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E_1935_Zeitung_Nr.101

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14 Automobil-Revue —

14 Automobil-Revue — N° 101 Hansrat von beute Eine Weihnachtsausstellung. Während des Monats Dezember hält die Ortsgruppe Zürich des schweizerischen Werkbundes ihre Weihnachtsausstellung ab, der diesmal der Graphiker Pierre Gauchat einen heiteren Rahmen mit farbigen Wimpeln gegeben hat. Doch es strömt auch aus den ausgestellten Dingen Heiterkeit. So viele schöne Farben locken uns an Webereien, Keramik und andern Dingen, den milden Schein des Silbers nicht zu vergessen. Auch Photos, als Wandschmuck geeignet, ein künstlerisch wertvoller, figürlicher Gobelin von Maria Gertoe, ein gestickter Behang voll feinen Fabulierens von Lissy Funk- Düssel, einige Zeichnungen von Roshardt, Bühnenbilder von Pierre Gauchat gehen über die sonst gezeigten praktischen Arbeiten noch weit hinaus. Es ist aber ebenso wichtig, dass gerade für die Dinge des täglichen Gebrauchs wirklich begabte Leute tätig sind und die dort harrenden Aufgaben mit Formgefühl lösen. Dass dem so ist, zeigt sich schon daraus, dass einige Mitglieder des Werkbundes, die hier ausstellen, nicht bloss handwerklich arbeiten, vielmehr auch für die Industrie Muster ausführen und mitwirken, die Serienprodukte zu veredeln. Einen grossen Raum nimmt die Weberei ein. In Zürich arbeiten eine Anzahl Weberinnen, die hier erfreuliche Arbeiten ausstellen; sie zeigen kultiviert wirkende Diwandecken, Möbelstoffe, für Kissen und Tischdecken geeignete Gewebe, aber auch Kleiderstoffe und lustige Seidenkaros wie Echarpen. Schmucksachen in guter Form, Verstellbares Bettsofa (Mod. Wohnbedarf) Handwerklich tüchtiges, silbernes Kleingerät, einfache, gedechselte Teller und Ständerlampen, Bucheinbände und eine Menge Keramik in vielen schönen Farben und in guten Gebrauchsformen, wi»' figürlich bemalte Sachen, locken im Verein mit reizvollen Tieren die Beschauer an. Die zweite Ausstellung nennt sich «Hausrat von heute» und ist eine verkleinerte Wiederholung der Gruppe «Wohnbedarf» der im Juni hier besprochenen Basler Veranstaltung Land- und Ferienhaus. Wieder werden eine grosse Anzahl Elemente der Wohnungseinrichtung und der Hauswirtschaft gesondert gezeigt. Es wurde hiezu aus den Zürcher SOLIS-Heizkissen Noch eine dritte Gruppe befasst sich mit dem so aktuellen Problem des Wohnens. Eine Anzahl Schreinermeister hat hier ihre handwerklich ausgedas nüljüdie Weihnachts-Geschenk für die ganze Familie, in drei Ausführungen ab Franken 2t.— in Elektrizität:- und Sanitätsgeschäften erhlltlich. sohenke ich auf ST\. Detailgeschäften, gemeinsam von der Museumsleitung und dem Schweizerischen Werkbund, eine Auswahl schlichter, zweckdienlicher Dinge von verfeinerter Form zusammengetragen. Vieles ist schweizerisch. Einiges wurde ergänzungshalber aus der ausländischen Produktion ausgewählt, so die Kristall- wie die feuerfesten Gläser, dann einiges Tafelgeschirr. Es braucht zur Lösung zweckdienlicher Formen die Mitarbeit künstlerisch schöpferischer Kräfte, wie wir sie hier überall spüren. Denn irgendeine Verzierung auf eine an sich nicht vollwertige Form heften, genügt