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E_1936_Zeitung_Nr.007

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12 ÄulomoKl-Revue —

12 ÄulomoKl-Revue — N° 7 Ski-Schule ist Trumpf Und mit Recht! Wer würde heute — vom Polizeiverbot abgesehen — auf die Idee kommen, sich ein Auto zu kaufen, hineinzusitzen und loszufahren, weil «Selbstlernen» und «Erfahrung» die beste Schulung ist? Nun — ein Skifahrer, ein blutiger Anfänger, der das erstemal diese Bretter an die Füsse schnallt und losfährt und nun meint, er könne so sich diese schwierige Kunst schnell aneignen — er ist jenem Autolehrling oben zu vergleichen. Je besser der Lehrer, je gründlicher die Schule, um so schneller lernt man skifahren, um so schneller kommt man zum Genuss, um so weniger schindet man sich, und um so mehr spart man nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Diese Erfahrung hat sich bei den Kennern ganz allgemein durchgesetzt. Aber den Anfängern muss es zu Beginn jedes Winters in Erinnerung gebracht werden. Wenn man aber in eine Schule geht — sucht sich da nicht jeder den Lehrer, von dem er weiss, dass er ein Meister seines Faches ist? Und glauben Sie vielleicht, das sei beim Skilauf anders? Warum also nicht dorthin gehen, wo die besten Skifahrer zu Hause sind, nämlich in die Schweizer Alpen? Bei den Söhnen unserer Alpen, die in allen internationalen Abfahrtsrennen an der Spitze stehen, müssen Sie skilaufen lernen! Auf der Erfahrung und dem Können dieser Männer aufgebaut ist heute das Skischulwesen der einheitlichen.. «Schweizerischen Skischule» organisiert. In der Schweizer Skischule, wie sie in allen bedeutenderen Wintersportplätzen einheitlich, und in höchster Vollkommenheit durchdacht, nach strenger Vorschrift gepflegt wird, wird trotz des grossen Betriebes, der vielfach damit verbunden ist, jeder einzelne Schüler genau nach seinen Fähigkeiten — gewissermassen als Skipersönlichkeit behandelt. Das ist der grosse Sinn dieser einzigartigen Organisation. Sie treten ein in die Schule zu jeder beliebigen Zeit. Sie beginnen in der ersten Klasse oder Stufe, und wenn Sie gewandt sind, so schreiten Sie ganz nach Ihren Fähigkeiten schnell von Klasse zu Klasse voran. Sie haben immer genau den Unterrichtsstoff, d i e Ausbildung, den Lehrer, die Ihren jeweiligen Fähigkeiten entsprechen, das heisst Sie werden mit nichts geplagt, was Sie noch nicht beherrschen können, und mit nichts aufgehalten, was Sie längst schon, hinter sich haben. So war es nämlich früher. Heute ist es tatsächlich eine Skischule am «laufenden Band». Von Lehrer zu Lehrer, von Schulungsprozess zu Schulungsprozess wandern Sie weiter, werden geschliffen, geknetet und gedrechselt, bis Sie am Ende der ersten Woche zu Ihrem eigenen Erstaunen diese langen Bretter an den Füssen nicht mehr als Hemmungen, sondern als beschwingte Flügel empfinden! Herrlicher Schnee wird aus allen Skigebieten gemeldet. Die unvergleichliche Schönheit des winter- Göschenen BAHNHOF BÜFFET UmladesteUe für die Autos nach und von Airolo. Kalte und warme Speisen zu jeder Tageszeit. Auskunft über Fahr- und Transportverhältnisse. Tel. 11. (Nicht zu verwechseln mit Hotel Bahnhof.) Höfliche Empfehlung Steiger-Gurtner. liehen Hochgebirges, die grosse Schneesicherheit der Schweizer Wintersportplätze und die billigen Preise der Bahnen, der Autoposten und der Hotellerie laden mit vereinter Eindringlichkeit dazu