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E_1935_Zeitung_Nr.099

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K^raclifion Im Jahre

K^raclifion Im Jahre 1909 verliess Aug. Horch, der bekannte Konstrukteur der seinen Namen tragenden Luxus-Wagen, die von ihm gegründeten Horch-Werke, um eine neue Fabrik ins Leben zu rufen. Den Produkten dieser neuen Fabrik gab er wiederum seinen eigenen Namen, den er einfach ins Lateinische übersetzte: Audi. Die grossen Erfahrungen der Horch-Werke konnten auf diese Art unbeschwert von bestehenden Fabrikeinrichtungen und Modellen für eine neue Konstruktion verwendet werden. So kam es, dass dia Marke Audi von Anfang an einen hervorragenden Namen hatte. 26 Jahre sind seither vergangen. Audi hat seinen Ruf als Qualitätsmarke aufrecht erhalten. Sowohl in den Zeiten höchster Konjunktur als auch während des wirtschaftlichen Tiefstandes blieb Audi seiner Tradition treu. Als dann vor wenigen Jahren die Auto-Union entstand, die mit Audi die Marken DKW, Horch und Wanderer vereinigte, wurde der Audi-Wagen von Grund auf neu konstruiert. Auch heute wieder ist der Audi-Wagen etwas für sich: Ein Luxus-Wagen höchster Eleganz in solider, geschmackvoller Ausführung, ein Wagen, der durch seine schlichte Schönheit auffällt. Ein 6-Zylinder-Motor von 11 St.-PS, mit hoher spezifischer Leistung, ein modernes Zentralrahmenchassis mit Vollschwingachsen, und dann der bewährte Vorderradantrieb, der zusammen mit den übrigen Einzelheiten der Konstruktion die unglaubliche und nicht zu übertreffende Fahrsicherheit gibt, dies sind die konstruktiven Merkmale. Seit 26 Jahren ist Audi gleichbedeutend mit Qualität E I N P R O D U K T D E R A U T O - U N I O N Autropa A.G., Zürich AUSSTELLUNG: FALKENSTRÄSSE 4 TEL 44.430 Werkstatt u.Service: Jenatschstrasse 3/5 Tel. 58.886I7

:£$•:• ' .. ••• ••-.. .-. ' • • • • ° : - - w - r j f f l w ^ ^ r - .••+•"" • BERN, Dienstag, 10. Dezember 1935 Automobil-Revue, II. Blatt - Nr. 99 Zauber des Qeschenks Es ist eine schöne Sache um das Schenken. Und um das Beschenktwerden auch, wenigstens dann, wenn die lieben Geber den Preis ausradiert oder (noch besser) das Papierchen entfernt haben. Eine radierte Zahl zu erkennen, dazu braucht es ja nicht viel Geschicklichkeit. Oder ist es besser, man lasse den Preis stehen, damit der andere doch sieht, was man für ihn aufgewendet hat? Man erzählt, es soll sogar böse Seelen geben, die die Preise an den Weihnachtsgeschenken zwar ausradieren, aber dafür höhere hinsetzen, um dem Beschenkten einen gelinden Schrecken einzujagen. Das sind ausdividierte, berechnende Pantscher. Uebrigens — wenn jemand wissen will, was ein Geschenk gekostet hat, so ist es bald heraus. Er kann mit seinem geschenkten Gaul nur ein Geschäft betreten und die Sache schätzen lassen. Die Leute in den Verkaufsläden sind es gewohnt, dass sie zwischen Weihnacht und Neujahr nichts anderes zu tun haben, als Austauschen und Schätzen. Doch wir wollten vom Zauber des Geschenkes reden, nicht von seiner schlimmen, hinterhältigen Boshaftigkeit. Man weiss ja, was «Knigges Umgang , mit Menschen» als Angebinde bedeutet. Manchmal, wenn Briefpapier geschenkt wird, ist im Geschenk ein mehr oder weniger deutlicher Wunsch, vielleicht auch eine Mahnung enthalten oder wie man das nennen will. Das Geschenk ist in diesem Fall oft ein Wink mit dem Zaunpfahl. Je nachdem. Es gibt glücklicherweise nicht viele Leute, die auch im Schenken noch boshaft sind. Aber wir erkennen an diesem Beispiel, dass hinter dem Schenken allerlei steckt, so etwas wie ein ursprünglicher Sinn, ein Zauber, eine Art Magie. Bewußte und unbewusste Wünsche des Gebenden verschaffen sich in der Gestalt des Geschenkes einen Ausdruck. Was schenkt die Dame dem Herrn,. Wenn sie nicht weiss, was für Wünsche er hat? Eine