Aufrufe
vor 4 Monaten

E_1935_Zeitung_Nr.099

E_1935_Zeitung_Nr.099

AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 10. DEZEMBER 1936 — N° 99 Offiz. Service u. Is Bestellungen von Fachgeschäften werdest rMoh und zuverlissig ausgeführt. mit Kabine, anl Spcrial-Chassii SÄÜEEB, geeignet für schwere Hilfeleistung und für grosse Wagen; erfahrenes Personal. Auftrage von Garagen werden ebenfalls Uber- ' nommen und zu günstigen Bedingungen aufgeführt. für die Kantone Basel, Bern, Solothurn und Aargau zu vergeben. - Kassiger Bergsteiger, 8 Steuer-PS. Vollschwingachsen, hydr. Bremsen, Zentral-Chassis- Schmierung, moderne Form mit Gepäckraum etc. etc. Interessenten verlangen die günstigen Vertreterbedingungen unter Chiffre 70155 der Automobil-Revue. Bern. die ideale, geräuschlose W i n t e r « berelfung aus alten Pneus, die vorzüglichen Gleitschutz gewährleistet. Der Ueberpneu mit der ,, A n t i s I i p- Befestigung" (

N°99 — DIENSTAG, 10. DEZEMBER 19S5 AUTOMOBIL-REVUE a Das Problem des Volkswagens. Ein Blick in die Statistik des Autos enthüllt uns die interessante Tatsache, dass die Vereinigten Staaten trotz zehn oder mehr Millionen Arbeitsloser, trotz misslicher Wirtschaftslage und gewaltig verminderten Verdienstverhältnissen immer noch die weitaus grösste Zahl von Automobilen besitzen. Rund 80 % sämtlicher Autos der ganzen Welt zirkulieren in den U.S.A. Die Begründung für dieses gewaltige Anwachsen des Automobilismus liegt einerseits in den günstigen Steuerverhältnissen, der geringen Belastung des Benzins und anderseits in der grossen Ausdehnung dieses Landes mit seinem verhältnismässig weitmaschigen Eisenbahnnetz. Durch diese Verhältnisse konnte sich der amerikanische Automobilismus allmählich weitaus an die Spitze aller Länder der Welt setzen. Dies wirkt sich auch wieder auf die nationale Produktion aus, die sich ohnehin schon auf eine zweimal grössere Bevölkerungszahl stützen kann als die grössten europäischen Länder. Mit einem jährlichen Verbrauch von mehreren Millionen Fahrzeugen im Rücken kann die amerikanische Industrie es sich leisten, Riesenfabriken mit •weitgehend automatischen Werkzeugmaschinen aufzustellen. Man kann sogar noch weiter gehen und jeden Fahrzeugteil einer grossen Spezialfabrik in Auftrag geben, die dann für einen Teil aller Autofabriken z. B. die Karosserien oder die Chassisrahmen oder sonst irgend einen Teil herstellt. In diesem Falle kann die Automatisierung noch weiter getrieben werden bis eben ein Fahrzeug zu Selbstkostenpreisen hergestellt werden kann, Ton denen wir Europäer uns keinen Betriff machen. Auch der Verkaufspreis kann selbstverständlich billig gehalten werden. In Europa lässt sich diese Entwicklung in derselben Art nicht nachholen. Die Ge- Projekt Bleton mit über der Hinterachse liegendem Motor. Die Linienführung entspricht in vielen Punkten der teurere Wagen. schichte der Technik und der Wirtschaft hat hier einen andern Lauf genommen. Um bei uns das Auto populär zu machen, besteht vorderhand keine andere Möglichkeit als der Weg über den sparsamen kleinen Volkswagen. Nur durch ihn ist es möglich, den Gesamtpreis so niedrig zu halten, dass der Wagen und sein Betrieb für jedermann erschwinglich ist. Denn der Preis pro kg Wagen steht in Europa auf einer gewissen Höhe, die sich unter den heutigen Verhältnissen nur langsam ändern wird. Daher die Anstrengungen in Deutschland und Jetzt auch in Frankreich zur Schaffung eines Kleinstwagens mit einem Gesamtgewicht zwischen 