ein, die Winterferien in der Schweiz zu verbringen. Der Gast, der dieser Einladung folgt, wird es an sich selber erfahren, dass Winterferien in der Schweiz doppelte Ferien sind. Wo gibt es Skischulen in der Schweiz? Waadt/Jura: Anzeindaz, Biel, Caux, Chategud'Oex, Gryon, Les Avants, Les Diablerets, Les Pleiades, Neuchätel, St-Cergue, Ste-Croix-Les Rasses, Villars. Wallis: Champery, Crans, Montana-Vermala, Leukerbad, Lötschental, Morgins, Münster-Reckingen, Saas-Fee, Verbier, Zermatt. Berner Oberland: Adelboden, Beatenberg, Grindelwald, Gstaad, Gurnigel, Jungfraujoch, Kandersteg. Kleine Scheidegg, Lauterbrunnen, Lenk, Murren, Saanen, Saanenmöser, Wengen, Zweisimmen. Zentralschweiz: Airolo, Andermatt, Engelberg, Luzern, Oberiberg, Rigi-First, Rigi-Kaltbad, Stoos, Unfer-Aegeri, Zürich. Nordostschweiz: Amden, Braunwald, Flumserberg, Säntis (Hundwil), St. Gallen, Unterwasser, Wildhaus. Graubünden: Arosa, Celerina, Churwalden, Davos, Fetan, Films, Klosters, Lenzerheide, Madulein, Pontresina, Samaden, Schuls-Tarasp, Sedrun, Sils-Maria, Silvaplana, St. Moritz-Suvretta, Zuoz. svz. I 26. 26. 26. 26. 26. 26. 26. 27. 27. 27. 27. u. 28. 28. 28. Saas-Fee Celerina St. Moritz Montana-Verm«l Murren Wengen Pontresina Wengen Murren Zermatt Zürich Basel .Bern 29.—3. Febr. Kandersteg 30. Axoaa, 30. 31. 31. Kommende Ereignisse St. Moritz Xiesa Zürich Ende Januar Gstaad JANUAR Abfahrtsrennen (Dr. Meroth- Becher) Ski-Abfahrtsrennen Von der Saluverhütte 23. Internat. Pferderennen auf dem St. Moritzersee (I. Renntag) i AUjährl. Eishockeyroatch Skirennen für Städtemannschaften (Duke of Kent's Cup) Skisprungkonkurrenz (Jungfrauschanze) IV. Stafettenlauf « Rund um Pontresina » Abfahrtsrennen und Slalom (Ski) Eislaufwettbewerb (Earl of Lytton Cup) Schnellaufkonkurrenz und Eisgyznkhana Orchesterkonzerte. Solist: A. Busch, Violine (Tonhalle) Symphoniekonzert. Solist: Rud. Fatzak, Tenor (Musiksaal) Symphoniekonzert. Leitung: Luc Balmer. Solist: Walter Gieseking, Klavier Curlingtumier (Cook'a Wanderbecher) Internat. Eiskunstläufen für Herren, Damen und Paare (I. E. CA.) 23. Internat. Pferderennen auf dem St. Moritzersee (2. Renntag) Internat. Eishockeyturaier (Sonnengoldpokal) Konzert des Klingler-Quartetts (Tonhalle) Ski: Ausscheidungs-Abfahrtsrennen für Damen des M.O.B.- Gebiets (Femina-Becher) FEBRUAR Anfang Febr. Si. Moritz Grand National auf dem Cresta Ron 1. Gstaad Grosses Fechtturnier Schneevelo-Rennen (Figaro- 1. Caux s. Montreux Becher) 1./2. ev. 1S./16. Nesslan Nesslauex Skitag 1. Kleine Scheidegg Skirennen (van Hobokken Cup) 1. St. Moritz Skisprungkonkurrenz (Olympiaschanze) 1./2. Davos Davoser Eisfest. Weltmeisterschaft im Schnelläufen, Internat. Kunst- und Paarlaufen 1./2. Klosters Skirennen und Sprunglaut 1./2. Cstaad Gr. Curlingturnier: Gstaad Shield und Addor-Becher Zlttns der sonnigste Winterplatz in Graubünden, ist mit dem Auto jederzeit leicht erreichbar. Abwechslungsreiches Übungsgelände. Grosse Auswahl an Skitouren. Eisfeld, Schiittelbahnen, ein weites Netz gebahnter Spazierwege. Auskunft erteilt das Verkehrsbureau Flims. Schnee Herrlicher Rhythmus und ordnende Macht entwogen und ruhen am schönsten in dir, der du in einer schneienden Nacht zu Brüdern wandelst Mensch und Tier. In deiner ergreifenden Allgebarde hebt sich kein Wesen in Ueberschwang: wir sind im Tiefen und Hohen der Erde gleich wie der schneeige Wellengang. —- Du herrschest. Doch