Buchhülle, eine Vase. Gegenstände, in die man etwas einhüllen oder einstellen kann. Sie sollen mehr oder weniger stetig dem Beschenkten vor Augen sein und etwas einhüllen, was ihm kostbar ist. Buchhülle und Vase sind Gefässe. Das Gefäss ist ein Symbol der weiblichen Seele. Zugegeben— die Wahl solcher Geschenke mag auch dem Mangel ah eigener Phantasie entspringen. Es kann aber doch nicht zufällig sein, dass so viele Herren von Damen Buchhüllen, Vasen — oder auch Paradeund Ruhekissen — geschenkt bekommen. Sind es nicht heimliche Wünsche, die dem Geschenk mitgegeben werden? ^ Schauen wir uns die praktische Seite solcher Geschenke an! Wer auf den Kern der Bücher zu gehen pflegt, der ist auf die sorgsame Erhaltung des Einbarides nicht so erpicht. Lederarbeiten sind aber an sich etwas sehr Angenehmes. Könnte es nicht ausnahmsweise eine Brief-, Zigaretten- oder Aktentasche sein? Auch das sind Gefässe, nur weniger poetische. Sie sind dafür praktisch. Manche Herren besitzen Vasen im Ueberfluss, aber zu wenig Aschenbecher. Aschenbecher hat man nie genug, wenigstens wenn man raucht. Was die Damen betrifft, so wird man beim Gold- und Silberschmied immer Dinge finden, die ihr Herz erfreuen I „..^Schenk mir was, sagt der Wiener, er denkt dabei: Schenk mir keine dummen Sachen! Schenkt nicht Dinge, die bloss fürs Herumstehen berechnet sind! Schade, dass es nur unter den Angehörigen der gleichen Familie . Sitte ist, sich Gebrauchsgegenstände zu schenken. Schade! Mancher Herr wäre über eine Portion Taschentücher, über einen Füllbleistift, über eine neue Wolldecke für den Wagen viel froher als über einen neuen Briefbeschwerer, sollte er auch von einer ganzen Schreibtischgarnitur oder gar von einem Papierkorb begleitet sein. Messer sind beliebt bei Männern. Aber man schenkt sie sich nicht gern. Es heisst, sie zerschneiden die Liebe. Da macht man also unbedenklich in Aberglauben. Der beste Beweis dafür, dass Schenken einer Zauberei mit seinem Nächsten gleichkommt! Natürlich macht man mit der ewigen Zuckerzange keinen Zauber. Auch nicht mit der unvermeidlichen Topfhülle, die man gebildeterweise Cache-Pot nennt. Von den Plüschhunden sage ich lieber nichts. Sie sind wenigstens gehorsam, kläffen nicht und fressen keine Pralines. Teepuppen— das sind Damen von Welt, vereinigen das Praktische mit dem Angenehmen. Also: Das Geschenk verrät über die Denk- und Gefühlswelt des Schenkenden mehr als er glaubt! Auch über die Einschätzung des Beschenkten. Handarbeiten, überhaupt Arbeiten, die man eigenhändig ausgeführt hat, gelten mit Recht als besondere Huldigungen. Aber keine Dame hat so viel Zeit, dass sie für jede Freundin ein häkeln könnte. Da hat man's lieber mit dem Sportlichen. Ein paar Handschuhe, eine wollene Mütze, eine Wärmeflasche für den Picknick-Kaffee — das sind Dinge, die man gebrauchen kann. Worin besteht die Magie des Schenkens? Das Geschenk ist ein Stellvertreter des Gebers beim Beschenkten. Mit dem Geschenk schleicht man sich gleichsam in die Welt des Empfängers ein — kein Wunder, ..dass dieser Gedanke • im Mythus des Danaergeschenkes seinen Niederschlag gefunden hat. Die Griechen, als sie die Stadt Troja belagerten, schenkten den Bewohnern ein grosses, hölzernes Pferd, das innen hohl war und eine Reihe der wägsten. Helden enthielt, die auf diese Weise in die Stadt eingeschmuggelt wurden. Ein umgekehrtes Beispiel: 'Wenn-eine Verlobung in die Brüche geht, werden di© Geschenke zurückerstattet. An den Geschenken klebt also in irgendeiner Weise ein Stück des Gebers, ein Wunsch, eine Huldigung. Darum verpflichtet das Geschenk den Empfänger nicht nur in einem materiellen Sinn, sondern er nimmt mit dem Geschenk gleichsam den Schenkenden bei sich auf. Doch was soll diese Philosophie, wenn es auf Weihnachten geht und jeder sich überlegt, was