350 und 450 kg, einem Verkaufspreis von etwa 1200-1600 Schweizerfranken, der monatliche Ausgaben von nur etwa 60 Schweizerfranken verursachen soll. Es handelt sich hier um ein Konstruktionsproblem von grösstem Interesse, faszinierend für den Konstrukteur and Entwurf des Chassis vcm Ktmes mit luftgekühltem Zweizylinder-Motor, zentralem Rohr als Rückgrat des Wagen«, Vorderradantrieb sowie vorn und hinten durch Querfedern abcestflUten Schwingachsen. nicht minder auch für den Volkswirtschafter. In Frankreich hat sich nun die S.I.A. (Gesellschaft der Ingenieure der Autoindustrie) an seine Lösung gemacht Ein Wettbewerb wurde durchgeführt, dessen Initianten beträchtliche Beträge als Preise für die besten Projekte zur Verfügung stehen. Neben dem Interesse, das dieses Problem an und für sich weckt, wird auch die Notlage grosser Kreise des technischen Personals der Automobilindustrie sich auf die Beteiligung am Wettbewerb günstig ausgewirkt haben. Von der S.I.A. wird offiziell erklärt, dass man hofft, vorläufig mit dem Projekt arbeitslose Techniker zu beschäftigen und dann, wenn die Produktionsreife des Kleinstwagens erreicht ist, auch den Arbeitern der Autoindustrie vermehrte BeschäftlgungsmagUchkeiten zu bieten. Bereits wurden mehrere Dutzende von Vorprojekten eingereicht, aus denen sich rewisse Richtlinien erkennen lassen. 10 - 30 °/ 0 Brennstoff - Ersparnis! Brennstoff-Regler System Dr.-Ing. Schmid Zu verkaufen FORD 17 Cv, Mod. 1932, 4 neue Schnee-Pneus, ev. Tausch gegen kleineren Wagen oder andere Ware. 70138 Offerten: Case St, Francois 1473, Lausanne. für Bonzin. Petrol, Rohöl Deutsche« Relehipatent Nr. 573167 Spanisches Patent Nr. 126 509 Deutiohe» Beichtpatent Nr. 588 883 Italienisches Patent Nr. 297 749 Enitlische» Patent Nr. 388577 Ttebeeboslowak. Patent Nr. 48 234 Franrtjitehea Patent Nr. 4085» Am«rilc Patent, intern. Weltnatent Erste Referenzen von Autofabriken und Autoexperten, sowie von Kraftfahrzeugbesltztrn — 1OO 0 /, Schweizer-Fabrikat AlUinfabrikation und Alleinvertrieb: STAHLWAREN FABRIK SCHLEITHEIM Aktiengesellschaft 2 reelle Oceasionen! 1 RENAULT 18 PS, Limousine, 4/5 Plätze, 1934, rassiger Wagen, Fr. 3500.— 1 CITROEN 9 PS, Lim., 4 PL, 1934, 27 000 tangtf., Fr. 2800.- Beide Wagen ohne Unfall und Mäntel-Garantie. Anfragen erbeten an E. Kaspar, Auto-Werkstätte, Wallisellen. 70140 Man will (wie z. T. schon früher erwähnt), ein vierrädriges Fahrzeug mit einem Gesamtgewicht von 450 kg. einem Preise von maximal 1600 Schweizerfranken, einer maximalen Geschwindigkeit von 75 km/St, einer Anfahrbeschleunigung von 0,45 m/sec 2 und einem Brennstoffverbrauch von 5 Litern pro 100 km schaffen. Die Sitzzahl soll auf zwei Personen beschränkt werden, und die geschlossene Karosserie soll die Möglichkeit bieten, Gepäck mitzunehmen. Diese Beschränkung der Platzzahl wird nicht allgemein begrüsst. Man macht geltend, dass ein Zweiplätzer unverkäuflich sei, dass manche Käufer einen Vierplätzer für 2000 Schweizerfranken vorziehen würden. Aber eigentlich war ja bisher gar nicht erkennbar, ob nicht ein geschlossener Zweiplätzer, falls er zu einem geringeren Preise als ein Vierplätzer erhältlich wäre, doch Käufer finden würde. Eine von einer bekannten französischen Autofabrik veranstaltete Umfrage über die Frage « Zwei- oder Vierplätzer > ergab bei einer Beteiligung von mehr als 200,000 Personen eine Stimmenzahl von ca. zwei Fünftel zugunsten des Wagens mit der geringeren Sitzzahl. Also scheint wirklich ein Bedürfnis