geht deine lächelnde Milde aus fernester Ferne hell wie ein Licht in jedes verdunkelte Angesicht, in jedes aus Armut verborgne Gefilde. — Wir lieben den Anfang der zärtlichen Flocken/ wir lassen uns zeitlos von dir uberschnein: wir dürfen die leichten silbernen Glocken, das Lob deiner wiegenden Tiefe sein. Was dem Jäger billig — warum .soll es dem Skifahrer nicht recht sein? Jeder lügt, so gut er kann. Wenn man nach der ersten Halbtagstour, mit glühenden Wangen im knallgelben Sweater beim Punsch sitzt, überbietet man sich gegenseitig: «Also wissen Sie, da hab' ich eine Schussfahrt gemacht, links die Wand, rechts der Abgrund, mindestens 50 Meter tief, dabei kommt mein rechter Ski auf Glatteis — ich einen Christiania links und rutsche mit quergestellten Brettern über das Eis — einfach toll, sag' ich Ihnen!» «Und ich erst — beim Quersprung über eine Gletscherspalte löst sich meine linke Bindung und ich gehe tief in die Knie und sause im 80-Kilometer- Tempo abwärts — ohne hinzufallen. _ Können Sie sich das vorstellen? » «Ich habe eine Nichte, die ist erst 16 Jahre alt und hat vorgestern die Parsenn-Abfahrt viermal am Tag gemacht in einer Rekordzeit, die den Zogg 'einfach umgeschmissen hat Der ist die Olympiade in Garmisch gar nicht zu nehmen!» Zum Wintersport, das lass Dir raten: Am Anfang aller grossen Taten Damit — von Anfang denk daran Die Batterie viel leisten kann, Muss sie stets aufgeladen sein. Ein Acula besorgt dies fein. Geht nun das Aufwärtssteigen los, f Hältst Du das Tempo ganz famos, Stehst sicher auch an steilen Stellen Mit den berühmten Ski-Pneu-Fellen. Das Steigen hat Dich hergenommen, Hast - wie man sagt«'nen Ast» bekommen, Ein Favraud***-Schluck tut sicher gut, Schafft neue Kraft und frischen Mut. So bleibt der Sport ein Hochgennss Vom Anfang bis zum guten Schluss. Hans Roelli (Aus „Die Reise")* Lernt Ski-Latein! «Na ja, Ihre Nichte fährt eben seit 10 Jahren — aber sehen Sie mich an! Ich stehe da vorgestern zum erstenmal auf den Brettern — wenn ich vorwärts wollte, zog es mich rückwärts, — und heute hab' ich bereits einen Telemark hingelegt, dos der Schnee haushoch gespritzt hat. Ein Sküehrer ist stehen geblieben, um seinen Schülern zuzurufen: « Seht Ihr, — soo müsst Ihr ihn können!!» «Mein Bruder hat gestern bei einer Abfahrt vom Hömli 4,8 Minuten bis zum Kulm gebraucht und dabei einen Mann mit einem Knöchelbruch auf den Schultern getragen! » Staunend blicke ich mich um. Ich komme da nicht mit. Ich werde blass vor Neid und Scham über meine Ungelenkigkeit Vertrauensvoll wende ich mich an meinen Freund, die Ski-Kanone: «Sag' mir, wie ist so was möglich — da kann ich machen, was ich will, da komm' ich nicht mit. Kannst du mir keinen Rat geben? » Beruhigend legt er die Hand auf meine Schulter und meint: «Das ist gar nicht so schwer. Hör' nur gut zu und — erzähle genau dasselbe!!!» Steht, wie seit jeher schon, die Wahl Vom richtigen Material. ACULA- Gleichrichter, im Wagen eingebaut, zum Aufladen der. Batterie über Nacht. An jeder, Lichtleitung anschüessbar. Ferrier, Güdel & Co. .Moosstr. 2',-. Luzern Preis Fr. 13.80 per Paar, in den meisten Sportgeschäften erhältl., wo nicht vorhanden, auch direkt durch den Alleinfabrikanten RIEMEN- & LEDERWAREN- FABRIK ; A. G.,- MENZ1KEN Tel. 133 COGNAG; J. FAVRAUD & CIE. *** erstklassig RUMCORUBA N. P. U. wärmend. Drum sorgsam sei, triffst Du die Wahl Im Wintersport-Material.

