Aufrufe
vor 5 Monaten

E_1936_Zeitung_Nr.005

E_1936_Zeitung_Nr.005

Zukaufen gesucht ein

Zukaufen gesucht ein 4-t-Schweizer-Wagen neueres Modell, in gutem Zustand, womöglich mitj Vierradbremse, sofern ein 5-t-BERNA-Wagen, mit Benzin- oder Rohölmotor nach Wahl, in Tausch ge-| nommen wird. 12349 A Anfragen erbeten unter Chiffre 15277 an die Automobil-Revue, Bern. Zukaufen, gesucht Bau- und Brennholz In Zahlung müsste eine 4/5pl. BUICK-Limousine 1930, genommen werden. Offerten unter Chiffre 15274 an die Automobil-Revue, Bern. Zukaufen gesucht 1 EEektro-Sattelschlepper zirka 3 Tonnen Tragkraft und 4—5 Tonnen Zugkraft 15—20% Steigung. Nur reelle, günstige Occasion Offerten mit Bild unter Chiffre 70463 an die Automobil-Revue, Bern. Zukaufen gesucht Occasion FIAT ARDITA 4—6-Plätzer, ohne Ein (518/c). — Aeusserste Offerten unter Chiffre 15272 Offerten unter Chiffn tausch, gegen bar. an die 11376 70438 an die Automobil-Revue, Bern. Automobil-Revue. Bern Zukaufen gesucht Büro-Maschinen In Gegenrechnung wird billig geliefert 1 ADLER, Standard, 6 Zyl., 14,7 PS, Limousine, 4/6plätzig, mit Ciel ouvert. 10082 Offerten unter Chiffre Z 3627 an die Automobil- Revue, Bureau Zürich. Zu kaufen gesucht 1 Personen- Auto sehr starker Wagen, wenn möglich mit Scheibenrad, auf Abbruch. 70465 Offerten unter Chiffre Z. 3624 an die Automobil- Revue, Bureau Zürich. Zukaufen gesucht ein FIAT 514- Zylinderblock oder ganzer Motor, event. auch Wagen, Occ Forrer, Heimatstr. 5, St. Gallen. Zukaufen gesucht INNENLENKER, 4 PL, 5—7 HP, gebraucht, aber in gutem Zust.; bevorzugt wird Ford oder Balilla. Detaillierte äusserster Preisangabe an Postfach 27051, Biel. 70461 Zukaufen gesucht 400—1000 kg Tragkraft sowie ein ROSENGART, 4St.-PS, 2 plätzig, Modell 31. Zukaufen gesucht 1 FIAT «Baliila», Occa sion. — Offerten an Vikt Rätzer - Berner, Dintikon (Aargau), Tel. "60. 70434 Europäer- Wagen nicht unter 2 Liter. Offerten unter Chiffre 70455 an die Automobil-Revue, Bern Cabriolet 4plätzig, neueres Modell, 12—14 Steuer-PS. Offerten mit allen Einzelheiten (Abschrift der Offerten mit Verkehrsbew.) erbeten an Garage Geiser, Langenthal. Tel. 300. 11877 an grösserer Verkehrsstrasse in bedeutender Ortschaft nit Fremdenverkehr, in der Zentralschweiz gelegen, Es umfasst: Wohnhaus mit 2 Wohnungen und mechanische Werkstätte mit Maschinen und Werkzeugen, angebaute Garage mit Einzelboxen und schönem Verkaufsmagazin und Service-Station. Günstige Zahlungsbedingungen. Interessenten wollen sich melden unter Chiffre 15265 an die Automobil-Revue, Bern, wo Sie alle «riiit/kTA-n Aiinlriinftst «»VinUnn Lieferungsauto Personenauto Gunst. Occasion FIAT 514 7 St.