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E_1936_Zeitung_Nr.007

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Unsere Rundfrage Wie

Unsere Rundfrage Wie wünsche ich tnh den zukünftigen Wagen? Das ist heute nicht mehr so einfach zu sagen, wo man so anspruchsvoll geworden ist. Einst, da war man froh, wenn der Motor nach so und so vielen Andrehungen endlich lief, heute schimpft man schon, wenn kein Aschenbecher int Wagen angebracht ist. Aber zur Sache! Die Technik will uns noch weiter verwöhnen. Da will ich natürlich auch einmal meine Wünsche bekanntgeben. Mein Lieblingswagen müsste ungefähr so aussehen und ausgerüstet sein: Chassis: Alle vier Räder unabhängig gefedert. Weniger und leichter zugängliche Schmierstellen. Das ganze Chassis nach unten abgeschirmt, so dass die beweglichen Teile nicht mehr so sehr dem Schmutz ausgesetzt 'sind. Motor: Geschmeidiger 6-Zylinder, Stärke zirka 15 PS, nach dem heutigen Stand der Technik ausgerüstet. Getriebe: 4 Vorwärtsgetriebe, alle nachsynchronisiert. Beleuchtung: Starke Scheinwerfer mit weit reichender Abblendung (jedoch ohne das entgegenkommende Fahrzeug zu blenden). Die Abbiende-Vorrichtung würde ich auf dem Lenkrad anordnen, und zwar so, dass ein Fingerdruck auf den Ring genügt, um die Scheinwerfer abzublenden, oder umgekehrt. Die Scheinwerfer müssen sich bei Kurven mit der Lenkung automatisch auch etwas drehen, so dass die Kurve besser beleuchtet wird. Das Werkzeug sollte unter der Motorhaube eingebaut sein. Karosserie und Innenausrüstung: Moderne 'Linienführung, jedoch nicht , vollkommene Stromlinie (dieselbe wirkt oft etwas plump). Sitze und Rücklehnen natürlich verstellbar. 2 Sitzbänke für je 3 Personen. Im Heck das Reserverad, ein grosser Kofferraum, sowie ein Reserve-Benzinbehälter von zirka 15 Liter untegebracht, dann auch ein Abteil, das sich für die Unterbringung der Schneeketten und 'Abschleppseil eignet. Am Instrumentenbrett die nötigen Zähler und Uhren, sowie ein grosser Handschuhkasten. Auf der Seite des Mitfahrers wäre auch eine eingebaute, abgeschirmte Lampe für Kartenlesen wünschenswert. Wenn Radio und Heizung eingebaut wären, würde ich dies natürlich auch nicht verachten. Könnte man z. B. nicht auch die ganze Windschutzscheibe als Frostscheibe ausbauen, damit die Sicht im Winter nicht nur auf einen Teil der Scheibe beschränkt ist. Und nun noch der Höhepunkt! Dieser Wagen soll zu Fr. 6000.— erhältlich sein! A. St. F E U I L L TON Der Seewolf. ßie deutend verstärkt werden sollen, und der Radfahrerkompagnie sollen der geplanten Aufklärungsabteilung noch motorisierte leichte sollen wieder ähnliche Versuchsübungen durchgeführt werden, wobei eventuell noch andere Panzerwagenmodelle erprobt werden dürften. Bei der Heereskavallerje ist ebenfalls eine namhafte Verstärkung durch motorisierte Kräfte geplant, indem die bisherigen Kavallegens in vielen Heeren anderer Staaten bereits in ähnlicher Zusammensetzung aufgestellt sind, ein Urteil zu verschaffen, wurden letztes Jahr zweimal mit Detachementen der Kavallerie-, Radfahrer- und Motorradfahrerrekrutenschulen entsprechende Uebungen unter Leitung des Waffenchefs der Kavallerie durchgeführt. Bei diesen Uebungen wurden die leichten Maschinengewehre mit ihrer Bedie- Von Jack London. Copyright 1926 by Umversitas Verlage-Aktiengesellschaft, Berlin. 