Aufrufe
vor 6 Monaten

E_1936_Zeitung_Nr.001

E_1936_Zeitung_Nr.001

LUFTFAH AUTOMOBIL-REVUE

LUFTFAH AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 3. Januar 1936 — N° 1 und mit grösstmöglicher Sicherheit zugleich billig zu fliegen. 4. Organisation und Finanzierung der einzelnen Vereine, damit sich diese erfolgreich mit der Entwicklung der Leichtfliegerei befassen können. Der Boeing-Ganzmetalleindecker 247. Die erste Firma, die in den Staaten, und damit überhaupt auf der Welt, einen zweimotorigen Schnellverkehrseindecker mit hochziehbarem Fahrwerk auf den Markt und damit in den Luftverkehr brachte, war die Boeing Airplane Co. Diese Herstellerfirma zählt zu den grössten Lieferanten der amerikanischen Armee- und Marineverwaltung. Ihre dominierende Stellung hat sie sich erst in den letzten Jahren erobert. Fast 5 Jahre dauerte die Entwicklung, ehe das Endprodukt vorlag. Denn der Boeing Transport 247, so lautet seine offizielle Typenbezeichnung, •wurde aus dem Mono-Mail-Eindecker, dieser wiederum aus dem Modell 204, das seinerseits auf die Typen 80, 80-A und 95 zurückgreift, entwickelt. Die ersten Flugzeuge mit bewusst verkehrstechnischem Einschlag waren die aus der Serie 40 hervorgegangenen Baumuster, die erstmals in den U.S.A. zeig- ten, dass es ausser der rein militärischen noch eine andere, nicht minder wichtige, die Verkehrsluftfahrt gibt. Auch hier ist wiederum die Feststellung zu treffen, dass die Ganzmetallbauweise in den Staaten immer mehr Anhänger findet, denn der Boeing 247 ist ebenfalls in dieser Bauart hergestellt. Die senkrecht nach hinten hochziehbaren Räder des Fahrwerkes werden in 45 Sekunden eingeholt und in 35 Sekunden ausgefahren. Die hierzu notwendigen Vorrichtungen sind die üblichen. Bei Störungen der Anlage steht manueller Betrieb zur Verfügung. Beachtenswert sind die überaus grossen Ausmasse der Fluggastkabine, die für 10 Fluggäste berechnet, eine reine Länge von 6 m und eine Höhe von 1,85 m besitzt, für Schnellverkehrsflugzeuge bis zum Erscheinen des Boeing unbekannte Masse. Die Ausrüstung der Kabine ist von der Western Electric nach neuzeitlichsten Gesichtspunkten vorgenommen worden. Beleuchtung, Beheizung, Bekühlung, Belüftung (510 m 3 Stundenkapazität) ist vorhanden. Die Kabine ist durch Kapok- und Gummiverwendung schallgeschützt. Das Bordpersonal besteht aus zwei Flugzeugführern und einer Stewardess. Das Flugzeug ist mit allen modernen Einrichtungen für neuzeitlichsten Luftverkehr wie Radiotelegraphie, Peilanlage, Echolot, Blind- Der Boeing 247 A im Fluge mit eingeschwenktem Fahrwerk. und Nebelfluginstrumentarium, Nachtflug usw. ausgerüstet. Es besitzt eine Spannweite von 22,5 m und eine Länge von 15,3 m. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 288 km/St., die Reisegeschwindigkeit 260 km/St., und die Landegeschwindigkeit 91 km/St. Das Flugzeug erreicht bei einem Fluggewicht von 5950 kg einschliesslich etwa 1460 kg zahlender Nutzlast 10,000 F (3048 m) in 11 Minuten. Zum Antrieb dienen zwei Pratt & Whitney Wasp- Motoren zu je 450/540 PS, das neuere und verbesserte Baumuster, 247-A, das man auf die vielen nachempfundenen amerikanischen Modelle der gleichen Art daraufhin herausbrachte, besitzt