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E_1935_Zeitung_Nr.103

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strukteur heute ganz

strukteur heute ganz besonders im Vordergrund steht. Die Wirtschaftlichkeit. Der Laie ist der Meinung, dass die Wirtschaftlichkeit einfach davon abhängt, dass der Motor möglichst wenig Brennstoff verbraucht. Diese Ansicht ist deswegen höchst unrichtig, weil es unter allen Umständen notwendig ist, das Fahrzeug mit einer gewissen Geschwindigkeit anzutreiben und ausreichend zu beschleunigen. Dazu ist unbedingt eine gewisse Mindeststärke des Motors erforderlich und selbstverständlich auch ein gewisser Mindestverbrauch. Dieser liegt beim alten Standardfahrzeug im besten Fall bei etwa 14 Liter für 100 km Wegstrecke. Verwendet man einen schwächeren Motor, so ergibt: sich keine nennenswert günstigere Wirtschaftlichkeit. Vor allem sinkt der Kraftstoffverbrauch nicht proportional mit der Abnahme der Bremsleistung des Motors, denn der schwächere Motor wird natürlich bei gleichem Wagengewicht zur Erzielung einer ausreichend flotten Fahrt mit viel mehr Gas gefahren als der stärkere Motor. Des weiteren hängt die Wirtschaftlichkeit des Fahrzeugbetriebes keineswegs nur von dem Ausmass des Benzinverbrauches ab, sondern sehr wesentlich auch von den Reparaturkosten und der Lebensdauer der Fahrzeugteüe, weil diese letztere die einzusetzende Amortisationsquote bestimmt. Und dass ein Motor, der ständig mit Vollgas gefahren wird, mehr Reparaturen erfordert und rascher dienstuntauglich wird als ein solcher, der kraftvoll genug ist, dass man ihn nur sehr selten ganz ausfahren muss, bedarf keiner besonderen Darlegung. Die Wirtschaftlichkeit des Betriebes lässt sich also bezüglich des Motors nur insoferne beeinflussen, als es gelingt, bei gleicher Motorleistung einen geringeren Verbrauch zu erzielen. Das ist im Laufe der letzten Jahre gelungen, und die erzielten Resultate sind zweifelsohne sehr wertvoll. Entscheidend sind sie aber für die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des Motorfahrzeuges nicht. Erst wenn es gelingt, leichtere Fahrzeuge zu bauen, die dann natürlich mit einem kleineren Motor im Fahrbetrieb genau dasselbe, ja vielleicht noch mehr leisten als schwere Wagen mit stärkerem Motor, ist für die Verbilligung des Fahrzeugbetriebes ein entscheidender Schritt getan. • Und dieser Fortschritt ist tatsächlich erreicht worden; und zwar in Europa. Leichte Wagen, Klein- und Kleinstwagen hat es natürlich schon länge gegeben. Aber das waren nur «Auch-Autos». Viele sagten: Lieber nichts als ein solches Vehikel. In den Steigungen ging es in Schrittgeschwindigkeit, wenn nicht einer aussteigen musste. Und auf schlechter Strasse musste man Angst haben, dass das Fahrzeug entzweibreche. Von einer Bodenhaltung und Kurvenlage natürlich keine Spur. F E U I L L E T O N Blumenhölle am Jacinto. Urwalderlebnis. Von Ernst F. Löhndorff. (20. Fortsetzung) Kaleidoskopartig flimmert diese Jugenderinnerung an meinem geistigen Auge vorbei, alles im Bruchteile einer Sekunde, als Hendersons Waffe in selbstmörderischer Absicht nach seiner Schläfe fährt. Mein rechter Fuss holt aus, der Kick eines Exfootballers — o wie lang ist's her! — trifft den Amerikaner voll und ganz in die linke Kniekehle. Wie ein Baum kracht er aufs Gesicht, die Waffe entlädt sich, ohne Schaden anzurichten, und fliegt weit ins Gras. Schon bin ich über ihm, betrachte ihn voll ängstlicher Hoffnung, aber er ist wütend wie ein Teufel. Mord leuchtet aus seinen Augen, der Mund geifert unflätige Schimpfworte. Ich bin sehr kräftig, aber was nützt mir das gegen den Riesenzorn eines Tobsüchtigen? Und die zwei Indianer? Die hocken stumm da und glotzen mich aus aufgerissenen Augen an. Schnell den grossen Coltrevolver