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E_1935_Zeitung_Nr.097

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Autofahrer wurde vom

Autofahrer wurde vom Polizeigericht La Chaux-de-Fonds gestützt auf Art. 26 und 27 MFQ mit 60 Fr. gebüsst, worauf er beim Bundesgericht eine Kassationsbeschwerde einreichte. Er wies daraf hin, dass die Sicherheitslinie nicht der Strassenmitte folge und dass er sich beim Unfall immer noch auf der rechten Strassenseite befunden habe, so dass ihm keine Widerhandlung zur Last zu legen sei. Der Kassationshof des Bundesgerichts ist dieser Ansicht nicht beigetreten. Wo auf der Strasse Sicherheitslinien angebracht sind, ist deren Befolgung entscheidend, nicht die Beachtung der idealen Mittellinie der Strasse. Die Vorschrift des Art. 45 Abs. 2 der Verordnung ist klar und unzweideutig. Zudem könnten diese Linien nur Schaden und Unsicherheit bringen, wenn sie von den Fahrzeugen nicht streng eingehalten werden müssten. Indem der Autofahrer im vorliegenden Falle diese Linie mit drei Rädern überschritt, hat er Art. 26 MFG verletzt, der den Führer eines Motorfahrzeuges verpflichtet, rechts zu halten und Strassenbiegungen nach links weit zu nehmen. Ausserdem hat er das Vortrittsrecht des von rechts entgegenkommenden Motorfahrrades ausser acht gelassen und sich damit auch gegen Art. 27 MFQ vergangen; allerdings hat sich der Unfall, wie in der Beschwerde hervorgehoben wird, fast 50 Meter vor der Strassengabelung ereignet, doch ist er darauf zurückzuführen, dass der Beschwerdeführer die für die Strassengabelungen aufgestellte Regelung des Vortrittsrechtes missachtete. Die Kassationsbeschwerde wurde abgewiesen, so dass die Busse bestehen bleibt (Urteil vom 18. November). Wp. Schweizerische Rundschau Schweiz. Motorfahrzeugstatistik Obschon in der bundesrätlichen Botschaft über neue, ausserordentliche Massnahmen zur Wiederherstellung des finanziellen Gleichgewichtes das hohe Niveau des schweizerischen Autoparkes besonders hervorgehoben wird, um auch aus dieser Tatsache die Behauptung abzuleiten, dass von einer ins Gewicht fallenden Einschränkung der schweizerischen Lebenshaltung kaum gesprochen werden kann, so geht aus den vom Eidg. Statistischen Amt gemachten Erhebungen über Einfuhr und Verkehrsbewilligungen im laufenden Jahr hervor, wie die versuchte Aufstachelung des Neides nur noch beschränkte Gültigkeit hat. Die statistischen Ausweise des laufenden Jahres zeigen für jedes Quartal ein stets stärkeres Nachlassen der Nachfrage nach Motorfahrzeugen. In jedem Berichtsabschnitt dieses Jahres wurden weniger Automobile eingeführt und Personenwagen neu in Verkehr gebracht als in der entsprechenden Periode des Vorjahres. Der Import von Personenautomobilen und Lastwagen stellte sich in den Monaten Juli bis September 1935 zusammen auf 2089 gegenüber 2517 Einheiten im Jahre 1934. Nicht so schroff ist indessen der Absatz an Personenwagen zurückgegangen, nämlich um rund 80 auf 2419, absolut jedoch ebensostark wie in jedem vorhergehenden Quartal dieses Jahres. Während die Zahl der Verkehrsbewilligungen für Lastwagen und Traktoren sich wenig veränderte, ist jene für Motorräder laut nachstehender Zusammenstellung weiter gesunken. überstehen, kümmert dies nicht im geringsten, und einer, ein alter Mann mit rünzügem Mahagonigesicht und weissen Haaren, lacht sogar, indes seine Augen blitzen: « Der Sambo ist tot. Dummkopf, warum ging er auch zu nahe in Pfeilschussweite an die Palisaden ?» Uns betrachtend, macht er eine knappe, höhnische Verbeugung. « Willkommen, Senhores! Mein Mann Juan hat mir von Ihnen erzählt!» Wieder lacht er : « Und da sind wir ja nun recht schön beisammen. Wir, dann die Seringueiros des Dom Bastiano Reyes und Sie beide. Valgame ! wären wir in Rio, so würde ich alte zu einer Tasse Schokolade einladen!» Der den Alten umringende Haufe, aus dem der schwarze Juan mit der Peitsche am Gürtel sich durch seine Riesengestalt abhebt, bricht in dumpfes Lachen aus, das erst schweigt, als der Sprecher fortfährt: < Ich bin Coronel Numez, Senhores ! Elias Enrique Numez, zu dienen ! Und sind Sie gekommen, um mich auch etwas zu fragen ? > Von der andern Gruppe löst sich der breitschultrige Bastiano ab, hustet und spricht mit seiner tiefen Stimme : « Coronel, wir wollen wissen, ob Sie Pedro gesehen haben !» Eifrig nickt Jose", und der Gefragte schüttelt verächtlich den Kopf. « Seit wann