Aufrufe
vor 10 Monaten

E_1935_Zeitung_Nr.101

E_1935_Zeitung_Nr.101

12 AUTOMÜB1L-REVÜE

12 AUTOMÜB1L-REVÜE DIENSTAG, 17. DEZEMBER 1935 — N° 101 Vielfach wird angenommen, dass das Frühjahr die richtige Zeit für die Herausgab« dieses Nummernverzeichnisses der Personenwagenbesitzer wäre, weil es dann die Gesamtheit der erteilten Verkehrsbewilligungen am ehesten vollständig erfasse. Dem ist aber nicht so. Auch wenn die Mitarbeit der kantonalen Automobil-Bureaus, auf deren verständnisvoller Mithilfe die Bereinigung der Verzeichnisse aufgebaut ist, in jenem Zeitpunkt ihrer grössten Beanspruchung möglich wäre, muss es doch als unzweckmässig betrachtet werden, die Listen auf die Erteilung der Verkehrsbewilligungen des folgenden Jahres aufzubauen. Denn dann könnten die ebensowenig jemals abgeschlossen werden, als wenn auf den letzten neuen Wagen gewartet werden wollte. Der richtige Zeitpunkt ist vielmehr der Jahresbeginn. Das Automobil ist heute kein Gutwetterfahrzeug mehr, Tausende von Besitzern sind auf seine Benützungsmöglichkeit auch im Winter angewiesen. Sollen sie sich dann den irreführenden Angaben eines alten Verzeichnisses anvertrauen? Zudem ist dies der einzige Zeitpunkt, in dem die Kombination mit den Zehntausenden von Fahrern zum Wagenbestandteil gewordenen automobilistischen Fachkalenderbuch möglich ist, um dessen separate Anschaffung zu vermeiden. Obwohl also im Zeitpunkt der abgelaufenen Fahrbewilligung erstellt, kann es doch den Nachschlagebedürfnisssen der kommenden Gebrauchsdauer innigst unterstellt werden, da alle Handänderungen und Verkäufe berücksichtigt werden können, im übrigen aber jeder Wägen im revidierten Verzeichnis an seiner zuständigen Nummernstelle eingetragen ist und deshalb gefunden werden kann, sobald er sich früher oder später im kommenden Jahr im Verkehr bemerkbar macht. Auch hinsichtlich der Adressen-Revision kommen ähnliche Erwägungen zur Geltung. Dass sie mindestens einmal im Jahr nötig ist, wenn das Verzeichnis Anspruch auf Zuverlässigkeit machen will, steht ausser Frage. Der richtige Zeitpunkt ist hier der Moment, der dem Verlag unmittelbar vor der Herausgabe Veranlassung gibt, durch einen Prospektversand für eigene oder fremde Rechnung die postalische Zuständigkeit jeder einzelnen Adresse zu prüfen. So trifft die richtige Herausgabezeit des Nummernverzeichnisses zeitlich zusammen mit dem in seiner Eigenschaft als Fachkalender des Fahrbetriebes in seiner touristischen oder geschäftlichen Aber auch mit Verzeichnis der Fr. Z.50 Einsenden an Ihren Buchhändler, Automobil- Club oder an den Verlag. Automobilistisches Jahrbuch mit Besitzern erzeichnis für die Totalrevision und Herausgabe für die Kontrolle der finanziellen Abwicklung Senden Sie sofort per Nachnahme Ex. Automobilkalender 1936 Personenwagenbesitzer zum Preise von Ausdehnung nur auf den Jahresbeginn denkbaren Erscheinungszeit des technisch-administrativen Teiles des Werkes. für ein praktisches und sinniges Festtagsgeschenk ist die Bereitstellung des Gesamtwerkes auf den Jahresbeginn sehr günstig. Die zahlreichen bisherigen Vorausbesteller können wir auf diesem Wege benachrichtigen, dass der Versand ihrer Exemplare auf Weihnachten absolut gesichert ist. Allen andern Abonnenten empfehlen wir ebenfalls sofor. ^e Angabe des Bedarfes, um sie wenigstens auf Neujahr bedienen zu können. A Verlag Automobil-Revue Zürich Löwenstrasse 51 Bern Genf Breitenrainstr. 97 7, Rue de la Conf ederation

