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E_1936_Zeitung_Nr.003

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12 Automobil-Revue —

12 Automobil-Revue — lierte Augen (die entsprechenden Zahlen sind für Baden 22,9 für Italien 20,6 Prozent). Die als germanisch bezeichneten Rasserimerkmale sind also in der Schweiz nicht gerade häufig anzutreffen, und wenn wir ihrer geographischen Verteilung nachgehen, beobachten wir keineswegs ein Abnehmen der Blonden nach dem Süden zu. Einzelne Gegenden scheinen stärkeren alemannischen Einschlag aufzuweisen als andere, in denen das blonde Element beinahe fehlt. Der nördlichste, unmittelbar an das badische Gebiet grenzende Kanton, Schaffhausen, zählte nur 10 Prozent Blonde, ziemlich genau so viele wie die Waadt. Auch der Gotthard ist als Wasserscheide durchaus keine Trennungslinie zwischen Blond und Schwarz, wie das fälschlich so oft geglaubt wird. Der Tessin zählt 12 Prozent Blonde, das Deutsch sprechende Glarnerland dagegen nur 7, Obwalden sogar nur 2 Prozent! Der braune Typus überwiegt in Graubünden und im Tessin, er ist aber auch stark vertreten in Zürich, Schaffhausen, Unterwaiden und im Appenzellerland. Am zahlreichsten aber sind bei uns, wenn wir die Gesamtschweiz betrachten, die gemischtfarbigen Typen, die beinahe die Hälfte der Bevölkerung ausmachen. Dem Gesagten mag man entnehmen, dass jeder, der nach der Rassenzugehörigkeit unseres Volkes forscht, sich auf ein unsicheres Gebiet begibt, und man kann sich schon fragen, ob der Rasse im anthropologischen Sinn wirklich der Wert und die Bedeutung zukommt, den man ihr mancherorts geben möchte — und ob sie bei der körperlichen und seelischen Formung des Menschen und seiner Welt eine so ausschlaggebende Rolle spielt. Unter Rasse verstehen wir eine gewisse Einheitlichkeit der körperlichen und seelischen Merkmale oder Wesenseigenschaften beim Menschen und bei den Haustieren. In der Schweiz weiss man jedenfalls über Vieh- und Hunderassen besser Bescheid als über die Menschenrassen, und es herrscht über jene eine bedeutend grössere Einigkeit bei den Sachverständigen als über diese. Wenn man von Menschenrassen spricht, geht man meist von der völlig unbewiesenen Voraussetzung aus, Rasse sei etwas Althergebrachtes und Ursprüngliches, während man sie mit dem gleichen oder vielleicht mit noch grösserem Recht als das Endprodukt einer jahrhundertelangen Blutmischung und Anpassung an einen bestimmten Lebensraum ansprechen darf. Jedenfalls — und das ist hier besonders zu betonen — ist die Rasse nichts absolut Feststehendes und Bleibendes, sie ist ein Gewordenes, aber auch ein Werdendes, wie das Leben überhaupt. Das Beispiel der Rassenbildung in Nordamerika, wo Einwanderer von verschiedenster Herkunft unter dem Einfluss von Natur und Kultur zu einem neuen, einheitlichen, für das Land typischen Menschenschlag sich entwickelt' haben, ist unsern Standpunkt zu stützen geeignet. Letzten Endes mögen aber die Biologen das Grundsätzliche daran entscheiden, ob Rassenreinheit am Anfang oder am Ende der Spovterei^nisse der Wodve 10. n. n. 11./13. 11. u. 12. 11. 11.—14. 12 19. Zermatt St. Moritz Engelberg Zermatt Grindelwald Gstaad Caux s/Montreux Zermatt Adelboden Caux s/Montreux sagen Sie verehrte Leser und Leserinnen zu unserer neuen Beilage? Ihre Meinungsäusserung ist uns wertvoll. Greenland Shield Eishockeymatch gegen Canada (Eisstadion) Slalom-Kennen, offen Langlauf Britische off. Skimeisterschaften D. Winter-Corso Damenteams- Eishockeymatch (Schweiz. Meisterschaft) Meisterschaft des S. C. Zermatt: Vierer-Kombination A.C.S. Wintersportwoche Kunsteislaufen der französischen Meisterläufer Eishockeyznatch Canada/Davos Woche v. 12.