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E_1935_Zeitung_Nr.097

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Da wir das erstgenannte

Da wir das erstgenannte Problem hier breiter behandeln wollen, sei über den nur folgendes erwähnt: Unter gewissen atmosphärischen Verhältnissen besteht die Gefahr, dass sich an den dem Fahrtwind ausgesetzten Kanten des Flugzeuges eine Eiskruste bildet, welche den Luftwiderstand in kritischen Fällen bis zu einem Masse erhöht, dem die Antriebsleistung nicht mehr gewachsen ist, so dass das Flugzeug schliesslich an Flughöhe verlieren kann; diese Gefahr besteht besonders bei sehr feuchter Luft mit Temperaturen wenig unter Null. Die besonders gefährliche Vereisung der Luftschraubeneintrittskanten — sie hat z. B. zu dem schweren Unglück des holländischen Verkehrsflugzeuges im Misox (Juli 1935) geführt — ist inzwischen überwunden und unsere neuen Schnellverkehrsflugzeuge verfügen über diese Schutzeinrichtung, einen besonderen Ueberzug der Propellerhaube, welcher das Haften des Eisansatzes verhindert, so dass die Fliehkraft die Eisteilchen rechtzeitig abschleudern kann. Der beste Schutz gegen die Vereisung des Flugzeuges selbst ist eine hohe Steiggeschwindigkeit, welche gestattet, die nieist wenig mächtigen Vereisungsschichten des Luftraumes so rasch zu übersteigen, dass eine gefährliche Vereisung nicht eintritt. Schnellflugzeuge verfügen über grosse Leistungsreserve, also auch hohe Steiggeschwindigkeit, so dass unsere neuesten Maschinen auch in dieser Beziehung als gegen einigermassen normale Risiken gesichert betrachtet werden können. Inzwischen arbeitet die Technik weiter an Vereisungsschutzanlagen; so ist eine «atmende» und eine «schwitzende» Flügeleintrittskante entwickelt worden, welche den Eisenansatz verhindern sollen. Kehren wir nun mit unserer Plauderei zu denjenigen Fragen zurück, welche im heutigen Verkehrsflug auch unter normalen Verhältnissen ausschlaggebend sind und über welche der Nichtflieger meist nicht Bescheid weiss zum Platzbedarf mind. 300 m 2 . Es könnte auch Auto- Reparatur-Werkstätte mit genügend Raum in Frage kommen. 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Einfache Instrumente nach dem Prinzip des Pedals oder der Wasserwaage helfen hier nicht, denn auch sie sprechen wie das menschliche Gleichgewichtsorgan auf die Resultierende aller gleichzeitig wirkenden Beschleunigungen an; in der Kurve z. B. schlägt ein Pendel nicht aus, weil ja auch das Flugzeug selbst sich in die Kurve, d. h. die Resultierende, gelegt hat. In bezug auf die Längslage ist diese Schwierigkeit leicht zu überwinden, denn ein Flugzeug hat dann die richtige Längslage, wenn es mit der richtigen Geschwindigkeit fliegt — genauer gesagt (weil der Auftrieb von der Geschwindigkeit und der Luftdichte entsprechenden, dynamischen Luftdruck, dem «Staudruck», abhängt), wenn es mit dem richtigen Staudruck fliegt. Ein solcher Staudruckmesser besteht aus einer dem Fahrtwind ausgesetzten, gegen Vereisung möglichst geheizten, Düse und einem Druckmesser. In bezug auf die Querlage liegen die Verhältnisse schwieriger, denn ein «künstlicher Horizont» für alle Verhältnisse ist physikalisch unmöglich, ohne ein aussenliegendes Bezugssystem zu verwenden. So