bin ich Amme über kartenspielende, schnapstrinkende Seringueiros ? » Eintönig rasseln die Trommeln im Urwald. In einem der dunklen Caballos schreit das Kind. Benito drängt sich vor. «Und Estrella ? Und Diego ? Vielleicht wissen Sie von diesen etwas, Coronel mio ! » Elngeflhrta In Verkehr reieUte fabrikneue Vierlei- Me>tor- Motor- Perionen- Last- Trak- Motor- Jahr «ragen rtder wagen wagen*) toren rUar 1930 2036 546 2435 520 42 2190 1931 2530 424 2431 659 70 1557 1932 2452 187 2452 376 73 1133 1933 2613 76 2549 346 40 700 1934 2517 126 2503 337 32 626 1935 2089 118 2419 338 29 481 *) Inbegriffen Lieferung«-, Spezialwagen. Autobusse. Mit Recht hebt das eidg. Statistische Amt hervor, dass die dargelegten Unterschiede weniger wichtig sind, als der in der Zusammensetzung des neuen Personenwagenparkes sich vollziehende deutliche Wandel. Wie wir in den monatlichen Zollstatistiken immer wieder hervorhoben, hat Deutschland als Bezugsland unseren alten Lieferanten, die Vereinigten Staaten von Amerika, geschlagen und den ersten Platz erobert. Im dritten Quartal 1935 wurden 794 deutsche Personenautos, dagegen nur noch 705 Wagen amerikanischer Provenienz neu in Verkehr gebracht. Von den übrigen Ländern hat Grossbritannien die beiden lateinischen Autoprodüzenten zurückgedrängt. Die Schweizer Industrie hält sich in der Versorgung von Lastwagen, Traktoren und Motorrädern immer noch auf der Höhe, ist aber bei den Personenwagen sozusagen nur pro memoria — mit einem einzigen Stück — vertreten. Einfuhr und Verkehrsbewilligungen im dritten Vierteljahr 1935. EinfttOkrt* in Virkabr nutzt«, takrlkneoo ij ig | I i- | i | Schweiz 6 102 15 Deutschland 689 22 36 794 48 4 Frankreich 142 17 8 248 27 1 Italien 253 3 6 295 11 — Oesterreich 2 7 — 6 27 — — Belgien 2 — 22 6 — — England 266 31 36 322 38 7 Ver. Staaten 548 71 4 705 112 2 Uebrige Länder 17 1 — 21 — — 289 62 186 10 17 73 4 5! Total 1944 145 118 3419 338 29 481 *) Inbegriffen Lieferungs-, Spezialwagen, Autobusse (ohne Traktoren. Zar Benzinzollerhöhung. In seiner Herbstsfitzung, die kurz vor der Eröffnung der Bundesversammlung stattfand, hat der Verwaltungsrat des T.C.S. die folgende Resolution gefasst und sie alsbald allen Mitgliedern des Nationalrates und des Ständerates übermittelt :•' '"'••- ; • ; • ^ '•-• «Der am 30. November 1935 in Genf zu seiner ordentlichen Sitzung versammelte Verwaltungsrat des T. C. S. betrachtet es als seine Pflicht die Aufmerksamkeit der Bundesversammlung von neuem auf die unheilvollen Folgen zu lenken, welche die am 25. Juni vom Bundesrat beschlossene erneute Erhöhung de» Benzinzolles für den Tourismus und somit auch für die Wirtschaft unseres Landes haben wird. Ein fühlbarer Rückgang des Benzinverbrauches ist seit der Erhöhung der Zölle schon festgestellt worden. Eine starke Abnahme des Automobilverkehrs und eine immer Stärker werdend« Verminderung des Benzinverbrauches werden ab 1936 festzustellen sein. Sie werden einen unmittelbaren Ausfall in den Einnahmen des Bundes und der Kantone nach sich ziehen. Angesichts dieser UmstSnde ersucht der Verwaltungsrat des T.C.S. die Bundesversammlung dringend, Vorschlagen, die derartig tchldlich« Folgen haben müssen, die Billigung zu versagen.» Der Alte schaut uns misstrauisch der Reihe nach an. Henderson und ich starren zu den Palissaden, hinter denen unsichtbare Blasrohrmänner gegen ihre Trommeln schlagen. Verstehen huscht über das mahagonibraune Gesicht, die Lippen pressen sich eng zusammen, öffnen sich wieder und fragen: « Wollt ihr mir nicht sagen, was das alles bedeuten soll, Senhores? Bewaffneter Einbruch in meine Plantage! Bastiano, Bastiano, wenn nicht gerade die Carlpunhas einen Ueberfall versucht hätten, dann wäre euch das schlecht bekommen. Ich rate euch, Senhores, geht zurück zu Urubu und schlaft euren Rausch aus l * Bei der Erwähnung Urubus prallt ein tolles Hohngelächter aus den zusammengedrängten Seringueiros. Bastiano hüpft von einem Bein aufs andere und patscht sich derart auf die Schenkel, dass für Augenblicke das Trommeln der Caripunhas ganz schwach und entfernt klingt. Felipe brüllt endlich: «Die Piranhas haben ihn. In der Hölle ist er!» Er kann sich nicht halten und beschreibt gestikulierend in glühenden Farben das schreckliche Ende des Wirtes vom « Dom Pedro», Staunen, dann Schrecken und zuletzt Wut überzieht die Gesichter des Coronels und seiner Leute. Braune Hände tasten nach den