1. Fortsetzung. Das Heck des Schiffes schoss vorbei, sank in ein Wellental. Ich sah flüchtig den Mann am Ruder und einen andern, der nicht zu tun schien, als eine Zigarre zu rauchen. Ich sah den Rauch, der sich von seinen Lippen löste, als er langsam den Kopf wandte und in meiner Richtung über das Wasser blickte. Es war ein gleichgültiges, unüberlegtes Schauen, etwas ganz Zufälliges, Zielloses. Für mich aber bedeutete dieser Blick Leben oder Tod. Ich sah, wie das Schiff vom Nebel verschlungen wurde, ich sah den Rücken des Rudergastes und sah, wie der Kopf des andern Mannes sich wandte, sich ganz langsam wandte, wie sein Blick das Wasser traf und sich zu mir hin hob. Er schien in tiefe Gedanken versunken, und mich packte die Furcht, dass seine Augen mich, selbst wenn sie mich träfen, nicht sehen würden. Aber sie sahen mich, blickten gerade in die meinen! Er sprang ans Ruder, schob den andern beiseite und drehte fieberhaft das Rad, während er gleichzeitig irgendwelche Befehle schrie. Aber das Schiff schien seinen Kurs fortzusetzen und war fast im selben Augenblick im Nebel verschwunden. Ich fühlte, wie ich in eine Ohnmacht glitt, und versuchte, mit aller Willenskraft gegen die erstickende Leere und Dunkelheit, die mich zu überwältigen drohte, anzukämpfen. Kurz darauf hörte ich Ruderschläge, die immer näher kamen, und die Stimme eines Mannes. Als er ganz nahe war, hörte ich ihn ärgerlich sagen: « Zum Donnerwetter, warum rufst du nicht? » « Er meinte mich. » Mit diesem Gedanken versank ich in Leere und Finsternis. Ich schien- in einem mächtigen Rhythmus durch ungeheure Räume zu schwingen. Flimmernde Funken sprühten und schössen an meinen Augen vorbei. Ich wusste, es waren Sterne und schimmernde Kometen, die mich auf meinem Fluge von Sonne zu Sonne umgaben. Als ich die äusserste Grenze meines Schwunges erreicht hatte und gerade zurückschwingen wollte, ertönte donnernd ein Riesengong. In einer unermesslichen Zeitspanne hatte ich, eingelullt von dem Säuseln sanfter Jahrhunderte, ein Gefühl grosser Freude und überdachte meinen ungeheuren Flug. Aber mein Traum wandelte sich, denn dass es ein Traum war, sagte ich mir selber. Der Rhythmus meines Fluges wurde immer kürzer. Schwung und Rückschwung wechselten mit verwirrender Hast. Kaum konnte ich Atem schöpfen, so ungestüm wurde ich durch den Himmelsraum geschleudert. Immer häufiger und schrecklicher donnerte der Gong, auf dessen Klang ich jedesmal mit namenlosem Entsetzen wartete. Dann war mir, als würde ich über rauhe Sandflächen geschleift, die weiss in der Sonne glühten. Ein unerträgliches Angstgefühl packte mich. Meine Haut wurde ausgedörrt in der Pein des Feuers. Der Gong dröhnte und toste. Die flimmernden Lichtpunkte schössen in unendlichem Strom an meinen Augen vorbei, als ergösse sich das ganze Sternensystem in den leeren Raum. Ich rang nach Luft, atmete schmerzhaft und öffnete die Augen. Zwei Männer knieten neben mir und beschäftigten sich mit mir. Der mächtige Rhythmus, den ich empfunden hatte, war das Rollen des Schiffes im Seegang. Der entsetzliche Gong war eine Bratpfanne, die bei jeder Bewegung des Schiffes klirrte und rasselte. Der scheuernde, sengende Sand .waren harte Männerhände, die meine blosse Brust rieben. Ich krümmte mich vor Schmerz und hob den Kopf ein wenig. Meine Brust war rot und wund, und ich konnte winzige Blutstropfen aus der zerrissenen, entzündeten Haut hervorquellen sehen. « Jetzt ist's genug, Yonson », sagte der eine der Männer. «Kannst du nicht sehen, wir schrubben ihm ja die ganze Haut ab! » Der