paradox es klingt, ist aber das theoretisch Unmögliche praktisch möglich geworden, indem mit einem kleinen «Betrug der Natur» operiert wird: Man verwendet ein Pendel so grosser Schwingungsdauer, dass es störenden Beschleunigungen nur überaus langsam folgt; die Störbeschleunigung ist dann längst verschwunden, bis das langsam kapierende Pendel sie «gemerkt» hat. Da man in einem Fluge die Pendellänge, und damit dessen Schwingungsdauer, natürlich nicht ins Ungemessene vergrössern kann, hilft man sich z. B. durch eine Erhöhung der Pendelträgheit, indem man die Pendelmasse zum Kreisel ausbildet. Moderne künstliche Horizonte, z. B. der bei uns verwendete und bei den Douglasflugzeugen der Swissair die automatische Steuerung bedienende Sperryhorizont, benützen noch eine Korrekturvorrichtung für die Fliehkraftbeschleunigungen beim Kurvenfliegen. Da im Blindfluge ein gerader Kurs geflogen wird, sind diese Horizonte praktisch absolut zuverlässig. In bezug auf die Kurshaltung besteht die Schwierigkeit, dass auch die kleinste Querneigung zu einer leichten Kurve führt und dass der Kompass ein viel zu träges Organ ist, um danach im Blindfluge gradausfliegen zu können. Wird aber, unter Benützung des künstlichen Horizontes, jede Querneigüng zur Bearbeitung der Kantone Bern, Neuchätel, Frjbourg und Vaud. — Handgeschriebene Bewerbungsschreiben mit Photo, kurzem Lebenslauf mit lückenlosem Nachweis der bisherigen Tätigkeit, Erfolgsnachweis und Referenzen erbeten. — Persönliche Vorstellung nur nach Aufforderung. MERCEDES-BENZ-AUTOMOBIL A.-G., BERN, Weissenbühlwen 40. 11853 Junger gel. 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Dieser Widerstand ist aber Kein unbegrenzter, so dass die unvermeidlichen kleinen Lagerreibungen beim Vorliegen von Störbeschleunigungen den Kreisel allmählich aus seiner richtigen Kursanzeige herausbringen; bei böigem Wetter ist der Kreiselkompass also etwa alle Viertelstunden nach dem Magnetkompass nachzustellen und während dieser Justierung inuss genau gradausgeflogen werden, damit der Magnetkompass ruhig genug bleibt. Zur Kontrolle des Gradausfluges besteht nun ein weiteres Kreiselinstrument, der Wendezeiger. Dieser benützt die Eigenschaft des Kreisels, bei erzwungener Neigung der Achse senkrecht dazu auszuschlagen (die «Kreiselpräzession»); hier ist. also kein «Betrug der Natur» nötig, sondern aus der Not (der Kreiseleigenheit des Präzedierens, welche die Schwierigkeiten für den künstlichen Horizont bringt) eine Tugend gemacht. Mit Hilfe von Staudruckmesser, Kompass und Wendezeiger allein ist der Blindflug sehr wohl möglich; die Unruhe des Kompasses wird dadurch überwunden, dass man nach dem Wendezeiger vor der Kompassablesung ruhig gradausfliegt und dies geschieht z. B. bei der erwähnten Nachstellung des Kreiselkompasses, der zwischen den Nachstellungen für sich allein den Gradausflug auf dem gewollten Kurs gestattet, so dass der Pilot ein Instrument weniger zu beachten hat Während der Blindflug nach dem Wendezeiger, Staudruckmesser und Magnetkompass erhebliche Routine verlangt, wird er durch Verwendung des künstlichen Horizontes und Kreiselkompasses erheblich erleichtert, da dann nur zwei Instrumente gleichzeitig zu beachten sind. Wir haben nun gesehen, wie das