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E_1935_Zeitung_Nr.097

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 3. DEZEMBEB 1935 — N° 97 Kontrollieren Sie Ihre Autospesen AtlOMOßlL KALENDER im kommenden Jahr durch unser Bordbuch für Automobilisten Es enthält in bewährter Anordnung: In Kombination mit dem revidierten Verzeichnis der Personenwagenbesitzer der Schweiz Das aus der Revision durch die kantonalen Automobilbüros hervorgehende neue Verzeichnis gibt Äufschluss über das Besitzverhältnis der zur Zeit kursierenden 100,000 Automobilnummern Im Verzeichnis der meisten Kantone steht die diesjährige Endnummer durch Zugänge um Hunderte von Einheiten über der letztjährigen, Zehntausende von verarbeiteten Berufs-, Firmen-, Domizil-, vor allem aber Handänderungen setzen das alte Stammverzeichnis vollständig ä jour. Auch die vorübergehend deponierten Nummern sind aufgenommen, so dass der Besitzer jedes im Jahre 1936 auf der Landstrasse erscheinenden, bis November 1935 immatrikulierten Wagens mit seiner neuesten Adresse festzustellen ist. Bücherzettel: mit Fr. Senden Sie sofort nach Erscheinen per Nachnahme . Ex. Automobilkalender 1936 Verzeichnis der Personenwagenbesitzer zum Preise von Z.50 Ein Haushaltungsbuch des Automobilbetriebes. Eine Sammlung von Vordrucken zur Festhaltung des rechnerischen Verlaufes des Fahrbetriebes, zugleich Ueberwachung der Wagenausrüstnng und der Versicherungen. Ein Notizbuch des Automobilbetriebes. Eine sinnreiche Uebertragnng des gewerblichen Fachkalenders zum Vornotieren wichtiger Geschäfte und zum Festhalten denkwürdiger Daten und Fahrten. Extrakte des technischen Wissens im Automobilbetrieb. Eine Rekapitulation der Kenntnisse vom Automobilmotor und seinen Störungen, nach alphabetisch geordneten Stichwörtern. Technische Tabellen zur raschen Beantwortung öfters auftretender Fragen, Schnittzeichnungen von Chassis und Motoren. Die aussertechmschen Informationen v. Automobilbetrieb. Massnahmen bei Unglücksfällen, Tarife und Vorschriften beim Bahntransport, militärische. Vorschriften, farbiges Tableau der Strassensignale, autotechnisches Wörterbuch, Distanzenkarte, Club-Verzeichnisse. Statistik, Technik und Tourismus des vergangenen Jahres. Preis: trotz bedeutender Inhaltsvermehnmg, bei Buchhändlern, Automobil-Clubs oder direkter Bestellung beim Verlag nur Fr. 7.50 Für sofort eintreffende Bestellungen wird die Lieferung vor Weihnachten garantiert. A Verlag Automobil-Revue Zürich Löwenstrasse 51 Bern Genf Breitenrainstr. 97 7, Rue de ta Confederation

N° 97 — DIENSTAG, 3. DEZEMBER 1935 AUTOMOBIL-REVUE Das Bieter Montage-Werk der General Motors. Auf Ende dieses Jahres wird die stattliche Anlage fertigerstellt sein, in welcher die General Motors Suisse S.A. künftig eine ganze Reihe von Automobilmarken, die dem gewaltigen amerikanischen Konzern angehören, montieren wird und wodurch schweizerische Arbeit sowohl als einheimische Prottukte in ansehnlichem Mass in denFabrikatlonsprozess dieses Riesenunternehmens eingeschaltet werden. Die Kontingentierung der Automobileinfuhr hat für verschiedene in unserem Lande seit Jahren zahlenmässig sehr gut verbreitete Automarken den Wunsch aufkommen lassen, irgend welche Massnahmen zu ergreifen, die es den betreffenden Unternehmen ermöglichen würden, den bisherigen regelmässigen Absatz trotz allen Einfuhrbeschränkungen zu sichern, ja ihn sogar zu fördern und damit flire Marktposition in der Schweiz ein für allemal zu festigen. Die Zusammenarbeit zwischen dem Chrysler-Dodge-Konzern und den Saurerwerken in Arbon war das erste Beispiel dieser Art. Vorstudien der General Motors ergaben, dass die Erstellung einer neuen Fabräkanlage den vielseitigen Bedürfnissen und Ansprüchen wohl am besten gerecht werden möchte und da die Stadt Biel zu weitgehendem Entgegenkommen bereit war, um für ihre vielen Arbeitslosen aus der Uhrenbranche eine neue Verdienstmöglichkeit zu vermitteln, wurde diese Stadt zum künftigen Standort der Fabrik gewählt. Nun steht die Anlage im Bieler Bahnhofquartier bereits unter Dach. Der Richtbaum auf dem angeschlossenen Verwaltungsgebäude kündet das glückliche Ende der Bauarbeiten und die baldige Inbetriebnahme der Gebäulichkeiten. Wir haben gerne die Gelegenheit zu einem ersten Besuch benutzt, um unsere Leser vom jetzigen Stand der Dinge unterrichten zu können, denn