-Davos 18. Jan. 12. Freiburg Eiswalzerwettbewerb der «Association romande de patinage artistique » 12. Murren Eislauf-Wettbewerb 12. Montana-Vermala Alljährl. Motoskikjöring-Rennen 12. Leukerbad 12. Münster (Wallis) 12. St. Moritz Skisprungkonkurrenz Langlauf des Skiclubs Münster Internat. Windhundrennen (St. Moritzersee) 13. u. 26. Jan. Wengen Ski-Sprungkonkurrenzen 3. u. 16. Febr, Gungfrauschanze) 13./14. Kandersteg Curling-Wettspiele 13./14. Zürich Konzerte unter Mitwirkung des Gemischten Chors Zürich und von Solisten 14. Kandersteg Skisprungkonkurrenz (Kandersteg-Silberbecher) 14. Basel Symphoniekonzert. Leitung: Dr. Felix Weingartner 14. Kleine Scheidegg Skirennen 15. Adelboden Abfahrtsrennen lS.Jan.-Ende Zürich Ausstellung «Der Jugendliche März in der Freizeit» (Pestalozzianum) 2. Hälfte Jan. St. Moritz Curzon Cup- Rennen (Cresta Run) 16. Zürich Klavierabend Jean-Marie Robinault 16. Morgins Skirennen Was Automobil-Revue, Bern ./irTfl ZÜRiCNMFNSTR.« Privat- Detektiv büro «ARGUS» gegr. 1890, Zürich, Goethestrasse 12, Teleph. 44.195, besorgt überall Auskünfte, Beobachtungen, Nachforschungen etc. Vor Kälte ist die Luft erstarrt, Es kracht der Schnee von meinen Tritten, Es dampft mein Hauch, es klirrt mein Bart; Nur fort, nur immer fortgeschritten! Wie feierlich die Gegend schweigt! Der Mond bescheint die alten Fichten, Die, sehnsuchtsvoll zum Tod geneigt, Den Zweig zurück zur Erde richten. Fort, friere mir ins Herz hinein, Tief in das heissbewegte, wilde! Dass einmal Ruh mag drinnen sein, Wie hier im nächtlichen Gefilde! Völkerschicksale auftritt und Veranlassung zu einem mehr oder weniger ausgeprägten Selbstbewusstsein und Hochmut berechtigt. Dass Rassen und Sprachezugehörigkeit zwei ganz verschiedene, auf dem Gebiet der Schweiz sich vielfach überschneidende Erscheinungen sind, dafür liefert uns die Westschweiz das klassische Beispiel. Die eingesessene gallokeltische Bevölkerung nahm von den Vertretern des römischen Imperiums die lateinische Sprache und Kultur an, weil sie derjenigen der Unterworfenen überlegen war; die Burgunder — eine germanische Völkerschaft — die die Ufer des Genfersees im 5. Jahrhundert in friedlicher Eroberung in Besitz nahmen, vermochten von ihrer Sprache nur ein paar spärliche Reste zu retten, so rasch gaben sie ihre kulturelle Eigenart inmitten der übermächtigen Umgebung auf. Aber ihr Blut kreist heute noch in den Adern vieler Westschweizer. Man wird aus unserer ganzen Darstellung entnehmen, wie unbestimmt und unberechtigt die Behauptung ist, dass die schweizerische Bevölkerung aus Romanen und Germanen bestehe. Wenn auf einen alten Baum neue Reiser gepfropft werden, die andere Blüten und andere Früchte hervorbringen als der Baum früher trug, so hat das Samenkorn, das den Baum hervorbrachte, und so hat auch das Erdreich, auf dem er wurzelt, sich nicht verändert. Urteile über die Prachtsmonographie „Der Bund": Winternacht Von Nikolaus Lenau . . . Wir treten ein in die Herrlichkeit der 223 Bilder, aufgenommen von den bekanntesten Künstlern der Kamera, eine unerschöpfliche Fülle an landschaftlicher Pracht und volkstümlicher Kultur. Aufzählen oder einzelnes herausgreifen, hat keinen Sinn. Die Texte, links daneben gedruckt, sind von der gleichen Varietät: da zweckdienlich geographisch oder historisch sachlich, dort mit einem Schuss Lyrik, Humor oder auch Spott. . . Um zu seh Hessen: das Werk ist eine Tat, die gleicherweise seinen Gegenstand, Land und Leute des Wallis, wie den Herausgeber, die Mitarbeiter und den Verlag ehrt — für die Freunde des Wallis ein über alle