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E_1935_Zeitung_Nr.102

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12 AUTOMOBIL-REVUE

12 AUTOMOBIL-REVUE Automobil-Revue — 102 lüecfiseCiaiikuny von Jlotwi und tBe&ue&sstoft Kosten treffen, — wobei alle drei Gesichtspunkte von gleich ausschlaggebender Bedeutung sein dürften. Welche praktische Bedeutung solche Pro-; blemstellung haben kann, — dafür einige Beispiele: Nach dem Fischer-Verfahren zur Benzinsynthese aus Kohle fällt ein Benzin an, das sehr stark klopft Wann ist es nun richtig, dieses Klopfbenzin klopffest zu machen, und wann ist es richtig, die Motoren so abzuändern, dass ihnen die grössere oder geringere Klopffestigkeit des Benzins gleichgültig ist? Beides ist möglich. Oder: Grosse Kraftstoffmoleküle sind billiger als mittlere und kleine. Für kleine Mole- Genau das Umgekehrte trifft aber auch zu. Wir haben es gelernt, in nahezu beliebiger Weise Kraftstoffe mit Qualitätskalorien, d. h. mit allen nur irgend gewünschten Eigenschaften, herzustellen. Wir können aus küle ist der Motor billiger und leichter, für Kohle Qasöl und Benzin machen, um dasgrosse schwerer und teurer. Wo liegt für bekannteste Beispiel zu nennen. Es ist das jeden Sonderfall der technische und wirtschaftliche Bestwert für Motorart und für schon eine umstürzende Tatsache, über die man sich heute nur immer wieder zu wun-dern vergisst: Im Weltkrieg nützte, mit Aus- raf tstof f ge w tnnung? nahme der kleinen Benzolerzeugung, der ganze Kohlenreichtum in bezug auf den Kraftverkehr und das Flugwesen nichts. Heute Der Einfluss des Motors auf die Entwicklung der Kraftstoffe. schon wäre einem kohlenreichen Land gegenüber ein Krieg nicht mehr so leicht auf der bewussten « Woge von Oel» zu gewinnen. In Zukunft wird es noch schwieriger sein. Dass also eine Wechselwirkung von Motor und Kraftstoff in grösstem Umfange wirksam ist, — darüber kann gar kein Zweifel sein. Um diese Wechselwirkung näher kennenzulernen und in ihren Auswirkungen zu ordnen, wird man am zweckmässigsten die beiden Grenzfälle untersuchen, welche das Feld der Wirklichkeit umschliessen. In anderen Worten: Man wird erst einmal den Motor als konstant, als gegeben, als unabänderlich hinstellen und sehen, was geschehen ist oder noch geschehen könnte, um die Kraftstoffe den gegebenen Motoren anzupassen und die nötigen Kraftstoffmengen nach den Wünschen der Motoren herzustellen. Dann wird man das Umgekehrte tun und die vorhandenen oder denkbaren Kraftstoffe als gegebene Grossen hinstellen und untersuchen, durch welche Abänderungen am Motor man diese gegebenen Kraftstoffe zu vorteilhafter motorischer Verbrennung bewegen kann. In dem so gebildeten Feld der Möglichkeiten wird man die Auswahl nach Beschaffbarkeit der Kraftstoffe, nach Betriebsbrauchbarkeit der Motoren und nach den Modell 1933, mit 6-Zylinder-Dieselmotor, und zwar wegen Anschaffung eines grösseren Wagens. 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Er stellte seine im Laufe der Zeit sich nicht allzusehr ändernden Forderungen an den Kraftstoff, und man war bestrebt, den Kraftstoff so herzustellen, wie er dem Benzinmotor am angenehmsten war. Weil der Motor aus Benzin und Luft ein Gemisch herstellt, welches durch die Saugleitung in den Verbrennungsraum geführt werden muss, ging es nicht anders, als dass der Kraftstoff bestimm-r ten Vorschriften an Flüssigkeit und an Reinheit (Harzfreiheit) genügte. Weil die Motoren im Interesse ihrer Literleistung und Sparsamkeit höher verdichtet werden sollten, ging es nicht anders an, als die Kraftstoffe klopffester zu machen, Crackverfahren, Bendie elektrische Kiihlwasserheizung hält, ohne den Wasserumlauf zu hemmen, Motor und Schmierung EÄch in warm und ermöglicht dadurch sofor- 200u.300Watt. tiges Starten. Zuverlässiger Frost- Bei Bestellung schütz; ersetzt Garageheizung. Wagenmarke Preis Fr £S Occasionswagen abzugeben und kaufen für den Gegenwert Lacke und Spritzfarben. Eilofferten nnt. 