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E_1936_Zeitung_Nr.007

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BERN, Freitag, 24. Januar 1936 Nummer 20 Rp. 32. Jahrgang - N° 7 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEIT^ Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkejustriferes! ABONNEMENTS-PREISE: Ausgabe A (ohne Versicherung) halbjährlich Pr. 5.—, jährlich Fr. 10.- Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.50 Erscheint ieden Olenstap und Freitag Wöchentliche Beilage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal .Gelbe Liste REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 Postcheck 111414 Telegramm-Adresse: Autorerue, Bern Geschäftsstelle Zurieb: Lowenstrasse 51, Telephon 39.743 IONS-PREIS: hohe Grundzeile oder h^pezial Die Uht&usiewng. Citroen-Personen ifagen mit Kegrecs Antrieb. iws&cex, Awnee Major von Erlach, Instruktionsoffizier. b) Materielles. Die Motorfahrzeuge, die heute in den Schulen und Wiederholungskursen verwendet werden, stammen zum Teil, wie schon erwähnt, noch aus dem Jahre 1917 und sind demzufolge nicht mehr voll kriegstüchtig; ihre Anzähl würde für den Bedarf der Armee auch bei weitem nicht ausreichen. In unserer Miliz-Armee können wir uns aber die Anschaffung von Motorfahrzeugen als Korpsmaterial, die zum grossen Teil pro Jahr nur wähernd des zweiwöchigen Wiederholungskurses verwendet, die übrigen 50 Wochen des Jahres aber in den Zeughäusern brach liegen würden, auf keinen Fall leisten. Es ist zudem eine unbestrittene Tatsache, dass ein nicht benutztes Motorfahrzeug, besonders was die elektrische Ausrüstung und alle Gummiteile anbetrifft, durch das Stehen gewissen Schaden leidet. Bedenkt man ferner, dass die in den Zeughäusern stehenden Motorfahrzeuge von Jahr zu Jahr älter und unmoderner würden, so ist ohne weiteres klar, dass wir in einem Mobilmachungsfalle für die Motorisierung unserer Armee einzig und allein auf die Requisition angewiesen sind, mit Ausnahme von einigen wenigen Spezialfahrzeugen, wie z. B. Artillerie-Traktoren, Fahrzeuge der Ballontruppen usw. Die Requisition der für eine Kriegsmobilmachung tauglichen Motorfahrzeuge ist bei der Abteilung für Kavallerie bis in alle Details vorbereitet. Jeder Fahrzeugbesitzer weiss jetzt schon, ob er sein Fahrzeug im Falle* einer Mobilmachung zu stellen hat oder nicht; ein besonderer auf den Fahrausweis aufgeklebter Vermerk bestimmt ausserdem, an welchem Mobilmachungstag und zu welcher Stunde das betreffende Fahrzeug auf dem bezeichneten Schatzungsplatz einzurücken hat. Um die Einschätzung und damit die ganze Mobilmachung möglichst zu beschleunigen, ist eine sehr weitgehende Dezentralisation der Schatzungsplätze für Motorfahrzeuge durchgeführt; die Motorfahrzeuge rücken auf 24 verschiedenen Schatzungsplätzen, die über die ganze Schweiz verteilt sind, ein. Nach der eigentlichen Einschätzung übernehmen die ebenfalls auf den Schatzungsplätzen einrückenden Kaders und Mannschaften der Motorwagentruppe ihre Fahrzeuge und fahren damit zu ihren Stäben und Einheiten. Auf Grund der Truppenordnung von 1924 sind gegenwärtig an Formationen der Motorwagentruppe pro Division je eine Motorlast- ten Artillerie als Munitionskolonne zugeteilt. Ursprünglich war geplant, den Motorlastwagenabteilungen der Division nicht nur 3, sondern 5 Kolonnen zuzuteilen, in welchem Falle jede Division dann über 3 Kolonnen für