Massen kostbares und gehaltvolles Geschenk. „Neue Zürcher Zeitung": Eines herrlichen Geschenkes darf sich rühmen, wer das grosse, bei Hallwag erschienene Buch Ober das Wallis unterm Christbaum finden sollte. Staunend blättert man dieses Panorama durch und kommt nicht aus dem Staunen heraus Ober so viel kühnen Erfindergeist der Schöpfung. Dieses Bilderbuch ist ein bezauberndes Heimatbuch. „National-Zeltung": Das schone Werk Ist nicht auf den Ton der „Fremdenverkehrswerbung" gestimmt: dass es dazu verlockt, zum Wanderstab zu greifen, dafür sorgen die prächtigen Bilder von selber, die uns aus dem Rhonetal in alle die Seitentäler hineinführen und uns Natur und Landschaft, Bauten und Sehenswürdigkeiten und ein bodenständiges, stark in seinen Traditionen ruhendes Volk bei Arbelt und Feier vorführen. 40 Photographen haben an diesem Hauptteil mitgearbeitet und ein Bildermaterial vereinigt, wie es in dieser Fülle und Auslese bisher nicht beisammen war. ..Basler Nachrichten": Der erste Band der Serie „Pro Helvetia" liegt nun vor,, und, um das gleich vorwegzunehmen, er ist ein prachtvolles Werk geworden. Im ersten Teil wird einem der Kanton Wallis durch die Feder nahegebracht. Am eindrücklichsten sind die mehr als zweihundert Photographien. Es sind hier alles meisterliche Aufnahmen zusammengetragen worden, das Typische erfassend und dessen Schönheit unterstreichend, so dass man sich nach Betrachten dieses wertvollen aeschenkbuches berechtigterweise sagen kann: So ist das Wallis. 2BafH* Wir haben gesehen, dass das Schweizervolk eine komplizierte, schon in dunklen Vorzeiten verbreitete Rassenmischung darstellt, und dass es ein unmögliches Unterfangen ist, diese Mischung heute in ihre Elemente zerlegen zu wollen. Viel wichtiger und wertvoller scheint uns dagegen die Feststellung, dass in der geschlossenen Landschaft, die den historischen Kern und Ursprung des Schweizervolkes darstellt, sich trotz der rassischen und sprachlichen Verschiedenheiten durch jahrhundertelanges, auf freiwilligem Entschluss gegründetes Zusammenleben ein schweizerischer Menschenschlag mit ganz bestimmten nationalen Charaktereigentümlichkeiten herausbilden konnte. Wenn das die politische Sonderentwicklung der Schweiz auch nicht zu begründen vermag, so dient es doch wesentlich zur Erklärung und Erkenntnis schweizerischer Eigenart. Diese Eigenart hat schon Martin Luther gespürt, als er, ein knappes Menschenalter nach dem Schwabenkrieg, zu Marburg dem Schweizer Zwingli entgegenwarf: «Ihr habt einen andern Geist als wirl» „Thurgauer Zeitung": herausgegeben von Walter Schmid Vorabdruck aus dem zweibändigen Werk «Confeederatio Helvetica. Ein Schweizer Heimatbuch», das von Hans Richard Müller herausgegeben, demnächst im Verlag Bohnenberger in Zürich erscheint. „Wallis" ist wohl unbestritten eines der schönsten Werke auf dem schweizerischen Büchermarkt dieses Jahres, vielleicht das schönste Oberhaupt und vielleicht auf lange Zeit hinaus. Das ist nun einmal ein Prachtwerk In des Wortes bestem Sinn, nicht eine sogenannte „Prachtausgabe" einer entschwundenen Zeit, sondern ein Werk, das der Grosse des Gebietes und der Majestät der Berge angepasst ist. Man könnte glauben, die rund 70 Selten Text hätten einem schon genug gesagt und man dOrfe, wenn man sie gelesen habe, wohl glauben, man wisse nun etwas von diesem vielfältigen und reichen, gegensätzlichen und doch wieder geschlossenen Land. Aber die Hauptsache kommt erst. Das Wunder der Ober 200 Bilder. Das hat man bis jetzt noch nirgends gesehen, eine so reiche und so ausgezeichnet zusammengestellte Bilderfolge. Immer führt einen der knappe und klare