Yonson Angeredete, ein Mann von schwerem skandinavischem Typ, hörte auf, AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, U. JANUAR 1936 — N ü 7 Fortsetzung von Seite 1. unsewt, Atmee Der neuen Zusammensetzung und ihrer hauptsächlichen Verwendung gemäss wird der bisherige Name «Dragonerabteilung» voraussichtlich in « Aufklärungsabteilung » geändert werden. Zu den heute schon bestehenden zwei Dragonerschwadronen, die allerdings durch Vermehrung der leichten Maschinengewehre benungsmannschaft in gewöhnlichen Personenautomobilen transportiert, die Infanteriekanonen teils an gewöhnlichen oder geländegängigen Lastwagen, teils an Traktoren oder Personenautomobilen angehängt, wobei die letzte Art sich am besten bewährt zu haben scheint. Als Panzerwagen wurde ein leichter Tank englischen Ursprungs ausprobiert. Dieses Jahr lUiii Maschinengewehre, motorisierte Infanteriekanonen und einige Panzerwagen zugeteilt werden. Um sich über die Verwendbarkeit solcher Aufklärungsabteilungen, wie sie übri- riebrigaden in sogenannte «Leichte Brigaden» umgewandelt werden sollen. Aus allem bisher Gesagten dürfte mit aller Deutlichkeit hervorgehen, dass die Motorisierung unserer Armee in weniger als zwei Jahrzehnten eine Entwicklung durchgemacht hat, die man noch bei Beendigung des Weltkrieges für vollkommen ausgeschlossen hielt. mich zu reiben und erhob sich verlegen. Der Mann, der gesprochen hatte, war offenbar ein « Cockney » (geborener Londoner), zartgliedrig und mit hübschen, fast weiblichen Zügen, der sicher das Glockengeläut Londons mit der Muttermilch eingesogen hatte. Eine schmutzige Leinenmütze und ein ebenso schmutziger Leinenschurz um die Hüften verrieten, dass er der Koch in der entschieden sehr schmutzigen Kombüse des Schiffes war, auf dem ich mich befand. «Na, wie fühlen Sie sich jetzt, Herr?» fragte er mit der gezierten Untertänigkeit, die auf Generationen trinkgeldbeflissener Ahnen schliessen Hess. Als Antwort versuchte ich, mich zu erheben. Yonson half mir auf die Füsse. Das Rasseln und Klirren der Bratpfanne zerrte entsetzlich an meinen Nerven. Ich konnte meine Gedanken nicht sammeln. Ich griff zur Stütze nach der Holzbekleidung — sie war so schmierig, dass sich mir die Eingeweide im Leibe umdrehten —, langte über den heissen Küchenherd hinweg nach dem scheusslichen Gegenstand, holte ihn vom Nagel herunter und verkeilte ihn sicher im Kohlenkasten. Der Koch lächelte über meine Nervosität und drückte mir mit den Worten: «Das wird Ihnen gut tun » einen dampfenden Becher in die Hand. Es war ein widerliches Gesöff — Schiffskaffee —, aber die Wärme belebte mich doch. Während ich langsam das Getränk schlürfte, warf ich hin und wieder einen Blick auf meine wundgeriebene, blutende Brust. Dann wandte ich mich an den Skandinavier. «Vielen Dank, Herr Yonson», sagte ich, «aber meinen Sie nicht, dass Ihre Behandlung etwas gewaltsam war? » Eher aus meiner Bewegung als aus meinen Worten fühlte er wohl den Vorwurf heraus. Er hielt mir die Hand hin. Sie war schrecklich rauh. Mit leichtem Schauer Hess ich meine über die hornartigen Schwielen gleiten. «Ich heisse Johnson, nicht Yonson », sagte er in ausgezeichnetem, wenn auch etwas langsamem und eine Spur fremdländischem Englisch, T)ie A.