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(Tetraäthylblei zum Beispiel bedang als weitere Folge den Zusatz von sonst sehr unerwünschten Chlorverbindungen zum Kraftstoff, um das Blei an schädlicher Ansammlung im Motor und von neutralisierenden chemischen Zusätzen, um die aus dem Chlor entstehende Salzsäure an betriebsstörenden Korrosionen zu verhindern.) Und als die Mengen an leichtflüchtigem Kraftstoff aller Art für den wachsenden Verbrauch der Motoren nicht ausreichten, bemühte man sich, durch Crackverfahren und synthetische Verfahren andere Rohenergien in das gewünschte Benzin zu verwandeln. Die Einführung selbst von Benzol und Alkohol als Mischungsbestandteile stiess auf starken Widerstand der Motorseite. Um die Freiheit von leichtflüchtigen Kraftstoffen zu erobern und dabei dem Benzinmotor nicht, wehe zu tun, beschreitet man den reichlich umständlichen Weg, feste Brennstoffe, wie Holz, Brennkohle, Schwelkoks usw., in Generatorgas zu verwandeln, weil das der Motor ohne wesentliche Änderungen zu verarbeiten vermag. Die erfreuliche Folge solcher Ansprüche des Automotors war eine ausserordentliche Entwicklungs der Kraftstofftechnik. Wäre der Motor nicht so anspruchsvoll gewesen, hätten wir beispielsweise wahrscheinlich heute kein Crackverfahren und keine Benzinsynthese. Aber dass die Neigung zu starren Kraftstoffnonmen andererseits zur Erstarrung in Motorenbau verleitet, das ist auch richtig. Der Dieselmotor ist erst vor einigen Jahren für das "Motorfahrzeug brauchbar gemacht worden. Schon beginnt auqh er, seine Ansprüche an die Kraftstoffchemie zu stellen. Man verlangt, dass das Dieselöl sehr zündwillig sei. Man beginnt zu verlangen, dass bestimmte Schwefelverbindungen aus ihm entfernt werden, damit die Abgase weniger stark riechen. Kein Zweifel, dass bei weiterer Ausbreitung des Fahrzeugdieselmotors, der bekanntlich ja viel anspruchsvoller ist als der ortsfeste Dieselmotor mit grossem Hubraum und niedriger Drehzahl, sich die Ansprüche an die verschiedensten Eigenschaften des Dieselöls noch steigern werden. Insgesamt hat man den Eindruck, wie wenn in den letzten Jahrzehnten der Motor besonders anspruchsvoll gewesen sei, und man darüber fast die Möglichkeit vergessen hätte, dass man ja auch umgekehrt den Motor an den Kraftstoff anpassen kann. •• JyllA SS 12a § 4-t-Dreiseitenkipper KHHHHH*' Fr. 7500.— Einbau von hydraul. OELDRUCKBREMSEN Verloren und Volt im ,,.. ,. , , * , „ . , „ , „ Lichtnetz an- I" r diverse Marken Spezial-Modell Uebernehme wöchentlich Fuhrungen aller geben. Fr. 35.—. u. Art mit grossem 3-Tonnen-Camion aus allen Gegen- Hch. Eichenberger, Zürich-Altstetten VORDERRADBREMSEN den der Ostschweiz. 70224 Badenerstr. 735 Auto-Reparatur-Werkstätte Telephon 55.247 mit mech. od. hydraul. 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Hahn, Herzenthalstrasse 655. Dornach. 69827, Zu verkaufen gebrauchter Zu verkaufen Ferien« Chalet möbliert, in schönster Lage ADELBODENS, zu verkaufen Sich wenden unter Chiffre 70239 an die Automobil-Revue, Bern. Der Einfluss der Kraftstoffe auf die Entwicklung der Motoren. In den letzten 10 Jahren allerdings hat man dieser Möglichkeit steigende Aufmerksamkeit geschenkt. Grund dafür waren wohl weniger allgemeine Ueberlegungen, oder etwa der Umstand, dass zum Beispiel der Otto- Flugkolbenmotor, bei welchem der Kolbenlauf sich zeitlich dem Ablauf der chemischen Verbrennungsreaktion leichter anpassen kann, als im Kurbelmotor, sich dafür mit einem auch heute noch erstaunlich günstigen Wirkungsgrad bedankte. Veranlassung für