allgemeine Transporte hätte verfügen können. Leider konnte diese Absicht nicht verwirklicht werden, da infolge der Krise (und vielleicht auch anderer Umstände wegen!) der Bestand an Lastwagen in der Schweiz nicht im erwarteten Umfange zunahm. Von den übrigen Truppengattungen benötigt die Artillerie weitaus am meisten Motorfahrzeuge, sind doch heute im ganzen 33 Bat- mmmmmmmtvmm'iMik «R BW}wy 1r^g]wwww vgnwwKt9WiBiUuL> ^JSÄKaS^SujuLSScSiBS Alter Renault-Tank. wagenabteilung zu drei Motorlastwagenkolonnen und ausserdem eine Etappen-Motorlastwagenabteilung, ebenfalls zu drei Kolonnen, aufgestellt. Jede dieser Kolonnen hat ein Fassungsvermögen von etwa 100—120 Tonnen. Von den drei Kolonnen einer Division bleibt eine für allgemeine Transportbedürfnisse reserviert (Mannschaft, Material, Munition usw.). Die zweite wird schon bei der Mobilmachung direkt der Verpflegungsabteilung für ihre täglichen Transporte zugeteilt; die dritte tritt überhaupt aus dem Divisionsverband aus und wird der motorisierterien und 6 Artillerie-Beobachtungskomp gnien sowie die Ballon-Abteilung vollständi motorisiert. Ebenfalls vollständig motorisiert ist die Fliegertruppe, während, bei allen übrigen Truppengattungen in der Hauptsacb nur Teile des Trains (der sogenannte Autotrain) motorisiert sind. Im Interesse eines leistungsfähigen Reparaturdienstes hinter der Front ist es nicht nur erwünscht, sondern geradezu eine Bedingung, dass in der Armee nicht zuviel verschiedene Marken und Modelle verwendet werden; als ganz natürliche Folge dieser Einschränkung auf einige Marken können die Lager der bereitzustellenden Ersatzteile auch viel kleiner gehalten werden. Der Idealzustand wäre erreicht, wenn in der Armee für jede Fahrzeugkategorie (Lastwagen, Personenwagen und Motorräder) nur je ein einheitliches Modell verwendet werden könnte. In Würdigung dieser Umstände wurden für die Motorisierung der Armee nur 5—6 Lastwagenmarken und je 2 Personenwagen- und Motorradmarken gewählt, was nun aber zur Folge hat, dass der Ueberschuss der requisitionstauglichen Fahrzeuge über den ersten Bedarf hinaus verhältnismässig klein ist. III. Geplante Weiterentwicklung. Da beim eidg. Militärdepartement eine neue Truppenordnung erst im Studium ist, können hierüber noch keine definitiven Angaben gemacht werden. Soviel scheint jedoch schon heute festzustehen, dass mit einer vermehrten Motorisierung mit Sicherheit zu rechnen ist. So ist unter anderem vorgesehen, jeder Division, die ja bekanntlich bei der Neuorganisation bedeutend leichter ausfallen «Pavesi»-Traktor mit 4-Rad-An trieb. Unabhängig von der Art des Kraftstoffs, unabhängig von der Frage : Ansaugen oder Einspritzen, immer ist die Aufgabe der Zündung durch zwei Gesichtspunkte gekennzeichnet : 1. Lieferung ausreichender Zündenergie an das Gemisch; 2. Kommando der Zündung im günstigsten Zeitpunkt des Kolbenspiels. Diese Aufgabe erfüllt seit drei Jahrzehnten am besten und heute fast ausschliesslich die sogenannte Hochspannungszündung. Eine Spannung von mehreren tausend Volt wird im richtigen Augenblick in einem vom Motor gesteuerten Hilfsapparat, dem Zünder, erzeugt und dem Zylinder in der Zündkerze zugeführt, um dort den Funken hervorzurufen, der das Gemisch zündet. Es gibt zwei Systeme, die Hochspannung zu erzeugen : Magnetzündung und Batteriezündung. Die jahrelange Diskussion, welches System das bessere sei, hat an Bedeutung verloren. Man