=%. im Uäeii de* £esex Herr H. G. R., technischer Direktor einer Automobilfabrik schreibt uns : «Ihre Ausführungen über Zukunft und Wirklichkeit im neuen Autojahre habe ich mit Interesse und Zustimmung gelesen und schreibe Ihnen, weil von den zahlreichen Veröffentlichungen zum Jahreswehchsel Ihre Ausführungen wohl diejenigen sind, die die Probleme am klarsten und umfassendsten schildern und die besten Schlussfolgerungen enthalten.» Äu n Kantonen Basler Stillegungsziffern. Bei der baselstädtischen Automobilkontrolle sind bis zum 15. Januar 1936 insgesamt 1174 Autoschilder abgegeben worden, gegenüber 801 bis zum vorjährigen Stichtag. Aus dem Verkehr wurden somit 343 Automobile oder rund 47 % mehr aus dem Verkehr zurückgezogen als im Vorjahr. Bei einem Gesamtbestand von rund 5500 baselstädtischen Motorfahrzeugen entspricht die diesjährige Stillegung etwa 20 % aller im Verkehr stehender Wagen gegenüber rund 15 % im Vorjahre. Demgegenüber ist die Ziffer der stillgelegten Motorräder nicht so stark gestiegen, nämlich nur von 932 auf 957. Wie in Zürich partizipieren aber die Motorräder am Gesamtbestand immerhin auch in Basel mit 70 %. Ob die baselstädtische Regierung aus dieser Situation die notwendigen Konsequenzen ziehen wird, die ihr bereits letzten Herbst nahegelegt wurden, bleibt abzuwarten. Wie in andern Kantonen macht sich ebenfalls in Base] eine Strömung geltend, welche die ratenweise Erhebung der Motorfahrzeugsteuer fordert, wie auch die Einführung von Steuerrabatten für mehrjährige Wagen. Es würde sicherlich im Interesse des kantonalen Fiskus liegen, der sowieso mit kleinern Beiträgen aus dem Benzinzollviertel rechnen muss, wenn die Motorfahrzeugsteuergesetzgebung den veränderten Verhältnissen angepasst werden könnte. St. Galler Stillegungsziffern. Der st. gallischen Motorfahrzeugkontrolle sind anfangs dieses.Jahres insgesamt U66 Automobil- und ; 1027 Motorradschilder zurückgegeben wor- 1 ' den gegen 1050 Automobil- und 1120 Motorradschilder im Vorjahre. Wie aus einem Vergleich der st. gallischen mit der baselstädtischen oder den zürcherischen Schilderdeponierun? hervorgeht, muss die Ausserbetriebsetzung von Motorfahrzeugen je nach der wirtschaftlichen Struktur und dem Motorisierungsgrad des betreffenden Kantons besonders bewertet werden. In seinen blassblauen Augen erschien ein milder Protest, aber dazu eine schüchterne Offenheit und Männlichkeit, die mich ganz für ihn einnahmen. « Vielen Dank, Herr Johnson », verbesserte ich mich und streckte ihm meine Hand hin. Scheu und schüchtern zögerte er, trat von einem Bein auf das andere, fasste schliesslich linkisch meine Hand und schüttelte sie herzlich. «Haben Sie etwas trockenes Zeug für mich? » fragte ich den Koch. «Ja, Herr», erwiderte er dienstfertig. «Ich werde in meinem Vorrat nachsehen, wenn Sie nichts dagegen haben, Herr, meine Sachen anzuziehen.» Er schlüpfte oder glitt vielmehr zur Küchentür hinaus mit. einer Schnelligkeit und Geschmeidigkeit, die mir weniger katzenartig als ölig erschienen. In der Tat, diese Schlüpfrigkeit war, wie ich später erfahren sollte, wahrscheinlich seine hervorstechendste Eigenschaft. « Und wo bin ich? » fragte ich Johnson, den ich mit Recht für einen von den Matrosen hielt. « Was für ein Fahrzeug ist dies, und wo geht es hin? » « Von den Farallonen nach Südwest», erwiderte er langsam und planmässig, als bemühte er sich, sein bestes Englisch zu sprechen, und strengte sich an, meine Fragen richtig der Reihenfolge nach zu beantworten. «Schoner ,Ghost' auf Robbenfang nach Japan. » «Und wo ist der Kapitän? Ich muss ihn sprechen, sobald ich mich umgekleidet habe.» Johnson blickte verlegen und verwirrt drein. Zögernd suchte er in seinem Wort* schätz nach einer treffenden Antwort. «Käptn Wolf Larsen, wie er genannt wird. Seinen andern Namen habe ich nie gehört. Aber es ist am besten, wenn Sie vorsichtig mit ihm reden. Er ist verrückt heut morgen. Der Steuermann » Aber er vollendete den Satz nicht. Der Koch war wieder hereingeglitten. Fortsetzung folgt.

