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E_1935_Zeitung_Nr.094

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Stvaiss^ra Ausbau der

Stvaiss^ra Ausbau der Gotthardstrasse. Der Regierungsrat des Kantons Uri hat die Ausbauprojekte der Durchgangsstrassen dem Eidg. Departement des Innern, resp. dem Oberbauinspektorat eingereicht. Die für den Ausbau der Gotthardstrasse notwendige Summe wird auf 3 Mill. Fr. geschätzt, wovon etwa zwei Drittel auf die Axenstrasse entfallen dürften. In Berücksichtigung der verkehrspolitisch einzigartigen Bedeutung der grossen Nordsüdverbindung über den Gotthard kann kaum noch länger mit dem Ausbau einzelner, dem modernen Verkehr in keiner Weise mehr entsprechenden Strassenstücke zugewartet werden. Zu diesen Bauten gehören einige Trassekorrekturen, entsprechend den Normalien des V. S. S., auf dem auf Schwyzer Hoheitsgebiet gelegenen Teil der Axenstrasse, wie auch die Beseitigung eines Niveauüberganges über die Gotthardlinie. Auf urnerischem Boden haben bekanntlich im Frühjahr 1932 Felsstürze und Murgänge die Axenstrasse im Gumpistobel verschüttet und teilweise mitgerissen. Der während mehreren Wochen unterbrochene Strassenverkehr und die Bedrohung des Bahntrasses haben mit aller Deutlichkeit gezeigt, wie gefährdet dieser Lebensnerv der Schweiz. Volkswirtschaft eigentlich ist, nicht zu. denken an die hohe strategische Bedeutung von Strasse und Bahn am rechten Ufer des Urnersees. Noch heute muss der gesamte Strassenverkehr über die in aller Eile hergestellte, nur 3 m breite Notbrücke geleitet werden. Der Ausbau dieser Strassenstrecke macht den Urnern grosse Sorge, weil an jener Stelle das Gebirge sehr stark verworfen ist, was sich beispielsweise von Seelisberg aus sehr gut verfolgen lässt. Wenn an einem der unser Land durchziehenden internationalen Strassenzüge eine eidgenössische Subvention am Platze ist, dann sicherlich in erster Linie für den Ausbau und für die Sicherung der Gotthardstrasse. die sich ähnlich der Strecke über die Berner Höhe durch zahllose Schlaglöcher sehr- unangenehm bemerkbar macht. In Arth selbst liegen Strassenzustandsverhältnisse vor, die für eine Strecke von der Bedeutung des Gotthards wohl als denkbar ungünstigste bezeichnet werden müssen. Wir wissen genau, dass der Stand Schwyz, ohne Anpassung seines Steuergesetzes an die Neuzeit, nur unter grössten Schwierigkeiten sein Strassennetz wird ausbauen können. Die steuerrechtliche Rückständigkeit aber sollte sich nicht ausgerechnet auf der stark frequentierten Gotthardroute dokumentieren, wenn man auch der Auffassung huldigen kann, je besser die Strasse, desto schneller wird einfach durchgefahren. Die Verkehrsfrequenzen weisen im Gegenteil darauf hin, dass Kantone mit ausgebautem Strassennetz viel eher auf ihre Rechnung kommen als solche mit schlechter Fahrbahn. Der Kanton Schwyz hat in den letzten Jahren einige mustergültige Ausbauten vorgenommen, beispielsweise die Betonstrasse Ibach bis Brunnen, so dass zu hoffen ist, der restliche Teil an der Gotthardroute werde im eigenen Interesse sobald als möglich den heutigen Erfordernissen des motorisierten Strassenverkehrs angepasst. -my-' Sdiweizeriscbe