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E_1936_Zeitung_Nr.001

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AutomoMl-Bevue — Noi

AutomoMl-Bevue — Noi Eines der schönsten Bündner Täler, die sich jenseits des rätischen Alpenmassivs den wärmenden Lüften zukehren, ist die Landschaft Puschlav (Volle di Poschiavo). Dieses herrliche Tal ist uns von Walter Menzi durch sein frisch und flott geschriebenes Buch «Puschlav» (Liestal 1933) unserm Verständnis nähergerückt worden, obwohl schon in früheren Zeiten Reiseschriftsteller und Geographen sich eingehend mit dem Puschlav befasst haben. Wer vom weingesegneten Veltlin herkommt und an der Grenze der marmorenen Madonna di Tirano seinen Gruss entbietet, der empfindet ein überaus wohliges Gefühl des Wiedergeborgenseins auf heimatlichem Boden, trotzdem ihm auch im untersten Zipfel des Puschlavs eine italienische Natur, ein üppiger Pflanzenwuchs, der Nussbaum und dis Kastanie entgegentreten. Die Wiesen werden da dreimal .im Jahre gemäht, das Getreide ist vortrefflich, und bei Campocologno ist der einen feinen Nostrano spendende Weinstock anzutreffen. Vorher aber schüesst sich das Gebirge zu der Talklause, wo an der Landesgrenze einst Herzog Ludovico Moro durch eine Landwehr und die Feste Platta mala den Eingang ins Veltlin verschliessen wollte. Hoch über Campocologno, ganz zuäusserst am Abgrund, liegt das wohl ganz wenigen Eidgenossen bekannte Cavajone, die jüngste schweizerische Ortschaft; denn die bis dahin staatenlose «Republik» wurde erst im Jahre 1863 um die Summe von 22,920 Franken von der Eidgenossenschaft gekauft und dem Kanton Graubünden angegliedert. Auf einer guten Landkarte sehen wir zwar Cavajone am steilen Hange der grässlich wilden Schlucht des Val Sajento südlich von Brusio, aber weder Weg noch Steg sind eingezeichnet. Als die Cavajonesen noch nirgends hingehörten, bestand ihre grösste Sorge darin, wie sie ihre Kinder aus der Taufe heben sollten, auf welch christlichem Wege ein heiratsfähiges Paar sich zusammengeben lassen könnte, und wo und wie es möglich sei, die von der armseligen Welt Abgeschiedenen zur letzten Ruhe zu betten. Es war nämlich sehr schwer, einen italienischen Geistlichen zur Vornahme der kirchlichen Handlungen in der kahlgrauen und schier unzugänglichen Kapelle zu bestimmen. Ja, mit den Toten mussten sie unter grösster Lebensgefahr für die Träger und Trauernden die Hänge hinunterklettern, um sie auf dem Brusasker Friedhof, der ihnen auf Zusehen hin zur Verfügung stand, beizusetzen. Heute gehört Cavajone politisch zu Brusio. Es darf dort Steuern zahlen, seine jungen Bürger zur militärischen Aushebung dorthin schicken und sich am Wohl und Wehe der weiteren Heimat, der es sehr zugetan ist, beteiligen. In neuerer Zeit sind einzelne Häuser, aber auch wirklich nur einzelne, zu menschenwürdigen Behausungen hergerichtet worden. Noch vor dreissig Jahren lebten die Cavajonesen in rauchgeschwärzten Hütten, die nur einen Raum aufwiesen und aus Gründen der Sicherheft höhlengleich in die Felsenhänge eingebaut waren. Gleichwohl ist die Lage dieses armseligen Weilers an und für sich sehr freundlich. Die kleinen Wiesen und Aecker werden von den Frauen gut bebaut, richtig gedüngt und vom Sajenfo-Bach her bewässert. Männer und Knaben arbeiten sommerüber auswärts und kehren erst auf den Winter wieder heim. Die Cavajonesen sind ein fröhliches, rüstiges, fleissiges, braves und nicht zuletzt sehr hübsches Völklein. In früheren Jahren sprangen die Kinder wie die Gemsen so flink und sicher über alle Hänge. Jetzt können die 102 Einwohner sich sogar telephonisch mit der ganzen Welt in Verbindung setzen. Sie haben auch eine eigene Schule, und wenn das Reisen sie ankommt, dann besteigen sie das Züglein der «schönsten, kühnsten und frechsten Bahn der Welt», wie der unvergesslkhe Reiseschilderer Hans Schmid die Bernina-Bahn so sinnig und wahr zu bezeichnen gewagt hat. s. 8. S. s. S.u. 12 S./6. h.fl. e. e. 7. 