Text des Herausgebers durch das Land, das die Bilder zeigen. In dieser Form sind Bilder bis jetzt noch nie In einem Buch gezeigt worden; die Erläuterungen — fünf bis zehn Zellen neben dem Bild, ganz bescheiden und unaufdringlich — sagen einem gerade das, was man wirklich gerne wissen* möchte, machen einen gerade auf das aufmerksam, was man, zu Unrecht, vielleicht übersehen konnte. Text und Bild in diesem ganz herrlichen Buch lassen im Beschauer den Begriff des Wanderns wieder wach werden, auch wenn er zu Hause sitzt und das Buch am Schreibtisch durchblättert. Ist ein Buch der Belehrung und Erinnerung, ein Band, der in jede gute Bibliothek gehSrt. Alles, was sich zwischen Rhonegletscher und Genfersee, Konkordiaplatz und Dufourspitze erhebt, alle Täler, Stadtchen und Dörfer werden durch das prächtige Werk erfasst. — Der Inhalt zerfällt in zwei Teile: den Text und die Bilder. Der erstere umfasst 64 Selten mit über 30 Zeichnungen, der letztere 225 Bilder im Format '2x17 und 17x24 cm. Preis des Ganzleinenbandes Fr. 45 in Haih'nder Fr 55— Verlangen Sie den kostenfreien, reich Illustrierten Prospekt oder lassen Sie sich das prächtige Werk von Ihrem Buchhändler unverbindlich vorlegen. Verlag Hallwag Bern Winterwetter in den Schweizer Alpen Ein wenig Wetterkunde. Jeder, der schon das Glück erlebt hat, im Winter einen kürzeren oder längeren Aufenthalt in einem Kurort der Schweizeralpen zu machen, hat an sich selbst die beseligende und körperlich wie seelisch gleich wohltuende Wirkung sonnigen Winterwetters erfahren dürfen. Langdauernde Perioden regelmässigen Sonnenscheins von intensiver Wärmewirkung bei tiefblauem Himmel sind im Gebirge keine Seltenheit. Dazu kommen die angenehme und gesunde Lufttrockenheit, Windstille und geringe Abkühlungsgrösse, die Seltenheit winterlicher Niederschläge, die zudem stets als leichter, fröhlicher Schnee und nicht als Regen fallen und über den Boden eine dichte, weisse Schneedecke breiten, die Auge und Herz des Sportlers erfreut — alle diese Züge zeichnen das Bild des Winterklimas an den Kurorten der Schweizer Alpen. Im Sommer haben Hochgebirge und Niederung in Mitteleuropa ganz ähnliche Witterungsbedingungen. Bewölkungs- und Sonnenscheinverhältnisse sind einander in der Höhe und in der Tiefe dann recht ähnlich. Ganz anders verhält es sich aber im «Winter. Dann ist im Gebirge die Witterung im Durchschnitt noch ärmer an Feuchtigkeit und Bewölkung als im Sommer, während in der Niederung dann die feuchte, trübe und wolkenreiche Jahreszeit herrscht. Was ist drum natürlicher als die verwunderte Frage: Woher kommt im Winter dieser grosse Wifterungsunterschied zwischen Gegenden, die nahe benachbart sind und im Sommer im ganzen ähnliches Wetter haben? An Hand feiniger meteorologischer Ueberlegungen ist es nicht schwierig, das Rätsel zu erklären, aus welchen Gründen das schweizerische Hochgebirge im Winter so sehr bevorzugt ist vor den übrigen Gegenden Europas, auch bevorzugt vor den meisten andern Gebirgszügen unseres Kontinents. Die durchschnittliche Wetterlage Mitteleuropas in den verschiedenen Jahreszeiten lässt sich folgendermassen charakterisieren: Im Sommer führt uns ein Hochdruckskeil von Westen her vorwiegend^ maritime Luftmassen zu, die zu Schönwetterperioden mit Gewittern führen. In den Uebergangsperioden, Frühling und Herbst, verursacht der Vorbeizug vieler Tiefdruckgebiete über Nordeuropa auch bei uns häufige Wetterstörungen, die Tiefland und Alpennordseite gleichermassen betreffen. Im Winter dagegen lagert über dem Alpengebiet häufig eine Hochdruckzone, die zu uns trockene, kontinentale Luftmassen heranführt. Die