Rundschau AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 22. NOVEMBER 1935 — N° 94 Im Interesse des schweizerischen Fremdenverkehrs kann der Bundesrat für Benzin, das von eingereisten ausländischen Touristen während eines vorübergehenden mehrtägigen Aufenthaltes in der Schweiz als Treibstoff für ihre Fahrzeuge gefasst wurde, unter Vorbehalt der nötigen Kontrollmassnahmen die fiskalische Belastung erleichtern. Art. 38 betr. Mineral- und Teeröle sieht vor: Für Mineral- und Teeröle, die zum Antrieb von Fahrzeugmotoren Verwendung finden, werden besondere Tarifniimmern mit dem Ansatz von Fr. 16 per 100 kg brutto geschaffen. Diese Zollbelastung zerfällt in den Grundzoll von Fr. 6 und den Zuschlagzoll von Fr. 10 per q brutto. Abs. 3 von Art. 38 regelt entsprechend Abs. 3 Art. 37 die Befreiung von Postverwaltung, Bundesbahnen und vom Bunde konzessionierten Transportunternehmungen von der Entrichtung des Zuschlagzolles. Art. 39. Der Bundesrat kann in Ausführung des Bundesbeschlusses vom 21. September 1928 Art. 2, Abs. 2 andere Brennstoffe für Motoren, sowie Stoffe zu deren Erzeugung mit Zuschlagzöllen belegen. Ebenso kann er einen Ausgleichzoll auf solchen im Inlande erzeugten Motorentreibstoffen erheben, die aus andern, bei der Verarbeitung eingeführter Rohstoffe entstandenen Produkten und Abfällen herrühren. Art. 40. Der Bundesratsbeschluss vom 25. Juni 1935 Ober die vorsorgliche Erhöhung der Zollansätze auf Motorentreibstoffen wird genehmigt. Die Liste der Begnadigungsgesuche, über -welche der Bundesrat an die Bundesversammlung Bericht erstattet, umfasst auch 11 Fälle von Bestrafungen wegen Vergehen gegen das Motorfahrzeug- und Fahrradgesetz. Es handelt sich dabei mehrfach den Gerichten oft zu wenig strenge Strafen ausgesprochen würden. Nicht nur die Motorfahrzeugführer, auch die Rädfahrer und die Führer von Fuhrwerken müssen wissen, dass sie scharfe Strafen zu gewärtigen haben, wenn sie durch vorschriftswidriges Verhalten andere Strassenbenützer an Leib und Leben gefährden. » Diese Hinweise sind offenbar besonders wegleitend, was die Handhabung von Art. 59 des Bundesgesetzes betreffend angetrunkene Fahrer anbetrifft, wobei es immerhin dem Ermessen der Strafgerichte anheimgestellt bleibt, eine Freiheitsstrafe geeignetenfalls mit dem bedingten Strafvollzug zu verbinden, soweit sich dies im Einzelfall verantworten lässt. Versagt aber das Gericht den bedingten Strafvollzug und besteht in einem Kanton hierin eine konsequente Rechtsprechung, so muss. wie wir wiederholt betont haben, vermieden werden, dass die bedingte Begnadigung gleichsam in Konkurrenz tritt zum richterlich zulässigen, bedingten Strafvollzug und dass, falls dieser verweigert wird, jene ihn regelmässig ersetzt. Diese eindeutige Haltung der Begnadigungspraxis ist um so gerechtfertigter, als derzeit nurmehr vereinzelte, nicht zurückgezogene Gesuche zur Behandlung stehen, denen eine Vorzugsstellung bestimmt nicht zukommen kann. » Verschärfte Gewichtskontrollen für Moforlastwagen. Das eidg. Justiz- und Polizeidepartement hat kürzlich an die Kantone ein Kreisschreiben erlassen, dem folgendes zu entnehmen ist: Dem eidg. Justiz- und Polizeidepartement