nicht, um ein Ding als Qualität auszugeben, mögen Material und Ausführung noch so gut sein. Die hier zur Schau gestellten Stücke kommen ganz ohne modische Zutaten aus; es wurde die einfachste, klarste Form für sie gesucht. Es ist wichtiger, dass ein Stuhl sich genau nach der Funktion des Sitzens richtet und dass diese Zweckmässigkeit gut ausgedrückt wird, als dass daran irgendwelche Verzierungen über mangelhafte Form wegtäuschen. Die Architekten des neuen Bauens haben mit der Industrie für die vielfach verkleinerten Wohnräume ganz neue Möbel und sonstiges Gerät geschaffen, das handlich, räum- und arbeitsparend ist, auch möglichst hell bleibt, wie Tapeten, Teppiche, Vorhänge und Möbel es hier sind, um das aus den neuen breiten Fenstern einströmende Licht nicht zu verschlucken. Bewegungsfreiheit will heute der Mensch; darum sollen Möbel nicht zu weit in den Raum hineinragen, auch nicht durch massive Formen das Ge- Kombinierter Schrank, geschlossen fühl der Massigkeit erwecken. Diesem Bedürfnis kommen beispielsweise die Fauteuils und Liegemöbel aus Stahlrohr sehr entgegen. Dieses erlaubt, dank seiner grossen Stabilität bei kleinem Querschnitt, seiner Elastizität und leichten Verstellbarkeit, ganz neue knappe Konstruktionen, die in keinem andern Material erreichbar sind. Seine Anwen- düng ist deshalb so wenig wie die niedrigen Schränke oder die hellen, ruhigen Tapeten eine Modesache. Alles Modische verleidet uns rasch; Mobiliar, aber auch Besteck, Tafelgeschirr, Gläser und Tischwäsche und andere Kleingeräte sind Dauerwerte, die wir nicht alle Vierteljahre wechseln- Sie sollen gar nicht auffallen, nicht anspruchsvoll sein. Denn Derselbe kombinierte Schrank, offen Zentrum des Hauses bleibt der Mensch, dem sich alle Gebrauchsdinge unterzuordnen und sich ihm durch zweckdienliche, kultivierte Formen angenehm zu machen haben. Dies lehrt die Schau «Hausrat von heute», die rein erzieherische Bedeutung hat und nicht mit Verkauf verbunden ist. IFiTBl Stützenloser Fauteuil, Mod. Embru führten Möbel ausgestellt. Sie zeigen, was das Handwerk heute technisch alles leistet. Sie greifen meistens zum Massivholz, das erfreulicherweise hell gelassen wird und sich mit schönen Masern und reinen Holztönen sehr anheimelnd präsentiert. Sie protestieren damit gegen die wieder aufkommende üble Manier, die Holzflächen mit einer «antik» wirkenden, sagen wir ruhig schmutzigen Patina zu überstreichen. Freude an den positiven Eigenschaften des Materials gehört auch zum Stolz des Handwerkers, wie er auf die Einzelanfertigung, die Stücke von wirklicher Zweckmässigkeit, nicht etwa von abwegiger, bizarrer Formgebung schafft, stolz sein darf. Leider herrschen über den Begriff des Individuellen noch recht unklare Vorstellungen. Aber es ist doch schon hier m dieser Ausstellung ein deutlicher Fortschritt zum einfachen, klaren Mobiliar gemacht worden, vielfach hat hig; die Zusammenarbeit mit dem schweizerischen Werkbund, der einigen Ausstellern gute Entwürfe vermittelte, klärend gewirkt. Dass selbst aus Stabellen, von schöpferischer Hand neu durchgeformt, praktische, bequeme Sitze werden können, sehen wir hier ganz deutlich. Einige gut konstruierte Tische, ein