vom Gürtel, umgedreht und damit auf Hendersons Schädel geschlagen! Noch einmal, denn er strampelt gewaltig. Das ist heute anders. Das Problem des Kleinwagens wurde von der Federungsseite her gelöst. Die Schwingachse, besonders wenn sie für die Vorder- wie für die Hinterräder verwendet wird, ermöglicht erst den wirklichen Leichtbau des Automobils. Und eine geschickte Platzausnützung sowie raumsparende Bauteile — beispielsweise die Rohrsessel — sorgen dafür, dass man auch im Kleinwagen heute zu viert sehr bequem grosse Fahrten unternehmen kann — infolge der tiefen Sitzanordnung, der guten Federung und der ausgezeichneten Strassenlage sitzt man heute sogar in diesen kleinen Wagen bequemer als in den grossen Kisten des vergangenen Jahrzehnts. Der einheitliche < Wurf». Durch die vorstehenden Darlegungen soll nachgewiesen werden, dass es sich niemals oder nur selten darum handelt, bei Teilen des Automobils Sonderlösungen zu finden. Eines hängt vielmehr vom andern ab. Man muss sich merken: Das Ganze ist nicht stärker als der schwächste Teil. Versagt auch nur ein kleines Teilstück — was hilft es, wenn in allen andern Punkten Ideallösungen, erzielt wurden? Wenn wir den heute besonders aktuellen wirtschaftlichen Kleinwagen als Beispiel für die Erklärung der Wechselseitigkeit der Konstruktionslösungen herangezogen haben, so sagt dies nicht, dass heutzutage nur der Kleinwagen fortschrittlich sei. Keineswegs! Wir haben in allen Klassen zahlreiche Wagen, deren Konstruktion einen wirklich grossen Wurf bedeutet, die absolut einheitlich und harmonisch aufgebaut sind. Worauf es also ankommt, ist, dass wir jedes einzelne Konstruktionsdetail unter dem Gesichtswinkel des Gesamten, des ganzen Wagens betrachten. Wir können nicht von Motorleistungen sprechen, ohne das Uebersetzungsverhältnis der Kraftübertragung, die Abstufung der einzelnen Getriebegänge und das Wagengewicht zu berücksichtigen, wir dürfen nicht die Neukonstruktion im Getriebebau unter die Lupe nehmen, ohne gleichzeitig zu prüfen, wie die Kupplungsfrage gelöst wurde (und umgekehrt), wir dürfen nicht am Uebersetzungsverhältnis der Lenkung Kritik üben, ohne die Reisegeschwindigkeit, das Gewicht und den Verwendungszweck in Erwägung zu ziehen. Alles greift ineinander. Mag der einzelne Teil, für sich allein betrachtet, noch so ideal erscheinen, wenn er mit dem übrigen Wagenbau nicht harmoniert, so liegt eben eine Fehlkonstruktion vor. ., --~ Diese allgemeine Erörterung musste vorausgeschickt werden, bevor wir uns in den folgenden Ausgaben mit den einzelnen Teilen des neuzeitlichen Automobils beschäftigen. DIE PROBE AUFS EXEMPEL Fortsetzung von Seite 1. Der Steuerausfall, der damit den Kanton trifft, beträgt genau berechnet Fr. 232 076.20. Nun ist aber zu berücksichtigen, dass es im Kanton Bern insgesamt 10 500 Automobilbesitzer gibt und sich somit an der Umfrage nur etwas über 27 % beteiligt haben. Es ist ohne weiteres anzunehmen, dass die Verhältnisse bei allen Automobilbesitzern ungefähr dieselben sind, weshalb vorauszusehen ist, dass von den rund 14 000 Automobilen im Kanton Bern etwa die Hälfte, d. h. zirka 7000 ausser Betrieb gesetzt werden. Allein an Automobilsteuern beläuft sich voraussichtlich Jetzt streckt er sich seufzend aus. Ach, ich habe doch -nicht etwa meinen Fieund, der mich aus den Klauen der Walfischfrau befreite, getötet, nur weil ich helfen wollte? Hei, der Puls geht regelmässig. Uno, Dos, was stiert ihr so? Ihr seid gut zum Rudern, zum Pfadbahnen und Lastentragen. Aber das ist alles. Seht her nun, wie ein weisser Mann einem andern in eurem herrlichen, gottverdammten Lande hilft. Seht her, sage ich! Das Besteck aus der Kiste gerissen, eine Lanzette heraus, das Fett davon abgewischt. Jetzt her mit dem Arm, Henderson! Gut ein halbes