er schenken soll? Sie soll nur einen Augenblick lang jedem Leser in Erinnerung rufen, dass man nicht leichtfertig! schenke. Natürlich trifft, unsere Betrachtung nur auf Dinge zu, die Bestand haben. Wenn man sich mit einem Geschenk einer einmaligen Verpflichtung zu entledigen gedenkt, so wählt man mit Vorteil Dinge, die verbraucht werden und höchstens eine angenehme Erinnerung zurücklassen, sei es nun eine Gans, seien es ein paar Flaschen Wein, Zigarren, Parfüm und dergleichen. Diese Dinge gehen rasch in Rauch auf und bilden nur so lange eine Verpflichtung, als ihr Duft das Haus erfüllt. Und das Gegengeschenk! Darüber möchte ich mir keine Sorgen machen. Ich setze immer voraus, dass wer mir etwas schenkt kein Gegengeschenk erwartet. Es ist doch viel schöner, etwas zu empfangen, was man nicht vergelten kann. Dann ist das Geschenk das schönste Band von Mensch zu Mensch — das Band' der Freundschaft'und der Liebe. 2)e* Wunschzettel des Skttahcei An. Kinder und Skifahrer beschenken ist leicht. Ihre Wünsche liegen 1 nicht versteckt und verschüttet unter einem Haufen Wenn und Aber und unter dem zarten Mantel schöner Genügsamkeit. Um nach ihnen zu pirschen, braucht man nicht den letzten psychologischen Scharfsinn aufzuwenden. Beide schreiben sie mit Sorgfalt überlegte Wunschzettel. Wo dies aber nicht geschieht, träufeln sie ihre Wünsche dann und wann ins Gespräch. Denn, wes das Herz voll ist, des fliesst der Mund über. Und wie die Kinder mit Sehnsucht auf den Bilderkatalog der Spielwarenmagazine warten, um darnach ihre Wünsche zu richten, so sind die Skifahrer immer darauf erpicht, zu erfahren, was findige Köpfe in Fabriken und Werkstätten ersonnen haben, um den herrlichen weissen Sport noch schöner, noch herrlicher zu machen. Die grosse Frage für den Skifahrer ist der Anzug. Ihn nach modischen Gesichtspunkten zu zerpflücken, werden wir uns in der nächsten Nummer gestatten. Einige markante Typs in sportlicher Hinsicht möchten wir jedoch nicht unterlassen, dem verehrten Leser schon heute zu präsentieren. Vor allem einmal die Windjacken. Adrett sind sie geworden! Weder Er noch Sie sind hinfort genötigt, den Winterstürmen in greulichen Sträflingskitteln zu trotzen. Die Segeltuchjacken, an sich nun viel schmiegsamer gehaben eine riesenhaf Konkurrenz JtyjftndAken erhalten. Kaum zu glauben, wie aieses^BHe baumwollene Gewebe der Nässe und dem Luftzug gewachsen ist. Man hat die Wahl unter schneeigem Weiss, einem Elfenbeinton und verschiedenen zarten und kräftigen Grau. Durch Seitenschnürung, Rückengürtel und neuestens durch Gummizüge sitzt eine solche Jacke fest in der Taille, und der Schnee hat Mühe, sich zwischen sie und die Hose zu drängen. Der sehr weite Aermelausschnitt gestattet nicht nur einen warmen Pullunder zu tragen, sondern auch sich herzhaft zu recken, zu bücken, ohne dabei den unerfreulichen Knall einer aufplatzenden Naht registrieren zu müssen. Die unverwüstliche Hose eines alten Skianzuges mit dieser flotten Skibluse ergänzt, ergibt eine famose, wunderbar aufgefrischte Skitenue. Der Skifahrer mit Hut war unlängst noch eine der Lächerlichkeit preisgegebene Figur. Wenn irgendein spleeniger Engländer samt ebenso spleenig wirkendem Hütchen Ihre Schneepfade kreuzte, taten Sie den Schwur, niemals behütet ins weisse Gelände zu ziehen. Was aber beschwören Sie heute? Diesen Winter unbedingt mit einem Tirolerhüt angetan die Pisten zu attackieren. Brauchen wir die Vorteile eines solchen Hutes noch gross aufzuzählen? Vielleicht, um Ihr Gewissen vollends zu entlasten. Wärmt grossartig, aber, juckt'die Haut nicht wie Wolle, schützt die Frisur, lässt sich bei blendender Sonne oder bei Schneewehen tief über die Augen ziehen — und klei- Während dem Weihnachtskonzerl ,ist der erste Schnee gefallen! p < - Photo Matter (Zlnge)