schliesslich gehören Automobilfabriken zu den Seltenheiten in unserem Lande und die Bieler Unternehmung ist mit berufen, das Automobilgeschäft auch vom nationalwirtschaftlichen Standpunkt aus für die Schweiz interessanter und ertragsreicher zu gestalten. Die ganze bauliche Anlage nimmt eine Bodenfläche von rund 10,000 Quadratmetern ein. Da das ausgewählte Fabrikgelände alter Seeboden ist, der eine ziemlich tiefgehende Torfcchicht aufweist, so musste zuerst ein ganz solides Fundament in Form von ca. 1000 Pfählen geschaffen werden, auf denen der Oberbau ruht. Die Fabrik ist demnach eine moderne Pfählbau-Anlage, ohne allerdings von Wasser umgeben zu sein. Es sind zwei Gebäudekomplexe vorhanden. Der kleinere beherbergt die ganze Transformatoren, sowie Heizungsanlage und wird von einem stattlichen Hochkamin überragt. Das Hauptgebäude, das mit einer Längsfront an der Strastse liegt, besteht aus einer immensen Halle von gegen 8000 Quadratmeter Grundfläche, die den •gesamten technischen Betrieb aufnehmen wird, und daran anschliessend das Verwaltungsgebäude, das verschiedene Stockwerke hoch ist und seinePAbschluss in einem modernen Dachgarten findet. Im Erdgeschoss ist der Ausstellungsraum untergebracht, wohl eine der grössten Anlagen dieser Art, indem dort bequem 40 Wagen verstellt werden können. Die Montagehalle, als Hauptteil der Anlage, stellt eine einzige grosse Eisenkonstruktion dar, die, trotz ihrer imposanten Ausdehnung, nur zehn innere Stützen aufweist, sich dem Beschauer also fast wie eine freitragende Baute präsentiert. Dank dieser Lösung wird es möglich, den Arbeitsraum nach den rationellsten technischen und maschinellen Gesichtspunkten und nicht in Anlehnug an die baulichen Verhältnisse zu unterteilen und auszunützen. Wie lange man sich auch in der Halle aufhalten mag, immer hat man das Gefühl im Freien zu stehen, denn es herrscht hier eine Lichtfülle, wie man sie wohl selten in einer Fabrik antrifft. Die Tatsache, dass etwa 800 Quadratmeter Mauerwerk seitlich und nach oben durch 2400 Quadratmeter Glasfläche abgeschlossen werden, zeigt wohl am eindrücklichsten, wie sehr der Bauherr darauf bedacht war, Licht, Luft und Sonne der Arbeitsstätte zuzuführen. Gegen die Strasse hin ist die Seitenmauer so niedrig gehalten, dass jeder Passant ohne weiteres einen freien Blick in die Fabrik hat. Es sei ihnen ganz recht, wenn dag Publikum beim Vorbeigehen einen richtigen Einblick in die Arbeit erhalte,, meinte unser kundiger Begleiter, die General Motors hätte keine Geheimnisse und dürfe ihre Produktionsmethoden ruhig in aller Oeffentlichkeit zeigen. Dazu kommt eine Beleuchtungsanlage, die eine Mischung von Licht aus Quecksilberdampflampen und normalen Glühbirnen erzeugt, das einen Lichteffekt ganz ähnlich dem Tageslicht ergibt-Die Arbeiter werden also den Uebergang vom Tages- zum künstlichen Licht kaum bemerken. Allein für die Beleuchtungsanlage werden 80 KW benötigt. Weil wir gerade bei der elektrischen Anlage sind, sei ergänzend noch erwähnt, dass drei mächtige Transformatoren schweizerischen Fabrikates den Lieferstrom von 16,000 auf die benötigten 380 Volt herunterbringen. Eine Hochfrequenzanlage sorgt dafür, dass die 146 Motoren, die in den verschiedenen Abteilungen benötigte Kraft mit der gewünschten hohen Tourenzahl liefern, was deshalb sehr wichtig ist, weil auf diese Weise die automatischen und transportablen Werkzeuge im Gewicht viel leichter gehalten werden können. Von den 146 Motoren sind allein in der Malereiabteilung über 40 montiert, wo sie für die Farbspritzpistolen und weitere Spezialaggregate verwendet werden. Daneben werden auch fünf vollautomatische Punktschweissmaschinen elektrisch betrieben. Alles in allem wird die Anlage einen Stromverbrauch von 1K Million Kilowattstunden pro Jahr aufweisen. Zwei wuchtige Sulzer-Kessel thronen im besonderen Heizungsgebäude. Sie werden jährlich über 1000 Tonnen Kohlen jn ihren Feuerschlünden verzehren, dafür aber gegen 6,5 Millionen Kalorien abgeben. Aber nicht nur die nötige Wärme, auch für eine reichlich bemessene Zufuhr an Frischluft ist gesorgt. Diese wird vorerwärmt durch mehr als 40 Doppelventilatoren in die Fabrikräume gepresst. Es wird also an guter Luft und vorzüglichen hygienischen Arbeitsverhältnissen nicht mangein. Diese wenigen Angaben über die bauliche Anlage der neuen Unternehmung