Schreibtisch mit eingebautem Kassenschrank, ein Toilettentisch mit verschiebbaren Platten, sind weitere, praktische, handwerklich tüchtige Leistungen. . E. Seh. Beim Weihnackts- Bereits mehren sich die Leute, die, mit Päckchen beladen, heimwärts eilen, die geschäftig den Läden entlang spazieren und zu Hause manchmal den Schlüssel hinter wohlvergrabenen Schachteln und Paketen umdrehen. Ganz reizvolle, bedruckte Papiere liegen in manchen ' Schaufenstern. Viele aber haben ihre Wahl noch nicht getroffen, sind unschlüssig, oder verschieben das Kaufen bis knapp vor Weihnachten, Noch Bequemere sagen sich: Neujahr ist auch noch ein Tag zum Geben — und umklammern ihre Fünfliber im Sack; ohnedies wird gegenwärtig das Geld ein paarmal umgedreht, bevor es auf den Ladentisch fällt. An Weihnachten sind alle gern wieder Kinder, spähen aus nach Ueberraschungen, freuen sich auf das Loslösen von Goldschnüren um ihre Gaben. Aber die Frauen haben immer noch ein Vorrecht, vor allem beschenkt zu werden. Sie nehmen dies als selbstverständlich hin, oft zeigen sie weniger Dankbarkeit als Männer, die im allgemeinen oft übergangen werden. Also nun einmal die Herren voran. Was können wir ihnen schenken? Gestickte Hauskappen dürften glücklicherweise der Vergangenheit angehören, dafür sfnd Reisemützen oder Skikappen beliebter. Es dürfte wohl heute alles, was mit dem Wintersport zusammenhängt, an erster Stelle stehen. Da denken wir an wärmende Unterkleidung, an Skisocken und kräftige Sportstrümpfe, an Skianzüge und alle einzelnen Ausrüstgegenstände, wie Windjacken, Halstücher, Fäustlinge und sonstige praktische Handschuhe, aber auch an die heute vielfach aus Leichtmetall hergestellten, farbigen Skistöcke, an Skis natürlich und an die Schuhe, die Anfang und Ende jedes richtigen Sportbetriebes sind. All diese Dinge werden heute in der Schweiz hergestellt, die Kleider aus schweizerischen Stoffen. Es handelt sich dabei um Spezialgewebe von hoher Dauerhaftigkeit. Neben den eigentlich sportlichen Dingen sind es feine Unterkleider, Socken, Strumpfhalter, Herrenhemden, wovon wir die Modelle mit den Permastyffkragen und die neuen Lapellahemden erwähnen. Ferner feine Popelines und waschseidene Hemden, die sich nach der letzten Mode richten, was ja auch die gestreiften Pyjamas, die Herrenmorgenröcke und die verschiedenen Westen tun. Krawatten sind ein so beliebtes Weihnachtsgeschenk, dass wir davon gar nicht zu reden brauchen. Es gilt dies auch für waschlederne Handschuhe, für Hüte, Halstücher und Taschentücher. Stöcke, schöne Schirme, vornehme Hüte, selbst Pelzkragen und Pelzfutter oder Lederjacken gehören ebenfalls zu den dankbaren Geschenken. Von Anzügen und Mänteln dürften Hausjoppen, ferner Knickerbockeranzüge und — für die Festzeit — Gesellschaftsanzüge und elegante Paletots am meisten angebracht sein. Auch Herren lassen sich gerne Parfüms wie Seife schenken und namentlich sind sie immer bereitwillige Abnehmer für Trocken-Rasierapparate, Radios bereiten Herren wie Damen allgemein Freude. In Photogeschäften lassen sich handliche Apparate, Filme und Albums für Aufnahmen finden, die jedem Freude bereiten. Endlich denken wir an Uhren, an schöne Siegelringe mit