Dutzendmal steche ich an der unrechten Stelle ein, denn ich bin kein Arzt, aber endlich finde ich die Ader, und nun läuft das Blut. Langsam, dickflüssig, alsdann rascher, quillt es rot aus der winzigen Wunde. Henderson schlägt die Augen auf, schaut mich verwundert an, lächelt verständnisvoll: «Amok gewesen? Tolle Tricks probiert, he? Well, ich habe die Ahnung, dass ich wieder bei mir bin. Binde ab, schätze ich, zuviel Blut habe ich nicht!» Schleunigst unterbinde ich das Gelenk, betrachte ihn aber noch misstrauisch, bis er poltert: «Na, glaubst du's nicht? Lass die Boys Tee kochen, nachher wollen wir darangehen, jene Blumen zu untersuchen. Und ich habe die Meinung, dass wir morgen nach Hause paddeln. Remate de Males!» AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 27. DEZEMBER 1935 — N° 103 der Ausfall auf 800 000 Fr. Dazu kommen noch die Stilllegung von Motorrädern sowie der Ausfall an Qebühren für Bewilligungen, was vorsichtig gerechnet im Total 1 Million Franken an Mindereinnahmen für den Kanton Bern ausmachen wird. Auf Grund dieses Resultates in einem einzigen Kanton muss leider festgestellt werden, dass die Voraussagen, die anlässlich der letzten Erhöhung des Benzinzolles gemacht wurden, restlos in Erfüllung gehen werden. Der Bundesrat hat damit gerechnet, dass nach dieser Erhöhung des Benzinzollansatzes eine Zollmehreinnahme von 16 Millionen Franken erzielt werde. (Damals wurde bereits darauf hingewiesen, dass diese Rechnung völlig falsch sei, indem unweigerlich der Brennstoffkonsum stark zurückgehen werde, weshalb der Bundesfiskus froh sein könne, wenn er gleichviel einnehme wie vor der Zollerhöhung. Von verschiedenen Seiten wurde allerdings gesagt, dass es sich hier um demagonische Uebertreibungen handle. Leider werden die Warner recht behalten. Aus dem Benzinzollhandel wurde dieser Tage gemeldet, dass im November 1935 der Benzinkonsum rund 20 Prozent geringer sei als im gleichen Monat des Jahres 1931, dem Stichjahr für die Höhe der Einfuhrkontingente. Dabei mussten in den Jahren 1932—1934 immer Zusatzkontingente gewährt werden, da der Konsum grösser war als im Jahre 1931. Und-heute müssen wir bereits feststellen, dass der Verbrauch um 20 Prozent geringer geworden ist als 1931. Es wird ferner berichtet, dass der Rückgang im Brennstoffkonsum ab 1. Januar 1936 ganz katastrophalen Umfang anzunehmen drohe, indem ein grosser Teil der bisherigen Benzinabnehmer keine Käufe mehr tätige. Würde es nach der Meinung des Bundesrates gehen, so musste der Benzinzollertrag des Jahres 1935 rund 56 Millionen Franken betragen im Hinblick auf den Ertrag von 48 Millionen im Jahre 1934. Denn die Benzinzollerhöhung ist ziemlich genau ein halbes Jahr in Kraft und musste gemäss Botschaft des Bundesrates bereits eine Mehreinnahme von 8 Millionen Franken abwerfen. Man darf auf die Veröffentlichung der Zahlen für das Jahr 1935 gespannt sein, wobei man heillos froh sein kann, wenn der Benzinzollertrag gegenüber* 1934 nicht zurückgegangen ist. Ausserdem ist noch; zu- berücksichtigen, dass die eigentlichen Wagenstillegungen-erst mit Beginn des nächsten Jahres richtig zur Auswirkung gelangen werdend Zusammenfassend darf festgestellt werden, dass mit der heutigen fiskalischen Belastung des Automobfe'der Boden überspannt wurde. Die Behörden haben hier sorglos ,- ein Experiment gewagt, das dem Land viele Millionen Franken kosten wird und eine unverantwortliche Steigerung der Arbeitslosigkeit mit sich bringt. Leider ist die Tatsache, dass jedes stillgelegte Motorfahrzeug einen Menschen um Arbeit und Brot bringt, auch in unserem Lande ein unumstössliches und grausames Gesetz. In Deutschland und Oesterreich musste diese bittere Erfahrung schon vor Jahren gemacht werden. Man wollte es aber bei uns wieder einmal besser