Flugzeug im Blindfluge in seiner Lage gehalten wird und wie die Zwischenschaltung des Menschen als «Relais» zwischen die Instrumentenanzeigen und Steuerbetätigungshebel durch Selbststeuergeräte vermieden werden kann, indem man z. B. den künstlichen Horizont und Kreiselkompass Ventile für hydraulische Servomotoren in den Steuerzügen betätigen lässt. (auch direkt nach beendeter Lehre) für Wintersaison, Offerten mit Zeugnissen und Lohnansprüchen an Garage Zuber St. Moritz. Junger, der Lehre entlassener in Garage zur Ausbildung. Offerten unter Chiffre 70054 an die Automobil-Revue, Bern. Nimmer sollst Du starten ohne Hallwag-Karten (Fortsetzung folat.) IStellenmark^i Wir suchen einen Occasions-Wagen-Verkäufer Volontär Gesucht tüchtiger, äusserst solider Gesucht per 15 Dezember junger 70078 AUTO-MECHANIKER sucht Stelle Langjähriger, zuverlässiger, solider CHAUFFEUR (Militärfahrer), mit rotem Fahrausweis, 27 J. alt, verheiratet, sucht passende Stelle auf leicht, od. schwere Motorwagen. Eintritt auf Frühjahr oder nach Uebereinkunft. Offerten unter Chiffre 70090 an die Diverses • Divers Möbelhaus vergibt Reparaturen J Zu verkaufen "•C 1 Auto-Pelz weiteren Automobil-Revue, Bern. 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Der berühmte Aiktisforscher Ellsworth. der 1928 mit Amundsen und Nobile im Luftschiff «Norge» von Spitzbergen nach Point Barrow auf Alaska den. Nordpol überflog, ist seit 23. November am Südpol verschwunden. Der* Genannte hatte bereits Mitte des vergangenen Monats mit seinem Piloten Hollick Kenyon verschiedene Erkundigungsflüge von Little America aus unternommen. Von dem zuletzt gestarteten Südpolflug ist die Besatzung nicht zurückgekehrt. Die amerikanischen Ballonpüoten Stevens und Anderson haben am 11. November die Welt wieder um einen Rekord reicher gemacht. Sie sind mit dem grössten je gebauten Ballon in die Stratosphäre gestiegen und vermochten alle, selbst die von deö Russen innegehaltenen Weltrekorde zu brechen. Dia neue Höchstleistung wurde von der Nationalen Aeronautischen Gesellschaft Amerikas mit 21720 Meter homologiert. * Eine neue Südatlantik-Ueberquerun? wurde voa der neuseeländischen Fliegerin Miss Jane Batten ausgeführt, die an Bord eines Klein-Flugzeuges «Percival Gull» die Distanz zwischen Dakar und N'atal in 14 Std. 15 Min,, also mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 224 km/St, bezwang. Man kann sich durchaus fragen, welchen Zweck diese Sportflüge auf Kleinmaschinen heute noch haben, da Europa mit Südamerika durch einen ständigen reg&lmässigen Verkehr, sowohl seitens der «Air France» und der «Deutschen Lufthansa» wie der Deutschen Zeppelin-Reederei in Friedrichshaien verbunden ist. Was natürlich nicht heissen soll, dass es sich beim Fluge der Miss Batten nicht um eine ausserordentlich mutige Leistung handelt. Sie ist übrigens die erste Frau, die den Südatlantik traversiert bat. * Ein neues Kleinflugzeug hat der süddeutsche Luftfahrtpionier Dr. Hübner-Mosbach konstruiert Die Maschine, die letzte Woche auf dem Mannheimer Flugplatz vorgezeigt wurde, ist mit einem 16-PS-Zweizylinder-Zweitakt-Motor ausgerüstet und erreicht eine Fluggeschwindigkeit von 50—60 km/St Der Brennstoffverbrauch dieses ausgesprochenen Volksflugzeugs, das im Selbstbau auf ungefähr 2000 Reichsmark zu stehen kommt, beträgt ca. 7 Liter pro Stunde. Zufolge Betriebsumstellung sof. zu verkaufen Dreiseiten-Kipp-Lastwagen in sehr gutem Zustande, günstig in der Steuer (21 PS), 4 Tonnen Nutzlast. Aeusserst. Preis Fr. 8000.