seien nicht abgeschlossen, ohne kurz auch noch auf die wirtschaftliche Seite des Betriebes hinzuweisen. Wie bereits eingangs erwähnt, handelt es sich bei der Fabrik, die auf Ende Januar 1936 in Betrieb genommen werden soll, nicht um eine eigentliche Fabrikationswerkstätte, sondern um eine «assembling plant >, eine Montagewerkstätte in grossem Ausmass. Von Amerika werden die Motoren, die Chassis und die Karosserieteile zerlegt bezogen. Die Zusammenstellung und der Aufbau dieser Einzelteile zum fertigen Automobil wird nunmehr, anstatt wie bisher in Antwerpen, in Biel besorgt werden. Dabei können vorerst 200 Arbeiter und mehr als 50 Angestellte Dauerbeschäftigung finden. Da weiterhin eine Reihe von Zubehör, wie Pneus, Batterien, Zündung, Scheinwerfer, Jnnenausrüstung usw. aus schweizerischen SpezialUnternehmen bezogen werden, so wird auch indirekt für mindestens ebensovie'le fleissige Hände Arbeit besorgt. Es ist beabsichtigt, die Montage von Opel, Vauxhall, Chevrolet, Okismobile, Buick und La Salle in Biel aufzunehmen und damit den ganzen Absatz der General Motors in der Schweiz — der jetzt schon jährlich etwa 2500 Wagen beträgt— von ganz wenigen Luxusmodellen abgesehen in unserem Lande fertigstellen zu lassen. Die General Motors unterhalten in Europa in Antwerpen, Kopenhagen, Stockholm, Le Havre und Barcelona solche Montagefabriken. Die sechste im Bunde ist nun diejenige von Biel, die als jüngste wohl auch eine der besteingerichtetsten sein wird, da ihr all die wertvollen Erfahrungen aus den europäischen Fabrikniederlagen zugute kommen. Die Anlage ist vorläufig so berechnet, dass pro Arbeitstag zehn Wagen fertiggestellt werden können. Auf alle Fälle bedeutet die neue Automobilfabrik in Biel einen weiteren und wirtschaftlich sicher wertvollen Schritt in der Nationalisierung der Automobilwirtschaft, deren frühere Abhängigkeit vom Auslande bei den heutigen beschränkten Exportmöglichkeiten für die gesamte schweizerische Produktion doppelt schwer ins Ge-; wicht fallen muss. + " •* ' ^ LUFTFAH Technische Probleme des modernen Verkehrsflugwesens. Von Dipl. ing. R. Gsell, Sektionschef des Technischen beim eldg. Luftamt. Wer sich die Mühe nimmt, von den zahlreichen Veröffentlichungen über den modernen Luftverkehr auch statistische Angaben denkend zu lesen, wird zur Erkenntnis gelangen, dass die dauernde Entwicklung des Flugmaterials allein die Fortschritte in bezug auf Regelmässigkeit und Sicherheit des Luftverkehrs — namentlich des Nacht- und Winterluftverkehrs — nicht erklären kann. Tatsächlich hat denn auch die technische Organisation des Luftverkehrs für diese Entwicklung grösste Bedeutung; da der Nichtflieger von dieser Organisation nur selten etwas erfährt, dürfte eine Plauderei über dieselbe Interesse begegnen. In seinem Anfangsstadium konnte der Luftverkehr nur unter Beibehaltung einer ständigen Bodensicht durchgeführt werden; er brachte ein Tagesverkehrsmittel für den Sommer und auch da führte schlechtes Wetter zu Verspätungen oder zahlreichen Ausfällen. Die Entwicklung der Blindfluginstrumente machte den Luftverkehr jedoch bald von der Bindung an die Bodensicht frei; nach gelegentlicher Verwendung in Notfällen wurde der Blindflug mit zunehmender Erfahrung bald zum sicheren Mittel des Schlechtwetterverkehrs, um so mehr als die Wegfindung bald durch die Funkpeilungen ermöglicht und der Blindflug durch automatische Steuergeräte erleichtert wurde. Heute hat ein Entwicklungsstadium begonnen, in welchem die radioelektrischen Navigationsgeräte direkt auf die Selbststeuervorrichtungen einwirken, so dass das Flugzeug sich fast schon ,dem Fahrstuhl mit Druckknopfsteuerung nähert Ein kritischer Beobachter wird jedoch bemerken, dass zwei wichtige Probleme noch nicht voll gelöst sind, dasjenige der Blindlandung und — in seiner Bedeutung auf den Winter- und Alpenluftverkehr beschränkt — dasjenige des Vereisungsschutzes. JAEG6I + WUTHRICH Diamantbüchsen Floquet für einen leichteren, ruhigeren Lauf der Kolben und eine geringere Abnützung. FVvsKvvIv Diatherm-Kolben mit der nach wissenschaftlichen Untersuchungen geringsten Ausdehnung und der günstigsten Form und Massenverteilung. Ventilsitze aus hochhitzebeständigen Speziallegierungen für einen einwandfreien Abschluss und beste Ausnützung der Kompression. 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