wissen, und den Schaden muss unsere Volkswirtschaft tragen. Man kann sich nur fragen, wie lange es noch gehen muss, bis hier auch eine bessere Einsicht zum Durchbruch kommt. Behaglich stöhnend wälzt er sich auf die Seite,- verlangt nach seiner Pfeife, flucht dann gutmütig über zwei taubeneigrosse Beulen, die auf seinem Kopf anschwellen. Ich lege ihm rohes Affenfleisch darauf, sage den Indianern, sie sollen Tee kochen, und klettere in meine Hängematte. Denn ich sass vier volle Tage und Nächte zusammengekauert in einem Kanu, das bei der geringsten Bewegung umzukippen drohte. Als wir das höher gelegene Sertaoufer ansteuerten, waren wir beiden Weissen nicht mehr imstande uns aufzurichten oder auszustrecken, Uno und 'Dos trugen und wälzten uns mit vieler Mühe an Land, wo wir krumm wie Igel, vor Schmerzen fluchend, lange Zeit vor dem Feuer lagen und erst nach geraumer Zeit ein Glied nach dem andern bewegen konnten. Darauf bekam Henderson einen Fieberanfall, und als dieser vorüber war, sank er in jene seltsame, furchtbare, allen Wüstenwanderern, Dschungelabenteurern und Arktisforschern bekannte Verfassung, die einer ungeheuren, seelische Einsamkeit entstammt. Eines Fussballkicks, zweier brutaler Hiebe mit dem Revolver und eines ungeschickten Aderlasses bedurfte es, um Henderson wieder zum Menschen zu machen. Ich spähe nach ihm hinüber. Ja, er ist allright. Mit sichtlichem Qenuss raucht er seine Pfeife und schaut den am Feuer beschäftigten Inr dianern zu. Ich kann also ruhig ein wenig schlafen! Und in müder Hoffnung betrachte 'sfischer Motorenbau mit Musik. Die Standard Motor Company in Coventry hat in einigen ihrer Werkstätten den Versuch gemacht, die Arbeitslust der Belegschaft durch Musikbegleitung zu heben. Zunächst wird morgens und nachmittags je eine Stunde lang ein Programm von Grammophonplatten gespielt. Die Neuerung hat sich so gut bewährt, dass die Gesellschaft in allen Räumen, wo der Lärm der Maschinen nicht die Musik übertönt, Lautsprecher anbringen wird. Neuer Schwerolvergaser mit mechanischer Zerstäubung. Einem italienischen Erfinder gelang die Konstruktion eines Zerstäubers für Schweröle, der einen solch feinen Brennstoffnebel ergibt, dass seine Verbrennung im Motor restlos erfolgt. Zum Anlassen und Anwärmen ist ein Benzinvergaser auch bei kaltem Motor nicht nötig. Der ganze Vergaser besteht im Prinzip nur aus einer von der Nockenwelle angetriebenen Brennstoffpumpe, die das Schweröl in einen federbelasteten Behälter drückt, woraus er als feiner Nebel unter einem Drucke von etwa 17 Atmosphären durch eine ganz feine Düsenbohrung austritt. Mit diesem Apparat wurden verschiedene marktgängige Motorentypen ausgerüstet, wobei recht beachtenswerte Resultate erzielt wurden. Selbstverständlich kommen nicht die hohen Verdichtungsdrücke des Dieselmotors zur Anwendung, so dass natürlich der Wirkungsgrad auch bei vollständiger Verbrennung dem des Dieselmotors nicht gleichkommt. Dafür ist der Zerstäuber so einfach in seinem Aufbau, dass er grosse Betriebssicherheit und lange Lebensdauer verbürgt. Prämiierung kriegsgeeigneter Motorfahrzeuge. Der polnische Ministerrat hat den Entwarf einer Verordnung über die Prämiierung für Kriegszwecke geeigneter Motorfahrzeuge beschlossen. Danach sollen alle nach dem Inkrafttreten dieser Verordnung registrierten Motorfahrzeuge, denen von den Militärbehörden bestätigt wird, dass sie den besonderen Anforderungen der Landesverteidigung entsprechen, prämiiert werden. Die vor dem /n* krafttreten der Verordnung registrierten Fahrzeuge, für welche die entsprechenden Bestätigungen beigebracht werden, sollen aus dem Strassenbaufonds prämiiert werden. Die Anforderungen der Landesverteidigung, die Höhe der Prämien und die Art und Weise ihrer Auszahlung soll im ersteren Falle der