diese Bestrebungen war vielleicht vor allem die Tatsache, dass man bei dem riesenhaft anschwellenden Verbrauch an Kraftstoff den hochgesteigerten Ansprüchen der Motoren einfach nicht mehr nachkommen konnte. Gemeint sind mit der Anpassung der Motoren an die Kraftstoffe übrigens hier nicht solche bauliche Notwendigkeiten, wie etwa der Ersatz der üblichen Ventilstähle durch Chrom-Silizium-Stahl, wie er in U. S. A zur Vermeidung von Korrosionsschäden durch Bleibenzin durchgeführt wurde, oder die Wahl besonderer Kurbelgehäusedichtungslacke bei Betrieb mit alkoholreichen Kraftstoffen, oder auch die Wahl kupferfreier Kraftstoffsysteme an Stelle der Befreiung der Kraftstoffe von aktivem Schweel, obwohl sie logisch auch hierher gehören. Grundsätzlich besteht das Bestreben, den Motor zum Kraftstoff passend zu bauen, darin, in dem Verbrennungsmotor weniger eine Maschine als einen chemischen Apparat zu erblicken. Dies zeigt sich praktisch in dem neuzeitlichen Bestreben, nicht mehr die thermodynamischen Grenzfälle der Glaichraum- und der Gleichdruckverbrennung anzustreben, obwohl dieses Bestreben sich in der Vergangenheit als wertvoller Führer erwiesen hat, dem vor allem die hohe Leistung und der niedrige Verbrauch der heutigen Verbrennungsmotoren zu verdanken sind. Für langsamlaufende' grossräumige Motoren ist die Annäherung an die thermodynamischen Grenzfälle möglich und vorteilhaft Bei schnelldrehenden kleinräumigen Motoren aber werden die Einflüsse der Verbrennungsraumformen und -Wandungen und der Reaktionsgeschwindigkeit so gross, dass man andere Wege beschreiten muss, um — wenn auch unter Opfern an Wärmewirtschaftlich- Zu verkaufen "•C FORD 8 Zyl., Limousine, 2tüng, 1934, 19 PS, braun. Preis Fr. 3100.— FORD 8 Zyl., Limousine, 2tüng, 1935, 19 PS, schwarz. 7

' N° 102 — FREITAG, 20. DEZEMBER 1935 AUTOMC L-REVUE 13 F E U I L L E T O N BJumenhölle am Jaclnto. Urwalderlebnis. Fortsetzung von Seite 1. Diese brechen in lautes Wutgeschrei aus, tanzen gleich Teufeln am Waldrande. Und aus dem Wasser, das der Amerikaner durchschifft, schauen die stumpfen Schnauzen von Krokodilen. Langsam kriecht das seltsame Floss, auf dem ein schlammbespritzter Mann kniet, über die blitzende Fläche. «Schneller, Henderson, in zwei Stunden ist's Nacht!» schreie ich im Anblick der Gefahr. Er ruft etwas zurück, aber das Trommeln übertönt die Worte. Die Indianer rücken näher. Sie springen in Sätzen hoch über das Gras, halten wieder ein, um sich neuen Mut anzutanzen, und sich von den teuflischen Trommeln aufs neue aufpeitschen zu lassen. Bald werden sie in Pfeilschussweite kommen! Dreimal drücke ich ab, und drei braune Männer schnellen hoch, überschlagen sich rücklings, versuchen dann, in den Schatten des Urwaldes zurückzukriechen. Die andern rasen davon, sind nun wieder dort, wo sie zuerst aus den Bäumen hervortraten. Eintönig rasseln Trommeln. Uno und Dos sitzen im Grase und rauchen, blicken nicht rechts und nicht links. Drei braune Männer, auf denen das Sonnenlicht grell gleisst, kriechen qualvoll ihren Stammesbrüdern nach, die sich nicht im geringsten um sie kümmern. Das. erbost mich, und nochmals kracht der Karabiner. Wie durch Zauberei sind die Caripunhas im Walde verschwunden! Nur die Trommeln lärmen noch, und drei nackte Gestalten schieben sich langsam durch das grüne Gras. Ich drehe mich wieder um. Hendersons Floss berührt eben die Insel, er zieht die Kisten aufs Ufer, löst das Machetemesser vom Gürtel, und dumpf dröhnt es herüber, als er ohne Zögern einen grossen Palmetto zu fällen beginnt. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie zwei der Verwundeten eben im Schatten des Urwaldes verschwinden, der dritte liegt still und unbeweglich da. Geschrei. Trommeln und das klingende Dröhnen des Machete. Uno und Dos hocken rauchend im Gras. Henderson arbeitet wie ein Berserker. Und meine Seele singt ein Loblied dem Palmetto, .jenem köstlichen Geschenk des Himmels, aus dem geschickte Hände in kürzester Zeit das rettende Boot zimmern können. «Eile dich, Freund, bald kommt die Nacht und mit ihr die Blasrohrmänner!» Aber ich will nun eine Pfeife rauchen und nachdenken. Ob es dieselben Caripunhas sind, deren Gäste wir waren und von denen wir Hängemattenseile, aus starken, blauschwarzen Frauenhaaren geflochten, gegen porzellanene Hundezähne eintauschten! Ah, wenn es Hundezähne waren, die ihr wolltet, dann hätte ich euch gerne alle gegeben, die wir noch haben, wenn damit Tres zu erhalten gewesen wäre. Wenn ihr aber hinter unsern Köpfen her seid, so will ich gerne dafür sorgen, dass neben die stille Gestalt dort auf dem Grase noch mehr zu liegen kommen! Rauschend stürzt der Palmetto drüben, und mit Triumphgeheul macht Henderson sich an das Abstutzen und Aushöhlen. Hoch oben fliegt ein Kranich. Aus dem Wasser ragen stumpfe Schnauzen, und kleine, starre Augen beobachten uns. Im Urwald rasseln Trommeln. «Henderson! Gleich sinkt die Sonne!> Stumm sitzen die beiden Indianer und rauchen. Ich betrachte sie fast furchtsam; zucke dann die Achseln und breche in hysterisches Lachen aus. Wann werde ich die Gedankengänge dieser beiden erraten? Denken sie überhaupt? «Henderson, eile doch!» Er brüllt etwas zurück, und lauter klappert die Drohung der Caripunhas. Der Gewehrkolben fühlt sich an wie ein treuer, verlässlicher Freund. Wieder weht lautes Gebrüll von der Insel, und Henderson staut die Kisten in das fertige Fahrzeug, steigt selbst ein, und jetzt schaukelt der Palmetto heran. In wenigen Minuten ist er bei uns, der Yankee springt froh lachend aufs Gras. Uno und Dos erheben sich, legen die Gegenstände in die Behälter zurück, und wir reissen die Orchideenkiste auf, beugen uns angstvoll darüber, denn es wäre schrecklich, falls Wasser eingedrungen ist. Nein, kein Tropfen! In weichen Wattebetten ruhen die eingetrockneten Pflanzenteile, um deretwillen wir Himmel und Hölle stürmen würden, und für die wir bisher mit dem Leben eines Kameraden, mit Fieber und fiebertollen Strapazen zahlten, wohl auch mit etlichen Indios, von denen einer dort drüben wie ein brauner Klumpen in der Sonne glänzt. Horch, die Trommeln im Walde! Und das Geschrei, als wir einsteigen, das Kanu ausbalancieren und mit zwei' primitiven Paddeln schnurgerade in das Labyrinth der Seen und Sümpfe halten! Auf der Wiese rasen wütende Caripunhas. Gerade geht die Sonne unter. Schnell entsteigen violette Dünste dem Wasser und hüllen alles in gespenstisch wogende, opalisierende Schatten ein. Henderson spricht: «Kalkuliere, dass wir uns nun volle drei Tage und Nächte auf dem Wasser herumtreiben werden. Dann suchen wir wieder das Sertao auf, und ich habe die Empfindung, dass wir nachher die Roten verloren haben, 's ist Zeit, dass wir wieder 'n paar Orchideen finden!» Uno und Dos rudern. Langsam sucht sich die Curiaria den unsichtbaren Weg durch die Nebelwelt. Wie Charons Barke auf dem Styx. Erinnerung eines Fussball- Spielers. mich mit andern auf grünem, glatten Rasen. «Hör' auf, bei allem was recht ist. DuHunderte von Zuschauern umringen den machst mich verrückt. Mein Kopf dröhnt schon wie 'ne Kesselpauke, und vor den Augen sehe ich rot. In fünf Minuten fahren wir uns an die Gurgeln. Wir! Zwei weisse Männer, allein auf tausend Kilometer in der Runde!» Nach diesen Worten werfe ich mich zurück in die Hängematte. Ueber uns strahlt die Sonne wie ein Netz aus lauter Glutfäden. Das Kochfeuer raucht schwach. Uno und Dos hocken davor, kauen Affenfleisch. Gegen einen efeubekleideten Stamm lehnen die Gewehre, und im Sonnenlichte glitzern die Metalläufe