sind Klagen zugekommen, dass in vielen Kantonen Fahrzeuge verkehren, die das höchst zugelassene Gesamtgewicht übersteigen. Die eidg. Oberaufsichtsbehörde für das Motorfahrzeuggesetz ersucht nun in einem Kreisschreiben die Kantone dringend, diejenigen Massnahmen zu ergreifen, die dazu geeignet sind, dem Wortlaut des Gesetzes Nachachtung zu ver- um Gesuche für Erlass einer unbedeutenden Busse, Benzin und Benzol im eidgenössischen Finanzprogramm. Der Entwurf zu einem Bundesbeschluss und dabei in grundsätzlicher Hinsicht folgendes gen sei immer ausdrücklich erklärt worden, dass wo der Bundesrat durchwegs Abweisung empfiehlt schaffen. An allen Konferenzen und Besprechun- über neue ausserordentliche Massnahmen zur Wiederherstellung des finanziellen Gleichgewichtes im rückweisung kleiner Bussensachen besteht und eine ausgeschlossen seien. Das Departement ist sogar ausführt: « Die neue Praxis der regelmässigen Zu- unter der Herrschaft des eidg. Gesetzes Toleranzen Bundeshaushalte in den Jahren 1936 und 1937 sieht ausnahmsweise Gesuchsentsprechung setzt anerkanntermassen Gründe voraus, die einen Gnadenakt Motorfahrzeuges, ohne dass die Fahrt bereits be- der Auffassung, dass schon eine Ueberlastung des im zweiten Teil, unter dem 6. Abschnitt folgenden Art. 37 betr. Erhöhung der Zölle auf Motortreibstoffen vor: sonders wenn den Bestraften im Bussenvollzug gen die Vorschriften darstellt. Auf der Fahrt an- wirklich nahe legen, was hier nicht zutrifft, begonnen wurde, eine vollendete Zuwiderhandlung ge- Verständnis entgegengebracht wird, woran nicht zu getroffene Motorfahrzeuge, die überlastet sind, sollen zudem zur Weiterfahrt erst wieder freigegeben In Abänderung des Bundesratsbeschlusses vom zweifeln ist. » 7. Dezember 1923 wird der Zoll auf Benzin und Benzol zu motorischen Zwecken von Fr. 20 auf Fr. 28 In einem anderen Falle, da ein wegen Trunkenheit mit 2 Tagen Gefängnis bestrafter Wagenfüh- herabgesetzt' wurde. werden, wenn die Ladung auf das zulässige Gewicht per 100 kg brutto erhöht. ' Diese Zollbelastung zerfällt in Abänderung von rer um Erlass der Strafe ersucht, äussert sich der Art. 2, Abs. 1 des Bundesbeschlusses vom 21. September 1928 betr. die Ausrichtung von Bundesbei- bundesrätliche Bericht wie folgt: •c Die Stellungnahme zu Straf- und Begnadigungssachen hat ihre notwendige Abklärung im Be- Budievfisch trägen an die Kantone für die Automobilstrassen in Besondere Beachtung verdient auch das den Grundzoll von Fr. 18 und den Zuschlagzoll von gna.digungsweg dahingehend gefunden, dass der Zweck der Warnung und Abschreckung, dem einzelnen Fehlbaren wie der Allgemeinheit gegenüber, Paris. Vor uns liegt das Sonderheft L'Autorail der auf Schwyzer Boden liegende Strassenstück Fr. 10 per q brutto. Die Hälfte des Jahresertrages L'Autorail, Sonderheft der Revue Pitroliferes von St. Adrian am Zugersee bis Arth und dasjenige über die Berner Höhe zum Lowerzerten Bundesbeschlusses ausgerichtet. aus dem Zuschlagzoll wird den Kantonen als Subvention im Sinne von Art. 2, Abs. 1 des vorerwähn- voransteht. Das neueste Kreisschreiben des Bundesrates an sämtliche Kantonsregierungen über die Querschnitt durch die gesamte Entwicklung