Kriegsminister, im zweiten Falle der Kriegsminister im Einvernehmen mit den Ministern für Verkehr, Finanzen und Industrie und Handel im einzelnen festsetzen. Die Weltpetroleumproduktion. Nach amerikanischen Schätzungen stellt sich die Erdölproduktion der Welt iär das laufende Jahr auf 1,67 Milliarden Fass (Barrels) gegenüber 1,56 Milliarden im Vorjahre, 1,45 Milliarden 1933 und 1,35 Milliarden Fass 1932. An der diesjährigen Produktionssteigerung sind vornehmlich die Vereinigten Staaten von Amerika, Venezuela, Mexiko und namentlich auch Irak beteiligt. ich die bunten Orchideen, die überall in der Runde an den Bäumen hängen oder um die Füsse alter Stämme ranken. So schlafe ich ein, und die Wassernebel verschwinden bereits vor dem feurigen Angriff der Sonne, als ich die Augen von neuem öffne. Das Lager ist ruhig. Henderson begrüsst mich freudig und deutet auf das Capybara, dessen abgezogener, einen leisen Moschusgeruch aushauchenden Körper, auf einen Pfahl gespiesst, am Feuer röstet. Ueber den Vorfall des letzten Nachmittags verlieren wir kein Wort. Hätte Henderson nicht zwei grosse Brauschen am Kopf, so könnte alles nur ein übler Traum sein. Auf jetzt! wir wollen die Orchideen betrachten. Und vielleicht, o vielleicht können wir dann nach Hause fahren. Haha, Abenteurer, was verstehst du unter «nach Hause>? Den endlosen, einsamen Pfad um ein Stück zurück und dann wieder von vorne anfangen! Bon an za. Vom Ufer des Creek, wo die Curiaria liegt und die beiden Träger am rauchenden Feuer hocken, erstreckt sich einige hundert Meter weit ein lichter Wald. Dahinter beginnt das Sertao, das von einer Reihe wie vom Gärtner gepflanzter. fast weisser Büsche eingerahmt ist. (Fortsetzuno Seit« 7.)

N° 103 — FREITAG, 27. DEZEMBER 1935. AUTOMOBIL-REVUE «•» €§»«* Grosser Preis von Südafrika am Neujahr. Das erste Rennen des neuen Jahres kommt am 1. Januar als Qrosser Preis von Südafrika zur Austragung. Dieser findet in der Nähe von East London auf einer kurvenreichen Rundstrecke von 19,308 km Länge statt, wobei 18 Runden gefahren werden müssen, was einer Distanz von 347,544 km entspricht. Folgende 8 Fahrer werden an ihm teilnehmen : Ear] Howe auf Bugatti 2300 com, Pat Fairfield auf Era 1100 ccm, A. Dodson auf Maserati 3000 ccm, A. Dubson auf Riley 1500 ccm, Cholmondeley Tapper auf Era 1100 ccm, Shuttleworth auf Alfa Romeo, Miss Ellison auf Bugatti 1500 ccm, Wimille auf Bugatti. Das Rennen wird nach einer Handicap- Tormel durchgeführt und bringt dem Sieger einen Preis von 10,000 Fr. Der erste Grosse Preis von Südafrika wurde am 27. Dezember 1934 von Whitney Straight auf Maserati mit einem Stundenmittel von 152,690 km gewonnen. Ein «Fall Dreyfus». Die von Dreyfus kürzlich der französischen Presse gegenüber gemachten Aeusserungen, er hätte nie einen Vertrag mit Ferrari für die Saison 1936 unterzeichnet, haben ein kategorisches Dementi seitens des Modaneser Rennstalles zur Folge gehabt. Ferrari erklärt, dass der Vertrag zu Recht besteht und von Dreyfus am 27. September in Modena persönlich abgeschlossen und unterzeichnet worden sei. Ausserdem habe Dreyfus die Abmachungen in einem Brief vom 30. September noch speziell bestätigt. Es entspreche allerdings der Tatsache, dass Dreyfus in letzter Zeit verschfedentlich versucht habe, die mit Ferrari getroffenen Vereinbarungen rückgängig zumachen, da er als Angehöriger eines Sanktionenstaates mit Rücksicht auf die zugespitzten internationalen Verhältnisse nicht glaubte, auf einem italienischen Wagen und an italienischen Rennen starten zu können. Schon spricht die italienische Fachpresse davon, dass die ganze Sache möglicherweise vor der internationalen Sportkommission zur Sprache kommen könnte. Jedenfalls scheint aus allem hervorzugehen, dass Vertragsschwierigkeiten aufgetaucht