den Pratt & Whitney «Twin- Wasp-Ir», einen 14-Zylinder in doppeltem Stern. Die Flugeigenschaften sind natürlich mit dieser verstärkten Kraftquelle, denen sich noch sonstige Verfeinerungen und Verbesserungen der reinen Zelle an die Seite stellen, ungleich bessere, als mit den schwächeren Motoren. In U.S.A. sind bisher 120 Flugzeuge dieser Type bei den grössten Luftverkehrsgesellschaften im Flugdienst tätig. Sie haben meist die grossen transkontinentalen Strecken zu befliegen und brauchen von New York bis Los Angeles mit mehreren Zwischenlandungen etwa 16-18 Stunden. !Ftu££n«»4£aEora Immer grösser... Der amerikanische Flugzeugkonstrukteur Sikorski hat kürzlich in einem Flug- Magazin berichtet, dass er zwei Flugzeuge in Bau habe, neben denen der «China Clipper» und der «Lieutenant de Vaisseau Paris» sich geradezu als Zwerge ausnehmen würden. Die neuen Flugboote sollen in den Dienst des transatlantischen Passagierverkehrs gestellt werden und 40 resp. 65 Tonnen Fluggewicht aufweisen. Es werde möglich sein, mit diesen Wasserflugzeugen den Atlantik in 24 Stunden zu überqueren. Sie werden einen Aktionsradius von ca. 6000 km besitzen und gleich «fliegenden Schlössern» mit allen Bequemlichkeiten eines Ozeandampfers ausgestattet sein. Vom Selbstkostenpreis der amerikanischen Flugzeuge. Es ist interessant, einige Einzelheiten über die Herstellungskosten der bekanntesten amerikanischen Flugzeugtypen kennenzulernen. Die Preise betragen in Schweizerfranken für den zweimotorigen Douglas-Bomber 1 Million, für das zweimotorige Martinflugzeug 1 Million und für den viermotorigen Boeing-Bomber 299, der kürzlich in Kalifornien abstürzte, 1,5 Millionen, Für eine serienmässige Herstellung von je 25 Exemplaren betragen die Preise pro Apparat: Douglas 300 000 Fr., Martin 275 000 Fr., Boeing 299 590 000 Fr. Bei einer Bestellung endlich von 220 Maschinen reduzieren sich die Kosten für den Douglas auf 180 000 Fr., für das Martin-Flugzeug auf 145 000 Fr. und für den Boeing-Bomber auf 300 000 Fr. Diese Preise beziehen sich übrigens nur auf das nackte Fahrgestell. Motor und Apparatur sind nicht inbegriffen. Im Vergleich dazu sei festgehalten, dass die französische Regierung für das Farman-221-Flugzeug bei einer Fabrikation von 24 Exemplaren 240 000 Franken bezahlt, ohne Motor, aber mit kompletter übriger Ausrüstung Ein Jubiläum, Mitte Dezember waren 20 Jahre verflossen, dass auf dem Flugplatz von Döberitz das erste Junkersflugzeug unter Führung von Pilot Mallinkrodt seine ersten Runden flog. Es handelte sich um den Eindecker in Eisenkonstruktion «Jl», die erste Ganzmetallmaschine der Welt. Der Apparat war mit dem Namen «Blechesel» bezeichnet und wurde im Laufe der Jahre zum Kriegsflugzeugtyp «F13» entwickelt, in welcher Form er grosse Erfolge zu registrieren hatte. 1. Kongress der Leichtflugzeuge. In Paris hat der ersfe Kongress für Leichtflugzeuge stattgefunden, deren Teilnehmer beschlossen haben, einen Ausechuss für Leichtfliegerei zu bilden, welcher sich der F.A.I. angliedern soll. Folgendes sind die Ziele des Kongresses: 1. Gründung einer Leichtflugzeugbewegung: in Frankreich und den französischen Kolonialgebieten. 2. Beschaffung der Mittel für den Ankauf und den Unterhalt von Leichtflugzeugen. 