BERN, Dienstag, 17. Dezember 1935 Automobil-Revue, III, Blatt - Nr. 101 Weihnachtsli Seht das himmlische Kind! Uns allen Ist es einmal in das Herz gefallen. Nun wohnt es darin als in seinem Kleid, Trinkt das Leben mitSösse und.Bitterkeit Und weiss um den Quell aller Herrlichkeit; Und zittert der Leib einst vor dem Zerfallen, Lächelt es noch am Kreuz seiner Not, Noch im Tod, noch im Tod Zu leben, neu zu leben bereit. Emanuel von Bodman. Es weihnachtet Emil Hügli Von unseren christlichen Festen übt die Weihnacht noch einen ganz besonderen Zauber aus. Etwas davon strahlt ja schon aus seinem Namen, denn die Bezeichnung Weihnacht bedeutet nichts anderes als eben das Fest der geweihten Nacht, einer heiligen Nacht, die von ganz besonderer Weihe umgeben und durchdrungen ist. Mitten im tiefsten Winter, wenn draussen die Flocken wirbeln oder vom winterlich kaltblauen Himmel die Sterne funkeln, feiern wir das Weihnachtsfest, dessen Glanz sich im Gegensatz zu den düsteren, freudearmen Winternächten noch erhöht und uns doppelt und dreifach willkommen ist. Aber noch viel mehr gibt die innere Bedeutung des Weihnachtsfestes ihm seinen zauberischen Glanz und seine mystische Schönheit; denn es ist ja das liebliche Wiegen- und Geburtsfest desjenigen, der nach christlicher Auffassung auf die Welt gekommen ist, um die Menschheit zu erlösen. Und in tiefer Nacht erschien der Erlöser den Völkern, die in Finsternis gefangen waren. Gleich einer lichten Morgenröte zeigte die Geburtsstunde des Heilandes einen neuen Tag an, eine neue Zeit, für welche die Botschaft « Friede auf Erden und an den Menschen ein Wohlgefallen» gelten sollte. Wohl war die Geburtsstätte des Herrn nur ein ärmlicher Stall; aber hohes Mutterglück erfüllte und heiligte den Ort. Schon vor mehr als 700 Jahren hat der hl. Franz von Assisi das erstemal eine Krippe mit dem Christkindlein zur Weihnachtszeit in der Kirche aufstellen lassen, und dieser Brauch hat sich dann weit verbreitet-und auch in den christlichen Häusern Eingang gefunden. Und warum sollte man die Bedeutung des Weihnachtsfestes als eines geheiligten Geburtstages nicht auf diese Weise noch besonders hervorheben? Und wenn dann beim Lichterglanz des Christbaums das « Stille Nacht, heilige Nacht » oder ein anderes altes Krippenlied von hellen Kinderstimmen gesungen wird, so muss ein Abglanz des beseligenden Friedens selbst noch in der ärmlichsten Hütte aufleuchten. Es liegt gewiss auch ein tiefes Sinnbild darin, dass sich an der Krippe des Christkindleins Hirten und Könige trafen, dass die Aermsten wie die Reichsten, die Schlichtesten wie die Mächtigsten sich vor der geheiligten Macht der Liebe beugten und anbetend niederknieten. Aber dieses sinnvolle Geschehen muss auch zugleich ein Vorbild für die Menschheit sein, Vorbild und Mahnung, dass die Menschen — seien sie .niederen oder hohen Standes — sich immer wieder zusammenfinden sollten, wo es gilt, einem höheren Ziele Ehre, zu erweisen und ihm entgegenzustreben. Selbstsucht, Ehrgeiz, Stolz sollten auch die Höchstgestellten ablegen, alle Stände und alle Völker müssten sich wie Brüder die Hände reichen, wo es gilt, die gesamte Menschheit einem hohen Ideale näherzubringen. Alle Volksklassen, Bauer und Arbeiter, Gelehrte und Regierende usw., müssten sich nach der Lehre Christi überall zu finden wissen, wenn es darauf ankommt, unter den Menschen den Frieden zu fördern; denn eben die Weihnachtsbotschaft selber stellt als ein oberstes Ziel jenen « Frieden auf Erden » auf, der alle Menschen umfassen soll. Freilich — die christliche Lehre sagt es selber: Zu diesem Frieden kann allein die Nächstenliebe führen — eine Liebe, die auch noch dem Feinde entgegengebracht werden soll. Der Mensch soll lernen, zugunsten des Friedens-auf den Hass zu verzichten. Es ist auch eine besondere Weihe dieses Festes, dass es uns immer wieder lehrt, etwas von unserer Selbstsucht aufzugeben und nun viel mehr an die andern als an uns selbst zu denken; denn Weihnachtszeit ist ja wie keine andere sonst im Laufe des Jahres die freudige Zeit des Schenkens, des erfreulichen Bestrebens, andern Freude zu bereiten. Freilich, die Besitzlosen und Aermsten sind ja meist auch von dieser Freude, etwas schenken zu können, ausgeschlossen. Darum und in der Erkenntnis, dass die Religion Christi vor allem den Armen, den «Mühseligen und Beladenen », wahren-Trost bringen will, ist Mildtätigkeit und Hochherzigkeit wohl nie lebendiger und eifriger am Werke als beim Läuten der Weihnachtsglocken. Wenn alle Volksbeglücker und Menschenfreunde sich vornähmen: Nun wollen wir einmal etwas Rechtes, einen wirklichen Triumphzug der Mildtätigkeit und Barmherzigkeit in Victoria Photos (Zingg) Szene setzen — sie fänden nichts Besseres, Zweckmässigeres und Schöneres als das alte Fest der Tannenbäume, des Lichterglanzes, der Ueberraschungen, der Elternfreude und des Kinderglückes. Und so möge den* Menschen, allen Krisenzeiten zum Trotz, ein frohes Weihnachtsfest beschieden sein!