Abzugsbügeln von Karabinern, Augen ziehen sich zu schmalen Schlitzen zusammen, jemand knirscht mit den Zähnen. Die beiden Gruppen trennen sich, weichen zurück und schieben sich, die Hände an den Waffen, wieder langsam aufeinander zu. AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 3. DEZEMBER 1935 — N° 97 Sfrassen und Verkehr Bündner Strassenausbauprogramm. Anlasslich der letzten Session hat sich der Grosse Rat des Kantons Graubünden in mehreren Sitzungen mit dem kantonalen Strassenbauprogramm III befasst. In der rege benützten Diskussion kam die grundsätzliche Zustimmung zum Programm zum Durchbruch, allerdings unter der Voraussetzung, dass die zur Verfügung stehenden Mittel in gerechter Weise, entsprechend der Bedeutung der einzelnen Routen, verteilt und die berechtigten Begehren der ausser acht gelassenen Talschaften, vor allem der Hinterrheintäler und der Mesolcina, endlich berücksichtigt werden. Auch die Frage des Bernhardintunnels -verdiene eine eingehende Prüfung. Wie wir bereits verschiedentlich darauf aufmerksam machten, handelt es sich beim neuen Bauprogramm nicht so sehr um eine Frage des Bedürfnisses nach bessern Strassen, sondern vornehmlich um die Genehmigung und Beschaffung der hiezu erforderlichen finanziellen Mittel. Einstimmig stellte sich deshalb die die Strassenbauvorlage behandelnde Kommission auf den Standpunkt, in der gegenwärtigen Herbstsession auf den Gesetzesentwurf über die Beschaffung der Mittel für den Strassenausbau in den Jahren 1936 bis 1940 nicht einzutreten, sondern vielmehr dessen Beratung in Zusammenhang zu bringen mit der Behandlung der in Aussicht gestellten Sparbotschaft, was in einer Extrasitzung zu Beginn des Jahres 1936 zu erfolgen habe. Mit 84 gegen 0 Stimmen wurde dem Kommissionsantrag zugestimmt. Daneben wurde einer von der vorberatenden Kommission vorgeschlagene Resolution zugestimmt) wonach der Rat der Hoffnung Ausdruck gibt, dass die Alpenstrasseninitiative baldmöglichst zur Abstimmung und Annahme gelange, es sei denn, dass auf dem Wege einer Verständigung eine befriedigende Lösung gefunden werde, die dem Initiativkomitee den Rückzug des Volksbegehrens ermögliche. Ostschweizerische Strassenfragen. Die Aufhebung des bisherigen Zollausschlussgebietes Jestetten-Lostetten und die neu in Kraft getretenen Zoll-, Pass- und Devisenvorschriften haben es mit sich gebracht, dass der Verkehr auf der Durchgangsstrasse Zürich-Rafz-Schaffhausen erheblich zurückgegangen ist und von den Motorfahrzeuglenkern vornehmlich wieder die Route Zürich- Winterthur - Andelfingen - Schaff hausen befahren wird. Die von den deutschen Behörden zugestandenen Erleichterungen sind eben noch nicht derart, dass alle Unzulänglichkeiten dadurch beseitigt wären, wozu vor allem der Zeitverlust durch das viermalige Anhalten bei den zwei schweizerischen und zwei deutschen Zollämtern gehört, abgesehen von der Ausfertigung der nötigen Zoll- und Passersatzscheine. nachdem der schweizerische Teil dem Verkehr freigegeben wurde, das italienische Stück noch nicht Nun haftet aber auch der Route via Winterthur ein gewisser Kachteil an: die zeitraubende denn die Strasse ist auch auf italienischem Boden fahrbar. Allerdings ist die Fahrbahn betriebsbereit; Durchfahrt durch die Eulachstadt und ihre Vororte. So suchte man nach einer andern, besser ge- schwierigeren Aufgaben beschäftigt ist, hat noch ausgebaut Italien, das aber heute mit anderen, eigneten Route und glaubte sie in der Variante nicht Zeit gefunden, den Zolldienst an der Grenze Kloten - Einbrach - Pfungen - Neftenbach-Henggart- einzurichten und kann deshalb auch die Strasse dem Andelfingen gefunden zu haben, wenn — ja wenn durchgehenden Verkehr nicht freigeben. Zu hoffen der Zustand dieses Strassenstückes, speziell im ist freilich, dass es sich hierbei nur um eine kurze Abschnitt Embrach-Kreuzstrasse südlich • Andelfingen, nicht ein gar schlechter wäre. Denn auf gangsverkehr aufgenommen werden kann. Die Post- Verzögerung handelt und möglichst bald der Durch- diese Weise könnte, ohne Durchfahrt durch-Winterthur und ohne deutsches Gebiet zu berühren, eine ihre regelmässigen Kurse aufnehmen. automobile werden voraussichtlich erst im Frühjahr sehr gute und rasche Verbindung zwischen Zürich In einfachster Weise wurde die Gandriastrassa und Schaffbausen geschaffen werden. letzten Sonntag, 9.30 Uhr, durch eine Fahrt des Es haben, sich nun der Bezirksrat