Wappen oder Monogrammen, an silberne und goldene Bleistifte, Zigarettenetuis, wie Uhrenketten zum Abendanzug. Manche Geschenke, die schon erwähnt sind, passen auch für die Damen; sie sind ebenso eifrige Sportlerinnen, sie lieben das Radio und photographieren eifrig auf Touren und zu Hause. Es gibt ja immer eine Menge Neuheiten und Verbesserungen, die sich als Geschenke eignen. Alles, was Mode angeht, interessierte die Frauen. Mancher Wunsch wird auf Weihnachten gespart. Also neue Skianzüge, und zwar einmal einen hellfarbigen, oder ein Kostüm mit beigefarbener Hose und einer farbigen Jacke dazu. Das halbwollen« Skihemd, in Ecossais am schicksten, und Garnituren, aus Socken, gestricktem Schal und Mütze bestehend, sind aktuell. Gelegentlich darf es auch eine Windjacke sein, oder eine Jacke aus Leder, mit Lammfell gefüttert, ledergarniert. Wenn nicht zu einer Seehundjacke oder einem verkürzten Mantel aus schönen Fellen gegriffen wird, die sportlich wie für andere Zwecke passend erscheint. Gerade diesen Winter sehen wir wieder viele Trikotkleider, die adrett, praktisch und warm sind, Kostüme mit abstechenden Westen kleiden ganz ausgezeichnet wie schicke, phantasievolle Blusen, die zum Tee getragen werden. Aber die sportlich gehaltenen Trotteurhüte gehören auch dazu. Sie bestehen aus weichen Filzen in schönen Farben. Sollte es aber ein schickes Nachmittagskleid sein, dann dürfen die kleinen Phantasiehüte mit Schleierchen nicht fehlen, wie es allerlei Diademe aus Lam6 für abends gibt. Abendkleider, wie schicke Nachmittagstoiletten, rufen nach den Pelzen, nach Füchsen und Stolen aus Marder und Zobel, nach verkürzten Mänteln aus Indisch - Lamm, Buenosbreitschwanz und dem Seehund als Modepelz, auch Bisam, Nutria und natürlich Persianer und ähnliches Pelzwerk dienen hiezu. Gerne setzen wir ja auch Pelze auf schöne Wintermäntel, schon die sportlichen sehen damit ausgezeichnet aus. Mäntel in eleganten, schweren Tweeds, in Rodierstoffen und in feinen, weichen Geweben für nachmittags sind ebenfalls willkommene Gaben, wie Seidenblusen, Kostümröcke, elegante Nachmittags- und Abendkleider, Samtmäntel nicht zu vergessen. Dann sind Schuhe zu erwähnen; nicht bloss Sportschuhe, aber doch sicher Schlittschufistiefel wünschen sich viele; auch er ist heute in stumpfem, aufgehelltem Leder wie in Schwarz und Braun erhältlich. Dann haben wir zweifarbige Skistiefel, die zum Promenadeanzug gehören. Und das ganze Heer zierlicher Nachmittagsschuhe, eleganter Abendsandalen und Pumps, die gerade für die Festzeit nötig sind, wie die dazu passenden, feinen Strümpfe. Damen lassen sich gerne allerlei Kleinigkeiten schenken, wie Körbchen, schöne Teetücher, Porzellan, keramische Gegenstände. Aber auch weiche Teppiche, Kissen, Badevorlagen und anderes für den Haushalt. Hier erwähnen wir auch handgetriebene und gehämmerte Gegenstände aus Razutal, dann Silbersachen, vor allem Schalen und Besteck. Tischwäsche, elegante Bettwäsche, Taschentücher und schöne Frottiertücher interessieren die Hausfrau. Gerne setzen sich Frauen auf einen bequemen Polsterstuhl, um zu lesen und dem Radio zuzuhören. Auch dafür ist gesorgt und es gibt heute aus diesem Bereich wirklich