Automobil-EevuB Skihirsch und Skihaserl Von Peter Pee Der Skihirsch machte sich bereit. Er klopfte schnell und laut die Bretter aneinander. Es wäre aber nicht mehr notwendig gewesen, denn ohnehin wussten alle, die zwei Stunden bis zur Hütte hinaufgetrampt waren, dass der Skihirsch jetzt zur grossen Abfahrt starten wollte. Ohne sich um die gaffende Menge zu kümmern, legte er die Ski an den Boden und schnallte sie — schwupp, schwupp, nach eigenem Patent natürlich! — an. Handschuhe brauchte er nicht. Wer nicht fällt, braucht keine Handschuhe. Aber den Hut zog er ein wenig tiefer in die Stirne, denn er wünschte ihn nicht noch einmal zu verlieren wie vorgestern. Jemand hatte laut gelacht. Den Skihirsch ärgerte es noch heute. In die Stöcke, den Riemen um das Handgelenk gewunden, ein paar kurze, schnelle Schritte und — Abfahrt am Schusshang. Der Skigemeinde blieb der Atem stehen und ein Stück eines Sandwichs im Halse stecken. Es war auch furchtbar aufregend. Eine nagelneue, kerzengerade Spur, weg von dem abgefahrenen Gelände mit seinen Badewannen und Sturzlöchern — und schon weit unten ein ganz kleines Menschlein: Der Skihirsch. Wunderbar. Erschüttert setzte man sich nach diesem Ereignis, fürchtete sich, gewissermassen höflicherweise, vor der eigenen Abfahrt und ass schliesslich, den Skihirsch und seinen Stil in höchsten Tönen lobend, weiter. Währenddem sauste der Skihirsch durch die Geographie. Hin und wieder unterbrach er eine Schussfahrt durch einen rasanten Christiania. Besonders, wenn er zwischen hinaufsteigenden Skiläufern durchfahren musste. Ein Automobilist kann sich über eine Horde leicht angetrunkener Radfahrer nicht mehr ärgern, als sich der Skihirsch über diese Leute ärgerten, die ihm wieder die Abfahrtszeit versauten. Er trainierte für das Rennen — das sei gesagt — und die Stoppuhr lief in der Tasche weiter, obwohl niemand das Abstoppen beim Start bemerkt hatte. Was ein richtiger Skihirsch ist, macht solche Handlungen diskret. Engelberg - Gerschnialp - Trübsee Mit der ersten eidgenössisch konzessionierten Personen-Luftseilbahn hinauf in die herrlichen Skifelder des Jochpassu. Titiisgebietes. Sportbillette: Bergfahrt Fr. 2.50, retour Fr. 4.-. Günstige Abonnemente für die Wochentage. Strasse den ganzen Winter geöffnet. Telemark gabs natürlich für ihn nicht. Telemark ist Zeitverlust. Allerhöchstens ein Ausweich-Christiania, dass der Schnee stäubte und die Ski knirschten und die Stahlkanten — eigenes Patent — den hartgefrorenen Schnee durchschnitten. Sausende Abfahrt, rechts Menschen, links Menschen, einmal stand ganz dicht ein zitronengelbes Skikostüm. Mann oder Frau? Einerlei, weiter. Die Stoppuhr läuft. Aber er merkte doch das Raunen, wenn er zwischen dem Volk durchfuhr: Der Skihirsch. Herrgott, dieses Tempo! Dieser Schuss! Einfach fabelhaft! Das tat wohl. Das ölte die Ski, das gab Dampf. Nun noch über die Strasse zwischen dem Hag durch. Päng, knapp! Aber es ging. Mit einem Ski über die Skispitzen vor irgend jemand, der vor Schreck nicht mehr schreien konnte — doch nur weiter, hinunter, bis zum Uebungshügel. Am Uebungshügel wimmelte es von emsigen ameisenähnlichen Skiamateuren. Nur ganz wenige waren auf den Skihirsch aufmerksam geworden, und sein Tempo war bei weitem grösser