-. Offerten unter Chiffre 70040 an die Automobil-Revue. Bern. HINW1L Chauffeur- Mechaniker Auto- Mechaniker ^ZÜRICH- ZURICHSEE VU LKAN ISIERANSTALT PNEUSERVICE Neugummierung mit Sommer- u. Winter-Profil PROFILRILLEN Telephon 981.275 - E. MUQQLER, Mitglied T. C. S. 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97 DIENSTAG. 8. DEZEMBER 1935 AUTOMOBIL-REVUE F E U I L L E T O N Blumenhölle am Jacinto. Fortsitzung von S«ito 2. Coronel Numez redet eifrig auf den Sertaoliändler ein. Dessen trotzige Miene wird immer verwunderter, macht endlich einer tiefen Beschämung Platz, und schliesslich verbeugt er sich und ergreift die Hand des Alten, als -dieser endet: «Also, wie gesagt, Senhor, ich freue mich, dass wir Nachbarn sind, und werde nicht verfehlen, meinen Bedarf an verschiedenen Artikeln bei Ihnen einzudecken. Was Urubu betrifft, Santa Maria! der Mann scheint ein grosser Halunke gewesen zu sein. Hätte das nicht gedacht, o nein! Die Heiligen sind Zeugen, dass ich ihn für einen Ehrenmann hielt. Nun, jetzt hat er's tiberstanden, und als guter Christ will ich wünschen, dass seine Zeit im Fegefeuer nicht zu lange dauern jnag. Amen!» Numez verdreht die Augen mit frommer Ceste, und beide bekreuzigen sich. Lebhaft ifährt der Alte fort: «Bueno, mein Amigo Bastiano, Sie werden doch nicht denken, dass etwa ich Diego umbringen Hess? Diego? habe den Namen nie gehört, so h.elf mir Gott! Doch das Mädchen Estrella kenne ich wohl und erinnere mich, wie der Juan sie in der Ouriaria brachte. Ich tat mein Bestes, fuhr sie smit dem Dampfer den AnSiedlungen entgegen, pflegte sie wie mein eigenes Blut. Ave Maria! die Arme war schon zu schwach, leider starb sie unterwegs. Ich Hess drei Messen für sie lesen, und sie wird im Paradiese sein und ein feutes Wort für den alten Coronel Numez einlegen, wenn er das Zeitliche segnet Amen! Begeistert drückte Bastiano die Hand des phantastischen Lügners, der sich nicht enthalten kann, uns einen triumphierend verschmitzten Blick zuzuwerfen. «Ah!» dröhnt die Stimme des Urwaldhändlers überzeugt: * Coronel, Sie sind ein Ehrenmann, und ich .ütte um Verzeihung, dass ich unrecht von ihnen dachte. Werde es nachholen, heilige Gottesmutter, das werde ich! » Numez lächelte gönnerhaft: «Bueno, mein lieber Bastiano, tun Sie das. Und wohl zuerst bei Ihren Leuten, die mein braver Juan gerade unterhält! » Der Trader springt empor, eilt zur Tür, und der Alte ruft ihm noch nach: « Schreibe auf, guter Freund: meinem Koch gingen die Pfefferschoten aus, kannst du mir zehn Kilo senden?» ruft Bastiano begeistert, und die Tür fliegt hinter ihm zu. Numez schaut uns an, reibt sich die Hände und fragt: «Nun?» c Schätze, dass Sie 'n tüchtiger Kerl sind und 'n mächtiger Gauner dazu! » «Ein dreifach gesottener!» fährt es mir heraus, und Coronel Numez lacht schallend. Nach einer Weile murmelt er: «Aber Urubu ist hinüber? Schade, er war ein tüchtiger Kerl! » Lauernd betrachtet er uns. « Dieser Bastiano ist doch ein quadratschädliger Dummkopf, Ein