N° 7 — FREITAG. 24. JANUAR 1936 AUTOMOBIL-REVUE 3 Sportnachrichten Aufbruch nach Monte Carlo. Endlich ist es soweit! Die über 100 Konkurrenten, die sich an der 15. Auflage der internationalen Sternfahrt nach Monte Carlo beteiligen, werden von morgen ab Gelegenheit haben, ihre wochenlangen, sorgfältigen Vorbereitungen unter Beweis zu stellen. Samstag, den 25. Januar, früh um 8.05 Uhr, starten als Erste die Renault-Fahrer Chevreton und Mercier, die zusammen mit zwei weitern Equipen, welche in Abständen von je 1 Minute Palermo verlassen, mit 4136 km die längste Strecke zurückzulegen haben. Diese führt sie über Rom - Padua - Ljubljana - Wien - Strassburg - Dijon zum Ziel. Als nächste werden in der Zeit von 9.19 bis 9.46 Uhr diejenigen Konkurrenten sich auf den Weg machen, die Tallinn.im Norden von Estland zum Ausgangspunkt gewählt haben. Die von ihnen einzuschlagende Strecke führt über total 4000 km via Kaunas - Warschau - Berlin - Brüssel nach Monte Carlo. Um 10.37 Uhr gibt der Starter in Athen dem ersten Wagen die Bahn frei, der. gefolgt von 21- Schicksalsgefährten, über Belgrad - Wien - Strassburg - Dijon (3868 km) Monaco entgegeneilt. Kurz vor Mittag schlägt die Stunde den Konkurrenten in Umea, 25 Minuten später denjenigen in Stavanger. Ueber Stockholm bzw. Oslo - Kopenhagen - Hannover - Brüssel leisten sich diese auf dem 3812 resp. 3728 km langen Parcours Gesellschaft, wobei dies etwa nicht so zu verstehen ist, dass sie sich bei allfälligen Zwischenfällen oder Pannen hilfreich zur Seite stehen dürfen. Das hätte unnachsichtig ein Ausscheiden aus dem Wettbewerb zur Folge. In der ersten Abendstunde, von 17.33—17.39 Uhr, brechen die 7 Teilnehmer von Bukarest auf. Sie haben ebenfalls nahezu 4000 km abzurollen und berühren unterwegs Cluj, Kosice, Olomouc, Prag. Frankfurt a/M., Brüssel und Paris. Spät abends, von 23.27 bis 23.43 Uhr. wickelt eich das Startmanöver in Schottland ab, wo sich von John O'Groats aus weitere 17 Sternfahrer auf die Reise begeben. — Der Sonntag sieht als ersten Fahrer* um 7.02 Uhr. unsern Landsmann Dr. B. Bariffi auf Lancia in Neapel am Start, Er ist einziger, dort aufbrechender Teilnehmer und hat 3300 Kilometer hinter sich zu bringen, wofür ihm ^493 Gutpunkte winken, vorausgesetzt, dass er sich etrafpunktfrei' bis nach Monte Carlo bewegen kann, •was wir ihm sehr wünschen! Verbleiben noch die ^Equipen von Valenca (unter denen sich u. a. der 'Dauerfahrer Lecot mit seinem Citroen befindet) und Glasgow, die ebenfalls im Laufe des Sonntags ihre Startorte verlassen, während der einzige Teilnehmer, der in Berlin startet, sich erst am Montag mittag bereit halten muss. Die verschiedenen Holländer, die von Amsterdam aus starten und somit den kürzesten Weg vor sich haben, werden erst Dienstag früh, um 1.43 bis 1.50 Uhr, vom «dortigen Starter nach Monte Carlo entsandt. Von den reglementarischen Bestimmungen möchten wir an dieser Stelle festhalten, dass sämtliche Konkurrenten der beiden Kategorien (über und •unter 1500 ccm) zwischen den Etappenplätzen eine Minimaldurchschnittsgeschwindigkeit