3. Prüfung der Frage, auf welche Weise man den Clube und Privatpersonen ermöglichen kann, unter günstigsten Bedingungen Luftverkehr Frankreich-Südamerika. Die französische Gesellschaft Air France, die schon im vergangenen Jahre einen regelmässigen Flugdienst auf der Südamerika-Route unterhielt, wird diesen ah 5. Januar 103G wöchentlich durchführen, und zwar in beiden Richtungen. Die Aero-Philalelisten werden Gelegenheit erhalten, dem erstmals nach dem neuen Fahrplan fliegenden Kursflugzeug Korrespondenzen mitzugeben, die mit einem Sonderstempel versehen werden. Es wird nun möglich sein, die Südamerikapost den Empfängern in beschleunigtem Tempo zuzustellen, nämlich: Europa—Brasilien in 2 Tagen. Europa—Argentinien—Uruguay in 3 Tagen, Europa-Chile in 4 Tagen, Europa-Peru in 6 Tagen. Lindbergh kommt nach Europa. Wie machtlos die amerikanischen Behörden gegenüber dem immer mehr überhandnehmenden Gangstertum sind, geht aus der Meldung hervor, dass Charles A. Lindbergh mit Frau und Kind Amerika verlassen hat, um für immer in England Aufenthalt zu nehmen. Er hat dies einem Verbleiben in den Vereinigten Staaten vorgezogen, nachdem ihm in letzter Zeit öfters Drohbriefe zugekommen sind, die leider auch den Raub seines zweiten Söhnchens nicht unmöglich erscheinen lassen. Die Affaire Lindbergh-Hauptmann ist deshalb plötzlich so aktuell, weil die Hinrichtung Hauptmanns für den 13. Januar vorgesehen ist. Bekanntlich haben die amerikanischen Gerichte die Schuld Hauptmanns nicht einwandfrei nachweisen können. Trotzdem hat man ihn zum Tode verurteilt, um einmal ein Exempel zu statuieren, da der Lindbergh-Baby-Raub geradezu der Auftakt war zu einem Kidnappen, das sich in der Folge beinahe als Nationalsport auswirkte. Es ist nun befremdend, konstatieren zu müssen, wie ein gewisser Teil des amerikanischen Volkes auf einmal ganz offen gegen Lindbergh Stellung bezieht. Wir alle erinnern uns lebhaft an jene Tage im Mai 1927, da Lindbergh im « Spirit of St-Louis» nonstop von New-York nach Paris flog, eine Leistung notabene, die ihm bis heute kein Flieger nachgeahmt hat. Wir haben nicht vergessen, wie Amerika aus Lindbergh einen Nationalheros machte, ein Ballyhoo, von dem Colin Ross im kürzlich erschienenen Buche « Amerikas Schicksalsstundo» sagt, dass es meistens nicht lange andauert und, wenn irgendetwas dafür spricht, prompt ins Gegenteilige ausschlägt. So ist die amerikanische Seele. Ein eklatantes Beispiel hiefür ist der Fall Lindbergh. Wer hätte vor Jahren gedacht, dass diese sympathische Fliegerfigur, di von der Jugend nicht nur Amerikas, nein, der ganzen Welt verehrt wurde, aus eben diesem Amerika einst fliehen müsse, weil es ihn und seine Familie am persönlichen Schutz fehlen lässt? Die Ansicht mag heute naheliegen, dass sich Lindberghs Leben weit ruhiger entwickelt hätte, wenn er nicht plötzlich durch seinen Ozeanflug im Mittelpunkt des Weltinteresses gestanden wäre. — Jedenfalls dürfen wir von obiger Tatsache, als einem typischen Zeichen der Zeit, nehmen. auch an dieser Stelle Notis Fy. Zukaufen, gesucht Zukaufen hk Lieferungswagen a 600—800 kg Tragkraft, 6—10 PS. Off. unt. Chiff. Z. 3611 an die Automobil- Revue, Bureau