Bobo, Senhores! Zu blöde und zu ehrlich. Ich muss sehen, dass ihm bald etwas zustösst, hihi!» Mit erosser Ruhe meint Henderson: «Einen Treibholzstamm gegen seine Hütte losschiessen lassen, bei Hochwasser, he? » Numez bricht von neuem in Lachen aus. < Haben Sie es gemerkt, neulich nachts, Senhores ? Das war nur ein kleiner Scherz meines guten Juan ! » < Dachte so ! > brummt der Amerikaner, und staunend will ich wissen : «Warum erzählen Sie uns das alles, Coronel ?» Der Alte beugt den hagern Kopf weit vor, durchbohrt mich mit seinen Augen. «Weil es euch doch nichts nützt, auch wenn ihr es brühwarm weitersagt. Santa Virgen! versucht einmal, die ihr Ketzer und unser Land aussaugende Ausländer seid, einem rechtgläubigen Brasilianer Schlechtes über seinesgleichen zu sagen. Er würde euch nur auslachen ! > Henderson brummt: « Aussaugende Ausländer ist gut Besonders das Aussaugen! Wflsste nicht, was wir aussaugen, und schätze, dass uns höchstens das Fieber aussaugt! » « Madonna, ja, ihr seid verrückte Blumensucher. Aber die andern Americanos, die ich kenne, befassen sich mit andern Sachen!» Gelangweilt unterbreche ich : « Hören Sie auf mit Ihrem Gefasel jetzt, Coronel. Ich denke, wir wollen uns empfehlen und weiterpaddeln, he, Henderson ? » Der Angeredete dehnt sich, doch Numez hebt beschwörend die Hände : < Santa Maria, nein! Es gibt einen elektrischen Sturm heute nacht. Mein Juan hat es gesagt, und er ist unfehlbar. Ein Jaguar zerfleischte ihm einst den Schenkel, und seither meldet sich immer das schlechte Wetter in der Wunde an! Auch müssen Sie meine Plantage betrachten, Senhores! Ein Musterunternehmen ! » Verächtlich grinst Henderson, als ich erwidere : «Eine Piratenplantage. Haben wir nicht hunderte ruinierte Bäume gesehen, als wir ankamen ? » < Tausende, mein junger Senhor! Doch was schadet's ? Ueberall im Sertao gibt's den Gummibaum, und was kümmert's mich, dass er zehn Jahre braucht, um heranzuwachsen ? Für mich sind noch genug da, und die Zukunft geht mich nichts an ! > Henderson fährt fort: « Und was sollen wir denn auf Ihrer Plantage betrachten? Schätze, dass ich und dieser Boy hier schon verteufelt viele solcher sogenannten Plantagen im Sertao sahen! Je weiter von der Obrigkeit entfernt, desto sehenswürdiger waren sie. Habe aber die Meinung, dass wir nichts Neues erblicken werden. Wird folgendes sein.".. > er winkt mir weiterzureden, und ich beende seinen Gedanken : « Wir werden Indianer sehen, die man aus dem. Urwald entführt oder gestohlen hat. Man bindet sie zu dreien mittels Schnüren zusammen, und jeden Morgen werden sie unter Bewachung in den Sumpf geführt. Sie kriegen wenig zu essen, und nachts sind sie eingesperrt!» Der Alte nickt und ergänzt gemütlich: « Ja, Senhor, so ist's, und wenn die Kerle nicht genug Rohgummi mitbringen oder zu wenig Bäume anzapfen, dann erhalten sie zum Abendbrot gewaltige Prügel. Mein Juan versteht sich herrlich darauf! » Wieder meint Henderson : « Und draussen im Sertao lauern ihre Freunde, schleichen mit den Blasrohren umher, warten 'ne Gelegenheit ab, 'nen Wächter umzulegen oder ein paar Stammesbrüder frei zu machen. Kriechen herum, trommeln und schiessen Pfeile ab, ganze Wolken davon, schätze ich. Wie jetzt gerade ! Und habe ich die