7. 7. 7. 8. 8. 8. 8., 15. u. 8. 8. 9.—12. o ine die jüngste Ortschaft der Schweiz Zaxmart Crfndelwald Riji-Kaltbad Blauherd-Abtthxuiennen Grindelwaldner Bob- u. Schüttetmeiiterschaften Einzellauf für Müitär-Skifahrer der Geb. Int. Brig. 10 Cawc »/Montreux Internat. Eishockeymatch (Schweiz. Meisterschaft) Wangen Hockey: Auucheidungupiele f. die Meisterschaft der Schweiz Serie B., Eislaufkonkurrena Daros Weiasfluh-Strela-Abfahrtsrennen u. Langlauf Samaden Eishockeymatches Montana-Vermal* Skirennen Kaadersteff Curling-Wettspiele Zermatt Slalom Wengen Scalded Cata Mac Mil'an und Polytechnic Cups (Ski) Kleine Scheidegg Junior-Kandahar-Challenge Cup (Ski) Wengen Curling-Match Kandersteg Skiaprungkonkurrenz Adelboden Ski-Stafettenlauf Zermatt Gäste-Abfahrtsrennen u. Slalom Murren Curling: Barner Oberland Curling-Schild Kandersteg Eislauf-Konkurrenz Engelberg Kurverein-Skirennen St. Moritx Mittwochrennen filr Gäste (Ski- Club Alpina) Zürich KUrier-Abenn Arthur Bubinstein Zermatt Match um die «Süver Curling Stones » Wengen X. Sturzfreie Wengenabfahrt u. Morgins Laukarbad Von J. P. Lötscher Ereignisse der Woche! I vft Gold. Schlittschuh von Wengen Ski- u. Skisprungkonkurrenzen Eislaufwettbewerb Winterbild Bergaufwärts eine Doppelspur im reinen Schnee; Den festgeprägten Stapfen eines Mannet dicht Zur Seite zierlich leichter Mädchenfüsse Tritt: Kein Zweifel, vor mir wanderte ein liebend Paar Hinauf in dieses Winter-Märchenparadies. Sie schritten auf dem schmalen Gratweg Hand in Hand, An seine starke Schulter schmiegte sie sich sanft, Und nicht ein Wörtlein gaben sie der Stille preis. Und hörten nicht das Knirschen ihres Tritts im Schnee, Noch eines Zwitscherlinges jämmerlichen Ruf, Ihr Lauschen galt dem eignen bangen Herzen nur. Vorahnend die Erfüllung seligen Geschicks, Beschwingten Fusses eilten sie der Höhe zu. Und hier die Bank, hier ward zu zweier Menschen Rast Sorgsam das Polster schimmernden Schnees hinweggewischt. Hier sassen sie, und wie mit Kinderaugen sah'n Sie auf das unbewegte weite, weisse Meer, Das Häusertrüpplein, in der Kälte dicht geduckt, Den fernen Wald, vom Dämmernebel leis verhüllt, Und fühlten, in der unentweihten Einsamkeit Dankfromm erschauernd, tiefes Gottbegnadetsein, Und küssten sich zum ersten Male, und berauscht Von Wonne wandten sie sich in die Stadt zurück. Albert Fischli. Aus dem Gedichtband «Einkehr» von Albert Fischli. Verlas: H. R. Sauerländer & Cie., Aarau. Immer wieder kommt man darauf: wir haben in der Schule nichts Nützliches gelernt. Wozu hatte ich es nötig, vom Tier Okapi zu lernen? Kein Mensch kann sich vorstellen, was für Unannehmlichkeiten mir daraus erwachsen sind. Als ich nämlich seinerzeit — es war an einem glutheissen Juninachmittag — in der Naturgeschichte nicht wusste, dass dieses Tier, als ein zwiespältiger Charakter, halb Giraffe, halb Antilope ist, sagte der Professor mit schneidendem Hohne: «Wenn Sie sich nicht einmal für das Okapi interessieren, wofür interessieren Sie sich denn überhaupt?» Ich war zerschmettert. Die Kolleginnen blickten mitleidsvoll auf mich. Als ich dann am Schluss des Examens nicht einmal wusste, dass das Okapi im Kongo lebte, musste ich mich setzen. Kein Mensch kann wissen, warum sich setzen müssen» eine Schande ist. Aber die Schule hat ihren eigenen Ehrenkodex. Nie werde ich das Okapi vergessen. Und doch