Zürich. em guterhaltenes MOTOR- DREIRAD, Lieferungswagen, mit gedecktem Führersitz. Offerten unter Chiffre Z.3613 an die Automobil- Revue, Bureau Zürich. Limousine, Typ 1700, 1936. — Als Teilzahlung muss FIAT 521 c, 1931, Ia. Zustand, genommen werden. Restzahlung gegen Kassa. Offerten unter Chiffre 70348 an die Automobil-Revue. Bern. Fahren Sie mit einem Kleinwagen aus unserem Occasionsverkauf ins neue Jahr! Feiern Sie Silvester-Kehraus als zufriedener Autobesitzer Unsere Aufsehen erregenden Preise stehen unter der Parole: Autos für jedermann zu Volkspreisen! «Unmöglich» ist greifbare Möglichkeit für jeden geworden. Fachleute anerkennen die Qualität sämtlicher zum Verkauf gelangender Occasionswagen. Alle Modelle sind kontrollbereit, teils neuesten Ursprungs, und jeder Wagen wird seinen Käufer finden. Kommen Sie noch rechtzeitig zur unverbindlichen Besichtigung. Die Ausstellung dauert nur noch 14 Tage. _,___ _. ,, . t„ „4t«•*»,• s Titan TTSS^mmm Stauffacherstrasse 45, ZÜRICH Kleinwagen - Occasionsverkauf guter Occasions -Wagen Zukaufen gesucht neueres Modell mit Diesel- Motor, gegen einen 3-T.- CITROEN-Kipper, in fast neuem Zustand. « auto-has », agence Citroen, Rüti/Zürich. 10442 Offerten unter Chiffre 70344 an die Automobil-Revue. Bern. Zukaufen gesucht bevorzugt CITROEN, Mod. 1933-34, Limousine, 9 bis 70302 13 PS. — Offerten unter Chiffre 70312 an die p 2 Automobil-Revue, Bern. mit gutem Motor und geschlossener Karosserie, ev. Tausch gegen MARTINI K. M., 13 PS, Mod. 1932, guterhaltencr Zukaufen gesucht Zukaufen gesucht HANSA 1&36 - Autobesitzer! 4—4 1 /2-Tonnen- Kipper Zukaufen gesucht guterhaltener Motor Martini Typ FU Zukaufen gesucht PIC-PIC in sehr gutem Zustand. Offert, an Gebr. Müller, Rickenbach (Luzern). Zukaufen gesucht Kleinauto neueres Modell, bevorzugt B. M. W., D. K. W. oder FIAT. An Zahlung muss 1 Motorrad UNIVERSAL, 500 ccm, OHV., wie neu, genommen werden. 70336 Gotth. Fischer, Rest. z. Delphin,Meisterschwanden. Zukaufen gesucht 1 Drehbank 1 Bohrmaschine 6/20 mm 1 Schnellbohrmaschine neueres, gebrauchtes, gut erhaltenes 70340 nur mit Einzelantrieb, Auto, Limousine neu oder gute Occasion. bis höchstens 12 PS, gegen bar. Z. 3614 an die Automobil- Offerten unter Chiffre Telephon 34.412, Bern. Revue, Bureau Zürich. Zukaufen gesucht guier Occasions- Lastwanen 3—3 Yi T., Diesel nicht ausgeschlossen, nicht unt. Jahrgang 1931. 70357 Offerten unter Chiffre Z. 3616 an die Automobil- Revue, Bureau Zürich. Ankauf von alten und verunfallten Personen- und Lastautos. Verwertung von Bestandteilen Grosse Ersatzteil lager von über200 verschied Marken. Kompl. Motoren, Cardane, Getriebe, etc Grosses Lager in guten Occasions- Personen- und Lastautos 1GIESSENW51 T£L67,299\ Zukaufen gesucht gebrauchter Benzin-Tank mit Pumpe, den Zürcher Polizeivorschriften genügend, für private Verwendung. 70359 Offerten unter Chiffre Z. 3617 an die Zukaufen gesucht FORD-I Klein-Auto oder gute Occasion, wenn Möbel teilweise in Zahlung Jahrgang 34 od. 35, geschlossen, vierplätzig, 5—7 genommen werden. PS, jedoch nur wenig gefahren, in gutem Zustand. 