Hochdruckwetterlage ist arm an Feuchtigkeit und an Wolken; sie trägt zudem den Keim ihrer Stabilität selbst in sich — da in den klaren Ausstrahlungsnächten die Luft sich stark abkühlt, wird sie schwer, was zu einer Steigerung des Hochdrucks führt. Bei dieser Hochdruckwetterlage entwickelt sich nun folgender Witterungsverlauf: In den Gebirgslagen lösen sich bei der dort herrschenden grossen Lufttrockenheit durch das Absinken der Hochdruckluftmassen die Wolken auf. Wolkenloser Himmel und tagsüber ununterbrochener, intensiver Sonnenschein sind die Folge davon. Ganz anders in der Niederung mit ihrer viel feuchteren Luft; hier führt die nächtliche Ausstrahlung zu Abkühlung und Uebersättigung der Luft mit Feuchtigkeit und dadurch zu Wolken- und Nebelbildung. Die Folge davon ist eine dichte Hochnebeldecke über der Niederung; in der Nordschweiz liegt sie gewöhnlich in einer Meereshöhe von etwa 800—1000 m. Durch diese in verschiedener Meereshöhe ungleiche Auswirkung derselben Ursache erklärt sich die wichtige Tatsache, dass bei einer alpinen Hochdruckwetterlage während Wochen über dem mitteleuropäischen Tiefland eine dichte, undurchdringliche Hochnebeldecke lagert, während über etwa 1000 m Tag für Tag prachtvoller Sonnenschein vom tiefblauen Himmel strahlt. Beim Durchzug von Tiefdruckgebieten und bei gestörten Wetterlagen, wie sie im Winter natürlich gelegentlich auch möglich sind, herrscht im Hochgebirge meist gleich trübes Wetter wie in der Niederung, nur dass die Niederschläge in der angenehmeren Form von Schnee statt von Regen fallen. So bedarf es nur weniger meteorologischer Ueberlegungen, um diesen eigentümlichen, für Erholungsuchende wie für Sportbegeisterte gleich wichtige Unterschied der winterlichen Witterung in den Schweizer Alpen und in der Niederung zu verstehen. Dr. W. Mörikofer (Davos).

N° 3 — Automobfl-Revm, 13 Unsere K u r z g e s c h i c h t e : Jakob Stehler: DCLS Alibi Was ein Alibi ist, weiss sozusagen jedermann, insbesondere wer schon einmal vor dem Strafrichter als Zeuge, Geschädigter oder hauptsächlich Angeklagter erschienen war. Volkstümlich gesagt, ist ein Alibi der Nachweis, dass man zu einem bestimmten Zeitpunkt ganz wo anders war als es der Staatsanwalt gerne haben möchte. Ist also zu dieser besagten Stunde irgendwo eine gesetzwidrige Handlung begangen worden und steht man im Verdacht, der Täter zu sein, so tut man gut daran, durch einwandfreie Zeugen bestätigen zu können, dass man zu der kritischen Zeit ganz wo anders war, am vorteilhaftesten möglichst weit weg, also in den brasilianischen Pampas, im östlichen Kaukasus oder im hinterpolynesischen Archipel. Oder im konkreten Fall: wenn einem die Gattin eines Seitensprungs mit der Freundin bezichtigt, nachweisen könen, dass man gar nicht bei der Freundin, sondern bei der Freundin dieser Freundin gewesen ist. Aber unsere Geschichte spielt auf ganz anderem Gebiet. Zog da an einem dunklen Winterabend Hans Apfelkern mit seinem rassigen Vierplätzer los, um im benachbarten Tipfelskirch Geschäfte zu erledigen. Als gewiegter Autofahrer legte er seine sechzig Kilometer vor, denn er hatte es etwas eilig und gedachte nach Verlauf einer Stunde wieder daheim in Hügeliswil zu sein. Sein forsches Tempo konnte er um so eher einhalten, als weit und breit kein Mensch und kein Fahrzeug sich zeigte, ausserdem war er als gewiegter Fahrer bekannt, dem noch nie ein polizeiwidriges Missgeschick begegnet war. Also sauste er drauflos in die Winternacht, hinein. • Halbwegs zwischen Hügeliswil und Tipfelskirch sah er im Licht der Scheinwerfer etwas Schwarzes auf der Strasse liegen, er bremste, stoppte elegant