Ansicht, Coronel, dass der Bursche, der draussen aui dem Grasknollen Hegt, wohl nicht mehr aufstehen wird!» « Nein ! » kichert der Brasilianer. « Der ist tot und dreimal tot, Senhor. Aber Aufseher gibt's immer! Nur von der Arbeit drücken sich die braven Seringueiros, sie wollen lieber aufpassen und befehlen ! » Hartnäckig drängt Henderson: < Und schätze ich, dass diese betrogenen Indianer dann böse werden und jeden Fremdling, den sie treffen, umbringen. Haben wir beide, dieser Boy und ich, einen Freund verloren, unten am Jacinto, auf diese Art, und schätze ich, dass er mehr wert war als sechs Dutzend von euch verdammten Plantagenbesifzern !.» Bedauernd zuckte der Alte die Achseln: «Das betrübt mich, Senhores ! Aber der Jacinto ist sehr weit von hier, und die dortigen Caripunhasleute wissen nichts von den hiesigen, uns eben belagernden ! » « Seid Gauner und Sklaventreiber, ihr sogenannten fliegenden Plantagenbesitzer. Haben ich und hier dieser Boy euresgleichen überall getroffen im Sertao. Germans, Englischmänner, Yankees und von allen andern Nationen. Habt aber alle Zugehörigkeit zu zivilisierten Rassen verloren, sobald euch die Gier nach Geld im Blute sitzt. Geht euch zu langsam auf ehrliche Art, schätze ich, nennt euch daher fliegende Gummiherren, verwüstet den Wald und macht aus Menschen Tiere. Soll euch der Teufel holen, alle miteinander, und kalkuliere ich, dass dies 'ne verdammt gute Meinung wäre ! » Schnaufend hält Henderson inne, und mit heuchlerischem Augenaufschlag sagt der weissköpfige Alte : « Was soll man machen, Senhores ? Freiwillige Arbeiter kriegt man hier in der Wildnis nicht, und die Welt braucht doch Gummi! » « Sauberer wird die Welt sein, wenn synthetischer den Naturgummi ablöst!» rufe ich. Draussen ertönt lautes Jubelgeschrei, einzelne Rufe : «Viva Coronel Numez ! Viva !» dringen an mein Ohr. Ich springe auf und folge den Voranschreitenden aus der Kabine über die Landungsplanke. Die Trommeln der Indianer schweigen. Grellgrün zittert und leuchtet das Gras in der Sonnenglut. Auf der Erhöhung liegt immer noch die bunte Gestalt, von grossen, blitzenden Fliegen umschwärmt. Scheue Indianergesichter mit Ponyfrisuren lugen aus den Caballos. Vor der ans Ufer gezogenen Curiaria sitzen stumm unsere drei Träger und rauchen. Vor diesem Hintergrund wogt eine lebhafte Szene. Der riesige Juan mit blossem, blauschwarz glänzendem Oberkörper, am roten Gürtel die Peitsche, einen silbernen Reifen im Ohrläppchen, singt und grölt aus voller Kehle. Ihn halb umarmend, beklopft Bastiano seinen breiten Rücken und grinst zufrieden. Um diese Hauptgruppe sind die Seringueiros und die Leute des Numez geschart, bereit, mit Cachassabechern anzustossen und sich zu verbrüdern. (Fortsetzung folgt.) Sport-Coup6 de Luxe 1934 OLDSMOBILE B Zylinder, wenig und nur mit Chauffeur gefahren, ;egen Fr. 6500.— Barzahlung sofort abzugeben. Anfragen unter Chiffre 70099 an die Automobil-Revue, Bern. AUTO-OCGASION Zu verkaufen Sedan de Lux Marke Willys Six, 5plätzig, geräumig, 16 PS, Zustand wie neu. Neue Bereifung inkl. 2 Ersatzräder und 2 neuen Ersatz-Schneereifen, neue Stossdämpfer. 3 Monate Garantie. — Zu besichtigen bei der 70094 Kasernenverwaltung, Zürich. 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