70346 an Offerten unter Chiffre die Kempf & Co., Herisau 2. Zukaufen gesucht Cabriolei, nur erstklassige Occasion, 6-Plätzer, nicht über 16 PS. — Offerten mit Preisangabe unt. Chiffre SA 6487 A an die Schweizir-Annoncen AG Aarau. 70342 lllilllilullllll Automobil-Revue, Bureau Zürich. Zukaufen gesucht neues AUTO Automobil-Revue, Bern. eisue, HEA die elektrische Kühlwasserheizung hält, ohne den Wasserumlauf zu hemmen, Motor und Schmierung warm und ermöglicht dadurch sofor- Erbältlich in 200 u.300 Watt. tiges » Starten. ötarien. Zuverlässiger zuverlässig Frost- Bei "Bestellung Schutz; ersetzt Garacrehei Garageheizung. g 48.—. und Wagenmarke Volt im Preis Fr. Lichtnetz an- diverse Marken Spezial-Modell geben. Fr. 35.—. Hch. Eichenberger, Zürich-Altstetten Badenerstr. 735 Auto-Reparatur-Werkitltta in ctek. ßauft man gut Telephon 55.247

JJ01 — FREITAG, 3. Januar 1936 'AUTOMOBIL-REVUE Schweizerische Rundschau Unverständlich! Ueber 147,000 Schweizerbürger forderten seinerzeit mittels eines Volksbegehrens den- Ausbau unserer Alpenstrassen. In der Folge Hess dann der Bundesrat einen Gegenentwurf zur Alpenstrasseninitiative ausarbeiten. Und obschon das Volk diesbezüglich noch nicht gesprochen hat, beschloss auf Antrag des Aarauer Nationalrates Dr. h. c. E. Keller die nationalrätliche Kommission zur Prüfung des eidg. Finanzprogrammes, den Vollzug des Bundesbeschlusses über den Ausbau der Alpenstrassen für die Dauer des Finanzprogrammes, d. h. bis Ende 1937, zu sistieren. Es gereicht dem aargauischen Regierungsrat Keller sicherlich nicht zur Ehre, einen •derart verkehrsrückständigen Vorschlag durchgedrückt zu haben, um so weniger als" dessen Heimatkanton ja keinen Millimeter Alpenstrassen einschliesst. In ganz anderem Lichte zeigt sich die materielle Seite des Sistierungsbeschlusses.'Für die in der nationalrätlichen Finanzkommission vorherrschende Einstellung zur modernen- Verkehrswirtschaft ist die Feststellung bezeichnend, dass der Keller'sche Vorschlag vor Behandlung der Benzinzollfrage gemacht und angenommen wurde, d.h. auch ohne Reduktion des Benzinzollansatzes um 4 Fr. hätten die Automobilisten neben 28 Fr. Benzinzoll, Spiritusbeimischung und -Zollquittungsstempel sich weiterhin mit miserablen Gebirgsstrassen abfinden müssen ! Zweifellos befinden sich die Herren der nationalrätlichen Finanzkommission, welche diesen «Sparvorschlag» unterstützten, auf dem Holzweg. Man kann sich kaum einen unvorteilhafteren und nachteiligeren Beschluss für unser Land, das mit dem Fremdengewerbe auf Gedeih und Verderb verbunden ist, vorstellen, zeugt doch dieser Beschluss von einer Auffassung, die mit verkehfspolitischem Weitblick nichts zu tun hat. Es hat weiter den Anschein, die Kommission habe nicht die geringste Ahnung von den gewaltigen autotouristischen Bestrebungen des direkt benachbarten Auslandes, keinen blassen Dunst von den * . grosszügigen Geblrgsstrassenbauten ÖeStelreichs, Italiens, Frankreichs unä'in den bayrischen Alpen. Nicht massgebend scheint auch die eine Tatsache, dass ganze Kurorte grösstenteils von den ^direkten und indirek- 'ten Einnahmen aus iMotoriahrzeugverkehr leben, wie auch die ändere';-dass bei "uns, der ausländische Autotoiftismus ämiile^ mehr'zusammenschrumpft, v|ährehdi er im Ausland hingegen mehrheitlich irfaüfsteigeffder Linie