-PS, 4plätzig. Kleinwagen Zukaufen, gesucht auf Abbruch Zukaufen gesucht Cbe Hew Vork Cimes Das nieverloreneParadies Zwei Künstler, Max Mezger und Hans-Ludwig Oeser haben ein prachtvolles Werk geschaffen mit dem lockenden Titel „Das nieverlorene Paradies". Ein Bilderwerk vom Pflanzenreich. Verlag der Gartenschönheit, Bern-Berlin. Ich könnte mir denken, dass viele Menschen mit hoffenden Händen nach diesem Buch greifen. Geht doch das Wort Paradies seit unserer Kindheit neben uns her als Inbegriff von etwas unvorstellbar Schönem, um das die Phantasie aller Menschen und aller Zeiten immer von neuem träumt und dichtet. Es klingt in diesem Wort,,Paradies" eine leise Trauer um etwas Verlorenes, aber es schwingt auch darin mit die Hoffnung auf irgendeine selige Erfüllung. So schlagen wir das Werk auf und finden die unerschöpfliche Schönheit des Pflanzenreichs unseres schönen Landes, eingefangen in meisterhafte Photographien, so durchtränkt von Licht, so plastisch, dass die Form greifbar vor uns ersteht. Ob es atmende Algen im Dorfteich sind ödet ein Edelweiss am Bergeshang — eine einzelne Blume oder ein ganzer Blumengarten — eine weithin gelagerte Wiese oder ein geheimnisvoll dämmerndes Waldesinnere — sei es Knospe, Blüte oder Frucht — immer stehen wir bezaubert und oft ergriffen vor so viel Liebreiz und Anmut, vor so viel ernster, hoheitsvoller Schönheit, sind hingerissen von den oft phantastischsten Formen in ihrer gesetzmässigen Vollendung. Max Mezger schrieb die Worte zu diesem Bilderwerk. Er liebt die Blumen und ist ein grosser Kenner der ganzen grünen Welt in allen Erdteilen. Was ist in diesem Buch nicht zusammengedrängt an reichem Wissen! Man ist doch einigermassen erschrocken über das „gigantische Ausmass" der eigenen Unwissenheit. Und wenn uns Mezger durch das blühende Jahr führt, vom Wasser zur Wiese, durch Wald, Acker, Obst-, Gemüse- und Blumengärten, so ist das nie etwa eine trockene Aufzählung von Pflanzen, Bäumen und Sträuchern, nirgends eine schematische Einordnung, sondern es ist lebendigste Darstellung in schönem Fluss einer bilderreichen Sprache, überblitzt von köstlichem Humor. Hier spricht ein Mensch zu uns, dem die Blumen ganz nahe sind, vertraut wie beste Freunde, von denen er Heimat weiss und Schicksal und Wert. Man ist gefangen von diesem Buch, das wirklich nicht „ein Führer, sondern ein Verführer" ist Soweit die New York Times. Und ähnlich urteilen auch andere grosse Zeitungen und Zeitschriften, die diesem Prachtwerk oft spaltenlange Würdigungen zuteil werden liessen. Sie bewundern „die Fülle der zauberhaften Bilder", die' „das Werk zu einem der schönsten Bilderbücher der letzten Jahrzehnte machen", loben begeistert seine vorbildliche Ausstattung, die „in ihrer »technischen Vollkommenheit nichts Vergleichbares hat", fragen erstaunt, wie ein so wundervolles Buch „zu dem ungewöhnlich niedrigen Preis von Fr. 12!