Andelfingen A.C.S., Sektion Tessin, eröffnet. Ungefähr 50 Automobile fuhren von Lugano aus über die neue und verschiedene Autoverbände dieser Strassenfrage angenommen und bezügliche Sondierungen Strasse der italienischen Grenze zu. Beim Schweizerzollgebäude hielt die Kolonne an und durch den für die Verbesserung der Strassenverbindung, die auch vom militärischen Standpunkte aus dringend langen Tunnel begab man sich zu Fuss bis an die zu befürworten ist, bei den kantonalen Behörden Grenzlinie, wo das schweizerische und italienische vorgenommen. .Es wäre sehr zu wünschen, wenn Wappen einander gegenüber stehen. Interessant sich die Kantonale Baudirektion dieser Strassenfrage annehmen würde, deren Realisierung vielgittertore und die Panzerplatten, die dort aus ist dieser letzte Tunnel durch die gewaltigen Eisenleicht den Bau einer linksrheinischen, schweizerischen Strasse unnötig machen und gleichzeitg den. Gründen der Landesverteidigung eingebaut wur* willkommene Arbeitsgelegenheit für die Winterthurer Arbeitslosen schaffen würde. V ein einzelner Zöllner und es gab keine Möglichkeit, An der italienischen Grenze selber stand nur hinüber auf italienisches Gebiet zu gehen. Die italienischen Grenzbehörden hatten vom Präfekten Von der Gandria-Strasse. Endlich ist diese Strasse Sonntag, den 1. Dezember eröffnet und dem der Provinz Como noch keine Weisung für die Verkehr übergeben worden. Aber ein Unstern scheint Oeffnung der Strasse erhalten. In einem Gasthaus oberhalb Gandria wurde den Anwesenden doch über diesem Werk zu stehen, denn nachdem eine ganz gewaltige Kostenüberschreitung eingetreten ist und die Eröffnung der Strasse immer und heit und ohne grossen Festrummel vollzog sich so ein Ehrentrunk verabfolgt. In äusserster Schlicht- immer wieder hinausgeschoben wurde, ist nun heute. die Eröffnung der Gandriastrasse. Henderson nimmt die Pfeife aus dem Munde, bläst eine dichte Rauchwolke hoch und sagt trocken.: «Schätze, Senhores, dass auf jeder Seite von euch ungefähr gleich viele sind. Auch die Bewaffnung hält sich die Waage. Draussen trommeln die Blasrohrmänner. Hört ihr sie, Senhores ? > Er hebt die Hand, spuckt gemächlich aus : « So, Senhores, und nun geht aufeinander los, schiesst euch tot, schneidet euch die Gurgeln durch und lasst Sonne in eure Bäuche hinein. Kalkuliere, dass, wenn ihr fertig seid, die Indianer sich nicht mehr mit Trommeln begnügen werden!» Coronel Numez bricht in lautes, vergnügtes Lachen aus: « Welch ein Mann, dieser Americano! Warum sind Sie nicht mein Teilhaber, Senhor ? Zu zweit würden wir im Nu reich werden! Also, Amigos, vertragt euch, wir wollen das Weitere bereden !» Die drohenden Waffen sinken, ihre Eigentümer schauen sich an wie verdutzte Bulldoggen, denen man einen saftigen Knochen vor der Nase wegnahm. In der Runde erstirbt das Trommeln, und auf einmal ist die Luft voll von jenen bunten, schwirrenden Schmetterlingen, die ich vor langer Zeit auf der Lichtung am San Jacinto sah. Plop, plop! prallen sie ins Gras, und der stille Mann dort auf dem Knollen ist jetzt wie ein einziger bunter Farbenfleck. Die Trommeln lärmen wieder. « Dummköpfe! Warum verschiessen sie ihre Pfeile?» brummt jemand. «Senhor Reyes und ihr beiden Senhores Americanos, darf ich euch ersuchen ?> •sfischer Erfolg der amerikanischen Automobilausstellungen. Die Automobilverkäufe bei den in diesem Jahr stattgefundenen fünf Automobilausstellungen sind um 30—40% grösser als anlässlich der vorjährigen Veranstaltungen. Höchstgeschwindigkeit des Wagens: 150 Benz! In deutschen Fachkreisen wird neuerdings der Vorschlag gemacht, für den Begriff «Stundenkilometer» die Bezeichnung *Benz* einzuführen, um auch auf diese Weise dem Pionier des Automobilbaues ein bleibendes Denkmal zu setzen. Beispiele ähnlicher Art gibt es ja genug, sind doch die Namen von Ohm, Watt, Volta u. a. als Masseinheiten in die Technik eingegangen. Die Anregung ist originell und verdiente wohl durch ein internationales Forum geprüft zu werden. Einfluss der Steuerformel auf die Automobil, konstruktion. In der früheren französischen Steuerveranlagung für Automobile spielten, ähnlich wie bei uns, die Abmessungen 'für Hub und Bohrung eine beträchtliche Rolle. Um die Steuer* liehe Belastung der Fahrzeuge möglichst nied' rig halten zu können, waren die Konstrukteure daher bestrebt, den Zylinderinhalt so gering als nur angängig zu bemessen, um dem