als das Gerücht: Er kommt, er kommt — er ist schon da. Wer es wusste, blieb stehen, und die andern trampten weiter, fuhren zitternd in Hocke ab, machten brav Badewannen, und suchten aus einem erfreulichen Durcheinander ihre Beine und Bretter zusammen. Der Skihirsch sauste vorbei, über einen liegengebliebenen Skistock und direkt in die Säntis-Schwebebahn Modernste und kühnste Schwebebahn. Erschliesst ein überwältigendes Alpenpanorama. Licht, Sonne und Wärme im herrlichen Bergrestaurant an jedem hellen und windstillen Tage. Gelegenheit z. Betätigung des Wintersports in Schwägalp ab Stütze 3 und ab Säntis. Winter- Sportbillets. Auto-Zufahrt (tägliche Postkurse bis Schwägalp. Tel. Urnäsch 204. In bloss 11 Minuten fahren Sie mit der Drahtseilbahn SCHWYZ-STOOS aus dem Talgrund auf 1300 m Höhe in die Sonne, mitten in das herrlichste Wintersportgebiet der Zentralschweiz, wo Sie prächtige Abfahrten und ideale Übungsgelände vorfinden, die hohen Ansprüchen genügen. SCHWEIZER SKISCHULE mit Walter Prager, Alb. Lutz und Lily Walty. Gutgeführte Hotels, zeitgemässe Pauschalabkommen. Bahneigene, geheizte Einstellboxen (für über 20 Wagen) und grosser Parkplatz bei der Talstation. Nach Bedarf jederzeit Extrafahrten ausserhalb des Fahrplans. Mulde hinunter, welche von saftigen Löchern an, tätschelte ihm die roten Backen, bis auch sozusagen gepflügt war. Kurz vor demes lachen musste und fuhr ins Dorf. « Schlusschristen » sah er etwas Rotes umfallen. Aber die Stoppuhr war ihm wichtiger. Das Skihaserl war einfach entsetzlich stolz. Jetzt noch Schuss, jetzt der Schwung, Uhr Im Hotel mussten alle Leute im Speisesaal erfahren, dass vor wenigen Stunden erst der aus der Tasche: Abgestoppt... Nicht übel, aber noch lange nicht genügend. Skihirsch mit ihm Arm in Arm gefahren sei, Dann blickte er prüfend zurück und sahdass er so höflich und vergnügt sei und dass zehn Meter weiter oben das Rote im Schnee er einfach mit Recht «Skihirsch» tituliert liegen und sehr vorwurfsvoll nicht im ge-werderingsten bewundernd, ihn anschauen. Und ein ganz klein wenig vom Glanz Ein Junge, der neben ihm stand, lachte: « Beinahe das Skihaserl überfahren.» Der Skihirsch besann sich nicht lange und rannte flugs zu dem Roten, hinauf. Als er neben ihm stand, bemerkte er, dass es eigentlich noch gar kein Skihaserl war, sondern höchstens ein Skikaninchen. Zehn, zwölf Jahre, schätzte der Skihirsch, aber man kommt da mit Mädchen in Skihosen nie recht draus. Höflich half er dem Haserl auf die Beine, und obwohl es sofort erklärte, es sei nur vor Schreck umgefallen, entschuldigte er sich sehr nett. Und dann fuhr er mit dem Roten am Arm bis in die Mulde hinunter und drückte sogar einen Telemark — beim Skihaserl war's eigentlich mehr ein Stemmbogen. Schliesslich lachte er das Kleine freundlich Gertrud Bürgi Halb hinter der Portiere versteckt, betrachtete er seine Frau, die sich, im Abendkleid, vor dem Spiegel hin- und herwiegte. Weiss schimmerte ihr Fleisch aus dem tiefen Rückendekollete. Wie wohlgeformt die Arme, der Hals! Plötzlich spürte sie seinen Blick. «Du bist da •—? Ich liebe es nicht, so heimlich beobachtet zu werden.» «Du gehst aus? —» «Ja, ich gehe ins Theater.» «Mit Lucie?» «Mit wem sonst —?» «Lucie ist ein Deckname. Deine