praktische, gediegene Erzeugnisse. Mit einem derartigen Geschenk erfreuen wir auch die männlichen Hausgenossen, die es sich auf die Feiertage gerne gemütlich machen. Und wenn man etwas erkältet ist, bedient man sich zu Hause gerne des Solis-Heizkissens, Wirklich festlich sind all die echten Antiquitäten, wie getriebenes Silber, bemalte Dosen, altes Porzellan, ferner Stoffe für Kissen und Wandbehänge, dann Möbelstoffe und allerlei Kleinmöbel, Tische, Stühle samt zierlichen Kommoden, und überdies gehören alte Schränke und wuchtige Tische samt Sofas hierher. Es wäre eine famose Idee, Ihren Herrn Gemahl mit einem Bedarfsartikel für seine Winterfahrten zu überraschen, das wäre ein unerwartetes und daher sehr effektvolles Geschenk. Denken Sie z. B. an jene wärmespendenden Katzenpelz-Schuhe, die jetzt so beliebt sind, oder an eine mollige Auto-Decke und Sie

N°101 — Autotnobti-Revu, 15 brauchen gar nicht viel tiefer in den Geldbeutel zu greifen, wenn Sie Ihren Gatten mit einer guten Autoheizung, Shihaltem am Wagen oder tonst einem von den vielen praktischen und notwendigen Winterausrüstungsgegenständen für das Auto erfreuen wollen, die in den Fachgeschäften für Sie bereit liegen. Das sind hervorragend praktische Angebinde von grösstem Wert. Wenn Sie dabei den leiblichen Genuss auch noch zu seinem Rechte kommen lassen, etwa mit einer Schachtel Zigaretten oder einem guten Tröpfchen für den Gaumen, dann sind Sie ein Weihnachtsengel, wie man sich ihn nicht besser wünschen kann. Wer die Wahl hat, hat meist auch die Qual. Letztere wollen wir Ihnen abnehmen, indem wir Ihnen in hübscher Ordnung die besten Ideen zu Weihnachtsgeschenken für Ihre Liebsten der Reihe nach aufzählen. Damit werden Ihnen die guten Einfälle wie am Schnürchen kommen. Als zugehörige Bezugsquellen führen wir Ihnen diejenigen Geschäfte an, die sich dem Autopublikum das ganze Jahr hindurch Neben der modernen Sachlichkeit in der Wohnkultur findet auch der wuchtige Braistschrank, wie ihn die Grossmutter in die Ehe brachte, Liebhaber. (Modell A. Giese, Zürich.) Die Weihnachtsfeier zu Ruchenstein Auch am heurigen letzten Sonntag vor dem heiligen Abend veranstalteten die Schulbehörden von Ruchenstein im Gemeindesaal eine Weihnachtsfeier mit Lichterbaum, Gesangsvorträgen, Rezitationen und Bescherungen an Armeisutekinder. Seit undenkbaren Zeiten erschienen zu dem Anlass nicht nur die Schüler, sondern ebenso freudig die Eltern, der Gemischte Chor und der Frauenverein. Ansprachen hielten alter Uebung gemäss der Gemeindeammann, der Pfarrer und die Präsidentin des Frauenvereins, die zum Abschluss der Feier überdies die Verteilung der Gaben an die Bedürftigen vornahm, alles sehr nützliche, sehr willkommene Geschenke: Hemden, Lismer, wollene Strümpfe, Schuhe mit zolldicken Holzböden, Taschentücher, Fausthandschuhe —, wer sollte sie aufzählen, die Dinge alle, die manches Augenpaar zum Aufleuchten und Schimmern brachten. Es war soweit in Ordnung, dass Brandis, der mühelos an dor Spitze seiner Klasse marschierte, ,diesmal als Knecht Ruprecht auftrat. Lehrer Gloor ' hatte den Einfall gehabt, ein Weihnachtsgedicht von Theodor Storm herauszuschreiben und es bei einem zufälligen Besuche