Fiskus damit ein Schnippchen zu schlagen. Bekanntlich ist die Besteuerung geändert wor-> den, indem diese für Personenwagen aus« schliesslich in Form eines Zuschlages zum Benzinpreis erfolgt. Anlässlich der Jahresversammlung der französischen Automobilfabrikanten ist nun festgestellt worden, dass seit der Steuerrevision der Zylinderinhalt der Motoren um durchschnittlich zwanzig Prozent zugenommen hat. Schmunzelnd schaut uns der Alte an und ruft über die Schulter dem schwarzen Juan zu: «Unterhalte die Gäste. Es sind Gäste, verstehst du! Bring einen Krug Cachassa, unter- Iass aber nicht, die Palisaden im Auge zu behalten!» Er schreitet voran, der Anlegeplanke des «Rio Xingu» zu. Bastiano Reyes ist ein Mann, der die Seringueiros nach seinem Willen lenken und beeinflussen kann! Ein Mann, der mit schweren Worten Gericht über den Aasgeier hielt. Aber vor Coronel Numez, diesem skrupellosen Piratenführer des Sertao, kapituliert,er. Gehorsam folgt er. Und der Alte ist seiner so sicher, dass er sich gar nicht mehr umdreht. Jedoch wir beiden? Unsere Gedanken sind die gleichen, unausgesprochenen: «Wollen doch mal sehen, was der alte Gaunerscheik vorhat!» Oho! sieh da, im Heck des Dampfers steht ein Maschinengewehr und ein brauner Mann mit ausdrucklosem Gesicht davor. Numez erklärt: « Es ist eine schlechte Waffe, belgisches Exportfabrikat, aber genügt für den Urwald! » Jezt sind wir im Salon des Raddampfers. Ein nüchtern eingerichteter, schmaler Kaum mit langen Tischen, auf denen in grüne Blätter gewickelte Proben unraffinierten Kautschuks liegen. Hier hört man das Trommeln der Caripunhas nur sehr leise. Der Brasiliatier bietet uns Stühle an, und der Maschinengewehrwächter bringt ein Tablett, auf dem kleine Kürbisgefässe voll heissem Mate stehen. Behaglich schlürfe ich an dem Trinkröhrchen. Fortsetzung Seite X

W>97 DIENSTAG, 3. DEZEMBER 193» Teefan. Rundschau Wie weiter? Zu den nächstliegenden Problemen des Autobaues mit Rücksicht auf die höheren Reisegeschwindigkeiten, welche die kommenden Autostrassen zulassen, äussert sich eine deutsche Automobilfabrik wie folgt: «Mit dem unaufhaltsamen Fortschreiten der für hohe Dauergeschwindigkeiten veranlagten Autostrassenbauten hat sich auch der Ruf nach dauerfesten Hochleistungsmotoren im laufenden Jahre vervielfacht, und nicht selten ist die Meinung laut geworden, dass, um solche zu erzeugen, eine völlige Umstellung in den Konstruktionsgrundsätzen der motorenbauenden Ingenieure stattfinden müsse, dass der Industrie dazu eines längeren Zeitraumes bedürfe, kurz, dass nunmehr der moderne Strassenbau dem Motorfahrzeug davonlaufe. Dass die bisher gebauten Motoren, insbesondere bei mangelhafter Pflege, einer larigdauernden Höchstbeanspruchung nicht gewachsen waren, soll keineswegs bestritten werden. Sie und ihre althergebrachten Fahrgestellaufbauten waren, der Gestaltung des bisherigen Strassennetzes entsprechend, für Autobahnen auch nicht entworfen und gebaut. Dass aber nunmehr eine tiefgreifende und lange Zeitdauer beanspruchende Umstellung der Konstruktionsgrundsätze stattfinden müsse, trifft keineswegs zu. Die Motorenkonstrukteure sind bei durchweg schon recht hohen Drehzahlen und verhältnismässig hohen Verdichtungsgraden, mit denen die Serienmtoren hergestellt werden, durchaus im Bilde über die verhältnismässig geringfügigen Aenderungen, die notwendig sind, um die Maschinen bei Höchstleistung dauerfest zu machen. Nur wurde eben die für diesen Zweck unumgängliche notwendige Voraussetzung, die Herabsetzung des Vatirzeugluftwiderstandes durch Verwendung von aerodynamisch korrekten Strbmlinienaufbauten bisher von weiten, modisch eher konservativ eingestellten Käuferkreisen abgelehnt Nur sehr vorsichtig tastend konnte sich im Laufe der letzten beiden Jahre so etwas wie stromlinienähnlich Gestaltetes im Karosseriebau durchsetzen, obgleich dem Käufer wieder und immer wieder gepredigt wurde, dass eben die reine Stromlinie neben dem Ergebnis der höheren Geschwindigkeitsleistung bei geringerer Motorbelastung auch eine sehr erhebliche Ersparnis im Kraftstoffverbrauch zur Folge haben müsse. Die Sache liegt nämlich so : Bei höheren Geschwindigkeiten, beginnend schon bei 40 km/St und stark anwachsend mit jeder Mehrleistung, hat der Motor eines aerodynamisch nicht korrekt karossierten Wagens i-inen mehrfach höheren Luftwiderstand zu überwinden als der Motor eines aerodynamisch korrekt