sind, was, nebenbei bemerkt, bei Ferrari nicht das erstemal der Fall ist. Im übrigen ist interessant zu vernehmen, dass, entgegen allen früheren Meldungen, der Rennfahrer Brivio seinen Vertrag mit Ferrari doch wieder erneuert hat. Die Scuderia setzt sich demnach wie folgt zusammen: Nuvolari, Brivio, Tadini, Farina und Pintacuda. Es steht fest, dass Ferrari am nächsten Grossen Preis von Frankreich mit zwei oder drei Sportwagen teilnehmen wird. Die betreffenden Achtzylinder-Modelle sind bereits in Vorbereitung. Hans Ruesch nicht auf E.R.A. Kürzlich wurde die Meldung verbreitet, dass der Schweizer Rennfahrer Hans Ruesch in der kommenden Saison auf einem E.R-A.-Wagen starten werde. Ruesch teilt uns hiezu mit, dass dies nicht den Tatsachen entspreche. Er habe seine Entscheidung betreffend des zu fahrenden Wagens noch nicht getroffen, und auch das Programm für nächstes Jahr noch nicht festgelegt. Meldeschluss für die internationale Sternfahrt nach Monte Carlo. Eben ist die erste Phase dieses grössten wicht- Bgsten Touristik-Wettbewerbes zu Ende gegangen. Wer sich an der XV Internationalen Sternfahrt nach Monte Carlo beteiligen will, hatte sich bis zum 24. Dezember beim Organisator, dem International Sporting Club von Monaco anzumelden. Da auch jene Nennungen gültig sind, welche den Poststempel vom 24. Dezember aufweisen, so wird ee wohl noch einige Tage dauern, bis die Namen der Konkurrenten bekannt sind, die am 20. Januar von einem im Reglement fixierten Punkte an der Peripherie Europas in Richtung Monte Carlo losfahren, wo sie am 29. Januar zwischen 7 und 16 Uhr eintreffen müssen. Zwar wird die Veranstaltung unter dem Einfluss der im Laufe der letzten Monate sich verschlimmerten internationalen Lage stehen. Die zu gewärtigenden Devisenechwierigkeiten beim Passieren der verschiedenen Landesgrenzen sind wohl die Hauptursache dafür, dass die Zahl der Anmeldungen wesentlich hinter derjenigen des Jahres 1935 zurückgeblieben ist. Während 1935 eine Rekordbeteiligung von 166 Wagen aufwies, dürfte das Total der im Januar Startenden kaum Hundert erreichen. Am Abend des 24. Dezember lagen zu diesen Rallye, das an Fahrer und Wagen ausserordentlich grosse Anforderungen stellt, 75 Nennungen vor, u. a. auch von Brian Lewis und Francois Lecot Anschliessend an die Sternfahrt findet am 30. Januar in den Strassen von Monte Carlo eine Geechicklichkeitsprüfung statt, die aus drei Teilen besteht, nämlich aus einer Start-, Brems- und Fahrbarkeits-Konkurrenz. Um den in Frankreich ansässigen Teilnehmern an der Internationalen Sternfahrt Gelegenheit zu geben, für diese Geschicklichkeitsprüfung zu trainieren, wurde das Pisten-Teilstück vor den Boxen der Rennbahn in Montlhery besonders hergerichtet. Verschiedene Fahrer lagen in den vergangenen Tagen einem eifrigen Training oh, i Das Autaiewteu Ebenso spielt das Mischungsverhältnis des Brennstoffes eine grosse Rolle. Die Benzol-, Alkohol- und Methylalkoholanteile sowie eventueller Wasserzusatz müssen dem Motor und der Strecke angepasst sein, denn die geringste Aenderung macht sich zuerst an den Kerzen bemerkbar. Rennmotorentreibstoff ist selbstverständlich ganz anderer Treibstoff als er für die normalen Gebrauchsmotoren verwendet wird. Die Leistung eines Motors kann, bei gegebener Zylinderzahl, nur mit der Drehzahl und dem mittleren Druck gesteigert werden. Da den Rennwagen entsprechend der internationalen Rennformel nur 750 kg Gesamtgewicht zustehen, muss aus dem für den Motor vorgesehenen Gewichtsanteil die höchstmögliche Leistung herausgeholt werden. Die Drehzahl kann aus mechanischen Gründen bestimmte Grenzen, etwa 5500—6000 Umdrehungen pro Minute, im Dauerzustand nicht überschreiten. Zur Erhöhung der Leistung bleibt demnach nur eine Steigerung des mittleren Drucks und