auf Egg dem Schüler Peter zum Auswendiglernen aufzugeben. Auch die übrigen Vorbereitungen waren in aller Heimlichkeit vollzogen worden. Alles war auf gutem Wege, alles klappte bis ins Kleinste. O, eine Ueberraschung sollte es worden, grossartig improvisiert, über alle Nörgelei erhaben; passt auf, ihr Ruchensteiner. Der ersehnte Sonntagnachmittag war da. Als klein und gross im Gemeindesaal vollzählig versammelt war, als die Kerzen in Brand gesteckt wurden und Ruhe eintrat, pochte es draussen an die Tür, und über die Schwelle trat zum Entsetzen der Unterklässlor Knecht Ruprecht, angetan mit schwarzer Kapuzenpelerine, in struppigem Kinnbart, der an der Spitze ein wenig ins Gelbliche und Bräunliche meliert war, wie fein angerauchter Meerschaum, und mit bolzgerad abstehendem Schnurrbart, an dessen Enden mon Erdbeeren hätte aufspiessen können. Ueber seine Schulter baumelte ein grauer Sack, der Schrecken der Unfolgsamen. Gemessenen Schrittes, mit dem Knüppelstock polternd, näherte sich der Ungeschlachte dem Lichterbaum, musterte die Runde mit rollenden Augen und sprach im Landsknechtfon: «Von drauss 1 , vom Walde, komm' ich her; Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehrl Allüberall auf den Tannenspitzen Sah ich goldene Lichtlein sitzen; Und droben aus dem Himmelstor Sah mit grossen Augen das Christkind hervor. Und wie ich so strolcht' durch den finstern Tann, Da rief's mich mit heller Stimme an: «Knecht Rr^recht,» rief es, «alter Gesell, Hebe die Beine und spute dich schnell! Die Kerzen fangen zu brennen an, Das Himmelstor ist aufgetan.„.» Knecht Ruprecht machte eine Atempause. Alles war gut gegangen bis hieher, er hatte seine Sache ausgezeichnet gemacht, namentlich die sichere Betonung hatte alle in Bann geschlagen. Peter wollte begeistert weiterfahren. Ungeschickterweise kam es gerade in diesem Augenblick zu einer kleinen Störung. Eine Frau, die wissen wollte, welchen Hexenmeister von Rezitator sie vor sich habe, bückte sich zu einem Knaben herab und fragte ihn flüsternd nach der Person des Himmelsknechtes. «Der Brandis,» wurde, ihr zur Antwort. «Der Peter Brandis ab Egg.» «Der Brandis, so? Der Uneheliche, soso, der?» O, es war durchaus keine böse Absicht dabei, es war der guten Frau nur so entfallen, sie hätte das in ehrlichem Erstaunen allzu hörbar Herausgesagte letzt wohl gern zurückgenommen. Aber es war zu spät, das Unglück war bereits geschehen. Peter hatte die Worte aufgeschnappt, sie arbeiteten und bohrten schon in ihm. Und da stand er nun mit seinem Knotenstock, in seinem ungeheuren Bartgeflecht; er stand da und schluckte an dem Gehörten; er wollte das Gedicht wieder aufnehmen, aber er stolperte über die Verse, er versuchte es von neuem, alles vergeblich, dann setzte er endgültig ab. Betretene Stille, knisternde Spannung im Raum. Der kleine, struppige Knecht Ruprecht, der mit seiner Rezitation so prächtig im Zuge gewesen wäre, lässt Stock und Sack zu Boden fallen, reisst sich die Pelerine vom Leib, schmeisst sie weg, wirft ihr Kinn- und Schnurrbart nach: «Da, da und dal — fort mit dem ganzen Plunder!» und läuft aus dem Saal. IDeihnachten Leise fallen feine Flocken Durch die stille Winternacht — Da, auf