begriffen ist. * ' ; f Verständnislos^ steht man der unumstösslichdri Feststellung gegenüber, wonach sich der Verkehr niemals auf die Schiene zurückbeföhlen^lässt. Selbst Gratisfahrten auf der Eisenbahn vermögen-das-Rad der-Zeit nicht rückwärts,, zu drehen". Und wenn diese sonderbaren « Hüter schweizerischer- Eigenart t> auch 5 mit aller Kraft ..in die; Speichen greifen, die Verkehrswirtschaft stellen selbst sie nicht auf den Kopf. Dem. eigenen Lande aber,und nicht,zuletzt;den hart kämpfenden Bergbauern .leisten sie durch ihr Verhalten einen sehr schlechten Dienst. •- " > Im jüngsten Firianzprbgfarntn operiert der Bundesrat immer und" immer wieder mit deni gewiehtigten Wort f Vertrauen ?. Doch, wie sollen wir Automobilisten zu einer Behörde Vertrauen"""" ~< : :" '•> "-i- y ' haben,, die immer nur nehmen,, aber selbst die bescheidensten "Wünsche, auch wenn diese,jm Jtiter.e.s.se. des gesamten Landes liegen, nicht erfüllen will ?"Und nun" gar 'die Beerdigung* der Alpens|trasseninitiative in irgend einer bundesrätlichen Schublade, wie übrigens auch die Verschleppung der Bundesbahnsänierung, sind bestimmt nicht dazu angetan, Vertrauen zu wecken. : . ' ~ Zu Ehren unserer Parlamentarier hoffen wir allerdings annehmen zu dürfen, es werde dieser eigenartige Korrjmissionsvorschlag anlässlich der bevorstehenden Tagung der eidg. Räte , wenigstens, nicht nur vom engen Standpunkt des «Sparens um jeden Preis» beurteilt. Auch wir trqten für namhafte Einsparungen ein, aber für in die Tat umgesetzte Einsparungen, nicht nur papierene. Mit einer Verteuerung von Brot, Fett, öl, Zucker und Benzin, der Erfordernis eines Zollquittungsstempels und dem Spritbeimischungszwang allein ist es nicht getan, auch dann nicht, wenn ein Abbau der Bundeslöhne und der Subventionen ins, Fiskalprogramm einbezogen''wird.. ~ £ . ... . , «Der Export "Ist der Schlüssel zur Wiedergestmdung der Volkswirtschaft», verkündet laut der Bundesrat. Nicht weniger wichtig erscheint uns aber auch der Indirekte Export durch internationalen ^utotourismus. Zu dessen Entwicklung aber ist es nötig, die Fahrwege, speziell diejenigen über die Alpen, derart zu gestalten, dass sie ohne Gefahren auch benutzbar sind. Gepflasterte Strassen allein auf den Prospekten ziehen auf die Dauer nicht. Wenn irgend eine der viel diskutierten Arbeitsbeschaffungsvorlagen unserer gesamten Volkswirtschaft einen grossen Dienst zu JeisterF verspricht, so trifft dies sicherlich in erster Linie für den Ausbau unseres verwahrlosten Alpenstrassennetzes zu. , Wir geben ohne weiteres zu, bezüglich dieser immer dringender nach Lösung verlangenden Probleme wurde auch von Automobilistenseite sehr ungeschickt manöveriert. Anstatt im Interesse des gesamten Landes sich auf einige ' wenige Strassenzüge »zu beschränken, Hess man an allen Ecken und Enden die Begehrlichkeiten sich ins Unermessliche steigern. Anstatt aus der verfuhrwerkten Eisenbahnpolitik die nötigen Lehren zu ziehen, schoss auf strassenbaupolitischem Boden eine noch üppigere Kirchturmpolitik ins Kraut. Anstatt sich nach den vorhandenen Mitteln zu richten, arbeitet man täglich* neue Millionenprojekte aus, handle es sich nun um Alpenstrassentunnels oder neue Basisdurchstiche