des Revue Petrolifere, das einen hochinteressanten see. Wohl an keiner internationalen Durchgangsstrecke kennzeichnet sich die kantonale Benzin und Benzol, das durch die eidg. Postver- 1935, äussert sich auch zur Ahndung von verkehrsnungsmotoren gibt und* über die neueste Entwick- Bekämpfung 'der Verkehrsunfälle, vom 13. August Schienen-Triebwagens mit Antrieb durch Verbrenwaltung, die schweizerischen Bundesbahnen und die gefährdenden Uebertretungen von Verkehrsvorschriften. Wir zitieren den Wortlaut: aus Konferenzen, Aufsätzen und Interviews mit Strassenobrigkeit drastischer als südlich lung dieser Fahrzeuge orientiert. Neben Auszügen vom Bunde konzessionierten öffentlichen Transportunternehmungen zur Ausführung der im amtlichen < Die kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren Persönlichkeiten aus Verkehrswirtschaft und Indu- Walchwil. Während von Schaffhausen über Zürich bis zur Schwyzer Kantonsgrenze eine Kursbuche aufgeführten fahrplanmässigen Kurse haben in ihrer Konferenz vom Oktober 1934 in Sitten darauf hingewiesen, dass die Strafbestimmun- Beschreibungen der einzelnen technischen Prostrie finden sich eingehende und reich illustrierte modern ausgebaute Strasse dem Motorfahrzeugverkehr zur Verfügung steht, beginnt bei dung und unter Vorbehalt der nötigen Kontrollgen des Automobilgesetzes zu wenig streng angebleme, der verschiedenen bewährten und der neue- verwendet wird, kann gegen Nachweis der Verwenmassnahmen zum Ansätze von Fr. 10 per, q .brtitto wendet und selbst bei schweren, verkehrsgefährdenden Verletzungen von Verkehrsvorschriften von eine Riesenmenge von wertvollem Material. " W—. St. Adrian eine alte, schmale Schotterstrasse, sten Konstruktionen auf diesem Gebiete, kurzum zugelassen werden. .' • WORINGER Ersatzteile für Automobile Pleuelstangen Pleuel- und Zentrallager Neuanfertigung, Umändern, mit Normal- und Minus-Bohrung für alle Reparaturen werden persönlich Oberwacht. Deshalb die beständige Qualitäts-Arbelt alle Amerikaner- und Europäer-Wagen u. rasche Lieferung. Massige Preise. ALFREDO SEMPREBON Spezialhaus für italienische Ersatzteile ZÜRICH BERN Kanzleistr. 122 Mühlemattstr. 68 Stä«*!än^r£3^;^^ Tel. 37.492 Tel. 25.951 Zu verkaufen Fiat514 OPEL Ricinol Das Motorenöl für höchste Ansprüche Verwenden Sie unsere leichtflüssigen Limousine Limousine Winteröle 4-Plätzer, 6 Zyl., 9 PS, 2türig, 4 Zyl., 8 PS, mit mit dem tiefen Stockpunkt. Mod. 1932, inkl. Steuer u. öfacher guter Bereifung, Versicherung, günstig abzugeben. — An Zahlung in tadellosem Zustande, Hans Haur°i, Aktiengesellschaft, Däniken bei Ölten. Preis gegen bar nehme event. MOTORRAD. 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N ö 94 — FREITAG, 22. NOVEMBER 1935 AUTOMOBIL-REVUE I) II L E T O N Blumenhölle am Jaclnto. Urwalderlebnis. Fortsetzuna von Seite 1. Ohne zu kosten stelle ich den Krug weg. Henderson beginnt nun zu stöhnen, klappert mit den Zähnen. Es ist seht Fiebertag heute. Lampe angezündet, Limonen zerquetscht und Chinin in den Saft gerührt! «He, Henderson! wach auf. Hier, trink das. Und morgen! hör, morgen gehen wir fort von hier. Noch ein paar Orchideen suchen und dann an die Küste r wo es