-" hergestellt werden kann, sind entzückt „von Mezgers kurzweiligem, humorvollem und auf anmutige Art belehrendem Text", "der „vom Leben der Pflanzen erzählt, als wäre es das Leben" von Freunden". „Es ist ein Geschenk für Menschen, die sich ein Gefühl für Schönheit bewahrt haben und denen Naturverbundenheit kein leerer Begriff ist". GARAGE Mit 298, zum Teü ganzseitigen Bildern. In Leinen mit zweifarbigem-Umschlag VERLAG DER GARTENSCHÖNHEIT, BERN-BERLIN Anfertigung sämtlicher SCHLOSS- und KILOMETERZÄHLER- REPARATUREN werden nur sachgemSss ausgeführt bei mit vorgebauter Service-Sta- ****•••*** ^ tion u. modern eingerichteter Reparaturwerkstätte, an grosser Verkehrsstrasse, in industriereicher Ortschaft des bernischen Seelandes. zu vermieten, event. zu verkaufen, Boxen (heizbar),. Komfortable 3-Zimmer-Wohnung mit Zentralheizung. Antritt Frühjahr 1936 oder nach Uebereinkühft. Offerten unter Chiffre V 20060 U an Publicitas Biel. 70437 AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 17. JANUAR 1936 — N° 5 Sorten AUTO-SCHLÜSSEL A. Kusterer, Zürich 8 Liegenschafts-Markt Wegen Todesfall ist sehr schöne sofort zu verkaufen Zimmergasse 9 und nur Fr. 12.—. Viktoriarain 16 Tel.22.94^ Zu verkaufen Kühlerdecke HANS ZYSSET Auto- D. Motorradsbbruch, Verwertung von Bestandteilen, Ostermundigen-Bcrn, Telephon 41.172, liefert Ihnen alles für Ihre Maschinen, wie: Motoren, Getriebe, Achsen, elektr. Apparate, Kühler, Räder, Rahmen, Pneus, Kugellager etc. 4 PL, Modell 1935 ; Schweizer Karosserie erst 2500 km gef., Luxus-Ausführung. Vorteilhafter Preis. Off. unt. Ch. 15276 an die Automobil-Revue, Bern. 12016 Mod. 1930. Limousine 4/5pl., 6 Zyl., 17 PS in tadellosem Zustand Fr. 950 — Limousine, 4/5plätzig, 6 Zyl., 15 PS, fahrbereit, Fr. 450.— Garage Hatz, Weinbergstr. 110, Zürich 6. Tel. 42.207. 70474 Ankauf von alten und verunfallten Personen- und Lastautos. Verwerfung von Bestandteilen Grosse Ersatzteil lager von über 200 verschied Marken. Kompl. Motoren, Cardane, Getriebe, etc Grosses Lager in guten Occasions- Personen- und Lastautos OELDRUCKBREMSEh für FIAT 514, wie neu, Union-Schneeketten, in gutem Zustand, wegen Auf- mit mech. od. hydraul. Be VORDERRADBREMSEN gabe des Wagens, alles tätigung, bei 1173S billig. — W. Knuchel, J. Good, Trübbach Klaraweg 31, Bern. GRANDE BRASSERIE LANDOLT, Rne Haus I. Ranges. - Gegr. 1870. 4 Min. von der Automobil-Ausstellung entfernt. Grösste Auswahl in Brasserie-Spezialitäten. Cardinal-, Münchner-, Pilsner-Bier. Zu verkaufen komplettes Inventar einer gut eingerichteten mit allen neuzeitlichen Maschinen, eventuell Werkstatt mit Kundschaft. — Ferner: 70470 mit neuen Kolben, zu Chrysler, Modell 70, sowie eine Bosch-Lichtmaschine mit Selbstregler, für Chrysler; 4 Pneus, sozusagen neu, 600X18; 2 Scheibenräder oir Ford-Lastwagen, 32/33, und 1 Scheibenrad für Ford, Modell 28, Type AA; 1 Abschlepp-Rollwagen. Atlas-Genossenschaft für Verwaltungen, Kornhausbrücke 2, Zürich 5. Srosser Kundenkreis und gute Beziehungen vorhanien. Grösseres Fixum mit Provision zugesichert. 3ute Referenzen über bisherige Tätigkeit Grundbedingung. — Offerten unter Chiffre Z 3625 an die Automobil-Revue, Bureau Zürich. D.K.W. Gesucht Cabriolet PONTIAC NASH Einbau von hydraul. Autu-Rep.