vorhanden zu sein, das* bisher nicht befriedigt werden konnte. Wie wird nun das Problem technisch gelöst werden und wann? An technischen Details lassen sich aus den Vorprojekten schon gewisse Richtlinien erkennen. So wird z.B. von verschiedenen Projekten ein zentraler Rohrrahmen mit seitlich ängelenkten Schwingachsen als Rückgrat des Wagens benützt Es werden sowohl vorn als auch hinten liegende, zum Teil luftgekühlte Motoren vorgesehen, die jeweils die Achse direkt antreiben, über der sie Hegen. Auf eine aerodynamisch günstige Formgebung wird durchwegs geachtet, um die vorgeschriebene Projekt von Broulbiet mit hinten liegendem Motor, Chassis normaler Bauart, Räder mit Einzelabfederunr und schmaler Spur der Hinterräder. Geschwindigkeit mit einem Motor von 750 ccm zu erreichen. Man wird auch versuchen mit selbsttragenden Karosserien aus Stahlrohr dem gestellten Problem auf den Leib zu rücken. Einzelne der, projektierten Wagen weisen eine extra schmale Spur der Hinterräder auf, was gestattet, auf das Differentialgetriebe zu verzichten und sich dazu vielleicht hinten mit einer einzigen Bremstrommel zu begnügen. In diesem Falle wird nur die Vorderachse als Schwingachse ausgebildet. Ein Teil der Projekte verwenden Motoren, die sich in ihrem Aufbau mehr an Motorradkonstruktionen als an Autompbilmotoren anlehnen. Doch wird auch bei solchen luftgekühlten Motoren eine Motorhaube vorgesehen, damit das Fahrzeug nicht gar zu 5T3L (EM Projektiertes Zentralrohr-Chassis von Gregoire mit Vorderradantrieb. billig aussieht Die Kleinstwagen sollen immerhin den Eindruck eines < Wagens» und nicht den Anschein eines auf vier Räder gestellten karossierten Motorrades erwecken. Aus diesem Grunde hat man sich das Ziel wohl in Frankreich nicht gar so weit gesteckt wie in Deutschland, wo man einen Volkswagen studiert, der die Tausendmarkgrenze nicht überschreiten solL Natürlich ist noch allerhand Neuland zu pflügen, bevor ein Volkswagen produktionsreif in den Handel gebracht werden kann. Denn die Produktion muss von allem Anfang an auf Basis einer sehr grossen Herstellungszahl kalkuliert werden, was kostspielige Werkzeuge und Vorrichtungen bedingt. Bevor man sich also auf die Fabrikation einrichten kann, müssen die Versuchsmodelle ganz eingehenden Prüfungen unterzogen werden, damit der Erfolg sicher ist. Man wird deshalb an den grossen Ausstellungen des nächsten Jahres kaum sehr viel vom kommenden Volkswagen zu sehen bekommen. Dagegen darf man von den Ausstellungen des Jahres 1937 diesbezüglich allerhand erwarten. Hoffentlich macht uns nicht die hohe Politik einen Strich durch die Rechnung. W. Geschäftsinhaber Industrielle Treue Kunden zählen heute doppelt! Wahren Sie sieh daher Ihre besten Kunden und sichern Sie sich neue Verbindungen. Ein Geschenk von bleibendem Wert ist das anerkannt schönste Bildwerk über die Schweiz: »GabereWs Schweizerbilder" Band 1 und II, in feinster Leinwand gebunden, bilden abwechslungsreiche Sammlungen von 288 ganzseitigen Tiefdruck- und 16 farbigen Kunstblättern. Bedeutende Preisermflnnigwng. Verlangen Sie bei grösserem Bedarf Spezialofferte. Zu beziehen in deutschet, französischer und englischer Ausgabe in allen Buchhandlungen oder durch den Verlag JEANGABERELL, phot. Anstalt, THALWIL-Zürich Als Ftoattchutz für Ihren Konstatieren Sie es selbst: "Arctic" Ist unersetzlich für LEICHTES Starten, SCHNELLE Fahrt und SPARSAMEN Verbrauch. P' y ?^i^:'^VS?JOTR^i: : COIVIPANY Fv^B^SEL : "": - : •••.r." "•.••-. v?T]