von 40 km zu beobachten haben. Dieser Durchschnitt erhöht sich für die letzten 1000 Kilometer einer jeden Strecke auf 55 bis 60 km/St.; Fahrer, die an den Kontrollpunkten mit Verspätung eintreffen, werden mit einem halben Strafpunkt pro Minute, belegt Bereits in der letzten Nummer konnten wir das Forfait von 4 Teilnehmern bekanntgeben, so dass die endgültige Zahl der Sternfahrer 101 beträgt Von diesen bewerben sich 8 Equipen um den Damen-Preis, nämlich Nr. 8 Mme Mareuae-Mlle Hustinx (Hotchkiss), Startort Athen; Nr. 22 Mme 0. Siko-Mlle S. de Forest (Delahaye), Startort Athen; Nr. 40 Mlle L. Lamberjack-Mme Petermann (Hotchkiss), Startort Tallinn; Nr. 49 Mrs. M. J. Cotton (Aston - Martin), Startort John O'Groats; Nr 50 Mme J. Marinovitch - Mlle Helle- Nice (Matford), Startort Tallinn; Nr. 66 Miss M. Anderson (Riley). Startort John O'Groats; Nr. 84 Mlle M. Melin (Ford), Startort Umea; Nr. 91 Mrs Gr. Molander (Plymouth), Startort Umea. Wie in den vergangenen Jahren, so werden diese mutigen Amazonen auch diesmal wieder beweisen, dass es mit dem Ausspruch vom « schwachen Geschlecht» nur seine sehr bedingte Richtigkeit hat Das Programm der Veranstaltung nach Eintreffen der Equipen in Monte Carlo lautet wie folgt: Mittwoch, 29. Januar, von 7 bis 16 Uhr: Ankunft der Konkurrenten am Quai Albert I. Donnerstag, 30. Januar, von 8 bis 16 Uhr: Geschicklichkeitsprüfung am Quai Albert I. (Start-, Brems- und Fahrbarkeits-Konkurrenz). * Freitag, 31. Januar: Ruhetag. Samstag, 1. Februar, von 10 bis 13 Uhrt.Komforts- 'tvettbewerb. Sonntag, 2. Februar, 10.30 Uhr: Vorbeifahrt der Wagen am Quai de Plaisance; 11 Uhr: Preisverteilung; Abends: Bankett zu Ehren der Teilnehmer am 15. Rallye von Monte Carlo, offeriert vom International Sporting Club. Wie wir in den letzten Wochen gelegentlich melden konnten, haben ein Teil der französischen Teilnehmer auf der Montlhery-Rennbahn im Hinblick 'auf die Schlussprüfungen in Monte Carlo gehörig trainiert Diese Prüfung setzt sich im einzelnen aus folgenden Manövern zusammen: 1. Zurücklegen einer geraden Strecke von 200 m Länge; 2. Richtungswechsel auf einer Fläche von 10 m Breite unter Benützung des Rückwärtsganges; 3. Beschreibung einer Achterfigur um zwei 12 m voneinander entfernte Pfähle; 4. Zurücklegen einer Distanz von 180 m in der Richtung des vorherigen Ausganspunktes; 5. Neuer Richtungswechsel, genau wie unter 2. angeführt; 6. Zurücklegen einer Distanz von 300 m, bei welcher die Endgeschwindigkeit gestoppt wird. Diese Prüfung wird auf die Rangierung der Teilnehmer im Gesamtklassement einen grossen Einfluss haben, da den Fahrern entsprechend der beanspruchten Zeit Punkte gutgeschrieben werden. Dass die Konkurrenten hinsichtlich Wetterlage auf ihrer Fahrt durch Europa allerhand Ueberraschungen zu gewärtigen haben, wurde schon in unserm letzten Artikel erwähnt. Wie den täglich einlaufenden Nachrichten entnommen werden kann, stiessen die S. 'rnfahrer auf dem Weg zu den Ausgangspunkten namentlich im Norden auf fast durchwegs vereiste Strassen, während diejenigen, die sich auf dem Weg nach Athen befinden, von ausserordentlich schlechten Strassenverhältnissen in Bulgarien und von Regen und Schmutz in Serbien berichten. Hoffen wir, dass die hochinteressante Tourenfahrt für die Beteiligten nicht zu strapaziös ausfalle. Zum Schlüsse geben wir noch die Liste der Sieger an den bisherigen Sternfahrten nach Monte Carlo bekannt: 1911: H. Rougier (Turcat Mery), Paris —Monte Carlo. 