE F E U I L L E T O N Blumenhölle am Jacinto. Fortsetzung von Seite 2. Und alles sind Krokodile, die nicht die geringste Notiz von uns nehmen! Wir aber auch nicht von ihnen! So leise wie möglich und doch schnell, wie nur die Indianer rudern können, stiehlt sich die Curiaria um die Brutstätten der dösenden Saurier herum. Es braucht ja nur einigen dieser Panzerechsen, die die Luft mit ihrem durchdringenden Geruch erfüllen, einzufallen, quer vor uns ins Wasser zu springen. Wie leicht kippt die Curiaria um! Merkwürdig schön ist die Szenerie. Seidig blaues Wasser, wie flutende Seide in sachten Wellen atmend, dazwischen helle Sandstreifen mit bunten Leibern bedeckt. Dann runde und längliche Schilfbüschel, um die Libellen schweben, stille Flächen, wo die Blätter der Vidtoria regia symmetrische Reliefs bilden, auf denen kopfgrosse, schneeweisse Blüten schaukeln. « Rudert, Muchachos! » flüstert Henderson, und das Schnarchen vieler hundert Krokodile zittert beängstigend in der heissen, gaukelnden Luft. So, jetzt sind wir wieder im Flusse. Hei! und dort ist ja noch einer. Mehr noch, lauter breite Wasseradern, die dem See von allen Seiten zuströmen. Hallo! Vorhin ruderten wir mit der Flut und nun auf einmal gegen sie? Und wo ist denn nur die Plantage des Coronel? Hätten wir sie nicht schon längst sichten müssen? Henderson prüft den Kompass, schaut lange nach der Sonne. «Verirrt! Hm, Orchideen gibt's überall. Vorwärts, Muchachos! » sagt er gleichgültig, und die Indianer stemmen unser Fahrzeug der schwachen Strömung entgegen. Rechts von uns zweigt ein breites Bayou ab, verliert sich in Schilfmassen, die, vom Zauber der Sonnenstrahlen umflossen, brennenden ^eldern gleichen. Eine grosse Curiaria lenkt aus diesem scheinbaren Inferno heraus! Eine zweite folgt und zuletzt eine dritte. In jeder sitzen gekrümmte Indianer mit breiten, melancholischen Gesichtern; die schwarzen Haare, die straff bis auf gelbbraune, knochige Schultern fallen, sind über der Stirn zur Ponyfrisur getrimmt. Es sind drei Mann, die in jedem Kanu hocken, dicht hintereinander. Und mit einer Schnur, die von- Hals zu Hals läuft, hat man sie zusammengeknüpft! Ihre dünnen Arme tauchen rhythmischen Schwunges die Paddel ein. Im Stern eines jeden Fahrzeuges sitzt ein bewaffneter Mann in schmutzigem Buschanzug, den grossen Filz auf dem Kopfe. Und der eine, das ist ja der schwarze Jüan! hält eine Peitsche in der klobigen Faust, schnellt sie wie spielend über die nackten Rücken der Ruderer. •> Höhnisch grinst der Neger herüber und -ruft: «Sieh da, Senhores! Ich dachte, wir , /ürden uns heute abend noch bei Urubu treffen! »Henderson murmelt: « Wenn du wüsstest, mein schwarzer Schneeball! » Die Curiaria kreuzt unsern Bug, hält jetzt, schneller als wir fahrend, denselben Kurs. Uno, Dos und Tres paddeln immer langsamer, und nacheinander führen die beiden andern Fahrzeuge das Manöver des ersten aus. In jedem rudern drei Indianer. Menschen, die durch eine Leine um die Hälse miteinander verbunden sind und die uns aus grossen, traurigen Augen anblikken. Der Brasilianer im Heck raucht eine Zigarette. Nun liegen die vier Curiarias, unsere als letzte, in Kiellinie. Aber die Peitschen sausen jetzt um nackte, gebückte Schultern, und zusehends entfernt sich die Flotille des schwarzen Juan. Die rudernden Indianer singen! Es ist ein dumpfes, plätscherndes Lied, schwermütig und hoffnungslos wie die schwarzen Augen der Sänger, die mich eben noch anblickten. Schon ganz weit weg sind nun die drei Boote. Ihre Umrisse zerfliessen bereits in der flimmernden Luft. Und eben biegen sie um eine mit Fächerpalmen bedeckte Insel, sind plötzlich verschwunden. Jetzt versiegt auch das klagende Lied. «Sie stehlen Indianer, Senhor! » flüstert Uno und meint die Brasilianer. Langsam ru- ,dern wir weiter, und auf einmal bohrt sich unsere Curiaria tief in einen Schilfklumpen hinein, bleibt in seinem grünen, knisternden Herzen stecken. Horch! Stimmen fHessen heran, Ruderschläge und dumpfes Poltern. Da rauscht es, nud durch die Rohrstengel erblicke ich sieben Boote vorbeiflitzen. Männer, die die Aermel hochgestreift haben, tauchen die Paddel ein. Bekannte Gesichter unter breiten Sombreros. Sonnenstrahlen blitzen auf Karabinerläufen! Und eine tiefe, salbungsvolle Bassstimme spricht: « Der galante Coronel Numez, haha! Was er wohl sagen wird, wenn wir ihn fragen?» Die Antwort erstirbt murmelnd in der Ferne, und Henderson flüstert: «Haben sich also die Absicht fest in