gibt es nachweislich von dieser Tierspezies nur sehr wenige Exemplare. Dagegen habe ich in meiner ganzen Schulzeit nie auch nur ein einziges Wort vom Salathund gehört, obgleich von diesem Tier die Welt voll ist. Der gemeine Salathund ist ein Hund, der, wenn man ihm eine Schüssel voll Sahne hinsetzt, diese zwar mit äusserstem Widerwillen betrachtet, da ihm seiner Natur nach Salat nicht nur nicht begehrenswert erscheint, sondern geradezu widerstrebt, sich aber gierig auf die verachtete Speise stürzt, wenn sich ein anderes Lebewesen der Schüssel nähert. Dieser Trieb darf keineswegs mit Neid oder Missgunst verwechselt werden, da diese ja einen Sinn haben. Wenn die zweite Primadonna wünscht, die erste bekäme einen ganz, ganz kleinen Rachenkatarrh, damit endlich sie im «Rosenkavalier» drankommt, so ist das ekelhaft, aber begreiflich. Der Salathund aber ist ganz uneigennützig, wenigstens kann kein Vernunftbegabter die Gründe seiner Handlungsweise erkennen. Er handelt ohne Konsequenz, ohne Logik, und das macht ihn so interessant und so mysteriös. Das beste Beispiel für den gemeinen Salathund ist die Scheidungsverweigerung. Ihr Gatte ist ihr zuwider. Die Art, wie er sich die Zähne putzt, macht sie nervös. Zigarrenrauch kann sie Weht vertragen, und wenn er lacht, ist ihr zumute, als ob jemand auf Glas kratzte. Aber sie hält treulich bei ihm aus, denn irgendwo lebt eine, für die er Buddha, Antinous und Sokrates in einer Person ist. Hierher gehören die meisten freigesprochenen Mörderinnen aus sogenannter Eifersucht, die es vorziehen, den Gatten lieber tot bei sich als bei einer andern glücklich zu sehen. Komisch wirkt es, wenn ein menschlicher Salathund Dinge begehrenswert findet, die er selbst nicht zu schlucken vermöchte. Ein Literat sagte letzthin, und ein gelber Strahl blitzte dabei aus seinen Augen: «Ja, der Thomas Mann hat es leicht, ein schönes Buch nach dem andern zu schreiben, wenn er Der Salafhund Eine kynologische Studie von Dr. Eugenle S c h w a r z w a l d das ganze Jahr in Küsnacht lebt.» Als ob er, um Thomas Manns ganzen Ruhm, es über sich bringen könnte, einen Wintertag ohne Kaffeehaus zu existieren, und als Premierentiger, der er ist, einen Winterabend ohne Theater! Es gibt Berufsklassen, in denen der Salathund häufiger vorkommt als die anderen. Da sind die Bibliothekare, die Zehntausende von Büchern in Regalen stehen haben, die sie weder lesen können noch wollen und sie doch mit allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen, ihrer Bestimmung, benutzt zu werden, entziehen, indem sie behaupten, die Bücher wären beim Buchbinder, ausser Haus, unauffindbar. Hierher gehört auch der Papyrussammler, der die Papyri weder selber herausgeben will noch kann und doch jeden Gelehrten wegekelt, der sich auf Reichweite nähert. Ueber den Schauspieler, der eine ihm widerwärtige Rolle zähneknirschend spielt, damit sie sein Kollege nicht bekommt, existiert eine ganze Literatur. Dass die Menschen einander bei Lebzeiten auch das vorenthalten, was sie selber nicht brauchen können, ist sicher. Aber der Salathund ist unsterblich und seine Wirksamkeit pflanzt er noch auf dem Grabe auf. Häufig entspringt das Testament, welches das Vermögen dem Staate oder einer ähnlichen Einrichtung vermacht, nicht so sehr edlem Gemeinschaftssinn als salathündischen Trieben gegen Kinder, Verwandte und Freunde. Bis jetzt hat man immer angenommen, dass die Sitte, Schätze ins Grab mitzunehmen oder seine Diener, Lieblingstiere und Lieblingsfrauen mit sich verbrennen zu lassen, auf Aberglauben beruhte. Es wird notwendig sein Untersuchungen anzustellen, ob nicht auch hier salathündische Gefühle