wie starre hellgoldne Schlangen. Der Boden ist feste, schwarze Humuserde und nur dürftig bewuchert. Deshalb vernehme ich die ruhelosen Schritte Hendersons. Fünf Schritte hin, schnarrend dreht er um, fünf Schritte her. Endlos! Seit frühem Morgen schaue und höre ich zu, wie Henderson gleich einem Jaguar im Käfig auf und ab läuft. Jetzt ist's Nachmittag. Und manchmal bohre ich die Finger in die Ohren, wenn der Amerikaner den Mund öffnet. Es ist fürchterlich, in der grenzenlosen Wildnis mit einem Manne zusammen zu sein, der plötzlich seelisch zusammenbrach und nun stundenlang kichernd, schreiend, murmelnd und fluchend hin und her läuft. Und um uns hängen Orchideen. Dutzende verschiedener Blüten, gruppenweise zu Familien beisammen wachsend, der Zahl nach Hunderte oder Tausende. Der Amerikaner schreit: «Ich sage dir, alles ist umsonst, schätze ich. Sie kriegen uns doch noch mit ihren Blasrohren. He, wie werden wohl unsere klugen Köpfe aussehen, wenn sie der Zauberdoktor räuchert? Orchideen! Zur Hölle damit. Konnte Willis etwa dafür, dass sie ihn erwischten? War 'n ehrlicher, anständiger Kerl, wie je einer von Old England!» Wieder springe ich auf: «Noch sind wir hier, Mann. Und seit vielen Tagen sahen wir nicht die leiseste Spur von Indianern. Raff dich auf, Sam!» «Verflucht! Schätze, dass ich genug habe, Indianer oder nicht. Ich kann das nicht länger aushalten. Wie begraben ist man in diesem verfluchten Sertao. Begraben!» Er dreht sich um, tastet nach der Seite. Die Hand mit dem Revolver fährt wie ein blauer Blitz nach seiner Schläfe. Jahre fallen plötzlich von mir ab. Ich bin wieder ein schulpflichtiger Junge und bewege Platz. Und ein Ball fliegt über das Feld, von den Füssen eines laufenden, vierschrötigen Burschen getrieben. Rechts und links rennen andere in kurzen Hosen, bunten Trikothemden. Hinter mir steht ein vorne offener Kasten aus Holz und Netzwerk, darin ein Junge mit Handschuhen an, der aufgeregt hin und her hüpft und dem mit dem Ball anstürmenden Burschen entgegenspäht. Näher und näher kommt der Läufer. Schreie der Zuschauer feuern ihn an. Ein paarmal springt ihm einer entgegen, beide prallen zusammen, rasend schnell zickzackt jener, der den Ball treibt, hin und her, sein Angreifer stürzt, erhebt sich hinkend. Langsam laufe ich auf den Sieger zu. In gemächlichem Trab, die Schultern schwingend, bereit, den plötzlichen Hakensprung des Feindes zu vereiteln. Nun ein paar blitzschnelle Sprünge, ein Stoss mit der Hüfte gegen einen Körper, und der Ball ist mein, hüpft vor mir her den Weg zurück, den er gekommen ist. Ein Ausholen mit dem rechten Fuss, scharf dröhnt der Ball und saust dann in flacher Kurve weit, weit von mir weg. Triumphierend bleibe ich stehen, schöpfe Atem und stütze die Hände in die Hüften. Und in der Runde gellt tobendes Geschrei, der Beifall der Zöglinge dreier Wiener Mittelschulen.— (Fortsetzung folgt.) mit dem revidierten Nummernverzeichnis Es wurden weder Mühen noch Kosten gescheut, um den neuen Automobil-Kalender seinen bisherigen Bestellern auf Weihnachten liefern zu können. Wer mindestens auf Neujahr in seinen Besitz gelangen will, reiche untenstehenden Bestellzettel entweder direkt oder einer unserer Verkaufsstellen (Buchhändler, Clubsekretariate oder den Geschäftsstellen der Hallwag) ein. Vordrucke für kaufmännische Rechnungsführung über die Ausgaben des Automobilbetriebes. Preis nur Fr. 7.50 Das ganze Jahr hindurch bietet dieses Werk Dem wirtschaftlich Denkenden: Dem Tourenfahrer: Dem Privatmann: Eine Uebersicht über zweckmässigen Wagenunterhalt und sparsamen Fährbetrieb. Ein Verzeichnis der häufigsten Pannen und der Zahlreiche illustrierte Hinweise auf technische Mittel zu deren Beseitigung. 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