für Eisenbahnen. Gelingt es nicht, und zwar in nächster Zeit, die zahllosen persönlichen Ambitionen, die divergierendsten Kantons-, Gemeinde- und Talschaftsinteressen einem höheren Gesichtspunkte, d. h. einem dem gesamten Landesinteresse und der gesamten Automobilwirtschaft dienenden, unterzuordnen, so müssen wir Automobilisten uns selbst an der Nase nehmen, wenn sich das Parlament erlaubt, nach Belieben mit uns umzuspringen. Zum Sistierungsbeschluss selbst ist zu sagen, dass eine Inkraftsetzung desselben unmöglich erscheint, vorausgesetzt, unsere Bergkantone und Automobilisten wehren sich mit aller Energie gegen solche Vorschläge, mag auch die Opposition der letztern nochmals als «unerhörte Sprache» bemängelt werden.. Bereits hat auch der Kleine Rat des Kanip'njs. Graubünden in einer Extrasftzung zum Vorgehen der nationalrätlichen Finanzkommission Stellung genommen und die zuständigen eidg. Behörden auf die daraus resultierenden schwerwiegenden Folgen aufmerksam gemacht. Hoffentlich bleiben die andern Kantone, wie Uri, Nid- und Obwalden, Glarus, Bern, Wallis und Tessin nicht auf der Bärenhaut Hegen, sondern schliessen sich dem bündnerischen Vorgehen ebenso forsch an. Doch auch die Schweiz. Hotellerie hat alle Ursache, den Vorschlag Keller unerbaulich zu finden, weiss doch dieser Erwerbszweig aus eigener Erfahrung gut genug, welch grosse Interessen auf dem Spiel stehen. Wy. Csveirozvei'kelai» Internationaler Automobilverkehr. Ueber den neuesten Stand der internationalen Vereinbarungen orientiert das eidg. Justiz- und Polizeidepartement die Kantone in einem Kreisschreiben wie folgt: I. Internationales Abkommen vom 24. April 1926 über Kraftfahrzeugverkehr : Island — Unterscheidungszeichen IS — ist dem internationalen Abkommen über Kraftfahrzeugverkehr beigetreten. Das Abkommen tritt für dieses Land am 1. März 1936 in Kraft. II. Internationales Abkommen vom 30. März 1931 über die Besteuerung der ausländischen Kraftfahrzeuge : Die schweizerischen Automobilisten sind auch'in den folgenden Staaten von der Vorweisung des internationalen Steuerausweises befreit;-Bulgarien, Grossbritannien mit Nordirland, Neufundland und Südrhodesien; Rumänien. Die Lage mit Bezug auf den internationalen Steuerausweis stellt sich nunmehr für die schweizerischen Automobilisten wie folgt dar: 1. Vertragsstaaten und Kolonien, die auf den internationalen Steuerausweis verzichten: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Finnland, Grossbritannien und Nordirland, Irland (Freistaat), Italien, Jugoslawien, Luxemburg, Niederlande, Niederländisch Indien, Neufundland, Portugal, Rumänien, Schweden, Spanien, Südrhodesien, Surinam. 2. Vertragsstaaten und Kolonien, die diesen Ausweis verlangen: Curacao, Goldküste (Kolonie, Aschanti, Nordgebiete, britisches Mandatgebiet Togo), Hongkong, Jamaika, Malta, Polen, Union der sozialistischen Sowjetrepubliken, Windwärts-Inseln (Grenada,. Santa- Lucia, St-Vinzenz), Zeylon, Zypern. Ski-Halter „MEWO" Fr. 45- Schnellste Montage, ohne Beschädigung des Daches. Befestigung der Slris mittels Traghaken, ohne Gurten und Lederriemen, verstellbar, für jede Wagenbreite. Erhältlich in Garagen und Zubehör-, geschalten. MEWO S. Ai,