mitspielen. Wenn griechische Kaufleute eine ganze Korinthenernte ins Meer versenken oder eine Oelgesellschaft im Irak Felder erschliesst und sie nicht ausbeutet, so hat das scheinbar rein merkantile Gründe. Aber, dass die Leute das tun können, beweist, dass sie Salathunde sind. Es gibt innerhalb des Salathündischen Dinge, die so komisch sind, dass sie etwas Entwaffnendes haben. Wenn ein Mann mit Lebensgefahr in einer unzulänglichen, unfruchtbaren Polargegend die Flagge seines Vaterlandes flattern lässt, nur damit dort keine andere Flagge flattere ist das so zwecklös, dass es beinahe schön ist. Ueber die Salathunde, die schon tot sind, brauchen wir uns keine Gedanken zu machen. Unsere erwachsenen Mitsalathunde müssen wir ertragen, wie sie sind. Nur wäre zu wünschen, dass uns keine neuen nachwachsen. Eltern, denen kleine Salathündchen erblühen, müssen rechtzeitig eingreifen und dazu sehen, dass diese Spezies allmählich noch seltener wird als das Okapi. Bisher aber geschieht das Gegenteil. Die Mutter, die ihrem einjährigen Säugling die Nahrung, die er ablehnt, begehrenswert zu machen versucht, indem sie sagt: «Iss den guten Brei, sonst isst ihn die Moma», hat der Welt einen kleinen Salathund geschenkt. Waldwinterzeit Die Holzganten fanden meist im Jänner und im Hornung statt. Manchmal durften wir mitgehen, wenn der Vater Holz kaufen ging. Mit feierlichen Gesichtern nahmen wir an der Versammlung ernster Männer teil, die dem Förster jedesmal, wenn er sagte: «Zum ersten, zum zweiten und zum — » mit einem höheren Angebot ins Wort fielen, bis der Preis « zum dritten Mal » hoch genug war. Mein Vater pflegte Reisighaufen und Stöcke zu erwerben, das sind Strünke von frisch gefällten Bäumen. Für ihn war das billiges Holz, für uns Buben aber die Verheissung auf begehrenswerte Tage voller Abenteuer. Man musste lange vor der Sonne aufstehen. Der verschneite Wald war still und frostig, und man legte sich tüchtig ins Zeug, um nicht das schmerzhafte Kribbeln und Klammern in den Fingerbeeren zu bekommen, welches Kuhnagel genannt wird. Verschiedene Gruppen vqn Männern und Knaben waren in unserer Nähe um ihre Stöcke beschäftigt. Irgendwo brannte ein Feuerlein. Aus dem Dunkel des Forstes klang das Lied der Aexte. Wir hatten auf dem Holzerschlitten Werkzeug mitgebracht; mit Pickel und Schaufel grub man die verzweigten Wurzeln einer Eiche bloss, dann knirschten die Sägen dazwischen, und wenn der Keil im widerspenstigen Holz nicht mehr weiter zu treiben war, durften wir sprengen. Der Vater trug das Pulver bei sich. Zur Mittagszeit, blinzelte der Sonnenschein auf dem hängenden Schnee der Tannen, Sonnenschein lag golden auf den Baumwipfeln und versprach den Frühling. Wir assen im Wald. Im Korb, den uns die Mutter mitgegeben hatte, fanden wir Brot und andere schmackhafte Dinge, und ausnahmsweise, nämlich weil es die Mutter nicht sah und der Vater nicht darauf achtete, konnten wir sogar ein Gläschen Most probieren. In den Wäldern dunkelt es früh. Wenn es gegen Abend ging, beluden wir den Schlitten. Zuerst kamen die phantastisch knorrigen Trümmer des Baumstrunkes, dann hoch und breit der Reisig, der allen Schneestaub von der Strasse wischte, die unser Heimweg war. Einmal sahen wir eine Familie von Skifahrern. Ein Vater mit einem Knaben lind einem Mädchen. Sie kamen offenbar aus der Stadt, denn sie achteten nicht auf unsern Gruss und glitten geräuschvoll auf dem festgeschlitteten Weg talwärts, zur Bahnstation. «Wenn wir heimkommen, wird uns der Meierbrei schraekken, Papa, » rief der Knabe begeistert, als er an uns vorüberfuhr. Wollte der uns etwas vormachen? Wir schulterten die Haumesser und Aexte fester