seine Benzinkutsche und sah, dass da vor den Rädern ein Mensch auf der Strasse ausgestreckt lag. Stieg eiligst aus, bemühte sich um den Daliegenden, der nur schwache Lebenszeichen von sich gab und zweifellos von einem Automobil überfahren worden war. Aber es gelang ihm nicht,..den- Ohnmächtigen wieder zu sich zu bringen, « So ein Bandit von Autofahrer! » ereiferte er sich in gerechter Entrüstung, « fährt einen Menschen um wie einen Sack Mehl und macht sich aus dem Staube, respektive aus dem gefrornen Schnee, ohne sich im geringsten um sein Opfer zu kümmern! Und wer weiss, wäre ich nicht zufällig hier vorbeigefahren, der arme Teufel hätte erfrieren können und die Liste der Todesopfer von Strassenunfällen um seine vorläufig noch unbekannte Person bereichern können! So etwas von Rücksichtslosigkeit! » Weit und breit zeigte sich keine Seele, die hätte Hilfe leisten können, so machte sich denn Hans Apfelkern allein hinter sein barmherziges Samariterwerk, hob den Verunglückten auf und schleppte ihn unter Aufbietung aller Kräfte zu seinem Wagen. Dort verstaute er ihn im Fond, deckte ihn warm zu, setzte seinen Motor in. Gang und fuhr wieder los, seinen Schützling dem ersten besten Arzt in Tipfelskirch zu über- . bringen. So weit wäre also alles in Ordnung gewesen. Aber nach kaum zweihundert Meter Fahrt lag schon wieder so eine schwarze Masse auf der Strasse ausgestreckt, und wieder entpuppte sie sich als überfahrener Fussgänger. « Nanu, » dachte sich unser Hans T « der Wagen, der da vor mir gefahren ist, hat ganze Arbeit geleistet, das muss man anerkennen! Zwei Menschen hintereinander umfahren und dazu die Frechheit und Roheit besitzen, unerkannt zu verduften, das geht denn doch schon auf keine Eselshaut mehr! So einer verdient regelrecht aufgehängt zu werden, und zwar an einem Drahtseil! » Sein Hilfswerk wiederholte sich, er lud auch den zweiten Ueberfahrenen in seinen Benzinschlitten, überzeugte sich, dass er noch einigermassen lebte, deckte seinen eigenen Mantel über ihn und wollte eben wegfahren, da... Ja, da überlief es ihn mit einem Male kalt und heiss. Wenn er nun diese beiden Verunglückten ablieferte, wer würde ihm glauben, dass nicht er selbst sie überfahren hätte? Das war doch das Naheliegende; kommt da einer mit zwei Halb- oder Dreivierteltoten hergefahren, erklärt, dass er sie auf der Strasse aufgelesen hätte und schneidet ein möglichst harmloses Gesicht dazu, ja wer zum Kuckuck würde dem glauben, dass er sich damit vergnügt hätte, vorweg die Opfer eines andern Automobilisten zu sammeln? Kein Mensch! Nein, kein Mensch wäre so dumm, ihm diesen Roman zu glauben, denn dutzendweise liegen auch heute die Ueberfahrenen noch nicht herum. Und wer soll die denn überfahren haben? Der grosse Unbekannte. Das kennt man. Und er, Hans Apfelkern, hätte nicht die geringste Möglichkeit, den Untersuchungsbehörden glaubhaft zu machen, dass er an der ganzen Geschichte unschuldig sei und bloss Samariterdienste geleistet habe. Im Gegenteil. Der Verdacht fiele ohne weiteres auf ihn, er hatte keine Entlastungszeugen, nieftt der geringste Schimmer einer Möglichkeit; die zu seinen Gunsten sprach, war vorhanden, kurz, es stieg ihm auf: er war ein gelieferter Mann. Richter machen bei Autowildlingen kurzen Prozess, sie haben den ganzen Schadenersatz zu bezahlen, Arztkosten, Spitalpflege, Versorgerkosten, überhaupt all die tausend Dinge, die da berappt sein wollen, und zu guter Letzt fliegen sie noch ins Gefängnis. In schauderte, wenn er daran dachte. Wenn es nur eine Möglichkeit gäbe, sich mit einem blauen Auge aus der Sache zu ziehen! Die beiden wieder ausladen? Aber nein, das