den Kopf gesetzt, die Kerle. Hm, schätze, dass wir der Sache aus dem Wege gehen! » Die Indianer schieben das Fahrzeug wieder in offenes Wasser und rudern gleichmässig weiter. . / Vorne, wo die Curiarias, die Bastiano Reyes, der Urwaldhändler, anführt, eben von den Dunstschichten wie Schatten aufgesogen werden, schwebt eintöniger Gesang. Und seufzend verhallt er. Das Wasser schimmert. Gespräch über Erfurt. Ein unentwirrbares Durcheinander von Sümpfen, Flüssen, Seen, Inseln und Urwald umgibt uns, wohin wir auch schauen. Wir brechen durch Schilfgras, schlittern über hellgrüne Blätter der Victoria regia, paddeln verzweifelt gegen zischende Strudel an und merken verblüfft, dass wir von einer Strömung dahingetragen werden. Henderson lästert laut und anhaltend. Denn wir wissen nicht, was wir tun sollen! Ob wir uns nach links oder rechts, vorwärts oder rückwärts wenden; ob wir uns der Stromesgewalt überlassen oder ihr entgegenrudern; ob wir den ruhelosen Fluten entfliehen und die stillen, blitzenden Spiegel der Seebecken durchqueren, es ist alles das gleiche. Stets stossen wir auf eine Insel, auf Untiefen oder Urwaldmauern, die schwindelnd hoch aus dem Wasser schiessen. Der Kompass hilft absolut nichts, er macht uns nur noch verrückter. Denn an seiner unruhigen, keinen Augenblick stille stehenden Nadel erkennen wir, dass wir uns fortwäh rend im Kreise herumbewegen. Das Labyrinth der Caripunhassümpfe umklammert uns mit tausend Fesseln. Und Orchideen ? Ja, da hängen welche in den Lianen dort. Und daneben aus der Gruppe der faulenden Strünke heraus, die gleich schwarzem Gigantengebein übereinanderliegen, leuchtet heller Blütenschimmer. Orchideen überall! Gelbe, violette, rote und weisse. Vor allem goldrote! Herrlich und schön oder abschreckend widerlich anzusehen, von betäubendem Dufte. Aber es sind Blumen, wie sie zu Hunderten und Tausenden im Sertao wachsen. Kein seltenes Blut ist dabei. Und Henderson, der Blumen genau so kennt wie seine Tasche, hat jetzt keinen Blick für diese Kinder der Flora übrig. Und wenn, dann nur einen verächtlichen, geringschätzigen ! - «Jeder europäische Gärtner verkauft sie für drei Schillinge das Stück. Glaubst du, dass unsereiner dafür im Sertao* herumkriecht?» Er lacht bitter, dann legt et die Hand auf meine Schulter und redeL ernsthaft : «Hast mir erzählt, wärest mal Walfänger gewesen. Harpunenschmeisser auf 'nem alten HoJzkahn in der Arktis! Ist verflossene Romantik, Boy. Gibt's heute nicht mehr, was du da erlebt hast. Man schiesst den Wal nun von Bord aus, hübsch mit 'ner Kanone, schätze ich. Und die alten Walfänger gehören der Vergangenheit an, Partner. Bist 'n junger Kerl, 'n teuflisch merkwürdiger Bursche und hast 'ne Menge komischer Gedanken, schätze ich. Haha, mein junger Dutchman, hast dir nun wieder einen Beruf ausgesucht, den es bald nicht mehr geben wird. Orchideenjäger sind fast erledigt in dieser Welt, kalkuliere ich.» Staunend schaue ich ihn an, und während die Indianer gleichmässig rudern, erklärt er: «Wird viel Geld gemacht mit Orchideen, Boy. Genau so viel wie mit alten Leinwand- •appen, auf die Kerle wie Goya, Rubens, Dürer und andere vor etlichen hundert Jahren Bilder malten. Und schätze ich, ihr Gertnans habt glorreich kluge Meinungen, manchmal. Höre, Boy, sag, weisst du etwas über Erfurt?» Ich antworte verwundert: t Es wächst gutes Gemüse in der Gegend. Und Blumen ! Ja, ich erinnere mich, dass von dort aus Samen in die ganze Welt verschickt werden !» Der Amerikaner nickt. « Yes, und Orchir deen, schätze ich. Züchten und kreuzen Orchideen, die Kerle von Erfurt. Und haben es fein heraus. Ueberfein ! Pikfein ! Bringen die seltensten Orchideen zuwege, diese Züchter in ihren Treibhäusern in Erfurt, und haben, wie ich schätze, schon 'ne Menge Kundschaft unter den Lords und Mijnheers!» Henderson ballt die Faust und redet weiter : « Habe den Glauben... und ist nicht nur 'n Glauben, sondern feststehende Tatsache, dass wir beide hier in den Caripunhassümpfen und die paar andern, die in Zentralamerika Orchideen suchen, sowie die drei oder vier, die dasselbe in Borneo tun well, trage mich mit der Meinung, dass diese Boys und wir die letzten Orchideensucher in der Welt sind. Die Erfurter haben unsern Beruf kaputt gemacht, wie ich kalkuliere. (Fortsetzung folgt.) Unsere Winterspezialitäten Royal-FrOStSChUtZSCheiben sind Schweizerfabrikat lieferbar in diversen Grossen und Ausführungen. 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