und lachten, dass der Schnee von den Tannen fiel. Was ein Meierbrei ist, war uns damals npch nicht geläufig, wir stellten uns darunter aber bestimmt etwas Ungesalzenes vor. Diese Sportfamilie war für uns eine geringschätzige Angelegenheit; denn wir hatten im Schweisse unseres Angesichts gearbeitet, wir brachten nicht nur Hunger, sondern einen grossen Haufen Holz nach Hause und waren am Abend müde und glücklich wie Könige, die von ruhmvollen Eroberungen zurück sind. Hans Rudolf Schmid. So sprechen Kunden: „ . . . dass ich mit Ihrem H YSPA-Gürtel sehr zufrieden bin. Ich habe mir durch 8 Jahre langes Motorrad- und 2fähriges Autofahren eine Erschlaffung der Bauchmuskeln zugezogen, einen richtigen Hängebauch, was mich veranlasste, von Ihnen einen HYSPA-Gürtel zu beziehen. Ich muss nun feststellen, dass der Gürtel gut sitzt, im Wagen einen guten, festen Halt gibt, ohne irgendwie zu drücken oder die Bewegungen zu behindern; der Bauch bekommt einen guten Halt durch die Elastizität des Gürtels . . . L. S." 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— Automobil-Revue 15 Unsere Kurzgeschichte: (Das Auto und «Sie» Nanu, was geht da vor? Panne? Stop! Aussteigen und lehen, ob man helfen kann. Das ist Ehrensache. Und warum weniger für eine Frau als für den Mann? Hm. Ein Mann allein. Ob er's als zudringlich empfinden würde, wenn sie ihm ihre Hilfe anbot? Glauben, dass sie auf diese Weise Anschluss sucht? LächerlichI Das sollte er wohl schon merken, dass es ihr ernst war mit ihrer Hilfsbereitschaft. Sportlich tiefer Ernst, der in jedem andern Autofahrer einen Kameraden sieht, dem — wenn nötig — zu helfen selbstverständlich ist. Wenige Zögersekunden nur, dann steht sie neben jenem Fremden und hat, rasch übersehend, dass er vom Innern seines Wagens nicht allzuviel versteht, ihn ein wenig beiseite geschoben, um die Ursache der Panne festzustellen und möglichst zu beheben. « Heiliger Bimbam!», kommt es kräftig von ihren Lippen. « Da setzt scheinbar eine Kerze aus, muss mal sehen, welche es ist. » Holt aus ihrer Tasche den Kerzenprüfer. « Aber natürlich, zwei Kerzen müssen runter, die zünden nicht mehr. » Und das alles mit einer Sachlichkeit und technischem Verständnis, die in reizvoller Kontrastwirkung zu ihrer feschen, jugendlich gepflegten Erscheinung stehen. Nanu! Was geht da vor? Sie ist durchaus sportlich gekleidet, etwas in englischem Stil, von äusserster Straffheit der Glieder und Bewegungen. Und doch liegt etwas Weiches über ihr, beherrschte Fraulichkeit, uneingestandene Zartheit. Einige Minuten steht Robert Amann verblüfft dabei und schaut in schweigendem Erstaunen zu, wie Gabriele da an seinem Wagen herumhantiert. So natürlich und ungekünstelt, als ob sie tagelang hier gestanden hätte, hier mitten im Wald, auf dem Weg, und nur darauf gewartet, ihm zu helfen. Mein Gott, geradezu tölpelhaft kommt er sich neben ihr vor, so völlig machtlos vor der Maschine, die sie tatsächlich sehr viel besser zu verstehen schien als er. Und als hätte sie seine Gedanken erraten, fällt sie in sein Verstummen mit der Erklärung, dass sie sich mit Maschinenbau befasst und speziell im Autofach seit längerem schon tätig ist. « Soll ich nun sagen, dass so viel technisches Verständnis an einer Frau ganz ungewöhnlich ist, oder darf ich gestehen, dass diese Art der Beschäftigung (für eine Frau) mich noch mehr erstaunen lässt? Vor Ihrem sicheren Blick und solch geschickten Frauenhänden fühle ich mich geschlagen und muss mich beugen. » Verdammt, was ist das für ein Menschenkind? Scheint doch von Fleisch und Blut zu sein, wie andere Frauen auch, und jung und fesch und hübsch dabei, verteufelt hübsch