Luft, frische Luft und weisse Gesichter gibt. Und nie wieder ins Sertao! Henderson, so hör doch, trink!» Er wälzt sich herum, wirft sich hin und her, •dass die Eckpfosten zittern. Seine Hände sind geballt, die Augen offen, sie verdrehen sich, dass das rotgefleckte Weisse sichtbar wird. Ruckweise schüttelt der gekrümmte Körper auf und jiieder, die Zähne klappern, und während der Schweiss, den die fürchterliche Treibhaushitze meinem Leibe entpresst, an meinem Ellbogen und Fingern abtröpfelt und den Bambusboden netzt, schreit er: «Schmeiss mich ins Feuer, ins Feuer! 0 wie ich friere!» «Henderson; öffne doch die Schnauze und trinke! Ah, gut, wenn du nicht willst, so stecke ich dir das Messer in den Mund!» Schon fährt meine Klinge zwischen seine rasselnden Zähne, presst die Kiefer auseinander, und vorsichtig flösse ich ihm die Medizin ein. Nach einer halben Stunde flaut der Anfall ab, matt liegt der Patient da, und todmüde schwinge ich mich in meine Hängematte. Das Wasser rauscht und lullt mich in Schlaf. Kaum habe ich die Augen geschlossen, als mich ein gewaltiger Stoss gegen die Wand und dann zu Boden schleudert. Henderson fällt wie ein Sack auf meinen Rücken, und meine Hand, die zuckend umhertastet, schneidet sich an der Messerklinge. Lautes Rauschen und Gurgeln draussen, die Hütte zittert und schwankt. Im Nu sind wir vor der Tür, auf der Plattform. Violette Dünste tanzen über wirbelndem Wasser! Ein bleicher Mond schwelt gleich einer verhängten Lampe vom Himmel. Und ein mächtiger Baum mit.Laubkrone, weitgreifenden Aesten und Wurzelknollen wie eine zackige Insel, schiesst eben in die stromab sich verdichtende Nebelwand. "• Wir schauen uns an. «Well, das war knapp; Wie.kommt der Baum nur so nahe, wo doch die Wirbel alles Treibholz von hier fernhalten! » Der Amerikaner antwortet: « Schätze, dass uns Urubu durch seinen Niggerfre^cd und dessen Bande eine kleine Aufmerksan* keit erweisen Hess ! » Er lacht laut: « Ging dicht vorbei an uns, der Knochenmann mit Hippe und Stundenglas, diesmal. Schätze und kalkuliere aber, dass ganz dicht ebensogut wie ganz weit ist. Wollen jetzt schlafen gehen! > Nun liegen wir wieder in den Hängematten, und der wütende Strom tost unter uns. Meine Gedanken sind schwerfällig und träge. Ob noch ein Baum heranrast und diesmal besser rammt ? Ah, das ist noch Geheimnis des Sertao. Nun will ich schlafen, denn ich bin unsagbar müde. Und Chango trinkt. Nebel auf dem Flusse- Kaum sichtbar hängt die Sonne über dampfender Dschungel. Es ist unbeschreiblich heiss, die Luft umklammert mich förmlich, drückt, presst, und ich fühle mich wie ein schmutziges Tuch unter den unbarmherzig knetenden Fäusten einer robusten Waschfrau. Sämtliche Gerüche der Wildnis, streng und faulig, süss und bitter, weichlich und aufpeitschend, brodeln in der Luft. Und wenn manchmal das Wasser draussen besonders laut brüllt und ein fader Windhauch die Dünste in Aufruhr bringt, dann pressen diese Geruchswögen mächtig auf mich ein- Wir fühlen uns schwindlig, taumeln beide hin und her. Drip! drip! Ununterbrochen träufelt und rinnt Schweiss jvon unsern Fingern ab. Oft schütteln wir uns gleich Hunden, die dem Bade entsteigen, und die