wäre ein Verbrechen gewesen. Aber ... und er überlegte es sich angestrengt... nachweisen zu können, dass er beispielsweise im kritischen Zeitpunkt gar nicht auf der Strasse von Hügeliswil nach Tipfelskirch gefahren war! Es hatte ihn ja auch gar niemand gesehen. Niemand konnte es ihm beweisen. Wenn also die beiden armen Teufel hier überfahren worden waren, musste er, Hans Apfelkern, überzeugend nachweisen können, dass er um diese Zeit ganz wo anders gewesen war, möglichst in einer ganz entgegengesetzten Richtung. Mit einem Wort gesagt: ein einwandfreies Alibi musste er nachweisen können. Also gab er Gegendampf, das heisst, er steuerte seinen Wagen mit der grösstmöglichsten Geschwindigkeit nach der Seite hin, woher er gekommen war, sauste durch Hügeliswil hindurch, raste durch zwei, drei weitere Dörfer und hielt endlich aufatmend in Pappenhausen. Stellte sein Vehikel in eine unbeleuchtete Ecke, versicherte sich nochmals, dass seine Klienten gut zugedeckt waren, und ging sich in den Ochsen ein Glas Wein genehmigen, einerseits um sich von seinem Schrecken zu erholen, anderseits um ein einwandfreies Alibi nachweisen zu können. Wenn also zwischen Hügeliswil und Tipfelskirch zwei Menschen überfahren werden und Hans Apfelkern sich um die kritische Zeit in Pappenhausen aufhält, kann auf ihn kein Verdacht fallen. Das Hahnenmoos lockt Pauschal 7 Tage ab Fr. 96.- mit seinen erlebnisreichen Abfahrten. Lassen Sie uns für Ihr leibliches Wohl sorgen — dann werden Sie einen maximalen Genuss aus Ihrer Wintersports-Betätigung herausholen. Parkhotel Bellevue, Adelboden Im Simmental geben Sie sichambesten Rendez-vous im günstig gelegenen Boltigen. Wir führen Ia. Küche und Keller; frische Forellen, Bauernschinken sind stets zu haben; die kleinen und grossen Lokalitäten sind heimelig, der Pensionspreis ab Fr. 7.—. Garage, Reparatur-Werkstätte. 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Und es wäre ein ganz gemütlicher Wirtshaushock gewesen, wenn ihn nicht der Gedanke an die beiden Opfer im Auto geplagt hätte. Wie war es nur möglich, sie auf plausible Art einem Arzt abzuliefern, ohne dass der Verdacht geschöpft hätte, Apfelkern könnte der Schuldige sein? So ganz einfach war die Sache also doch nicht. Er überlegte hin, er überlegte her, schliesslich aber siegte sein mitfühlendes Herz. So bezahlte er, verliess die Wirtschaft, kurbelte seinen Wagen an und wollte eben zu seinen Schützlingen sehen, da... nanu, was war denn das schon wieder? Der Wagen war leer, die beiden Verunfallten verschwunden, spurlos weg, und mit ihnen auch sein Mantel, mit denen er sie so warm zugedeckt hatte. Ja aber zum Teufel, wie konnte man sich nur so etwas erklären? Hatte ein unberufenes Auge die beiden entdeckt? Aber dann wäre doch bestimmt in der Wirtschaft Lärm geschlagen worden. Oder, oder, oder... vor lauter oder begann ihm der Verstand stillzustehen, kurzum, als er wieder einigermassen zu sich kam, beglückwünschte er sich zum Teil, die zwei Gäste auf mehr oder weniger angenehme Art losgeworden zu sein, und fuhr drauflos, heimzu. Einen Mantel kann man sich immer wieder kaufen, ein so glänzendes Alibi aber nicht. So gab er sich mit innerer Wut zufrieden, und die Sache war ein zweitesmal in Ordnung. DflNN tRSfiWIRD RICHTIG U01H SPORT PROFITIERT! Die Administration der Automobil-Revue hält Prospekte sämtlicher vorgenannten Hotels und Verkehrsvereine zu Ihrer Verfügung. Wir garagieren preiswert und halten einen flotten Service zur Verfügung Leider immer noch nicht ganz. Denn als er vor seinem Hause vorfuhr, wimmelte es davor von Leuten, zwei Polizisten rannten wie wildgewordene Schutzengel