sogar! Und kommt ihm "hier so mitten im Wald doch vor, wie aus einer anderen Welt herabgestiegen. Wo war da all die vielgerühmte mädchenhafte Scheu, Zurückhaltung und Aengstlichkeit der Frauen, die er kannte? Nichts von kokettem Tändelspiel, gespielter Schnippigkeit der mit mondänem Kapriziössein sich umgebenden jungen Damen, die durch sein Leben gingen. Mit freiem, offenem Blick schaut diese Frau ihn an und scheint ihn doch gar nicht zu sehen, erklärt ihm da und sucht ihm zu helfen, und hat doch keinesfalls auch nur den leisesten Hintergedanken dabei. Und immer mehr entzückt ihn die Erscheinung und charmante Art, dieses ihm fremde, offene und ungezierte Wesen, das bei aller zielb.ewussten Energie mit seltenem Takt sich bewegt. « Sie haben mich zu früh bewundert, » meint sie nun frisch, « ganz klappt's noch nicht, da die Düse am Vergaser muss anders eingestellt werden. Vielleicht geben Sie mal Handgas, nein, nein, noch nicht, noch einen Augenblick! Ich will noch eben die Kabel einmal genau nachsehen.» Noch nie ist er so ungeschickt, so unbeholfen sich vorgekommen. Seinem Leben und seiner Arbeit liegt alles Technische so fern, und Von Margret Halm. wenn er ehrlich ist, so macht ihm wohl das Autofahren Freude, doch nur, weil man so rasch vom Fleck kommt — nicht aus sportlicher Begeisterung. Mit alledem aber, was im Chassis vorgeht, hat er nicht gern etwas zu tun. Wer aber hätte je geglaubt, dass er einmal so dastehen müsste vor einer Frau und mit gebundenen Händen zuschauen, wie die ihm aus der Patsche hilft. Und wie sie es versteht I Versunken schaut er ihn zu und fährt erschreckt zusammen, da sie nun lachend mit wiederholten «Hallo, hallo! Sie träumen wohl? » ihn gleichsam weckt. « Nun versuchen Sie noch einmal den Anlasser zu treten. Aber sachte. » «Ja, ja! Halt, Vorsicht! Nicht zu stürmisch! So, so, hurra! Die Karre läuft. Das hätten wir geschafft. » Und wie ein Kind klatscht sie in die Hände vor Vergnügen und streift dann gleich darauf mit ein paar kurzen Strichen den etwas zerknitterten Automantel glatt. « Nichts zu danken, » wehrt sie ab, « freut mich, dass es klappt und dass ich helfen konnte. Nun fahren Sie nur mal los. Sie haben viel Zeit verloren. » Doch da er sie bittet, im nächsten grösseren Platz einen Imbiss mit ihm einzunehmen, willigt sie rasch entschlossen, und ohne unnötige Worte zu verlieren, ein. Mit vierzig, fünfzig Kilometer fahren sie nun hintereinander her. Sie lässt ihm die Vorfahrt. Denn sie will sehen, ob der Wagen nun läuft. Ist doch nicht ganz so, wie er denkt. UncL wohl hat sie gesehen, wie gut er ausschaut, sein symphatisches Wesen bemerkt. Und auch der warme gute Blick seiner dunklen Augen ist ihr nicht entgangen. Und etwas wie Freude, das schon bei der Arbeit sie angefeuert, beschwingt sie auch jetzt. Und vergnügt sieht sie der gemeinsamen Mahlzeit entgegen. An einem eleganten Hotel hält er an, parkt, und ist bemüht, auch ihr behilflich zu sein. Sollte das nun wieder so verlaufen, wie jedes Zusammensein in letzter Zeit — sei es mit, einem Freund — einem Bekannten — einem»' Fremden. Ganz gleich -i— sie war für alle Männer die unantastbare Hohe, die kluge Frau, die überlegte, meist Ueberlegene wohl auch, vor der man sich scheut. Man will nicht klein sein vor einer Frau, 0, dass sie wüssten, was sie es gekostet, diese so mühsam errungene Sicherheit, so dazustehen, wie man sie sah! Gewiss, die gibt sie auch nicht gern auf und wehrt sich bis zum äussersten, sich selbst geschweige denn einem andern zuzugeben, wie sie sich danach sehnt — besiegt zu sein. Aber wie wollte sie's ihnen sagen? Und hätte doch so manchem Manne, der turmhoch zu ihr