damit der Verdichtung übrig. Mit Benzin oder Benzol als Brennstoff kann die Verdichtung aber nur bis zu einer bestimmten Höhe getrieben werden, weil darüber eine Selbstentzündung dieser Brennstoffe durch die Verdichtungshitze eintritt. Eine weitere Steigerung ist praktisch nur mit Alkohol als Hauptanteil des Renntreibstoffes möglich. Der Alkohol erlaubt nicht nur eine extrem hohe Verdampfungswärme als Benzin oder Benzol auf. Das in einen glühend heissen Rennmotor-Verbrennungsraum eintretende Brennstoffluftgemisch bindet also dreimal so viel Wärme wie die üblichen Treibstoffe. Man spricht bei alkoholhaltigen Treibstoffen deshalb von einer Innenkühlung der Motoren. Durch Beimischung ätherartiger, anderseits vielleicht mehr benzolartiger Bestand- Binelli & Ehrsam A.-G., Garage Stampfenbachstrasse 48-66. Zürich C. A. Drenowatz, sen. Stauffacherquai . . . Zürich 4 Emil Frey Limmatstrasse 210-14 aon d&i !BaxeaseUe aus teile, die der modernen Brennstoffchemie entstammen, ist es möglich, die Leistungskurve eines Rennmotors zur Einstellung auf eine bestimmte Rennstrecke so zu beeinflussen, dass z.B. zu schärfster Beschleunigung im unteren Drehzahlbereich möglichst hohe Leistung auf den oberen Drehzahlbereich, also für höchste Geschwindigkeiten, zu verlegen. Beratende Brennstoffingenieure begleiten deshalb die Rennwagen zu allen grösseren Rennen. So greift ein Glied der technischen Vorbereitung der Rennwagen in das andere ein. Dem Rennleiter obliegt dann anhand der Erkenntnisse, die im Training gesammelt werden, die Entscheidung über die Renntaktik. Dass hierbei wieder in erster Linie, selbstverständlich neben der Strecke, das Wetter die grosse Rolle spielt, dürfte verständlich erscheinen. Ist die Strecke noch so nass, dass gar Regenreifen mit gesommertem Profil gewählt werden müssen oder fängt es vielleicht gleich nach dem Start an «zu regnen, so dass eventuell ein unvorhergesehener Reifenwechsel eintreten würde, weil die Strasse zu glatt wird ? Wer von den Fahrern soll vorgeschickt werden, um die an der Spitze liegenden Konkurrenzfahrer zu bedrängen oder gar zu jagen ?- Der Rennleiter muss seinen Fahrern in der Taktik aber auch behilflich sein. So zeigt eine Rennerfahrung z. B., dass bereits gefahrene Rennreifen eine höhere Griffigkeit aufweisen als ganz neue Reifen, deren Oberfläche spiegelblank ist. Auf Strecken, die ein Ueberholen sehr schlecht gestatten, ist es also wichtig, dass die Fahrer sofort von Anfang an die hohe Motorleistung voll einsetzen können, um womöglich vom Start weg an die Spitze gehen, Vorsprung holen und das Tempo dann diktieren können. Oder es zeigt sich, z.B. beim Avusrennen, dass die sehr dünnen Bahnreifen für hohe Geschwindigkeiten schneller gefahren werden können, wenn sie nach einigen Runden noch etwas dünner gefahren worden sind. So durchfuhren der Sieger des diesjährigen Avus-Rennens, Fagioli, auf Mercedes-Benz, und der Zweite, Chiron, auf Alfa-Romeo-Bimotore, die fünf Runden des Vorlaufs und die zehn Runden des Hauptlaufs auf denselben Reifen ohne zu wechseln. Diese Erkenntnis wurde während des Trainings beobachtet und vom Rennleiter als Taktik eingeschlagen — mit Erfolg ! Eine wichtige Funktion übt, vorbereitend auf ein Rennen, auch der Gluckhafte Fahrt ins neue 3ahr wünschen A.-G. für Automobile AMAG Automobil- & Motoren A.-G. Automobilwerke Franz A.-G. Badenerstrasse 313 . . . Zürich Ranmherorur Ä Fnrster A_-ß_ Stampfenbachstr. 1 2 . . . Zürich . Zürich Ritzi & Wagner St. Gallen und Amriswil Steyr-Werke A.-G. Albisnederplatz 3 Zürich Tip-Top-Garage A.-G., Zürich Seehofstrasse 16. . . . Seefeld Automobil-Händler-Verband D*r Pra»id*nt: Q. Huefliger Agence Americaine A.