salzigen Tropfen stieben nach allen Seiten. Drip! drip! Sonderbar, dass man dieses feine, leise Geräusch vernehmen kann,! bei dem Grollen des Stromes. Aber man hört's ! Genau so, wie die klirrende Dorfkapelle durch das Dröhnen der Kirchenglocken sich Geltung bricht. Wir schauen hinüber nach der andern, kaum sichtbaren Pfahlbauhütte. Henderson schreit durch die gewölbten Handflächen: «Muchados, braucht ihr etwas ?» Eine Weile verstreicht. Dünste öffnen sich zu schmaler Gasse, enthüllen die wasserumspülte Plattform und drei darauf kauernde Gestalten. « Nein, Senhor ! » ruft Dos. Und es ist Uno, der hinzufügt: «Wir haben Fleisch und Tabak, Senhor 1 » Tres grunzt vernehmlich : « Und sitzen, hier, Senhor. Ja, - wir sitzen hier ! > Wir schütteln die Köpfe. « Kannst du jene begreifen?» brummt der Amerikaner und hebt den Cachassakrug an den Mund. Er trinkt aber nicht, sondern sagt erstaunt: «Schau, was ist das? Sieht akkurat aus wie Rattengift, kalkuliere ich. Habe Erfahrung darin, und nach dem Erlebnis der Nacht halte ich alles hier für möglich. Schätze gut und gerne, dass der Aasgeier 'ne treffliche Wut auf dich haben muss!» Sein Finger deutet auf kleine Häufchen biäulichweissen Staubes, die an der Innenseite im Halse des porösen Kruges haften. Wieder wiegt er den Kopf. «Messer und Schüsse aus dem Hinterhalt sind gute, landläufige Ware hierzulande. Aber Gift? Schätze, das klingt nicht nach Brasilien!» Er zieht sich am Kinn, spricht langsam weiter: « Obwohl der Urubu ein merkwürdiger Teufel zu sein scheint. Auf nun, wir wollen versuchen, zu Bastiano zu paddeln, ohne unterwegs zu ersaufen, und ihn fragen, was es mit dieser Cachassa für eine Bewandtnis hat J» Langsam steigen wir in die auf und ab tanzende Curiaria, schöpfen sie aus und sind dann auf einmal, für unser Leben rudernd, mitten zwischen schillernden, dumpfig riechenden Nebeln, auf rauschendem Wasser, aus dem ab und zu ein treibender Baumriese wie ein Walfisch auftaucht und sausend wieder verschwindet. Es dauert eine gute halbe Stunde, ehe wir in die Halbmondbucht einfahren. Eben kämpfte der Flussnebel seinen letzten Kampf. Die Sonne, die siegreich den zu ihr empordampfenden Atem des Sertao aufgeleckt hat, glänzt nun satt und feurig im fahlen Himmelsblau. Ihre glühenden Strahlen machen kurzen Prozess mit der wogenden Schicht, die noch über dem Wasser wuchtet. In der schiefen Hütte sitzen die Männer auf dem Ladentisch und baumeln mit den Beinen. Bastianos breites Gesicht' lacht: «Ah, Senhores, ist der Krug leer ?» Henderson stellt das Gefäss hin. « Fügt man der Cachassa irgendein Pulver bei?» will er wissen, und verwundert schauen die Männer auf. Einer betrachtet den Krug näher, seine Augen öffnen sich weit, wie er sagt: «Das ist das Pulver, mit dem wir manchmal Fische betäuben! » Erklärend fügt er hinzu: < Ihr wisst, Senhores, wenn man kleine Wasserläufe durchqueren will, die meisten von Piranhas und Tembladores, wie mir die Zitteraale nennen, wimmeln! Eine Handvoll von dem Pulver im Wasser betäubt juid tötet sie ! » « Ist es gefährlich für Menschen ? » fragte ich- Energisch bejaht der Mann : « Caramba, das will ich meinen, Senhor. Und ich kann mir auch