-Werkstatt 1 Chrysler-ffiotor STELLEN-MARKT •nit Einlage von Fr. 5—10 000 gegen Sicherstellung. Boher Zins. Anmeldungen unter Chiffre 70450II an die Automobil-Revue, Bern. AUTO-MECHANIKER 27jährig, sucht Chauffeurstelle auf Last-, Luxus- od. Lieferungswagen. Bewerber besitzt auch Bewilligung luf Car-Alpin, Militärfahrer. — Offerten erbeten an 70460 Schloss-Garage, Bürglen (Thurgau). Deutsch und Französisch sprechend. Längere Prasis erforderlich. — Offerten mit Photo und Zeuglissen unter Chiffre 70464 an die Automobil-Revue, Bern. Gesucht in Werkstatt einer Gross-Garage ein eschickter, zuverlässiger und zugleich CHAUFFEUR für Lastwagen. E' kommt nur erste Kraft in Frage. — Offerten, hand geschrieben, und Bild, sind zu richten unter Chiffre 15275 an die Automobil-Revue, Bern. der auch mit Traktoren-Reparaturen vertraut ist, mit Interesseneinlage gegen Sicherstellung. Anmeldungen unter Chiffre 704501 an die Automobil-Revue, Bern. Garage- Liegenschaft Auto- Mechaniker n gut beschäftigte, neu singerichtete Autogarage, mit Interesseneinlage von 5—6000 Fr., gegen prima Sicherstellung. Offerten unter Chiffre 70466 an die Automobil-Revue. Bern. ür Ueberland-Transporte auf 5-T.-Wagen gesucht. Kaution wird verlangt. Es wollen sich nur seriöse, rfahrene Fahrer unt. Angabe der Gehaltsansprüche meld. unt. Ch. H 20085 U an Publicitas, Bern. 7047; Ich vergebe noch einige Rayons für die Fabrikation leichtverkäuflicher Traktoren durch Bezug der hierzu nötigen Gussteile. Fr. 500.—. Interessante Ausfüllarbeit für grössere Betriebe. Nähere Details durch Hans Müller, Traktorenfabrikation, Autogarage, Romanshorn. 10803 Ausstellung in Zürich Gesucht Autoverkäufer TEILHABER CHAUFFEUR (AUTO-MECHANIKER) Mechaniker Gesucht AUTOMECHANIKER Gesucht Junger, tüchtiger, orgauisationsfähiger Kaufmann sucht Stelle als Vertreter, ielbständiger, zuverlässig. Bureauangestellter Chauffeur Diverses Druck, Oicb.es und Verlag: BALLWAG A.-G., Hailersche Buchdruckerei und Wagnersche Verlagsanstalt, Bern, gebildeter. versierter 10610 n gutgehendes Geschäft stiller Gesucht tüchtiger, seriöser zuverlässiger, selbständiger oder Chauffeur auf Luxus- od. Lieferungswagen. Deutsch u. Französ. perfekt Ia. Zeugnisse und Referenzen. Auskunft unter Chiffre 70436 an die Automobil-Revue, Ben Erfahrener gesucht Mechaniker, Platz Bern, Alter nicht unter 35 Jahren. Interessenbeteiligung erwünscht. Für tüchtigen u. energischen Fachmann aussichtsreiche Position. Offerten unter Chiffre 70472 an die Automobil-Revue, Bern. Welche Garage sucht Arbeit? Besuchen Sie in Zürich das Wunder der Luft Le pou du ciel Die Himmelslaus. Der Clou der Pariser Flugzeug-Ausstellung. Dasersteund kleinste Volksflugzeug der Welt. - Kaufpreis Fr. 2800.-, Brennstoffverbrauch 6 Liter pro Stunde. ab Dienstag, den 14. Januar 1936 für einige Tage. Löwenstrasse 55, 1 Minute vom Hauptbahnhof, geöffnet von 9-22 Uhr.