einmal läuten Glocken Wie ein jubelndes Frohlocken, Und es dröhnt und braust mit Macht. Hohe Botschaft will uns werden Aus der Kufer ehr'nem Mund: « Frieden! Frieden rings auf Erden, Allen Hirten* allen Herden Frieden auf dem Erdenrund!» Und nun jauchzt ein Kindersingen Wie erfüllt von Seligkeit, Um sich mit der Glocken Klingen Bis zum Himmel aufzuschwingen: « Freue dich, o Christenheit! » Ja, dass sich ein jeder freue, Dem die Botschaft ward gebracht! Auf dass Frieden ans gedeihe, Spend' uns deine volle Weihe, Weihnacht, hoch geweihte Nacht! Emil Hügli. Eine kleine Störung, entschuldigt schon, das kann geschehen. Der Gemeindepräsident springt in die Lücke, er setzt kaltblütig zu seiner Rede an und rettet die Ruchensteiner Weihnachtsfeier grossartig über die Verlegenheit hinweg. Aus dem Roman «Der Vater» von Otto Zinniker (Verlag A. Francke, A.-G., Bern). und auch auf die Festtage hin angelegentlich empfohlen halten, ohne Ausnahme bestbektnnt* Geschäfte mit reicher Auswahl, gleich leistungsfähig für bescheidene wie für die verwöhntesten Ansprüche. Die Liste ist ein guter Wegweiser für Ihr* Weihnachtseinkäufe: Uhrem, Bijouterien, Gold- and Sübanvarent Hafe, Zürich Carjell, Zürich Spitubarth-Grieb, ZSrlck Pelze: ' Wllh. Geiger, Zarich Kuhn-Hofmann, Zürich Oetiker, Zürich Geiger & Hutter, Zürich Hcrremnod«: Fein-Kailer, Zürich Geiger & Hutter, Zürich' Herrenkonfektion! PKZ Burger-Kehl «r Co. (in allen tfross. SUdten) Konfektion Bovet, Zürich Dam«nmode: H. Brändti, Zürich Müller, zur Sommerau, Zürich Peter, Zürich Jelraoll S.A., Zürich Blumen vtrsandi Blumenhaus Panella, St. Gallen Toilettenartikel: Outdoor-Girl-Produkte (in allen guten Fachgeschäften) W. Poppitz, Baselaugst , Schuhe und Spesialschtthes Weibel-Furter, Zürich Sport- und Autobedarfs Gennheimer, Zürich ' Ferner, Güdel & Cie., Luzen Riemen- und Lederwarenfabrik A,'G., Menwken Erismann & Badertscher, Luzern Trieotagen: Gautschi-Kuhn, Zürich Montreux-Knitting, Zürich Teppiche und Leinenwaren: K. Lledl, Zürich Kunstgegenstände und Möbels Muralto Innenarchitektur, Zürich Berberich. Stilmöbel, Zürich A, Giese, Sevsrin-Rohrmöbel, Zürich China-Waren: Kunze-Rihm, Zürich Photoartikel: Fotopan, Zürich Gimmi & Cie., Zürich Radio; PhlHps Auto-Radio und Radio Musikhaus Eiber, Zürich Simon & Co., Zürich Renaud & Cie., Neuenburg Haushaltartikels Siquin-Dormann, Zürich Theodor Meyer, Bern W«lne, Spirituosen: Zried & Co., Zürich-Wollishofea Run Company Ltd., Basel Kurt Detnme, Bern Fred Navazza, Gen&ve WaHen: W. Glaser, Zürich Pharmazeutische Produkte: Dr. Wild & Cie., Basel Autobedari: Orion, Zürich Handarbeiten: «Primavera», Zürich Schönheitipflejjej Institut Dorette, Zürich Alice Sutter, Zürich Seit DAS HAUS FÜR FEINE TRICOTAGEN Jahren kaufen Sie Spirituosen Liköre Weine Himbeersirup Orangeade im Vertrauenshause Für Franken ZÜRICH 1 K. DEMME, BERN vorm. Demme& Krebs, AG. Dalmaziweg 43 Telephon 21.887 Franko-Lieferun* oder ftuf Kredit: ^ Fr. 16.40 In 1t Monat jr«Un { Fr,X3.«oinUMdR>ttrattn/ MEDIATOR 0 Röhren-Apparat «ohr groaaar Empfanaabarelah Verbauert« Super-Oktodo. 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X» An den Sonntagen vor Weihnachten nachmittags geöffnet.