denken, wie das Zeug in Ihre Cachassa kommt!» Finster nicken die Männer in der Runde. Bastiano brummt: « Santa Maria ! Wir wollen sofort die Probe machen. Chango ? > Der auf der Kiste hockende Affe hebt den Greisenkopf, schmatzt mit den Lippen, und der Urwaldhändler redet welter: «Ich wollte mir schon längst einen neuen anschaffen. Chango ist alt und diebisch geworden. Wo er Alkohol sieht, da stiehlt er ihn mir. Von früh bis spät ist der Kerl besoffen, denn ich kann meinen Schnaps doch nicht versiegeln. Chango, Cachassa ! > Er deutet auf den Krug. Langsam, misstrauisch nach allen Seiten äugend, schleicht der Vierhänder näher. Dann bekommt er die Witterung, macht einen Satz, gurgelt vor Vergnügen und langt gierig nach dem Gefäss. Mit beiden Händen lüftet er es, trinkt tief und schmatzend. Wie er den Krug absetzt, schaut er uns voll unsäglichem Er-. staunen, das langsam zum klagenden Vorwurf wird, der Reihe nach an. Dann macht er einen unbeholfenen Hopser, seine Glieder zittern, und plötzlich fällt er wie ei- Klotz auf die Seite, rührt sich nicht mehr. Die Augen sind offen, von einem bläulichen Schimmer tiberzogen, und die Muskeln treten in harten Knoten aus dem schäbigen Fell. Chango hat getrunken ! Wir schauen uns gegenseitig an, stumm, vielsagend. Bis endlich Benito den Mund öffnet. « Santa Maria ! Urubu tat das Gift in den Krug, als er in der Curiaria stand. Aber wer kann es beweisen ? » Ich erzähle von dem Ereignis der Nacht, und die Männer rufen durcheinander. « Unmöglich ! Der Strom fliesst so, dass kein Treibholz in die Nähe der Hütte kommt! » Henderson nickt: «Habe es gleich gedacht. War also ein Gruss von Urubu, schätze ich ! Und nun, Senhores ? » Ein halbes Dutzend Stimmen antworten brüllend: « Zum Urubu ! » Wir dräfTgen hinaus, während Bastiano warnt: « Langsam, Senhores, langsam. Wir können nichts beweisen !» Als letzter verlasse ich den Raum. Der Strom schaukelt die versinkende Ecke der Hütte. Zwiebelschnüre und grosse Revolver schwanken hin und her. (Fortsetzung folgt.) Single Shell Oel ist Oel,.leichthin man 's spricht Und denkt an Single Shell dann nicht. Friert Stein und Bein, es startet glatt Wer Single Shell im Motor hat. Automobilisten, sehen Sie sich vor! Bald werden Sie sich gegen eine lange Serie von „Angriffen" zu verteidigen haben: Gegen den Winter ! Denken Sie einen Augenblick an den Motor Ihres ; Wagens. Wenn er heute schon nur schwer in Gang gebracht werden kann, wie wird dies dann aber erst mitten im Winter sein? * Die gebräuchlichen Hilfsmittel wie Kühlerdecken, : warmes Wasser oder Heizungen werden sich als unzulänglich erweisen. Lassen Sie lieber den ! gegenwärtigen Vergaser durch einen für Herbst und Winter Vergaser mit Starter ersetzen. Dank diesem Starter können Sie pünktlich losfahren und auch genau zur gewünschten Zeit wieder zurückkehren. Montage und Devise in allen Garagen. Wie soll der Automobilist von Ihnen u. Ihren Fabrikaten wissen, wenn er nie von Ihnen hört? Lassen Sie die „Automofcil-Revue" werben Qeneralanentur für die Schweiz: Henri Bachmann Biel Genf Zürich 12b, nie de l'Hopital 3, rue de Fribourg LSwenstrasse31 Tel, 48.42 Tel. 26.343 Tel. 58.824 48.43 ^ 58.825 48.44