hat erkannt, dass man auf Grund der Vorzüge und Nachteile jedes Systems je nach dem Verwendungszweck *) Auszug aus dem auf der Tagung der Brennkrafttechnischen Tagung gehaltenen Vortrage. ünsche ich mir den zukünftigen Wagen? Aufbruch nach Monte Carlo. Der Benzinzoll bleibt auf 28 Franken. Zündung und Zünder. Zylinderabnützung an Verbrennungs-Kraftmaschinen. sollen, zu den bisherigen hippomobilen Parkkompagnien (Organisationen für den Munitionsnachschub) noch je eine motorisierte Munitionskolonne zuzuteilen. Dadurch wird es dank des grösseren Aktionsradiusses des Motorlastwagens im Vergleich zur Leistungsfähigkeit des Pferdes möglich, die Uebergabeorte für Munition (Umladeort von der Eisenbahn auf die Truppenfuhrwerke) bedeutend weiter hinter die Front zu verlegen als bisher, womit erreicht wird, dass diese Plätze von feindlichen Fliegern weniger leicht beobachtet oder angegriffen werden können. Ferner ist geplant, eine oder mehrere Transportgruppen, die in der Hauptsache aus Motorlastwagen und Personentransportwagen (Cars alpins) bestehen würden, als allgemeine Transportreserve in der Hand der* Armeeieitung zu behalten. Durch eine solche Zentralisation könnte besser vermieden werden, dass bei einer Division die Motorfahrzeuge untätig herumstehen, während gleichzeitig eine andere Division über mehr Transportmittel als sie hat sollte verfügen können; die wirtschaftliche Ausnützung aller Transportmittel würde eine günstigere. Den höheren Stäben sollen als Ersatz gewisser Reitpferde in vermehrtem Masse Personenautomobile zugeteilt werden. Bei der Funkerabteilung ist ebenfalls eine vermehrte Motorisierung ins Auge gefasst. Die bedeutendsten Aenderungen dürfte aber unzweifelhaft die Kavallerie erfahren; als erster Schritt der Neuordnung ist die schon erwähnte Verschmelzung aller leichten Truppen bei der Abteilung für Kavallerie zu deuten. Die Dragonerabteilungen der' Divisionen werden, um kampfkräftiger zu sein, inskünftig ausser den ihnen heute schon oft zugeteilten Radfahrerkompagnien noch einige motorisierte Truppen zugeteilt erhalten müssen. Zündung, und Zünden Von Dipl. Ine. Erich Klaiber. *) Fortsetzung Seite 2. das eine oder andere wählen sollte: Die Magnetzündung dort, wo Unabhängigkeit von der Batterie, besonders hohe Funkenzahl und weitgehende Radioentstörung verlangt wird, z. B. bei Flug-, Renn-, Traktorund Sondermotoren; die Batteriezündung dort, wo diese Forderungen hinter der Preisfrage zurücktreten, z. B. bei Personenwagenund einem Teil der Motorradmotoren. Bei der Batteriezündung fliesst ein elektrischer Strom von der Akkumulatorenbatterie durch die Primärwicklung zum Unterbrecher, der — gesteuert vom Motor — den Strom im richtigen Zündzeitpunkt unterbricht. Durch den Zusammenbruch des Stroms entsteht in der mit der Primärwicklung gekoppelten Sekundärwicklung die Hochspannung. Die Hochspannungsstösse werden durch den Verteiler der Reihe nach den Zündkerzen der einzelnen Zylinder zugeleitet. Getrennt von den Wicklungen, der sogenannten Zündspule, ist Verteiler und Unterbrecher zu einer Einheit zusammengefasst, dem sogenannten Zündverteiler, der bei Viertaktmotoren mit Steuerwellengeschwindigkeit angetrieben wird. Durch Verdrehen des Verteilergehäuses im Motorgehäuse gegen die Verteilerachse und damit des Unterbrechers gegen den ihn steuernden Nocken lässt sich der Zündzeitpunkt genau einstellen. Factsnzmui SeHk &