Freundin hat sich .dazu herabgewürdigt....» «Sie errötete jäh. — War sie entlarvt? Unmöglich! Ganz unmöglich, sagte sie sich und dieses des Skihirschen leuchtete auf das Skihaserl. dass es in seinem Bettchen kaum einschlafen konnte. Zur selben Zeit sass der Skihirsch zu Hausg, bei seiner Mutter. Sie strickte und er las die Zeitung und dachte nach. Wohin er auch kam, überall: Ah, der Skihirsch. Immer der Skihirsch. Und nichts als der Skihirschf Wie glücklich muss das Skihaserl sein! Und er hieb mit seiner Faust wütend.auf den Tisch, dass der Mutter vierzehn Maschen herunterfielen. nur? Seit wann mochte dem so sein? Sie verlor Wissen gab ihr wieder Mut. «Du kannst ja mit-sickommen, wenn du willst... Wenn du mir nicht Warum nur vertrugen sie sich eigentlich so gar tief in Gedanken... glaubst...» nicht mehr? Immer war er gereizt, nervös,'mochte «Sehr liebenswürdig. Nun, du kennst mich ja.; i dies und mochte das nicht hören. Immer war da Man hat auch so genug — Theater.» etwas, das ihm nicht passte, das ihm unsympathisch «Ja, man kennt sich auch nie genug aus.» war. Da war eine Frohnatur, wie Leo sie besass, «Gut, ich komme mit.» natürlich eine Erholung. Ein absolut lebenbejahender Typ. Und doch und dennoch... Alles blieb O, wie er ihr Erblassen auskostete. Sie wusste: Jetzt bin ich verraten. Was tun? Eine gute Schauspielerin spielt ihre Rolle auf jeden Fall mit mög- wirklich ernst zu nehmen, während Alexander ein da an einer gewissen Oberfläche liegen, war nicht lichst viel Geschick zu Ende, auch wenn sie daran Mensch mit wirklichen Interessen, wirklichem Gefühl war... zugrunde geht, denkt sie. Der Mann erhebt sich, sich umzuziehen. Mit Ob er nun wohl sein Misstrauen fallen gelassen, einem höhnischen Blick, dünkt sie, schliesst er hinter sich die Türe. Es war aber Angst: Eine ent- aber, wer weiss, denkt er, wie hat sie es nur ange- da er niemanden auf sie warten sah? Vielleicht setzliche, wahnsinnige Angst: Nun kommt der stellt, dass ich nichts bemerken konnte? Vielleicht Schluss ... Ich werde aicht mehr nur ahnen, ich gehen seine Blicke über die vor ihm Sitzenden hin werde wissen... mit dem Gedanken: Wo mag «er» nur stecken? Die Frau sank auf einen Stuhl: Was tun? Den Jetzt gleiten seine Augen die Logen entlang... Freund informieren? Dazu war es zu spät. Vielleicht jedoch versteht er, findet sich in der plötzlich Diplomat allerersten Ranges... Leo ist nirgends zu sehen. Leo ist ein Engel,, ein aufgezwungenen Situation ohne weiteres zurecht. Die weissen Schläfen geben ihr zu denken. Wer Er ist ja so klug. Im Theaterfoyer wollten sie sich weiss, schliesslich ist er eben doch an ihrer Seite treffen. Nun würde sie eben nicht allein sein. Das würde ihn hoffentlich von ihr fernhalten. Sie würde Alexander den Arm geben, dann musste Leo doch merken, musste sich denken, dass das ihr Mann sei. Sie riss sich gewaltsam zusammen und schlüpfte in den Mantel. Als sie das Auto vor dem Theater verlassen, hielt sie sich dicht an die Seite ihres Mannes. Ihre Hand zitterte, indem sie sie auf seinen Arm legte. «Wo ist denn Lucie?» frug Alexander. «Ja, merkwürdig, sie ist doch sonst so pünktlich. Vielleicht eine Abhaltung... Immerhin war es nicht so ganz sicher, dass sie kommen würde.» «Du wärest doch nicht