-G. Dufourstrasse 23 . . • • Zürich Pflanzschu Istrasse 9 . . . Zürich Bahnhofstrasse 10. . . .Zürich Rennarzt aus. Was ist im Ausland gut zu essen, was nicht ? Ist es empfehlenswert, Wasser zu trinken oder ist das Wasser in Italien oder drüben in Afrika durch Bakterien ungesund? Wie leicht holt sich der Fahrer durch ein Bad im südlichen Meer, in Afrika oder Italien oder Spanien einen Hexenschuss, den man bei der herrschenden Hitze nicht beachtet und der den Fahrer im Rennen körperlich so behindern kann, dass er die ganze technisch erstklassige Vorbereitung und Leistungsfähigkeit des Rennwagens nicht auszunützen vermag. Nach aussen hin ergibt sich dann das Bild, dass einer der an der Spitze liegenden Rennwagen zurückfällt, aus unerklärlichen Gründen, und schliesslich im geschlagenen Feld endet, ohne dass angesichts des mitreissenden Kampfes um den Sieg den Zuschauermassen klar würde, was der wirkliche Grund des Zurückfallens war. Wenn alle technischen Vorbereitungen getroffen sind, wenn nach menschlichem Ermessen alle Einzelheiten so gewählt und vorbereitet wurden, dass der Sieg sicher stehen müsste, dann muss der dritte Punkt der Voraussetzungen — das Glück, und wenn es nur eine Handvoll Glück ist — einspringen, um den Endsieg zu erringen. Dipl.-Ing. E. Hundt. Der erste Anmeldetermin für die 24 Stunden von Le Mans erfolgreich abgeschlossen. Am 20. Dezember ist die erste Anmeldefrist für die Teilnahme am nächstjährigen 24-Stunden-Rennen von Le Mans für Sportwagen abgelaufen. Bereits haben sich 4-7 Konkurrenten eingeschrieben, was einmal mehr zeigt, welch grosse Sympathien dieses klassische Dauerrennen überall in den Rennsportkreisen besitzt. Von den 47 gemeldeten Fahrern haben folgende den von ihnen gewählten Wagen bereits bezeichnet: 1. Luigi Chinetti (Alfa Romeo); 2.-6. Aston- Martin-Fabrikmannschaft; 7. C. T. Thomas (Aston Martin); 8. E. R. Hall (Bentley); 9. R. Kippeurt (Bugatti); 10. R. Labric (Bugatti); 11.—12. Delanaye-Fabrikmannschaft; 13. R. Le Begue (Delahaye); 14. X (Delahaye); 15. J. Menier (Delahaye); 16. Mme L. Schell (Delahaye); 17.—18. A. Gordini (Fiat-Simca); 19. K. H. Bilney (Ford); 20. Frazer Nash (Fabrik); 21. M. Collier (M.G.); 22. Hertzberger (M.G.); 23.—24. Riley-Fabrikmannschaft; 25. J. Trevoux (Riley); 26. F. S. Barnes (Singer); 27. Ronald Marsh (Singer); 28.-29. Talbot-Fabrikmannschaft. Die übrigen 18 Anmeldungen weisen wohl die Namen der Fahrer auf, hingegen haben diese ihren Wagen noch nicht bestimmt. Wir wiederholen bei dieser Gelegenheit, dass die Zahl der zum Rennen zugelassenen Konkurrenten auf 60 beschränkt ist und die Anmeldefrist bei erhöhtem Nenngeld bis zum 31. März 1936 weiterläuft Man geht sicher nicht fehl, wenn man der Veranstaltung schon jetzt einen grossen Erfolg prophezeit. Nachwuchsfahrer bei der Auto-Union. Anlässlich der von der Auto-Union auf dem Nürburgring durchgeführten Versuchsfahrten wurde der Werkfahrer Heyder als Ersatzmann der Auto-Union- Equipe für die kommende Rennsaison bestimmt. Es gilt als wahrscheinlich, dass auch die bisherigen Privatfahrer Hasse und von Delhis in die Mannschaft aufgenommen werden. Die Entscheidungen sollen im Januar in Monza fallen, wohin sich Auto-Union zum Training begibt, da die Avus in Berlin gegenwärtig eine Umgestaltung der Nordschleife erfährt. Das Nachlassverfahren betr. die Rundbahn von Montlhery zustandegekommen. Die Verwaltung der Rennbahn von Montlhery sah sich veranlasst, infolge der sehr prekären finanziellen Lage um ein Vergleichsverfahren nachzusuchen. Der Nachlass ist ihr nun vom Handelsgericht bewilligt worden. Dadurch ist die Gesellschaft in die Lage versetzt, den Betrieb auf der Rundstrecke in regulärer Weise weiterzuführen. Kommende Ereignisse: Der Internationale Sportkalender 1936. Januar. 1.: Südafrika: Grosser Preis von Südafrika. 25.—30.: Monaco: XV. Internat. Sternfahrt nach Monte Carlo.