karossierten. Folglich müsste er, um « autostrassenfest» zu sein, um diese zum Schlagwort gewordene Bezeichnung zu gebrauchen* in seinen Triebwerkstellen, insbesondere in seinen Lagern wesentlich verstärkt, seine Kühlung und seine Schmierung müssten verändert, kurz, er müsste in der Tat « umkonstruiert» werden, und zwar unter Mehrverwendung von Baustoff. Er würde also zwangsläufig schwerer, oder es müsste so teueres Edelmaterial zur Herstellung eines Serienmotors verwendet werden, dass die Herstellerwerke ihre Verkaufspreise notgedrungen erhöhen müssten. Einer solche Preissteigerung aber würde die Käuferschaft kaum folgen wollen. Wenn die Ueberschrift dieser Ausführung fragend lautet: < Wie weiter ? », so lautet die Antwort: «Ueber die Stromlinie zum dauerfesten, schnellen und betriebsbilligen Fahrzeug.» Erhält die Formgebung des Gesamtfahrzeuges die Ausgestaltung, welche jahrelange Versuche, Erfahrungen und Prüfungen dem Motor bei steigenden Geschwindigkeiten ein Drittel, bis zur Hälfte, ja bei Höchstgeschwindigkeiten zwei Drittel seiner Arbeit und Belastung erspart, so wird er sogar bei geringeren Abmessungen und geringerem Verbrauch mühelos mehr leisten tind dabei weniger beanspruchen. 1 «Wasch' mich, aber mach mich nicht nass!» lautet ein Sprichwort. Wer autostrassenfeste Motoren ohne Stromlinienform verlangt, weil er am Althergebrachten hängt, der handelt nach diesem Sprichwort. Nehmen wir zur Stromlinienform noch eine andere Uebersetzung der Hinterbrücke, eine dem geringeren Luftwiderstand angepasste Abstufung des Zahnradgetriebes und Bremsausgestaltung für einen kürzeren Bremsweg, dann ist das Kunststück vollbracht, welches für unsere Ingenieure gar kein Kunststück, sondern nur eine logische Auswertung längst vorhandener Erfahrungen ist. > Sf9O ichex Aus dem Rennfahrerlager. ÄOTQMÖBIL-REVUE Was stimmt nun ? Wir konnten vor 14 Tagen melden, dass Fagioli den Vertrag mit Mercedes-Benz nicht mehr erneuert habe. Was jedoch der italienische Meisterfahrer in der kommenden Saison zu tun gedenke, darüber war und ist eigentlich bis heute nichts genaues bekannt Dagegen sind neuerdings wieder Meldungen im Umlauf, wonach sich Fagioli, der im vergangenen Jahr für die Stuttgarter Firma eine Serie ganz hervorragender Rennen fuhr, doch nicht ganz von Untertürkheim distanziert habe. Vielmehr glaubt die italienische Fachpresse berichten zu können, dass die Beziehungen zwischen den ehemaligen Vertragspartnern wieder aufgenommen und Fagioli nach Stuttgart gereist sei, um mit den leitenden Stellen neue Vereibarungen zu treffen. Wir geben diese sehr unbestimmte Nachricht wieder, ohne irgendwie diesen Gerüchten Vorschub leisten zu wollen, sondern lediglich um zu zeigen, wie sehr alles noch in der « Luft» hängt. Die gleiche Information will übrigens wissen, dass Caracciola nächstes Jahr der Mercedes-Benz-Equipe wohl noch angehören, jedoch für sie nicht mehr alle Rennen bestreiten werde, woraus sich die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen der Fabrik und Fagioli durchaus erklären Hesse. Anderseits hat der ehemalige Bugatti- und Alfa-Romeo-Kämpe Louis Chiron das Angebot von Mercedes-Benz, in seine Fabrikmannschaft einzutreten, angenommen. Immerhin hat Chiron ausländischen Journalisten gegenüber geäussert, dass das Engagement noch der Genehmigung der massgebenden staatlichen Instanzen bedürfe. Dieses « Agrement» ist nun nach letzten Meldungen perfekt geworden, so dass zum erstenmal nach einem Unterbruch von 21 Jahren wieder ein Franzose in den Reihen der Stuttgarter Mannschaft um den Sieg kämpft. Im Jahre 1914 war es Louis Wagner, ein Fahrer französischer Abstammung, der für Mercedes am Grossen Preis von Frankreich auf der Rundstrecke von Lyon teilnahm. Es verlautet übrigens, dass sich Chiron das Recht vorbehalten habe, an allen ihm zusagenden französischen Rennen teilzunehmen. Man kann nunmehr gespannt sein, wie er Sich ara Steuer des deutschen Wagens machen wird, nachdem es ihm im vergangenen Jahr bei keinem internat Rennen mehr möglich war, sich in vorderster Linie zu klassieren, was allerdings vorab an dem ihm zur Verfügung gestandenen Maschinenmaterial gelegen haben dürfte. Ferner ist von Hans Stuck neuerdings zu berichten, dass er doch nicht den Volant mit dem Pflug zu vertauschen gedenkt, und nächstes Jahr wiederum als Spitzenfahrer der Auto-Union tätig sein wird, wie dies an anderer Stelle des Blattes noch näher ausgeführt wird. Hans Stuck fährt 1936 doch für die Auto-Union! Er fährt, fährt nicht, fährt.