BERN, Freitag, 17. Januar 1936 Automobil-Revue, II. Biatt - Nr. 5 Nachmittag im Winter Der Tag ist nur ein Dämmern. Der Fluss friert vor dem Hag. Und Fink und Meise hämmern am Winterfenster zag. Es zittert mir im Herzen Gesang vergangener Zeit. Zwei wächsern gelbe Kerzen * stehn auf dem Sims bereit. Noch ist es nicht zu nächtig. Die Lichter bleiben kalt. Der Schnee liegt gross und prächtig vorm blau behauchten Wald. Auf in die Wintersonne! Photo Martens. vom sechsten Sinn des Autofahrers Wie Schatten gehn die Stunden. Und wer das Weiss betritt, der lässt als schwarze Wunden die Spur von seinem Schritt. Vergeistert stehn die Türme. Sie hören himmelfern schon linde Tauwindstürme ausgehn von Gott dem Herrn. Kilian Kerst. Haben nicht auch Sie schon, verehrter Leser, beim Fahren deutlich die Existenz eines sechsten Sinnes gespürt? Hat nicht Sie alle, selbst die Gewiegtesten unter Ihnen, gelegentlich schon einmal jener unheimliche Blitz der Vorahnung durchzuckt, der Sie instinktiv vor sicherm Unglück behütete? Es gibt wohl keinen Fahrer unter uns allen, der nicht, sei es im regen Stadtverkehr oder auf offener Landstrasse, dieses wunderliche und scheinbar unerklärliche Sinnes-Phänomen an sich selbst erfahren hätte. Wir denken dabei an die plötzlich auftauchenden, uns mit Schrecken erfüllenden Hindernisse, an jenes beinahe übernatürliche Prickeln in unserm Unterbewusstsein, das uns beispielsweise zu nächtlicher Stunde, auf einsamer Landstrasse verrät, dass sich im Schatten einiger Bäume ein leichtsinniger, ohne Licht fahrender Velofahrer verbirgt, den wir schon im nächsten Moment fast streifen, und der uns, trotz seines strafbaren Leichtsinns, die ärgsten Schimpfworte nachruft. Man hat führende Rennfahrer über ihre Einstellung und ihr Verhalten in solchen von höchster Spannung erfüllten Momenten befragt. Wir wollen hier zwei typische Beispiele anführen, und zwar von zwei der schnellsten Fahrer der Welt. Als Sir Malcolm Campbell eines Tages einen seiner unzähligen Versuche unternahm, um dem bestehenden Weltgeschwindigkeitsrekord zu Lande das Licht auszublasen, bemerkte er plötzlich, wie der «Blaue Vogel» seitlich' ins Schleudern geriet und nicht mehr unter seiner Kontrolle stand. Bei welcher Schnelligkeit sich dies ereignete, steht nicht fest. Für einen kurzen Moment aber war Campbell völlig machtlos und beinahe gelähmt beim Gefühl seines Unvermögens. Im Bruchteil einer Sekunde war dieses Gefühl überwunden. Durch eine fast übermenschliche Anstrengung gelang es ihm, die Herrschaft über seinen Wagen zurückzugewinnen und im Höllentempo weiterzusausen. Ein ähnliches Ereignis, sogar in «verschärfter» Auflage, spielte sich ab, als Ende März 1927 Sir Henry Segrave sei. an der Daytona Beach ebenfalls in Weltrekordfahrten «machte». Mit seinem 1000- PS-Sunbeam-Ungetüm unternahm er die Versuche. Der Wagen setzte sich in Bewegung — dumpfer Lärm der an beiden Enden befindlichen Motoren ertönte. Je höher die Geschwindigkeit wurde, desto eindringlicher heulten die Maschinen ihr Lied. Dann ein Lärm wie Sturmwindsausen, und der weisse Fleck stob über den Sand dahin, das war der Beginn der Rekordfahrt. Da geschah das Unglaubliche. In der Nähe der enggedrängten Zuschauerreihen glitt der wie ein Blitz über die Bahn fegende Sunbeamrenner urplötzlich seitwärts und durchraste im 200 Meilen-Tempo die der Länge der Piste entlang aufgestellten Markierungspfähle, die er wie Strohhalme umlegte. Haarscharf, wie mit Rasiermessern, wurden die starken 4-Zo!l-Pfosten entzweigesägt. Man stelle sich die Gefühle des Fahrers in diesem atemberaubenden Momente vor. Es war das erstemal, dass Segrdve am Steuer dieses Wagens sass, dessen Führung für ihn etwas Neues bedeutete. Das Gefühl der absoluten Machtlosigkeit in diesem beklemmenden Augenblick ist etwas vom Schrecklichsten und Demütigendsten in der ganzen Skala menschlicher Empfindungen. Indessen war der Wagen schon in den nächsten ein bis zwei Sekunden wieder