1912: J. Bentier (Berliet), Berlin —Monte Carlo. 1924 : Ledure (Bignan), Glasgow — Monte Carlo in 66 .Std. 12 Min. Wagen bis 1500 ccm: Ridley (Triumph), Freilauf ausgestattet, der hintere dagegen nicht. Umea — Monte Carlo. Ausserdem kann durch diese Massnahme die nachteilige Wirkung zweier Differentiale ausgeschaltet werden. 2motoriger selbstgebauter Vierradantrieb an der Sternfahrt. Schon rein äusserlich betrachtet darf Die beiden normalen Motoren von je 684 ccm sich der Wagen, den sich G. Macher ohne Hilfe entwickeln zusammen 50 PS und sollen mit der der Fabrik selbst gebaut hat und der unter vorgesehenen Uebersetzung dem Wagen eine Maximalgeschwindigkeit von 120 km/St, erteilen. Mit Nr. 37 von Tallinn aus startet, sehr wohl sehen lassen. Auch die Karosserie hat der ehemalige einer speziell für grösste Geschwindigkeit gebauten Uebersetzung würde er, nach Angaben des Er- D. K. W -Fahrer selbst entworfen. Mit ihrer seitlich in die Vorderkotflügel auslaufenden Motorbauers, 135—140 km/St, erreichen. haube, der gewölbten Windschutzscheibe und dem heruntergezogenen Heck wirkt sie sehr fortschrittlich und doch nicht übertrieben modern. 1925: F. Repusseau (Renault), Tunis — Monte Carlo in 149 Std. 28 Min. 1926: Hon. A. V. Bruce (A.C.), John O'Groats — Monte Carlo in 69 Std. 20 Min. 1927: Lefevre-Despeaux (Amilcar), Königsberg — Monte Carlo in 74 Std. 10 Min. 1928: J. Bignan (Fiat), Bukarest — Monte Carlo in 86 Std. 16 Mii. 1929: Dr. Sprenger van Eijk (Graham Paige), Stockholm — Monte Carlo in 74 Std. 17 Min. 1930 : Hector Petit (Licorne), Jassy — Monte Carlo in 87 Std. 57 Min. 1931 : Wagen über 1500 ccm: D. M. Healey (Invicta), Stavanger — Monte Carlo in 90 Std. 57 Min. Wagen bis 1500 ccm: V. E. Leverett (Riley), Stavanger — Monte Carlo in 103 Std. 09 Min. 1932: Wagen über 1500 ccm: M. Vasselle (Hotch- Zum Einbau der zwei Antriebsaggregate, von kiss). Umea —Monte Carlo in 93 Std. denen eines auf die Vorder- und das andere auf 26 Min. die Hinterräder arbeitet, wurde ein normales Wagen bis 1500 ccm: G. de Lavelette (Peugeot) Umea — Monte Carlo in 106 Std. also Vierradantrieb, so dass das ganze Wagen- D. K. W.-Fahrgestell verwendet. Der Wagen hat 57 Min. gewicht von 1100 kg als Adhäsionsgewicht wirkt 1933: Wagen über 1500 ccm: M. Vaselle (Hotchkiss). Tallinn — Monte Carlo, 979 Punkte. Es soll dadurch möglich sein,' das Fahrzeug in 24 bis 26 Sekunden vom Stand auf 100 km/St, zu beschleunigen. An Stelle der normalen Hinterachse Wagen bis 1500 ccm: Mme Roualt (Salmson), Tallinn — Monte Carlo, 974 Punkte. eingebaut. Da der hintere Motor umgedreht wurde, wurde ein zweites serienmässiges Antriebsaggregat 1934: Wagen über 1500 ccm; Gas—Trevoux musste auch der Drehsinn umgeändert werden, was (Hotchkiss), Athen —Monte Carlo, 1013,7 bei einem Zweitakter nicht besonders viel Mühe Punkte macht. Wagen bis 1500 ccm: D. M. Healey (Triumph), Athen — Monte Carlo, 1011,5 Punkte. Getrieben und Kupplungen sind miteinander ver- Die Schaltgestänge zur Bedienung von Motoren, 1935: Wagen über 1500 ccnr. Lahaye — Quatresous (Renault), Stavanger — Monte Carlo, können. Damit sich die beiden Motoren speziell im bunden, so dass sie gleichzeitig bedient werden 1073 Punkte. Leerlauf nicht stören, ist der vordere Antrieb mit PALLAS - CORD Gleitsicheres Schneeprofil, hervorragender Schleuderschutz Winterreifen für Personen- und Lastwagen AKTIENGESELLSCHAFTR.