davor herum, und es herrschte eine ganz heidenmässige Aufregung. Das hatte gerade noch gefehlt, dass die Polizei auf ihn wartete! Nun, Hans Apfelkern erinnerte sich seines Alibis, nahm eine zuversichtliche Miene an, fragte was los, sei, und ... Ja, aber das ging denn doch schon über alle Hutschnüre! Bei ihm war eingebrochen worden! Eingebrochen, und zwar, wie die Polizei sachverständig auf Grund einer ganz phänomenalen Spurbegabung nachwies, schon zu der Zeit, da der arme Apfelkern noch zu Hause gewesen sein musste, also etwa eine halbe Stunde bevor er nach Tipfelskirch wegfuhr. Ganz untrügliche Beweise deuteten darauf hin, dass es nicht bloss einer, nein, mindestens zwei Ehrenmänner gewesen sein mussten, die die Inventur seiner Habseligkeiten vorgenommen und, wie es sich herausstellte, ihn um fünfhundert Franken erleichtert hatten. Und von den Dieben keine Spur! Nun ja, man musste sich eben dreinschicken, und da der Mantel ohnehin weg war, ging alles in die gleiche Aufregung. Aber der Mensch kann auch Glück haben. Und Hans Apfelkern hatte diesmal wirklich Glück. Die findige Polizei stöberte nämlich in ganz kurzer Zeit zwei verdächtige Kerle auf, steckte sie vorsichtshalber gleich in sichern Gewahrsam und sagte ihnen den Einbruch auf den Kopf zu. Leider, leider konnten die ihr Alibi nachweisen. Sie waren beide zur kritischen Zeit gar nicht in Hügeliswil gewesen, sondern in Pappenhausen, woselbst sie im Rössli fröhlich gekneipt hatten, eine ganze Anzahl Zeugen konnte es bestätigen. Also Hess man sie wieder springen. Nachträglich erfuhr dann Hans Apfelkern von der Sache. Und verstand sogleich. So klar war ihm noch keine Sache gewesen. Und deshalb schwor er sich: Wenn je wieder zwei abgefeimte Hallunken vor mir auf der Strasse liegen und den Ueberfahrenen spielen, so fahre ich lieber gleich selber über sie hinweg, als ihnen zu jenem Alibi zu verhelfen, das ich dummer Kerl doch für mich selber beabsichtigt habe! Als die Fahrräder noch die Pferde scheu machten Während man sich darüber den Kopf zerbricht, wie man den immer stärker werdenden Verkehr mit Fahrrädern in geordnete Bahnen lenken könnte, war vor einem halben Jahrhundert ein Fahrrad im Strassenverkehr eine grosse Seltenheit. Von den Radfahrern, die man damals allgemein noch als Velozipedisten bezeichnete, mussten erbitterte Kämpfe mit der Obrigkeit ausgetragen werden, um die Benützung der « Velozipede » auf den öffentlichen Wegen und Strassen durchzusetzen. In Wien hatten es die Radfahrer leichter, da sich unter ihren Protektoren auch hohe Persönlichkeiten, wie der Statthalter Graf Kielmansegg, befanden, der selbst ein begeisterter Radfahrer war. Dennoch gab es in der Anfangszeit unendlich viele Hindernisse zu überwinden und vor allem viel Strafen wegen Verletzung der Geh- und Fahrordnung. So wurde in Berlin ein Radfahrer noch im Jahre 1882 mit einer Mark in Strafe genommen, weil er sein Fahrzeug auf der Strasse benützte. Die Polizei stützte sich bei der Strafverfügung auf eine Verordnung, die das Rollen von Fässern und Rädern, ferner das Drachensteigen und ähnliche Handlungen, die geeignet sind, Pferde scheu zu machen, verbot. Das Fahren auf einem Rade falle demgemäss unter die Verbotshandlungen. Ueber Einspruch des Bestraften kam die Angelegenheit vor das Amtsgericht. Dort erklärte der Verteidiger des Angklagten, dass es niemanden vorgeschrieben werden könne, ob er in seinem Wagen oder auf seinem Wagen sitzen müsse. Der Gerichtshof schloss sich nach längerer Beratung dieser Anschauung an und entschied, dass ein Fahrrad ein Wagen sei und dessen Benützung daher nicht unter das Verbot falle.