** so folgten sich die Meldungen wie beim schönen Spiel des Blumenorakels. Die letzte Mitteilung der deutschen Sportpresse ging dahin, dass Stuck dem Rennsport doch Valet gesagt und sich auf schlesische Güter von Verwandten zurückziehe, um seinen früheren Beruf eines Gutsverwalters wieder auszuüben. Wir sind nun in der glücklichen Lage, alle bisherigen Enten mit einem Volltreffer abzutun. Aus erster Quelle erfahren wir nämlich, dass Stuck vor wenigen Tagen seinen Vertrag mit der Auto-Union erneuert hat und die Saison 1936 wieder für diese Firma als Spitzenfahrer bestreiten wird. Wir haben den bei uns so populären Sportsmann, der übrigens zur Zeit in der Schweiz weilt, um die Bestätigung dieser Nachricht gebeten, die dann auch postwendend eintraf, wobei Stuck folgendes anfügte: « Wahr ist, dass ich mit dem Gute von Verwandten in Schlesien liebäugelte. Dann bekam ich aber doch Angst, ich würde eines Tages vom Pflügen weg einem Motorengeräusch nachlaufen und zu meinem silbernen .Hans' rennen.» Nun wird Stuck also auch im nächsten Jahre seiner grossen Leidenschaft für den Rennsport leben können, und wir glauben, dass es für alle Beteiligten wohl die beste Lösung war. Auch scheint ein weiterer Wunsch in Erfüllung gegangen zu sein, indem er über ein schnittiges und vor allem schnelles Rennboot verfügt, so dass Stuck seinen Geschwindigkeitsdrang nun auch auf dem Wasser gerecht werden kann, ähnlich wie dies vergangenen Sommer schon einige seiner italienischen Rennkameraden tun konnten. Bekanntlich haben ja Nuvolari und Varzi an Mptorbootrennen teilgenommen. Auf alle Fälle hat das Rätselraten um die GOOD Oergschuh „Stndded" Reifen für maximalo Sicherheit A A ^k A Keine Ketten notwendig Kein seitliches Abrutschen Keine Erschütterung beim Fahren Grösstes Zugvermögen beim Vorwie Rückwärtsfahren Der Reifen mit dem Profil, das Ihren Wagen bei höchster Gleitsicherheit durch Dick u. Dünn zieht Der Reifen mit dem Profil, das sich von selbst reinigt — immer bereit zu ziehen. oder zu stoppen ^J^mmsMJi : f r • Der Name GOODYEAR bürgt für w ^msBmmm* Qualmt Erhältlich in folgenden, nur verstärkten Dimensionen Personenwagen: Lastwagen: 450-21 HD Montieren Sio 600-17 HD = 550-17 HD 30x5 HD 475-19 HD die Grosse: 5S0-18 HD 32x6 T.T. 500-19 HD 600-18 HD =550-18 HD 32x6 HD 525-19 HD=500-19 HD 600-16 HD w«»» n,-«,«,«v«. 525-17 HD 625-16 HD =600-16 HD Weitere Dimensionen 525-18 HD 650-16 HD =600-16 HD "u* «Lug»-Profü 550-17 HD lieferbar Jeder Garagist und Pneumatikhändler wird Ihnen diesen Reifen gerne unverbindlich vorführen. The Goodyear Tire & Ru!)ber Export Co., Zürich Hohlstrasse 110 - Telephon 32.758 - Telegramme: Goodyear Zürich künftige Zusammensetzung der Auto-UniorH Mannschaft sein Ende, denn die drei massgetn liehen Piloten Stuck, Varzi und Rosemeyeti sind nun wieder beisammen. Offen ist nur, mehr der Platz für den oder die Benjamin^ denen auf Grund der abgeschlossenen Probefahrten auf dem Nürburgring nächstes Jahr bei verschiedenen Gelegenheiten ein Auto- Union-Rennwagen anvertraut werden solL Wenn es dabei gelingen sollte, einen Rosemeyer II zu finden, dann kann sich Herr Walb, der Rennleiter, und mit ihm die Fabrik nur gratulieren. Der Beitritt von Chiron zum Mercedes-Benz- Rennstall. Es war vorauszusehen, dass die Verpflichtung des französischen Spitzenfahrers Louis Chiron durch die Stuttgarter Rennfirma in der Fachpresse seines Heimatlandes ein lautes Echo fände. Wenn schon ausführlichen Pressekommentaren eindeutig zu entnehmen ist, dass der Wegzug Chirons ausserordentlich bedauert wird, so ist anderseits zu konstatieren, dass man dennoch über diesem Engagement eine gewisse Genugtuung empfindet. Man ist sich darüber einig, dass es unter allen Umständen besser ist, der Monegaske fahre eine deutsche Maschine mit guten Siegeschancen, als dass er sich auf 'veralteten französischen und: italienischen Wagen mit Durchschnittsleistungen zufrieden geben müsse. Da die in Frankreich allein in Frage kommende Fabrik Bugatti für 1936 noch kein genaues Programm bekanntgegeben hat, so war es nur klug von Ghiron, den Vertrag mit Mercedes-Benz abzuschliessen, wenn er nicht verrosten will. Denn es zeigt sich heute immer mehr, dass ein Rennfahrer, wenn er nur während einer einzigen Saison pausiert, bei der Wiederaufnahme des