allein gegangen, wenn du nicht geglaubt...» «Früher, ja, jetzt bin ich eine selbständige Frau geworden.» Himmel, dort tauchte Leo auf. Suchend blickte er umher. Wegsehen, nur wegsehen, er wird, er muss ja verstehen... Die Gefahr ging vorüber. Sie sah in einem Spiegel, wie er sich abwandte und weiterschritt. Wie war sie ihm dankbar, so klug, so weise zu sein... Alexander löste zwei Parkettsitze. Weshalb? Das tat er sonst nie, bevorzugte immer die Loge, wenn er einmal zu bewegen war, ins Theater zu gehen. Fragend sah sie ihn an. Keine Antwort. Wahrscheinlich wollte er sie verstecken, dem andern das Vergnügen rauben, sie zu sehen. In den Logen war man ja allen Blicken preisgegeben. Sicher triumphierte er innerlich. Sie sah ihn nun auch nicht mehr an, frug sich nur ängstlich: Wo mag Leo sein? Ob er mir zürnt —? Ob er mich begreift —? Sie aber konnte ihm nicht dankbar genug sein, dass er sich so taktvoll benommen. Kleine Zwischenszene Das Stück, auf das sie sich eigentlich recht gefreut hatte, fesselte sie nicht. Sie war viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Was mochte ihr Mann wohl darüber denken? Wie lange war es her. Seit sie zusammen irgend wohin gegangen! Sie waren sich schon etwas entfremdet. Was mochte ihm nur eingefallen sein heute abend? War er plötzlich misstrauisch —? . Sachte, verstohlen, drehte sie den Kopf nach seiner Seite. Lange sah sie ihn an. Etwas fesselte sie. Ein Alterszug —? War das wirklich möglich? Ganz feine Fächerchen gingen von seinen Augenwinkeln aus, und die Schläfen —? Waren die Schläfen nicht weiss geworden? Furchtbar, das hatte sie noch gar nicht gesehen. Wie kam das alt geworden —. Eventuell sogar durch sie -—? Durch ihr sinkendes Gefühl, ihre Ungeduld, ihre Scheu vor ihm... Und ihre... Treulosigkeit, be^ ginnende Treulosigkeit. Noch war es eigentlich ja zu keiner Tat gekommen... ; Etwas würgte ihre Kehle: Hat er das um mich verdient? Dieses leise, leise Entfliehen? Ohne ein Wort, eine Andeutung: Sieh, so kann es nicht weitergehen, ich kann das nicht ertragen. Er hätte sich dann vielleicht zusammengenommen, auf sich selbst besonnen... Also war sie sündig an ihm... Eben, fiel auf der Bühne ein scharfes Wort gegen die Ehe. Bitterkeit riss seine Mundwinkel nach unten, sie sah es ganz deutlich. Und diese Schläfen, o diese Schläfen... Sie darf nicht mehr hinsehen, der Anblick schmerzt sie allzu sehr. Sie muss das Leo erzählen. Nein, Leo würde das gar nicht verstehen. Sicher würde er das Sentimentalität nennen. Dieses Wort überschattete oft und oft ihre Freundschaft. Eine unendliche Traurigkeit überkam sie. - Jetzt nicht an Leo denken, lieber an Alex, das tat irgendwie gut, so schmerzvoll es an und für'sich war. Wie männlich schön sein Profil, wie aristokratisch seine Hand... Sie könnte weinen, grundlos weinen. Aber das ging doch nicht, war unmöglich, es galt, um alles in der Welt sich zusammennehmen. «Gefällt dir das Stück?» Sie legte fast scheu die Hand auf die ihres Gatten und den Mund,dicht an sein Ohr. Das war wie ein leiser Kuss. Sein Blick kroch gleich einem ängstlich fragenden Tier in den ihrigen, und als er die heisse Welle spürte, die ihm daraus entgegenbrandete, sprang das Tor einer schönen, einst über alles geliebten Welt auf...