aufgeschaut, so gern gesagt: «Glaub mir doch diese Maske nicht! Ja, ja, ich arbeite, gewiss, und hab's auch wohl zu etwas gebracht. Was aber will das sagen? Die Zeit hat uns Frauen so gemacht. Doch kommt kein Glück und keine Wärme aus einer Arbeit, die nur für uns allein geschafft ist.» Doch Robert Amann ahnt nichts von alldem. Ist Kavalier und empfindet es wohlig, doch nicht ganz unerstaunt, dass sie ihn das Diner vollkommen zusammenstellen lässt, ohne — wie er es fast von dieser Frau erwartet hätte — auch hier die Selbständige, Entschlossene zu sein. Fast ist er versucht, ihr dafür zu danken. So weit ist er davon entfernt, zu sehen oder gar zu spüren, wie mehr und mehr ihre Ueberlegenheit sich verliert. Auf dem kurzen Weg, den er allein im Wagen vor ihr herfuhr, hatte er sich überlegt, wie wohl der Mann sein müsste, an den sich diese Frau verlor, und konnte sie sich nur als Gattin eines Wissenschaftlers denken, eines Erfinders, eines Dozenten — kurz eben irgend eines grossen Tieres, der es wagen durfte, diese gestrafften kleinen Hände zu ergreifen. Erhältlich in allen Apotheken 10erPaokung Fr. 4.50 — 4apPaokung Fr. 2.—. Qratis-Prospekt diskret durch E R O V A Q A. Q., Zürich 25, Bachtobeistrasse 59. Lesen Sie die aufklärende Brosohure von Dr. R. Engler. Zu beziehen gegen Einsendung von Fr.1.20 in Briefmarken oder auf Postscheck Vlll/1819, EROVAQ A.Q. Ganz selbstverständlich führt sie die Unterhaltung. Sie ist es so gewöhnt. Denn überall erwartet man das schon von ihr. Robert Amann aber erzählt sie mehr aus ihrem Leben, als sie es sonst zu tun pflegt — von ihrem Elternhaus, von ihrer Jugend, ihrer Arbeit. Und flicht einmal so in die Unterhaltung ein, wie sehr sie darunter leidet, dass man ob ihres männlichen Berufes das Frausein ihr nicht mehr glaubt. Ganz selbstverständlich führt sie die Unterhaltung. Das hört er wohl und senkt sich auch mit seinen Gedanken in dieses sehr aktuelle Problem, mit dem er sich doch nie zuvor befasst, das nie so greifbar nahe ihm gebracht war. Kommt aber nicht auf den Gedanken, dass diese Worte ihm gegolten, ihm zugerufen: « Du dummer, dummer Junge, du! » Sieht auch nicht den wehen Zug, der plötzlich sich um ihren Mund gelegt, und hält es für ein Voll-Erfülltsein, da sie nun weitererzählt von ihrer Arbeit, und glaubt an all die Ziele, die sie sich gesteckt. Und als sie sich trennen, sind sie zwei gute Bekannte, die auf ein Wiedersehen sich freuen, das sie für die nächste Woche vorschlägt. Wieder kommt das so natürlich, so ohne jede falsche Ziererei heraus, dass es ihn Mühe kostet, seine eigene Fremdheit vor einer solchen Frau zu überwinden. Wie einem Schuljungen ist ihm zumute, der, vierzehnjährig, das gleichaltrige, viel reifere Mädel liebt. Tagelang ist er in seinen Gedanken mit Gabriele beschäftigt, und zieht wohl auch an ihm vorbei, welch einen Reichtum es bedeuten müsse, eine Frau wie Gabriele zu besitzen •— welchen Reichtum sie zu verschenken hat. Doch nein, diese Frau ist nichts für ihn. Das schlägt er sich rasch aus dem Kopf. Wie könnte er es wagen, als einfacher Kaufmann, der er ist, wenngleich er fleissig, tüchtig und nicht ohne Erfolg sein Geschäft betreibt — nein, nein, daran darf er nicht denken. Sie kommen öfters in der nächsten Zeit zusammen. Verbringen manch gemütlichen Abend und Sonntagnachmittag und fahren zusammen hinaus ins Grüne, Und immer herzlicher wird ihr Ton und immer wärmer ihr gegenseitiges Interesse. Doch bleibt es immer Kameradschaft — kommt nicht zu mehr. Da eines Tages greift sie mit beiden Händen in das Steuer, und als sie ihm wieder am Gang der Maschine etwas erklärt — sein Interesse daran ist naturgemäss mit ihrer