vollkommen in seiner Gewalt und Segrave stellte trotz dieses Zwischenfalles einen Weltrekord mit einem Durchschnitt von 203,841 Stundenmeilen auf. Segrave war der erste, der zu Lande die 200-Meilen-Grenze überschritten hatte. Als er nachher über das Ereignis befragt wurde, und ob er Schreck empfunden hätte, erklärte er: «In solchen Momenten ist nicht Zeit vorhanden, um über den Schrecken nachzudenken. Irgendetwas klappte nicht und musste richtiggestellt werden. Das war der Gedanke, der mein Gehirn erfüllte und entsprechend musste ich handeln. Fragen Sie mich nicht wie; irgend ein sechster Sinn, denke ich, hat alles wieder in Ordnung gebracht. Sir Malcolm Campbell dagegen erklärte: «Oft musste ich an den sogenannten sechsten Sinn appellieren. Ich glaube, es handelt sich dabei um nichts anderes als um eine kurze aber weitgehende Intensivierung des Tast- und Sehvermögens, verbunden mit einer augenblicklich erhöhten Entschlussund Handlungskraft. Jedermann, der wirklich schnelle Rennwagen lenkt, muss ebenso rasch denken und handeln können. In derartig kritischen Momenten müssen diese Fähigkeiten ins Unglaubliche gesteigert werden.» Dies ist eine logische, gemeinverständliche Erklärung. Wie kann diese nun auf den gewöhnlichen Alltagsfahrer angewandt werden, der üblicherweise nicht so hohe Geschwindigkeiten zu fahren hat und infolgedessen auch nicht im Tempo eines Campbell denkt und handelt? Wie kommt es denn, dass der Durchschnittsfahrer immer und immer wieder infolge seiner Geschicklichkeit und Ueberlegung ein scheinbar unvermeidliches Unglück ablenken kann? Was ist die Ursache, dass er das Unheil immer wieder abzuwenden in der Lage ist, das irgendwo, an unübersichtlicher, verborgener Stelle auf ihn lauert? Er hat dies einzig und allein dem sechsten Sinn zu verdanken, der seinem Hirn im Telegrammstil mitteilt, dass ihn um die nächste Ecke herum etwas Ungewöhnliches erwartet. Die Fahrer, welche schon einer solchen als unvermeidlich erscheinenden Gefahr entronnen sind, gehören wohl einer der nachstehend charakterisierten Gruppen an: 1. Der rasch denkende Berufsmann, dessen schneller Entschluss und ebenso rasche Handlungsfähigkeit eine notwendige Voraussetzung seines täglichen Lebens ausmachen. 2. Die scharfsinnige Person, die, so ruhig sie im übrigen sein mag, mit einem phantastisch schnell reagierenden Gehirn und dito Sinnen ausgestattet ist.. 3. Der gewöhnlich langsam denkende Mensch, der plötzlich in mächtigen Schrecken versetzt und dabei zu schnellem Handeln angespornt wird, zu welchem er unter gewöhnlichen Umständen nicht fähig wäre. — Hier sei der drastische Vergleich mit einer Kuh gestattet, die von einem Flintenschuss dermassen in Schrecken gejagt wird, dass sie, wenn nicht über alle Berge, so doch in einem mächtigen Sprung über die nächste Palisade setzt. Es hiesse natürlich den Bogen der Theorie weit überspannen, wenn man annehmen wollte, dass beispielsweise ein Advokat, ein Journalist und ein Börsenmakler — um einige der schnell denkenden Berufe anzuführen — im Falle eines unvermeidlich scheinenden Zusammenstosses rascher entschlussreif Autoskihasen Photo Blau, St. Moritz. wären als etwa ein Pfarrer, ein Bankbeamter oder ein Lehrer, die in der Regel methodisch und überlegt arbeiten. Sehr oft und ganz plötzlich haben wir die unheimliche Vorahnung, die uns vor dem um die nächste Ecke stehenden Omnibus oder vor einem schnell und rücksichtslos über die Kreuzung fahrenden Wagen warnt. Sie mögen ungesehen und ungehört sein, diese Gefahren — rasch und auf sonderbare Weise werden wir darauf aufmerksam gemacht. Wir alle haben dies erfahren und können uns an unzählige Fälle erinnern, in welchen sich diese Warnung als berechtigt erwiesen hat. Den Vorgang an und für sich erklären zu wollen, ist ganz und gar unmöglich. Wir wissen um sein Vorhandensein, denn wir selbst sind immer wieder Zeugen dieses unbestimmten Etwas, das wir den «sechsten Sinn» nennen, und das genügt uns. A. Fy.