&E.HUBER, PFÄFFIKON-ZÜRICH SCHWEIZ. KABEL-, DRAHT- UNO GUMMIWERKE TELEPHON 976.301 Die Routen der XV. Internationalen Sternfahrt nach Monte Carlo. Weitere Meldungen zum 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Seit dem ersten Nennschluss vom 20. Dezember, bis zu welchem Datum, wie seinerzeit gemeldet, 47 Anmeldungen eingegangen waren, haben sich weitere 8 Fahrer einschreiben lassen. Da der endgültige Schlusstermin für die Nennungen auf den 31. März festgesetzt wurde und ausserdem die Teilnehmerzahl auf 60 beschränkt ist, darf es als ein ausserordentücher Erfolg gebucht werden, dass schon zwei Monate im voraus nur noch fünf Plätze verfügbar sind. Die neuesten 8 Anmeldungen lauten wie folgt: 48. M. Ronald Marsh (Singer); 49. X... (Bugatti); 50. Lord Howe (X...); 51. Moly (X...); 52. A.P.F. Fane (Frazer Nash); 53. bis 55. Austin-Fabrikmannschaft. Die Anerkennung von Furmaniks internationalen Rekorden. Die A.I.A.C.R. hat die vom Italiener Furmanik am 8. Januar auf einer Geraden der Rundstrecke von Pescara aufgestellten internationalen Rekorde der Klasse G (Wagen von 750 ccm bis 1100 ccm) wie folgt registriert: Stehender Kilometer; Benötigte Zeit 27 38/100 Sek. = 131,483 km/St. Stehende Meile: Benötigte Zeit 39 57/100 Sek. = 146,415 km/St. Wie seinerzeit gemeldet, handelte es eich um einen 4-Zylinder-Maserati-Wagen mit 1087,8 ccm Inhalt. (Bohrung 65 mm, Hub 82 mm). Auch Veyron auf Bugatti. Ausser den schon früher genannton Rennfahrern Wimille, Benoist und Williams wird auch Veyron in der kommenden Saison der Bugatti-Fabrikmannschaft angehören. *•» •n Seh Aus Schweizer Fahrerkreisen. Bis dato war es recht still, fast allzu still, um die Absichten unserer eigenen Rennfahrer. Nun wird wenigstens der Schleier an einem Zipfel gelüftet, indem wir erfahren, dass Christian Kautz den famosen 1,5-Liter-Maserati- Monoposto von Hans Kessler übernommen hat, mit dem unser schweizerischer Altmeister der kleinen Rennwagenkategorie manch beachtliches Rennen fuhr. Überall, wo diese blitzblanke Maschine auftauchte, erregte sie unter Fachleuten und Amateuren berechtigte Bewunderung. Dabei Hess sie auch in Bezug auf Leistung nichts zu wünschen übrig, wenn freilich sie einem Gegner, nämlich den E.R.A.-Maschinen, nicht gewachsen war. Christian Kautz, der vergangenes Jahr wegen seiner Studienzeit im Auslande rennsportlich kaum aktiv tätig war, hat in der Saison 1934 als Amateur beste Klasse bewiesen. Am Rheineck-Walzenhausen-Rennen war er bester Amateur der Kategorie, und am Develier-Les Rangiers stellte er mit seinem A.C. einen neuen Klassenrekord auf. Man darf daher erwarten, dass Kautz in der kommenden Saison gute Aussichten hat. Er will nicht nur die schweizerischen Rennen, sondern verschiedene massgebende ausländische Veranstaltungen bestreiten, an denen Kleinwagen zugelassen werden. Wir wünschen dem jungen und fairen Sportsmann herzlich « Hals- und Beinbruch !» Und was hat Hans Kessler vor ? Will er etwa gar dem Rennsport Valet sagen ? Keineswegs ! Er gehört zu den Ewigiungen und wird es hoffentlich noch lange mit dem Nachwuchs aufnehmen, der von ihm nur lernen kann. Aber über seine nächsten Pläne schweigt er sich vorläufig doch noch mit verständnisvollem Schmunzeln aus. Die Hauntsache für uns ist die bestimmte Zusage, dass wir ihn auch 1936 auf den schweizerischen Pisten und möglicherweise auch im Auslande starten sehen werden. Zufolge Platzmangels muss die Flugseite heute ausfallen.