Freunschaft sehr gewachsen — und plötzlich biegt sie ab von der Wirklichkeit und verliert sich in ein Gleichnis. «Mit der Maschine ist's nicht anders als mit den Menschen, » sagt sie bedeutungsvoll. « Mag sie noch so stark sein an dynamischer Kraft, beugt sie sich doch und sucht die Hand des Lenkers, die die treibenden Kräfte reguliert und lenkt, ihnen Ziel und Zweck gibt. Und je feiner, je kraftvoller das Werk, um so rascher und subtiler reagiert die Maschine auf des Führers leisesten Hebeldruck. Der soll natürlich das Lenken verstehen. Doch Liebe zur Sache, ein heller Kopf und Zielbewusstsein — und nicht so viel Angst, mein Lieber, ein wenig mehr Selbstvertrauen und Mut...» Viel weiter kommt sie nicht mit ihrer Philosophie. Das hat er kapiert — und selig nimmt er sie in seine Arme. Schüchternheit ist keine JCcankheU In Paris wurde folgende interessante Angelegenheit vor Gericht verhandelt. Ein Angestellter eines Arztes wurde wegen unbefugter Ausübung der Heilkunde angeklagt. Er heilte die Schüchternheit. Zu diesem Zwecke verkaufte er seinen Patienten acht phosphoreszierende Tateichen mit folgenden Inschriften: «Ich bin ruhig!» «Ich fühle mich nirgends verlegen!» «Das Sprechen fällt mir leicht!» «Ich bin Herr meiner selbst!» «Mein Blick ist nicht schüchtern!» «Mein Selbstvertrauen wird immer stärker!» «Mein Geist ist klar!» «Mein Auftreten ist sicher!» Jeden Abend müsste der «Schüchterne» eines dieser Täfelchen auf seinen Nachttisch stellen und vor dem Einschlafen es lange Zeit betrachten. Beim Aufwachen müsste er diese heilbringende Inschrift zwanzigmal abschreiben. Die Zahl.der «Geheilten» war sehr gross. Der Angeklagte wies unzählige Zeugnisse seiner Patienten vor; darunter fanden sich die Namen mehrerer Advokaten, hoher ausländischer Offiziere, eines Gemeinderates usw. Sein Verteidiger vertrat die Ansicht vor Gericht, dass die Schüchternheit keine Krankheit sei und diese Behauptung überwog die entgegengesetzte Meinung der als Experten herbeigezogenen Aerzte. Das Gericht sprach also den Angeklagten frei, da das Vergehen nicht genügend bewiesen worden ist. R. B. Zürcher Unterhaltungsstätten Stadttheater Abends 8 Uhr,.Sonntag CeCÜ-Cabaret Stampfenbachplatz nacnmittags S Uhr. 5 Bars A11abendliches Auftreten erstklassi- Sa. nachm. 4. Jan. Joooell und Bäbeli. ger - internationaler Künstlerinnen. Sa. abend 4. Jan. Eine Nacht in Venedig. Waldhaus Sihlbrugg (Station) SO. nach,. 5. Jan. Ein. Nacht In Venedig. JJJJ ^ÜZS^tS^%£& SO. abend 5. Jan. MonaUttt Oper von Max von W o ( f Limma, 9Ua! 1M , b. Centra| F. Winisdörfer Erstklassige Menüs 1.70. Kuchenspeziali- SchaUSDlelhaUS Abends 8Ji ühr Sonn " täten. Orchester Leindecker. U 6 nachm. 8H Uhr Z e u g h a u s k e|, e r am „ ^ ^ Sa. abend 4. Jan. Hamlet in Krähwinkel. Eine Sehenswürdigkeit. Küche und Keller SO. nachm. 5. Jan. Caesar in Rüblikon. berühmt. Familie Biedermann-Sutter, Besitzer des Hotel Engel m Baden, b. Turm. SO. abend 5. Jan. Hamlet in Krähwinkel. _ . . . _. „ . . PriVatpenSIOn r Stauffacherstrasse 28 Telephon 32.363 LimmathaUS am Limmatplatz Moderne Zimmer. Reine Butterküche. Zeit. T T u co rm gemasse Preise. Telephon 58.911 Besitzer: Rösler-Misar, Chef de cuisine. Hotel - Restaurant - Säle. Wannen- nud D . n u Medizinalbäder. Zimmer m. fl. Wasser 3.50. KOter UCliSGn Weinplatz Zentralheizung. Geheizte Garage im Hause. Parkplatz — ButterkUche. Eigener Parkplatz. Propr. H. Broder-Huwyler. Apollotheater Cafe-Rest. JJSJSl^*?^nen " Zürich -° erlik011 Stauffacherstrasse 41. Schöne Zimmer mit fliess. Wasser. Gutgef. _ _ ,,, .. , , ... _ . Küche. Bescheid. Preise. 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