Rennbetriebes alle Schwierigkeiten hat, sich zu behaupten, weil er den enormen Strapazen physisch einfach nicht mehr gewachsen ist. So gibt man überall der Hoffnung Ausdruck, dass Chiron mit dem deutschen Rennwagen viel Erfolg ernten und viel lernen möge, um vielleicht eines Tages im französischen Motorsport, der gegenwärtig eine grosse Krise durchmacht, entscheidend eingreifen zu können. Daa Bedauern seitens der französischen Fachkreise ist durchaus zu verstehen. Es ist ebenso zu begreifen, wie die Kommentare, welche die italienische^ Blätter seinerzeit an die Tatsache knüpften, dass Varzi und Fagioli vom italienischen zum deutschen, Rennsport hinüberwechselten. Die Tausendmeilenfahrt durch Italien findet nächstes Jahr am 5. April statt. Bereits sind dia bedeutendsten Vorarbeiten vom A.-C. von Brescia, der für die Organisation verantwortlich zeichnet, erledigt worden. Im grossen Ganzen hält sich das Reglement an die bewährten Vorlagen der früheren Rennen. Dagegen ist die Streckenführung neuerdings wieder etwas geändert worden, indem auf den bisherigen Abstecher nach Venedig verzichtet wird, wodurch sich die Gesamtstrecke der Fahrt um etwas mehr als 30 km auf 1600 km verkürzt. Im weiteren wird wiederum eine getrennte Bewertung der Sportwagen, je nachdem ob die Fahrzeuge mit Kompressor oder nicht ausgestattet sind, durchgeführt Dagegen sollen Wagen mit Kompressoren nicht mehr in der Kategorie der Tourenwagen zugelassen werden. Hier erfolgt die Unterteilung in drei Gruppen einzig nach dem Zylinderinhalt. Die Disfanzfahrf von Lecof. Der li-PS-Citroen- Wagen des Franzosen Lecot, der, wie unsere Leser wissen, sich auf einer Distanzreise befindet, bei welcher er total 400.000 km zurücklegen möchte, rollt tapfer -weiter. Er war in den letzten Wochen, da die Rhone durch TJeberschreiten der Ufer verheerend wirkte, gezwungen, die bisher befahrene Strecke Lyon-Monaco-Lyon zu verlassen und die Dauerfahrt auf dem Trasse Lyon-Paris-Lyon fortzusetzen. Lecot lässt sich durch nichts entmutigen. Er zieht bei einem Durchschnitt von ungefähr 65 km/St, die Strassen dahin und fährt so jeden Tag seine 1150 km. Momentan stellen ihm dichte Nebel und Glatteis etwelche Hindernisse entgegen. Aber seine Geschicklichkeit und Ausdauer helfen ihm über alle auftauchenden Schwierigkeiten hinweg. Er hat de» 135.000sten Kilometer bereits überschritten. Das Rundrennen von Dieppe findet 1936 nicht statt. Wie nun bekannt wird, verzichtet das Organisationskomitee endgültig auf die Durchführung dieses Rennens im kommenden Jahr — von dem ohnehin im internationalen Sportkalender 1936 nichts vermerkt war. Es begründet diesen Entschluss mit dem geradezu katastrophalen finanziellen Resultat der letzten Austragung. Das Rennen soll wieder gefahren werden, sobald in finanziellen Hinsicht bessere Aussichten bestehen. «i» »t in S«K Die Zürcher behandeln Sportfragen. Die Sportkommission der Sektion Zürich des ACS hatte es sich angelegen sein lassen, auch dieses Jahr die Zürcher Fahrer zu einer Aussprache über Sportfragen einzuladen. Zur Behandlung gelangten vorerst die Sektionsveranstaltungen, wobei es sich zeigte, dass deren diesjährige Anordnung und Durchführung, bestehend aus Autavia, Hindernisfahren, Gymkhana und Schnitzeljagd, durchwegs die Konkurrenten befriedigt hat. Was die nationalen Veranstaltungen anbetrifft, •so wurde beschlossen, die Nationale Sportkommission "wiederum zu veranlassen, ein nationales Rundstreckenrennen für schweizerische Fahrer durchführen zu lassen. Zu reden gab dann noch die internationale Ausschreibung der Bergrennen. So sehr man auch zu verstehen versuchte, dass die Lage der drei Bergrennen an der Landesperipherie die internationalen Vorschriften und das finanzielle Risiko der Organisatoren die Einschreibung im internationalen Kalender rechtfertigen, so war man anderseits doch der Auffassung, dass die prominenten Fabrikfahrer diesen Rennen ferngehalten werden sollten und dass zur dringend nötigen Hebung des schweizerischen Automobilsportes alles getan werden soll, um gerade durch diese Bergrennen den bitter nötigen nationalen Nachwuchs an Fahrern wieder zu fördern, was wohl am besten in der Weise geschieht, dass die ausländischen Fahrer an diesen Rennen finanziell nicht besser gestellt werden als die einheimischen. Auch einer weitgehenderen Subvention dieser Bergrennen durch den Sportfonds des AGS wurde das Wort geredet. V